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Montag, 24. Juni 2013

Sommersturm oder Windbeutel mit Limocellocreme...

Das Unwetter von letzter Woche haben wir überstanden, der Kirschbaum hinterm Haus ist in kleine Stücke gesägt und entsorgt. Der Bach ist wieder zurück in seinem Bett und der Nachbar wird wohl demnächst drei Meter weniger Rasen mähen müssen.
Ach Du weiß gar nicht wovon ich rede? Aber das Unwetter in der letzten Woche hast Du schon mitbekommen und dass das halbe Ruhrgebiet abgesoffen ist weißt Du auch, oder?
Du glaubst nicht wie es hier in der letzten Woche zuging, es regnete und hörte einfach nicht auf. Mittags um 13:00 Uhr war es so dunkel, als hätten wir es bereits 22 Uhr. Ich war logischerweise im Büro. Ich kann ja schließlich nicht nur Urlaub machen. Tja, aber das Wetter vergönnte mir einen frühen Feierabend durch Stromausfall. Telefonanlage fiel aus, Computer aus und wir saßen kurz im Dunkeln. Wie gesagt die Helligkeit entsprach 22 Uhr. Doch was soll ich da wenn nichts funktioniert? Also ich ab nach Hause. Noch um einiges vom trauten Heim entfernt sah ich schon was ich eigentlich nicht glauben wollte. Einige Felder bzw. Wiesen waren überschwemmt wo am Morgen noch ein hübsches Bächlein plätscherte. Der Bauer sammelte sein herunter gespültes Feld von der Straße ein. Eine ortsansässige Firma war komplett überflutet der sonst plätschernde Bach rauschte wie ein kleines Flüsschen über das Firmengelände. Ich ahnte Böses.
Aber was soll ich sagen, obwohl der Bach der hinter unserem Haus her fließt, von 1 Meter auf locker 5 Meter Breite gewachsen ist, war zum Glück das Wasser vom Haus noch weit entfernt. Beim Nachbarn links ist ein Kirschbaum umgekippt, aber vorher haute noch ein Blitz rein um das ganze Dorf in Angst und Schrecken zu setzen. Der Garten des Nachbarn von rechts verkürzte sich vorrübergehend um gute drei Meter. Alles überschwemmt und die gepflanzten Blumen schwimmen jetzt sicherlich in der Ruhr als Wasserpflanzen.
Ich weiß, das Alles ist ein Sandkorn gegen das was im Süden bzw. im Osten unseres Landes passiert ist.  Ich glaube nicht annähernd zu wissen was die Menschen dort durchmachen, aber was es heißt vor einer Naturgewalt Angst zu haben und keinen Einfluss nehmen zu können, das ist mir mehr als klar geworden.
Der Regen hat Gott sei Dank nicht so lange angehalten wie in den anderen Bundesländern, dafür haben wir jetzt seit Samstag einen Dauerwind. Passend zum Wind draußen gibt es heute im Büdchen Windbeutel. Ein Brandteiggebäck mit einer wundervollfrischen Füllung.
Windbeutel mit Limoncellocreme
200 ml Milch
60 g Butter
Eine Prise Salz
120 g Weizenmehl
3 Eier
Die Milch mit der Butter und dem Salz aufkochen. Das Mehl auf einmal in die kochende Milch geben und mit einem Holzkochlöffel kräftig verrühren. So lange rühren bis sich eine Brandteigkugel gebildet hat und der Topfboden mit einer weißen Schicht überzogen ist. Diese Kugel in eine Rührschüssel geben und etwas abkühlen lassen. Die Eier nach und nach mit den Knethaken des Handrührgeräts in den Teig arbeiten. Den Brandteig in einen Spritzbeutel mit gezackter Tülle füllen.
Auf ein Backblech, das mit Backpapier ausgelegt ist, 20 kleine Teigtürmchen spritzen. Die Windbeutel auf mittlerer Schiene bei 180°C gute 40 Minuten backen. Sie sollen goldbraun werden.

(Super Wichtig: auf keinem Fall während des Backvorgangs den Backofen öffnen!!!)
Die gebackenen Windbeutel auf einem Rost geben und auskühlen lassen.

Für die Limoncellocreme benötigst Du folgende Zutaten:
2 Eigelbe
2 Esslöffel Vollmilch
2 Esslöffel Vanillezucker
1 Esslöffel Puderzucker
4 Blatt Gelatine, weiß
125 ml Limoncello (italienischer Zitronenlikör)
250 ml Sahne, schlagen
Die Eigelbe mit dem Vanillezucker, dem Puderzucker und der Milch in einem warmen Wasserbad schaumig schlagen und zu einer Rose abziehen. Zwischenzeitig hast Du die Gelatineblätter in etwas Wasser quellen lassen. Die Gelatine entweder in der warmen Eiercreme auflösen (mir gelingt das nicht wirklich), oder kurz im Wasserbad erwärmen und dabei auflösen. Nun kannst die aufgelöste Gelatine in die Eiercreme gegeben werden. Gut unterrühren und einige Minuten kaltstellen. Sobald die Creme anfängt zu gelieren, die geschlagene Sahne unter die Creme rühren. Die Creme in einen Spritzbeutel geben, die Windbeutel aufschneiden und die Windbeutel mit der Creme aus dem Spritzbeutel füllen.
Als kleines i-Tüpfelchen kannst Du noch feingehackte kandierte Zitronenschale auf die Creme streuen und dann setzt Du erst das Deckelchen wieder auf.
Windbeutel schmecken auch bei Sturm und mit Limoncellocreme bringen sie etwas Sommer zurück.


Mittwoch, 27. April 2011

Ist es nicht eine herzige Terrine???

Wir haben Ostern und sämtliche andere Festlichkeiten gut überstanden und zwar mit unvergleichlichen Frühlingstagen, die eher schon frühsommerliche Temperaturen mit sich bringen. Ich will ja nicht unken, aber es wäre nicht das erste Mal, dass wir im April schon laue Lüftchen verspüren können und prompt sind die Monate Mai, Juni, Juli zur neuen Europäischen Regenzeit mutiert. Wollen wir ja mal nicht hoffen, dass die ganzen Sommerblüschen, die hier bereits vorbereitet abhängen, wieder eingemottet werden müssen. Zum ersten Mal dass Flieder zu Ostern auf dem Tisch steht.
Aber jetzt betrachten wir mal die Gegenwart und die flüstert, es ist Draußen essen angesagt!
Wir wollen was Schönes, Leichtes, Leckeres. Da hatte ich die Idee ich mache uns eine Blumenkohl-Broccoli-Terrine mit Hähnchenfilet an Spaghetti und Orangensauce. Die Kombination ist mal wieder aus der Not heraus geboren, aber ausgesprochen lecker und empfehlenswert. Natürlich habe ich für die Terrine wieder meine hübschen Herzen ausgegraben. Ist es nicht eine herzige Terrine???
Übrigens, für die Terrine habe ich mir bei den Bäuerinnen Anregungen geholt.
Broccoli-Blumenkohl-Terrine
200 g Broccoli
200 g Blumenkohl
2 Stangen Porree
8 Blatt Gelatine
125 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Musskatnuss
Einige Spritzer Zitronensaft
Blumenkohl und Broccoli waschen und in Röschen teilen. In Salzwasser bissfest dünsten. Als Alternative ca. 10 Minuten im Dampf bei 100°C garen. Porree in einzelne Blätter teilen und in Salzwasser einige Minuten weichkochen und kalt abschrecken. Blumenkohl und Broccoli pürieren und mit den Gewürzen abschmecken. Gelatine in etwas Wasser einweichen, quellen lassen, ausdrücken und in der Sahne geben. Gelatine mit der Sahne erwärmen bis sich sie Gelatine aufgelöst hat. Die Gelatinesahne zu der Blumenkohl-Broccolimasse geben.
Terrinenförmchen mit Porree ausschlagen und die Kohlmasse in die Formen geben.
Die Formen über Nacht in den Kühlschrank zum Erstarren stellen.
Ich habe dazu Spagetti gekocht, Hähnchenfilet gebraten und eine Orangensauce gereicht. Die Kombination war ausgesprochen toll.

Sonntag, 17. April 2011

Aus dem Bücherregal, Stumpfe Zähne-Zeit…

Es ist wieder da, dieses Gefühl im Mund, alles ist so stumpf, unangenehm, geschmacklos. Ich kann es mir nur mit Säure erklären. Wir mögen es ja auch gerne spritzig, säuerlich frisch, aber nicht so stumpf. Ich weiß was dahintersteckt, es ist diese Oxalsäure und er ist voll damit. Und was ich auch nicht wusste, nicht nur in ihm steckt diese Säure, nöö, in Spinat, Mangold, Sauerampfer und Kakao. Je mehr ich darüber nachdenke wird mir bewusst, dass das alles Lebensmittel sind, die im Büdchen oft mit Milchprodukten verwendet werden und das ist sicher auch der Grund, warum mir das bei diesen Produkten noch nie so gravierend aufgefallen ist wie eben bei ihm. In Milchprodukten steckt Calcium und Calcium bindet Oxalsäure und macht einen gefälligen Geschmack. Ach, ich habe noch gar nicht erwähnt um wen es sich handelt? Um den Rhabarber!
Den gibt es doch jetzt überall frischer als frisch. Jeder der schon mal Rhabarber pur gegessen hat, weiß wovon ich rede.Erst ist es total lecker und dann, von jetzt auf gleich geht nichts mehr. Der Wunsch, jetzt müsste der Mund geölt bzw. gefettet werden, stellt sich ein. Im Büdchen lieben wir die Rhabarberzeit, aber nicht dieses stumpfe Gefühl. Nee, das ist kein Genuss, iiiihhhh, neeee, das mögen wir gar nicht.
Schuld ist eigentlich Herr Elverfeld, der 3 * Koch aus dem Aqua. Eine Kochklasse allererster Sahne. Ich habe sein erster Kochbuch, Kochen der Gefühle
und ich lauer gerade auf sein Neues.
In seinem ersten Buch hat er eine Komposition von Rhabarber veröffentlich. Ich habe bei ihm das Rhabarbermousse geklaut und ein eigenes Arrangement zusammengestellt. Total lecker. Sag ich doch allererste Sahne was er kocht. Ja Sahne ist in diesem Fall das Stichwort, in Sahne ist Calcium und in dem Mousse ist Sahne, also kommt ins Mousse Calcium, deshalb ist das sicher auch so lecker und geschmeidig, keine Spur von stumpf.
Zu der Mousse gab es noch ein Rhabarber-Crumble und eine Rhabarbersauce, zusammen schön rund und abgestimmt. Die stumpfe Zähne-Zeit ist nun vorbei…

Rhabarber-Crumble:
400 g Rhabarber (wenn möglich den Roten, der hat weniger Säure)
2 x 2 Esslöffel Vanillezucker
100 g Mehl
1 Messerspitze Zimt gemahlen
1 Prise Salz
50 g flüssige Butter
Rhabarber schälen und die Schalen aufheben. Den geschälten Rhabarber in Stücke schneiden in eine kleine Auflaufform geben und mit 2 Esslöffel Vanillezucker bestreuen.
Das Mehl mit den anderen 2 Löffel Vanillezucker mischen, den Zimt zugeben, ebenfalls das Salz. Nun die flüssige Butter zugeben und alles zu dicken Krümeln verarbeiten. Die Krümel auf dem Rhabarber verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C gute 30 Minuten backen.

Rhabarbermousse:
400 g Rhabarber
Mark von einer Vanillestange
Ein Stück Zimtrinde
1 Nelke
150 g Zucker
300 g Sahne geschlagen
4 Blätter Gelatine
Wasser für die Gelatine zum quellen
Rhabarber schälen und in kleine Stücke schneiden. Das Mark der Vanillestange zum Rhabarber geben. Ebenfalls den Zucker und die Gewürze. So zwei bis drei Esslöffel Wasser zufügen etwas stehen lassen und anschließen Garen bis der Rhabarber zerfällt.
Die Zimtrinde und die Nelke herausnehmen und den Rhabarber mit dem Mixstab pürieren. Die Gelatine mit Wasser quellen lassen, ausdrücken und erwärmen bis sie flüssig ist. Gelatine in den Rhabarber rühren. Anschließend die geschlagene Sahne unterheben.
Das Mousse 3 bis 4 Stunden kühlen.

Rhabarbersauce:
Rhabarberschalen von 400 g Rhabarber

Zimtrinde
Vanillestange
150 ml Weißwein, trocken
150 ml Wasser
2 Esslöffel Vanillezucker
1 Nelke
1 Sternanis
Schalen mit Zucker, Wasser, Wein und allen Gewürzen in einen Topf geben, aufkochen und gute 45 Minuten ziehen lassen. Den Sud abseihen und bis auf ca. 160 ml einkochen.
Jeweils Rhabarbermousse mit Rhabarber-Crumble und Sauce auf einen Teller anrichten, mit einigen Beeren und Schokoraspel dekorieren.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Rote Lippen soll man küssen...

Neulich als ich mein Himbeersorbet einstellte und Robert in seinem Kommentar schrieb, dass das schönste Rot das Himbeerrot ist, fiel mir sofort mein erster Lippenstift wieder ein. Er hatte die Farbe Himbeerrot und es war von haus aus (in diesem Fall meine Mutter) streng verboten ihn auf der Straße zu tragen. Okay, ich war auch erst gerade 14 Jahre oder so...
Aber was mir seit Roberts Kommentar auch nicht mehr aus dem Kopf geht, ist dieses uralte Lied von Cliff Richard, man oh man, das ist ja schon peinlich.
Kennt Ihr das? Ich meine jetzt nicht das Lied, sondern man wehrt sich total dagegen, will einfach nicht an den Song denken und schwupp hat man wieder diese dämliche Melodie im Kopf. Grausig, einfach nur grausig.
Nun war letztens im Hause der Schokischwester ein Geburtstag und damit der Gastgeber unter der Flut der Vorbereitungen nicht zusammenbricht, ist es bei uns üblich, dass jeder etwas mitbringt. Mal einen Kuchen, Fingerfood, Salat oder wie ich das Dessert.
Nun hieß es wieder, was soll ich nur machen.
Was ist bei der Schokischwester naheliegender als ein Schokodessert. Also habe ich dieses Schokodessert gemacht, das liebt sie.
Aber es waren ja auch noch andere Gäste da und nicht jeder schmilzt vor sich hin bei dem Wort Schokolade.
Ihr könnt es Euch schon denken, richtig? Genau, ich hatte ja dieses Lied im Kopf und schnell war die Brücke zu Himbeerrot geschlagen. Na und wenn ich an Himbeerrot denke, ist der Übergang zum Himbeerdessert auch nicht ganz so abwegig. Neben dem Schokidessert gab es noch ein Himbeerpannacotta. Wie ich das gemacht habe könnt Ihr im Rezept lesen.


Zutaten:
500 g gefrorene Himbeeren
200 ml Sahne
100 ml Schmand
Mark einer Vanillestange
Saft einer ½ Zitrone
75 g Puderzucker
6 Blatt Gelatine
Für die Dekoration Himbeermarmelade oder Himbeergelee und Zitronenmelisse

Die Himbeeren auftauen lassen und anschließend pürieren. Das Himbeerpüree durch ein Sieb streichen. Das Himbeermark mit dem Puderzucker verrühren.
Die Sahne mit dem Schmand und dem Vanillemark glatt rühren. Die Gelatine einweichen und quellen lassen. Den Zitronensaft erwärmen und die gequollene Gelatine darin auflösen. Das Sahne-Schmand-Vanillegemisch mit dem Himbeermark verrühren und löffelweise mit dem Zitronensaft und der aufgelösten Gelatine mischen. Alles gut verrühren. Zum Schluss die Masse auf kleine Portionsgläser verteilen. Das Pannacotta mindestens 3 Stunden im Kühlschrank kühlen, besser über Nacht. Kurz vor dem Servieren einen kleinen Klecks von der Himbeermarmelade/ -gelee aufsetzen und mit einem Blättchen Zitronenmelisse verzieren.