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Samstag, 6. September 2014

Brioche, jetzt ist die Vorspeise komplett…

…erst hatte ich Dich mit dem Geflügellebercreme brûlée bespaßt, dann mit den Gewürzbirnen und wie versprochen bekommst Du heute das Rezept von der Brioche. Brioche ist eigentlich nichts anderes als ein Hefezopf nur eben nicht als Zopf. Ach ja, eine ganze kleine Kleinigkeit macht die Brioche dann doch wieder zu einem einzigartigen großen Gebäck das unvergleichbar ist. Es trieft förmlich von Butter. Zwei Teile Mehl, ein Teil Butter und Hefe ist die Grundlage des französischen Hefegebäcks. Nach Möglichkeit wenig Hefe, dafür aber lange gehen lassen und wenn ich sage lange gehen lassen, dann meine ich lange gehen lassen. Neulich bei unserem Kochtreffen reichte die Zeit nicht so richtig und irgendwie wollte er mit der ursprünglichen Hefezugabe nicht gehen, also wurde die Hefe verdoppelt und ab da hatte er keine Chance mehr. Er ging, und wie er ging! Dann hatten wir noch das Glück dass uns ein Heißluftdämpfer zur Verfügung stand. Das ist nichts anderes als ein Backofen mit Umluft und Dampf. Kannst Dir ja vorstellen wie die Brioche blubberte. Hefeteig braucht nichts anderes wie Wärme und Feuchte, ach ja und Du solltest ihn liebevoll behandeln. Auch wenn Du ihn zusammenschlägst, mache es mit Liebe, er wird es Dir danken.
Du glaubst jetzt Du würdest ihn nie, nieeemals zusammen schlagen, Du musst aber!!! Ob Du nun willst oder nicht, er wird sonst recht beleidigt in seiner Schüssel hocken bleiben und kein bisschen neugierig über den Schüsselrand linsen. Er will dass Du Dich dauernd mit ihm beschäftigst.
Pass auf, ich erkläre Dir das Rezept mal haarklein und von Anfang an.
Du brauchst folgende Zutaten:
500 g Mehl und Mehl fürs Zusammenschlagen
20 g Hefe
10 g Salz
60 g Zucker
6 Eier
50 g lauwarmes Wasser
250 g Butter
1 Ei
1 Dotter
Du gibst das Mehl in eine Schüssel, drückst in das Mehl eine Mulde. Du bröckelst die Hefe in die Mulde. Streust den Zucker auf die Hefe. Jetzt verquirlst du die 6 Eier mit dem Wasser und gibst das Gemisch auf die Hefekrümmel. Lass es einen Moment stehen bis die Hefe etwas schäumt. Nun noch das Salz zufügen, alles vermischen und zu einem glatten Teig verkneten. Du bist noch nicht fertig!
Du hast die Butter etwas angewärmt und zwar so dass sie gut zimmerwarm ist. Die knetest Du jetzt nach und nach unter den Teig. Wenn der Teig seidig glänzend schimmernd mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Er soll sich verdoppeln, evtl. musst Du ihn noch einige Zeit in der warmen Küche gehen lassen. Jetzt streust Du Mehl auf Deine Arbeitsfläche, gibst den Teig dazu, bemehlst in auch von oben und schlägst ihn von allen Seiten zur Mitte zusammen. Sei nicht zimperlich, aber knete ihn auch nicht, oder klatsche ihn gar zusammen, denn dann drückst Du die schönen Luftbläschen aus den Teig die er über Nacht gebildet hat. Du musst halt das richtige Fingerspitzengefühl entwickeln. Mir hat das ein Kochkollege aus unserer Kochgruppe gezeigt. Jetzt deckst Du ein feuchtes Tuch auf den Teig und lässt ihn wieder gehen er soll sich wieder um einiges vergrößern.
Ist er wieder auf das Doppelte seiner Größe gewachsen? Gut so, dann kannst Du den Teig in kleine Portionen teilen und wenn Du hast in Briocheformen geben. Es gehen aber auch Muffinformen. Meines Wissens werden die Originale aus zwei Kugeln geformt. Eine etwas größere und auf die wird eine kleine Kugel gesetzt.
Egal wie Du es machst, Du lässt den Teig jetzt nochmals etwas gehen. Während der Teig geht verquirlst Du das Ei mit dem Dotter und bestreichst den gegangenen Teig damit.
Den Backofen solltest Du auf 200°C vorheizen. Sobald der Backofen die Temperatur erreicht hat gibst Du das Gebäck hinein und backst die Brioche gute 20 Minuten bei 200°C, danach schaltest Du den Ofen herunter auf 180°C und backst weitere 15 bis 20 Minuten. Goldgelb soll das Gebäck werden, lass es nicht zu braun werden sonst wird es innen zu trocken.
Brioche schmeckt nicht nur zur Geflügellebercreme brûlée. Auch zum Frühstück, oder in Scheiben geschnitten in einer Eiermilch getränkt und in Butter gebraten ist Brioche regelrecht eine Delikatesse.


Freitag, 18. Juli 2014

Die Dampfnudel ist mit dem Rhabarber liiert…

Es ist Wochen her, aber das muss jetzt noch sein und vielleicht hast Du Dir im Gefrierfach auch noch etwas Rhabarber gesichert. Erst war im Fernsehen der Dampfnudelblues, dann fand ich bei Schnuppschnüss die Pflaumenmus-Buchteln mit Birnenkrautfüllung und jetzt zu guter Letzt fällt mir auch noch dieses uralt Büchlein in die Hände das ich vor gefühlten 30 Jahren, mal beim Kauf eines gusseisernen Schmortopfes, als Zugabe bekam. Das Rezept mit den Dampfnudeln will ich schon so lange machen, wie ich das Buch habe. Zwischenzeitlich hat der Schmortopf allerdings nicht überlebt und ich weiß noch nicht einmal ob der Topfhersteller überhaupt noch existiert. Ich weiß nur er hatte damals seinen Stammsitz irgendwo im Sauerland. Doch auch das ist nichts ungewöhnliches, denn im Sauerland sind so einige Hersteller die sich auf Kochgeschirr spezialisiert haben.
Was ich an diesem Rezept so super interessant fand war zum Ersten, das die Dampfnudeln nicht wie üblich im Backofen, sondern in dem Schmortopf gemacht wurden und zum zweiten, dass der Topf nicht gefettet wurde, aber statt dessen die Hefeklöße in einer Zuckerlösung gegart wurden. Die Zuckerlösung kochte etwas ein und dadurch karamellisierte der Boden der Dampfnudel. Du glaubst nicht wie köstlich diese Zuckerkruste war. Bisher kannte ich es nur vom Hörensagen, doch wie heißt es so schön, probieren geht über studieren.
Da ich ja jetzt das Buch mit dem Dampfnudelrezept eh schon am Wickel hatte, ich im Moment sowieso gerne mit Hefe bastel und Herrn GB mit einer Süßspeise bespaßen wollte, hab ich nicht lange gefackelt und ratz fatz wurde das Rezept ausprobiert. Laut Anleitung hätte es klassisch Pflaumenmus oder gerösteten Mohnsamen dazu gegeben, gab es aber nicht.
Was der Schnuppschnüss ihr Birnenkraut ist, ist mir mein Rhabarberkompott. Du merkst schon ich musste auch improvisieren, allerdings nicht weil ich kein Pflaumenmus hatte, sondern weil Rhabarberkompott meinen Kühlschrank belagerte und das musste weg. Wie gesagt es ist Wochen her.
Als kleines Schmankerl gab es noch zusätzlich eine Vanillepuddingcreme mit Jogurt. Dampfnudel auf Vanillepudding-Joghurtcreme mit Rhabarberkompott ist eine Kombination die mal wieder zeigt dass es gelegentlich ganz sinnvoll ist mal von der klassischen Version abzuschweifen. Probier es aus und Du wirst mir Recht geben.
Dampfnudel:
500 g Mehl
25 g Hefe
60 g Butter
60 g Zucker
2 Eier
1 Prise Salz
¼ Liter lauwarme Milch
Hefe in etwas lauwarmer Milch auflösen und kurz stehen lassen, sie schäumt ein wenig auf. Butter, Zucker, Eier und Salz mischen. Die restliche warme Milch einrühren. Nun noch die aufgelöste Hefe zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
Gründlich kneten bis er nicht mehr klebt. Nun den Teig mit einem feuchten Tuch abdecken und in einem warmen Eckchen ohne Zugluft gute 1 ½ Stunden gehen lassen.
Mit einer kleinen Suppenkelle kleine Kugeln ausstechen und auf ein bemehltes Brett legen. Die Teigkugeln mit Mehl bestäuben, nochmals mit einem Tuch abdecken und wieder ruhen lassen.
Jetzt in eine große Pfanne (mit Deckel) eine Tasse Zuckerwasser mit einem kleinen Stück Butter geben. Das Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht die Teigkugeln in die Pfanne geben. Jetzt die Pfanne mit dem Deckel verschließen und die Teigkugeln gute 10 Minuten dämpfen.
Die Dampfnudeln gehen schön auf. Wenn man den Decken abnimmt, darauf achten, dass kein Kondenswasser vom Deckel auf die Dampfnudeln tropft. Am Boden der Dampfnudel gibt es eine herrliche braune Zuckerkruste und innen sind sie genial fluffig.
Rhabarberkompott mit Holunderblütensirup:
Rhabarber putzen und mit Holundersirup marinieren. In einem Topf auf kleiner Hitze zu Kompott kochen.

Vanillepudding-Joghurtcreme:
500 ml Milch
Mark einer Vanillestange
3 Esslöffel Zucker
2 Eier
40 g Speisestärke
Prise Salz
250 g Joghurt 10% (griechischer Joghurt eignet sich sehr gut)
Die Milch, 5 - 6 EL zurückhalten, mit dem Vanillemark und dem Zucker aufkochen. Die Eier trennen. Das Eigelb mit der Milch und der Speisestärke gut verrühren. Das Eiweiß mit der Prise Salz zu Schnee schlagen und kühl stellen.
Sobald die Milch kocht, die angerührte Stärke in die Milch rühren und kurz aufkochen. Den Pudding gut durch rühren und gut abkühlen lassen. Gelegentlich immer mal wieder umrühren, dann kühlt er auch schneller ab. Den Joghurt unterrühren. Jetzt noch vorsichtig das Eiweiß unterheben und fertig.

Die warmen Dampfnudeln auf Teller verteilen und zusammen mit dem Rhabarberkompott und der Vanillepudding-Joghurtcreme anrichten.

Sonntag, 20. April 2014

Weißt Du wie Ostern duftet?

….bei dem Gedanken an die Gerüche von Weihnachten hat jeder sofort den Duft von Zimt, Anis, Kardamon und Nelke in der Nase, aber wie riecht Ostern? Der Tannenduft wird von den Aromen der Hyazinthen, Narzissen und Tulpen ersetzt. In der Küche machen die schweren Gewürze Platz für den Wohlgeruch von Hefe, Milch und Zucker. Frische Kräuter, leichte Salate, Frühlingsgemüse machen sich breit und verdrängen schwere gehaltvolle Speisen. Deftiges wird nur noch an Regentagen ausgegraben, oder wieder frühestens im Herbst verspeist.
Doch hier und jetzt ist Ostern und spätestens mit Ostern zieht der Frühling ein, Punkt, der Herbst wird wohl warten müssen!
Aber egal ob Ostern im frühen März oder im späten April gefeiert wird, ein absolutes Muss ist der Osterzopf. Okay, ich lass mich ggf. auch für Osterhörnchen erwärmen, aber wirklich nur, wenn es ein Hefeteig ist. Kein anderes Gebäck schmeckt wie Ostern. Schon der Duft der durch die Küche zieht, wenn der Teig langsam vor sich hin geht. Aber glaub mir, er geht nur wenn Du ihn vorher von Hand geknetet hast. Meine Kitty unterstützt mich zwar wo sie nur kann, aber den letzten Feinschliff bekommt mein Hefeteig durchs Kneten von Hand. Je mehr Du den Teig mit einer gewissen liebevollen Art bearbeitest umso besser wird später das Ergebnis sein. Und mal so ganz unter uns, Du wirst es auch schmecken. Das einzig Wichtige was Du beim Hefeteig benötigst ist Zeit und zwar genügend! Na okay, Hefe solltest Du auch im Hause haben. Wenn möglich dann auch bitte frische Hefe. Wobei ich auch einige Hefebäcker kenne die auf Trockenhefe schwören.
Also ich schwör auf Frische und nur für den Notfall lungert die Trockene im Küchenschrank herum.
Das idiotensichere Rezept ist schnell erklärt, der Zopf ratz fatz gebacken und noch fixer gegessen.
Also los, Osterzopf:
500 g Mehl in einen Topf geben, eine Mulde hineindrücken.
In die Mulde 30 g Hefe bröckeln. Eine Prise Zucken auf die Hefe geben. 250 ml lauwarme Milch auf die Hefe geben, etwas Mehl von den Seiten der Mulde aufstreuen. Den Topf mit einem Tuch abdecken und gute 15 Minuten bis 20 Minuten warten. Die Hefe grummelt vor sich hin und schäumt etwas auf. Das ist der sogenannte Vorteig. Du gibst jetzt ein Ei, eine Prise Salz, 100 g flüssige Butter und 70 g Zucker zum Vorteig. Wenn Du einen Verwandten von meiner Kitty hast, lässt Du den jetzt arbeiten. Also der Verwandte muss alles gut kneten. Sobald der Verwandte eine geschmeidige Teigkugel hergestellt hat kommt Dein Einsatz. Du knetest die Teigkugel mit bemehlten Händen nochmals kräftig durch. Du wirst merken wie angenehm sich die Teigkugel anfühlt, ganz elastisch wird der Teig. Nun muss Du die Teigkugel mit einem feuchten Tuch abdecken und komplett in Ruhe lassen. Also die nächsten 20 Minuten kannst Du mit Eierfärben, Osternest bauen oder Relaxen verbringen. Jetzt bekomme keinen Schreck, während Du Dich mit anderen Dingen beschäftigt hast, hat sich die Teigkugel vergrößert, so ist es auch richtig. Jetzt kommst Du wieder ins Spiel, Du teilst die Kugel in drei gleichgroße Teile.
Aus den einzelnen Teigstücken formst Du jeweils einen langen Strang. Diese drei Stränge flechtest Du zu einem Zopf.
Nun heißt es wieder etwas Geduld. Decke Deinen Zopf nochmals mit dem feuchten Tuch zu und lass ihn 10 bis 15 Minuten in Frieden. Zwischenzeitlich kannst Du den Backofen auf 200° C vorheizen und ein Eigelb mit etwas Milch verquirlen. Ach ja, und den Hagelzucker solltest Du auch bereit stellen. Nach den Minuten des Friedens, pinsel den Zopf mit dem Eigelbgemisch ein und bestreue ihn mit gut 2 Esslöffeln Hagelzucker.
Nun ab mit dem guten Stück in den Backofen. Dort soll er jetzt 25 bis 30 Minuten bleiben. Goldgelb soll er werden, damit er nicht zu braun wird solltest Du die letzten Minuten auf ihn aufpassen und ihn nicht aus den Augen lassen. Goldgelb ist er genau richtig und Du kannst ihn fürs Osterfrühstück auskühlen lassen.
Ach, das mit dem *nicht aus den Augen lassen* würde ich übrigens bis zum Frühstück beherzigen, denn sollte in Deinem Haushalt auch so ein Leckerschnäutzchen wie hier im Büdchen leben, dann ist der Zopf nicht wirklich sicher…
Frohe Ostern!

Dienstag, 25. Juni 2013

Holunderblütenbrot, den Bäcker musst Du suchen der das im Angebot hat...

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, könnte er aber. Wobei Herr GB ja immer ganz gerne Brot beim Bäcker kauft um mir die Arbeit zu ersparen und sich selbst das Fiasko meiner Brotbackkunst. Aber diesmal ist mir wirklich ein ganz großer Clou gelungen. Ich war selbst ganz von den Socken.
Während der Holunderblütezeit gehört im Büdchen zum Standardprogramm Holunderblütensirup, Holunderblütenessig und Holunderblütenzucker. Manchmal mache ich auch zwei oder drei Gläser Holunderblütengelee. Auf dem Programm stehen noch kandierte Holunderblüten und jetzt ganz neu Holunderblütenbrot. Ausgerechnet ich Brotbackdepp habe dieses leckere Brot hinbekommen.
Wir haben es mit einem milden Käse probiert, ging, aber etwas mit kräftigerem Geschmack wäre besser. Herr GB hat sich an würzige gekochte Mettwurst getraut, Du denkst jetzt sicher das Gleiche was ich auch gedacht habe. Iiiiiii, das geht doch gar nicht, aber es ging und wie das ging, einfach genial. Tja und mit etwas Süßem, wie z.B. Aprikosenkonfitüre war es natürlich auch genial. Schade eigentlich dass es nicht das ganze Jahr Holunderblüten gibt. Wenn Du dich beeilst, kannst Du es auch noch backen, noch gibt es Holunderblüten.

Holunderblütenbrot:
400 g Weißenmehl
100 g Buchweizenmehl
30 g Hefe
1 Prise Zucker
¼ Liter Milch, lauwarm
Blüten von 6 Holunderdolden
½ Teelöffel Salz
Schale einer unbehandelten Limette
1 Eigelb

Die Mehle mit einander vermischen. In die Mitte eine Kuhle drücken und die Hefe hinein krümeln. Die Prise Zucker auf die Hefe geben und mit etwas lauwarmer Milch angießen. 30 Minuten warten und die Hefe etwas gehen lassen. Sie schäumt etwas auf.
Die restliche Milch angießen Salz, Holunderblüten und Limettenschale zufügen. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig zum Brotlaib formen und gut 60 Minuten gehen lassen. Wenn es sich größenmäßig verdoppelt hat mit einem verquirlten Eigelb einpinseln und bei  Umluft im vorgeheizten Backofen bei 180°C gute 50 Minuten backen. Das Brot vor dem Aufschneiden auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.



Mittwoch, 31. Oktober 2012

Herzliche Pilztörtchen…

Im Moment kreist hier noch der Federweiße und gelegentlich muss er auch mal Platz für den Apfelcidre machen. Beide sind süffig und in den Flaschen stecken kleine Teufelchen die beim Einschenken ins Glas springen. Während des Trinkens lassen sie sich aufschlürfen und dann ist ihr Weg vom Mund in den Kopf auch nicht mehr weit. Je mehr man von diesem Teufelszeug trinkt, umso mehr nimmt man von diesen kleinen Teufelchen zu sich und umso größer wird der Klamauk den sie im Kopf veranstalten. Sie klopfen und hämmern, sie schlagen und pochen und verstecken sich gerne hinter der Bezeichnung Kopfschmerzen.
Aber ich habe jetzt ein Gegenmittel. Du musst nur ausreichend von diesen kleinen herzigen Pilztörtchen essen und die Chance der kleinen Teufel minimiert sich locker auf die Hälfte dich ärgern zu können. Ich vermute mal dass sie auf den saftigen gehaltvollen Törtchen ausrutschen und es deshalb nicht in den Kopf schaffe. Ich meine ganz genau kann ich es jetzt nicht sagen, aber ich bleibe an dem Thema dran, opfere mich noch einige Male für einen Selbstversuch und sobald ich zu neuen Erkenntnissen gekommen bin, werde ich wieder von den Teufelchen berichten.
Solltest Du auch den Versuch machen wollen, dann backe Dir die Törtchen und besorge Dir Federweiße oder Apfelcidre. Ach ja, ich würde mich freuen mal zu hören, ob in Deinen Getränken auch diese komischen Teufelchen waren und Du sie in Schach halten konntest.
Herzige Pilztörtchen
375 g Mehl
½ Hefewürfel
½ Teelöffel Zucker
200 ml Wasser, lauwarm
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Speiseöl
Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe hinein krümeln. Den Zucker zugeben und mit etwas Wasser angießen. Gehen lassen bis die Hefe leicht aufschäumt. Dann alle weiteren Zutaten zufügen und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Gehen lassen bis er sich um das Doppelte vergrößert hat. Nochmals kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen. In kleine Herzformen, oder Torteletts, die mit Backpapier ausgelegt sind, jeweils eine Portion Teig geben und glatt hinein drücken. Nochmals gehen lassen.
Für die Füllung 3 würzige Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und 750 g braune Champignons in Blätter.
Beides in etwas Öl ca. 15 Minuten bei geringer Wärme dünsten.
In einer Schüssel drei Eier mit 200 g Creme fraiche, Salz, Pfeffer, Thymianblättchen und Muskatnuss verschlagen. Das Pilz-Zwiebelgemisch und 100 g geriebener Parmesan in die Eiercreme mischen.
Die Mischung auf die, mit Teig ausgelegten, Formen verteilen.
Bei 180°C im vorgeheizten Backofen 35 bis 40 Minuten backen. Sie sollen goldbraun sein.


Dienstag, 17. Juli 2012

Brezeln in Lauge versenkt…

Das war mal so richtig cool. In der Küche stehen, herum experimentieren und nicht wissen ob es nicht ein winziges kleines Bisschen gefährlich ist. Nein, ich habe meine Küche nicht zur neuesten Raketenabschussbahn umfunktioniert, ich habe lediglich ein paar Laugenbrezeln gebacken. Das Herzhafte liegt mir eh viel mehr, als diese süßen Törtchen.
Noch nie habe ich in meiner Küche etwas mit Lauge gemacht und auf der Packungsanleitung des Kaiser-Natrons wurde auch ausdrücklich hingewiesen, dass es sich um LAUGE handelt und man mit ihr bedächtig umgehen sollte.
Wie Ihr lesen könnt, das Büdchen steht noch, Herrn GB geht es gut und mir ist auch nichts passiert, allerdings habe ich jetzt wieder einen weiteren Auftrag bekommen. Zukünftig werden Laugenbretzeln nicht mehr gekauft, sondern nur noch selber gebacken.
Ich finde es ja langsam echt lustig, ich entwickle mich in Sachen Backen immer mehr und es gelingt auch immer besser.

Gez hat die Tochter vom Atthur (mecker nich, so sachse eben im Pott wennse vom Atthur, oder auch vom Atthur seine Tochter sprichs.)
Also nochma, Atthur seine Tochter macht ma widda sonn Event, jetzt hätte se gerne ein Geschenk und zwar ne 3. Ich hätte gez das Lied singen können, wähle drei, drei, drei auffem Telefon, wähle drei, drei, drei und Du hast mich schon…..lalalalala… und dann glaube mir, ich bin ein, zwei, drei schon bei Dir…usw.

Und gez bin ich hier mit meinem Geschenk, ich hab ihr nämlich ne 3 gebacken!!! Genau, aus Hefeteig, dann kunstvoll eine drei geformt und zur Krönung noch in Lauge aufgekocht. Der Abschluss war dann das Backen im Backofen und gez siehsse se hier auffem Foto, die Drei nich die Tochter...
Na, Tochter, freusse Dich?
Für süßes Gebäck bisse ja nich so, abber vielleicht willse ja auch mal was Herzhaftes backen und damitte nich lange nachem Rezept suchen muss, schreibbich das mal gez hier gleich auf. Ach ja, und zu Deinen 3 Anlässen, auch hier aussem Büdchen alle lieben Wünsche und natürlich herzliche Glückwünsche...

Also Laugendreienbrezeln machse so:
1 Würfel Hefe
300 ml Milch
1 Teelöffel Zucker
500 g Weizenmehl
1 Teelöffel Salz
40 g Schmalz oder Butter

1 Liter Wasser
3 Esslöffel Kaiser-Natron

Die Hefe in etwas Milch auflösen und den Zucker unterrühren. Diesen Vorteig gut 15 Minuten ziehen lassen bis er etwas schäumt.
Nun die restliche Milch mit dem Mehl, dem Salz und der Butter vermischen und den Hefeansatz zufügen. Alles zu einem weichen elastischen Teig verkneten, diesen mit einem feuchten Tuch abdecken und gute 30 bis 40 Minuten gehen lassen bis er sich gut verdoppelt hat. Dann noch mal auf einer bemehlten Unterlagen den Teig kräftig durchkneten.
Den Teig in 15 gleichgroße Stücke teilen und jedes einzelne Stück zu einem langen Strang rollen. Dieser Strang sollte sich zu den Enden hin verjüngen.
Aus den Strängen 15 gleiche Brezeln oder Dreien formen und diese weitere 20 Minuten, auch wieder abgedeckt unter einem feuchten Tuch, gehen lassen.
Zwischenzeitlich das Wasser in einem hohen Topf zum Kochen bringen und 3 Esslöffel Kaiser-Natron darin auflösen. Aber Vorsicht!!! Wenn das Natron in das Wasser kommt braust es zunächst gewaltig auf. Dann jeweils eine Brezel oder Drei auf einen Schaumlöffel legen und jede Brezel oder Drei 30 Sekunden ins kochende Natronwasser geben und abkochen.
Die Brezeln oder Dreien nach dem Natronwasserbad abtropfen lassen, auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech geben und mit groben Salz betreuen.
Wenn alle Brezeln oder Dreien auf dem Backblech liegen, dieses in den kalten Backofen schieben und bei 220 °C eine gute Viertelstunde schön goldbraun backen.
Ich hatte noch eingefrorene Bärlauchbutter die ganz hervorragend dazu passt, aber Dir fällt doch sicher auch etwas ein.


Dienstag, 26. Juni 2012

Zwiebelkuchentörtchen, das Gewinnergeheimnis der deutschen Elf…

Könnt Ihr Euch an das Fußballspiel am letzten Freitag erinnern? Unsere Elf gegen die Griechen. So ein Match kann ich mir unmöglich entgehen lassen, aber wiederum hatten wir natürlich nach einem langen Arbeitstag und Hunger bis unter die Arme. Also musste es mal eben schnell etwas für den hungrigen Zahn geben. Ihr wisst schon, irgendetwas Leckeres das einfach so auf die Hand passte. Nur keine Messer-Gabel-Speise, im allerhöchsten Fall noch mit Löffel essbar. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch wenn es beim Spiel hochhergeht. Also habe ich kurzerhand kleine Zwiebelkuchentörtchen gebacken, die rutschten während des Spiels einfach so hinunter und mit jeden Törtchen gab es ein weiteres Tor. Sechs Tore sind gefallen, aber glaub jetzt bloß nicht sechs Törtchen pro Person, nach drei bist Du granatensatt. Ich bin ja überzeugt dass die Jungs nur wegen der Törtchen gewonnen haben.
Jetzt brauche ich allerdings noch einen guten Rat für kommenden Donnerstag, Da spielen wir, also nicht wir hier im Büdchen, sondern wir die ganzen Deutschen mit unserer Elf  gegen die Italiener. Zwiebelkuchentörtchen ist auf jedem Fall ein Gewinneressen.  Doch jetzt bin ich ja am kommenden Donnerstag echt in der Zwickmühle. Was ist wenn ich die Törtchen jetzt nicht mache, ist dann das Büdchen Schuld für die Niederlage einer ganzen Nation? Was ist wenn jeder der diesen Artikel liest Zwiebeltörtchen machen muss, damit die Jungs gewinnen? Kannst Du die Schuld des Verlierens auf Dich nehmen wenn Du keine Zwiebenkuchentörtchen backst und unsere Elf verliert? Also ist schreib mal jetzt mein Rezept auf und bis Donnerstag hast Du genug Zeit die Zutaten zu besorgen und die Törtchen zu backen. Die schmecken übrigens auch super wenn sie kalt und ein Tag alt sind. Also am Donnerstag etwas anderes als Zwiebelkuchentörtchen auf den Tisch zu bringen ist schon mächtig mutig. Sollte unsere Elf verlieren, kannst Du Dir die gesamte Schuld an die Fersen heften, ich würde es mir an Deiner Stelle nochmal reiflich überlegen…
375 g Mehl
½ Hefewürfel
½ Teelöffel Zucker
200 ml Wasser, lauwarm
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Speiseöl
Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe dahinein krümeln. Den Zucker zugeben und mit etwas Wasser angießen. Leicht gehen lassen bis die Hefe leicht aufschäumt. Dann alle weiteren Zutaten zugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Gehen lassen bis er sich um das Doppelte vergrößert hat. Nochmals kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen. In kleine Tortelettformen Backpapier geben und jeweils eine Portion hineindrücken. Nochmals gehen lassen.
Zwischenzeitlich die Zwiebelmasse vorbereiten. Dafür knapp 1 kg würzige Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Öl und gute 100 g magere Schinkenwürfel in einer Pfanne andünsten. In einer Schüssel drei Eier mit 300 g Creme fraiche, Salz, Pfeffer, etwas gemahlenem Kümmel verschlagen. 150 g geriebener Parmesan oder Höhlenkäse unter die Eiercreme mischen.
Die Zwiebel-Schinken-Mischung ebenfalls zugeben und alles gut verrühren.
Portionsweise in die Tortenförmchen geben die bereits mit Hefeteig ausgelegt sind.
Nun die Förmchen in den vorgeheizten Backofen geben und ca. 35 Minuten bei 180°C Umluft gar backen.
Das ein Glas Wein der ideale Begleiter ist muss ich jetzt wohl nicht ausdrücklich erwähnen, oder?