Samstag, 9. Oktober 2010

Französische Spezialitäten - Birnen, Bohnen und Speck, häääää?

Als Blogschreiber muss man nicht nur mit offenen Augen durchs Leben stolpern, nein, man sollte auch kommunikativ sein. Früher in meinem Freundeskreis gab es so zwei, drei Mädels die mich gerne Gisela Schlüter nannten, wohl eher nicht wegen den langen Beinen, sondern wohl mehr für mein Mitteilungsbedürfnis. Manchmal hat es mich ja echt gestört, heute sehe ich es als Kompliment an und bedauere eher die Mädels, die mich sicherlich heimlich um mein Kontakttalent beneidet haben, denn Langeweile hatte ich nie und werde ich wohl auch im Leben, hoffentlich, nicht kennen lernen.
Dank meiner Begabung habe ich aber Madam kennen gelernt. Über Monsieur Ernenwein wurde ja neulich von mir hier ausgiebig berichtet und in diesem wunderschönen Weinstübchen konnte ich zu Madam Kontakt knüpfen. Nein, es ist nicht die Madam von Monsieur, die kenne ich gar nicht, es ist einfach nur Madam, die dort die Kunden bespaßt, oder doch besser gesagt, berät. Und sie ist auch nicht nur “einfach” Madam, nein, sie ist in meinen Augen der Inbegriff französischer Lebensart. Wenn ich sie sehe tauchen vor meinem geistigen Auge Lavendelfelder, soweit das Auge reicht, auf. Ich sehe einen Weinberg vor mir der mit einer Steinmauer umzäunt ist, auf der man ein Picknick zelebrieren kann. Ich sehe einen Weidenkorb mit Käse, Wurst, Baguette, Wein und anderen Kleinigkeiten gefüllt. Die Geruchsaromen von Provenzalische Gewürze werden förmlich real….
Madam berät genauso hervorragend wie Monsieur und von ihr habe ich mir schon so manches schöne Tröpfchen einpacken lassen.
In meinen Augen ist sie auch ein Genussmensch, sonst könnte sie dort auch gar nicht arbeiten und die ganzen Köstlichkeiten an den Mann/Frau bringen, da muss man hinter stehen und sie steht da hinter. Aus unseren schönen Gesprächen habe ich herausgehört, ihr Mann isst auch gerne und genießt auch genauso gerne und für den kocht sie. Ganz nebenbei erwähnte sie ein fantastisches französisch Kochbuch, das hat sie mir mal ausgeliehen und ich war so begeistert und habe es mir prompt im Antiquariat besorgt.


Sie kennt auch gute Rezepte die schnell gehen und trotzdem super lecker sind. Neulich habe ich gelacht, ich löcherte sie mal wieder wegen einem Rezept und während sie das Rezept erklärte, plätscherten ihr und mir förmlich kleine Pfützchen von links nach rechts im Schnäuzchen hin und her und ihr Kommentar lautete: Immer wenn Sie kommen bekomme ich Hunger. Ich habe versprochen demnächst immer erst kurz vor Feierabend zu kommen, damit sie im Anschluss nach meinem Einkauf direkt zum Essen kann.
Das Rezept das für die Pfützchen verantwortlich ist, heißt Birnen, Bohnen und Speck. Kommt jetzt nicht wirklich aus Frankreich sondern aus dem Norden Deutschlands, aber passend zum Koch-Event im Gartenblog. Tja, gut dass wir drüber gesprochen haben…

Garten-Koch-Event Oktober 2010: Birnen [31. Oktober 2010]

Rezept: Birnen, Bohnen und Speck (leicht abgewandelt, Madam kocht es etwas anders)
4 Scheiben durchwachsenden, geräucherten Speck, je Scheibe ca. 2 cm dick
1 kg grüne Bohnen
4-8 kleine Birnen idealerweise Kochbirnen
1 Esslöffel Olivenöl
1 Zwiebel, in feine Würfel gehackt
Bohnenkraut
Salz und Pfeffer
750 g Kartoffeln festkochend


Die Speckscheiben in dem Olivenöl von beiden Seiten etwas anbraten und dabei den Speck ein wenig auslassen. Wenn er schön braun ist, herausnehmen und zur Seite stellen. Nun die feingehackte Zwiebel im Fett glasig dünsten. Die geputzten und in mundgerechte geschnittene Bohnen zu den Zwiebeln geben. Mit wenig Wasser angießen, mit Bohnenkraut bestreuen, die Speckscheiben auflegen und ca. 20 Minuten gar ziehen lassen. Aus den Birnen die Blüten entfern und oben auf dem Speck und auf den Bohnen verteilen. Ca. weitere 20 Minuten garen bis die Birnen weich, aber nicht matschig sind.
Die Bohnen sollen nicht umgerührt werden!
Wem die Brühe, die beim Kochen entstanden ist, zu dünn ist, kann diese mit etwas angerührtem Mehl andicken, so wird es in vielen original Rezepten beschrieben.
Ich habe darauf verzichtet, weil ich eh nicht viel Brühe hatte.
Nebebbei die Kartoffeln schälen in Stücke schneiden und mit Salz gar kochen.
Alles zusammen auf einem Teller anrichten, fertig.

3 x Trinkgeld:

  1. Schönes Gericht, tolle Photos!

    Schön, daß Du wieder teilgenommen hast.

    Liebe Grüße, Sus

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  2. und das soll man hier in Frankreich essen?....

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  3. @Sus, es hat wieder Spaß gemacht :)

    @bolliskitchen, manchmal hilft es wenn man bis zum Schluß liest ;-)

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