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Mittwoch, 28. Dezember 2011

War das ein Festessen…

Weihnachten, das Fest der Besinnlichkeit und des guten Essens. Jedes Jahr sind unsere Festtage voll Freude und Genuss. In diesem Jahr war es wieder ganz besonders. Nie ist ein Weihnachtsfest wie das Andere, es unterscheidet sich nicht nur im unterschiedlichen Essen, es ist auch jedes Jahr ein unterschiedlicher Ablauf.In diesem Jahr feierten wir das Fest mit unserem Neffen, den wir zum letzten Weihnachtsfest noch aus der Patsche helfen konnten. Um das zu erklären hole ich mal etwas aus.
Im letzten Jahr schneite es im ganzen Land als sollte der Beginn der zweiten Eiszeit verkündet werden. Wochenlang vor Heiligabend war die Landschaft weiß, wie im schönsten Wintermärchen. Der Neffe studiert in Wien und kündigte sich bei seinen Eltern fürs Weihnachtsfest an, pünktlich am 24.ten wollte er auf der Matte stehen. Diese Rechnung hat er aber nicht mit dem Wetter gemacht. Mit dem Flug von Wien nach Münster hatte es ja noch wunderbar geklappt, auch noch vom Flughafen zum Bahnhof nach Münster, aber dann war endgültig Ende seiner Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Herr GB und ich verfolgten den ganzen Tag die Nachrichten im Radio, während wir den Feinschliff für den Heiligen Abend ins Büdchen brachten. Irgendwann am Nachmittag ließ es uns keine Ruhe und wir wollten uns erkundigen, ob der Neffe es nach Hause geschafft hat, denn wir wussten ja er wolle nach Hause kommen. Prompt erfuhren wir von der Strandung. Die Mutter aufgelöst, die Autos eingeschneit und die Zufahrtsstraße so sehr von Schnee, dass kein Wegkommen war. Es stellt sich erst gar nicht die Frage wer das „Kind“ nun abholt. Ohne große Überlegung sprangen Herr GB und ich ins Auto und machten uns auf den 90 Kilometer langen Weg. Uns war es eigentlich egal wo wir an diesem Abend waren, uns war es wichtig wir waren zusammen und konnten unseren Neffen nach Hause bringen. Welch ein Weihnachtsfest war es für die Eltern ohne ihren Sohn und voller Sorge wie er weiterkommen sollte.
Wir machten uns das schönste Weihnachtsgeschenk in dem wir den Neffen gegen 20 Uhr abliefern konnten. Trotz vieler Bitten der Schwester und des Schwagers mit ihnen doch den Heiligen Abend zu feiern, machten wir uns auf unseren Heimweg und freuten uns auf unser Festessen und besinnliche Stunden.
In diesem Jahr verbrachten wir wieder den Heiligen Abend mit dem Neffen, allerdings ganz anderes. Von den Eltern des Neffen eingeladen und mächtig verwöhnt, verbrachten wir in diesem Jahr einen Teil des wunderschönen Weihnachtsfestes in ihrem Kreis. Es war so schön und doch so anderes als im letzten Jahr.
Aber eins ist in jedem Jahr gleich, ohne Kochen geht im Büdchen nichts. In diesem Jahr waren es die gut vorbereiteten Kalbsbäckchen, ein Genuss auf den wir nicht verzichten wollten
Kalbsbäckchen mit Wurzelgemüse und Petersilienwurzelkartoffelnstampf
1,5 kg Kalbsbäckchen, unpariert gewogen
1 Liter Rotwein
250 ml Portwein
250 ml Madeira
1 Stange Porree
4 Karotten
Ein Stück Knollensellerie
2 Petersilienwurzeln
Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Sternanis, Zimtstange schwarze Pfefferkörner
Die Kalbsbäckchen vom Metzger parieren lassen und die Abschnitte in etwas Öl braun anrösten.
Das Gemüse klein schneiden und mit allen anderen Zutaten zu einer Marinade mischen. Die parierten Bäckchen in eine Schale geben und mit der Marinade übergießen. Die angebratenen Abschnitte ebenfalls in die Marinade geben. Die Röststoffe vom anbraten geben zusätzlichen Geschmack.
Die Bäckchen mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, ich lege sie gerne länger ein.
Die mit eingelegten Abschnitte aus der Marinade entfernen und entsorgen. Die Bäckchen herausnehmen, trocken tupfen und gut anbraten.
Die angebratenen Bäckchen mit der Marinade übergießen und bei 160° C im Backofen 3 bis 4 Stunden garen. Das Fleisch ist gar, wenn das Fleisch von der Fleischgabel rutscht. Das Fleisch herausnehmen und den Schmorsud durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf passieren. Den Sud solange einkochen bis der gewünschte Geschmack erreicht ist. Sollte die Konsistenz etwas zu dünn sein, mit Pfeilwurzstärkemehl andicken. Das Stärkemehl ist im Bioladen erhältlich.

Als Beilagen im Backofen gegartes Wurzelgemüse und Petersilienwurzelkartoffelnstampf
Das Wurzelgemüse (z.B. Karotten, Kohlrabi, Knollensellerie und Petersilienwurzel in Stifte oder Scheiben schneiden, mit Salz, Pfeffer, Zucker, Thymian, Butterflöckchen und etwas Weißwein bei 140°C ca. 20 bis 30 Minuten bissfest garen.)

Petersilienwurzelkartoffelstampf:
Mehlig kochende Kartoffeln und Petersilienwurzel zu gleichen Teilen in Salzwasser garen. Abgießen und abdampfen. Kartoffeln und Wurzeln durch eine Kartoffelpresse geben, etwas warme Milch und zu gleichen Teilen Butter und Crème fraîche unterrühre. Abschmecken mit etwas Salz und Pfeffer.