Im Büdchen musste mal wieder ausgemistet werden und dabei ist mir ein riesiger Stapel Kochzeitschriften in die Hände gefallen. Es ist eine Kochzeitschriftenserie die ich über Jahre erwarb, ich habe nicht eine Ausgabe verpasst. Ich wusste schon immer ganz genau den Wochentag und natürlich wann bzw. wie oft im Monat diese Zeitung erschien.Irgendwann viel mir auf, es gab kaum ein Rezept in dem nicht irgendein Fertigprodukt verarbeitet, oder für ein Fertigprodukt geworben wurde.
Also eine Fertigproduktverfeinerungszeitschrift. Das machte mich stutzig.
Da stellte sich mir die Frage, brauche ich diese Zeitschrift eigentlich noch? Mit Fertigprodukten koche ich nicht, im Büdchen gibt es noch nicht einmal gekörnte Brühe. Selbst wenn ich irgendein Rezept hätte nachkochen wollen, ich wäre an den Zutaten gescheitert. Dass die Leser, die diese Zeitung kauften wohl auch in echt selber kochen wollten, müssen die von der Zeitungsredaktion wohl irgendwie geahnt haben. Vielleicht aber auch gemerkt, weil die kochenden Leser den Bezug dieser Zeitschrift einstellten. Auf jedem Fall überlegten sich die Zeitungsmenschen eine neue Anreizstrategie. Was soll ich sagen, wie Phönix aus der Asche tauchte von einer Ausgabe auf die Nächste, vorne auf dem Titelblatt der Kochzeitschrift, ein Tütchen mit wechselnden Gewürzmischungen zum ausprobieren auf.
Stellte sich mir doch gleich die nächste Frage, wofür eine Gewürzmischung? Normal besteht jede Mischung aus einzelnen Gewürzen. Diese aber beinhalteten noch Aromen, Stärke, Zucker und evtl. auch Spuren von Weizen, Ei, Soja oder Milch. Ich war sprachlos, was nicht oft passiert. Die neue Strategie ging bei mir nicht auf.
Von Stund an habe ich diese Zeitschrift keines Blickes mehr gewürdigt. Es ist erschütternd was einem zugemutet wird.
Seither bin ich äußerst kritisch mit meiner Kochzeitschriftenauswahl.
Aber ein Rezept habe ich noch in einem der alten Hefte gefunden und es ist auch ganz ohne Fertigprodukt oder aromatisierter Gewürzmischung, selbst die Gnocchi sind nicht aus dem Kühlregal. Also ein Rezept der wenigen Wertvollen, passend zum the real deal Event. Aus einem Heft, das mehr als ein Pfifferling wert ist…

Rezept: Pfifferlinge mit Gnocchi
Die Sauce:
500 g Pfifferlinge
2 Schalotten
50 Butterschmalz
75 ml Madeira
200 ml Sahne
125 ml Geflügelfond oder Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer
evtl. 1 Teelöffel Speisestärke
Glatte Petersilie

Pilze putzen und auf mundgerechte Größe schneiden. Schalotten abziehen und in feine Würfel schneiden. In Butterschmalz andünsten bis sie glasig sind. Dann die Pilze zufügen und kurz mitbraten, anschließend mit Madeira ablöschen. Sahne und Geflügelfond zugießen und alle etwas einkochen lassen. Evtl. die Speisestärke mit etwas Wasser verrühren und unter die Pilze mischen und damit leicht binden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Petersilie hacken und ebenfalls untermischen.

Die Gnocchi:
1 kg Kartoffeln
200 g Mehl, ob mehr oder weniger sollte man von der Konsistenz der Kartoffeln abhängig machen. Das wiederum davon abhängig ist, ob man festkochende oder mehlige Kartoffeln nimmt.
1 verquirltes Ei
Salz
Die Kartoffeln dämpfen statt kochen (dann werden sie fluffiger, leichter) und noch heiß mit einem Stampfer zerdrücken oder zügig durch eine Kartoffelpresse drücken. Nun das Ei, Salz und nach und nach das Mehl zugeben. Alles zu einem weichen geschmeidigen Teig verkneten. Nicht zuviel Mehl verwenden, dann werden sie hart, nimmt man zuwenig, fallen sie beim Garen auseinander.
Aus dem Teig Rollen mit einem Durchmesser von ca. 1,5 cm formen. Die Teigrollen in 2 cm dicke Scheiben schneiden und über die Rückseite einer Gaben rollen, oder leicht gegen die Rückseite einer Reibe drücken.
Die Gnocchi auf ein bemehltes Geschirrtuch legen und portionsweise In einem großen Topf mit heißem Salzwasser garen. Idealerweise eine Probe kochen.
Wenn sie an der Oberfläche schwimmen mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen, mit den Pfifferlingen anrichten und servieren.

Fertigproduktverfeinerungszeitschrift, der Markt ist heiß umkämpft. Danke fürs Mitmachen!
AntwortenLöschen@Schnick Schnack Schnuck, es hat Spaß gemacht so ganz ohne Fertiggedöns;-)
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