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Dienstag, 11. November 2014

Ich habe den Kaffee auf, oder Hähnchenschnitzel mit Gemüse in Kaffeesauce…

…bist Du eher ein Kaffeetrinker oder doch lieber ein Teegenießer? Also ich habe mich mit der Zeit eher zum Teetrinker entwickelt. Geplant war das so nicht, früher habe ich täglich mindestens eine Kanne Kaffee getrunken, aber jetzt nur noch so zwei große Tassen. Okay, wenn es Kuchen gibt kann es auch mal mehr sein und während der kalten Jahreszeit, die wir derzeit zweifelsohne haben, auch wenn sich draußen die Temperaturen noch immer im zweistelligen Bereich tummeln, brauche ich den Kaffee morgens nur schon alleine um wach zu werden.
Letztens ist mir mal eine Kaffeelektüre in die Hände gefallen. So ein kleines Heftchen mit Unmengen an Informationen über die schwarzen Bohnen. Wo er überall angebaut wird, über die unterschiedlichsten Zubereitungsarten, Aufklärungen der verschiedenen Röstungsarten und natürlich in welchen Rezepten er in der Küche verwendet wird.
In Desserts wird er ja sehr häufig verwendet. Beim Kaffeeeis angefangen, über Espressomousse, Cappuccinoparfait bis hin zur Mokkatorte und andere Köstlichkeiten ist das ja nichts Neues. Aber von Kaffeechips zu Fisch hatte ich bisher noch nichts gehört und auch nur am Rande von einer Kaffeemarinade in der Fleisch eingelegt wurde. Doch richtig interessant fand ich Gemüse in Kaffeesauce. Das Rezept habe ich aufs Büdchen zugeschnitten und ich muss sagen, echt toll! Erst konnte ich es mir gar nicht so recht vorstellen, aber in der Kombination zu den Hähnchenschnitzeln hat es mich vollkommen überzeugt.
Ach ja, außerdem ging es rasend schnell, ist alltagstauglich und entsprach auch dem Geschmack von Herrn GB. Aber der mag Kaffee sowieso sehr gerne.
Hähnchenschnitzel mit Gemüse in Kaffeesauce
4 Geflügelfilets
3 kleine Zucchini
2 Bund Frühlingszwiebeln
6 mittelgroße Möhren
1 Ei
Mehl
Salz, Pfeffer
Butter und Erdnussöl zu gleichen Teilen
1/8 Liter Weißwein
1/8 Liter Espresso
30 ml Portwein
1 Teelöffel braunen Zucker
1 -2 Messerspitze/n Zimt
Saft einer halben Zitrone
Zitronenzesten
1 Esslöffel glatte Petersilie fein gehackt
Die Geflügelfilets mit Pfeffer und Salz würzen. Das Ei in einem tiefen Teller mit einer Gabel kräftig aufschlagen. Das Mehl ebenfalls auf einen Teller geben. Nun das gewürzte Filet mit Ei und Mehl panieren. Butter und Erdnussöl erhitzen und die panierten Geflügelfilets rundherum braun braten. Die gebratenen Filets zur Seite stellen und warm halten.
Das Gemüse putzen und in gleichgroße, mundgerechte Stücke schneiden. Die Gemüsestücke im restlichen Fett in der Pfanne unter rühren einige Minuten braten. Mit Portwein ablöschen, den Zucker zugeben, zusammen etwas einkochen lassen und dabei leicht karamellisieren. Mit dem Weißwein und dem Espresso ablöschen. Mit Zimt nach Geschmack würzen. Die Zitronenzesten unter mischen und ggf. mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Die gebratenen Geflügelfilets auf das Gemüse geben, mit Zitronensaft beträufeln und zugedeckt zusammen mit dem Gemüse knappe 5 bis 10 Minuten garen bzw. wärmen.
Wer gerne eine Beilage möchte, sollte sich etwas Wildreis dazu kochen. Alles zusammen mit der glatten Petersilie anrichten.

Freitag, 12. September 2014

Es wird würzig, Schweinefilet im Kräutermantel, Blumenkohlcurrypüree usw. usw….würzig halt...

…eigentlich habe ich im Moment gar keine Zeit hier rumzuschreiben, ich habe noch soooo viel auf meiner Nachkochliste, aber dieses Event kann ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen. Es geht ums Würzen und ich schwärme geradezu für Gewürze, also verstehst Du meine Freude.
Frau P. von Oberst trifft Sahne hatte mit der Königin Doc Eva auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Kochtreffen ein richtig tolles Erlebnis, sie waren bei active cooking und sie schwärmten das ganze Wochenende, wenn sie nicht gerade selbst kochten, von diesen zwei jungen Männern die eine richtig tolle Idee in die Tat umgesetzt haben. Von der Idee hat Frau P. hier erzählt und Du kannst ja mal bei Gelegenheit zu ihr rüber springen und Dich informieren. Aber erst einmal bleib mal noch hier, das eine oder andere könnte Dich nämlich durchaus noch interessieren.
Also zurück zu den Reisemädels. Du kannst Dir vorstellen wenn zwei Mädels so begeistert sind dass sie kaum ein anderes Thema haben, dann haben sie auch das Shoppen nicht ausgelassen. Ich gehörte zu den Glücklichen die auch eine großzügige Kostprobe einige Tropfen probieren durfte und ich kann nur sagen, KÖSTLICH! Dass die Kostprobe recht mickrig ausgefallen ist, konnte ich durchaus verstehen, ich hätte auch nicht mehr abgegeben von den vortrefflichen Delikatessen. Diese wenigen Tropfen der Kostprobe sind es mir wert beim Event, zu dem Frau P. aufgerufen hat, mitzumachen.
Frau P. will wissen ob ich nur mit Pfeffer und Salz würze, oder ob ich auch noch andere Gewürze verwende. Ja Frau P., ich habe tatsächlich Unmengen von Gewürzen im Gebrauch. Sie will nicht nur wissen wie ich würze, sie möchte auch noch gerne in meinen Gewürzschrank schauen, neugieriges Weib. Okay Frau P., Du hast es so gewollt!
Aber auch Salze sind mir äußerst wichtig, und Gewürzmühlen hätte ich sicherlich im Dutzend hier stehen, hätte ich nur mehr Platz. Zum Würzen gehören für mich auch Essige und Öle.
Nicht dass Du jetzt denkst mein Essen ist komplett überwürzt. Frau P. weiß dass ich gut dosiert würze. Das Wichtigste ist für mich das Produkt, egal ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder sonstiges, das Produkt selbst steht absolut auf Platz eins und das Letzte was ich möchte, den eigentlichen Geschmack mit Gewürzen übertünchen. Ganz schlimm wenn Speisen nur noch nach Gewürzen schmecken und der eigentliche Geschmack ganz verloren geht. Mit Gewürzen spielen, das Eigentliche damit unterstreichen, oder auch den Ursprungsgeschmack verstärken. Zum Glück ist der Wahn des Überwürzens wieder in seine Schranken zurück gedrängt und der Genuss steht wieder im Vordergrund.
Genuss soll Spaß machen und uns bespaßte ein Schweinefilet im Kräutermantel auf Blumenkohlcurrypüree an würzigem Knuspergemüse mit brauner Sauce. Ja Frau P. jetzt staunst Du nicht schlecht, da hättest Du jetzt sicher auch gerne etwas von gehabt. Heute müssen Bilder reichen, aber wenn ich Dich mal wieder treffe, dann lass ich mir etwas einfallen, so wie Du es auch für uns mich immer machst, aromatisch-genussvoll-feinwürzig, eben mit Gewürzen gespielt. So, Frau P. jetzt bekommst Du noch ein Rezept zum Event und dann muss ich aber wieder in die Küche.
Schweinefilet im Kräutermantel auf Blumenkohlcurrypüree an würzigem Knuspergemüse mit brauner Sauce
Schweinefilet im Kräutermantel
Zutaten:
Schweinefilet pro Person ca. 150 g
1 Esslöffel Butter
2 Scheiben Toastbrot ohne Rinde gerieben
50 g geriebenen Parmesankäse
2 Esslöffel Naturjoghurt
Eine Handvoll gehackte Kräuter (z.B. Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Liebstöckel)
Pfeffer und Salz
Das Schweinefilet in der Butter von allen Seiten anbraten und leicht bräunen.
Aus dem geriebenen Toastbrot, dem Parmesankäse, den Kräutern und dem Joghurt eine Creme herstellen. Mit Pfeffer und Salz würzen. Ruhig etwas kräftiger, denn der Joghurt braucht Salz und Pfeffer.
Das angebratene Schweinefilet in eine Auflaufform geben und die Joghurtmasse auf das Filet streichen. Das Filet soll komplett rundherum bedeckt sein. Den Backofen auf 180°C vorheizen und das umhüllte Filet gute 30 bis 35 Minuten im Backofen garen.
Nach der Garzeit aus dem Backofen holen und ca. 5 Minuten ruhen lassen eh es angeschnitten wird.
Blumenkohlcurrypüree
Zutaten:
Blumenkohl
Kartoffeln
Creme frâiché
Milch
Salz und englische Currypulver
Blumenkohl in kleine Röschen geteilt und in Salzwasser kochen. Gewichtsmäßig den gleichen Anteil Kartoffeln schälen und ebenfalls kochen. Die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse geben und den Blumenkohl mit einem Mixstab pürieren. Beides miteinander vermengen, mit etwas Milch und Creme frâiché glatt rühren. Mit Salz und Currypulver würzen.
Würziges Knuspergemüse
Zutaten:
Pro Person je eine große Möhre, ein Viertel einer großen Kohlrabe, ein großes Blumenkohlröschen in kleine Röschen geteilt.
Etwas Zucker
Etwas Salz
Butter und Paniermehl
Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee, Ingwerpulver, Nelkenpulver, schwarzer Kardamom, Senfkörner, Muskatnuss, Muskatblüte und langer Pfeffer jeweils nur ein Prise
Die Möhren und die Kohlrabe in kleine Würfel schneiden, anschließend zusammen mit den kleinen Blumenkohlröschen in einen Topf geben. Mit Salz und Zucker bestäuben. Gut eine 1/4 Stunde stehen lassen damit das Gemüse Wasser ziehen kann. Jetzt das Gemüse aufkochen und auf kleiner Hitze gar ziehen lassen. Die Butter erwärmen und das Paniermehl zufügen. Das Paniermehl anbräunen. Die Gewürze zusammen in einen Mörser geben und zu feinen Gewürzstaub mahlen. Das Gewürzmehl zur Paniermehlbutter geben und verrühren.
Die Paniermehlbutter beim Anrichten tropfenweise auf dem Gemüse verteilen.
Braune Sauce:
Zutaten:
1 Schalotte
1 Teelöffel Butter
250 ml Rinderfond (ich hatte noch einen Fond von Ochsenbäckchen)
50 ml Madeira
100 ml kräftigen Rotwein
100 g eiskalte Butterflöckchen
Pfeffer und Salz
Die Schalotte in feine Würfelchen hacken. Die Butter erwärmen und die Schalottenwürfel glasig dünsten. Mit Madeira und Rotwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Den Fond hinzufügen und alles zusammen auf gute 175 ml einkochen. Mit den Butterflöckchen aufschlagen bis eine gute Bindung erreicht ist. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Bis zum Servieren warmhalten.
Alle Einzelkomponenten zusammen anrichten.

Dienstag, 28. Januar 2014

Wut auf die Filoteigtante….

Es war einfach nicht mein Wochenende. Samstags hatte ich einen Ciabattateig angesetzt den ich am Sonntag backen wollte. Extra Samstag vorbereitet denn die Hefe sollte über Nacht aufgehen und in dem Teig herrliche Luftblasen bilden. Fluffig wie das Original in Italien sollte es werden. Sonntagmorgen ein Blick in den Rührtopf, der Teig hatte nicht eine Luftblase gebildet und er ist auch nicht einen Zentimeter gegangen. Okay dachte ich, gibst Du ihm jetzt noch eine Chance außerhalb des Kühlschranks. Aber so wie sich herausstellte, wurden wir keine Freunde, er bewegte sich keinen Millimeter von alleine, also beförderte ich ihn und zwar in den Abfall. Ich weiß, normal ist das der pure Frevel, doch ich weiß auch wann ich verloren habe und jegliche Mühe vergebens ist.
Das Wochenende war noch nicht vorbei und es hatte noch diverse Überraschungen für mich parat.
Es sollte Garnelen im Bananenblatt geben. Eigentlich schon seit drei Wochen, doch ständig kam etwas dazwischen. Mal bekam ich kein Thai-Basilikum, mal war das Bananenblatt braun geworden. Diesmal hatte ich alle Zutaten im perfekten Zustand zusammen. Also nur noch die Garnelen auftauen. Ich hatte sie vor einigen Tagen auf dem Markt gekauft und eingefroren. Jetzt frag mich nicht wieso ich die Garnelen zum auftauen nicht in den Kühlschrank gestellt habe, das ist mir noch nie passiert. Du kannst Dir nicht annähernd vorstellen wie schlechtgewordene Garnelen stinken können. Also hatte sich das Bananenblattschmankerl auch erledigt.
Wenn Du jetzt glaubst ich war mit den Pannen für dieses Wochenende fertigt, hast Du dir in den Finger geschnitten.
Eigentlich wollten Herr GB und ich jetzt essen gehen, doch es war so gemütlich zuhause und im Kühlschrank lungerten noch Möhren und Frühlingszwiebeln herum. In der Gefriertruhe noch eine Packung fertiger Filoteig von dieser Tante.
Also schnell mal eben aus Frühlingszwiebeln und Möhren eine Füllung hergestellt, die aufgetauten Filoblätter mit einem Gewürzöl eingepinselt, die Füllung auf die geölten Blätter verteilen und zu kleinen Taschen falten. Das funktioniert allerdings auch nur, sofern die Teigblätter nicht wie bekloppt aneinanderkleben oder an den verschiedenen Stellen brechen.
Kannst Du dir vorstellen welch prickelndes Gefühl in dir aufkommt wenn Du nur noch einen Klumpen Irgendwas vor dir liegen hast? Du die Füllung über die Arbeitsplatte verteilst, weil diese verdammten Taschen an allen Ecken auseinanderbrechen? Du aber trotzdem am Ende froh bist etwas aufs Blech legen zu können, weil Du inzwischen richtigen Hunger bekommen hast?

Die Idee für die knusprigen Taschen hatte ich neulich mal als ich aus dem Teig eine Art Flammkuchen machte, davon erzähl ich Dir demnächst mal. Doch für die Taschen kannst Du heute schon das Rezept bekommen. Aber beherzige auf jedem Fall einen Rat. Verwende keinen aufgetauten Filoteig, gönn Dir für diese Päckchen nur frischen, hörst Du!!! Nur absolut frischen Teig!!!
Knusprige Filoteigtaschen:
4 Möhren
5 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Teelöffel Fenchelsamen
1 Teelöffel Koriandersamen
2 Teelöffel Zucker
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Packung frischen Filoteig
Möhren in kleine Würfel schneiden, Frühlingszwiebeln in dünne Ringe und die Knoblauchzehen fein hacken. Alles drei gut vermischen.
Fenchelsamen und Koriander in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die angerösteten Gewürze mit Salz, Zucker und Pfeffer fein mörsern. Die Gewürze mit Olivenöl verrühren und anschließend die Filoteigblätter damit einpinseln.
Die Gemüsemischung auf die eingepinselten Blätter geben und zu kleinen Taschen falten. Die Taschen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 180° C im vorgeheiztem Backofen 15 Minuten garen.

Die Taschen können heiß, warm oder kalt gegessen werden.


Mittwoch, 23. Januar 2013

Nicht wirklich regional, Garnelen auf Bandnudeln in Möhrensafransauce…

…kennst Du das auch, dass Du je kritischer Du wirst, Du umso verwöhnter bist? Ich meine jetzt nicht, dass nichts mehr gut genug für Dir ist, sondern Du feststellst, gewisse Lebensmittel auch nur noch in einer bestimmten Qualität haben willst, Du aber ansonsten lieber darauf verzichtest?
Im November letzten Jahres war ich ja mit der Freundin in Bremen auf der Slowfood Fisch und wir hatten die Gelegenheit Garnelen aus Vietnam, aus einer Biozucht zu probieren. Die schmeckten wirklich sehr gut, die Konsistenz des Fleisches war fest und sehr aromatisch. Dann servierte man uns frei gefangene Ostseegarnelen. So etwas Delikates habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen. Den Geschmack kann ich gar nicht beschreiben, aber sie erinnerten mich an die Garnelen die ich vor über 30 Jahren auf den Kanarischen Inseln gegessen habe. Ich kann mich noch gut erinnern wie begeistert ich damals war. Ich hätte täglich etwas mit Garnelen essen können. Von Zuhause kannte ich sie nicht, schließlich gab es im Ruhrgebiet kein Gewässer das diese kleinen Krabbeltiere beherbergte. Aus Erzählungen weiß ich, dass es früher hier in den Bächen und Flüssen Flusskrebse gab. Doch die haben natürlich nicht mit Garnelen zutun. Also wieder zurück zur Ostsee und diesen kleinen schmackhaften Genussbomben.
Jetzt ließ mich der Gedanke ja nicht los, ein schmackhaftes Essen für Herrn GB, mit diesen Tierchen, zu machen. Ich kann Dir was sagen, das halbe Ruhrgebiet habe ich seit November umgekrempelt und nach Ostseegarnelen aus freiem Fang gesucht. Sicher hätte ich auch noch die andere Hälfte durchsuchen können, aber eigentlich verließ mich schon die Hoffnung als ich mit meiner Aktion startete, denn die Fachleute auf der Messe in Bremen machten uns schon von vorneherein keine Hoffnung auf freiverkäufliche Garnelen in dieser Qualität. Sie sollten Recht behalten.
Nach langem Suchen habe ich Garnelen aus Vietnam bekommen die aus Biozucht stammten (naja, das glaube ich jetzt auch mal). Normal essen wir so gut wie nie Garnelen, doch ich wollte Herrn GB unbedingt eine Kombination aus Garnelen mit Möhren und Safran servieren. Was passte da besser als Nudeln, um genau zu sagen Bandnudeln. Die habe ich natürlich wie immer selbst gemacht und weil ich zu faul war den Nudeltrockner aufzustellen mussten die Stangengriffe meiner Küchenschubladen herhalten. Folie über die Griffe und darauf die frischen Nudeln. Dort konnten sie dann vor sich hin trocknen.
Die Garnelen quetschte ich einfach in meinen Kontaktgrill und rasend schnell waren die gar. Mit der Sauce habe ich mich auch nicht lange aufgehalten. Möhren geputzt und in Würfel geschnitten. Die Würfel in einen Topf geben und mit einer Prise Zucker und Salz würzen. Ein Esslöffel Wasser zugeben und knappe 15 Minuten stehen lassen. Jetzt haben die Möhren Zeit noch etwas Wasser ziehen zu können, so braucht man keine zusätzliche Flüssigkeit und die Mähren garen im eigenen Sud. In ungefähr 200 ml Sahne einige Fäden Safran auflösen. Die Möhren zum Kochen bringen und anschließend auf niedrige Hitze herunter schalten. Die Safransahne zu den Möhren geben und die Möhren garziehen lassen.
Die Bandnudeln garst Du in Salzwasser bissfest. Gießt sie ab und richtest die Nudeln mit den Möhren, etwas Safransauce und den Garnelen an.
Ging doch schnell und die Zeit die Du bei der Garnelensuche vergeudet hast, die hast Du doch jetzt locker wieder raus.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Reh-Maultäschle ohne Reh...

…gebastelt habe ich sie schon vor Wochen und ich wollte sie auch schon ewig verbloggen, ääährlich, doch dann holte mich die ganz große Entspannungs-Advendsstimmung-habkeineLustzuNix ein und außer essen und genießen passierte wenig. Also ich meine jetzt hier im Büdchen auf meinem Blog, aber das muss ich ja nicht erzählen, das habt Ihr ja selbst gemerkt.
Es ist jetzt nicht so als hätte ich den ganzen Dezember nichts getan, nööö, dann hätte ich sicher jemanden verärgert und wer riskiert so etwas schon vor Weihnachten? Nee,nee, ich habe wie gewohnt tolle Dinge ausprobiert und unter anderem gab es leckeren Nudeltaschen. Tja, und was soll ich sagen, wie so oft schon wurde ich bezüglich Anleitung ein weiteres Mal bei Herrn Klink fündig.
Reh-Maultäschle auf Linsensauce – alter Schwede Schwabe- wenn das kein Versuch wert ist.
Zutaten für die Linsensauce – waren im Hause.
Zutaten für den Nudelteig - waren im Hause.
Zutaten für die Füllung – waren nicht im Hause – verdammte Axt
Sollte meine Aktion jetzt tatsächlich an 100 g Rehfleisch scheitern? Ich hatte einen zarten ausgelösten Rehrücken in der Gefriertruhe, aber bitte Herr Klink, Sie können nicht ernstlich diese Hürde von mir verlangen. Ich kann unmöglich so einen schönen Rücken für eine Füllung rausrücken. Außerdem sollte es dann auch noch durch den Fleischwolf gedreht werden. Okay im Rezept stand Schulter, aber wo bitte sollte ich selbst eine Rehschulter auf einem Samstagnachmittag auftreiben, und dann auch noch 100 g? Den Rücken habe ich nicht rausgerückt und genau in diesem Moment stand fest, ich musste umdisponieren. Morgens hatte ich Rindertatar gekauft, eigentlich war es für etwas anderes bestimmt, aber egal man muss Opfer bringen.
Gesagt, getan, wir fangen an. Erst einmal die Linsensauce, das wäre auch ein gutes Silvesteressen gewesen, Ihr wisst schon "Linsen und Glück und so"
100 g Berglinsen zwei Stunden oder länger in Wasser einweichen. Das macht Herr Klink auch so. Zwei Zwiebeln mit einer Knoblauchzehe und zwei Möhren würfeln. Etwas Butter auslassen und erst Zwiebel und Knoblauchwürfel anrösten, dann die Möhren und die abgegossenen eingeweichten Linsen zugeben. Je einen ¼ Liter Rotwein und einen ¼ Liter Brühe dazugießen. Eine kleine geschälte rohe mehlige Kartoffel in die Linsen reiben. Jetzt langsam gar köcheln. Das dauert gute 30 Minuten. Wirklich langsam, die Linsen sollen ja nicht aufplatzen wie im Eintopf. Zwischenzeitlich Thymian und Petersilie säubern und fein hacken. Eine Tomate vom Stielansatz befreien und auch in kleine Würfel schneiden. Nach der Garzeit die gehackten Kräuter mit den Tomatenwürfeln zu den Linsen geben. Noch gut 2 Esslöffel Essig unterrühren und nochmals aufkochen lassen. Jetzt so viel Rotwein dazugießen bis die Sauce eine sämig-flüssige Konsistenz hat. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Das war der Anfang, jetzt kommen die Täschchen.
Du verknetest 150 g Mehl mit 30 g Hartweizenmehl, 3 Eigelben, einem ganzen Ei, einem Teelöffel Olivenöl und Salz zu einem schönen geschmeidigen Teig. Du kannst noch einen Esslöffel gehackte Petersilie unterkneten, wenn Du willst, ich wollte nicht.
Dann muss der Teig eingepackt in Folie 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank entspannen. Zwischenzeitlich könntest Du die Sauce noch mal probieren, ob sie noch immer schmeckt, oder dich schon mal an die Füllung begeben.
Ich hatte mich für beides entschieden.
In eine Schüssel füllst Du das Rindertatar, oder wenn Du hast, das REHgehackte! Dazu kommen 100 g fein gewürfelter Räucherspeck. Nebenbei blanchierst Du 100 g frischen Spinat, den Du anschließend, natürlich auch so ganz beiläufig, schnell noch hackst. Die Milch hast Du garantiert schon erhitzt und das Brötchen vom Vortag badet schon in der Milch. Noch zwei kleine Hürden und du hast es geschafft. Noch schnell eine Zwiebel hacken und in etwas Butter glasig dünsten. Zu dem RehRindergehackten und den Speckwürfelchen gibst Du jetzt das eingeweichte, aber ausgedrückte Brötchen, den gehackten Spinat, die glasigen Zwiebeln und noch 2 Esslöffel fein gehackte Petersilie die noch bei Dir herumlungert. Sollte Dich das ganze wegen dem Aufwand etwas ungeduldig machen, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen in dem Du Deine überschüssige Kraft abarbeiten kannst. Mörser 3-4 Wachholderbeeren, mit Salz versteht sich. Das Gemörserte ab zum Rest der Füllung. Jetzt noch das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
Wenn Du meinst Du bist jetzt fertig, vergiss es gleich wieder.
Den Teig musst Du nun ausrollen und ausstechen. Am Besten Kreise auf die du jeweils einen Klecks Füllung gibst, die Ränder mit verschlagenem Eigelb bestreichst und sie zu Halbmonden zusammenklappst.
Ich weiß nicht mehr wie viele Halbmonde Maultäschle ich gebastelt habe, aber es waren viele, sehr viele. Brauchst Du etwas für den Vorrat, gefrierst Du die Dinger einzeln ein und isst die Sauce immer mal so im Vorbeigehen, die geht sogar kalt. Solltest Du die Täschchen aber sofort essen wollen, gebe die Maultäschle einzeln in kochendes Salzwasser und lasse sie in zwei bis drei Minuten gar ziehen. Schwimmen sie oben, wollen sie aus dem Topf. Logischerweise servierst Du die Maultäschle mit der Linsensauce, die Du natürlich nicht aufgegessen hast, auch nicht so im Vorbeigehen.

Montag, 7. Januar 2013

Ich glaub es geht jetzt wieder los…

…der Urlaub ist vorbei und ich werde Euch wieder in meine Kochtöpfe, aber auch in meinem Backofen schauen lassen. Gleich heute fange ich damit an und habe ein Rezept von Zitronengrasspieß mit Rinderfilet an Honigmöhren und Vanille-Kartoffel-Dip. Viele unterschiedliche Aromen die auf dem Teller wunderbar miteinander harmonierten. Eigentlich bin ich ja jetzt nicht der Fan von unzähligen Gewürzen innerhalb eines Menüganges. Aber Ende dieses Monats steht ein Kochkurs an, wieder ein Kochkurs mit der Freundin und diesmal geht es um Gewürze, da wollte ich mich einfach schon mal etwas einstimmen. Ich bin schon so gespannt was die Freundin da wieder aus dem Ärmel zaubert. Freundin, ich freu mich…
Zitronengrasspieß mit Rinderfilet an Honigmöhren und Vanille-Kartoffel-Dip
Rinderfiletspieß:
Pro Person 3 Stücke Rinderfilet á ca. 50 g zwischen zwei Folien flach plattieren
Für die Marinade:
Sesamöl und Sojasauce, je 2 Esslöffel
1 Teelöffel Honig
2 Esslöffel feingehacktes Koriandergrün
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 kleine rote entkernte Chilischote, fein gehackt
Die Rinderfiletscheiben mit der Marinade einstreichen. An den Zitronengrasstangen die äußeren 2-3 Blätter entfernen.
Die marinierten Fleischscheiben um die Zitronengrasstangen wickeln und mit Küchengarn festbinden. Die Spieße in eine Schale geben und mit der restlichen Marinade einstreichen. Mindestens eine Stunde ziehen lassen.
Gebraten werden sie übrigens kurz vor dem Essen in Sesamöl innerhalb von 5-6 Minuten von allen Seiten.
Für das Dip 200 g Kartoffelwürfel von mehligen Kartoffel in Salzwasser garen.
Die Kartoffeln abgießen und warm durch ein feines Sieb streichen.
Die die Schneekartoffeln 100 g Saure Sahne rühren. Schale einer ½ Limette und 2 Esslöffel Limettensaft unterrühren. Ein daumengroßes Stück Ingwer fein reiben und zusammen mit dem Mark einer Vanillestange ebenfalls unter die Kartoffel geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Möhren in Scheiben schneiden, mit einem Esslöffel Wasser in einen Topf geben und salzen. Gute 15 Minuten stehen lassen und weiteres Wasser ziehen lassen. Die Möhren ca. 20 Minuten garen. Zwischenzeitlich eine Stange Lauch ebenfalls in Scheiben schneiden und zu den Möhren geben. Die Möhren mit einem Teelöffel Honig und etwas Butter würzen. Weitere 5 Minuten bei minimaler Hitze warmhalten.
Anmerkung: noch etwas (ca. ein Teelöffel) geriebene Galgantwurzel unter die Möhren mischen, das gibt einen ganz besonderen Geschmack der mit leichter schärfe das Aroma unterstreicht.

Jetzt die Rinderspieße braten und zusammen mit den Honigmöhren und dem Kartoffeldip anrichten und servieren.