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Mittwoch, 13. August 2014

Seems it never rains in Southern California...

…Seems I've often heard that kind of talk before…. *träller* ja so oder so ähnlich geht’s mir ja auch, der Albert Hammond sang es eins 1972 und mir geht dieser Ohrwurm seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Immer wenn ich an Walnüsse denke, und im Moment denke ich verdammt oft an diese Dinger, summe ich das Lied vor mich hin. Du glaubst das Klärchen verträgt die Sommerhitze nicht, ich müsste mich mal dringend etwas mehr im Schatten aufhalten? Nein es wird bei mir nicht schlimmer, ich erzähle es Dir mal ganz genau, also mache es Dir bequem.
Du kennst doch die Zorra und ihren Kochtopf, also ihren Blog, und in diesem Kochtopf wird in diesem Jahr gefeiert bis die Herdplatte glüht. Die Zorra hat ein Event nach dem Anderen und ein Höhepunkt in diesem Jahr ist ihre Pressereise mit dem Thema Kalifornische Walnussernte. Zu dieser Pressereise ist Zorra zusammen mit Sandra und Simone von Kalifornische Walnüsse eingeladen und zwar genau wie schon vor zwei Jahren, allerdings war damals Zorra alleine dort.
Und jetzt halt Dich fest, die Verantwortlichen von Kalifornische Walnüsse haben der Zorra noch einen weiteren Platz für einen Teilnehmer zur Verfügung gestellt und den hat die Zorra als Gewinn ausgeschrieben. Dafür muss man aber an zwei Runden teilnehmen. Man muss die erste Runde bestehen um in die Zweite zu kommen. Die erste Runde ist gelaufen.
Ich hoffe Du hältst Dich immer noch gut fest! Denn jetzt pass auf, ich, das Klärchen, habe die erste Runde geschafft und bin mit 14 weiteren tollen Blogschreibern für die zweite Runde nominiert. Was sagst Du jetzt? Du bist platt? Ging mir genauso!
Ich sag Dir, das musst ich erst einmal verdauen. War das eine Freude.
Kaum sind zwei Tage vergangen, klingelt der Paketmann und überreicht Dir ein Überraschungspaket, das hat man sich mit dem Einzug in Runde 2 erobert.
Ein ganz reizendes Päckchen überreicht von Kalifornische Walnüsse mit dem Hinweis, dass sie dich mit diesen hübschen Geschenken in kalifornische Stimmung versetzen möchten, das ist ihnen gelungen. Jetzt trällere ich nicht nur den Albert nach, sondern schmettere auch noch sämtliche Songs von den Beach Boys rauf und runter. Ganz herzlichen Dank an Kalifornische Walnüsse.
Nun muss ich meine Kalifornische Mission erfüllen. Die ganze Sonne Kaliforniens soll möchte ich auf den Teller bringen, der Geschmack muss so bleibend sein, wie die Eindrücke die Zorra vor zwei Jahren aus Kalifornien mitnehmen konnte.
Ich bastle ein nussiggefülltes Kalbsfilet, mit Walnuss-Topfenknödel an Samt(iger)sauce und Saisongemüse
Meine Zutaten:
1 Portion Leichtigkeit des kalifornischen Strandlebens
1 Fläschchen Eleganz der kalifornischen Weinregion
1 Handvoll Bodenständigkeit des Landlebens
1 großen Löffel mit dem Mut der Einwanderer und
1 kleine Prise Klärchens-Geheimnis
Alles zusammen gut verrührt und genussvoll angerichtet kann es kalt und warm gegessen werden und zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Solltest Du jetzt auf den Geschmack gekommen sein und möchtest mein Rezept nachkochen, dann verwende vielleicht doch besser folgende Zutaten:
500 g Kalbsfilet
1 Ei
50 g grob gehackte Walnüsse
3 Esslöffel verschiedene Kräuter (Majoran, Thymian, Petersilie usw.) fein gehackt
50 g fein geriebener Parmesan
Butterschmalz zum Braten
Pfeffer und wenig Salz (der Parmesan bringt schon Salz mit)
In das Kalbsfilet eine Tasche schneiden und gut pfeffern.
Die restlichen Zutaten gründlich zu einer Paste vermischen und das Kalbsfilet damit bestreichen bzw. füllen. Das Filet wieder schließen und mit Rouladennadeln zusammen stecken.
Butterschmalz in einer Pfanne auslassen (hier bietet sich eine Gusseiserne an) und das Filet rundherum kurz anbraten. In Alufolie geben, die geöffnet lassen und im vorgeheizten Backofen bei 100° C gute 30 Minuten gar ziehen lassen.
Hier kommt es wirklich auf die Dicke des Filets an und ein Bratenthermometer wäre sehr hilfreich. Das Filet soll zart rosa bleiben aber die Füllung trotzdem gar!
Walnuss-Topfenknödel:
250 g abgetropfter Magerquark (24 Stunden in einem Sieb abtropfen lassen)
50 g Butter, zimmerwarm
1 Ei, Raumtemperatur
Prise Salz
125 g Mehl
Alle Zutaten zu einem Teig verarbeiten und diesen gut 2 Stunden im Kühlschrank abbinden lassen.
Wenn Du hast, mit einem Eisportionierer kleine Bällchen formen, ansonsten wie gewohnt mit den Händen.
Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, die Knödel hineingeben und gar ziehen lassen. Kannst Du gut vorbereiten.
Kurz vor dem Servieren röstest Du 100 g feingemahlene Walnusskerne in 100 g ausgelassener Butter an. Diese Walnussbutter würzt Du mit Salz und Pfeffer. Nun  gibst Du die Topfenknödel dazu und schwenkst sie hin und her, bis sie rundherum mit den Walnussbröseln überzogen sind.
Außerdem werden sie dabei wieder gut warm. Gut zu wissen für den Fall, solltest Du vorgearbeitet haben.
Samt(ige)sauce:
500 ml Rinderfond (ich hatte das große Glück noch einen Fond von Ochsenbäckchen im Vorrat gehabt zu haben)
50 ml Madeira
150 ml kräftigen Rotwein
125 g eiskalte Butter (sie kann ruhig angefroren sein)
Pfeffer, Salz
Fond, Madeira und Rotwein in einen Topf geben und bis auf 150 ml einkochen. Die eiskalte Butter in kleine Stücke schneiden und nach und nach in den eingekochten Fond geben und aufmontieren. Aber bitte aufpassen, nicht zu viel Butter auf einmal hineingeben, nicht dass sie vor lauter Fett *absäuft*
Jetzt noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Kleine Anmerkung: aus meiner ursprünglich geplanten Samtsauce ist die samtige Sauce geworden. Eine Samtsauce hat als Grundlage eine Mehlschwitze und eine Sahnebindung, das wollte ich den Walnüssen aber nicht zumuten und der schmackhafte Ochsenbäckchenfond hatte es auch nicht verdient verpfuscht zu werden, Du verstehst sicher was ich meine ;-)
Saisongemüse:
250 g Dicke Bohnen (ohne Hülsen)
50 g magere Speckwürfel, ganz fein in kleine Würfel geschnitten
1 Esslöffel Rapsöl
Bohnenkraut, aber nur ganz wenig und Pfeffer
Die Dicke Bohnen gut 3 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Herausnehmen, mit kaltem Wasser abschrecken und die Haut jeder einzelnen Bohne entfernen. Wir nehmen nur die Bohnenkerne ohne Haut!!!
Das Rapsöl erwärmen, die Speckwürfel und die Bohnenkerne im Öl schwenken und erhitzen. Mit einem Hauch von Bohnenkraut und Pfeffer würzen. Kein Salz! Salzige Würze bringt schon der Speck mit.
Kalbsfilet mit Walnusstopfenknödel, Samt(iger)sauce und Saisongemüse anrichten und servieren.
…und jetzt wo alles fertig ist werde ich mich gemütlich in die Ecke setzen, die restlichen Walnüsse knabbern und so ganz nebenbei über Herrn GB schmunzeln, der immer mal wieder an den Kühlschrank geht und nach Resten vom nussiggefülltem Kalbsfilet sucht.

Montag, 4. August 2014

Käsetrüffel, oder wie wir unsere Nudeln verfeinern…

…ist Dir ja nichts Neues dass wir nach Möglichkeit nur selbstgemachte Nudeln essen. Wenn Du sie einmal frisch zubereitet hast verfolgt Dich dieser Geschmack und Du möchtest Deine Nudeln nur noch so essen. (Diesen Satz habe ich jetzt zum gefühlten tausensten Male wiederholt) Unsere Nudelmaschine möchte ich im Leben nicht missen und ich überlege ernsthaft, ob ich nicht in den sauren Apfel beißen soll und für die Kitty auch noch den Pastamaker besorge.
Solange der Röhrennudelvorsatz noch nicht ins Büdchen eingezogen ist, solange gibt es hier eben nur einfach Bandnudeln und Spagetti. Nicht zu vergessen die Lasagne und sämtliche Variationen der geliebten Nudeltaschen.
Wobei ich die Bandnudeln den Spagetti ja sogar noch vorziehe, aber das ist reine Geschmackssache.
Einer meiner Lieblingsadressen für spannende Nudelvariationen ist ja unverändert lamiacucina. Der Robert hat geniale Ideen und zaubert auch die dollsten Zutaten aus dem Ärmel. Bis die, also die dollen Zutaten, bei mir hier im Pott angekommen sind vergehen Jahre.
Jetzt endlich habe ich auch diesen Käsetrüffel bekommen, Robert hat ihn direkt in Belp gekauft und das schon vor zig Jahren. Dank ihm weiß ich auch, dass Kühe keine Trüffel herstellen, aber diese Knolle ist auch schon etwas Feines und durchaus konkurrenzfähig.
Ich habe Roberts Tipp mit den in Öl geschwenkten Nudeln beherzigt und den Käse fein wie einen Trüffel gehobelt, aber erst musste ich den blöden Hobel suchen, wir haben ja nicht jeden Tag einen Trüffel auf dem Teller und den Hobel zur Hand.
Fein über die Nudeln gehobelt war es schon recht genussreich, und ich muss Robert zustimmen, er ist mit der edlen Erdknolle, weder mit der Schwarzen noch mit der Weißen, nicht zu vergleichen. Wobei unsere Knolle nicht so krümelig war wie seinerzeit Roberts. Aber der Geschmack war schon klasse.
Aussage von Herrn GB, der Geschmack ist so cremig und dann die feine Schärfe, er war ganz begeistert, ich brauchte gar nicht großartig fragen ob er noch Nachschlag haben wollte. Ein Rest ist wieder in den Kühlschrank gewandert und wartet jetzt auf den nächsten Einsatz. Und eins verspreche ich Dir jetzt schon, wenn ich wieder in den Laden komme wo ich die Knolle bekomme, dann kaufe ich sie nochmals.
Also Du weißt jetzt Bescheid, Nudeln kochen, in Öl schwenken (ich habe Albaöl verwendet), einen Hauch Maldonsalz drauf und Oreganoblättchen aufstreuen, jetzt noch die hauchdünnen Scheiben von der Knolle daran, fertig. Super schnell und super lecker, probier es doch auch mal.

Montag, 28. Juli 2014

Bald ist das nächste Kochtreffen und mir fällt nichts ein als Kohlrabispagetti…

…seit Tagen wälze ich hier Bücher und Hefte, ich suche nach etwas richtig tollem womit ich mein Kochfreunde, die gefräßige Bande, verwöhnen kann. Im August ist wieder ein Kochtreffen angesagt und mir will einfach nichts Richtiges einfallen. Ich glaub ja das liegt an den warmen Temperaturen, man hat zwar hier und da ein Hüngerchen, aber eigentlich isst man nur Kleinigkeiten. Ich kann doch unmöglich mit Kleinigkeiten bei denen aufkreuzen und wer weiß wie das Wetter im August ist, vielleicht sollte ich mir bis dahin doch besser ein schmackhaftes Schmorgericht überlegen. Doch noch genialer wäre es, ich hätte für jede Wetterlage etwas im Ärmel Kochtopf.
Gestern war es ja auch so warm, obwohl eigentlich Gewitter angesagt waren die Abkühlung bringen sollten. Aber nix da, hier ging noch nicht einmal ein leichtes Lüftchen. Also habe ich die Ochsenbäckchen, die ich durch Zufall am Samstag ergattern konnte, in Rotwein und Madeira eingelegt und die Garnelen, die eigentlich für heute vorgesehen waren, wurden hemmungslos gedämpft. Es waren schon recht hübsche Tierchen die ich da gekauft hatte.
Mit Haut und Haaren, oder doch eher mit Kopf und Darm. Und genau das ist ja so mein Problem. Eine ganz liebe Kochfreundin macht die kleinen Flutschis ja ruck zuck sauber, entfernt Kopf und Darm und stört sich nicht im Geringsten an dieser, na sagen wir mal, unangenehmen Arbeit. Ich muss mich da schon etwas mehr überwinden, doch wer genießen will muss auch mal so die eine oder andere Hürde nehmen und die Freundin wohnt eh am gefühlten Ende der Welt, die kommt nicht mal eben vorbei und hilft. Nachdem ich die Garnelen aufgehübscht hatte kamen sie noch schnell für 5 Minuten in den Dampf. So fertig, jetzt waren die Kohlrabis dran.
Kohlraben haben selbstverständlich keinen Darm und das macht sie mir auch so sympathisch. Schälen ging schnell und dann wurden sie in den Lurchi eingespannt und zu Spagetti gedreht.
Heißes Wasser stand schon bereit und die Spagetti wurden mal eben schnell 5 Minuten ins heiße Wasser geschmissen. Ich sag doch, schnelle leichte Kost.

Eine Sauce wurde noch so ganz nebenbei schnell aus etwas Gemüsebrühe (bitte koche Dir Gemüseschalen aus und verwende nicht das Fertigzeugs), Weißwein, Noilly Prat, einer Schalotte, und einem Bund gehacktem Basilikum geklöppelt. Aufmontiert mit eiskalter Butter und mit Salz abgeschmeckt.
Die Kohlrabispagetti zusammen mit den gedämpften Garnelen auf Teller anrichten, etwas Sauce darüber und servieren, ach ja ein Basilikumblättchen als Deko macht sich auch noch ganz gut…

Mittwoch, 23. Juli 2014

Grün, Weiß, Rot oder Tomate-Mozzarella und doch ganz anders…

…Insalata capresees kennt ja eigentlich jeder, den haben wir hier im Büdchen auch gerne gegessen, aber das war damals, damals als man ihn nicht zu jeder Gelegenheit bekam und er nicht auf jedem Partybuffet zu finden war. Ganz schlimm ist er ertränkt mit diesem dicken süßen Balsamicoessigersatz, so findest Du ihn in ganz Italien nicht. Aber die Geschmäcker sind unterschiedlich und deshalb probieren wir gerne andere Versionen aus und überlassen die genannte Variante gerne den die nicht von lassen können. Lange konnte ich dem Mozzarella nichts abgewinnen, er schmeckte immer so nach, na sagen wir mal, nach nix. Bis ich dann mal den Richtigen essen durfte, aber das war direkt in Italien und in ganz Deutschland würdest Du vergebens nach diesem Gaumenkitzel suchen. Doch als Alternative ist der hier erhältliche Büffelmozzarella ganz okay. Für mein heutiges Gericht solltest Du auch wirklich auf gute Zutaten achten, Du wirst es schmecken. Als Tomatenpart gibt es Tomatengnocchi, keine aufgeschnittenen Tomatenscheiben, ich hab doch gesagt Tomaten-Mozzarella ganz anders. Die Basilikumblätter werden gegen Rucola eingetauscht. Die Tomatengnocchi brauchen einen starken Partner deswegen Rucola. Die Bitterstoffe mag nicht nur der Stoffwechsel, auch die Gnocchi werden mit ihm ins rechte Licht gesetzt. Du brauchst noch kleine aromatische Erdbeeren und schwarzen grob gemahlenen Pfeffer. Besorge Dir schwarzen Malabar-Pfeffer, er kommt aus Indien und zählt zu den aromatischsten unter den schwarzen Sorten. Die Süße der Erdbeeren unterstreichst Du indem Du die Erdbeeren ganz kurz in einer heißen Pfanne karamellisierst. Gute Erdbeeren bringen genug Eigensüße mit, die in der heißen Pfanne schmilzt und von den Erdbeeren wieder aufgesogen wird. Doch eh Du den Rucola wäscht, aus dem Büffelmozzarella mit einem Melonenausstecher kleine Kugeln ausstichst, die Erdbeeren karamellisierst und sie großzügig mit Malabar-Pfeffer berieselst, musst Du Tomatengnocchi machen.
Das geht so und Du brauchst folgendes: 600 g mehlige Kartoffeln 100 g getrocknete Tomaten in Öl 200 g Mehl 50 g Grieß 50 g Butter Salz und Pfeffer 3 Esslöffel Tomatenmark 2 Dotter etwas Olivenöl Die Kartoffeln in der Schale kochen, abkühlen lassen, pellen und sich dabei die Finger verbrennen. Anmerkung: Frische Pellkartoffeln sind immer heiß. Die Tomaten abtropfen lassen, erst in kleine Würfel schneiden, dann fein hacken. Die Kartoffel schälen und pressen. Pressen, nicht stampfen! Mit Mehl, Grieß und weicher Butter in eine Schüssel geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Tomatenwürfel, Tomatenmark und Eidotter hinzufügen, jetzt noch einen kleinen Schuss Olivenöl für den Geschmack und alles zusammen zu einem Teig verarbeiten. Den Teig zu Rollen, von ca. 1,5 cm Durchmesser drechseln.
In Scheiben schneiden und zu Gnocchi formen (lassen). Herr GB hat mich grandios unterstütz und kleine zierliche Gnocchi geformt, wohlgemerkt bei 28°C. Wunder Dich nicht über die Gnocchi auf den Tellern, die habe ich geschnitzt, ich sage ausdrücklich geschnitzt, denn die Wohlgeformten hatten die Gäste gegessen und für die nächste Partie war Herr GB nicht greifbar und mal so ganz unter uns, für diese feine klebrige Fummelarbeit bin ich einfach nicht geschaffen. Also gab es fürs Foto Scheiben und keine hübschen Miniwürstchen.
Nun lässt Du die kleinen Dinger (Deine sind natürlich wunderschön) in einem großen Topf mit gekochtem Salzwasser sieden, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Übrigens Du kannst Sie auch im gelochten Einsatz im Dampfgarer garen, vorausgesetzt Du hast einen Dampfgarer. Im Dampf brauchen sie 12 Minuten bei 100°C, das weiß ich von einer lieben Bloggerkollegin. Irene Du bist ein Schatz, es hat super geklappt. Eh Du in eine Pfanne etwas Olivenöl gibst um die Gnocchi darin zu erhitzen, solltest Du alles andere jetzt vorbereiten was vorhin noch Zeit hatte. Also Erdbeeren, Mozzarella und Rucola präparieren. Du richtest jetzt alles nett an und beträufelst es noch mit bestem Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, bitte nicht mit diesem billigen Balsamicoessigersatz, damit tust Du Dir keinen Gefallen und Du ruinierst die ganzen anderen Zutaten. Also kauf Dir immer gute Zutaten, dann wird das auch was mit dem Rot-Weißem Zeug.
Ich sag ja, Tomaten-Mozzarella, aber eben doch nicht wie gewohnt.



Freitag, 9. Mai 2014

Keulchen in der Sonne und Ananas auf dem Teller…

Da hab ich ja was angestellt. Ich wusste gar nicht dass es so viele Ananas-Liebhaber gibt. Wie ich auf diese Idee komme? Pass auf, ich erzähl es Dir mal von Anfang an. Letztes Wochenende gab es Hähnchenkeulen im Büdchen. Ja richtig „nur“ Keulen, Du weißt doch, ich kaufe immer ganze Hähnchen, lasse sie mir zerteilen und je nachdem welches Gericht ich basteln möchte, wird der Rest, den ich vom Ganzen nicht brauche, eingefroren. Also habe ich mal Keulen gesammelt und sie waren jetzt fällig. Eingelegt in einer leichten asiatisch angehauchten Marinade durften sie über Nacht entspannen.
Aber nur Keulen finde ich jetzt nicht so prickelnd, ich brauche etwas dazu, nur was?
Asiatische Keulen und Kartoffelsalat –muss nicht sein.
Asiatische Keulen und Nudelsalat – nee, das ist auch nicht das was ich will.
Es muss etwas Frisches her, etwas mit Obst, etwas mit Gemüse. Irgendetwas was man auch in Asien zu Keulchen essen würde. Ananas wäre z.B. ein Obst was passen würde.
Die Idee war geboren, die Idee musste jetzt nur noch umgesetzt werden. Du weiß ich habe Kochbücher, viele Kochbücher, eigentlich sehr viele Kochbücher und aus dieser ganzen Sammlung habe ich aus zig Rezepten eins zusammengeschraubt und eins meiner Lieblingsbücher hat mich bei der Geschmacksfindung noch so ganz nebenbei unterstützt.
Also gab es gegrillte Keulen mit Ananassalat. Ich habe die Vorarbeit gemacht und Herr GB hat gegrillt, zwar nur auf dem Elektrogrill, aber für so kleine Schenkel verheizen wir doch nicht  unsere ganze Kohle.
Leichtsinnig wie ich war habe ich meinen Mitstreitern bei FB (Du weißt dieses Social Network) ein Bild von unserem Frühlingsschmaus gegönnt und dann nahm alles seinen Lauf. Jetzt frag mich nicht wer alles das Rezept haben wollte, am liebsten sofort und noch besser gleich und gestern. Sie ließen auch nicht eher locker bis ich ihnen versprach, noch diese Woche wird das Rezept freigeschaltet. So und jetzt ist es soweit, aber dass im Moment kein Grillwetter ist, dafür kann ich bitteschön auch nichts.
Grillkeulchen asiatisch mit Ananasgurkensalat
Pro Person 2-3 Hähnchenkeulen
4 Esslöffel Rapshonig (der ist wunderbar aromatisch)
2 Esslöffel Fischsauce (Asialaden)
1 ½ Esslöffel helle Sojasauce
Saft einer Zitrone
2 Esslöffel Reisessig (Asialaden)
1 ½ Esslöffel Sesamöl (Asialaden)
Aus allen Zutaten eine Marinade herstellen und die Keulen einige Stunden, oder über Nacht, einlegen. Die Keulen grillen oder im Backofen garen, geht also doch auch bei schlechtem Wetter.
Den Salat solltest Du frisch machen, denn je länger er steht umso schärfer wird er. 
Ananasgurkensalat
1 große Ananas geschält, den Strunk entfernt und in kleine Würfel geschnitten
1 große Salatgurke, geschält und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten
1 rote Chilischote, entkernt und fein gehackt
Von einem ½ Bund Koriandergrün die Blätter fein hacken
1 Handvoll Minze-Blätter fein gehackt
1 Esslöffel Sesamöl
2 Esslöffel Olivenöl
1 ½ Teelöffel vietnamesische Chilisauce (Asialaden)
1 Teelöffel Worcestersauce
½ Teelöffel Honig
Saft und Schale einer ½ Bio-Limette
Alle Zutaten vermischen und ziehen lassen, wie schon gesagt, je länger der Salat zieht umso schärfer wird er.

Mittwoch, 23. April 2014

Zucchinirisotto und Seeteufelfilet, das etwas andere Osteressen…

…am letzten Wochenende zum Osterfest wusste ich mal wieder nicht was ich kochen sollte. In den verdächtigen Foren konntest Du alles finden. Fleisch, Fisch, Gemüse, mehrgängige Menüs in denen alles vertreten war was Du Dir denken kannst. Da gab es die einen die Tage vorher mit einkaufen beschäftigt waren und dann die, oder besser die EINE die mal eben einfach in Ihren Garten ging um auf die Schnelle kurzfristig die dollsten Delikatessen zu ernten.
Unbeirrt von all dem Hype habe ich nur das gekauft was mir so einfiel und war überzeugt, dass Gefrier- und Kühlschrank, wie auch Vorratsschränke und Kellerregale mir den Weg zeigen werden. In der Gefriertruhe lungerte Seeteufelfilet herum. Fisch zum Osterfest ist ja jetzt nicht so verkehrt, aber was dazu? Nudeln! Nee, Nudeln fand ich jetzt blöd. Kartoffeln, ja kleine Drillinge waren noch in der Vorratskammer. Aber dann hätte ich auch noch schönes frisches Gemüse gebraucht. Eine Stange Lauch, fünf Möhren, eine Knoblauchknolle und zwei entzückende Zucchini hatte ich im Kühlschrank deponiert. Neee, das war alles nicht das was ich mir so vorstellte.
Dann kam der Geistesblitz, Seeteufelfilet in Butter gebraten auf schlotzigem Zucchinirisotto. Risotto kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit essen, und das nicht nur weil ich die Zutaten immer im Hause habe, sondern weil ich Risotto liebe.
Risotto ist nicht nur einfach Reis, sondern eine spezielle Art der Zubereitung wie man es aus der italienischen Küche kennt. Zwar ist die Konsistenz von Region zu Region recht unterschiedlich, aber die Garmethode ist immer gleich. Der Reis wird bei geringer Temperatur in Öl oder Butter glasig gedünstet. Dann mit etwas Säure, das kann Wein oder Zitronenwasser sein, angegossen. Anschließend mit warmer Gemüsebrühe, Kelle für Kelle, gar gekocht. Doch das Wichtigste ist die Reissorte. Wenn Du glaubst es geht mit jedem Reis, Hauptsache es ist ein Rundkornkreis, dann geh jetzt lieber Kartoffeln kochen. Die Sorten Arborio oder Carnaroli sind ideal, sie haben die nötige Stärke mit denen die cremige Konsistenz erreicht wird.
Meine Wahl, Arborio.
Ich dünste den Reis immer aus einem Gemisch von Butter und Olivenöl an, in dem ich vorher eine fein gewürfelte Schalotte glasig gedünstet habe. Die Gemüsebrühe ist schnell gemacht. Einige Löffel meines Brühpulvers in knapp 1,5 Liter kochendem Wasser aufgelöst und schon kann es losgehen. Halt stopp, fast das Wichtigste vergessen, ich brauche doch noch zwei Gläser Wein, diesmal Weißwein. Eins fürs Risotto, eins für mich. Das ist auch noch so etwas, was ich am Risotto mag, er teilt mit mir den Wein.
So, jetzt aber weiter. Der Reis ist mit der Schalotte glasig gedünstet und wird nun mit dem Wein abgelöscht. Jetzt gieße ich nach und nach die Gemüsebrühe an. Der Reis saugt bei geringer Temperatur die Brühe auf, aber ich gieße nie zu viel auf einmal an. Wirklich immer nur ein wenig, das ist wichtig. Und rühren muss ich auch, damit er nicht anhängt. Ach ja, was ich auch noch berücksichtige. Niemals mit kalter Brühe angießen, sonst erschrecken sich die warmen Reiskörner und sie nehmen die Flüssigkeit nicht bis in den Kern auf. Denn wenn ich Pech habe werden die Reiskörner außen matschig und der eigentliche Kern bleibt hart wie Stein. Das ist kein Genuss.
Mittlerweile ist der Reis weich, die Brühe aufgesogen und zwei kleine Zucchini sind in Würfel geschnitten. Die Zucchiniwürfel sind unter den Reis gerührt und garen im heißen Risotto. Was natürlich nicht fehlen darf ist Käse. Gut zwei bis drei Esslöffel fein geriebenen Parmesan habe ich ins Risotto gestreut und gründlich untergerührt. Und jetzt kommt das i-Tüpfelchen, zwei Esslöffel Sahne.
Sicherlich hätte ich auch einen Stich Butter untermischen können, aber in Butter hatte ich ja schon eingangs die Reiskörner glasig gedünstet, doch jetzt der kleine Schuss Sahne unterstreicht die Schlotzigkeit. Zum Finale noch das Ganze mit etwas Salz abgeschmeckt und fertig. So ganz nebenbei hatte ich das Seeteufelfilet gesalzen, in Mehl gewälzt und in Butter gar ziehen lassen. Na, was sagst Du jetzt, geht ein ungeplantes Osteressen noch besser?