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Mittwoch, 30. April 2014

Kalbsröllchen mit Spargel und Kalterer Plent aus dem Schatzschrank…

Kaum ist Ostern vorbei und schon geht die Versteckspielerei weiter, diesmal sind es keine Eier, jetzt sind Spargelstangen dran. Du weißt doch, Herr GB und seine Antipathie dem Spargel gegenüber. Er erzählt mir ja immer, wenn schon Spargel unbedingt sein muss, dann nur den Grünen, der Weiße geht ja gar nicht und ist sowieso viel strenger im Geschmack als der Grüne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss ich schmunzeln. Sein unglaublicher Kampf gegen den Spargel hat ja auch  irgendwie was. Diese nimmermüden Versuche mir den Spargel ausreden zu wollen, finde ich so witzig. Also mir will er den Spargel nicht verleiden, ich könnte ihn tonnenweise essen, allerdings nur so lange wie ich nicht auf die wahnwitzigen Ideen komme, etwas kochen zu wollen das mein Schatz mitessen müsste, sollte oder könnte. Aber wer das Klärchen kennt, weiß wie gemein sie sein kann. Mäuse fängt man mit Speck, Herrn GB mit Süßigkeiten oder mit zartem Kalbsfleisch. Diesmal habe ich mich für das zarte Kalbfleisch entschieden, süßes bekommt er ja sowieso.
Die Idee, Kalbsröllchen mit Spargel zu füllen war schnell geboren, dazu Vanille Tomaten, aber was noch dazu? Von so einem Röllchen mit einem kleinen Vanilletomätchen wird Herr GB nicht satt. Da muss noch eine kleine Kleinigkeit zu. Aber was? In solchen Fällen ist es immer ganz ratsam mal den Vorratsschrank zu inspizieren.
Blog-Event XCVIII - Schatzsuche im Vorratsschrank (Einsendeschluss 15. Mai 2014) 
Diese Idee hat übrigens auch Susanne von Magentratzerl, sie ist bis zum 15.05.2014 federführend für den Event "Schatzsuche im Vorratsschrank" das bei Zorra im Kochtopf stattfindet. Ich habe schon ewig bei diesen tollen Events aus Zeitgründen nicht mehr mitgemacht, aber diesmal habe ihren Rat befolgt und meinen Vorratsschrank durchsucht.
Du glaubst nicht was ich gefunden habe, Kalterer Plent. Er ist im letzten Jahr in unserem Südtirolurlaub in den Einkaufskorb gewandert und anschließend in den Vorratsschrank. Kalterer Plent ist Polenta der eigens im Überetsch angebaut wird. Eh in der Umgebung von Kaltern der Obstanbau einzog gab es tatsächlich auch Maisfelder. Heutzutage unvorstellbar, denn wenn Du dort schaust siehst Du Obstanbau soweit das Auge reicht, doch die Kalterer haben zu dieser schönen Tradition zurückgefunden und bauen ihn wieder an.
Kalterer Plent eine hervorragende Ergänzung zu Kalbsröllchen und Vanilletomaten. Die Kalbsröllchen werden mit den Spargelspitzen gefüllt und die unteren Abschnitte eignen sich genial für den Plent. Wenn Du keinen Kalterer Plent bekommst, mach Dir kein Kopf, schau mal nach, vielleicht findest Du noch andere Polenta in Deinen Vorräten, geht doch auch.
Kalbsröllchen mit Spargel, an Vanilletomaten und Spargelpolenta
4 Kalbsschnitzel á 140 g
Geräucherter Schinken
Mindestens 3 Spargelstangen pro Kalbsschnitzel (12 Stück)
Die Kalbsschnitzel mit Pfeffer würzen, jeweils mit geräuchertem Schinken belegen und 3 oder 4 Spargelspitzen einwickeln. Von außen mit etwas Salz (aber vorsichtig, denke an den geräucherten Schinken)  Pfeffer und Paprika würzen. In einem Gemisch aus Butter und Öl von allen Seiten braun braten. Auf kleiner Wärme gar ziehen lassen. Nur nicht zu lange, sie sollen ja nicht hart werden.
Nun machst Du so ganz nebenbei die Polenta und zwar nach Packungsanweisung oder so, wie Du sie sonst auch machst. Die Spargelabschnitte schneidest Du in kleine Stücke, so ½ bis 1 cm breit und mischt die Stücke in die Polenta. Die garen in der warmen Masse, sollten aber noch bissfest sein.
Die Vanilletomaten machen sich quasi von selbst. 500 g Cherrytomaten in ein Weckglas geben, Thymianzweige auf die Tomaten geben, eine Vanillestange halbieren und das Mark mit der ausgeschabten Stange zu den Tomaten geben. Jetzt noch einen Hauch von Salz und nun füllst Du die Tomaten mit Olivenöl auf. Bei 100°C im Backofen gute 30 Minuten garen.
Zusammen alles anrichten und überlegen was es noch alles im SchatzVorratsschrank gab, was mal dringend verarbeitet werden müsste.


Mittwoch, 28. Dezember 2011

War das ein Festessen…

Weihnachten, das Fest der Besinnlichkeit und des guten Essens. Jedes Jahr sind unsere Festtage voll Freude und Genuss. In diesem Jahr war es wieder ganz besonders. Nie ist ein Weihnachtsfest wie das Andere, es unterscheidet sich nicht nur im unterschiedlichen Essen, es ist auch jedes Jahr ein unterschiedlicher Ablauf.In diesem Jahr feierten wir das Fest mit unserem Neffen, den wir zum letzten Weihnachtsfest noch aus der Patsche helfen konnten. Um das zu erklären hole ich mal etwas aus.
Im letzten Jahr schneite es im ganzen Land als sollte der Beginn der zweiten Eiszeit verkündet werden. Wochenlang vor Heiligabend war die Landschaft weiß, wie im schönsten Wintermärchen. Der Neffe studiert in Wien und kündigte sich bei seinen Eltern fürs Weihnachtsfest an, pünktlich am 24.ten wollte er auf der Matte stehen. Diese Rechnung hat er aber nicht mit dem Wetter gemacht. Mit dem Flug von Wien nach Münster hatte es ja noch wunderbar geklappt, auch noch vom Flughafen zum Bahnhof nach Münster, aber dann war endgültig Ende seiner Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Herr GB und ich verfolgten den ganzen Tag die Nachrichten im Radio, während wir den Feinschliff für den Heiligen Abend ins Büdchen brachten. Irgendwann am Nachmittag ließ es uns keine Ruhe und wir wollten uns erkundigen, ob der Neffe es nach Hause geschafft hat, denn wir wussten ja er wolle nach Hause kommen. Prompt erfuhren wir von der Strandung. Die Mutter aufgelöst, die Autos eingeschneit und die Zufahrtsstraße so sehr von Schnee, dass kein Wegkommen war. Es stellt sich erst gar nicht die Frage wer das „Kind“ nun abholt. Ohne große Überlegung sprangen Herr GB und ich ins Auto und machten uns auf den 90 Kilometer langen Weg. Uns war es eigentlich egal wo wir an diesem Abend waren, uns war es wichtig wir waren zusammen und konnten unseren Neffen nach Hause bringen. Welch ein Weihnachtsfest war es für die Eltern ohne ihren Sohn und voller Sorge wie er weiterkommen sollte.
Wir machten uns das schönste Weihnachtsgeschenk in dem wir den Neffen gegen 20 Uhr abliefern konnten. Trotz vieler Bitten der Schwester und des Schwagers mit ihnen doch den Heiligen Abend zu feiern, machten wir uns auf unseren Heimweg und freuten uns auf unser Festessen und besinnliche Stunden.
In diesem Jahr verbrachten wir wieder den Heiligen Abend mit dem Neffen, allerdings ganz anderes. Von den Eltern des Neffen eingeladen und mächtig verwöhnt, verbrachten wir in diesem Jahr einen Teil des wunderschönen Weihnachtsfestes in ihrem Kreis. Es war so schön und doch so anderes als im letzten Jahr.
Aber eins ist in jedem Jahr gleich, ohne Kochen geht im Büdchen nichts. In diesem Jahr waren es die gut vorbereiteten Kalbsbäckchen, ein Genuss auf den wir nicht verzichten wollten
Kalbsbäckchen mit Wurzelgemüse und Petersilienwurzelkartoffelnstampf
1,5 kg Kalbsbäckchen, unpariert gewogen
1 Liter Rotwein
250 ml Portwein
250 ml Madeira
1 Stange Porree
4 Karotten
Ein Stück Knollensellerie
2 Petersilienwurzeln
Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Sternanis, Zimtstange schwarze Pfefferkörner
Die Kalbsbäckchen vom Metzger parieren lassen und die Abschnitte in etwas Öl braun anrösten.
Das Gemüse klein schneiden und mit allen anderen Zutaten zu einer Marinade mischen. Die parierten Bäckchen in eine Schale geben und mit der Marinade übergießen. Die angebratenen Abschnitte ebenfalls in die Marinade geben. Die Röststoffe vom anbraten geben zusätzlichen Geschmack.
Die Bäckchen mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, ich lege sie gerne länger ein.
Die mit eingelegten Abschnitte aus der Marinade entfernen und entsorgen. Die Bäckchen herausnehmen, trocken tupfen und gut anbraten.
Die angebratenen Bäckchen mit der Marinade übergießen und bei 160° C im Backofen 3 bis 4 Stunden garen. Das Fleisch ist gar, wenn das Fleisch von der Fleischgabel rutscht. Das Fleisch herausnehmen und den Schmorsud durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf passieren. Den Sud solange einkochen bis der gewünschte Geschmack erreicht ist. Sollte die Konsistenz etwas zu dünn sein, mit Pfeilwurzstärkemehl andicken. Das Stärkemehl ist im Bioladen erhältlich.

Als Beilagen im Backofen gegartes Wurzelgemüse und Petersilienwurzelkartoffelnstampf
Das Wurzelgemüse (z.B. Karotten, Kohlrabi, Knollensellerie und Petersilienwurzel in Stifte oder Scheiben schneiden, mit Salz, Pfeffer, Zucker, Thymian, Butterflöckchen und etwas Weißwein bei 140°C ca. 20 bis 30 Minuten bissfest garen.)

Petersilienwurzelkartoffelstampf:
Mehlig kochende Kartoffeln und Petersilienwurzel zu gleichen Teilen in Salzwasser garen. Abgießen und abdampfen. Kartoffeln und Wurzeln durch eine Kartoffelpresse geben, etwas warme Milch und zu gleichen Teilen Butter und Crème fraîche unterrühre. Abschmecken mit etwas Salz und Pfeffer.