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Freitag, 6. Mai 2011

Fliederklau nach altem Gesetz doch eigentlich Mundraub...

Das hatte ich auch erst gedacht, aber geht nicht, weil das Gesetzt für Mundraub bereits 1975 in Deutschland abgeschafft wurde. Genaues steht hier.
Wie ich bei Flieder auf Mundraub komme? Ganz einfach, ich erkläre es Euch mal.
Also, solange ich denken kann gibt es ja den Muttertag, was ich davon halte ist eine andere Geschichte, aber ihn gibt es nun mal und die Medien suggerieren jedem Kind, das ist der Tag an dem Du besonders lieb in Form von Geschenken zu Deiner Mutter sein musst. Die kleinen Kinder malen Bilder, basteln kleine Geschenke und die Großen lassen sich von den Medien inspirieren und schauen welches Pralinenherz gerade trendy ist. Keine Branche lässt das Muttertagsgedöns außer Acht! Ganz interessant finde ich es wenn Mütter an diesen Tagen von ihren Männern beschenkt werden. Frei nach dem Motto, Mutter, Hausfrau, Geliebte. Die Reihenfolge ist beliebig. Auch ich gehöre zu der Generation Muttertagsgeschenk ist wichtig, nicht etwa das mir das von den Eltern eingetrichtert wurde, nein! Ich habe es mir von älteren Geschwistern abgesehen und natürlich auch bei meinen Freundinnen. Vorreiter der Muttertags-Marketingstrategie waren die Floristen, irgendwann dann auch die Süßwarenhersteller.
Auch bei mir begann die Muttertags-Geschenke-Hysterie mit Bilder malen, der nächste Stepp waren riesige Sträuße Gänseblümchen, da ich zwei Wochen vor Muttertag Geburtstag habe, wurde auch gelegentlich eine Schokolade vom Geburtstagstisch aufgehoben und nett als Geschenk verpackt und meiner Mutter geschenkt. Irgendwann waren diese Geschenke Killefit, was Richtiges musste her! Meine Mutter liebte Flieder! Eigentlich liebte sie alle Blumen, aber nein, zum Muttertag hatte sie gefälligst Flieder zu lieben! Wir hatten aber keinen eigenen Flieder, aber als Knirps kommt man ja in der Nachbarschaft reichlich rum und man wusste wo welcher steht. Vor allem ganz unbeaufsichtigt. Na das war doch ein Geschenk des Himmels!
Aber Fliederklau ist eine Straftat und ich bin heilfroh nie erwischt worden zu sein. Aber wie ist das, wenn man aus den Fliederblüten Sirup macht? Wäre der Fliederklau nach altem Gesetzt dann nicht eigentlich Mundraub...
Fliedersirup von geschenkten Blüten:
Fliederblüten von 20 ganz dunklen lila Dolden
1,5 Liter Wasser
1 kg Zucker
2 Zitronen (unbehandelte)
20 g Zitronensäure (E330)
Die Dolden gut ausschüttel und ggf. von ungebetenen Untermietern befreien. Die Blüten einzeln von der Dolde pflücken und in eine große Schüssel geben.
Die Zitrone in feine Scheiben schneiden und zu den Blüten geben.
Das Wasser mit dem Zucker vermischen und aufkochen. Etwas abkühlen lassen und über die Fliederblüten mit den Zitronenscheiben gießen.
Die Zitronenscheiben und die Blüten mit einem Teller beschweren damit sie nicht oben schwimmen. Nun die Schüssel gut abdecken und 5 Tage bis zu einer Woche im Kühlschrank ziehen lassen.
Das Blüten-Zuckergemisch durch ein Tuch filtern und den aufgefangenen Sirup mit der Zitronensäure vermischen und einmal kurz aufkochen lassen.
Je länger man ihn kochen lässt umso mehr dickt er zwar ein, allerdings besteht die Gefahr, dass sich das Fliederaroma sehr verflüchtigt. Wer dickeren Sirup liebt, sollte das Wasser mit dem Zucker vorher etwas länger kochen lassen damit er dicker wird.
Nun wünsche ich gutes Gelingen.