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Mittwoch, 14. November 2012

SlowFisch-Bremen oder hättest Du gerade etwas Zeit für mich?

Ich, das Klärchen, war mal wieder auf Reisen und habe an einem Wochenende ein
halbes Bundesland angesehen. Nicht nur das, ich war ohne Herrn GB unterwegs! Natürlich trieb ich mich nicht alleine herum, sondern war mit der Freundin unterwegs. Ja genau, mit DER Freundin!!! Sicher kannst Du Dir denken warum ich Dich in der Überschrift schon gefragt habe, ob Du gerade Zeit hast, denn dieser Beitrag heute wird wohl etwas länger, wie das bei Frauen eben so ist.
Also, am besten Du stellst den Ton deines Telefons aus, die Haustürklingel ab, schließt die Tür von dem Zimmer ab in dem Du gerade sitzt (Du wirst die Ruhe brauchen) und holst Dir jetzt mal einen großen Pott Kaffee, denn alles fand in der Stadt statt, die früher der größte Kaffeeumschlagplatz in Deutschland war.
Mit Bahnticket und Hotelreservierung im Gepäck ging es am Samstag ab Hauptbahnhof Bochum Richtung Bremen. Herr GB hat mich führsorglich, wie er nun mal ist, zum Bahnhof gebracht. Er konnte leider nicht mit, Ihr wisst schon, Samstag ist Markttag und irgendeiner von uns beiden musste ja am Samstag einkaufen, ich war es nicht!
Zusammen mit der Freundin ging es jetzt mit dem Zug ab nach Bremen zur SlowFisch. Wir beide sind überzeugt, die Bahn muss eine geheime Abkürzung genommen haben. Denn die angeblichen zwei Stunden Reisezeit waren so kurz, dass wir uns gerade einmal übers „Grobe“ austauschen konnten. Unserer Meinung nach ist der Zug in Schallgeschwindigkeit und ohne Halt an anderen Bahnhöfen durchgerast. Kennt man von der Bahn sonst gar nicht.
Glück gehabt dass die Polizei keinen Blitzmarathon abgehalten hat, sonnst hätten die garantiert einige Punkte bekommen.
Dank der Bahn, sind wir gut in Bremen angekommen, dann schnell zum Hotel, Gepäck in die Ecke geschmissen und schnurstracks rüber zur Messehalle.
Wir waren eingeladen und man wartete schließlich auf uns. Ich kann nur sagen, alle Blogger die nicht gekommen sind, egal ob vorher angemeldet oder von vorneherein eine Anmeldung gescheut haben, Pech für Euch. Die da, von der Messe, haben es für uns mal echt richtig nett gemacht. An dieser Stelle erstmal herzlichen Dank an Julie Backhoff von der Pressestelle Messe Bremen die zu den Foodbloggern den Kontakt aufnahm. Man hatte ich ein Glück dass ich mit dem Büdchen auch auf diese Einladungsliste gerutscht bin, ausgerechnet ich das Klärchen.
Die Freundin und ich waren natürlich viel zu früh. Aber wir beide hatten die extremste Neugierde im Nacken sitzen. Also war es für uns kein Problem, nach der super freundlichen Begrüßung im Pressebereich, uns auf eigene Faust vorab schon mal durch die Messehallen zu schlagen. Nicht nur die Freundin und ich konnten es nicht erwarten, nö, die reizende Sarah, die die Küchenkatastrophen fabriziert, wollte auch den Wurm fangen und spielte den frühen Vogel. Wir drei Mädels machten bis 12:00 Uhr die Hallen unsicher und jede hatte etwas das sie unbedingt als erstes sehen musste. Mädels eben.
Pünktlich um 12:00 Uhr waren wir aber wie verabredet am Treffpunkt und das für uns zusammengestellt Programm konnte starten.
Was Slow Food und SlowFisch eigentlich bedeutet, brachte Frau Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland, uns Foodbloggern näher.
SlowFood steht für gute, saubere und faire Lebensmittel. SlowFisch bringt Erzeuger mit Verbrauchern zusammen und will bewussten Genuss fördern und dafür begeistern.
Herr Robert Friedenberger, Slow Food Qualitätskommission, öffnete durch Beispiele die Bloggeraugen und machte auf massive Missstände aufmerksam. Er zeichnete auf wie unsere Lebensmittel durch Züchtungen sich so verändern, dass sie nur noch einen Nutzen haben. Diesen allerdings nicht brauchbar für den Erzeuger oder Verbraucher, sondern lediglich in meinen Augen der Gewinnmaximierung dient.
Im Anschluss nahm sich Herr Hans Schüler, Slow Food Convivium Bremen, der Bloggerbande an. Einen interessanten Messerundgang startete er und führte uns als erstes zum Stand des Bundesverbands der Vorzugsmilcherzeuger u. Direktvermarkter von Milch u. Milchprodukten (BVDM).
Wusstest Du dass Vorzugsmilch die eigentliche Frische Vollmilch ist? Total unbehandelt und noch mit allen denkbar ursprüngliche Nährstoffen versehen? Allerdings nur 96 Stunden haltbar. Solltest Du Laktose intolerant sein, käme es auf einen Versuch an, ob Du diese Ursprungsmilch vielleicht sogar verträgst.
Die nächsten Informationen bekamen wir von dem Initiator des Netzwerkes "Fisch vom Kutter“ Herrn Uwe Sturm. Das ist schon klasse was er da auf die Beine gestellt hat. Eine, ich sag mal, Fischer App! Eine geniale Einrichtung für das Smartphon für Fischliebhaber, die sich im Umkreis von verschiedenen Häfen befinden und frischen Fisch vom Kutter bevorzugen.
Der Fischer Jan Meyer erklärte uns die Handhabe, an die sich die Fischer, die eher nicht wie Blogger mit Handy und Laptop ausgestattet sind, herantrauten und heute problemlos damit hantieren. Ein genialer Schritt den hier Erzeuger (Fischer) und Verbraucher in Richtung Zukunftssicherung gemacht haben.
Den zweiten Karpfen in meinem Leben konnte ich am Stand „Land der 1000 Teiche“ probieren.
Den grätenreichen Fisch hatte ich jetzt nicht wirklich in bester Erinnerung.
Aber auch hier gewann ich einen anderen Blickwinkel und vor allem die Erkenntnis, dass es mehr als Karpfenblau gibt.
Dass eine Brasse essbar ist
und nicht nur in der Verbrennungsanlage zur Herstellung von Bio-Gas tauglich, habe ich bei Ziel-Fisch GbR gelernt. Herr Thomas Struppe hat sich mächtig ins Zeug gelegt um uns aufzuklären
und Herr Malte Frerichs gab sein Bestes und bereitete die Filets, die trotz sorgfältiger Bearbeitung keine wirklichen Filets waren, zu.
Der Fisch der voller Y-Gräten steckt wurde von ihm so zubereitet, dass nicht eine Gräte spürbar war und eher zum knuspern einlud.
Herr Andrea Luik vom Deutschen Barrique Forum hielt nicht nur interessante Informationen zum Thema im Barrique ausgereifte Weine in der Vinothek parat, er überraschte uns auch mit einem roten und weißen Tröpfchen den wir verköstigen konnten.
Wenn Du glaubst jetzt wäre das Programm beendet, dann liegst Du falsch. Jetzt hatten die Blogger eine kleine Pause die jeder nutzen konnte wie er wollte. Die Freundin und ich, wir wollten Fischsuppe essen, uns auf heute einstimmen, denn heute ist der Fischsuppenkurs an dem ich teilnehme. Tja und mal so ganz nebenbei, an meiner Seite hatte ich keine geringere Person, wie die Fischsuppenkochkursleiterin von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet höchstpersönlich. Falls Du es noch nicht weiß, es gibt im Ruhrgebiet drei Convivien, links, rechts und wir mittendrin. Mal so ganz unter uns, ich glaube die Freundin hat sich von dem Koch noch Tipps geben lassen und sollten wir die Suppe halb so gut hinbekommen, bin ich schon jetzt begeistert.
Ruckzuck war es 16:30 Uhr und die zweite Runde konnte starten. Der Küchenjunge, die Freundin von Reine Geschmacksache, der Wurstsack, die Küchenkatastrophen, Baschetti und ich liefen, wie auch schon vor der Pause, Herrn Schreiber auf Schritt und Tritt hinterher. Die Ziele die er ansteuerte waren einfach zu gut um etwas verpassen zu wollen.
Der nächste Herr stand mit Informationen bereit. Herr Dr. Tim Staufenberger erklärte in angenehmer Art wie die Muschelzucht in der Ostsee wieder zum Aufleben erweckt wurde. Welche Vorteile und vor allem positive Auswirkungen die Bio-Muschelzucht auf Gewässer und Umwelt hat.
Zu einer Verköstigung der leckeren Bio-Muscheln, zubereitet in einem delikaten Sud, lud uns Herr Pierre Binder vom Ringhotel Birke ein. Toll was da von der Kieler Fördemuschel dem Verbraucher geboten wird.
Den Höhepunkt erreichte die Veranstaltung mit der Verköstigung bei „Beifang à la „ländlichfein“ mit dem Sternekoch Tilman Hahn, der obendrein noch Slow Food Convivienleiter in Rostock ist. Beifang muss nicht in der Abfalltonne landen, oder würdest Du nicht auch mal gerne den Ostseeschnäpel probieren?
Ostseeschnäpel auf Kartoffelschaum und an Rote Betewürfel, das Ganze dekoriert mit frittierten Lauchfäden.
Nur bei dem Gedanken an diese köstliche Zusammenstellung plätschert schon wieder ein Pfützchen in meinem Mund hin und her.
Nun kamen wir zum Ende, allerdings nicht ohne Abschiedsschluck. Den servierte uns Brigitta Rust, Bremens erste Destillateurin.
Man ist das ein feines Zeug was wir probieren durften, selbst ich, die eher Brände meidet, hätte gerne noch einen Nachschlag gehabt, wenn er nur nicht so hochprozentig wäre. Das übliche Brennen im Nachgang hatte ich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, es machte sich eine Art Vollmundigkeit breit die sanft die Innenwände des Mundes umspielte. Der Haselnussbrand, den ich probierte, schmeckte wie eine hochwertige Noisette-Schokolade duftet. Einfach einzigartig.
In meinen Augen eine gelungene Veranstaltung an der ich gerne wieder teilnehmen würde. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen lieben Aufmerksamkeiten und das tolle Programm.
Jetzt kannst Du Dir denken dass der Tag natürlich noch nicht beendet war und der Freundin und mir noch ein halbes Bundesland zu Füßen lag, dass erkundet werden wollte. Also hieß es jetzt für uns ab aufs Zimmer, sich leicht erfrischen und die Stadt unsicher machen. Haben wir auch gemacht, aber jetzt wird Dir mein Post sicher zu lang und eh Du Dich langweilst, höre ich lieber auf.
Ach ja, wer meint Blogger erkennt man, weil sie Laptops als Hände haben, nur mit ihrer tollsten und neuesten Ausrüstung beschäftigt sind und ohne Computer nichts geht, wird eine bittere Enttäuschung erleben ;-)