Eigentlich heißt es ja Donnerstag ist Veggitag, aber ich denke vegetarisch kann man täglich essen. Diese Aussage soll sich jetzt auch nicht nur auf donnerstags beschränken, sondern es soll ein Anreiz sein einmal in der Woche bewusst einen vegetarischen Tag einzulegen um vom unkontrollierten Fleischkonsum wegzukommen. Es ist eine Initiative des Deutschen Vegetarierbundes und ich finde diese Aktion klasse. Sicherlich werden wieder genau die darauf aufmerksam, die sich eh schon mit diesen Themen auseinandersetzen, aber wie sag ich immer so schön: ...und konnte man nur einen überzeugen, so hat es sich gelohnt.
Zu dieser Aktion hat der Vegetarierbund Deutschland ein Buch herausgebracht das im Südwestverlag unter gleichem Titel erschienen und hier ins Büdchen eingezogen ist. Donnerstag ist Veggitag!
Der erste Eindruck des Buches, es liegt ein stabiles Format mit Hardcover vor mir. Von der Höhe und Breite recht handlich und das Papier der einzelnen Seiten nicht zu dünn. Im vorderen Teil wird auf die Aktion vom Deutschen Vegetarierbund eingegangen und erklärt, was man mit dieser Aktion erreichen möchte. Es wird nicht nur erklärt, es wird auch aufgeklärt und mit mancher Crux aufgeräumt.
Die Rezepte sind unterteilt in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Aus meiner Sicht hätte man auf die Rezepte, die mit Alternativprodukten wie Tofu, Tempeh oder Seitan zubereitet wurden, durchaus verzichten können. Sicherlich gehen hier die Ansichten auseinander. Aber da am Anfang des Buches auf den immensen Anbau von Soja, der für Fleischproduktion benötigt wird, hingewiesen wurde, macht es mir nicht wirklich Sinn das Eine durch das Andere auszutauschen, dadurch wird der Sojaanbau nicht besser. Aber ich möchte hier nicht zu tief in die Thematik rutschen, es soll lediglich als Hinweis dienen.
Zurück zum Buch, nach der Rubrik Winter werden auf zwei Seiten aus den vorhergegangenen Rezepten Büfetts und Menüs vorgeschlagen. Auch wieder nach Jahreszeiten geordnet.
Im Anschluss geht man auf die Vorratshaltung ein und gibt noch Aufschluss zu frische Produkte. Am Ende des Buches findet man zwei Register in dem einmal die Rezepte nach Jahreszeiten aufgelistet sind und einmal alphabetisch.
Das Buch ist übersäht mit wirklich schönen Bildern der Rezepte die durchaus nachzumachen sind, aber auch sehr appetitanregend wirken. Vom Augen zum Gaumenschmaus.
Natürlich wollte ich mir ein Bild über die Handhabe der Rezepte machen und habe mir eine entsprechende Anleitung ausgesucht. Es wird sicherlich nicht das letzte Gericht sein dass ich aus diesem schönen Buch nachkoche. Es unterstützt mein Vorhaben mindestens einen Tag in der Woche fleischfrei aber auch sojafrei zu essen. Macht doch mit, Gemüse ist doch lecker!
Als erstes habe ich eine Lasagne ganz ohne Sahne oder Bechamelsauce gemacht. Also auch noch etwas für die schlanke Linie, es geht eben doch auch anders. Nur auf die selbst gemachten Lasagneblätter habe ich nicht verzichtet, sie hatten auch den Vorteil ich konnte mir meine Nudelplatten entsprechend auf benötigte Größe meiner Auflaufform schneiden.
Lasagneblätter:
200 g Hartweizengrieß (ich nehme natürlich das tolle Mehl das ich beim Italiener kaufe)
1 Ei
1 Teelöffel Salz
4-6 Esslöffel heißes Wasser
Das Ei mit dem Mehl in eine Schüssel geben. Das Salz direkt in das Eigelb geben. Das verstärkt die Eigelbfarbe. Wasserzugabe nach Bedarf. Alle Zutaten kräftig durchkneten bis man einen geschmeidigen Teig erhält. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie verpacken und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Die Kugel in 4 Teile schneiden und nacheinander durch die Nudelmaschine geben oder von Hand schön dünn ausrollen. Aus den ausgewalzten Nudelplatten Lasagneplatten in gewünschter Größe schneiden. Die einzelnen Platten gut bemehlen und zur Seite stellen.
2 gelbe Paprikaschoten
1 Fenchel
4 Teelöffel Olivenöl
2 g Safranfäden
Pfeffer, Salz
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe (wer will nimmt wieder den Confierten)
2 rote Paprikaschoten
2 Auberginen
375 g frischen Blattspinat (oder ggf. TK-Ware)
1 gehäuften Teelöffel Kräuter der Provence
75 g Pinienkerne in einer Pfanne angeröstet
Die gelben Paprikaschoten und den Fenchel waschen putzen, trocknen und in kleine Würfel schneide. 2 Teelöffel Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Würfel einige Minuten anbraten.

Dann das Gemüse mit Wasser bedecken. Die Safranfäden, Pfeffer und Salz zugeben und auf kleiner Hitze weiter garen bis alles weich ist. Anschließend mit dem Mixstab pürieren. Evtl. noch etwas einkochen lassen damit eine gelbe Sauce entsteht.
Zwiebel und Knoblauch schälen und in kleine Würfel schneiden. Die roten Paprikaschoten und die Auberginen ebenfalls waschen, putzen, trocknen und in Würfel schneiden. Den Spinat grob hacken. Das Öl in einem weiteren Topf erwärmen, die Zwiebel- und Knoblauchwürfel glasig dünsten, das restliche Gemüse zufügen und kräftig mit den Kräutern der Provence, Salz und Pfeffer würzen. Das Gemüse auf kleiner Hitze fertig garen. Den Spinat unterheben und kurz mitkochen.
In eine gefettete Auflaufform erst etwas gelbe Sauce geben, darauf Gemüse und Lasagneblätter.
Dann wieder gelbe Sauce, Gemüse Lasagneblätter.
Alles immer im Wechsel.
Den Abschluss sollte die gelbe Sauce bilden.
Nun noch die angerösteten Pinienkerne aufstreuen und für 20 Minuten in den bereits auf 180°C vorgeheizten Backofen geben.
Der Verlag stellt das Buch wie folgt vor:

DONNERSTAG IST VEGGIETAG
Genuss und Abwechslung mit vegetarischen Rezepten
Die besten Donnerstag-Rezepte für Vegetarier
Vegetarische Ernährung ist mehr als ein Trend: Lebensmittelskandale, die ökologischen Auswirkungen der Fleischproduktion sowie ein verbessertes Gesundheitsbewusstsein unterstützen die Bewegung einer bewussten Ernährungsweise. Auch zahlreiche Prominente – unter ihnen Thomas D., Nena oder Charlotte Link – bekennen sich zum Fleischverzicht. Die bundesweite Kampagne „Donnerstag Veggietag“ fordert Menschen auf, nur ein Mal wöchentlich konsequent vegetarisch zu essen, weil allein dadurch Umweltverschmutzung und Massentierhaltung reduziert werden. Sie folgt dem Aufruf von Paul McCartney, der einen fleischfreien Tag in der Woche fordert, und wird in Deutschland u. a. vom Vegetarierbund und der Albert-Schweitzer-Stiftung organisiert. Dieses Kochbuch unterstützt die Aktion und zeigt, wie genussvoll vegetarisches Essen ist. Die Rezepte für 52 Wochen machen Appetit auf verlockende Gerichte mit Tofu, Gemüse, Käse, Getreide & Co.. die satt und zufrieden machen. Die abwechslungsreichen Jahreszeiten-Rezepte erleichtern mit saisonalen und regionalen Produkten. Wenn Verzicht nur immer so schmackhaft wäre!
Miki Duerinck und Kristin Leybaert sind seit 25 Jahren leidenschaftlich als vegetarische Köchinnen tätig. Ihr kreativer Kochstil ist gekennzeichnet durch große Offenheit und kulinarischem Abenteuersinn. Mit ihrer neuen Initiative „Das vegetarische Kochstudio“ bieten sie die vielen Möglichkeiten des vegetarischen Kochens an: Rezeptentwicklung, Kochkurse, Küchenpartys, Catering und Vorführungen. Über das Kochen zu schreiben ist genau ihr Ding: So schreibt Miki eine zweiwöchig erscheinende Kolumne über Bioprodukte in der belgischen Zeitung „De Standaard Magazine“. Zusammen haben Miki Duernick und Kristin Leybaert bereits zwei vegetarische Kochbücher im Standard Uitgeverij Verlag veröffentlicht. Für das Buch „Donnerstag ist Veggietag“ haben sie superleckere Rezepte entwickelt, mit denen ein Jahr lang jeder Donnerstag zum kulinarischen Höhepunkt wird.
