Montag, 28. Februar 2011

Europäische Küche probieren...

Da hat mich mein Schatz ja neulich schön aufs Glatteis führen wollen, er lädt uns Besuch ein und ich muss kochen. Das alleine ist ja jetzt nicht wirklich das Problem, aber der Besuch kam aus China und der Gatte meinte auf meine Frage, was der Herr denn essen möchte, darf oder gar will, einfach nur hmmm und es kam erst mal ein Achselzucken. Als nächstes, wie wäre es, Du machst was Asiatisches, das was du für uns gelegentlich mal machst mit den Garnelen, ist doch so lecker. Okay, das was ich für uns mache ist wirklich asiatisch, eine Küche die es eigentlich nicht gibt! Bisschen hiervon, etwas davon, ein Klacks von dem und das könnte auch noch passen. Also kein echtes Rezept, einfach lecker Büdchenküche. Klar habe ich schon einen Kochkurs der thailändischen und indonesischen Küche gemacht, aber auch das ist ja eigentlich nur eine Richtung von zig Verschiedenen, zumal Asien verdammt groß ist und Thailand, wie auch Indonesien nur Bruchteile von dem Kontinent sind und mit Chinas Küche wenig, bis nichts zu tun haben. Das wäre genauso, man wollte europäisch kochen oder etwas deutsches. Ich muss auch immer etwas schmunzeln, wenn mir jemand erzählt, wir waren asiatisch essen. Ich esse jeden Tag deutsch! Mal wie im Süden, mal wie im Norden, Westen und Osten, ganz wie es beliebt. Tja, und manchmal gibt’s auch etwas, das im ganzen Land bekannt ist, etwas Überregionales. Es gibt zwar typisch deutsches, aber DIE Deutsche Küche ist mir unbekannt.
Etwas Überregionales hat es auch für unseren chinesischen Gast gegeben, denn mein Schatz war so clever und hat den Herrn einfach mal gefragt was er denn essen möchte. Die Antwort lautete, etwas deutsches, ups. War ich froh, dass er nicht die europäische Küche probieren wollte...

Als Hauptgang gibt es Rouladen in Rotweinsoße:

6 Rinder-Rouladen
4 Zwiebeln
4 Gewürzgurken
4- 6 Teelöffel Senf
18 Scheiben Frühstücksspeck
Salz, Pfeffer
1 Stange Lauch
3 Möhren
¼ Sellerieknolle
2 x 1 Esslöffel Butterschmalz
1 Esslöffel Tomatenmus (selbstgemacht)
500 ml kräftiger Rotwein
500 ml Rinderbrühe
1 Zweig Thymian
2 Lorbeerblätter
4 Pimentkörner
Ggf. etwas Speisestärke später zum binden, noch besser soll Pfeilwurzmehl sein, aber ich habe es noch immer nicht bekommen, deshalb kann ich noch nichts genaues dazu sagen.


Die Rouladen ausbreiten und mit Senf bestreichen. Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Die Gurken ebenfalls in feine Streifen schneiden. Den Speck auf den Rouladen ausbreiten und die Zwiebel- und Gurkenstreifen darauf verteilen.


Die Rouladen aufrollen, zusammenbinden und mit Salz/Pfeffer würzen.

Lauch, Möhren und Sellerie in Würfel schneiden.
1 Esslöffel Butterschmalz im Bräter erhitzen und die Rouladen rundherum kräftig anbraten. Aus dem Topf herausheben und zur Seite stellen.


Den zweiten Löffel Butterschmalz nun ebenfalls erhitzen und die Gemüsewürfel darin anschmoren. Die Hälfte des Rotweines angießen und herunter schmoren. Das Tomatenmus ebenfalls in den Topf geben und auch etwas anschmoren lassen.

Den Rest des Rotweines und die Brühe angießen. Die Rouladen in das Rotwein-Gemüse-Gemisch setzen und ca. 2 ½ bis 3 Stunden garen.
Die Soße evtl. binden.


Sonntag, 27. Februar 2011

Schöner kochen, fast war ich sprachlos... Teil 1

schöner kochen – warme Küche
Nicht nur lecker, sondern auch perfekt fürs Auge – Foodstylist und Meisterkoch Rafael Pranschke präsentiert die Tricks und Kniffe fürs perfekte Finish auf dem Teller

schöner kochen ist weit mehr als einfach ein Kochbuch und kann Ihre Kochkünste ein Stück weit revolutionieren. Erfahren Sie, wie Sie selbst kleine Wunderwerke auf den Tisch bringen – nicht nur lecker, sondern auch sensationell anzusehen.

Rafael Pranschke, bekannter Foodstylist und Meisterkoch, lüftet in diesem Kochbuch Geheimnisse des perfekten Finishs. Am Beispiel herausragender Rezepte verrät er, wie man z. B. mit einer dreifarbigen Suppe ein Menü eröffnet, ein Sandwich zum Kunstwerk erhebt oder mit einer Parmesankruste ein Rinderfilet veredelt. Aber auch grundlegende Dinge vom Drapieren und Stapeln bis hin zu überraschenden Kreationen aus Kartoffeln oder Gemüse sind in Stepby-Step-Fotos nachvollziehbar erklärt.
Und wenn Rezepte sonst mit „bitte heiß servieren“ enden, zeigt schöner kochen auch, wie Sie Ihre heißen Kreationen perfekt auf dem Teller oder im Glas anrichten oder auch einmal im Papier servieren.
Viele der neu erlernten Fähigkeiten können Sie bei Ihren angestammten Rezepten nutzen. Und je mehr Kochbücher Sie schon haben, desto mehr werden Sie schöner kochen nutzen und lieben.

Im zweiten Band schöner kochen – kalte Küche geht es mit tollen Tricks, Rezepten und genialen Dekorationen zu Salaten, Amuse-Gueules, Gelees und anderen kalten Leckereien weiter.

„Es gibt viele Kochbücher, mit denen man lecker kochen kann. Und jetzt gibt es noch zwei Kochbücher, mit denen das Ergebnis auch perfekt aussieht!“ Rafael Pranschke, Autor

Bibliografische Daten
ISBN 978-3-938100-59-2
24,95 EUR (D), 39,90 CHF, 25,70 EUR (A)
192 Seiten, Großformat 24,5 x 24,5 cm,
ca. 150 ganzseitige Fotos, gebunden, mit SU
Auslieferung ab 24. September 2010

Text Doreen Köstler
Fotografie Hubertus Schüler

Ich halte hier in meinen Händen eines der schönsten Kochbücher das ich in letzter Zeit als Neuerscheinungen gesehen habe. Um genau zu sagen, sind es eigentlich zwei, zum zweiten Buch komme ich im fast sprachlosen Teil 2.
Ich bin froh beide in mein Regal stellen zu dürfen, denn ich könnte mich beim besten Willen nicht für eins entscheiden.
Mit jeder Seite die ich umblättere, erlebe ich wie mir leise ein ahhhh, ohhhh, bohhhh entweicht. Jeder der schöne, ansehnliche Kochbücher bzw. Dinge mag, kennt das Gefühl sicherlich, wie die Freude über so ein wunderschönes, na ich sage mal „Kunstwerk“, das Herzchen springen lässt.
Ein Augenschmaus den man am liebsten sofort in einen Gaumenkitzel umwandeln möchte. Die Rezepte sind gut nachzuvollziehen und entsprechend umzusetzen. Liegt es an der Schritt für Schritt Erklärung, oder durch die präzisen Bilder die die Erklärungen unterstützen, ich denke es liegt an beidem. Mein Eindruck, da hat jemand mit größtem Talent Erklärung und Bilder in Einklang gebracht. Die perfekte Anleitung sich zum Aufschneider-Hobbykoch zu entwickeln, wobei ich das jetzt wirklich nur positiv meine.
Suppen, Soßen, Beilagen, Fisch & Fleisch und Desserts, alles bestens vorzubereiten für den großen Auftritt wenn der Gast eintrifft. Vieles den großen Köchen abgeschaut und für den kleinen Hobbykoch vereinfacht.
Aus dem Buch „schöner Kochen“ für die warme Küche habe ich folgendes nachgebastelt:

Shooter von grünem Spargel mit Vanilleschaum:




Kabeljau (ich habe Skrei bekommen) auf Wirsing mit bunten Kroketten:



Marzipanbällchen auf Gewürzorangen:
(Bei dieser Zusammenstellung habe ich auf zwei verschiedene Rezepte im Buch zurückgegriffen.)




Fazit:
Hätte ich nur ein Brett als Bücherregal für meine Kochbuchsammlung zur Verfügung und da wäre kein Platz mehr für dieses neue Exemplar, so würde ich es mir auch gerne unters Kopfkissen legen, abgeben werde ich es nicht mehr...

Freitag, 25. Februar 2011

Ein einsamer alter Apfel und sein letzter Auftritt…

Seit Monaten (flüster: oder doch eher seit Jahren) will Herr GB unseren Schrank im Arbeitszimmer aufräumen, also zumindest einen Teil, unseren gemeinsamen Teil. Dieses Teilstück haben wir in Zone „Unten“ für ihn und Zone „Oben“ für mich eingeteilt. Nur irgendwie wächst seine Zone „Unten“ nach oben und Zone Oben wird immer kleiner und es wird immer enger. Es könnte allerdings auch daran liegen, dass mein Krempel immer mehr wird und es deshalb enger wird.
Ist ja auch eigentlich vollkommen wurscht, aber genau heute ist der Tag gekommen und mein Schatz setzt sein Vorhaben in die Tat um. In solchen Fällen bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen und fühle mich genötigt, auch etwas zu machen.
Ja klar, machen mach ich ja immer irgendwas, ich kann nicht einfach Löcher in die Luft starren.
Also was liegt bei mir in selbstbespassungs Fällen näher, als mal die Vorräte zu inspizieren und evtl. mal auszusortieren, was umgehend in den Topf (Kropf) muss. Bei meiner Aufräumaktion vielen mir 4 Platten Blätterteig in die Hände, haltbar noch 2 Wochen. Kurzfristiger Beschluss, das werden die nicht überleben!
Im Küchenschrank habe ich noch ein angefangenes Packet Rohmarzipan gefunden. Obwohl ich das restliche Marzipan wieder sehr gut verpackt habe, muss es trotzdem weg. Noch ist es geschmeidig, doch das kann sich schnell ändern. Ändern in dem es hart wird, oder von Herrn GB gefunden wird.
Zum Schluss habe ich noch den Kühlschrank überprüft und was finde ich da!? Einen Apfel, einen Boskoop! Mensch ich schäme mich ja fast, wie konnte ich den denn nur übersehen? Der muss locker schon 3 Wochen im Obstfach wohnen, oder evtl. noch länger???
Der Apfel war noch richtig knackig. Liegt es jetzt an der Sorte, oder womöglich womit er behandelt wurde, obwohl er ja eigentlich Bio ist? Oder doch tatsächlich an diese neumodischen Kühlmonster, die Alleskönner, diese technischen Überflieger die selbst Möhren knackig halten, obwohl die schon 4 Wochen alt sind? Tja und dass sie nach so einer Zeit keine Vitamine mehr haben ist ja eh egal, Hauptsache knackig.
Na, auf jedem Fall hatte ich jetzt aufgeräumt und in meinem Kopf stellte ich gerade Blätterteigteilchen mit Marzipan, überlagerter vitaminlosem Boskoop und Vanilleeis zusammen. Welch ein Auftritt für einen einsamen alten Apfel, auch wenn es sein letzter war…

Blätterteigapfeltaschen wer möchte mit Vanilleeis

4 Scheiben Blätterteig (gefroren)
Etwas Zitronensaft
1 Ei
2 Esslöffel Sahne
80 g Rohmarzipan
1 Boskoop-Apfel
4 Teelöffel Zimtzuckermischung

(eigentlich wollte ich dieses Bild nicht einstellen weil es so unschaft ist, aber ich denke das ist der Beweis ich muss mir eine neue Kamera wünschen, sollte ich unbedingt Herrn GB zeigen)

Die Blätterteigscheiben auftauen. Den Apfel schälen, vierteln, entkernen und mit dem Zitronensaft beträufeln. Aus dem Marzipan 4 Kugeln formen und die in die Aushöhlung des Apfels drücken.
Das Ei mit der Sahne verschlagen.


Die Teigblätter mit dem Eigemisch bestreichen, mit dem Zimtzuckergemisch betreuen und die Apfelstücke mit dem Marzipan (Marzipan nach unten) auf die Blätterteigplatten legen.


Die vier Ecken zu einem Päckchen hochklappen und gut verschließen. Damit der Teig besser zusammenklebt ggf. nochmals mit etwas Eiersahne einpinseln.


Die Blätterteigteilchen im vorgeheizten Backofen bei 200 °C ca. 20 Minuten goldbraun backen. Der Apfel wird herrlich weich und warm und verbindet sich mit dem Geschmack vom Marzipan und der Zimtzuckermischung.


Die Apfelteilchen schmecken super noch warm mit Vanilleeis.


Mittwoch, 23. Februar 2011

Der Zwiebelrostbraten war so klasse, den gibt es im Büdchen jetzt öfter…

Herr GB hat sich Zwiebelrostbraten gewünscht, musste ja mal wieder so kommen.
Mit dem Zwiebelrostbraten stand ich immer auf Kriegsfuß! Ich schreibe extra stand und nicht stehe, weil die gegenseitige Antipartie zwischen dem Braten und mir endlich ad acta gelegt ist. Mein Zwiebelrostbraten war bisher immer genau der Beweis dafür, dass das Fleisch noch so klasse sein kann und der Fleischer noch so vertrauensvoll, wenn man (in diesem Fall ich frau) keine Ahnung hat, hilft das Alles nichts.
Der Gatte mag sein Fleisch genauso gerne zart rosa wie ich es auch mag, doch bisher wurde der Zwiebelrostbraten immer schön braun, dann war er allerdings auch gleichzeitig eine Schuhsole, oder aber die Fleischscheiben waren zart braun und innen mehr als rosa und obendrein lief der ganze Teller mit rötlichem Bratensaft voll, ein Mittelding wäre wirklich super gewesen.
Dann war ich neulich in einem Buchladen und ganz rein zufällig bin ich noch in der Kochbuchabteilung hängen geblieben. Ich liebe Buchläden! Ich würde ja mal gerne ein Wochenende in einer Buchhandlung verbringen, ich denke das ist eine Marktlücke, könnte man doch mal als Wellnesswochenende anbieten. Ich hätte auch schon Ideen für ein Programm.
Jetzt bleibe ich aber erst mal hier bei meinem letzten Besuch in der Buchhandlung, wo ich ein Buch von Otto Koch und Vincent Klink ergatterte.
Vincent Klink hat in diesem Buch ein Rezept vom Zwiebelrostbraten veröffentlicht. In meinen Augen ist der Vincent der Inbegriff für gute Fleischgerichte, also habe ich den Braten genauso gebastelt wie er es auch macht. Der Zwiebelrostbraten war so klasse, den gibt es im Büdchen jetzt öfter…


Zwiebelrostbraten mit Kartoffelpüree für 2 Personen:
500 g mehlige Kartoffeln
Salz
2 Zwiebeln
Pfeffer
Paprikapulver
Etwas Mehl
Öl
400 g Rostbraten (Rindersteaks aus der Lende)
150 ml Kalbsfond
150 ml Rotwein (ich habe kräftigen genommen)
100 ml Milch
1 Esslöffel Butter
Muskatnuss frisch gemahlen.


Kartoffeln schälen, in gleiche Stücke schneiden und in Salzwasser garen.
Zwiebeln schälen, in dünne Scheiben schneiden. Zwiebelscheiben mit Salz, Pfeffer, Paprika würzen und mit Mehl bestäuben.
Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin braun ausbacken. Herausnehmen und auf Küchenrolle zum abfetten legen.
Fleischscheiben evtl. säubern und im heißen Bratfett von beiden Seiten kräftig braten. Mit Salz und Pfeffer würzen, einige Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Fleisch aus der Pfanne nehmen und in den warmen Backofen stellen. (Bei ca. 80°C)
Bratensatz mit Fond und Rotwein ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen. Evtl. mit eiskalter Butter (2 Esslöffel) aufschlagen. Das sollte man aber anhand der Konsistenz der Sauce entscheiden.
Die Kartoffeln abgießen und noch heiß durch eine Presse drücken. Milch erwärmen und unter die Kartoffeln rühren. Den Esslöffel Butter unterziehen und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.


Das Fleisch mit den Zwiebeln, der Sauce und den Kartoffeln anrichten.



Montag, 21. Februar 2011

Frucht des Winters, Vitamin C ohne Ende…

Die Grippeschutzimpfung im letzten Herbst hab ich total verpasst, wobei diese Impfung ja auch nicht vor Erkältung schützt und erkältet waren in meinem Umfeld so Einige. Da gab es kaum noch jemanden der nicht gehustet oder herum geschnupft hat. Im Büdchen war von alledem nichts zu vermelden. Puppenlustig und quietschfidel geht’s hier im Büdchen zu. Aber ich habe da auch so meine Vermutung, das liegt bestimmt am vielen Vitamin C. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Aussage medizinisch nicht von unserer Seite belegbar ist.
Wie ich auf die Idee komme, dass wir hier alle so gesund und vergnügt sind liege am Vitamin C? Also:
Wir nehmen dieses Zeugs ständig zu uns, mal in Zitronen, mal im Gemüse und natürlich in Orangen. Die Säure macht lustig und das Vitamin hält gesund, so einfach ist das.
Orangen so ganz normal als Obst essen finde ich einfach nur langweilig und außerdem Gemansche pur. Das ist nix für mich. Eine Birne, einen Apfel oder eine Kiwi kann man auch mal gut mit ins Büro nehmen, aber Orangen???
Nee, lieber nicht, also gibt’s die nur im Büdchen, Punkt, Aus, Ende.
Wir kaufen die immer Kistenweise und deshalb war ich für das Kochevent zu dem Sus vom Gärtnerblog aufgerufen hat, bestens gerüstet.
Alles was ich brauchte war im Hause. Ja und dann hab ich es wieder getan, ich habe den Kochlöffel geschwungen. Ach hat das wieder Spaß gemacht.
Sag ich doch, puppenlustig und quietschfidel, sicher wegen Vitamin C ohne Ende…

Garten-Koch-Event Februar 2011: Orangen [28.02.2011]

Ich habe mal wieder etwas fürs Dessert gemacht, eine Orangentrilogie
Orangen-Dattel-Süppchen mit Vanille, Orangenmousse mit Orangenlikör und Orangenparfait mit Tonkabohne

Geeistes Orangen-Dattel-Süppchen mit Vanille:


4 Orangen
5Datteln fein gehackt
250 ml Weißwein
250 ml Orangensaft frisch gepresst
60 g Zucker
2 cm Zimtrinde
Mark einer Vanilleschote
3 Blatt Gelatine
Etwas Zitronensaft


Zwei Orangen filetieren. Die Filets zur Seite stellen und den Saft auffangen. Die restlichen zwei Orangen auspressen.
Den Wein mit dem Orangensaft, den fein gehackten Datteln, der Zimtrinde, dem Zitronensaft und dem Zucker aufkochen. Die Gelatine in etwas Wasser quellen lassen, ausdrücken und zu dem Wein-Orangensaft-Gemisch geben. Gute 30 Minuten ziehen lassen. Den Zimt entfernen und nun das Mark der Vanilleschote zufügen. Unterrühren und die Orangenfilets in das Süppchen legen. Im Das Süppchen im Kühlschrank gut durchkühlen lassen. In kleinen Gläsern anrichten und je nach Festigkeit etwas Sekt angießen.



Orangenmousse mit Orangenlikör auf Biskuitboden:
Für den Boden:
1 Ei
1 Esslöffel Zucker
40 g Mehl
1 Prise Salz
40 g Orangenmarmelade
Das Ei mit dem Zucker und eine Prise Salz zu einer luftigen Creme schlagen. Das Mehl sieben und vorsichtig unter die Eiercreme heben.
Die Masse auf ein Backblech, das mit Backpapier ausgelegt ist, streichen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober-Unterhitze knappe 10 Minuten backen. Bitte auf die Bräunung achten, er soll goldgelb sein. Auf einem Tuch stützen und etwas auskühlen lassen. Mit einem Dessertring, oder Glas passende Kreise zu den Portionsformen ausstechen. Die kleinen Gebäckplatten mit der Orangenmarmelade bestreichen und zur Seite stellen.



Für die Creme:
2 Eigelbe
2 Esslöffel Zucker
1 Orange unbehandelt
2 Esslöffel Orangenlikör
Etwas abgeriebene Orangenschale
100 ml Sahne
100 ml Schmand
1 Eiweiß
1 Prise Salz
4 Blätter Gelatine

Die Eigelbe mit dem Zucker auf einem Wasserbad schaumig schlagen. Anschließend auf Eiswasser wieder kalt schlagen. Die Orange auspressen, die Schale abreiben. Die Gelatineblätter in Wasser einweichen und quellen lassen. Sahne schlagen. Eiweiß mit einer Prise Salz ebenfalls aufschlagen. Den Schmand mit dem Orangensaft und der Orangenschale glattrühren und unter die Eiercreme mischen. Den Orangenlikör erwärmen und die Gelatine darin auflösen. Ebenfalls in die Creme geben. Geschlagene Sahne und den Eischnee unter die Creme heben.



Nun die Creme in Portionsformen füllen und einige Stunden im Kühlschrank erstarren lassen.
Kurz vor dem Servieren die Creme mit einem Messer vorsichtig aus die Formen lösen und jeweils auf ein mit Marmelade eingestrichenes Gebäckteil stürzen.



Orangenparfait mit Tonkabohne:


2 Eigelbe
50 g Akazienhonig
25 ml Milch
1 Teelöffel Tonkabohnenabrieb
200 ml Sahne
2 Eiweiß
1 Prise Salz
1 Esslöffel Zucker
1 Esslöffel Orangenlikör
Abrieb einer unbehandelten Orange


Eigelbe mit dem Honig und der Milch im warmen Wasserbad zu einer dicklichen Masse aufschlagen. Anschließend in Eiswasser wieder kalt schlagen. Tonkabohnenabrieb, Abrieb der unbehandelten Orange und den Likör dazugeben. Sahne schlagen und unterheben. Das Eiweiß mit Salz und Zucker zu Schnee schlagen und ebenfalls unter die Masse ziehen.
Die Parfaitmasse in Portionsformen geben und im Gefrierschrank 4-5 Stunden gefrieren lassen.

Samstag, 19. Februar 2011

Kunst und Küche... Küche und Kunst... Künstlerisch Kochen?

Suppe, Löffel, Hunger
Im Folio Verlag ist das Kochbuch “Suppe, Löffel, Hunger” mit 95 Rezepten von Norbert Fleischmann und 95 x orchestriert von Ingeborg Strobl erschienen. Mit einem Text von Wojciech Czaja. Gebunden, ca. 224 S., 23,5 x 16,5 cm, zahlreiche Farbabbildungen.

Ein Kochbuch, das Kulinarik und Kunst zum perfekten Genuss vereint.
Aus Vorhandenem Neues kreieren – für den Künstler und passionierten Koch Norbert Fleischmann gibt es Parallelen zwischen Kunst und Küche. Seit vielen Jahren probiert er Gerichte aus, entwickelt neue. Seine meist einfachen Rezepte kombiniert er mit raffinierten Zutaten, etwa Thunfisch auf Weißkraut mit Ingwer. Schon als Kind hielt sich Fleischmann am liebsten in der Küche auf: Sowohl die aus Tschechien stammende Wiener Oma als auch die Südtiroler Großmutter waren hervorragende Köchinnen – und diesen Einfluss spüren wir in seinen Gerichten.
Die Gestaltung stammt von der Künstlerin Ingeborg Strobl. Für jedes Kapitel verwendet sie eine andere Darstellungsart: Fotografien von Suppentellern und Löffeln, Ostereierpapiere, Nahaufnahmen von Gemüse, Illustrationen aus alten Benimmbüchern.

Norbert Fleischmann der Kochkünstler
1951 in Wien geboren, lebt in Eisengraberamt/ Waldviertel, arbeitet als bildender Künstler. Studium an der Hochschule für angewandte Kunst und der Akademie der bildenden Künste, Wien. Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen.

Ingeborg Strobl
Geb. 1949 in Schladming, lebt in Wien. Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien, sowie am Royal College of Art, London. Künstlerische Schwerpunkte: Multimedia- Installationen, Videos, Kunst im öffentlichen Raum, Künstlerbücher. Diverse Würdigungen (Stadt Wien, Land Steiermark u. a.).

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich im Internet auf dieser Seite
Dort lass ich, dass der bildende Künstler Norbert Fleischmann mit seiner Kollegin Ingeborg Strobl in ihrem neuen Kochbuch auf übliche Abbildungen, von hübsch garnierten Gerichten, verzichten können und stattdessen ihr Buch mit künstlerischen Fotografien, Illustrationen etc. ausstatteten. Ebenfalls sollen köstliche Überraschungen, neu kreierte Gerichte in diesem Buch auf mich warten.
Meine Erwartung ein Buch mit ausgefallenen Kochanleitungen zu bekommen, das Küche und “die“ Kunst vereint, erfüllte sich.
Das Buchformat ist handlich und sehr praktisch, die äußerliche Erscheinung flott und modern, allerdings erst auf dem zweiten Blick interessant. So ist Kunst nun mal!
Liegt es nun an Frau Strobl, die für die Illustration in diesem Buch Verantwortung zeigt, oder liegt es an den Rezepten von Herrn Fleischmann, der durch Ergänzung von Trüffel und Co. nah im Trend liegt, oder gar an mir die sich von dem Wort „orchestriert“ hat beeinflussen lassen. Das werde ich wohl nicht aufklären können.
Herr Fleischmann beweist, er experimentiert gerne in seiner Küche. Mozzarella mit Avocado zu kombinieren ist ein willkommener Versuch aus der Tomaten-Käse-Rubrik auszubrechen. Das bringt das Buch in eine flottere Richtung, die Bilder im Werk bremsen zwar etwas den modernen Trend wieder aus, aber ich denke es ist so gewollt und hat mir den einen oder anderen Schmunzler abgerungen.

Da ich mir gerne ein Bild von der Umsetzung der Rezepte machen wollte, habe ich Ingwer-Curry-Suppe, Zander mit gebackenen Zucchini und Kapernbutter und als Abschluss Orangencreme nachgekocht. Diese Dreierfolge hat uns sehr gut geschmeckt und ist durchaus wiederholungsbedürftig.
Hat man erstmal die Rezepte aufmerksam gelesen ist die Umsetzung relativ einfach. Mengenangaben lassen Spielraum. Sie auf den Appetit der Esser umzugestalten, ist durchaus gegeben. Allerdings empfehle ich mehrfach abzuschmecken!

Der Preis mit 24,90 € ist etwas hoch gegriffen, es sei denn, man betrachtet diese Publikation reineweg als Kunstobjekt.

Fazit:
Ein hübsches Buch für die eine oder andere Anregungen mit netten Illustrationen, die meinen Geschmack teilweise getroffen haben. Vielen Dank für ein Kochbuch das anders ist.

Ingwer-Curry-Suppe mit Riesengarnelen.


Ein scharfes Süppchen das ganz schön einheizt und den Köper gut ins schwitzen bringt. Sehr lecker trotz der Schärfe.



Zander mit gebackenen Zucchini und Kapernbutter.



Sicher nichts für einen Diätplan, da die Zucchinischeiben frittiert werden und der Zander in Butter gebraten wird, die anschließend für die Kapern noch herhalten muss.


Aber auch hier passt die Zusammenstellung sehr gut.



Der krönende Abschluss stellte die Orangencreme dar.


So heiß wie es anfing, so erfrischend war das Ende dieses kleinen 3 Gang-Menüs. Das einzige, das etwas aufwändiger in diesem Rezept war, dass Orangenschale karamellisiert wurde, aber selbst das ging relativ fix.