Freitag, 31. August 2012

Im Büdchen geht es trocken zu…

Mit meinen geliebten Dörrautomaten habt Ihr ja schon Bekanntschaft gemacht. Es gibt im Büdchen kaum etwas, das nicht bis zum letzten Krümel verarbeitet wird. Gemüse wird lediglich gewaschen wenn es gedörrt wird. Nach Möglichkeit vermeide ich das Schälen, allerdings funktioniert das auch nur mit tiptop astreinem Gemüse. Seit Jahren mache ich mir meine Gemüsebrühe selber, stelle Erdbeerzucker
für Pralinen selber her, oder trockne Apfelringe für den kleinen Snack.
Es gibt so Einiges was alles dem Dörrautomaten schon zum Opfer gefallen ist, aber ich muss auch zugeben, die Ideen was man alles mit getrocknetem Obst und Gemüse anstellen kann, sind schon etwas eingeschränkt und halten sich in Grenzen. Meistens reichen ja schon kleine Broschüren um die Phantasie anzuregen, doch selbst die sind kaum aufzutreiben.
Aber jetzt ist ins Büdchen ein Dörrbuch eingezogen.
Das Buch ist im Kosmos-Verlag in der 2. Auflage erschienen. Wer vom Dörren angetan ist und dieses Buch durchblättert, weiß warum die zweite Auflage in Angriff genommen wurde.
Sabine Hans, die Autorin, hat mit diesem Buch das ganze Repertoire des Dörrens abgehandelt.
Ein sehr schönes Buch das durch die wundervollen Bilder der Zutaten und Gerichte noch mehr an Begeisterung gewinnt. Tolle Ideen für Geschenke und Anregungen für den Genussalltag bleiben auch nicht auf der Strecke. Eine Speise mit Rote Bete
oder Erdbeerpuder
aufpeppen ist nun nicht wirklich alltäglich, aber hat man solche Zutaten erst einmal im Haus, möchte man bei dem nächsten Dessert oder Salat auf solche Toppings nicht mehr verzichten.
Ein Pesto aus getrockneten Zutaten kann man auch leicht im Winter herstellen, vorausgesetzt es liegt ein aktiver Sommer hinter einem und diverses Obst und Gemüse wurde getrocknet.
Ganz wichtig , eh ich es vergesse es zu erwähnen!!!
Das getrocknete Obst und Gemüse gut verpacken und bombensicher verstauen. Sollte in Deinem Haushalt auch ein Schleckermäulchen hausen, ist alles Getrocknete sonst bereits vor Verfalldatum verschwunden! Mit Sicherheit ist es nicht verdunstet!

Nun aber zurück zum Buch.
Die Hobbyköchin Sabine Hans weiß was das Kochherz anspricht. Ihr ging es scheinbar nicht einfach nur darum einen Ratgeber herauszugeben, sondern mit raffinierten Rezepten die Kreativität des Umsetzers anzuregen. Eine fast vergessene Tradition wurde wiederbelebt und die Ausführungen in diesem Buch sind mit viel Liebe und mit noch mehr Inspiration verfasst. In dieser Lektüre wird man vergeblich ein Sachbuch suchen das mit Infos zum Dörren und Trocknen bis zum Bersten gefüllt ist. Zwar sind die Angaben durchaus ausreichend, doch wurde hier vermieden zu sehr in die Tiefe zu gehen. Zu meinem Wohlwollen hat sich die Autorin nicht zu sehr in Details einzelner Lebensmittel verfangen.
Auf jedem Fall werde ich meine Chilifäden zukünftig selber fertigen und die Anregungen für Extra-Dry Tütensuppen habe ich mir schon ins Selbermachenweihnachtsprogram geschrieben.
Mit Hilfe von Frau Hans kann ich jetzt bunte Fische backen und mit ganzen Händen ins Dip.
Für die nächsten gefärbten Nudeln wartet das Rote Betepulver schon in der Pipeline.
Im kommenden Experiment werde ich Tomatenkörner trocknen und dann zu Tomatenpulver fein mahlen. Ich bin so gespannt ob es was wird, aber Frau Sabine Hans sende ich schon jetzt meine herzlichen Dank-Grüße, toll wie sie durch dieses Buch meinen Ideenreichtum angefochten hat.

Das sagt der Verlag zum Buch:
Knusprige Rote-Bete-Chips, fruchtige Mangostreifen, würziges Karottenpulver: Schnell und einfach an der Sonne, im Backofen, auf der Heizung oder im Dörrapparat getrocknet, sind Obst und Gemüse, Pilze oder Kräuter nicht nur lange haltbar, sondern auch ein intensiver Genuss. Ob als gesunder Snack, gemahlen als Würzpulver oder als köstliche Zutat für Gerichte von Suppen bis Desserts.

Die Autorin Sabine Hans ist Fotografin in Hamburg und leidenschaftliche Hobbyköchin, die gerne experimentiert

EXTRA DRY
Trocknen & dörren · kochen & genießen
Sabine Hans
160 Seiten im laminierten Pappband
286 x 221 x 18 mm (LxBxH)
ISBN: 978-3-440-13443-6
Art.-Nr.: 13443
Zum Preis von 19,99 €
Kosmos-Verlag
 

Donnerstag, 30. August 2012

Genussmoment der Stille...


…eben saß doch noch ein Schmetterling auf der Teddybärensonnenblume…

…ach da ist er ja wieder…
 

Mittwoch, 29. August 2012

Was hat Heringssalat mit Grillen zu tun?

Von meinem neuen Lieblingsbuch habe ich Euch ja bereits erzählt. Ein Buch richtig schön auf meine Bastelbedürfnisse zugeschnitten. Im Moment liegt es als Dauerlektüre entweder neben mir auf der Couch, oder es wartet griffbereit in der Küche auf der Arbeitsplatte. Je häufiger ich es in die Hand nehme, umso mehr finde ich Anregungen was ich alles ausprobieren möchte.
Im Moment gefallen mir passend zu den Außentemperaturen kalte Speisen und da habe ich im Buch schon einiges gefunden. Ganz mutig habe ich jetzt einen Heringssalat ins Auge gefasst. Mutig weil Rote Bete in den Salat kam. Herr GB ist ja der Gelegenheitsrotebeteesser und deshalb ist es schon recht kess von mir ohne Absprache Rote Bete ins Essen zu mischen.
Den Salat hatte ich im Gepäck zu einer Grilleinladung. Sicher, es war etwas gewagt einen Heringssalat zum Grillen anzubieten, aber als kleine Vorspeise war der Salat so schnell verspeist, der hatte gar keine Gelegenheit sich zu den anderen Salaten und Kleinigkeiten zu gesellen.
Herr GB probierte erst recht vorsichtig, aber dann haben der Gatte der Schokoladen Schwester und Herr GB gemeinsam den Fisch überfallen, als hätten sie ihn persönlich geangelt.
Schnell noch einige Bilder machen, eh nur noch die Gräten übrigblieben. Wobei Gräten nun wirklich keine übrigbleiben konnten, zumal ich sie feinsäuberlich mit höchster Akribie entfernt hatte. Zwar hatte ich Matjesfilet für diesen herrlichen Salat besorgt, aber selbst die haben ja noch diese feinen fiesen Gräten. Ich selbst bin ja auch so extrem pingelig und nur bei der Vorstellung irgendwelches pieksendes Zeugs im Mund zu haben, schaudert es mich. Also habe ich mir die Mühe mit der Grätenpinzette angetan und wohlwollendes Lob dafür bekommen.
Selten gibt es im Büdchen etwas zweimal, aber bei diesem Salat könnte ich Wiederholungstäter werden.
4 Heringe (ich habe 4 Matjesfilets genommen) entgrätet und in mundgerechte Stücke schneiden. 4 Rote Bete gekocht, geschält und in Würfel geschnitten.
Einen gewürfelten Apfel und zwei leckere Gewürzgurken ebenfalls in Würfel schnippeln.
Eine rote Zwiebel in Ringe schneiden. Ein Esslöffel Senfkörner anrösten.
Ein Esslöffel guter Mayonnaise und 125 g saurer Sahne zu einem Dressing verrühren. Mit weißem Pfeffer würzen und mit einem Schnapsglas Wodka abschmecken. Alle Zutaten mit dem Dressing vermischen und gut 24 Stunden ziehen lassen.
Aber aufpassen dass er beim Ziehen nicht verdunstet.
Ach ja, ich Trottel habe den Wodka vergessen, aber es ist keinem aufgefallen, der MatjesHeringsalat hat auch so geschmeckt.



Dienstag, 28. August 2012

Verboten gute Geschenke, oder Schweinefilets räkeln sich in Honigpfeffer.

Vor kurzem trudelte hier im Büdchen ganz unverhofft ein Päckchen ein. Also eigentlich vergeht keine Woche in der nicht ein Päckchen hier bei uns abgegeben wird, doch in 99,9% der Sendungen handelt es sich um erwartete bzw. bestellte Waren. In aller Regel sind es Bücher, doch diesmal war es alles ganz anders. Das Päckchen hatte die Größe einer Armbanduhrenbox. Also eher kein Buchformat. Außerdem hatte es einen wunderschönen Duft, es roch etwas nach Weihnachten. Hallo, wir haben Sommer! Meine Geruchsnerven spinnen. Herr GB drängelte, was ist es denn, erwartest Du ein Wichtelpaket? Nein Schatz, im Winter wird gewichtelt. Außerdem steht in aller Regel kein Absender auf Wichtelpaketen, doch auf dieser Sendung war ein Absender und zwar von "Verboten gut"
Also nicht jetzt die Adresse des Blogs, sondern von der Kerstin, der Autorin von "Verboten gut"
In Windeseile habe ich das Päckchen geöffnet und was zum Vorschein kam seht ihr hier:
Da war nicht nur der leckere Tannenspitzenhonig drin auf dem ich im letzten Jahr schon so scharf war, eine liebevoll geschriebene Karte und kleine Tütchen gefüllt mit verschiedenen Zucker und Gewürzen kamen noch zum Vorschein.
Ein X-mas-Zucker löste das Rätsel des Weihnachtsduftes und das Tütchen mit Waldmeisterzucker ist gleich in die Kiste für meine Pralinenherstellung gewandert. Zitronentrüffel in Waldmeisterzucker gewälzt wird bestimmt köstlich.
Das dicke fette Glas mit dem Tannenspitzenhonig war kaum zu übersehen und ein innerer Zwang drängte mich es zu öffnen. Ich kann gar nicht beschreiben welch prachtvoller Duft mir entgegen kam. Eins stand fest, diesen Honig musste ich umgehend vor Herrn GB verstecken.
Ganz unten im Kästchen lag noch ein kleines Beutelchen. Honigpfeffer!!! Also darunter konnte ich mir nun wirklich nichts vorstellen.
Gleich als ich mich bei Kerstin bedankte habe ich bei ihr um Aufklärung gebeten und um ein Rezept wie ich den Honigpfeffer am Besten verwende.
Schweinefilet in Champignonrahmsoße sollte ich damit zubereiten. Es ist Jahre her wann im Büdchen Schweinefilet in Sahne eingelegt wurde um es am nächsten Tag zu garen, doch ich habe es genau nach Kerstins Anleitung gemacht und es war schweineoberlecker. Hat schon was so ein Sahnesößchen.
Obendrein musste ich eine neue Bratpfanne einweihen und da kam mir das Schweinefilet gerade recht.
Die Kerstin hat gesagt ich darf Euch das Rezept geben, allerdings wie der Honigpfeffer gemacht wird muss sie erklären vorausgesetzt er ist nicht selbstgekauft und solange wie Du diesen Honigpfeffer nicht hast, brauchst Du das Nachkochen gar nicht erst starten.
So liebe Kerstin, rück das Honigpfeffer-Rezept raus oder verrate uns Deine Bezugsquelle, ich steh auf heißen Kohlen, Herr GB will es noch mal essen ;-)

Für alle die nachbasteln wollen:
Schweinefilet mit etwas Öl einreiben und mit dem Gewürz von allen Seiten ordentlich würzen.
Anschließend in einer Pfanne kross anbraten, heraus nehmen und zum Parken auf einen Teller geben, oder wie Kerstin rät, in eine Auflaufform legen. Frische Pilze und 2 Schalotten in die Pfanne geben, weich dünsten und Sahne angießen.
Zu einem Sahnesößchen einkochen und wieder mit dem guten Honigpfeffer würzen. Die heiße Soße abkühlen lassen und über das Filet geben, oder das Filet in die abgekühlte Soße legen. Nun über Nacht durchziehen lassen und am nächsten Tag bei 160°C im Backofen fertig garen. Den Tipp von Kerstin dazu Spätzle zu essen haben wir direkt in die Tat umgesetzt und ich muss sagen, auf Anhieb würde mir nichts einfallen was besser passen könnte.
Nochmals herzlichen Dank an Kerstin.

Montag, 27. August 2012

Butterkuchen mit Aprikosen und Ingwergeschmack…

Herr GB ist eine Zuckerschnute, aber die Stammleser wissen das ja bereits. So ganz beiläufig hat er mal wieder passend zum Wochenende erwähnt das ein Butterkuchen neulich in irgendeiner Zeitung abgebildet war. Der sah natürlich super lecker aus und vor allem so sehr saftig. Kurzerhand habe ich das Altpapier durchsucht und das Blättchen gefunden. Mein Schatz hatte Recht, der Kuchen sah wirklich sehr saftig aus. Die Zutaten hatte ich im Haus und laut Rezept dauerte die Zubereitung 15 Minuten. Ich habe zwar jetzt nicht auf die Uhr geschaut, aber mit Hilfe meiner Kitty brauchte ich gefühlte 10 Minuten.

250 g Mehl, 175 g feinen Zucker, 1 Prise Salz und 225 g Süßrahmbutter (schön kalt und in kleine Würfel geschnitten) hat die Kitty zu einer Teigkugel geknetet.
Diese Teigkugel habe ich in zwei Teile geschnitten. Mit einem Teil habe ich eine Tarteform ausgekleidet.
Den zweiten Teil habe ich zwischen zwei Seiten Frischhaltefolie zu eine glatten Platte, in Größe der Tarteform ausgerollt.
Während die Kitty am Teig arbeitete habe ich 100 g getrocknete Aprikosen mit zwei Esslöffeln Ingwersirup und 50 g Mandelblätter vermischt. Die Aprikosen habe ich vorher schön fein gehackt, dann nehmen sie besser den Ingwersirup auf. Diese Aprikosenmasse in die mit Teig ausgekleideten Form geben, gleichmäßig verteilen und mit der ausgerollten Teigplatte abdecken. Am Rand der Form den überstehenden Teig in die Form drücken. Mit der stumpfen Seite, also dem Rücken eines Messers ein Kreuzmuster in den Teig drücken.
Als Abschluss die Oberseite mit einem Esslöffel Milch bepinseln und bei 180°C gute 20 Minuten im vorgeheiztem Backofen goldbraun backen.
Das Längste was an diesem Kuchen dauert ist das Abkühlen bis man ihn essen kann.

Freitag, 24. August 2012

Keine Zeit zum Schreiben, ich musste Käse machen…

Ich hatte Euch ja letztens von diesem wunderbaren "Bastelbuch" erzählt. Unverändert bin ich begeistert. Ich weiß gar nicht wie ich es Euch beschreiben soll, es weckt eine ungeheure Lust in der Küche zu werkeln und zu probieren. Es weckt meinen "Jugend forscht Instinkt"! Man bin ich von diesem Wälzer angefixt. Ja hol mich nur auf den Teppich der Tatsachen zurück, ich weiß was mein Personalausweis sagt und ja, er hat mir schon lange bestätigt, dass ich für diesen Jugenbd-Wettbewerb zu alt bin, doch was spricht dagegen den jungen Forscherdrang leben zu lassen? ;-)
Herr GB kennt das noch aus den 80gern von mir, okay da war ich um einiges jünger, aber auch da musste ich schon ausprobieren was die Küche hielt. Vom Jean Pütz und seiner Hobbythek habe ich Euch ja erst erzählt. Das waren so geniale Sendungen die durfte ich auf keinen Fall verpassen, zur Not wurden sie auf Video aufgenommen. Man was habe ich in meiner kleinen Küche alles veranstaltet, Brot gebacken, Eis mit Salz und Eiswürfel fabriziert, nix da die Eismaschine anschmeißen. Hustentees und –säfte gemischt, Müslimischungen entwickelt, verschiedene Trocknungsarten für Kräuter ausprobiert, Körperpflegemittel aus Milchprodukte und anderem selbstgemachten Zeugs angerührt. Die Pflegeprodukte wurden dann im Kühlschrank gelagert. Die eigene Kosmetikproduktion hatte allerdings ein schnelles Ende. Meine Haut mochte sie nicht und Herr GB mochte die Cremes auch nicht, sie schmeckte ihm wohl nicht so wirklich. Warum probiert er auch alles was im Kühlschrank steht.
Irgendwann habe ich mir einen Joghurtzubereiter auf anraten des Herrn Pütz zugelegt. Jetzt konnte ich nicht nur meinen Joghurt selber machen, nein auch meinen eigenen Käse verzapfen. Okay, dafür brauch ich jetzt nicht unbedingt einen Joghurtzubereiter. Ja, ja, Du liest schon richtig, ich meinte nichts anderes als den Käse den man essen kann.
Also zurück zu dem Joghurtzubereiter. Um aus Milch Käse zu machen benötigte ich damals diesen Joghurtzubereiter und einen speziellen Stecker, ich glaube das hatte etwas mit Widerstand und so zutun genauer erfährst Du es hier. Lab und verschiedene Aromen hatte ich mir natürlich auch besorgt. Das ich das passende Hobbythekbuch hatte, in dem die Anleitung bestens erklärt war, muss ich jawohl nicht expliziert erwähnen, oder!? Na, es war schon ein ganz schöner Aufwand den ich da betrieben hatte, denn der Käsebruch musste noch gepresst und anschließend in Salzlake gelegt werden. Nach drei oder vier Tagen war der Käse fertig.
Doch jetzt ist alles anders, ich habe ja dieses schöne "Bastelbuch" und da ist das so einfach, da brauchst Du kein Lab oder irgendwelche Aromen, da reicht es wenn Du Milch (natürlich die Gute), Buttermilch, Zitronensaft und Salz hast. Sicher kommst Du nicht ganz ohne Zubehör aus. Du brauchst noch eine leere Konservendose die innen weiß beschichtet ist, ein Filtertuch, eine weitere Konserve die in die andere passt, allerdings mit Inhalt damit sie schön schwer ist. Einen Teller, ein Sieb und im Buch ist noch die Rede von einem kräftigen Gummiband. Ich hatte noch einige Utensilien von Damals.
Du vermischt den Liter Milch mit dem Liter Buttermilch und gibst beides in einen großen Topf. Das Gemisch bringst Du zum kochen und rührst etwas Zitronensaft hinein. Mit steigender Wärme gerinnt die Milch und es bildet sich der Käsebruch
Einen Teelöffel Salz solltest Du auch auf jedem Fall einrühren, vielleicht sogar etwas mehr. Alles zusammen aufkochen, das Filtertuch in das Sieb legen und die Käsemilch in das Filtertuch schütten.
Gut ablaufen lassen. Du kannst die Molke übrigens auffangen und trinken, soll sehr gesund sein. Mal so unter uns, ich mag das Zeug nicht.
Nun hebst Du das Tuch samt dem Käsebruch aus dem Sieb und gibst es in die größere Dose, deckst den Bruch mit dem Tuch zu und stellst die kleinere Konserve darauf. Die Dose(n) stellst Du nun auf einen Teller, jetzt ziehst Du das Gummiband um den Teller und um die Dose damit die obere Dose Druck auf den Käse gibt der sich in der unteren Dose befindet.
Diese Konstruktion stellst Du für zwei Stunden in den Kühlschrank, jetzt hast Du schon richtig feinen Frischkäse.
Wenn Du ihn jetzt noch 2-3 Tage in eine Salzlake legst wird es Schnittkäse.
Doch bleiben wir erst einmal bei unserem Frischkäse, den kannst Du mit Kräutern Deiner Wahl mischen und sollte er etwas sehr fest geworden sein, lässt er sich gut mit einem Schuss Sahne glattrühren. Ist Dein Tatendrang, ähnlich wie bei mir unverändert nicht zu bremsen, dann legst Du das gepresste Stück Käse für maximal 3 Tagen in Salzlake.
Dafür löst Du 1 Teelöffel Salz in 500 ml Wasser, legst den Käse in eine Schüssel und übergießt ihn mit der Salzlake. Wie bereits erwähnt, wirklich maximal 3 Tage eingelegt lassen, nicht dass er zu salzig wird. Du hebst den Käse aus der Lake, trocknest ihn und kannst ihn aufschneiden,
oder Du schneidest ihn in Würfel, gibst die Würfel in ein Schraubglas, fügst Basilikum zu und füllst alles mit gutem Olivenöl auf.
Diese Käsewürfel auf Weißbrot mit einem guten Glas Wein holt Dir den Süden nach Hause.
Gelegentlich Käse machen bereitet so viel Spaß!


Donnerstag, 23. August 2012

Home made, natürlich hausgemacht…

Ein Küchenbastelbuch aus dem Dumont-Buchverlag liegt vor mir, nein dieses Buch ist keine Anleitung wie Du dir eine Küche basteln kannst, es geht eher in Richtung "Jugend forscht". Ein Buch mit stabilem Hardcover, Lesebändchen und robusten Erscheinungsbild. Also von Außen sehr vielversprechend. Aber was mir schon auf den ersten Seiten entgegenkommt fesselt meine Aufmerksamkeit. Ganz klar, in diesem Buch geht es nicht einfach nur darum nach schönen Rezepten gutes Essen auf den Tisch zubringen, in dieser Lektüre findet man Anleitungen die das Versucherherz höher schlagen lassen. Fast vergessene Zubereitungsarten, z.B. wie das selber Räuchern werden hier aufgegriffen.
Die Herstellung von selbstgemachter Marmelade kommt hier zur Sprache und wird genauso verständlich erklärt, wie die Produktion von Eis oder gar Käse. Die Autorin Yvette van Boven hat in meinen Augen kein bestimmtes Motto gewählt, aber evtl. war ihre Devise "alles Hausgemacht". Einwenig erinnert es mich an die gute alte Zeit der Hobbythek mit Jean Pütz. Verschiedene Grundanleitungen werden in Bilderkursen dargestellt, was ich überaus hilfreich finde. Als eine ganz tolle Idee empfand ich die Rezepte die den "Grundanleitungen" folgten. Das muss man sich wie folgt vorstellen: erst wird z.B. erklärt wie man eine Makrele räuchert und anschließend folgt gleich ein Rezept zur Verwendung. Weil mich das so faszinierte habe ich es gleich ausprobiert.
Das Buch startet mit einem Vorwort von der Autorin selbst geschrieben. Es gibt einen kleinen Einblick in einen Teil ihres Lebens.
Dann folgt ein Inhaltsverzeichnis das die Rezepte nach Rubriken auflistet. Hier wirst Du bereits von den ersten Anleitungen verführt und es setzt der beschriebene Tatendrang ein.
Der eigentliche Bereich der Rezepte und Anleitungen wird dich weiterhin gut unterhalten und animieren tätig zu werden. Es wird einfach nicht langweilig.
Dass dieses Buch am Ende nochmals mit einem Inhaltsverzeichnis aufwartet war fast zu erwarten, doch dass es gleich noch ein Register nach Gängen und ein weiteres nach Zutaten gibt, ist für mich schon faszinierend. Wer in diesem Buch etwas sucht wird es bestimmt irgendwo finden.
Die Texte und Rezepte sind sehr liebevoll gestaltet, teilweise erweckt es den Eindruck eines handgeschriebenen Rezept-Buches. Wobei auch handgeschriebene Rezepte die abfotografiert wurden, zu finden sind. Was dem Buch nochmals seinen ganz eigenen Charme gibt. Einige Bilder und Texte vermitteln den Eindruck einer verträumten, doch modernen Landhausküche und andere wieder klassisches, wie rationales Kochen der Moderne.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch für jeden der ausprobieren will und mehr erwartet als Rezepte nach denen "lediglich" Speisen gefertigt werden.
Es regt zur eigenen Kreativität an und lässt jedes Versucherherz höher schlagen. Ich wollte wissen, wie andere auf dieses Buch reagieren und ob ich alleine stand mit meinem Gefallen an diesem Buch. Aber ich war überrascht welchen Anklang es im Freundeskreis zeigt. Irgendwie war für jeden etwas dabei. Ich werde es sicherlich im Auge behalten und noch das eine oder andere daraus berichten.

Das sagt der Verlag:
»Home Made« beginnt mit dem Frühstück und nimmt seinen Verlauf durch die Mahlzeiten des Tages: Eigenes Brot am Morgen mit gesunder Marmelade, ein ebenso gutes wie schnelles Mittagessen, und Richtung Nachmittag ein kleiner Kuchen zum Tee. Erfrischende Getränke und Drinks und ein köstlich leichtes Abendessen runden den Tag ab. Auch die Knabberei zur Mitternacht fehlt in diesem unkomplizierten Hausbuch nicht. »Home Made« ist ein sehr sympathisches Koch- und Hausbuch für jeden Tag. Es gewinnt durch seine Fotos und liebevolle Illustrationen mit Anleitungen, es überzeugt mit praktischen und guten Rezepten für alle Mahlzeiten. Wie macht man gutes Eis ganz einfach ohne Eismaschine oder wie lässt sich Frischkäse unkompliziert zubereiten?
In diesem Kochbuch gibt es leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Erläuterungen, mit denen das Kochen am eigenen Herd mit einfachen Mitteln großen Spaß macht und man nicht ständig teure neue Küchengeräte oder Zutaten kaufen muss. Mit diesem Buch können Sie wirklich sagen: »Alles, natürlich hausgemacht!«
• Charmante, liebevolle Ausstattung
• Kochbuch des Jahres 2011 in NL
• Klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Worte Zur Schriftstellerin:
Yvette van Boven (*1968) ist die charmanteste Köchin der Niederlande. Und nicht nur das: Sie ist Illustratorin, Food Stylistin und Rezept-Autorin für Magazine und Tageszeitungen – sie kann wunderbar schreiben und bezaubernd zeichnen. Gemeinsam mit ihrem Cousin Joris Vermeer führt sie das Restaurant ›Aan de Amstel‹ in Amsterdam

Home Made. Natürlich hausgemacht
Yvette van Boven
432 Seiten, mit 220 farbigen Abbildungen
H26,5 x B21,0 Hardcover
EUR 34,00 [D] / 45,90 sFr.
Erstverkaufstag: 08.03.2012
ISBN 978-3-8321-9442-0


Mittwoch, 22. August 2012

Heiße Tage, scharfe Suppe…

Ich weiß, Du wartest seit Tagen auf einen Bericht von mir und willst ein Lebenszeichen haben, aber auch im Pott ist es warm und die Menschen hier leben nicht unterirdisch und hausen im kühlen Stollen, sondern quälen sich bei über 30° zur Arbeit und der Lorenz brennt vom Himmel als hätte er etwas gut zu machen.
Mir ist es ja schon etwas zu heiß, ich würde gerne mal wieder etwas Gutes schmoren, oder einen leckeren Eintopf essen, doch bei dieser Wärme finde ich keine Mitesser die sich für derartige Eskapaden opfern würden. Frag mal in die Runde ob jemand ein Eis essen möchte, oder gekühlten Obstsalat. Da findest Du Esser, soviel hast Du gar nicht an Eis- oder Obstvorrat.
In solchen fällen hole ich mir Rat bei Herrn Klink, Du weißt schon, der Vince der immer so tolle Ideen, oder besser gesagt tolle Rezepte in seinen Büchern hat.
Außerdem kann ich auf diese Art wieder etwas zu dem Jahresevent, der bei foodfreak läuft, beisteuern. 
Eine scharfe Joghurt-Pfirsich-Suppe mit warmen Garnelen. Mit diesem Süppchen kam jeder auf seine Kosten. Herr GB weil es schön kühl war und ich hatte eine warme Komponente. Jetzt sag mal, hättest Du auch zugelangt oder weiterhin auf Eis und Obstsalat bestanden?
Joghurt-Pfirsich-Suppe:
1 rote Chilischote
1 große Fleischtomate
½ Bund Schnittlauch
6 Blätter Zitronenmelisse
2 saftige reife Pfirsiche
½ Zitrone
4 Garnelen
Salz, Pfeffer
Olivenöl ca. 2 Esslöffel
500 g Joghurt 10%
250 ml Gemüsebrühe abgekühlt
1 TL Ahornsirup
Chilischote putzen und fein hacken. Tomaten und Pfirsiche häuten und entkernen. Das jeweilige Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und die Melissenblättchen fein hacken. Alle gehackten und geputzten Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Salat vermischen. Mit Zitronensaft und einem Esslöffel Olivenöl würzen und zur Seite stellen.
Joghurt mit Gemüsebrühe und Ahornsirup vermischen und mit Salz, wie auch mit Pfeffer würzen.
In dem restlichen Öl die Garnelen von beiden Seiten knappe 3 bis 4 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
In Suppentassen den Pfirsich-Tomatensalat geben, mit der Joghurtbrühe aufgießen und jeweils mit einer gebratenen Garnele anrichten.