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Freitag, 13. Juli 2012

Jetzt gibt es echte Beeren…

Wir im Büdchen mögen ja nun absolut keine Konfitüren oder Gelees in denen Kerne enthalten sind. Also Herr GB isst sie schon, nur ich bin da etwas zickig. Die einzigen Früchte die ihre Kerne mit ins Glas nehmen dürfen sind Erdbeeren, aber das sind ja auch gar keine Kerne sondern Nüsschen und zum gefühlten tausendsten Mal, es sind auch keine Beeren. Irgendwie hat mich das ganze Beerenthema jetzt aber doch sehr interessiert und deshalb durften Stachelbeeren in den Einkaufskorb springen.
Prompt kam natürlich die unvermeidbare Frage: Was soll aus ihnen werden? Die Dame am Obststand erwähnte eine Kombination aus Stachelbeeren und Bananen. Die Idee fand ich gar nicht so übel. Also habe ich erst einmal die Stachelbeeren geputzt und mit Zucker vermengt, aufgekocht und garen lassen bis die Haut der Beeren aufplatzte.
Dann den Beerenbrei in ein Sieb gegeben und durchgestrichen.
Das kernige Beerenmus auf Backpapier aufgestrichen und im Dörrautomaten trocknen lassen.
Die getrockneten Brocken in Stücke gebrochen, in einen Blender gegeben, einige Esslöffel Zucker zugefügt und zerkleinert, bis aromatisierter Puderzucker übrig blieb.
Den Zucker nochmals durch ein Sieb gegeben und komplett kernlos in einem Glas, gut verschlossen und beschriftet, ins Vorratsregal gestellt.
Nun aber wieder zu meinem kernlosen Stachelbeer-Mus. Zu dem saftigen Brei habe ich die gleiche Menge Gelierzucker gegeben. Alles einmal aufgekocht. Vorher hatte ich noch Bananen geschält und diese in Scheiben geschnitten. Die Scheiben sollten nicht zu dünn sein, denn sonst zerfallen sie sehr schnell.
Sobald das Stachelbeer-Mus einmal aufgekocht ist, die Bananenscheiben zufügen, gute zwei Minuten kochen und heiß in Twist-off-Gläser füllen. Die Gläser umgedreht mit dem Deckel nach unten auf ein feuchtes Küchentuch stellen.
Stachelbeergelee mit Bananen, eine Leckerei für den Frühstückstisch.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Rosen oder Erdbeeren, ist doch eh alles eine Sippe…

Ja, da bist Du jetzt platt, nee! War ich auch! Neulich als ich dachte, jetzt mach Dich mal schlau kommst ja vom Bau und informiere Dich mal, was die Erdbeere wohl eigentlich für eine Frucht ist.
Nicht nur das sie eine Sammelnussfrucht ist, nein, sie ist auch noch eine Scheinfrucht und zur Krönung gehört sie obendrein noch zu den Rosengewächsen. Ganz schön dick aufgetragen dieses Früchtchen.
Aber ich muss es ja auch eingestehen, diese roten Beeren was ja gar keine Beeren sind, sind mir unter den Beeren die Liebsten. Sie sind so vielseitig verwendbar und nicht nur für Süßspeisen. Hast Du schon einmal einen Spinatsalat mit Holunderblütenessig und Erdbeeren gegessen, dazu kleine Frischkäsekugel und etwas Weißbrot? Kennst Du nicht? Na dann lass Dich mal überraschen, mach ich mal die Tage. Aber jetzt werden die Erdbeeren erstmal zu Sirup verarbeitet. Soll ich Dir sagen warum? Weil genau der Juli der Rosenmonat ist. Sämtliche Rosensträucher stehen in voller Blüte und in diesem Jahr kommen in meinen Sirup auch noch Rosenwasser und Rosenblätter. Aber nicht irgendwelche Rosen, nöö. Für Rosengelee, Rosenwasser oder Rosenlikör haben wir eigens eine ganz bestimmte Rose ins Rosenbeet gepflanzt.
Die Rose de Resht versorgt mich mit einer fantastischen Blüte die einen betörenden Duft entwickelt und sich für Rosenspeisen hervorragend eignet. Selbst die Parfumindustrie hat sie sich schon wegen ihrem traumhaften Duft zu Eigen gemacht.
Ich verwende sie für einen aromatischen Erdbeer-Rosen-Sirup. Die Farbe und das fruchtige Aroma bringt die (Nicht)Beere mit und für den dezenten Rosengeschmack und Duft sorgen die Rosen. Für meinen Sirup benötige ich Erdbeeren, Zucker, Wasser, Duftrosenblätter und Rosenwasser.
Rosenwasser herzustellen ist eine meiner leichtesten Übungen. Man benötigt 150 g Rosenblütenblätter aus denen der weiße Blattansatz herausgeschnitten wird. Der schmeckt bitter und das wollen wir nicht.
Nun werden 50 g  Blütenblätter mit einem Liter siedenden Wasser übergossen und eine Stunde stehen gelassen. Nach einer Stunde das Wasser abseihen, wieder zum Kochen bringen und die nächsten 50 g Blütenblätter mit diesem Wasser übergießen. Wieder eine Stunde ziehen lassen und anschließend abseihen. Nochmals das Wasser erhitzen, die letzten 50 g Rosenblütenblätter mit dem heißen gefilterten Wasser übergießen und weitere 60 Minuten ziehen lassen. Wieder das Wasser filtern und zum aufbewahren in eine dunkle Flasche füllen.
Hast Du erst einmal Dein Rosenwasser fertig, ist der Rest vom Sirup schon fast in Flaschen.
Für den Sirup 500g geputzte Erdbeeren in einen Topf geben (ich viertel die Früchtchen) 300 g Zucker zufügen und mit 300 ml Wasser übergießen. Alles aufkochen lassen und 3 Minuten köcheln lassen. Nun 200 ml Rosenwasser und 2 Händevoll Duftrosenblätter zugeben. Nochmals aufkochen lassen und weitere 2 Minuten köcheln lassen. Den Sirup durch ein feines Sieb filtern und heiß in sterilisierte Flaschen füllen die bitte sofort verschlossen werden.
Der Erdbeer-Rosen-Sirup schmeckt fantastisch in Prosecco, in Erdbeerbuttercreme, über Eis oder Pudding und wer damit mal Erdbeeren mariniert hat, möchte sie fast nie mehr anders genießen.
Ach, fast hätte ich es vergessen, die abgefilterten Erdbeeren auf keinem Fall entsorgen, die brauchen wir noch, für was zeige ich in den nächsten Tagen.
Ich liebe Abfallprodukte, Du wirst schon sehen. ;-)


Mittwoch, 6. Juni 2012

Glaskuchen, ist der gut verschlossen kommt da so schnell keiner dran…

Im Büdchen habe ich ja so gewisse Lager für verschiedene Leckereien die nur mir bekannt sind, dachte ich! Ich glaube Herr GB kennt jedes von mir angelegte Arsenal und will bei mir aber als Unschuld vom Lande erscheinen. Falls ich mal etwas vermissen sollte ist er ja aus dem Schneider, denn er weiß ja angeblich von nichts. Neulich hatten wir im Hofladen in Wattenscheid nicht nur Spargel gekauft. Neben Eier, Tomaten und Schinken sind auch noch drei Weckgläser mit Kuchen in den Einkaufskorb gewandert. Blaubeer-, Rotwein- und Apfelkuchen. Ich weiß dass man ihn auch selber machen kann und dass er schnell gemacht ist, aber manchmal ist kaufen eben doch noch ein Ideechen schneller. Außerdem wollte ich mal ausprobieren wie dieser Kuchen hier so schmeckte und ob ich mir auch mal wieder die Mühe machen sollte Kuchen einzukochen.
Wie teuer jetzt so ein Glas jeweils war weiß ich nicht mehr, aber sie sahen sehr appetitlich aus und da ich meine Zuckerschnute gerne mal mit solchen Leckereien überrasche, musste ich nicht lange überlegen und habe sie gekauft. Eigentlich ist es eine sehr einfache Art der Haltbarkeit und diese Kuchen sind so "pflegeleicht" in ihrer Aufbewahrung, dass es normal Pflicht sein müsste diese Süßigkeit im Vorrat zu haben. Wie ich gelesen habe, kann jeder feste Kuchen verwendet werden, Hauptsache er ist auch schön saftig. Der Einkauf in diesem besagten Laden ist ja jetzt nun schon einige Wochen wieder her und am Sonntag erwähnte Herr GB etwas eindringlich, das es das letzte Glas Kuchen ist das wir haben! Ach was er nicht so alles weiß! Das war kein Wink mit dem Zaunpfahl, das war schon ein ganzer Lattenzaun! Oki,  ich habe verstanden, also backe ich jetzt Glaskuchen, oder besser gesagt Möhrenkuchen mit Kürbiskernen, schön saftig. Natürlich genauso hermetisch abgeriegelt wie der Gekaufte. Nur müsste ich mir mal wieder eine neue Lagerstätte suchen, die alten Geheimplätzchen scheinen nicht mehr richtig geheim zu sein…
Möhrenkuchen mit Kürbiskernen im Glas
(der Teig reicht für 3 Gläser á 400ml)
200 g fein geraspelte Möhren
50 g Walnüsse, fein gemahlen
175 g Rohrzucker
2 Eier
150 ml Rapsöl
60 g Kürbiskerne, fein gemahlen
½ Teelöffel Zimt
2 Prisen Muskatnuss
1 Prise Salz
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Natron
200 g Mehl
Butter zum ausfetten der Gläser
Mehl zum bemehlen der Gläser
Zucker und Eier schaumig schlagen bis eine weiße cremige Masse entstanden ist. Das Öl langsam unter die Eiermasse schlagen das es sich gut mit der Eiercreme verbindet. Möhrenraspel, Kürbiskerne und Walnüsse in die Masse geben und unterrühren. Zimt, Muskatnuss und Salz zufügen. Backpulver, Natron und Backpulver vermischen und ebenfalls zur Eiermasse geben. Alles gut untermischen.
Einkochgläser mit der Butter kräftig einfetten und mit Mehl gut bestäuben, damit nichts kleben bleibt. Wer möchte, kann statt Mehl auch gemahlene Kürbiskerne, gemahlene Nüsse oder Panierbrösel verwenden.
Die Gläser maximal mit 2/3 Teig füllen. (in meinen Gläsern waren das jeweils 270 g)
Die Gläser in den vorgeheizten Backofen ca. 35 Minuten bei 160°C Umluft backen.
Mit einem Holzstäbchen eine Probe machen und wenn kein Teig mehr am Holzstäbchen kleben bleibt ist der Kuchen fertig. Die Gläser aus dem Backofen nehmen, leicht abkühlen lassen und den Rand ggf. fein säuberlich reinigen.
Ein Einmachgummi auf den Rand auflegen, darauf einen Deckel und mit Einmachklemmen festklemmen. Bei 100°C im Einkochkessel 30 Minuten einkochen, oder wie ich es gemacht habe im Dampfgarer die Gläser bei 100°C 30 Minuten einkochen.
Der Glaskuchen funktioniert übrigens auch mit Twist-off-Gläsern, nur dann bitte die Gläser nach dem Backen umgehend aus dem Backofen nehmen und sofort mit dem Twist-off-Deckel verschließen.
Die Gläser abkühlen lassen und am nächsten Tag kontrollieren, ob sich die Deckel nach innen gezogen haben und ein Vakuum bilden konnten. Nur mit dem Vakuum sind die Kuchen festverschlossen und gut 6 Monate haltbar.
Ganz wichtig! Bitte nur Sturzgläser verwenden, sonst bekommt man den Kuchen nicht einwandfrei aus den Gläsern. Die Gläser müssen eine gerade Form haben und einen glatten Rand.