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Sonntag, 3. Oktober 2010

Blätter fallen und es klopft an der Tür…

Die letzten Spätsommertage machen mir immer Lust auf einen Kurztrip an den Rhein. Doch es ist ein Drama, immer wenn die Zeit für ein Trip da ist, regnet es und die Lust auf Wanderungen und Picknick in Weinbergen sinkt rapide auf den Nullpunkt zurück. Die Erfahrung hat gezeigt, an solchen Tagen sitzt man dann im ausgesuchten Ausflugsziel nur in Gaststätten herum und pflegt den Leib, wobei die Seele meistens aus Mangel an Sonnenstrahlen doch sehr vernachlässigt wird.
Für mich ist ja Kochen Nahrung für die Seele, also bleibe ich zuhause, schwinge selbst den Kochlöffel, labe mich mit meinen Lieben an den Ergebnissen und ärgere mich nicht über den Regen, oder dass unerwartet die Sonne dann doch scheint wie verrückt..
Jetzt zum Ende des Sommers kommt so langsam der Appetit auf herzhafte Speisen zurück. Unbewusst bereitet sich der Körper auf Winter vor, aber wir haben erst Herbst, ich kämpfe noch mit den Pfunden vom letzten Winter und ich brauche nicht ein Pölsterchen mehr auf den Hüften, ich habe gut isolierte Wohnräume mit einer intakten Heizung. Wann merkt mein Körper das endlich?
Was sich zu den Pölsterchen einstellt, ist das Gemütlichkeitsgefühl. Mit Decke, Teechen und Büchern auf der Couch, kuscheln ist nichts für den Sommer, das ist Herbst. Bunte Blätter, warme Farben und Spekulatius im Supermarkt zeigen die Richtung an. Die Spekulatiusaktion boykottiere ich ja, wobei es gibt da so klitzekleine Minispekulatius mit Schokolade, die habe ich ja mal probiert, aber irgendwie zählen die nicht. Habe ich ja auch wirklich nur ein einziges Mal gekauft und ich warte jetzt echt bis Dezember, Ehrenwort.
Außerdem hat der Herbst ja gerade erst angefangen und was ja auch ein Zeichen für Herbst ist, ist der Vorrat an Federweißer. Der ist noch lange nicht erschöpft und die Ideen, was man alles zum Federweißer essen kann, auch nicht.

Ich habe so viele Ideen, bis ich die alle umgesetzt habe, ist aus dem Federweißer sicher schon ein edles Tröpfchen gegoren, den man dann doch eher zu einem Frühlingsmenü schlürfen kann.
Also fange ich mal gleich mit meiner ersten Idee an und lasse den Herbst einziehen, der klopft energisch an der Tür…


Rezept: Rosenkohl-Tarte mit Bratwurst
750 g Rosenkohl
Salz
50 g Butter
½ Esslöffel Zucker
1 Prise Cayennepfeffer
Etwas Muskat
Einige Chillifocken
50 g Pinienkerne

Mürbeteig:
200 g Mehl
100 g Butter, eiskalt
1 Eigelb
½ Teelöffel Salz
Evt. 1-2 Teelöffel Sahne oder Wasser

Aus Mehl, Butter Eigelb und Salz schnell einen Mürbeteig kneten. Idealerweise mit den Händen, das geht besser wie mit einer Küchenmaschine. Sollte der Teig zu wenig Geschmeidigkeit haben, etwas Sahne oder Wasser einarbeiten. Zu einer Kugel formen und im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen.

Zwischenzeitlich den Rosenkohl putzen und ca. 3 Minuten köcheln lassen. In einer Tarteform den Zucker in der Butter karamellisieren. Den Rosenkohl abgießen, die Köhlchen halbieren und in die Tarteform in die Butter geben. In einer Pfanne die Pinienkerne leicht anrösten und auf dem Rosenkohl verteilen. Mit Salz Cayennepfeffer und Chiliflocken würzen.
Den Mürbeteig auf Größe der Tarteform ausrollen und den Rosenkohl damit abdecken.
Die Ränder in die Form drücken und anschließend bei 200°C im Backofen ca. 20 Minuten backen.
Vor dem Stürzen einige Minuten ruhen lassen.
Zu Stürzen einen Teller auf die Form legen und die Form auf den Kopf stellen.

Dazu schmeckt Bratwurst ganz super.


Sonntag, 26. September 2010

Der Rémy ist kein Cognac

Genuss ist eine Sinnesempfindung die ich mit Wohlbefinden gleichsetze. Die Bedeutung dieser Sinnesempfindung ist bei den Menschen allerdings sehr unterschiedlich. Ein Schnitzel, das die Größe eines Wagenrades hat, erzeugt bei dem Einen unermessliche Essensgelüste und dem Anderen wird bei einem derartigen Anblick eher Speiübel.
Ich mag ja eher die kleinen Portionen, lieber etwas weniger, dafür aber schmackhaft, vielleicht noch mit einem klitzekleinen Nachschlag. Denn satt werden sollte man schon.
Etwas anders wie beim Essen verhält es sich, wenn es ums Trinken geht. Nein, nein, da gibt es jetzt nichts miss zu verstehen.
Ich meine Durst, also wenn ich Durst habe und mir setzt jemand ein 0,1 l gefülltes Miniglas vor, fange ich beim Anblick schon an zu kollabieren wegen Austrocknungsgefahr. Im Durstzustand müssen die Trinkgefäße überproportional groß sein, ein halber Liter ist da gerade richtig.
Aber auch das Trinken kann man nicht über einen Kamm scheren. Ich genieße am Nachmittag gerne mal ein Tässchen Espresso mit einem Gläschen Wasser und einem Mandorla, oder aber auch mal ein Tässchen Kaffee mit einem Gläschen Sherry oder Cognac.
Die Genussgetränke kaufen wir immer beim Rémy, ja richtig, beim Rémy. Um genau zu sagen , heißt er für mich immer noch Herr Ernenwein, oder noch besser Monsieur Ernenwein, Direktimport aus Frankreich. Das Einzige was Monsieur Rémy Ernenwein mit Cognac verbindet, er verkauft ihn. Seine Handelsware besteht allerdings eher aus Weinen.


In unserer Gegend einer der besten Weinhändler und sein Name ist schon fast Programm. (Er möge mir diesen Satz verzeihen)
Er weiß was schmeckt und was die Sinne kitzelt. Er trifft mit seiner empfohlenen Auswahl meistens den Nagel auf dem Kopf.


Von Günstig bis zum edelsten aller Tröpfchen, darunter angesehene Schnäppchen, beherbergt das selten schöne Fachwerkhaus so einiges, was sich der Weinliebhaber erträumt.

Seine „Collage“, das ist das Magazin von Rémy´s Weinhaus für Genießer, ist eine interessante und informative Schrift die nicht jeder Weinhändler aufweisen kann.
Ich bekomme dieses Magazin automatisch, weil ich seit zwei Jahren in seinem Weinklub bin. Hatte ursprünglich null Ahnung vom Wein...trinken, habe mich förmlich heran getrunken wie man so schön auf Neudeutsch sagt.



Bin ja lange noch kein Kenner, aber ich übe und genieße und Monsieur ist die beste Unterstützung die ich mir wünschen kann.


Jetzt ist Federweißerzeit und Monsieur hat in der Pfalz an seine Kunden gedacht und eingekauft. Nun bin ich an der Reihe und mache mal schnell einen Flammkuchen...

Rezept: Flammkuchen


250 g Mehl
2 Esslöffel Öl
125 ml Wasser
Salz
200 g Schmand oder Creme fraiche
200 g Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln
200 g Schinkenwürfel, geräuchert
etwas Sahne
Pfeffer, Salz
Mehl, Öl, Wasser und Salz zu einem glatten Teig verkneten und auf einem Backblech dünn ausrollen. Sollte der Teig kleben etwas Mehl zusätzlich verwenden.

Schmand oder Creme fraiche in einer kleinen Schüssel mit der Sahne, Salz und Pfeffer vermischen und glatt rühren. Es sollte eine cremige, nicht zu dünne Masse sein. Auf den ausgerollten Teig streichen.
Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln in Ringe oder Stücke schneiden und auf die Schmandschicht geben. Anschließend noch die Schinkenwürfelchen verteilen.

Bei 180° C im vorgeheiztem Backofen ca. 30 Minuten backen.