Mittwoch, 21. Juli 2010

Ein mediterranes Sommerkraut, ohne Basilikum geht nichts


Es ist Sommer und was für einer, man o man, mit Temperaturen von 30 bis 35°C im Schatten, jaaa im Schatten und nicht etwa im sonnigen Süden von Europa, nein mitten im Kohlenpott. Weit und breit keine Nordsee, Ostsee oder vielleicht das Mittelmeer, evtl. mal ein Stausee die die kühlen Flüsschen des Sauerlands stauen und die Ruhrpottler mit dem kühlen Nass versorgen. Bei den Hitzeschüben ist trinken, trinken, trinken angesagt und gelegentlich mal einen Happs auf die Gabel. Tja, und da geht es schon wieder los. Was essen wir bei 35°C??? Im Urlaub hat man es da ja einfach, man geht einfach in ein Restaurant, bestellt sich was leckeres, egal wie der Koch in der Küche schwitzen muss, lässt es sich gut schmecken und fertig. Koche ich selber gehe ich dann ja doch etwas überlegter an die Sache heran. Es soll nicht zuviel gekocht werden, denn sonst heizt der Ofen mir ja auch noch ein. Es soll leichte Küche sein. Der Abwasch und die Aufräumaktion sollte so gering wie möglich gehalten werden.
In solchen Fällen fallen mir immer Spaghetti ein. Spaghetti die in einem Basilikumpesto baden und mit geschmolzenen Tomaten serviert werden. Das Basilikumpesto habe ich im Vorrat obwohl es ja rucki zucki zusammengezaubert ist. In mein Basilikumpesto wird ja seltenst Knoblauch gemischt, aber was ein totales Muss ist, das ist der geriebene Parmesan. Der Gatte mag ja kein Parmesan und isst ihn auch nicht, auf jedem Fall nicht offensichtlich. Er hat eine schlechte Kindheitserinnerung und basta...pasta. Aber Basilikumpesto selbstgemacht von seinem Schatz, da könnte er drin baden, ebenso wie die Spaghetti.

Zur Pestoherstellung eignen sich ja diese Blender, einfach Öl, Pinienkerne, Mandeln, Basilikum etwas Salz ab in den Blender und Knöpfchen drücken. Anschließend den geriebenen Parmesan noch dazu, kurz aufmixen und fertig

Das Pesto eignet sich auch für geröstetes Brot. Einfach etwas Weißbrot rösten und dann das Pesto richtig dick aufgeschmiert, das mit einem leichten Tomatensalat, hmmmm lecker, das könnte auf meiner Sommerspeisekarte stehen und der Gatte wüste sich zwischen Spaghetti mit Pesto und Brot mit Pesto nicht zu entscheiden. Aber ist doch auch egal, Hauptsache das aromareiche Pesto ist dabei.
Ach ja, die Parmesanaktion mache ich aber nur wenn der Gatte nicht in der Nähe ist, der isst ja keinen Parmesan........

Rezept: Basilikumpesto
100 g Basilikumblätter
45 g Pinienkerne
25 g gemahlene Mandeln
Salz
50 g Parmesan gerieben
100 ml gutes Olivenöl

Basilikumblätter mit den Pinienkernen, den Mandeln, dem Salz und dem Öl in einen Mixer geben und pürieren.

Den Parmesan zufügen und nochmals kurz mischen.
Das Pesto in Gläser füllen und obenauf etwas Olivenöl für die Haltbarkeit geben.
Gekühlt gut 6 Monate haltbar.

Sonntag, 18. Juli 2010

Das Bermudadreieck der Marktmenschen oder das Wochenende beginnt mit einer kleinen Reise zum Frischemarkt

Zur jetzigen Jahreszeit ist ja in jeder Stadt was los und in diesem Jahr tobt der ganze Pott. Jede Stadt im Ruhrgebiet ist interessiert an Kultur, wir sind ja auch Kulturhauptstadt. Ist schon schön was sich da alles auf die Beine rappelt, kennt man so gar nicht. Sicher gibt es hier immer welche die sind einfach interessiert, egal was es ist, erstmal gucken. Woanders sagt man die sind neugierig, sind die aber nicht, die sind wie schon gesagt interessiert, die wollen wissen wann, wo, wie und warum was passiert, die wollen dabei sein. Gibt ja auch so Veranstaltungen die sind Kult, wie das Stühle raussetzen am Bermudadreieck, damit wird förmlich die Freiluft von Bochum eröffnet. Ist doch auch schön so, warum soll man da nicht Beisein wollen.
Anders ist das ja mit dem Wochenmarkt in Bochum, der ist mittwochs und samstags, und zwar ganzjährig.

Da gibt es keine Standeröffnung oder Prämierung der ersten Frühlingskarotte, der ist einfach da, Sommer wie Winter und trotzdem ist der Sommermarkt nicht so wie der Wintermarkt. Also wie soll ich es sagen, er ist doch wieder etwas anders. Nicht nur die Waren die angeboten werden sind der Jahreszeit entsprechend, nee, nee, an heißen Sommertagen ist gegen 12:00 Uhr der Markt eigentlich schon gelaufen, da ist um 8 oder 9:00 Uhr Hochbetrieb und ab 10:00 sind an meinem Lieblingsitalianostand die Panini ausverkauft. Woher ich das weiß? Ich habe neulich um fünf vor 10:00 Uhr die letzten gekauft.
Im Winter ist das ganz umgekehrt, da wird man morgens um 8:00 Uhr vom kompletten Standpersonal bedient und dass man nicht gefragt wird, ob man unter Bettflucht leidet ist alles. Schön ist dann auch immer die jahreszeitenunabhängige Frage die meinem Liebsten und mir gestellt wird „Sie gehören zusammen?“ Wen geht das eigentlich etwas an? Außerdem, natürlich gehören wir zusammen, oder glauben die ich hätte eigens einen Korbträger oder Markteinkaufsberater angeheuert und das auch noch auf einem Samstag. Lustig finde ich es aber trotzdem.
Den Mittwochsmarkt kenn ich ja nicht, da habe ich eh keine Zeit und mein Liebster auch nicht. Aber am Samstag ist ein Marktbesuch das erste Highlight des Wochenendes. Ich mag den Markt, ich mag die Leute, ich mag die Waren, ich mag die Atmosphäre und so richtig unfreundlich wurde ich da auch noch nie bedient, eher im Gegenteil, nirgends findet man so viele freundlich Leute, die einen mit Insidertipps für die Zubereitung mancher Speisen versorgen, wie hier. Die Marktmenschen sind ein kommunikatives Völkchen.

Jetzt muss der Markt erstmal in eine Seitenstraße ziehen, weil der Marktplatz saniert wird, aber ich habe schon einen Plan bekommen damit ich Herrn Wilhelm Weitz den Gemüsehändler, Herr Michael Langrock und seinen Fisch, die Kartoffeln die ich immer hier kaufe, Frau Elke Glenz und ihre Blumen, den Stand von Edwin Heidrich mit den super leckeren heißen Waffeln die immer gehen, Herr Ralf Overhues der mich mit Eier und frischem Geflügel versorgt und nicht zu vergessen mein Lieblingsitalianostand wo es die einzigartigen Mandorla und die besten Panini gibt, wieder finde.









Und zum ersten Adventwochenende soll dann eine richtig schöne Marktwieder-eröffnung stattfinden, wohl so ähnlich wie das Stühle rausrücken unten in der Stadt











Tja, unten in der Stadt, im Bermudadreieck, soll ja doch schon der eine oder andere unauffindbar untergetaucht sein, das könnte mir auf meinem Lieblingsmarkt auch passieren.....

Samstag, 17. Juli 2010

Sommer im Glas

Dieses Jahr ist ja wieder ein ausgesprochenes Sommermärchenwetter, obwohl manchmal ja schon etwas zu heiß. Nein, nein, ich will jetzt hier nicht über das Wetter meckern. Es ist nur wenn ich meine, es ist etwas zu heiß dann deshalb, weil ich ja gerne einkoche und mein Vorratsregal im Keller für den Winter auffrischen möchte. Einkochen sagt ja schon das Wort das etwas warm wird. Tja und jetzt ist es eben heiß und kochen macht das Ganze nicht kühler und jede Bewegung erzeugt Hitzewallungen. Außerdem fördert das schöne Wetter bei mir den Unternehmungsgeist und ist man auf Wanderschaft kann man nicht gleichzeitig zuhause etwas für den Vorrat bewerkstelligen. Ach es ist ein Dilemma.
Auf unseren Exkursionen kommen wir ja auch an dem einen oder anderen Hofladen vorbei und wir kaufen gerne beim Erzeuger direkt. Es hat schon was wenn der Salat mal eben von der Hofladenchefin aus dem Garten geholt wird, war auch schon mal eine Schnecke drin, wurde noch nicht einmal extra berechnet. Produkte die auf Hofläden vertrieben werden eignen sich normal sehr gut zur Weiterverarbeitung in Gläschen und Flaschen. Wobei ich hier anmerken möchte, nicht jeder Hofladen vertreibt was er verspricht, man sollte schon sein kritisches Auge schweifen lassen und sich auch öfter mal nach der Herkunft erkundigen.
Alternativ zu Hofläden sind gut sortierte Märkte, nein ich meine nicht Supermärkte, richtige Standmärkte wie es sie in fast jeder Stadt gibt. Eine todsichere Quelle für gutes Obst und Gemüse habe ich auf dem Markt in Bochum aufgetan. Bei Herrn Weitz bekomme ich teilweise Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau und die Aromatomaten, einfach klasse. Italien, Spanien, Frankreich, ach der ganze Süden Europas sitzt geschmacklich in den kleinen Dingern. So etwas kenn ich eigentlich nur von früher, voller Aroma, Süße und Sonnenreife. Ich versuche ja diese Sonnenreife einzufangen, für mein Vorratsregal im Keller. Mein jetziges Projekt sind Selbstgetrocknete Tomaten. Tomatensoße, Ketchup und andere leckere Schweinereien gelingen schon ganz gut. Doch jetzt werde ich mal Tomaten trocknen, aber eben nur die ganz Guten, wegen dem Aroma.

Ich trockne die aber nicht ganz durch, denn etwas Feuchte müssen sie noch haben, weil ich sie halbtrocken durch den Fleischwolf jage und auf diesem Weg eine Tomatenpaste herstelle.
Davon ein Löffelchen ins Gulasch oder verbunden mit einem guten Rotwein und etwas Chili an einen Rinderschmorbraten im Herbst wenn die Tage wieder kürzer werden.
Spätestens dann, wenn ich eins dieser Gläser öffne, mir eine Ladung Sommer entgegen kommt, weiß ich wieder wofür ich geschwitzt habe als wir im Sommer das Sommermärchenwetter hatten.....

Rezept Tomatenmus:
1200 g aromatische Tomaten
100 ml Olivenöl
Die Tomaten vierteln und gründlich entkernen. Die Tomatenviertel auf drei Etagen eines Dörrautomaten geben und bei 70°C gute 10 Stunden trocknen.
Die nicht ganz durchgetrockneten Tomaten 2 x durch einen Fleischwolf geben und anschließend mit einem Pürierstab das Öl unterrühren.
Das Mus auf kleine Gläser verteilen, gut 1,5 cm bis zum Rand Platz lassen und bei 80°C 20 Minuten einkochen
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