Freitag, 29. April 2011

Tomaten–Mozzarella ohne Tomaten...

Es gibt Klassiker da kommt man normal nicht dran vorbei. So ist es auch mit dem Mozzarella. Fragt man mal in seinem Freundeskreis –wozu isst Du Mozzarella? Na, welche Antworten kommen da?
Meine Freunde essen ihn überwiegend in Verbindung mit Tomaten. Mal auf der Pizza, mal mit Tomaten und Basilikum, auch in einem Nudelsalat wird er gerne gemischt, aber wer kennt ihn in schlichter Kombination mit Avocado, Frühlingszwiebeln und einige Spritzer Zitrone?
Wie ich auf diese Zusammenstellung gekommen bin?
Ich habe ja so eine komische Angewohnheit, jedes neue Kochbuch wird nur gelesen, wenn auch eine Packung Post-it griffbereit liegt. Die brauch ich einfach. Jedes schöne Rezept bekommt ein Signalstreifen, die klebe ich an den Seitenrand rechts oder links, gerade dorthin welches Rezept ausgewählt wurde. In Gelb, Blau oder Grün, nur die Roten, die werden nur ganz speziell eingesetzt und zwar nur die Nachgekochten bekommen ein roten Streifen. Jedoch auch nur wenn das Gericht wirklich gut geschmeckt hat und evtl. den Weg ins Büdchen schaffen sollte, oder allenfalls nochmals gekocht wird. Ja, solche Rezepte gibt es auch. Wobei doppelt gekochte, oder zubereitet Rezepte gibt es eher nicht so häufig und wenn, sind es eh die Klassiker und die kann ich meistens aus dem Kopf. Tja, wie jeder wissen wird ist Avocado mit Mozzarella nun wirklich kein Klassiger und deshalb hat er einen Streifen bekommen, erst mal nur einen gelben, aber weil es total gut geschmeckt hat, hat das Rezept jetzt einen roten Post-it-Streifen, so einfach ist das.
Ach, fast hätte ich es vergessen, das Rezept habe ich aus dem Buch Suppe, Löffel, Hunger. Ihr erinnert Euch? Ich hatte das Buch hier rezensiert. Wer hätte das gedacht, dass ich mal Tomaten–Mozzarella ohne Tomaten mache...
Mozzarella mit Zitronensauce

1 Avocado (pro Person ¼)
2 Mozzarella (pro Person ½ Mozzarella)
Feines Olivenöl
Saft einer Zitrone
1 Bund fein geschnittene Frühlingszwiebeln
Meersalz, und frischer schwarzen Pfeffer aus der Mühle.


Die Avocado schälen, in feine Streifen schneiden und auf Teller verteilen. Sofort mit dem Saft der Zitrone beträufeln. Die Mozzarellakugeln ebenfalls in feine Scheiben schneiden und auf den Avocadoscheiben verteilen. Die Röllchen der Frühlingszwiebeln auf die Teller streuen, mit feinen Tropfen gutem Olivenöl bespritzen, Meersalz und Pfeffer frisch darauf verteilen.
Dazu schmecken frische Laugenbrötchen.

Mittwoch, 27. April 2011

Ist es nicht eine herzige Terrine???

Wir haben Ostern und sämtliche andere Festlichkeiten gut überstanden und zwar mit unvergleichlichen Frühlingstagen, die eher schon frühsommerliche Temperaturen mit sich bringen. Ich will ja nicht unken, aber es wäre nicht das erste Mal, dass wir im April schon laue Lüftchen verspüren können und prompt sind die Monate Mai, Juni, Juli zur neuen Europäischen Regenzeit mutiert. Wollen wir ja mal nicht hoffen, dass die ganzen Sommerblüschen, die hier bereits vorbereitet abhängen, wieder eingemottet werden müssen. Zum ersten Mal dass Flieder zu Ostern auf dem Tisch steht.
Aber jetzt betrachten wir mal die Gegenwart und die flüstert, es ist Draußen essen angesagt!
Wir wollen was Schönes, Leichtes, Leckeres. Da hatte ich die Idee ich mache uns eine Blumenkohl-Broccoli-Terrine mit Hähnchenfilet an Spaghetti und Orangensauce. Die Kombination ist mal wieder aus der Not heraus geboren, aber ausgesprochen lecker und empfehlenswert. Natürlich habe ich für die Terrine wieder meine hübschen Herzen ausgegraben. Ist es nicht eine herzige Terrine???
Übrigens, für die Terrine habe ich mir bei den Bäuerinnen Anregungen geholt.
Broccoli-Blumenkohl-Terrine
200 g Broccoli
200 g Blumenkohl
2 Stangen Porree
8 Blatt Gelatine
125 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Musskatnuss
Einige Spritzer Zitronensaft
Blumenkohl und Broccoli waschen und in Röschen teilen. In Salzwasser bissfest dünsten. Als Alternative ca. 10 Minuten im Dampf bei 100°C garen. Porree in einzelne Blätter teilen und in Salzwasser einige Minuten weichkochen und kalt abschrecken. Blumenkohl und Broccoli pürieren und mit den Gewürzen abschmecken. Gelatine in etwas Wasser einweichen, quellen lassen, ausdrücken und in der Sahne geben. Gelatine mit der Sahne erwärmen bis sich sie Gelatine aufgelöst hat. Die Gelatinesahne zu der Blumenkohl-Broccolimasse geben.
Terrinenförmchen mit Porree ausschlagen und die Kohlmasse in die Formen geben.
Die Formen über Nacht in den Kühlschrank zum Erstarren stellen.
Ich habe dazu Spagetti gekocht, Hähnchenfilet gebraten und eine Orangensauce gereicht. Die Kombination war ausgesprochen toll.

Sonntag, 24. April 2011

Hasenzeit…

Ostern kam ja dann auch wieder so plötzlich wie Weihnachten und was weiß ich für Feste die in jedem Jahr wiederkehren.
Wir waren am Samstag ja im Sauerland und sind gleich bis zum Osterhasentag geblieben. Osterhasentag ist immer Ostersonntag und weil das Büdchen geschlossen war, konnte ich meinen Gästen leider keine Grüße schicken und den Zettel für den Eingang, auf dem darauf hingewiesen wurde, dass Herr und Frau GB mal wieder auf einem Ausflug sind, habe ich auf dem Tisch vergessen.
Wenn auch verspätet, aber wir hier im Büdchen wünschen allen unseren Lese-Gästen ein schönes Restosterfest und wünschen, dass alle ein so schönes Osterfest haben wie wir es bisher hier im Büdchen hatten.


Zu unserer Osterfeuereinladung haben wir natürlich die Soleier, die ich am Montag gemacht habe, mitgenommen. Doch wie auf jedem Treffen, jeder Gesellschaft und jeder Feier, mischen sich auch immer die Süßschnuten unter und für die hatten wir zum Glück auch noch eine Überraschung. Ein Osterhäschen und Toffeemuffins sind auch noch ins Schleckergepäck gewandert. Wir hatten ein wunderschönes Osterfeuer und die Osterfeier war genauso schön.
Ich schreib Euch einfach mal auf wie ich alles gemacht habe, vielleicht gefällt es Euch, noch ist ja Hasenzeit…
Toffeemuffins
60 g weiche Toffeebonbons (ca. 7 Stck.)
60 g Zartbitterkuvertüre
240 g Mehl
1 ½ Teelöffel Backpulver
¼ Teelöffel Kaiser Natron
1 Prise Salz
100 g Butter, flüssig und lauwarm
2 Eier
90 g brauner Zucker
220 g griechischer Joghurt

Evtl. Papierförmchen und für die Dekoration 12 Marzipanmöhren
Die Bonbons in kleine Würfel schneden, die Schokolade in kleine Stücke hacken und in eine Schüssel geben.
Das Mehl, Backpulver, Natron und Salz mit den Toffeewürfeln und der Schokolade mischen.
Zucker Eier schaumig schlagen, langsam die flüssige Butter zugeben und weiter schlagen. Den Jogurt mit der Eiermasse verrühren und nun in die Schüssel mit dem Mehl geben und alles gleichmäßig mit einem Kochlöffel verrühren.
Auf Muffinformen verteilen und 20 bis 25 Minuten im vorgeheizten Backofen auf 180°C Umluft backen.
Evtl. Marzipanmöhren mit etwas Puderzuckerglasur oder Zuckerschrift ankleben.


Häschenkuchen:
60 g Butter
60 g Zucker
2 Esslöffel Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
1 Teelöffel Rum
40 g gemahlene Mandeln
40 g Mehl
40 g Speisestärke
1 Teelöffel Backpulver
Puderzucker zum Bestäuben und eine Schleife
Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Rührteig vermischen. Eine Hasenform gut fetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig hineinfüllen und im unteren Bereich des Backofens auf ein Backblech stellen und bei 160°C Umluft im vorgeheizten Backofen ca. 35 Minuten backen.
Das Häschen aus der Form nehmen, abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und ein Schleifchen um den Hals binden.
So, nun aber super schöne Ostern!

Freitag, 22. April 2011

Heute tu ich mal Seezungenfiletröllchen machen...

Hier im Büdchen bin ich ja oft am Scheideweg, tu ich es oder tu ich es nicht. Wobei meine Lehrerin in der Grundschule früher immer sagte, das Wort „tu“ gibt es nicht, das steht noch nicht einmal im Duden! Soll ich Euch was sagen, die hat gelogen!!! Das steht drin! Ich meine, ich muss zwar etwas kleinlaut zugeben, dass meine Grundschulzeit schon etwas länger, ähhhm, oder vielleicht auch etwas sehr lange her ist, aber kann es denn echt möglich sein, dass dieses Wort erst später in den Duden aufgenommen wurde und ich es heute erst finde? Eh irgendwelche Fragen kommen, ja zu meiner Grundschulzeit gab es schon den Duden! Wenn ich das damals gewusst hätte das es das Wort doch gibt und in ihm steht, na ich kann Euch was verraten, dann hätte ich ihr aber den Duden auf die Nase gesetzt. Naja, eigentlich ist es ja auch egal, durch sie habe ich ja doch das eine oder andere gelernt. Ich kann es ja auch anders formulieren. Wie z.B.: nicht ich habe es getan, sondern, ich habe ihn gedämpft und zwar in meinem geliebten Dampfgarer. Genau, ich habe mir nicht einfach nur die Zeit in der Küche vertrieben, nein, ich habe für das leibliche Wohl im Büdchen gesorgt und weil der Gatte gerne Fisch ist, gab es Zunge. Seezunge, wie immer selbstverständlich Filet.
Mit Grätengedöns hat mein Schatz es ja nicht so, also gab es gefüllte Seezungenfiletröllchen auf grünem Spargel mit Weißweinsauce und Drillingen. Eigentlich isst der Gatte auch keinen Spargel, aber der Grüne ist ja nur so ein entfernter Verwandter, der schmeckt ja nicht so penetrant nach Spargel wie der Weiße (Worte des Gatten).
Damit mein Schätzchen sich langsam an den Spargelgeschmack gewöhnt, bekommt er natürlich nur die ganz zarten Spitzen, aber ich fange mit dem Rezept mal von Vorne an.
8 Seezungenfilets
120 g Lachsfilet
100 ml Sahne
1 - 2 Esslöffel Milch
Salz, Pfeffer
Grüner Spargel pro Person ca. 5-6 Stangen
Drillinge gekocht mit Schale
150 ml Weißwein
150 ml Fischfond
1 Esslöffel Zitronensaft
100 ml Sahne
2 - 3 Esslöffel eiskalte Butter
Pfeffer, Salz, Zucker


Aus dem Lachsfilet, der Sahne und der Milch eine Face herstellen. Wie das genau funktioniert habe ich hier schon mal erklärt. Nun die Seezungenfilets damit einstreichen und aufrollen. Mit Rouladennadeln feststecken oder mit Schnittlauch umwickeln und verknoten. Die Fischröllchen bei 85°C im Dampfgarer garen. Den Spargel kochen wie gewohnt, ich habe ihn auch im Dampfi gemacht, und wer einen Dampfgarer hat, kann sich schon denken, dass die Kartoffeln auch dorthinein gewandert sind.
Die Kartoffeln habe ich anschließend in Olivenöl gebraten, das war so lecker, noch schön gesalzen und fertig.
Für die Sauce Weißwein, Fischfond, Zitronensaft auf ca. 150 ml einkochen. Die Sahne zugeben und leicht köcheln lassen. Mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen. Die Butter unterschlagen bis die Sauce bindet. Ggf. nochmals mit den Gewürzen abschmecken.
Den Spargel auf Teller anrichten, die Seezungenfiletröllchen aufsetzen, die gebratenen Drillinge auf dem Teller anrichten und mit der Sauce garnieren.

Donnerstag, 21. April 2011

Kapern-Event verpasst...

Im März hatte der Gärtnerblog zum Kapern-Event aufgerufen. Nein es wollte und sollte keiner einen Event kapern, sondern diese kleinen schmackhaften eingelegten Perlen, die man entweder mag oder hasst, sollten in einem leckeren Essen untergebracht werden.
Mensch Meier, habe ich überlegt, im Internet geschnüffelt und Bücher geblättert. Ergebnis, Vitello Tonnato war bereits hier schon in meinem Blog vertreten und Königsberger Klopse wollte ich den überlassen, die sich evtl. etwas besser mit der geschichtlichen Vergangenheit der Klopse auskennen. Okay, nicht etwa dass ich ihnen gleich ein Denkmal setzten will, aber Ehre wem Ehre gebührt und lecker sind diese kleinen (oder manchmal auch etwas sehr großen, wenn Herr GB geholfen hat Klopse zu formen) Dinger allemal. Sie schmecken auch hier im Pott der zweifelsohne verdammt weit von Königsberg entfernt ist. Aber wen die Geschichte interessieren sollte, kann hier etwas finden.
So nun aber wieder zurück in die Gegenwart, also Klopse gibt’s dann eben auch nicht. Jetzt Tage später serviere ich meinem Schatz herrliche Käse-Zwiebel-Törtchen mit einem Fenchelsalat und während wir so essen schaue ich auf, na was? Richtig, Kapern die im Fenchelsalat herumliegen. Boah, so ein Pech, das hätte ich mal letzten Monat machen sollen. Schade, aber nun ist es vorbei und ich habe den Kapern-Event verpasst...
6 Käse-Zwiebel-Törtchen mit Fenchelsalat
3 Blätter Blätterteig ca. 150 g
Füllung:
200 g rote Zwiebeln
150 g Zucchini
1 Esslöffel Olivenöl
Pfeffer, Salz, Zucker
Guss:
2 Esslöffel Frischkäse
1 Ei
3 Esslöffel Milch
Pfeffer, Salz, gemahlener Kümmel
Salat:
1 Fenchel
2 Orangen
½ rote Zwiebel
1 Esslöffel Kapern
2 Teelöffel Kapernlake
Pfeffer, Salz, Akazienhonig
Zubehör: 6 Muffinförmchen
Die Blätterteigplatten so groß ausrollen, bis eine Platte für zwei Muffinvertiefungen reicht. Die Sechs Formen mit dem Teig auskleiden.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel in schmale Streifen schneiden und die Zucchini halbieren und in schmale Scheiben schneiden. Zwiebelstreifen mit Zucchinischeiben im erhitzen Öl 3 bis 4 Minuten dünsten. Mit Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken. Abkühlen lassen und in die Muffinformen verteilen.
Für den Guss den Frischkäse, das Ei mit der Milch verschlagen bis eine recht cremige Masse entsteht. Mit Pfeffer, Salz und Kümmel gut abschmecken, es kann ruhig etwas würziger sein.
Die Käsecreme über das Zwiebel-Zucchinigemisch geben und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180° Heißluft 25 bis 30 Minuten backen.
Zwischenzeitlich eine Orange filetieren und die andere Orange auspressen. Den Saft mit der Kapernlake mischen und mit Pfeffer, Salz und etwas Akazienhonig würzen. Den Fenchel in kleine Stücke schneiden, mit den Orangenfilets und den Kapern mischen. Das Orangendressing zum Fenchel geben, alles gut durchmischen und etwas ziehen lassen.
Den Salat mit den Törtchen auf Teller anrichten und servieren.

Mittwoch, 20. April 2011

Kalter Kaffee, eiskalter Kaffee, Eiskaffee, alles andere ist kalter Kaffee…

Ostern soll es bis zu 27°C warm werden, also können wir den Sommer proben. 4 Tage an einem Streifen frei und dann auch noch mit Sonnenschein, das kann eigentlich nur schön werden. Für diverse Erfrischungen habe ich schon alles eingekauft, also bin ich auf alles vorbereitet. In der Gefriertruhe war schon richtig leckeres Vanilleeis! Gut aufgepasst! Richtig, ich hatte Vanilleeis in der Truhe, aber das ist nicht mehr wo es war, das sitzt jetzt ganz woanders und zwar auf unseren Hüften. Das war aber auch lecker und weil es so lecker war, werde ich mir das für Ostern mal gleich in petto halten. 300 ml Milch und 300 ml Sahne mit Zucker oder Honig, 3 Eigelb und Mark einer Vanillestange ergibt so viel Eis, dass es gut für 6 bis 8 Eiskaffee reicht.
Aber um so einen richtig leckeren Eiskaffee genießen zu können, muss man Vorarbeit leisten. Also nicht nur mal eben schnell die Eismaschine anschmeißen. Nööö, Kaffee muss auch noch rechtzeitig gekocht werden, damit der noch kalt werden kann bis er fällig ist. Also am besten eine große Kanne. Ach und Sahne schlagen, ja sicher, die hätte ich jetzt fast vergessen. Übrigens der Kaffee muss gesüßt werden sonst kann man gleich alles vergessen.
Man ist das heute hier ein Durcheinander, also nochmal und dann etwas geordnet:
Vanilleeis, Kaffee gesüßt, geschlagene Sahne und als Krönung etwas Kakaopulver und ganz wichtig, einen langen Löffel und auf keinem Fall den Strohhalm vergessen.
Und so sieht der Eiskaffee dann aus:
Für Ostern ist das so schlecht nicht, oder?
Sag ich doch, Eiskaffee, alles andere ist kalter Kaffee…

Dienstag, 19. April 2011

Geburtstagsboykott...

Irgendwie stecke ich noch im März und Schuld ist eindeutig Ostern. Seit Wochen warte ich auf dieses Fest und will Osterstimmung im Büdchen machen. Nur es war doch immer noch nicht der richtige Zeitpunkt und nun ist es keine Woche mehr hin. Sämtliche Dekohasen vom letzten Jahr wohnen noch im Keller, in ihrem Winterquartier bzw. Sommerwohnsitz. In jedem Jahr zieht hier ein neuer Hase ein, manchmal auch zwei und nach Ostern ziehen sie zu den Anderen. Ja und in den letzten Tagen war ich nur mit dem kulinarischen Teil von Ostern beschäftigt und deshalb sind sie alle noch unten schön eingepackt vor Sonnenstrahlen und Bodenfrost. Außerdem ist die Vorfreude auf Ostern schon wieder etwas abgeklungen, weil ich mich jetzt auf etwas anderes freue will und zwar auf meinen Geburtstag.
In diesem Jahr ist Ostern blöd, erst so spät und dann hab ich Ostersonntag auch noch Geburtstag. An Geburtstagen gehen Herr und Frau GB eigentlich immer chic essen, Ostern auch an einem Tag, nur wir zwei, ganz gemütlich und schön. Aber Ostern ist eben Ostern und Geburtstag ist eben Geburtstag. Ich will nicht beides an einem Tag haben! Ich will mich erst auf Ostern freuen und dann auf meinen Geburtstag und zwar richtig lange auf jedes Fest einzeln, so.
Außerdem gibt es zu Ostern immer Osterglocken und schöne Zweige die geschmückt werden und zum Geburtstag sind die Tulpen dran. Allerdings gibt’s vom Schatz immer einen dicken Strauß Rosen, den werde ich mir in diesem Jahr wohl auch vonne Backe putzen können, ich sach nur Ostermontag!!! Wenn ich mir so überlege, ich soll zu meinem Geburtstag Eier färben, wie blöd ist das denn?
Nööö, die bunten Eier werde ich erstmal boykottieren, da mach ich nur Soleier und vielleicht boykottiere ich auch den Geburtstag und geh nicht hin...


Für 18 Soleier braucht man ein großes Glas mit Deckelverschluss in dem die Eier zwischen 3 Tagen und einer Woche ziehen können. Die Eier werden hart gekocht, und mit dem Griff eines Messers leicht angeklopft, dass die Schale reißt aber nicht auf- oder abspringt. Die Eier müssen abkühlen und in der Zwischenzeit kann die Sole hergestellt werden. Dafür mischt man 1Liter Wasser mit 200 g Meersalz, kocht es auf und löst das Salz darin auf. Die Eier werden mit Lorbeerblätter, Nelken und Piment in das große Glas gefüllt. Nun die Sole über die Eier gießen bis die Eier komplett bedeckt sind. Es ist normal, das die Eier oben schwimmen, das liegt an dem Salzgehalt im Wasser.
Da wir zu einem Osterfeuer gehen und jeder Leckereien mitbringt, habe ich außerdem auch noch ein Glas Soleier mit Wachteleier gemacht.
Das ist das gleiche Verfahren wie bei den großen Hühnereiern.

Aber wie werden sie gegessen?
Zu den großen Soleiern reicht man Essig, Öl, Senf und Pfeffer.
Man halbiert das Ei, nimmt das Eigelb heraus, gibt in die Aushöhlung Essig und Öl. Setzt das Eigelb wieder ein, betupft es mit Senf und mahlt feinen Pfeffer auf. Und nun kommt der Moment!!! Die ganze Hälfte mit einem Haps in den Mund schieben. Die ganz Harten trinken einen klaren Schnaps nach.
Die kleinen Wachteleier werden etwas anders gegessen. Allerdings das Wachtelei auch nach dem Pellen halbieren, nun aber auf das Eigelb Balsamicoessig träufeln. Kein Senf, kein Öl, kein Pfeffer, aber auch mit einem Haps in den Mund. Bei so einem edlen Haps sollte man schon Wert auf einen richtig guten Balsamicoessig legen.
Es muss zwar nicht der sündhaft teure, in alten Eichenfässer dachbodengelagerte Essig sein, aber auf handelsübliche Balsamicoreduktionen oder auf diese karamellisierten Billigessige, sollte man sich selbst zur Liebe verzichten. Dann lieber einen anderen aromatischen, gutgereiften Essig nehmen.

Sonntag, 17. April 2011

Aus dem Bücherregal, Stumpfe Zähne-Zeit…

Es ist wieder da, dieses Gefühl im Mund, alles ist so stumpf, unangenehm, geschmacklos. Ich kann es mir nur mit Säure erklären. Wir mögen es ja auch gerne spritzig, säuerlich frisch, aber nicht so stumpf. Ich weiß was dahintersteckt, es ist diese Oxalsäure und er ist voll damit. Und was ich auch nicht wusste, nicht nur in ihm steckt diese Säure, nöö, in Spinat, Mangold, Sauerampfer und Kakao. Je mehr ich darüber nachdenke wird mir bewusst, dass das alles Lebensmittel sind, die im Büdchen oft mit Milchprodukten verwendet werden und das ist sicher auch der Grund, warum mir das bei diesen Produkten noch nie so gravierend aufgefallen ist wie eben bei ihm. In Milchprodukten steckt Calcium und Calcium bindet Oxalsäure und macht einen gefälligen Geschmack. Ach, ich habe noch gar nicht erwähnt um wen es sich handelt? Um den Rhabarber!
Den gibt es doch jetzt überall frischer als frisch. Jeder der schon mal Rhabarber pur gegessen hat, weiß wovon ich rede.Erst ist es total lecker und dann, von jetzt auf gleich geht nichts mehr. Der Wunsch, jetzt müsste der Mund geölt bzw. gefettet werden, stellt sich ein. Im Büdchen lieben wir die Rhabarberzeit, aber nicht dieses stumpfe Gefühl. Nee, das ist kein Genuss, iiiihhhh, neeee, das mögen wir gar nicht.
Schuld ist eigentlich Herr Elverfeld, der 3 * Koch aus dem Aqua. Eine Kochklasse allererster Sahne. Ich habe sein erster Kochbuch, Kochen der Gefühle
und ich lauer gerade auf sein Neues.
In seinem ersten Buch hat er eine Komposition von Rhabarber veröffentlich. Ich habe bei ihm das Rhabarbermousse geklaut und ein eigenes Arrangement zusammengestellt. Total lecker. Sag ich doch allererste Sahne was er kocht. Ja Sahne ist in diesem Fall das Stichwort, in Sahne ist Calcium und in dem Mousse ist Sahne, also kommt ins Mousse Calcium, deshalb ist das sicher auch so lecker und geschmeidig, keine Spur von stumpf.
Zu der Mousse gab es noch ein Rhabarber-Crumble und eine Rhabarbersauce, zusammen schön rund und abgestimmt. Die stumpfe Zähne-Zeit ist nun vorbei…

Rhabarber-Crumble:
400 g Rhabarber (wenn möglich den Roten, der hat weniger Säure)
2 x 2 Esslöffel Vanillezucker
100 g Mehl
1 Messerspitze Zimt gemahlen
1 Prise Salz
50 g flüssige Butter
Rhabarber schälen und die Schalen aufheben. Den geschälten Rhabarber in Stücke schneiden in eine kleine Auflaufform geben und mit 2 Esslöffel Vanillezucker bestreuen.
Das Mehl mit den anderen 2 Löffel Vanillezucker mischen, den Zimt zugeben, ebenfalls das Salz. Nun die flüssige Butter zugeben und alles zu dicken Krümeln verarbeiten. Die Krümel auf dem Rhabarber verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C gute 30 Minuten backen.

Rhabarbermousse:
400 g Rhabarber
Mark von einer Vanillestange
Ein Stück Zimtrinde
1 Nelke
150 g Zucker
300 g Sahne geschlagen
4 Blätter Gelatine
Wasser für die Gelatine zum quellen
Rhabarber schälen und in kleine Stücke schneiden. Das Mark der Vanillestange zum Rhabarber geben. Ebenfalls den Zucker und die Gewürze. So zwei bis drei Esslöffel Wasser zufügen etwas stehen lassen und anschließen Garen bis der Rhabarber zerfällt.
Die Zimtrinde und die Nelke herausnehmen und den Rhabarber mit dem Mixstab pürieren. Die Gelatine mit Wasser quellen lassen, ausdrücken und erwärmen bis sie flüssig ist. Gelatine in den Rhabarber rühren. Anschließend die geschlagene Sahne unterheben.
Das Mousse 3 bis 4 Stunden kühlen.

Rhabarbersauce:
Rhabarberschalen von 400 g Rhabarber

Zimtrinde
Vanillestange
150 ml Weißwein, trocken
150 ml Wasser
2 Esslöffel Vanillezucker
1 Nelke
1 Sternanis
Schalen mit Zucker, Wasser, Wein und allen Gewürzen in einen Topf geben, aufkochen und gute 45 Minuten ziehen lassen. Den Sud abseihen und bis auf ca. 160 ml einkochen.
Jeweils Rhabarbermousse mit Rhabarber-Crumble und Sauce auf einen Teller anrichten, mit einigen Beeren und Schokoraspel dekorieren.