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Montag, 8. Juli 2013

Lesen, kochen, schreiben, lesen, kochen, schreiben!!! Oder Kochbücher und ihre Folgen…

…ja, so oder so ähnlich könnte man meinen derzeitigen Zustand bezeichnen. Ich habe hier noch einen Stapel mit wunderschönen Kochbüchern die noch unbedingt alle gelesen bzw. beschrieben werden wollen. Wie Ihr mich kennt, bleibt es bei mir ja nicht beim Lesen. Wie auch, sind ja Kochbücher mit tollen Bastelanleitungen für die Küche. Diese Anleitungen stacheln meine Kreativität an und meine Nachkochliste wird lang und länger. Zum Glück mal wieder, denn die letzte Liste ist ja mit samt der Festplatte abgestürzt. Ja, ja, ich weiß was Du jetzt denkst, sie hat es noch immer nicht überwunden. Nee, hab ich auch nicht! Ich hatte schon so schöne Rezessionen Rezension vorbereitet, mit Bildern und allem Zipp und Zapp, und?! Ja, auch alle weg! Und jetzt hatte Arthurs Tochter die Idee eine Woche lang jeden Tag ein Buch vorzustellen. Es soll ein Genussbuch sein. Und glaub mir, nicht nur Kochbücher oder Backbücher unterbreiten Genüsse. Genuss kann ein guter Krimi genauso liefern wie ein toller Bildband. Eins von derartigen Büchern, die eben kein reines Kochbuch darstellen, liegt hier bei mir auf dem Stapel. Im eigentlichen Sinn ist es kein richtiges Kochbuch, hier geht es um allmöglichen Küchenkram und so heißt das Buch auch. *Küchenkram* stammt aus dem Thorbecke-Verlag und die Autorin, Katrien van de Steene hat sich ganz besondere Mühe gemacht. Ihre Lieblingsideen zum Dekorieren, Kochen und Verschenken hat sie bunt zusammengefasst. Auch wenn sie in ihrem Vorwort bärenstarke Mädchen, coole Mamas und flotte Omis anspricht, bin ich überzeugt, auch der Eine oder Andere des männlichen Geschlechts wird Gefallen finden. Die Autorin gibt Tipps für die Herstellung eines Märchenhockers mit dem sich das Stibitzen von Süßigkeiten, die in höheren Regionen gelagert werden, um einiges vereinfacht. Aber das ist nur ein Beispiel von unzählig vielen Anregung.
Direkt nach dem Vorwort findet man ein Register das einen ersten Überblick zum Inhalt frei gibt. Das Buch ist in fünf Themenbereiche unterteilt. Natur pur, Wunderland, Exotic Fun, Basic Black und Mega Vega. Katrien van de Steene ist eine belgische Designerin und ihre Ideen sind äußerst witzig und originell. Da werden Löffel zu Kleiderhaken, oder gebratene Eier zu gebratene Herzen.
Sie verschönert Topflappen bzw. Handschuhe mit bunten unterschiedlichen Knöpfen, Kartoffeln werden zu Windlichtern, Wäscheklammern geben Hilfestellung für einen Wochenplaner. Wirklich nette Ideen die die Kreativität anregen und zum Basteln verführen. Ich bastele auch gerne, allerdings eher mit Lebensmitteln in der Küche nicht für die Küche. Ich habe mir auch schon einige Anregungen geholt und es wird noch so einige Male neben dem Ofen liegen. Schöne Rezepte warten aufs Nachbasteln und das möchte ich nicht versäumen.
Einen kleinen Einblick bekommst Du hier.
Der Verlag sagt folgendes zu Küchenkram von Katrien van de Steene:
Lieblingsideen zum Dekorieren, Kochen und Verschenken
Mehr Spaß in der Küche! Eine Küche ist mehr als ein Arbeitsplatz, sie kann das Zentrum des Familienlebens sein, und darum hat sie Spaß, Ideen und Farbe verdient: Warum den Pudding zu Ostern nicht in Eierschalen servieren, die Gläser mit Schnurbärten verzieren oder Kleiderhaken aus Löffeln basteln?
Das Buch wird in der ersten Auflage vom Jan Thorbecke Verlag präsentiert und hat das Abmaß von 19 x 25 cm. Mit 192 Seiten, zahlreichen Fotos und im Paperback ist ein sehr schönes handliches Buch geworden. Es ist seit dem Frühjahr dieses Jahres erhältlich, kostet 19,99 € und trägt die ISBN: 978-3-7995-0227-6


Montag, 15. Oktober 2012

Was Biertrinker wohl dazu sagen, wir haben Bier gegessen...

könnt Ihr Euch noch erinnern, hier habe ich Euch versprochen dass ich Euch mit noch weiteren Rezepten, aus einem wirklich schönen, modernen und handlichem Backbuch verwöhnen werde.
Und genau heute werde ich Euch ein weiteres sehr schönes Rezept, aber auch das Buch selbst, vorstellen.
Als ich in diesem charmanten Buch von den Bier-Cremeschnitten las, erinnerte ich mich, dass meine Mutter früher für uns Kinder Biersuppe machte. Nein, wir wurden nicht zu Alkoholikern erzogen, die Biersuppe wurde mit alkoholfreien Dunkelbier gekocht. Die Grundlage der Biersuppe ist Milch. Unverzichtbar waren die Rosinen. Als Kind möchte ich die weichen Rosinen sehr gerne, heute ist mir die Konsistenz eher unangenehm. Herr GB mag eh keine Rosinen, also bleiben sie im Packet. Die Suppe habe ich selbst noch nie gekocht, aber zum Glück konnte ich mir das Rezept vor ewigen Zeiten sichern. Ihr könnt gespannt sein, ich werde es Euch demnächst verraten.
Doch jetzt sind die Bier-Cremeschnitten an der Reihe, oder bessergesagt dieses schöne neue Backbuch mit dem netten Titel „Komm zum Kaffeeklatsch“.
Komm zum Kaffeeklatsch ist im Kosmos-Verlag erschienen und die Autorin Dagmar Reichel hat sogar einen eigenen Blog

Das Kochbastelbuch ist handlich und hat ein ansprechendes, romantisches Cover in der Trendfarbe –flieder- gehalten. Der Inhalt des Buches präsentiert sich in gleicher sympathischer Art. Wer gerne dem derzeitigen nostalgischem Trend des Kaffeklatsches wie zu Omas Zeiten folgt, findet in diesem Buch den richtigen Partner. Nicht das es altbacken ist, nein ganz im Gegenteil. Es ist voll mit klassischen Rezepten die modern überarbeitet sind und an dem heutigen Geschmack angepasst sind. Im Vorwort wird schon klar auf was die Lektüre hinaus will. Carpe Diem!!! Man entschleunigt schon beim durchblättern und bekommt mal wieder richtig Lust einen Mädelsnachmittag mit Gebäck und Likörchen zu veranstalten. Für mich ist es genau zur passenden Zeit erschienen. Warum zur richtigen Zeit? Ich schaue gerade aus dem Fenster und es ist klar, wir stecken mitten im Herbst. Mit Puschelsocken, heißem Tee und Wolldecke macht es mir in dieser Zeit besonders Spaß solche Seelenbalsambücher zu blättern. Allerdings wäre ich nicht das Klärchen das Ihr kennt, wenn jetzt nicht die berühmten Lesezeichen ins Buch geklebt würden und ich das eine oder andere nachbasteln würde, oder!? Wie Ihr merkt, ich freunde mich immer mehr mit dem Backen an. Wobei eigentlich ist diese Buch kein reines Backbuch, denn es wartet nicht nur mit Torten und Gebäck auf. Auch mit grandiosen Rezepten zu Likören, Desserts wie Banoffee oder Maronenbratapfel und außergewöhnlichen Kaffee- und Teezubereitungen trumpft es auf. Hübsche Dekorationsideen für die Kaffeetafel zaubert die Autorin auch noch so ganz nebenbei aus dem Ärmel.
Die Publikation ist in den Kategorien >Hast Du morgen Zeit<, >Klatsch am Buffet<, >Wir wollen feiern<, >Lass die Sonne rein<, >Wir machen es uns gemütlich<, >Komm zur Backparty< eingeteilt und jede Rubrik hat gleich interessante Anleitungen.

Wie schon erwähnt, mich haben unter anderen die Bier-Cremeschnitten gelockt. Ein Genuss bei dem meine Neugierde und mein Appetit mal richtig befriedigt wurden.
Was den Geschmack angeht war ich so skeptisch, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Genauso schmackhaft wie die Biersuppe von damals, die habe ich auch so sehr gerne gemocht.
Eh ich Euch das Rezept verpetze möchte ich Euch noch eben schnell verraten was der Verlag zu diesem Buch zu sagen hat:

Komm zum Kaffeeklatsch
Einladen, Dekorieren, Genießen
144 Seiten, Integralband
120 Farbfotos
€/D 14,95 / €/A 15,40 / sFr 21,90
ISBN 978-3-440-13286-9
Kosmos Verlag, Stuttgart
ET: August 2012

Ein gemütlicher Nachmittag mit Freunden, eine festlich gedeckte Kaffeetafel oder eine fröhliche Backparty – wer hätte darauf nicht Lust? Wie man so eine Runde mit Freunden gekonnt zelebriert, verrät Dagmar Reichel in ihrem neuen Buch Komm zum Kaffeeklatsch. Eine bunte Mischung leckerer Rezeptideen – von traumhaften Torten über moderne Backtrends wie Cake-Pops bis hin zu Kuchenklassikern – bieten für jeden Anlass und jeden Geschmack genau die richtige Leckerei. Und auch für den Trinkgenuss ist gesorgt: In die Gläser kommen neben Kaffee- und Teevariationen auch selbstgemachte Limonaden, fruchtige Drinks und leckere Liköre. Zusätzlich sorgen zahlreiche liebevolle Ideen für schön gestaltete Einladungen, stilvolle Tischdekorationen und ein stimmungsvolles Ambiente dafür, dass schon die Vorbereitung des Nachmittags zum vollen Genuss wird.

Dagmar Reichel ist Oecotrophologin und Foodstylistin. In ihrem Blog www.einbisschensonntag.de ist sie ständig den neuesten Genusstrends auf der Spur und legt besonders viel Wert auf die kulinarischen Kleinigkeiten, die den Alltag lebens- und liebenswert machen. 

Jetzt aber endlich zu den Bier-Cremeschnitten…
2 Packungen TK-Blätterteig (á 275g)
300 ml Milch
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
2-3 Esslöffel Zucker
100 ml dunkles Bier (alkoholfreies Malzbier)
200 g Schmand

150 g Puderzucker
3 Esslöffel dunkles Bier bzw. Malzbier

Den Backofen auf 200° C Umluft aufheizen.
Die Blätterteigplatten in 7 x 6 cm große Stücke schneiden. Die Stücke auf Backbleche legen die vorher mit Backpapier belegt wurden. Im heißen Backofen 10-12 Minuten backe, herausnehmen und abkühlen.
Jetzt ist die Biercreme dran. Dafür das Puddingpulver mit dem Zucker mischen und mit etwas Milch glattrühren. Die restliche Milch erwärmen, dann das Puddingpulver einrühren und kurz aufkochen lassen. Das Bier sorgfältig untermischen und den Pudding etwas abkühlen lassen. Erst wenn er gut abgekühlt ist den Schmand unterrühren.
Aus dem Puderzucker und dem Bier einen Zuckerguss herstellen. Die Abgekühlten Blätterteigkissen quer durchschneiden.
Die obere Hälfte mit dem Zuckerguss verzieren und den Guss antrocknen lassen. Auf die Unterhälfte die Biercreme streichen, die verzierte Oberhälfte aufsetzen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Zwei Anmerkungen habe ich:
1. Statt Puddingpulver ist mir 40 g Speisestärke, ein Eigelb und echte Vanille angenehmer.
2. Erwarte nicht dass der Zuckerguss so dunkel wird wie auf den Bildern im Buch. Dort hat er die Färbung wie Schokoladenzuckerguss, will man diese Farbe erreichen muss man entweder mit Schokolade arbeiten, oder mit Lebensmittelfarbe tricksen. Ich habe auf beides verzichtet.





Freitag, 31. August 2012

Im Büdchen geht es trocken zu…

Mit meinen geliebten Dörrautomaten habt Ihr ja schon Bekanntschaft gemacht. Es gibt im Büdchen kaum etwas, das nicht bis zum letzten Krümel verarbeitet wird. Gemüse wird lediglich gewaschen wenn es gedörrt wird. Nach Möglichkeit vermeide ich das Schälen, allerdings funktioniert das auch nur mit tiptop astreinem Gemüse. Seit Jahren mache ich mir meine Gemüsebrühe selber, stelle Erdbeerzucker
für Pralinen selber her, oder trockne Apfelringe für den kleinen Snack.
Es gibt so Einiges was alles dem Dörrautomaten schon zum Opfer gefallen ist, aber ich muss auch zugeben, die Ideen was man alles mit getrocknetem Obst und Gemüse anstellen kann, sind schon etwas eingeschränkt und halten sich in Grenzen. Meistens reichen ja schon kleine Broschüren um die Phantasie anzuregen, doch selbst die sind kaum aufzutreiben.
Aber jetzt ist ins Büdchen ein Dörrbuch eingezogen.
Das Buch ist im Kosmos-Verlag in der 2. Auflage erschienen. Wer vom Dörren angetan ist und dieses Buch durchblättert, weiß warum die zweite Auflage in Angriff genommen wurde.
Sabine Hans, die Autorin, hat mit diesem Buch das ganze Repertoire des Dörrens abgehandelt.
Ein sehr schönes Buch das durch die wundervollen Bilder der Zutaten und Gerichte noch mehr an Begeisterung gewinnt. Tolle Ideen für Geschenke und Anregungen für den Genussalltag bleiben auch nicht auf der Strecke. Eine Speise mit Rote Bete
oder Erdbeerpuder
aufpeppen ist nun nicht wirklich alltäglich, aber hat man solche Zutaten erst einmal im Haus, möchte man bei dem nächsten Dessert oder Salat auf solche Toppings nicht mehr verzichten.
Ein Pesto aus getrockneten Zutaten kann man auch leicht im Winter herstellen, vorausgesetzt es liegt ein aktiver Sommer hinter einem und diverses Obst und Gemüse wurde getrocknet.
Ganz wichtig , eh ich es vergesse es zu erwähnen!!!
Das getrocknete Obst und Gemüse gut verpacken und bombensicher verstauen. Sollte in Deinem Haushalt auch ein Schleckermäulchen hausen, ist alles Getrocknete sonst bereits vor Verfalldatum verschwunden! Mit Sicherheit ist es nicht verdunstet!

Nun aber zurück zum Buch.
Die Hobbyköchin Sabine Hans weiß was das Kochherz anspricht. Ihr ging es scheinbar nicht einfach nur darum einen Ratgeber herauszugeben, sondern mit raffinierten Rezepten die Kreativität des Umsetzers anzuregen. Eine fast vergessene Tradition wurde wiederbelebt und die Ausführungen in diesem Buch sind mit viel Liebe und mit noch mehr Inspiration verfasst. In dieser Lektüre wird man vergeblich ein Sachbuch suchen das mit Infos zum Dörren und Trocknen bis zum Bersten gefüllt ist. Zwar sind die Angaben durchaus ausreichend, doch wurde hier vermieden zu sehr in die Tiefe zu gehen. Zu meinem Wohlwollen hat sich die Autorin nicht zu sehr in Details einzelner Lebensmittel verfangen.
Auf jedem Fall werde ich meine Chilifäden zukünftig selber fertigen und die Anregungen für Extra-Dry Tütensuppen habe ich mir schon ins Selbermachenweihnachtsprogram geschrieben.
Mit Hilfe von Frau Hans kann ich jetzt bunte Fische backen und mit ganzen Händen ins Dip.
Für die nächsten gefärbten Nudeln wartet das Rote Betepulver schon in der Pipeline.
Im kommenden Experiment werde ich Tomatenkörner trocknen und dann zu Tomatenpulver fein mahlen. Ich bin so gespannt ob es was wird, aber Frau Sabine Hans sende ich schon jetzt meine herzlichen Dank-Grüße, toll wie sie durch dieses Buch meinen Ideenreichtum angefochten hat.

Das sagt der Verlag zum Buch:
Knusprige Rote-Bete-Chips, fruchtige Mangostreifen, würziges Karottenpulver: Schnell und einfach an der Sonne, im Backofen, auf der Heizung oder im Dörrapparat getrocknet, sind Obst und Gemüse, Pilze oder Kräuter nicht nur lange haltbar, sondern auch ein intensiver Genuss. Ob als gesunder Snack, gemahlen als Würzpulver oder als köstliche Zutat für Gerichte von Suppen bis Desserts.

Die Autorin Sabine Hans ist Fotografin in Hamburg und leidenschaftliche Hobbyköchin, die gerne experimentiert

EXTRA DRY
Trocknen & dörren · kochen & genießen
Sabine Hans
160 Seiten im laminierten Pappband
286 x 221 x 18 mm (LxBxH)
ISBN: 978-3-440-13443-6
Art.-Nr.: 13443
Zum Preis von 19,99 €
Kosmos-Verlag
 

Donnerstag, 23. August 2012

Home made, natürlich hausgemacht…

Ein Küchenbastelbuch aus dem Dumont-Buchverlag liegt vor mir, nein dieses Buch ist keine Anleitung wie Du dir eine Küche basteln kannst, es geht eher in Richtung "Jugend forscht". Ein Buch mit stabilem Hardcover, Lesebändchen und robusten Erscheinungsbild. Also von Außen sehr vielversprechend. Aber was mir schon auf den ersten Seiten entgegenkommt fesselt meine Aufmerksamkeit. Ganz klar, in diesem Buch geht es nicht einfach nur darum nach schönen Rezepten gutes Essen auf den Tisch zubringen, in dieser Lektüre findet man Anleitungen die das Versucherherz höher schlagen lassen. Fast vergessene Zubereitungsarten, z.B. wie das selber Räuchern werden hier aufgegriffen.
Die Herstellung von selbstgemachter Marmelade kommt hier zur Sprache und wird genauso verständlich erklärt, wie die Produktion von Eis oder gar Käse. Die Autorin Yvette van Boven hat in meinen Augen kein bestimmtes Motto gewählt, aber evtl. war ihre Devise "alles Hausgemacht". Einwenig erinnert es mich an die gute alte Zeit der Hobbythek mit Jean Pütz. Verschiedene Grundanleitungen werden in Bilderkursen dargestellt, was ich überaus hilfreich finde. Als eine ganz tolle Idee empfand ich die Rezepte die den "Grundanleitungen" folgten. Das muss man sich wie folgt vorstellen: erst wird z.B. erklärt wie man eine Makrele räuchert und anschließend folgt gleich ein Rezept zur Verwendung. Weil mich das so faszinierte habe ich es gleich ausprobiert.
Das Buch startet mit einem Vorwort von der Autorin selbst geschrieben. Es gibt einen kleinen Einblick in einen Teil ihres Lebens.
Dann folgt ein Inhaltsverzeichnis das die Rezepte nach Rubriken auflistet. Hier wirst Du bereits von den ersten Anleitungen verführt und es setzt der beschriebene Tatendrang ein.
Der eigentliche Bereich der Rezepte und Anleitungen wird dich weiterhin gut unterhalten und animieren tätig zu werden. Es wird einfach nicht langweilig.
Dass dieses Buch am Ende nochmals mit einem Inhaltsverzeichnis aufwartet war fast zu erwarten, doch dass es gleich noch ein Register nach Gängen und ein weiteres nach Zutaten gibt, ist für mich schon faszinierend. Wer in diesem Buch etwas sucht wird es bestimmt irgendwo finden.
Die Texte und Rezepte sind sehr liebevoll gestaltet, teilweise erweckt es den Eindruck eines handgeschriebenen Rezept-Buches. Wobei auch handgeschriebene Rezepte die abfotografiert wurden, zu finden sind. Was dem Buch nochmals seinen ganz eigenen Charme gibt. Einige Bilder und Texte vermitteln den Eindruck einer verträumten, doch modernen Landhausküche und andere wieder klassisches, wie rationales Kochen der Moderne.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch für jeden der ausprobieren will und mehr erwartet als Rezepte nach denen "lediglich" Speisen gefertigt werden.
Es regt zur eigenen Kreativität an und lässt jedes Versucherherz höher schlagen. Ich wollte wissen, wie andere auf dieses Buch reagieren und ob ich alleine stand mit meinem Gefallen an diesem Buch. Aber ich war überrascht welchen Anklang es im Freundeskreis zeigt. Irgendwie war für jeden etwas dabei. Ich werde es sicherlich im Auge behalten und noch das eine oder andere daraus berichten.

Das sagt der Verlag:
»Home Made« beginnt mit dem Frühstück und nimmt seinen Verlauf durch die Mahlzeiten des Tages: Eigenes Brot am Morgen mit gesunder Marmelade, ein ebenso gutes wie schnelles Mittagessen, und Richtung Nachmittag ein kleiner Kuchen zum Tee. Erfrischende Getränke und Drinks und ein köstlich leichtes Abendessen runden den Tag ab. Auch die Knabberei zur Mitternacht fehlt in diesem unkomplizierten Hausbuch nicht. »Home Made« ist ein sehr sympathisches Koch- und Hausbuch für jeden Tag. Es gewinnt durch seine Fotos und liebevolle Illustrationen mit Anleitungen, es überzeugt mit praktischen und guten Rezepten für alle Mahlzeiten. Wie macht man gutes Eis ganz einfach ohne Eismaschine oder wie lässt sich Frischkäse unkompliziert zubereiten?
In diesem Kochbuch gibt es leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Erläuterungen, mit denen das Kochen am eigenen Herd mit einfachen Mitteln großen Spaß macht und man nicht ständig teure neue Küchengeräte oder Zutaten kaufen muss. Mit diesem Buch können Sie wirklich sagen: »Alles, natürlich hausgemacht!«
• Charmante, liebevolle Ausstattung
• Kochbuch des Jahres 2011 in NL
• Klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Worte Zur Schriftstellerin:
Yvette van Boven (*1968) ist die charmanteste Köchin der Niederlande. Und nicht nur das: Sie ist Illustratorin, Food Stylistin und Rezept-Autorin für Magazine und Tageszeitungen – sie kann wunderbar schreiben und bezaubernd zeichnen. Gemeinsam mit ihrem Cousin Joris Vermeer führt sie das Restaurant ›Aan de Amstel‹ in Amsterdam

Home Made. Natürlich hausgemacht
Yvette van Boven
432 Seiten, mit 220 farbigen Abbildungen
H26,5 x B21,0 Hardcover
EUR 34,00 [D] / 45,90 sFr.
Erstverkaufstag: 08.03.2012
ISBN 978-3-8321-9442-0


Dienstag, 10. Juli 2012

Mit Tortilla machst Du noch lange keine Tacos…

Ich will jetzt nicht sagen Tacos sind in aller Munde, aber ich denke, wüsste jeder wie einfach diese kleinen Dinger anzurichten sind, hätten sie schon längst einen festen Platz in unseren schnellen Küchen. Wie ich jetzt auf die Tacos gekommen bin? Bei mir ist ein nettes kleines Buch über Tacos aus dem Hädecke Verlag eingezogen.
Handlich ist es mit seinen geringen Maßen von 195 x 195 mm allemal. So klein wie das Buch auch ist, jedoch es hat Unmengen an appetitanregenden Fotos. Es startet mit einem Inhaltsverzeichnis. In weiteren Rubriken sind Erklärungen zu "alles über Tacos & Co", Rezepte zu Tacos, Burritos, Quesadillas, Beilagen & Salsas und das Finale bildet ein Rezeptverzeichnis.
In dem 64seitigen Buch mit Hardcover sind 30 Rezepte aufgeführt und werden von 45 Fotos begleitet. Die Autorin Laura Washburn kennt diesen Zweig der mexikanischen Küche aus ihrer südkalifornischen Heimat. In Mexico sind Tacos Fast-Food und wahrscheinlich so verbreitet wie die Currywurst im Ruhrgebiet.
Die Grundlage für Tacos ist Tortilla. Das sind kleine mexikanische Fladenbrote und keinesfalls mit der bekannten spanischen Tortilla zu verwechseln. Denn Tortilla in Spanien ist ein Omelett und kein Fladenbrot. Diese Ausdrucksart hatte mich am Anfang etwas verwirrt, bis ich dann hier die Aufklärung fand.
Mit diesem Wissen konnte ich mich nun an die Rezepte begeben. Tacos aus dem Ärmel zu schütteln ist dann einfach, wenn man einige Vorbereitungen getroffen hat. Dazu gehören unter anderem Beilagen und Salsas vorzubereiten. Hat man die griffbereit, sind die eigentlichen Tacos eine Miniübung. Die Rezepte sind modern und frisch genauso wie die angegebenen Zutaten. Vielfältige Füllungen mit Fleisch, Kartoffeln, Gemüse oder Fisch. Selbst Obst wird nicht ausgeschlossen. Wichtig für die mexikanische Küche sind die bekannten Chilischoten, grüne wie auch roet sind vertreten. Eins der wichtigsten Kräuter scheint frischer Koriander zu sein. Das war mir jetzt so nicht bekannt, ich würde mich freuen es könnte mir jemand Aufschluss darüber geben ob Frau Washburn den Koriander gerne verwendet, oder ob es tatsächlich in Mexico so verbreitet ist.
Wie schon erwähnt, werden auch Rezepte zu Burritos und Quesadillas vorgestellt. Auch sehr ansprechend, allerdings vom Aufwand entsprechend umfangreicher und sie fallen eher in die Kategorie sattmachende Hauptmahlzeiten.
Was mir sehr gut gefallen hat, dass die Autorin in ihrer Einleitung daraufhingewiesen hat, dass die Rezepte zur Inspiration und als Vorlage gesehen werden sollen. Sie animiert den Leser eigene Ideen ganz nach Geschmack zu entwickeln. Das ist doch wirklich toll, zumal man auf diesem Weg regionales und saisonales einfließen lassen kann und sich nicht dogmatisch an Rezepte halten muss.
Da ich aber auch wissen wollte wie es um die Handhabe der Rezepte steht, habe ich natürlich wieder das eine oder andere nachgebastelt. Ich finde die Rezepte sind Anfängertauglich und auch durchaus mal etwas für einen Mädels-, Herrenabend oder eine bunte Runde im Garten wenn mal nicht gegrillt wird.

Im Büdchen wurde folgendes serviert:


Guacamole




Chipotle-Hähnchen und Tacos mit Rajas



Tacos mit Hackfleisch (die schwarzen Bohnen habe ich selbst zum Rezept zugefügt)

So ganz nebenbei hat der Hädecke-Verlag auch noch etwas dazu gesagt:
Traditionelle mexikanische Tacos, Burritos und Quesadillas bestehen meist aus lange geschmortem Fleisch oder Geflügel, das mit knackigem Gemüse belegt, in einen weichen Mehl- oder Maisfladen gefüllt und mit einer scharfen Sauce serviert wird. Das Buch bietet eine Auswahl der besten Füllungen (darunter auch einige vegetarische) – modern interpretiert und mit hohem „Suchtpotenzial“.
Beilagen und Salsas runden die Rezeptideen ab, denn ein Taco ist nur so gut wie die dazu gereichten kleinen Extras


Laura Washburn, Isobel Wield
Tacos, Quesadillas & Burritos
mexikanisch genießen
ISBN 978-3-7750-0635-4
1. Auflage, Gebunden, 64 Seiten, 45 Farbfotos

12,95 € (D), 18,00 Fr. (CH), 13,40 € (A)

Laura Washburn wurde in Los Angeles, Südkalifornien, geboren. Sie studierte in Paris und ließ sich an der bekannten Kochschule École de Cuisine La Verenne ausbilden. Später arbeitete sie mit Patrizia Wells zusammen, der Beststellerautorin von A Food Lover’s Guide. Heute lebt sie in London und arbeitet als Kochlehrerin und Food-Journalistin.

Kleine Anmerkung aus dem Büdchen für Wissenshungrige: meine Internetrecherche ergab dass die Weizentortilla eher in USA und in anderen Teilen der Welt für Tacos verwendet wird und die Mexikaner die Fladen aus Mais bevorzugen. Weizentortilla sollen fettiger und weicher sein.

Montag, 11. Juni 2012

Sein Südtirol könnte auch meins werden...


Ich weiß eigentlich gar nicht wie ich anfangen soll, da liegt ein wunderschönes Buch vor mir und ich vermag einfach nicht etwas daraus zu kochen. Nein es ist kein Roman und auch nicht das neue Ratgeber Diätbuch mit dem Titel "Schlank bis auf die Knochen". Es ist ein Traum von einem Buch und auch schon seit einigen Monaten auf dem Markt bzw. im Büdchen. Aber ich tue mich diesmal verdammt schwer es zu beschreiben. Ist es ein Kochbuch? -oder ein Kunstdruck?, eine Lebensphilosophie mit Geheimnissen aus der Profiküche? Ich kann es nicht sagen, aber eins weiß ich genau, meine heutige Rezension wird ohne ein nachgekochtes Rezept auskommen müssen. Sicher sind in diesem Buch auch Rezepte die mir als Hobbykoch gelingen würden, aber die würden dem Anspruch des Autors bzw. diesem ganzen Werk nicht gerecht werden. Das ist kein Buch aus dem ich Gekochtes präsentiere, ich könnte mich nur blamieren und ein wirkliches Kompliment an Herrn Niederkofler wäre es auch nicht. Es ist Lektüre die ich zusammen mit einem guten Glas Rotwein genießen möchte. Jedes einzelne Bild, ob Fotomontage oder nicht, ist so schön und ringt mir das eine oder andere Schmunzeln, aber auch verträumtes Lächeln ab. Es ist ein Werk das dem Besitzer schmeichelt es sein Eigen zu nennen. Ein Buch, das Sehnsucht weckt. Sehnsucht nach den Bergen, Sehnsucht nach Natur, Sehnsucht nach Ursprungsschönheit, Sehnsucht nach der Welt jenseits der Shoppingmall und Weltrettungskultur, Sehnsucht nach gehobener Küche die ihre Qualität aus dem Anfänglichem zieht und zur Vollendung verfeinert wurde bzw. reifen durfte.
Vielleicht hört es sich jetzt sehr überspritzt oder gar abgehoben dramatisch an, aber ich kann nur sagen, wer sich dem Buch öffnet wird es sicher ähnlich erleben, ich kann es jedem Leser nur wünschen. Ach ja, auch an Humor und Esprit fehlt es garantiert nicht.
Ich kenne Südtirol und ich kenne auch die hervorragende Küche aus der Region. Selbst das Lebens- und Genussgefühl der Region ist mir nicht unbekannt und obwohl mir das alles vertraut ist, weckt dieses Buch Reisefieber in mir. Ein Besuch in Südtirol mit einem Abstecher bei Herrn Niederkofler, wird als Wunsch ganz oben auf meine Reiseliste platziert. Da fällt mir ein, der Weg zum Gardasee führt durch Südtirol, na ja, frei nach dem Motto "viele Wege führen nach Rom" aber soweit muss man gar nicht fahren. Für eine kleine Reise reicht der Weg in die Buchhandlung zum Erwerb dieser wunderschönen "Schwarte".
Das Buch hat ein stattliches Format und besitzt die gleiche Größe wie das Sitzwohl, es ist aus demselben Verlag COLLECTION ROLF HEYNE.
Im vorderen Teil schildert Herr Niederkofler in seinem Buch" Mein Südtirol" was ihm sein Südtirol bedeutet und wie die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde seine Küche, ja man kann schon fast sagen sein Leben prägen. Er beschreibt in gewisser Form sich und vor allem was ihn und sein Leben geprägt hat. Wer ein reines Kochbuch erwartet, wird überrascht sein was er noch alles dazu bekommt.
Im Buch kommen der Bergsteiger Reinold Messner, der Moderator Marcus Lanz und der Skiläufer und Medaillenträger Herr Gustav Thöni zur Sprache. Jeder einzelne schlägt ein Menü vor das anschließend entsprechend präsentiert wird.
Wie schon kurz erwähnt, das Thema von Herrn Niederkofler, wie auch das Hauptthema in diesem Buch sind die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser. Darauf sind auch die Menüs bzw. die Rezepte aufgebaut.
Fazit:
Eine sehr schöne Lektüre die Beachtung verdient. Als Kochbuch für den Hausgebrauch eher ungeeignet, doch der ambitionierte Hobbykoch und auch der Profi in der Küche wird garantiert Gefallen finden. Die Detailverliebtheit lässt des Kenners Herz höher schlagen. Mit viel Liebe und Zeit wunderschön gestaltet. Eine Verliebtheit zur Region Südtirol muss nicht vorhanden sein, die wächst während man das Buch genießt. Das eine oder andere Rezept fische ich mir aus den Kompositionen und irgendwann werde ich nach reichlicher Übung hier etwas präsentieren können.
Ich möchte nicht aufhören zu schauen, zu lesen, zu genießen...
Das sagt der Verlag:
NORBERT NIEDERKOFLER
MEIN SÜDTIROL
LEBEN UND GENIESSEN IM EINKLANG MIT DER NATUR:
»Mit 18 Jahren wollte ich die Welt sehen und ich habe sie mir angesehen. Zumindest besichtigte ich sämtliches Großküchen-Interieur, das aber sehr akkurat! Seit wenigen Jahren ruhe ich nun, weil ich zu Hause angekommen bin. Meine Heimat ist Südtirol. Denn nirgends auf der Welt habe ich eine spannendere Symbiose aus nördlich ›präziser Mentalität‹ und südlich ›mediterraner‹ Lockerheit erlebt. Selten hat ein Koch idealere Voraussetzungen. Und genau diese Mischung versuche ich in meinen Gerichten zu vermitteln.« Norbert Niederkofler
Den Kopf in Österreich, die Füße in Italien und die Arme weit ausgestreckt in den Osten und Westen des Landes. So könnte man Südtirol beschreiben – und sich einen Christus vorstellen, der über der Landkarte liegt. Schließlich spricht man auch heute noch vom »heiligen Land Tirol«. Doch Norbert Niederkoflers Südtirol geht weit darüber hinaus und enthält, neben diesem »Gewürz aus vielen Ländern«, noch zahlreiche andere Geschmacksnoten. Denn Südtirol ist da ein bisschen wie Norbert Niederkofler selbst – ein Ergebnis verschiedener Einflüsse, ein Kaleidoskop präzise definierter Elemente. Auch im ursprünglichen Sinn: Erde als Nährboden des Weines, Wasser als Urquell der Küche, Feuer als Motor der Geschichte und Wind als Besen der Erneuerung. Eine Reise ins Niederkofler-Land, während der wir zusammen mit Norbert Niederkofler einige interessante Südtiroler besuchen: Elena Walch, Reinhold Messner, Gustav Thöni und Markus Lanz. Zudem präsentiert Norbert Niederkofler – der übrigens mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet ist – die besten Rezepte seiner Vier-Elemente-Küche aus dem St. Hubertus.
Udo Bernhart, der Fotograf:
Udo Bernhart ist 1956 in Bozen geboren und im Vinschgau aufgewachsen. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er als freier Fotograf und Fotojournalist auf der ganzen Welt - von Alaska bis Feuerland und von China bis zur Osterinsel. Udo Bernhart hat zahlreiche, hoch gelobte Bildbände fotografiert.
Links
http://www.udobernhart.de

CHRISTINE LASTA
NORBERT NIEDERKOFLER
MEIN SÜDTIROL
EINE KULINARISCHE RUNDREISE
272 Seiten
25x29 cm
Gebunden, Fadenheftung, Schutzumschlag,
hochwertiger Farbkunstdruck,
spezielles Lack-Finish
über 200 Abbildungen,
70 illustrierte Rezepte
Erscheinungstermin: 13.12.2011
ISBN-13: 978-389910499-8
€(D) 58,00 / €(A) 59,70 / sFr 77,90

Sonntag, 6. November 2011

Jetzt haben wir den Salat, oder besser gesagt das Gemüse...

Die letzten kulinarischen Aktionen hier im Büdchen waren entweder süß oder fleischig. Ich würde sagen, Herr GB ist nun bei weitem nicht zu kurz gekommen. Sieht das jemand anderes? Nein? Gut, dann können wir uns ja mal anderen Themen widmen. Wie wäre es denn mal mit einem Gemüsegericht? Gegenstimmen? Keine? Gut!Dann kann es ja losgehen. Erst packe ich mal das Paket aus, das der Postbote neulich gebracht hat. Neulich??? Na okay, leicht untertrieben, es liegt hier schon eine ganze Weile, und wenn ich ehrlich bin, ist es direkt bei der Ankunft schon aus der Verpackung gerissen worden. Wer glaub ich könnte Pakete ungeöffnet Wochen stehen lassen, der kennt das Klärchen nicht. Sehnsüchtig habe ich es schon erwartet und ich wusste sogar über den Inhalt bescheid. Ein Kochbuch! *ach was* Höre ich Stimmen im Hintergrund?
Ein Kochbuch mit dem Titel Gemüse. Na ist das nicht perfekt? Genau zum richtigen Zeitpunkt nach Süßkram und Eiweißgedöns.
Der Autor kein geringerer wie Toni Mörwald. Aus dem entfernten Österreich und das Buch ist erschienen im loewenzahn Verlag

Der Titel “Gemüse“ mit kleinerer Unterschrift “Die besten Rezepte zum Verwöhnen“ ist sehr verlockend für eine Gemüsepflanze wie mich.
Das Buch startet mit einem Inhaltsverzeichnis nach den vier Jahreszeiten, eine Rubrik “Die Gemüsemacher“ und eine weitere mit Bezeichnung “Gemüse, Kräuter- und Gewürzlexikon“ ist ebenfalls aufgeführt.
Gleich danach startet er mit dem Vorwort. Dort geht Herr Mörwald auf wichtige Inhaltsstoffe einzelner Gemüsesorten ein.
Direkt nach dem Vorwort startet er mit dem Frühling. Löwenzahn, Bärlauch, Sauerampfer und natürlich Spargel bestimmen das Kapitel. Der Rhabarber wurde übrigens auch nicht vergessen.
Im Sommer, Herbst und Winter wurden die üblichen Verdächtigen der Saison aufgeführt und die Rezepte sind sehr verständlich, anregend und leicht nachzukochen.
Zum Kochen komme ich später.

Nach den Rezepten beschäftige ich mich mit dem Kapitel “Die Gemüsemacher“. Dort werden drei Gemüseerzeuger vorgestellt. Alle drei sind in Österreich ansässig, beschäftigen sich allerdings mit unterschiedlichen Produkten. Als erstes der Tomatenkaiser, oder wie man in Österreich sagt, der Kaiser der Paradeiser. Was meiner Meinung auch viel wohlklingender ist als Tomatenkaiser.
Dann ein Spargel-Pionier! Ja richtig, mir war nicht bewusst, dass in Österreich auch Spargel angebaut wurde. Lesen bildet eben.
Als Dritte (Zachhalmel aus Rust) im Bunde zur Krönung eine Landwirtin, die sich auf Erdbeeren eingeschossen hat und hier der Profi ist.
Für die bewussten Mitmenschen aus dem happy Austria sicher interessante Bezugsquellen.

Im nächsten Abschnitt “Gemüse, Kräuter- und Gewürzlexikon“ geht Herr Mörwald auf die Lagerung und die Verarbeitung von Genanntem ein. Wobei er hier natürlich auch die sofortige Verarbeitung unterstreicht, aber wer kennt das nicht, zuviel eingekauft und nun muss doch mal Gemüse in die Warteschleife. Da kommen seine Tipps doch genau richtig.
In diesem Bücherteil stellt der Autor einige Gemüse- und Kräuter vor. Beschreibt das Gemüse in Geschmack, Farbe und Konsistenz. Ganz nebenbei hat er bei jeder Vorstellung auch noch einen Tipp zur Verarbeitung in Petto.

Abschließend noch Biografien von sich selbst, von Herrn Herbert Hacker (die journalistische Unterstützung) und von Herrn Manfred Klimek der alles in Bildern festgehalten hat.

Mein Fazit:
Ein handliches Buch das durch das Hardcover einen stabilen Eindruck macht. Schöne Bilder, voll trendy, wie man so schön zu sagen pflegt. Die saisonalen Rezepte sind sehr ansprechend. Was ich allerdings etwas irritierend fand, waren die Fisch- und Fleischzutaten. Vom Titel ausgehend hätte ich auf ein vegetarisches Buch gewettet. Bedauerlich fand ich das schon. Denn in einem Buch mit diesem Titel, einfach mal komplett auf Fleisch zu verzichten, wäre der passendere Anreiz gewesen. Also nur bedingt für Veggis.

Toni Mörwald, Herbert Hacker
Gemüse “Die besten Rezepte zum Verwöhnen“
Loewenzahn Verlag
ISBN: 978-3-7066-2491-6
Umfang: 168 Seiten, gebunden, zahlreiche Farbfotos
Preis: EUR 19,95 / CHF 28,90

Was sagt der Verlag dazu:
Toni Mörwald, Herbert Hacker
Gemüse
Die besten Rezepte zum Verwöhnen
Essenszeit ist Lebenszeit! Die Welt von Mörwald: Gemüseküche zum Genießen! Mit Köstlichkeiten Gäste zu verzaubern – das ist die Kunst, der sich der Spitzenkoch Toni Mörwald mit großer Leidenschaft verschrieben hat. Seine Gerichte begeistern durch die Kombination von Tradition und Moderne. Regionale Küche, in deren Mittelpunkt saisonal-frische Grundprodukte stehen, setzt er zeitgemäß und schmackhaft um. Junger Spargel, süße Karotten, zartes Weißkraut – über 50 Rezepte spannen den Bogen übers ganze Jahr und bestechen durch Kreativität und Originalität. Begleitet von Wissenswertem zu Herkunft und Verarbeitung von Gemüse, Kräutern und Gewürzen, werden alle Ansprüche an eine natürliche und inspirierende Küche erfüllt!
- leichte Küche mit großer Wirkung
- über 50 moderne und kreative Gerichte nach Saison
- informatives Gemüse-, Kräuter- und Gewürzlexikon
- verführerische Farbfotos

Die Autoren/der Fotograf:
Toni Mörwald, geboren 1967 in Feuersbrunn, lebt ebendort. Haubenkoch und Unternehmer. Berufserfahrung inner- und außerhalb Österreichs, führt mehrere Restaurants und einen Cateringbetrieb. Ausgezeichnet u.a. als jüngster Haubenkoch Österreichs (1990). Mehrere Veröffentlichungen zuletzt bei Löwenzahn gemeinsam mit Christoph Wagner und Jörg Wörther „Austro Pasta" (2010) sowie mit Renate Wagner-Wittula und Jörg Wörther „Austro Grill" (2011).

Herbert Hacker, geboren 1957 in Baden, ist langjähriger Magazinjournalist. Als Gourmetkritiker verfasst er seit Jahren eine wöchentliche Restaurantkritik im „Format" und schreibt regelmäßig für „News", „Falstaff-Magazin" und für das Hamburger Wochenblatt „Die Zeit". Er ist Chefredakteur des „Falstaff Restaurantguide" und Buchautor. Unter anderem erschienen: „Das neue Piemont" (2006), „Koch-Lust" (2009) und „Süße Fische" (2010, zusammen mit Toni Mörwald und David Ruehm).

Manfred Klimek, Jahrgang 1962, lebt als Fotograf und Autor in Berlin. Er ist freier Kolumnist der Wochenzeitung „Die Zeit" und Mitarbeiter bei mehreren renommierten Magazinen im deutschsprachigen Raum. Er ist kein klassischer „Food-Fotograf" und fotografiert Essen mit der Leidenschaft des Genießers. Klimek will das Essen am Foto „riechen", die Gerichte kommen aus der Küche und werden sofort nach Fertigstellung in warmen und unbehandeltem Zustand fotografiert.

Um das Ganze abzurunden habe ich natürlich wieder nachgebastelt. Entschieden habe ich mich für Blumenkohl.
Er passte in die Zeit (also saisonal) und wurde beim Gemüsedealer aus der Nachbarschaft ergattert (folglich regional). Und weil die guten Blumenkohlköpfe, hier frisch gekauft, nicht zum herumlungernden Etwas mutieren sollten, wurden sie gleich in zwei verschiedenen Rezepten verarbeitet.
Heute habe ich für Euch gebackenen Blumenkohl mit Feldsalat. Auf österreichisch, Karfiol mit Vogerlsalat und das zweit Rezept gibt es morgen. Da kann man sich auf Blumenkohl mit Butterbröseln und geriebenem Ei freuen.

Der gebackene Blumenkohl kam im Sonderzug nach Pankowmantel daher.
1 Blumenkohl (16 Röschen)
Salz
Zitronensaft
Blumenkohl putzen, in Röschen teilen und in Salzwasser bissfest garen. Die Röschen abgießen, leicht mit Küchenrolle trocknen und mit Zitronensaft beträufeln.

3 Eier
Pankomehl (im Asialaden)
Mehl
Salz, Pfeffer
Butterschmalz oder Erdnussöl zum ausbacken
Die Eier verschlagen und mit Salz/Pfeffer würzen.
Die Blumenkohlröschen in Mehl, in gewürztem Ei und anschließend in Panko-Brösel panieren. Im ausgelassenen und heißem Fett goldgelb ausbacken.
Feldsalat (pro Person eine gute Handvoll ca. 50 g)
2 Esslöffel Walnussöl
1 Esslöffel Holunderblütenessig
1 Teelöffel Zucker
Salz, Pfeffer
Zitronenfilets
Feldsalat waschen und trocknen. Aus den restlichen Zutaten ein Salatdressing mischen. Den Salat mit dem Dressing marinieren und auf Teller anrichten. Die gebackenen Blumenkohlröschen darauf anrichten, nach Geschmack die Zitronenfilets verteilen und servieren.