Seit Monaten (flüster: oder doch eher seit Jahren) will Herr GB unseren Schrank im Arbeitszimmer aufräumen, also zumindest einen Teil, unseren gemeinsamen Teil. Dieses Teilstück haben wir in Zone „Unten“ für ihn und Zone „Oben“ für mich eingeteilt. Nur irgendwie wächst seine Zone „Unten“ nach oben und Zone Oben wird immer kleiner und es wird immer enger. Es könnte allerdings auch daran liegen, dass mein Krempel immer mehr wird und es deshalb enger wird.
Ist ja auch eigentlich vollkommen wurscht, aber genau heute ist der Tag gekommen und mein Schatz setzt sein Vorhaben in die Tat um. In solchen Fällen bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen und fühle mich genötigt, auch etwas zu machen.
Ja klar, machen mach ich ja immer irgendwas, ich kann nicht einfach Löcher in die Luft starren.
Also was liegt bei mir in selbstbespassungs Fällen näher, als mal die Vorräte zu inspizieren und evtl. mal auszusortieren, was umgehend in den Topf (Kropf) muss. Bei meiner Aufräumaktion vielen mir 4 Platten Blätterteig in die Hände, haltbar noch 2 Wochen. Kurzfristiger Beschluss, das werden die nicht überleben!
Im Küchenschrank habe ich noch ein angefangenes Packet Rohmarzipan gefunden. Obwohl ich das restliche Marzipan wieder sehr gut verpackt habe, muss es trotzdem weg. Noch ist es geschmeidig, doch das kann sich schnell ändern. Ändern in dem es hart wird, oder von Herrn GB gefunden wird.
Zum Schluss habe ich noch den Kühlschrank überprüft und was finde ich da!? Einen Apfel, einen Boskoop! Mensch ich schäme mich ja fast, wie konnte ich den denn nur übersehen? Der muss locker schon 3 Wochen im Obstfach wohnen, oder evtl. noch länger???
Der Apfel war noch richtig knackig. Liegt es jetzt an der Sorte, oder womöglich womit er behandelt wurde, obwohl er ja eigentlich Bio ist? Oder doch tatsächlich an diese neumodischen Kühlmonster, die Alleskönner, diese technischen Überflieger die selbst Möhren knackig halten, obwohl die schon 4 Wochen alt sind? Tja und dass sie nach so einer Zeit keine Vitamine mehr haben ist ja eh egal, Hauptsache knackig.
Na, auf jedem Fall hatte ich jetzt aufgeräumt und in meinem Kopf stellte ich gerade Blätterteigteilchen mit Marzipan, überlagerter vitaminlosem Boskoop und Vanilleeis zusammen. Welch ein Auftritt für einen einsamen alten Apfel, auch wenn es sein letzter war…
Blätterteigapfeltaschen wer möchte mit Vanilleeis
4 Scheiben Blätterteig (gefroren)
Etwas Zitronensaft
1 Ei
2 Esslöffel Sahne
80 g Rohmarzipan
1 Boskoop-Apfel
4 Teelöffel Zimtzuckermischung
(eigentlich wollte ich dieses Bild nicht einstellen weil es so unschaft ist, aber ich denke das ist der Beweis ich muss mir eine neue Kamera wünschen, sollte ich unbedingt Herrn GB zeigen)
Die Blätterteigscheiben auftauen. Den Apfel schälen, vierteln, entkernen und mit dem Zitronensaft beträufeln. Aus dem Marzipan 4 Kugeln formen und die in die Aushöhlung des Apfels drücken.
Das Ei mit der Sahne verschlagen.

Die Teigblätter mit dem Eigemisch bestreichen, mit dem Zimtzuckergemisch betreuen und die Apfelstücke mit dem Marzipan (Marzipan nach unten) auf die Blätterteigplatten legen.

Die vier Ecken zu einem Päckchen hochklappen und gut verschließen. Damit der Teig besser zusammenklebt ggf. nochmals mit etwas Eiersahne einpinseln.

Die Blätterteigteilchen im vorgeheizten Backofen bei 200 °C ca. 20 Minuten goldbraun backen. Der Apfel wird herrlich weich und warm und verbindet sich mit dem Geschmack vom Marzipan und der Zimtzuckermischung.

Die Apfelteilchen schmecken super noch warm mit Vanilleeis.