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Mittwoch, 27. Februar 2013

Kochen, Lernen, Würzen – Gewürzkochkurs

Man, man, man, jetzt ist es doch tatsächlich schon vier Wochen her, wann ich die Freundin das letzte Mal gesehen habe, oder besser wann ich mit ihr gekocht habe. Ich hätte kommende Woche die Option mit ihr zu kochen, aber sie macht Lamm und ich glaube soviel würzen bis der Geschmack vom Lamm verschwindet, geht gar nicht. Außerdem ist Würzen eine Kunst und Überwürzen purer Frevel. Überwürzen ist eh nicht angesagt. Gewürze sollen unterstreichen, die eigentlichen Aromen aus dem Produkt herauskitzeln. Woher ich das weiß? Das schmeckt ein Genießer und die Freundin hat es uns auch noch mal eingehend eingetrichtert. Ja, ja, so ein Kochkurs bei Slow Food ist keine Spaßveranstaltung, da musst Du lernen. Tja, meine Mutter hat früher schon gesagt, wer nicht hören will muss fühlen. Aber muss man denn gleich 14 Tage etwas davon haben? Ich erzähl mal wie es anfing:
Also es war Ende Januar und es gab KEINEN Schnee, aber vorsichtshalber hatten einige Teilnehmer 14 Tage vor dem Kurs schon einmal abgesagt, man weiß ja nie. Außerdem tobte in USA gerade ein Schneesturm und wie schnell ist der in Old Germany und dann hasse das Theater. Also um auf den Punkt zu kommen, wir waren eine kleine Kochgruppe von 7 Personen und wollten mit Gewürzen kochen. Wie sich das schon wieder anhört, als würde man sonst ohne Gewürze kochen.
Auf unserem Plan standen ein Appetizer, eine Vorsuppe, ein Hauptgang und ein Dessert. Alles sollte aromatisch und harmonisch abgeschmeckt werden. Jeweils zwei Personen stürzten sich auf einen Gang und die Freundin kämpfte an allen Fronten. Alle fingen an zu schnippeln und zu rösten, zu kochen und zu rühren. Als Dessert gab es ein wundervolles Orangen-Zitronen-Panna-Cotta, dafür hat die Freundin sogar ihre selbst kandierten Zitronen und Orangenschalen geopfert.
Maishuhn mit Harissa und Süßkartoffeln stellte den Hauptgang dar
und ein Kokos-Curry-Cappuccino mit Specksegel ebnete gleich den Einstieg nach den Appetithäppchen.
Jetzt wunderst Du Dich warum ich das Menü von hinten aufzähle. Ha, das hat einen ganz bestimmten Grund, denn für die ersten Häppchen fühlte ich mich mitverantwortlich und ich kann Dir sagen, die Häppchen vergisst man nicht so schnell. Sie machten Appetit und zwar auf Wasser, oder besser, auf Getränke jeder Art. Das Rezept hörte sich gut an, Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre. Ziegenkäse brauch ich ja nicht wirklich, aber in diesem Fall schon, denn der neutralisierte den Chiligeschmack und das war auch bitter nötig. Eigentlich war die Konfitüre sehr wohlschmeckend, wenn eben diese unglaubliche Schärfe nicht gewesen wäre. Das Rezept war von der Freundin und darin stand geschrieben, dass einige Chilischoten, also nach Gusto, verwendet werden sollen. Meine Mitstreiterin und ich waren etwas verunsichert und wir haben bei der Freundin vorsichtshalber mal nachgefragt. Ja, ja, macht mal alle rein, ihr macht das schon.
Okaaaaaaayyyyyy!!!!!!!!!! Ich glaube wir hatten locker 6 oder 7 Chilischoten, aber zimperlich waren wir nicht, also wurden sie entsprechend für die Konfitüre vorbereitet. Da ich vor Chilischoten höchsten Respekt habe, erkundigte ich mich mal besser nach Handschuhen. Denn hast Du einmal die Schärfe an den Händen, ist sie auch schnell mal am Auge, Mund oder Nase. Die Freundin hatte keine Handschuhe und außerdem waren es ja auch gaaaaaaanz milde Chilischoten. So wie die Freundin es sagte hätte man meinen können, sie müssten noch mit Pfeffer gewürzt werden, um Schärfe zu bekommen. Also haben wir voller Eifer die milden Schoten bearbeitet. Vorsichtshalber habe ich mir nach dem Schneiden dann doch mal lieber die Hände gewaschen, man weiß ja nie. Ich weiß heute, ich hätte besser baden sollen. Irgendwie bin ich im Laufe des Abends mit dem Handrücken an einen Nasenflügel gekommen und ich merkte sofort ein leises brennen und jucken. Anstatt diese Symptome zu ignorieren bin ich voller Verzweifelung immer wieder an die Nase gegangen. Natürlich mit dem Erfolg, dass der Nasenflügel am nächsten Tag aussah als hätte er mit den Chilischoten zusammen im Backofen gelegen, damit die Haut abplatzen soll. Glaub mir, der Nasenflügel hat nicht mit im Backofen gelegen, aber die Haut platzte trotzdem blasenartig auf und so bin ich locker vierzehn Tage durch die Gegend gelaufen. Jetzt glaub nicht das hätte mir den Kochkurs verdorben. Nein ganz im Gegenteil, es war eine gesellige nette Runde, ich habe dank der Freundin das eine oder andere über Gewürze gelernt. Und eins weiß ich jetzt mit hundertprozentiger Sicherheit, ich besuche jeden Kochkurs nur noch mit Handschuhen im Gepäck.
Sicher hat die Freundin nichts dagegen, wenn ich hier das Rezept der Paprika-Chili-Konfitüre ausplaudere.
Und wenn Du die Konfitüre genau nach Anleitung herstellst dann ist sie auch wirklich köstlich. ;-) Ach ja und eins solltest Du Dir auf jedem Fall merken, lieber nachwürzen, herauswürzen geht nicht.
Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre (den Ziegenfrischkäse kann man sicher auch gut gegen anderen Frischkäse ersetzen)
1 kg rote Paprikaschoten
Rote Chilischoten nach Gusto
50 g Zucker
50 ml Weißweinessig
Knoblauch nach Gusto
Ingwer nach Gusto
1 gestrichener Teelöffel Salz
Apfelpektin
Die roten Paprika vierteln, Samen und Scheidewände entfernen und mit der Hautseite nach oben auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech legen. Die Chilis im Ganzen zulegen.
Im vorgeheizten Backofen mit der Grillfunktion so lange rösten, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Das Blech herausnehmen und die Paprika mit feuchten Küchentüchern  bedeckt abkühlen lassen. Die Haut von den Paprikahälften und den Chilis abziehen. Dann die Früchte pürieren. Evtl. nicht alle Samen der Chilis verwenden, erst probieren. Die Knoblauchzehen und den Ingwer schälen und dazu pressen. Den Essig und den Zucker zugeben, salzen, alles in einen großen Topf gießen und zum Kochen bringen.
Zum Aufbewahren in Gläser mit Twist-Off-Deckel  füllen, 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen.
Will man das Püree länger aufbewahren, Gelierzucker verwenden, wegen der Haltbarkeit. So hat es die
Freundin aufgeschrieben.

Freitag, 13. Juli 2012

Jetzt gibt es echte Beeren…

Wir im Büdchen mögen ja nun absolut keine Konfitüren oder Gelees in denen Kerne enthalten sind. Also Herr GB isst sie schon, nur ich bin da etwas zickig. Die einzigen Früchte die ihre Kerne mit ins Glas nehmen dürfen sind Erdbeeren, aber das sind ja auch gar keine Kerne sondern Nüsschen und zum gefühlten tausendsten Mal, es sind auch keine Beeren. Irgendwie hat mich das ganze Beerenthema jetzt aber doch sehr interessiert und deshalb durften Stachelbeeren in den Einkaufskorb springen.
Prompt kam natürlich die unvermeidbare Frage: Was soll aus ihnen werden? Die Dame am Obststand erwähnte eine Kombination aus Stachelbeeren und Bananen. Die Idee fand ich gar nicht so übel. Also habe ich erst einmal die Stachelbeeren geputzt und mit Zucker vermengt, aufgekocht und garen lassen bis die Haut der Beeren aufplatzte.
Dann den Beerenbrei in ein Sieb gegeben und durchgestrichen.
Das kernige Beerenmus auf Backpapier aufgestrichen und im Dörrautomaten trocknen lassen.
Die getrockneten Brocken in Stücke gebrochen, in einen Blender gegeben, einige Esslöffel Zucker zugefügt und zerkleinert, bis aromatisierter Puderzucker übrig blieb.
Den Zucker nochmals durch ein Sieb gegeben und komplett kernlos in einem Glas, gut verschlossen und beschriftet, ins Vorratsregal gestellt.
Nun aber wieder zu meinem kernlosen Stachelbeer-Mus. Zu dem saftigen Brei habe ich die gleiche Menge Gelierzucker gegeben. Alles einmal aufgekocht. Vorher hatte ich noch Bananen geschält und diese in Scheiben geschnitten. Die Scheiben sollten nicht zu dünn sein, denn sonst zerfallen sie sehr schnell.
Sobald das Stachelbeer-Mus einmal aufgekocht ist, die Bananenscheiben zufügen, gute zwei Minuten kochen und heiß in Twist-off-Gläser füllen. Die Gläser umgedreht mit dem Deckel nach unten auf ein feuchtes Küchentuch stellen.
Stachelbeergelee mit Bananen, eine Leckerei für den Frühstückstisch.