Montag, 26. November 2012

Herrn GB verfolgte Sauerkraut, da war ihm der ganze Tag versaut…

…nee, nicht wirklich. Aber jetzt erstmals wieder alles zurück auf Anfang. Also neulich war ja mal wieder Kappesmarkt in Raesfeld und wie in jedem Jahr musste Herr GB Kappes schleppen.
Er fragte mindestens dreimal, ob ich sicher bin dass ich Weißkohl mitnehmen möchte, weil im Moment ich doch eh so wenig Zeit hätte. Außerdem kann der ja auch nicht ewig liegen, er würde sicher schnell vergammeln würde er nicht so schnell wie möglich verarbeitet. Bis zu diesem Moment wusste Herr GB noch nichts von seinem Glück, oder er befürchtete in seinem Hinterstübchen schon was ihm blühen sollte. Um meine Zeit machte ich mir gar keine Sorgen, eher um seine. Aus dem Weißkohl, der mit ins Büdchen geschleppt wurde, sollte nämlich Sauerkraut werden und für Sauerkraut ist Herr GB zuständig, zumindest für das Stampfen. Früher kam das Kraut in ein Fass und dort wurde es mit den Füßen gestampft, sagt man so, ob das stimmt weiß ich nicht so genau. Herr GB stampft es mit einem eigens angefertigten Sauerkrautstampfer in einem eigens angeschafften Sauerkrauteimer.
Den Kohl musste ich natürlich hobeln, doch dabei war mir mein Börner wieder die beste Hilfe und ratzfatz war der Kappes gehobelt.
Portionsweise kam er jetzt in den Sauerkrauteimer und wurde mit etwas Salz vermischt. Herr GB stampfte dann auf Deifel komm raus und sobald das Kraut etwas Flüssigkeit gezogen hatte, wurde es in den Sauerkrautsteingut umgefüllt.
Auf jede Lage einige Wachholderbeeren, Prise Zucker, etwas Kümmel und einige Würfel einer rohen Möhre. Nun mit der nächsten Lage genauso verfahren. Ist der Steinguttopf bis obenhin gefüllt wird ein Pressstein aufgelegt und kräftig angedrückt. Ist es richtig gemacht worden, dann schwappt etwas Kohlwasser hoch und bedeckt den Kohl. Die Flüssigkeit wurde regelrecht aus dem Kohl gestampft.
Jetzt noch den Deckel aufsetzen und in die Rille abgekochtes Wasser gießen. Jetzt muss der Steinguttopf kühl gestellt werden, ideal ist ein kühler Keller, und mindestens 5 bis 6 Wochen stehen. Dabei muss das Wasser in der Rille aber regelmäßig kontrolliert und wenn nötig aufgefüllt werden. In manchen Anleitungen liest man, es sollte auf den Kohl ein Tuch gelegt werden und dann erst der Pressstein, aber ich mache es einfach mal so wie es früher die Nachbarin meiner Mutter machte. Mit der Nachbarin schaute ich übrigens früher immer die Drehscheibe im ZDF in der Max Inzinger kochte, aber das nur so am Rande.
Auf 5 Kilo gehobelten Weißkohl gibt man 100 g Salz. Nach Geschmack fügt man Wachholderbeeren, Kümmel, Prise Zucker und Möhrenwürfel von rohen Möhren zu. Wer mag fügt Apfelstückchen zu und deckt das gestampfte Kraut mit Weinblättern ab. Eine weitere Möglichkeit den Kohl abzudecken, eh der Pressstein aufgelegt wird, sind Weißkohlblätter, aber spätestens nach der ersten Krautentnahme nerven die Blätter und so wirklich hygienisch einwandfrei dürfte es dann auch nicht mehr sein.
Wie ich Herrn GB das von ihm gestampfte Sauerkraut serviere erzähle ich Euch dann in ca. 6 Wochen. Hoffentlich!!! Denn die Herstellung vom selbstgemachten Kraut geht auch manchmal daneben. Mir ist ein Topf auch schon schlecht geworden, also sauer, aber anders sauer als er sollte. Ich kann Euch was sagen, da war ich dann aber sauer.


Kommentare:

  1. Alle Achtung vor soviel Aufwand. Bin schon gespannt auf das Ergebnis.

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  2. Doch, doch... das stimmt! Als Kind "durfte" ich noch selbst in den Pott, lol. Natürlich mit Gefriertüten an den Füßen, keine Bange... Käsekraut wollten wir nicht! Der entstehende Saft schmeckt vorzüglich mit kleingeschnittenen Zwiebeln und Pfeffer zu Bratkartoffeln mit Spiegelei, hmmmm. Kann allerdings "entschlackend" (lol) wirken.

    LG MamaBeate

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  3. @Freundin, wir sind auch ganz gespannt. Aufwand? Der Mensch braucht eine Beschäftigung ;-)

    @Beate, entschlackend ist ja so schlecht nicht ;-)

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