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Freitag, 28. Februar 2014

Ein sizilianisches Ostermenü…

…stand auf dem Plan von der Freundin und dann auch auf meinem. Es war erneut ein Kochkurs angesagt, den durfte ich ja nicht verpassen. Herr GB bekam wieder was Aufgewärmtes und ich ging sizilianisch speisen. In 6 ½ Wochen ist Ostern, da kann man doch jetzt durchaus mal den Ernstfall proben, oder? Zumal wenn es ein total köstliches Experiment werden sollte und ich kann Dir verraten, es war vortrefflich. Die Freundin hat extra für uns eine Sizilianerin angeheuert, wobei sie das eigentlich gar nicht nötig hat, ist sie doch schon bald selber eine Sizilianerin, so oft wie sie sich dort herumtummelt, mich mit Bildern von frischen Fischen und frischem Gemüse neidisch macht. Naja okay, wenn man die richtigen Einkaufsquellen hat, kann man sich auch bei uns hier im Pott bezüglich frischer Zutaten nicht beklagen. Es sind halt einfach nur andere Produkte.
Ich schweife schon wieder ab, nun aber zurück zum Menü. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen wie so ein Ostermenü in Sizilien aussieht. Ich weiß dass in Italien gerne eine Spinattorte am Osterfest serviert wird, ob das in Sizilien auch so ist, weiß ich gar nicht. Bei Gelegenheit muss ich doch mal die Freundin fragen. Also Spinattorte gab es nicht, aber dafür als Einstieg wundervolles Brot mit Olivenöl und Kräutern. Damit haben wir in Verbindung mit einem Gläschen Wein die Wartezeit auf die anderen Gänge überbrückt. Ein wundervoll fluffiges Brot das die Freundin direkt beim Italiener besorgt hatte, denn mit Brotbacken konnten wir uns nicht aufhalten. Außerdem habe ich gelernt, gutes Brot braucht als Hauptzutat viel Zeit, die hatten wir jetzt nun wirklich nicht.
Endlich war es soweit der erste Gang konnte serviert werden. Nudeln mit Auberginen und Tomatensauce.
Absolut äußerst schmackhaft und so reichlich, ich war schon fast satt.

Dann war auch schon der Hauptgang fertig.
Zickleinbraten mit Artischocken.
Endlich habe ich begriffen wie Artischocken zubereitet werden.
Bisher habe ich immer zu wenig abgeschnitten und war ganz verzweifelt über das regelmäßig holzige Ergebnis. Wo ich doch Artischocken haufenweise essen könnte, ich liebe dieses distelartige Gemüse. Keine Pizza für mich ohne diese hübschen Blüten, oder ein Salat einfach nur mit Essig und Öl, etwas Salz und Pfeffer drauf, fertig, und ich könnte mich hineinlegen.
Also mit den Artischocken im Hauptgang haben Francesca und die Freundin im Handumdrehen mein Herz erobert. Lecker, einfach lecker. Da war es für mich auch kein Problem auf das Zicklein zu verzichten. Nein ich bin nicht Veganer, ich bin nur Lamm, Scharf, Ziege, Hammelabstinenzler. Ich mag es einfach nicht und das Komische, mir dreht sich der Magen und dann kann ich ohne weiteres auf alles Essbare verzichten, aber das wollte ich nicht, denn es gab ja schließlich noch ein Dessert.
Pistazienmousse mit Orangenkompott.
Das Mousse mit Pistazienmarzipan und das Orangenkompott mit den letzten Moro-Orangen.
Langsam geht die Zeit seinem Ende zu in der man die Moro-Orangen bekommt. Die Moro ist eine Blutorange mit einem wunderbaren Orangenaroma, herrlich fruchtig, mit ausgeprägter Säure und angenehmer herben bitteren Note. Also hervorragend für ein Dessert geeignet. Das Kompott wurde mit einem Rosmarinzweig aromatisiert und passte ausgezeichnet zu den Aromen der Pistazienmousse.
Zum guten Schluss gab es einen Caffè wie ich ihn aus Italien kenne. Es war wieder ein rundum Erlebnis und ein glanzvoller Abend.


Mittwoch, 27. Februar 2013

Kochen, Lernen, Würzen – Gewürzkochkurs

Man, man, man, jetzt ist es doch tatsächlich schon vier Wochen her, wann ich die Freundin das letzte Mal gesehen habe, oder besser wann ich mit ihr gekocht habe. Ich hätte kommende Woche die Option mit ihr zu kochen, aber sie macht Lamm und ich glaube soviel würzen bis der Geschmack vom Lamm verschwindet, geht gar nicht. Außerdem ist Würzen eine Kunst und Überwürzen purer Frevel. Überwürzen ist eh nicht angesagt. Gewürze sollen unterstreichen, die eigentlichen Aromen aus dem Produkt herauskitzeln. Woher ich das weiß? Das schmeckt ein Genießer und die Freundin hat es uns auch noch mal eingehend eingetrichtert. Ja, ja, so ein Kochkurs bei Slow Food ist keine Spaßveranstaltung, da musst Du lernen. Tja, meine Mutter hat früher schon gesagt, wer nicht hören will muss fühlen. Aber muss man denn gleich 14 Tage etwas davon haben? Ich erzähl mal wie es anfing:
Also es war Ende Januar und es gab KEINEN Schnee, aber vorsichtshalber hatten einige Teilnehmer 14 Tage vor dem Kurs schon einmal abgesagt, man weiß ja nie. Außerdem tobte in USA gerade ein Schneesturm und wie schnell ist der in Old Germany und dann hasse das Theater. Also um auf den Punkt zu kommen, wir waren eine kleine Kochgruppe von 7 Personen und wollten mit Gewürzen kochen. Wie sich das schon wieder anhört, als würde man sonst ohne Gewürze kochen.
Auf unserem Plan standen ein Appetizer, eine Vorsuppe, ein Hauptgang und ein Dessert. Alles sollte aromatisch und harmonisch abgeschmeckt werden. Jeweils zwei Personen stürzten sich auf einen Gang und die Freundin kämpfte an allen Fronten. Alle fingen an zu schnippeln und zu rösten, zu kochen und zu rühren. Als Dessert gab es ein wundervolles Orangen-Zitronen-Panna-Cotta, dafür hat die Freundin sogar ihre selbst kandierten Zitronen und Orangenschalen geopfert.
Maishuhn mit Harissa und Süßkartoffeln stellte den Hauptgang dar
und ein Kokos-Curry-Cappuccino mit Specksegel ebnete gleich den Einstieg nach den Appetithäppchen.
Jetzt wunderst Du Dich warum ich das Menü von hinten aufzähle. Ha, das hat einen ganz bestimmten Grund, denn für die ersten Häppchen fühlte ich mich mitverantwortlich und ich kann Dir sagen, die Häppchen vergisst man nicht so schnell. Sie machten Appetit und zwar auf Wasser, oder besser, auf Getränke jeder Art. Das Rezept hörte sich gut an, Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre. Ziegenkäse brauch ich ja nicht wirklich, aber in diesem Fall schon, denn der neutralisierte den Chiligeschmack und das war auch bitter nötig. Eigentlich war die Konfitüre sehr wohlschmeckend, wenn eben diese unglaubliche Schärfe nicht gewesen wäre. Das Rezept war von der Freundin und darin stand geschrieben, dass einige Chilischoten, also nach Gusto, verwendet werden sollen. Meine Mitstreiterin und ich waren etwas verunsichert und wir haben bei der Freundin vorsichtshalber mal nachgefragt. Ja, ja, macht mal alle rein, ihr macht das schon.
Okaaaaaaayyyyyy!!!!!!!!!! Ich glaube wir hatten locker 6 oder 7 Chilischoten, aber zimperlich waren wir nicht, also wurden sie entsprechend für die Konfitüre vorbereitet. Da ich vor Chilischoten höchsten Respekt habe, erkundigte ich mich mal besser nach Handschuhen. Denn hast Du einmal die Schärfe an den Händen, ist sie auch schnell mal am Auge, Mund oder Nase. Die Freundin hatte keine Handschuhe und außerdem waren es ja auch gaaaaaaanz milde Chilischoten. So wie die Freundin es sagte hätte man meinen können, sie müssten noch mit Pfeffer gewürzt werden, um Schärfe zu bekommen. Also haben wir voller Eifer die milden Schoten bearbeitet. Vorsichtshalber habe ich mir nach dem Schneiden dann doch mal lieber die Hände gewaschen, man weiß ja nie. Ich weiß heute, ich hätte besser baden sollen. Irgendwie bin ich im Laufe des Abends mit dem Handrücken an einen Nasenflügel gekommen und ich merkte sofort ein leises brennen und jucken. Anstatt diese Symptome zu ignorieren bin ich voller Verzweifelung immer wieder an die Nase gegangen. Natürlich mit dem Erfolg, dass der Nasenflügel am nächsten Tag aussah als hätte er mit den Chilischoten zusammen im Backofen gelegen, damit die Haut abplatzen soll. Glaub mir, der Nasenflügel hat nicht mit im Backofen gelegen, aber die Haut platzte trotzdem blasenartig auf und so bin ich locker vierzehn Tage durch die Gegend gelaufen. Jetzt glaub nicht das hätte mir den Kochkurs verdorben. Nein ganz im Gegenteil, es war eine gesellige nette Runde, ich habe dank der Freundin das eine oder andere über Gewürze gelernt. Und eins weiß ich jetzt mit hundertprozentiger Sicherheit, ich besuche jeden Kochkurs nur noch mit Handschuhen im Gepäck.
Sicher hat die Freundin nichts dagegen, wenn ich hier das Rezept der Paprika-Chili-Konfitüre ausplaudere.
Und wenn Du die Konfitüre genau nach Anleitung herstellst dann ist sie auch wirklich köstlich. ;-) Ach ja und eins solltest Du Dir auf jedem Fall merken, lieber nachwürzen, herauswürzen geht nicht.
Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre (den Ziegenfrischkäse kann man sicher auch gut gegen anderen Frischkäse ersetzen)
1 kg rote Paprikaschoten
Rote Chilischoten nach Gusto
50 g Zucker
50 ml Weißweinessig
Knoblauch nach Gusto
Ingwer nach Gusto
1 gestrichener Teelöffel Salz
Apfelpektin
Die roten Paprika vierteln, Samen und Scheidewände entfernen und mit der Hautseite nach oben auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech legen. Die Chilis im Ganzen zulegen.
Im vorgeheizten Backofen mit der Grillfunktion so lange rösten, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Das Blech herausnehmen und die Paprika mit feuchten Küchentüchern  bedeckt abkühlen lassen. Die Haut von den Paprikahälften und den Chilis abziehen. Dann die Früchte pürieren. Evtl. nicht alle Samen der Chilis verwenden, erst probieren. Die Knoblauchzehen und den Ingwer schälen und dazu pressen. Den Essig und den Zucker zugeben, salzen, alles in einen großen Topf gießen und zum Kochen bringen.
Zum Aufbewahren in Gläser mit Twist-Off-Deckel  füllen, 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen.
Will man das Püree länger aufbewahren, Gelierzucker verwenden, wegen der Haltbarkeit. So hat es die
Freundin aufgeschrieben.

Montag, 19. November 2012

Herr GB hatte Klärchenauszeit…

nicht zu verwechseln mit Mutterschutz oder Elternzeit und Klärchenauszeit wird auch nicht vom Staat subventioniert. Naja auf jedem Fall hatte Herr GB vor mir Ruhe und konnte mal ganz gelassen seinen Interessen nachgehen während die Freundin und ich in Bremen waren. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Bremen das kleinste Bundesland, aber dafür hatte die SlowFood Bremen eine tolle Messe mit ihrer SlowFisch veranstaltet, darüber habe ich ja bereits berichtet.
Die Freundin ist ja clever so eine Messe kurz vor ihrem Fischsuppenkochkurs zu besuchen. Aber soll ich Euch was sagen, Tipps hatte sie gar nicht nötig. Genauso strukturiert wie ich die Freundin einschätzte war sie auch. Ganz souverän filetierte sie die frischen Fische (wobei die frischen Fische die in unserer Region erhältlich sind, bereits drei bis vier Tage alt sind, das haben wir auf der Messe gelernt).
Jeder hatte natürlich seine Aufgaben bekommen, denn es gab mehr als "nur" ein Fischsüppchen.
Es war auch nicht eine einfache Fischsuppe die als Vorspeise gedacht war, ich würde sagen es war ein feiner sättigender Eintopf vom Feinsten. Die Freundin, Mitglied von Slow Food Mittleres Ruhrgebiet, hatte im Rahmen von Slow Food zum gemeinsamen Kochen aufgerufen, ein richtig tolles drei Gang Menü zusammengestellt und Lust auf gemeinsames Kochen gemacht.
Ich war seit Tagen schon voller Vorfreude und gespannt wie ein Flitzebogen.
Brot und Butter mit verschiedenen Buttersorten und Salzmischungen verkürzte die Zeit bis zur Vorspeise. Die Freundin hatte an alles gedacht und präsentierte auch noch für jeden Geschmack den richtigen Wein.
Klasse!!! Ich hatte das Auto dabei!
Die Herbstliche Antipasti bestand aus Tomaten, Champignons und Chicorée die mit gutem Olivenöl überträufelt wurden und im Backofen gegart.
Ein lauwarmer Linsensalat komplettierte den herbstlichen Einstieg.
Der Hauptstar des Abends war natürlich die Fischsuppe nach Art der Bouillabaisse mit Rouille.
In die Suppe kam Küchen Wein und die Rouille haben wir selbstverständlich selbstgemacht
und sie war so köstlich, man war fast geneigt sie zu löffeln.
Die Freundin hatte sie ja auch höchstpersönlich abgeschmeckt.
Den Abschluss, der uns fast zum Platzen brachte, machte ein Torroneparfait mit Orangenkompott,
dazu reichte sie ganz stilecht einen vortrefflichen Eiswein.
Jetzt sag mal hättest Du von der Freundin des guten Geschmacks etwas anderes erwartet?
Das Rezept ist demnächst bei SlowFood Mittleres Ruhrgebiet zu finden, dafür sorgt die Freundin.