Mittwoch, 29. September 2010

Meise heißt der Zaungast

Vogelliebhaber sind in ihren Meinungen ja sehr differenziert, was das Vogelfüttern zu jeder Jahreszeit angeht. Einige Stimmen behaupten ja man muss immer zufüttern da der Lebensraum für das Gefieder immer enger wird und sie weniger finden, andere plädieren, das Vogelvieh in Ruhe zu lassen, damit es sich in die Wälder zurück zieht und selber auf Nahrungssuche gehen.
Das Gourmet-Büdchen ist ja sehr ländlich angesiedelt und rundherum in der Umgebung finden die fliegenden Tierchen alles was sie brauchen. Sie klauen sich den Mais vom Feld, die Kirschen aus Nachbarsgarten, auf Pflaumen- und Apfelbäume wird gelandet um zu speisen und dass die Felder mit Hafer, Weizen und Roggen nicht sicher sind, ist wohl auch klar. Ich find es schön, sind ja auch nicht meine Bäume.
Na ja, so ein kleines Bisschen muss ich auch gelegentlich unter ihrem Appetit leiden. Neulich, als ich aus dem Urlaub kam, wollte ich noch schnell Holunderbeeren pflücken, aber die kleinen Biester waren schneller und haben die Holunderbeeren vor mir geerntet, das war schon etwas ärgerlich.
Aber wie ich dann eine kleine Meise beim Plündern meiner Sonnenblumen erwischte, wurde meine Tierliebe dann doch hart auf die Probe gestellt. Na was habe ich geschimpft, wie ein Rohrspatz, aber dann fand ich im Vorratsschrank eine Tüte mit Sonnenblumenkernen. Die standen kurz vor dem Verfalldatum, also genau richtig für mein Vorhaben bei dem Garten-Koch-Event über Sonnenblumenkerne mitzumachen.

Dann werde ich mal eben mein Sonnenblumenkernmousse machen und die kleine Meise kann sich die Nase als Zaungast an der Fensterscheibe platt drücken, aber von außen…

Garten-Koch-Event September: Sonnenblumenkerne [30. September 2010]
Rezept: Sonnenblumenkernmousse mit marinierter Kiwi
1 Ei
2 Esslöffel Wasser
1 Blatt Gelantine
200 g Kuvertüre, weiß
75 g geröstete Sonnenblumenkerne, fein gerieben
1 Esslöffel gutes Traubenkernöl
300 ml Sahne geschlagen
2 Kiwi
1 Esslöffel Rohrzucker
1 Esslöffel Vanillelikör
2 Esslöffel geröstete Sonnenblumenkerne leicht gehackt

Das Ei mit dem Wasser im Wasserbad schaumig schlagen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen und quellen lassen. Ausdrücken und bei geringer Wärme auflösen. Die Kuvertüre, auch bei geringer Wärme, schmelzen. Beides in den Eierschaum geben und unterheben. Das Öl in die Masse geben und die geriebenen Sonnenblumenkerne mit der geschlagenen Sahne vorsichtig unter die Creme heben. Die Mousse in Portionsgläser oder in eine größere Schüssel geben und kalt stellen.
Die Kiwis schälen und in Scheiben schneiden, mit dem Zucker und dem Likör marinieren.
Die marinierten Kiwischeiben mit etwas Saft und der Sonnenblumenkernmousse anrichten und evtl. mit gerösteten, leicht gehackten Sonnenblumenkernen bestreuen.

Sonntag, 26. September 2010

Der Rémy ist kein Cognac

Genuss ist eine Sinnesempfindung die ich mit Wohlbefinden gleichsetze. Die Bedeutung dieser Sinnesempfindung ist bei den Menschen allerdings sehr unterschiedlich. Ein Schnitzel, das die Größe eines Wagenrades hat, erzeugt bei dem Einen unermessliche Essensgelüste und dem Anderen wird bei einem derartigen Anblick eher Speiübel.
Ich mag ja eher die kleinen Portionen, lieber etwas weniger, dafür aber schmackhaft, vielleicht noch mit einem klitzekleinen Nachschlag. Denn satt werden sollte man schon.
Etwas anders wie beim Essen verhält es sich, wenn es ums Trinken geht. Nein, nein, da gibt es jetzt nichts miss zu verstehen.
Ich meine Durst, also wenn ich Durst habe und mir setzt jemand ein 0,1 l gefülltes Miniglas vor, fange ich beim Anblick schon an zu kollabieren wegen Austrocknungsgefahr. Im Durstzustand müssen die Trinkgefäße überproportional groß sein, ein halber Liter ist da gerade richtig.
Aber auch das Trinken kann man nicht über einen Kamm scheren. Ich genieße am Nachmittag gerne mal ein Tässchen Espresso mit einem Gläschen Wasser und einem Mandorla, oder aber auch mal ein Tässchen Kaffee mit einem Gläschen Sherry oder Cognac.
Die Genussgetränke kaufen wir immer beim Rémy, ja richtig, beim Rémy. Um genau zu sagen , heißt er für mich immer noch Herr Ernenwein, oder noch besser Monsieur Ernenwein, Direktimport aus Frankreich. Das Einzige was Monsieur Rémy Ernenwein mit Cognac verbindet, er verkauft ihn. Seine Handelsware besteht allerdings eher aus Weinen.


In unserer Gegend einer der besten Weinhändler und sein Name ist schon fast Programm. (Er möge mir diesen Satz verzeihen)
Er weiß was schmeckt und was die Sinne kitzelt. Er trifft mit seiner empfohlenen Auswahl meistens den Nagel auf dem Kopf.


Von Günstig bis zum edelsten aller Tröpfchen, darunter angesehene Schnäppchen, beherbergt das selten schöne Fachwerkhaus so einiges, was sich der Weinliebhaber erträumt.

Seine „Collage“, das ist das Magazin von Rémy´s Weinhaus für Genießer, ist eine interessante und informative Schrift die nicht jeder Weinhändler aufweisen kann.
Ich bekomme dieses Magazin automatisch, weil ich seit zwei Jahren in seinem Weinklub bin. Hatte ursprünglich null Ahnung vom Wein...trinken, habe mich förmlich heran getrunken wie man so schön auf Neudeutsch sagt.



Bin ja lange noch kein Kenner, aber ich übe und genieße und Monsieur ist die beste Unterstützung die ich mir wünschen kann.


Jetzt ist Federweißerzeit und Monsieur hat in der Pfalz an seine Kunden gedacht und eingekauft. Nun bin ich an der Reihe und mache mal schnell einen Flammkuchen...

Rezept: Flammkuchen


250 g Mehl
2 Esslöffel Öl
125 ml Wasser
Salz
200 g Schmand oder Creme fraiche
200 g Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln
200 g Schinkenwürfel, geräuchert
etwas Sahne
Pfeffer, Salz
Mehl, Öl, Wasser und Salz zu einem glatten Teig verkneten und auf einem Backblech dünn ausrollen. Sollte der Teig kleben etwas Mehl zusätzlich verwenden.

Schmand oder Creme fraiche in einer kleinen Schüssel mit der Sahne, Salz und Pfeffer vermischen und glatt rühren. Es sollte eine cremige, nicht zu dünne Masse sein. Auf den ausgerollten Teig streichen.
Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln in Ringe oder Stücke schneiden und auf die Schmandschicht geben. Anschließend noch die Schinkenwürfelchen verteilen.

Bei 180° C im vorgeheiztem Backofen ca. 30 Minuten backen.

Samstag, 25. September 2010

Sauerland, mein Herz schlägt für…

Der Schwager vom Gourmet-Büdchen lebt im Sauerland und sein Herz schlägt auch für das Sauerland, natürlich nicht nur für das Sauerland auch für… na wofür wohl??? Richtig, für die Schwester vom Gourmet-Büdchen, aber nicht nur für sie. Sein Herz schlägt auch für die Natur. Man kann bei ihm auch von einem Naturburschi reden. Er ist zu jeder Jahreszeit draußen, direkt in Feld und Wald. Er kennt sich aber auch aus. Das Sauerland ist ja jetzt nicht gerade das Fleckchen Erde in Deutschland mit den meisten Sonnenscheinstunden, aber es hat Wälder soweit das Auge reicht. Tja und wie es im Meer Meerestiere gibt, so gibt es in sauerländischen Wäldern Waldfrüchte und der Schwager hat ein Auge dafür, außerdem hat er eine Feinschmeckerzunge. Saisonale Speisen aus der Region, die dann auch noch lecker zubereitet, lässt das Sauerlandherz höher schlagen. Für ihn zu kochen macht Spaß, wobei er selbst gut kochen kann. Mit seiner Kochkunst konnte er schon so manches Kinderherz gewinnen, aber das ist ein anderes Thema und könnte sicher irgendwann mal zum Gourmet-Büdchen-Thema werden.
Sein Herz kann man mit Pilzgerichten gewinnen und ich glaube er hat auch ein Herz fürs Gourmet-Büdchen bzw. für Frau Gourmet-Büdchen. Er kennt die Kochleidenschaft von Frau GB und als er neulich mit Kind und Kegel (die Gattin verzeiht den Ausdruck ;-)) durch einen Teil des sauerländischen Waldes strich, sammelte er Pilze und zwar Steinpilze. Einen riesigen Haufen Steinpilze. Da schlug der Frau GB aber das Herz bis zur Schädeldecke. War das eine Freude, beim Zubereiten ging ihr das Herz auf.
Sie war zwar einen ganzen Tag mit putzen, trocknen und zubereiten von Pilzfond, Steinpilz-Ravioli und Steinpilzsoße beschäftigt, aber es hat sich gelohnt. Und als der Schwager getrocknete Pilze, Pilzfond und Ravioli bekam, strahlte er, ebenso wie wenn er von seinem Sauerland erzählt.
Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland…… lalala oder eben für Steinpilze…

Rezept: Steinpilzragout mit Rosmarinpüree und Schweinefilet im Speckmantel



300 g Steinpilze
1 Schalotte
1 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Öl
100 ml Weißwein trocken
250 ml Kalbsfond
1 Zweig Thymian
½ Knoblauchzehe
½ Teelöffel Speisestärke
2 Esslöffel eiskalte Butter
4 Frühlings-zwiebeln
2 Esslöffel Creme fraiche
8 Schweinefilet mit Speckmantel
Butterschmalz
4 mittelgroße Kartoffeln
1 Esslöffel Butter
1 Tasse lauwarme Milch
2 Zweige Rosmarin
½ Messerspitze Rosmarin gemahlen
Salz und Pfeffer

Steinpilzragout:
Die Schalotte und den Knoblauch schälen und beides je in Würfel schneiden. Die Steinpilze putzen und auch in Würfel schneiden. Butter und Öl erhitzen, die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Die Steinpilze dazu geben und ebenfalls kurz dünsten. Mit dem Wein und dem Kalbsfond ablöschen. Den Thymianzweig zugeben und mit köcheln lassen. Alles etwas einkochen lassen und mit der Speisestärke andicken. Anschließend die eiskalte Butter unterschlagen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und mit dem Creme fraiche unter die Pilze mischen.

Rosmarinkartoffelpüree
Kartoffeln schälen in Stücke schneiden und mit den Rosmarinzweigen gar kochen.
Die Rosmarinzweige entfernen und die Kartoffeln stampfen. Die Butter und die warme Milch unterrühren bis die Konsistenz cremig, geschmeidig ist. Das Püree mit Salz und Rosmarinpulver würzen.

Das Schweinefilet im Butterschmalz von beiden Seiten braten.

Das Püree mit dem Steinpilzragout und den Schweinemedaillon anrichten.

Samstag, 11. September 2010

Blaue Zähne

Wer kennt es nicht, zu bestimmten Speisen fallen einem bestimmte Geschichten ein. Pflaumenmus verbinde ich mit dem tapferen Schneiderlein. Nur das süße Mus verhalf ihm zu Ruhm und Ehre. Es waren eben die 7 Fliegen die er dank des klebrigen Brotaufstrichs mit einem Streich erlegte.
Denk ich an Blaubeeren fällt mir automatisch die Geschichte vom dicken fetten Pfannkuchen ein. Die schönste Stelle war für mich immer wenn er kanntapper, kanntapper weiter lief und so gibt es noch einige Geschichten.



Pfannkuchen und Blaubeeren gehören für mich zusammen wie Pfeffer und Salz oder Essig und Öl. Nur was ich bis heute nicht verstanden habe, warum werden die Zähne so extrem Blau von den Blaubeeren? Warum werden Zähne von Erdbeeren nicht rot oder von schwarzen Johannisbeeren nicht schwarz, warum färben diese Blaubeeren nur so sehr und keine andere Beere?
Jetzt stellt sich aber noch eine Frage ein, macht Blaubeereis auch blaue Zähne?



Rezept: Blaubeereis
300 ml Blaubeermus (ca. 400g Blaubeeren)
100 ml Sahne
100 ml Joghurt
100 g Wiesenblütenhonig

Blaubeeren säubern, mit dem Pürierstab pürieren und durch ein Sieb zu einem feinen Mus streichen.
Sahne mit Joghurt, Honig und Blaubeermus verrühren und in die Eismaschine geben.



Ca. 40 Minuten gefrieren lassen, evtl. im Gefrierfach nach gefrieren.
Mit einem Sahnehäubchen besprenkelt mit Blaubeerlikör und garniert mit einigen Blaubeeren servieren.

Freitag, 10. September 2010

Aus der Fülle mache ich eine Hülle

Seit Tagen streife ich durch mein Bücherregal mit den Kochbüchern, auf der Suche nach dem ultimativen Rezept, passend zum Blog-Kochevent bei Kochtopf today. Total spannend was die Leute alles so verpacken, doch vor lauter Bäumen und Wald und so…...
Alles was mir so in den Sinn gekommen ist war nie so das Richtige. Wenn ich auch mit einem Kalbsschnitzel in der Panade den Gatten begeistern kann, so wäre es mir für dieses Kochevent dann doch etwas, na sagen wir mal, einfach gewesen. Von der Fülle der Rezepte förmlich erschlagen, habe ich mich dann mal mehr auf die Hülle konzentriert.
Da kam mir ja so einiges unter, Wan tan, Blätterteigtaschen, gefüllte Klöße, ausgehöhlte gefüllte Gemüse, Fleischrollen mit Fülle, Ravioli, Maultaschen und was weiß ich nicht noch alles. Lesen macht hungrig und da ich noch einige Crevetten auf Lager hatte, waren die fällig.


Habe dann einfach mal die Füllung von neulich, von den gefüllten Zucchiniblüten, als Grundlage für meine Hülle genommen und etwas abgewandelt. Mit diesem Teig durften sich dann die Crevetten einhüllen und in heißem Fett baden bis sie goldbraun waren. Hmmm, einfach lecker, diese kleinen Dinger zum Salat, köstlich. Wobei in diesem Fall haben sie es bis zum Salat leider nicht mehr geschafft…



Blog-Event LX - In Hülle und Fülle (Einsendeschluss 15. September 2010)

Rezept: Crevetten in der Hülle
12 Crevetten
125 g Schichtkäse
2 Esslöffel Mehl
1 Ei
1 Eigelb
1 Eiweiß
Salz und Pfeffer
1 Bund glatte Petersilie
ggf. etwas Sahne

Schichtkäse mit dem Eigelb und dem ganzen Ei verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Petersilie fein hacken und in die Schichtkäsemasse geben. Das Mehl unterrühren. Sollte die Masse zu dicklich sein mit etwas Sahne verdünnen. Den Teig ca. 30 Minuten quellen lassen. Das Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben. Die Crevetten putzen, durch den Teig ziehen und in heißem Fett ausbacken. Die Crevetten müssen vom Teig sehr gut ummantelt sein, sonst noch etwas Teig während des Bratens auf die Crevetten geben.
Auf einem Bogen Küchenpapier abtropfen lassen.