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Samstag, 23. April 2016

Für manche Nudelgerichte benötigst Du Zeit, oder Pasta mit Zucchini-Bandnudeln an Zitronenschaum mit Walnüssen…

…Freitagnachmittag, es ist 17:00 Uhr, Du bist froh die Arbeitswoche geschafft zu haben und auf dem Weg ins traute Heim. Du weißt genau was Du kochen möchtest, denn das Rezept hast Du dir am Abend vorher zurechtgelegt. Den Einkaufszettel hast Du zwischendurch in der knappen Mittagspause geschrieben. Die Mittagspause war knapp, weil der Kollege, der immer freitags anruft, wie jeden Freitag ein unaufschiebbares Problem noch zu klären hatte. Aber nachmittags um Fünf hast Du das eigentlich schon wieder vergessen, Dir wird es erst wieder nächsten Freitag einfallen, aber bis dahin ist noch lang.
Jetzt hast Du nur Deine Nudeln im Kopf, denn Du hast Hunger und Nudeln gehen schnell. Sollte man meinen.
Kurze Unterbrechung des Heimwegs beim Zucchini-Dealer, der hat auch noch ein Sträußchen Blumen Petersilie für Dich.
Alle anderen Zutaten hast Du Zuhause, denn schließlich hat jeder Zitronen, Bandnudeln, Walnusskerne und Zwiebeln im Haus.
In der heimischen Küche angekommen, enthäutest Du die Zwiebeln. Natürlich passiert das alles erst nachdem Du Dich aufs Wochenende eingerichtet hast, nachdem Du das Arbeits-Notebook in die letzte Ecke verstecktest und nachdem Du die Hände gewaschen hast.
Versteht sich ja eh von selbst das man nur mit gewaschenen Händen in die Küche geht.
Wie gesagt, jetzt häutest Du die Zwiebeln und schneidest sie in Würfel. Du freust Dich, Pasta geht schnell! Nebenbei überfliegst Du das Rezept… Du schneidest weiter an Deinen Zwiebeln…. Lauter schöne kleine Würfel… Laut Rezept kommen die Zwiebelwürfel jetzt in einen Topf und 200 ml Wasser noch dazu. Die Würfel sollst Du aufkochen und dann auf kleiner Hitze ganz langsam eine Stunde garen. WAS??? Eine Stunde garen??? In dem Moment würdest Du genauso wie ich denken, warum lese ich das erst jetzt? Pasta geht doch eigentlich schnell. Eine Stunde garen! Für was bitte soll das gut sein!? Zwiebelwürfel sind wesentlich schneller gar. Aber nein, diese müssen eine Stunde gar ziehen.
Das war dann der Augenblick, wo ich fast schwach geworden und beinahe zum Imbiss gefahren wäre. Ich habe tief durchgeatmet und wusste ich hab Zeit, schließlich ist Wochenende.
Logisch das ich das Rezept fertig gekocht habe, denn wir hatten ja schließlich Hunger und soll ich Dir was sagen, es hat sich gelohnt, so sehr hat es sich gelohnt. Das Zwiebel-zitronensößchen ein Traum, ich hätte sie auch so löffeln können. Versuche es auch mal, spätestens im Sommer, denn es ist herrlich frisch und aromatisch. Trotz der Leichtigkeit war es sehr sättigend.
Pasta mit Zucchinibandnudeln an Zitronenschaum mit Walnüssen
Zutaten:
5 Zwiebeln in Würfel schneiden
1 Bio-Zitrone
1 Bund Petersilie
2 mittelgroße Zucchini
Pro Person 100 g Bandnudeln (400 g)
Pfeffer und Salz, Olivenöl
3-4 Esslöffel Walnusskerne
Zwiebeln häuten und in Würfel schneiden. Die Würfel zusammen mit 200 ml Wasser und zwei Esslöffeln Olivenöl in einen Topf geben und aufkochen. Auf kleine Heizstufe zurück schalten und eine Stunde langsam mit geschlossenem Deckel gar kochen. Anschließend salzen und Pfeffern.
Die Schale der Zitrone abreiben und zur Seite stellen. Komplett die weiße Haut an der Zitrone entfernen und die Zitrone filetieren. Die Zitronenfilets ebenfalls zur Seite stellen.
Die Petersilie fein hacken und auch diese im Abseits parken.
Die Zucchini mit einem Sparschäler in lange schmale Streifen schneiden. Etwas Olivenöl in eine Pfanne geben und die Zucchinistreifen in ca. 10 Minuten gar dünsten. Nicht salzen, sie ziehen sonst zu viel Wasser.
Nebenbei die Bandnudeln in reichlich Salzwasser nach Anweisung garen.
Nach einer Stunde die Zitronenfilets und den Zitronenabrieb zu den gekochten Zwiebelwürfeln geben, weitere 10 Minuten garen. Im Anschluss die Zwiebeln mit einem Mixstab fein pürieren. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Nudeln in einen Topf, oder in eine große angewärmte Schüssel geben. Die Zucchini zufügen und beides vermischen. Die Walnusskerne grob hacken und zusammen mit der gehackten Petersilie über das Nudelgemisch geben. Die heiße Zitronencremesauce über die Nudeln gießen und alles vermischen.
Auf Teller geben und endlich kann gegessen werden.

Jetzt mal ganz ehrlich, kann ein Wochenende besser anfangen!?

Mittwoch, 3. Februar 2016

Mit frischem Grün den Frühling locken, oder Spaghetti mit Basilikum im Winter…

…neulich hatte ich es eilig, ist ja jetzt auch keine Seltenheit bei mir. Ich glaube, ich lasse mich zu sehr vom Zahn der Zeit einwickeln. Wenn es um mich herum schnell zugeht, springe ich auf den Zug auf und fahre mit. Also ich bin jetzt nicht mit der Deutschen Bahn unterwegs gewesen, bei denen geht es ja eh etwas ruhiger zu *hüstel*, sondern ich meine mit Zug aufspringen, dass ich mich gerne anstecken lasse. Also jetzt nicht in allen Lebenslagen, nö, ganz im Gegenteil, da bin ich immer zum Leidwesen meiner Mitmenschen, sehr fest in meinem Standpunkt. Aber wenn ich z. B. auf der Autobahn bin, fahre ich selten rechts, immer bin ich auf der Überholspur. Mehr oder weniger angesteckt von den anderen Rasern. Du kannst jetzt denken, was Du willst, aber auf Butterfahrt habe ich nun wirklich keine Lust und auch keine Zeit. Und schwupp, sind wir wieder bei der lieben Zeit die einem quasi durch die Finger rinnt.
Ich habe oft einen straffen Zeitplan, nicht in der Küche, da hab ich Zeit. Auf dem Markt, da hab ich Zeit. Im Urlaub, da hab ich Zeit. Für meine Liebsten um mich herum, da hab ich Zeit. Für die Kollegin die ein offenes Ohr braucht, da hab ich Zeit. Aber eben nicht im alltäglichen Leben, wenn die Zeitfresser zuschlagen. Das macht mich ärgerlich und Zeitfresser versuche ich zu umschiffen umfahren. Staus z.B. sind manchmal total unerklärlich. Da stehen Autos angereiht kilometerweit auf der Autobahn herum, frei nach dem Motto *aber natürlich dürfen Sie hier parken, was sollte man sonst den ganzen Nachmittag machen* und Du kommst nicht vorbei und parkst stehst auch. Dann bekommst Du Hunger, gedanklich gehst Du den Kühlschrank durch und anschließend die Vorratsschränke. Auf Deiner Reise triffst Du Mozzarella und Spaghetti, auf der Fensterbank steht noch ein Töpfchen angewelkter Basilikum. Der Parmesan lungert sowieso immer in Deinem Kühlschrank rum, ein Stück Ingwer ist noch von der letzten Erkältungsabwehraktion übrig. Creme fraiche, Zitronen, Pinienkerne und Olivenöl gehören eh ins Standardvorratsprogramm. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen hübsch angerichteten Teller voller Spaghetti. Eigentlich genau das Richtige nach einem frustrierenden Stau auf der Autobahn. Unterwegs habe ich noch einen kurzen Stopp beim Gemüsehändler gemacht, um das gammelige Kraut zuhause mit frischem zu unterstützen. Okay, das Basilikum was ich erstehen konnte war jetzt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber wir haben eben auch noch Winter.
Jetzt kannst Du Dir vorstellen wie schnell ich das Essen fertig hatte, oder!? Und soll ich Dir was sagen, so ein Stau kann auch durchaus sehr bereichernd sein. Da fallen mir durchaus auch mal ganz gute Rezepte ein.
Spaghetti mit Basilikumingwerpesto in Zitronenrahm:
Spaghetti pro Person 125 g
Saft einer ½ Zitrone
150 g Creme frâiche
100 g Basilikum
30 g Pinienkerne
Ein Stück Ingwerknolle, daumengroß, fein gerieben
75 ml Olivenöl
3 Esslöffel fein geriebener Parmesan
Salz und Pfeffer
Pro Person einen kleinen Burrata
Spaghetti bissfest garen, abgießen und in den Topf zurück geben. Creme frâiche zusammen mit dem Zitronensaft zu den Spaghetti geben und gut verrühren.
Für das Pesto das Basilikum, die Pinienkerne, den geriebenen Ingwer, das Olivenöl mit dem Stabmixer zerkleinern. Den Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti zusammen mit dem Burrata und dem Pesto anrichten und servieren.


Samstag, 18. April 2015

Fleischlos aber glücklich, Linsen-Bolo(gnese) in Rot…

Klar weiß ich was Du jetzt denkst, genau das hat Herr GB sicher auch gedacht- Klärchen spinnt! Aber Klärchen spinnt nicht, Klärchen kocht und zwar Bolognese! Mit roten Linsen!
Okay, okay, alles gut, alles gut, reg Dich nur nicht auf.
Sicher ist das keine Echte, also so ein Original aus Italien, aber durchaus lecker. Eigentlich bin ich auch eher ein Verfechter der Originalen. Nicht umsonst gibt es Traditionsgerichte, wie auch Vorgaben, wie eine Speise zubereitet wird. Klar kannst Du einen Schmorbraten im Dampfgarer, oder Pudding im Backofen machen, aber dann wird es eben *räuspern* äh anders, punkt aus. Und mit den Grundtechniken des Kochen hat das so viel zutun, wie eine Kuh fliegen kann.
Wie oft habe ich in einschlägigen Foren von vegetarischer Bolognese gelesen und mir meinen Teil gedacht. Fast jedes Mal hatte ich den Entschluss gefasst, Klärchen probiere es aus und urteile dann. Ich habe ausprobiert und ich schwenke in diesem Fall die weiße Fahne, lecker. Selbst der fleischverwöhnte Gatte hat Nachschlag verlangt. Eine tolle Alternative für ein fleischloses Mittagessen. Wer fleischlos essen möchte, benötigt also keine Fleischersatzprodukte, es geht auch so, aber das weißt Du ja eh.
Das Einzige was mich jetzt noch störte, war der Namen. Der Begriff Bolognese ist im Büdchen eigens für das Original reserviert. Es widerstrebt mir etwas zu betiteln, das in seinem Ursprung etwas ganz anderes darstellt. Deshalb heißt meine Sauce auch Rote Linsenbolo!
Rote Linsenbolo:
30 ml Olivenöl
200 g Möhren, in kleine Würfel geschnitten
50 g Petersilienwurzel, in kleine Würfel geschnitten
50 g Selleriewurzel, in kleine Würfel geschnitten
100 g Porree in, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 kleine Chilischote, fein gehackt
2 Esslöffel Tomatenmark
200 g Rote Linsen
500 g gehäutete, entkernte Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
250 ml Gemüsebrühe
2 Esslöffel Thymianblätter, fein gehackt
2 Esslöffel Rosmarinnadeln, fein gehackt
Pfeffer, Salz, Cayennepfeffer
Das Öl erhitzen und Möhren, Petersilienwurzel, Selleriewurzel, Porree, Zwiebel, Knoblauchzehe, Chilischote zugeben und leicht anschwitzen. Tomatenmark unter das Gemüse mischen und leicht anbraten. Linsen und Tomatenwürfel zugeben und alles unterheben.
Mit der Gemüsebrühe ablöschen und mit den Kräutern würzen. Alles gut 15 bis 20 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Mit Pfeffer, Salz und Cayennepfeffer abschmecken.
Logisch dass Du die Sauce mit Nudeln servierst. Was zu einer richtigen Bolognese gehört, hat auch bei der Linsenbolo Gültigkeit.

Sonntag, 12. April 2015

Nudeln, aber selbstgemachte z.B. Strozzapreti mit Lachs, Scamorza und Weintrauben…

Hab ich Dir von den Strozzapreti erzählt die keine Strozzapreti waren? Also da war bei Herrn Henze dieses Rezept im Buch von den Nudeln, bei denen ich vorher gar nicht wusste dass es Nudeln sind. Von Strozzapreti hatte ich im Leben noch nicht gehört, also musste ich erst einmal das WWW befragen. Klar brachte es mich schon mal einen Schritt weiter, aber die Dinger basteln, musste ich wohl doch selber. Herr Henze hat es sich ja einfach gemacht, er schreibt in sein Rezept einfach 500 g Strozzapreti hinein und fertig. Ich stelle da schon einen gewissen Anspruch an mich selbst und mache sie selbstverständlich selber. Und genau das war das Problem. Es gibt zwar so diverse Blogger, denen fallen ja förmlich die unmöglichsten Nudelformen quasi aus den Ärmeln, aber zu diesen Koniferen Koryphäen gehöre ich eben nicht. Den falschen Weg hatte ich schon mit dem Ausrollen des Nudelteiges eingeschlagen.
Kleine Würstchen hätte ich rollen sollen und die dann um Stricknadeln wickeln und genau da war das nächste Problem. Ganze Wollpakete habe ich gefunden, aber sag mir mal wo ich diese verdammten Nadeln hin gepackt habe? Stecknadeln, Stopfnadeln, Sticknadeln, ja die habe ich gefunden, aber eben nicht diese Stricknadeln, mindestens Nr. 8 hätten es sein sollen. Von den netten Kolleginnen bei Frazebuck bekam ich dann den Tipp Spieße zu verwenden, aber das hat auch nicht geklappt. Aber wie gesagt, ich hätte ja gar nicht ausrollen dürfen. Ich habe dann eben Klärchen-Strozzapreti gebastelt und der Gatte war ganz begeistert.
Wenigstens von ihm habe ich ein Fleißsternchen erhalten. Aber glaub nicht, dass ich das Projekt der Echten aufgegeben habe, in den nächsten Tagen werde ich es wieder versuchen und ggf. wieder und wieder, irgendwann wird es auch bei mir klappen und zur Not mache ich eben einen Nudelkurs.
Solltest Du einen guten Strozzapreti-Lieferanten haben, hast zu einen entscheidenden Vorteil, Du kannst mit dem Rezept ohne Nudelbasteln gleich anfangen, ebenso wie Herr Henze.
Strozzapretti mit Lachs, Scamorza und Weintrauben
500 g Strozzapretti
Salz
150 g Räucherlachs
Ca. 100 g kernlose Trauben (ich habe rote genommen)
4 Esslöffel Butter
2 Esslöffel Pinienkerne
1 Kugel Scamorza
Frische Kräuter, fein gehackt
Salz und Pfeffer
Die Strozzapretti in reichlich Salzwasser „al dente“ kochen. Abgießen und etwas Wasser auffangen.
Den Räucherlachs klein schneiden. Die Trauben waschen und halbieren. Die Butter in einem Topf erhitzen, die Pinienkerne zugeben und kurz anrösten. Den Räucherlachs, die Trauben und die Nudeln mit 3 Esslöffeln ebenfalls in den Topf geben und kurz schwenken. Die Kräuter zugeben, kurz durchmischen und anrichten.

Dienstag, 7. April 2015

Hätte man ja auch zu Ostern machen können, Ravioli mit Karotten-Ingwerpüree….

…und wenn Du vegetarisch kochst, dann sowieso.
Ist schon einige Zeit her wann ich diese leckeren Täschchen gemacht habe, aber das wäre auch durchaus als Osteressen durchgegangen. Ganz nach meinem Geschmack war es so herrlich frühlingsfrisch. Im Moment lechzt ja jeder nach Frische, oder geht es Dir da anders? Überall werden Wildkräuter angeboten und wenn Du Lust auf einen Frühlingsspaziergang hast, könntest Du unter die Selbstversorger gehen, denn frische Kräuter spießen derzeit in allen Ecken und Ritzen. Ist nur ein Problem, man muss sie kennen. Für meine Ravioli habe ich allerdings Thai-Basilikum verwendet und der wächst leider nicht am Straßenrand. Also nicht hier in meiner Nähe, sicher gibt es irgendeinen Straßenrand an dem er wächst, wahrscheinlich irgendwo in Asien. Solltest Du doch lieber auf regionale Kräuter zurückgreifen wollen, könnte ich mir statt des Thaibasilikums auch Kerbel, Petersilie, natürlich die Glatte, aber auch Dill, Schnittlauch oder die Kräuter der Frankfurter Grünen Soße vorstellen. Probiere einfach ganz nach Deinem Geschmack aus. Das Grundgerüst steht im Rezept.
Karotten-Ingwer-Püree an Ravioli mit Thai-Basilikum-Füllung
Nudelteig:
250 g Weizenmehl
2 Eier
1 Eigelb
Alle Zutaten zu einer geschmeidigen Teigkugel kneten, in Frischhaltefolie einwickeln und 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Noch besser über Nacht ruhen lassen.

Nudelfüllung:
400 g Petersilienwurzel, geschält und in Würfel geschnitten
100 ml Sahne
200 g Kräuter, fein gehackt (ich habe Thaibasilikum verwendet)
1 Ei
1 Esslöffel Sojasauce
1 Esslöffel Sesamöl
1 Esslöffel Sesamkörner, in einer trockenen Pfanne angeröstet
1 verschlagenes Ei für die Ravioli
Die Würfel der Petersilienwurzel in der Sahne auf kleiner Temperatur gar kochen.
Die Petersilienwurzel zusammen mit der Sahne pürieren. Die Kräuter und das Ei untermixen, ggf. nochmals mit dem Pürierstab. Mit Sojasauce, Sesamöl und Salz abschmecken. Die Sesamkörner untermischen.
Den Nudelteig recht dünn ausrollen und in kleine Quadrate (8x8 cm) schneiden.

Die Teigblätter mit dem verschlagenen Ei bestreichen und jeweils ein Teelöffel der Füllung auf dem Nudelteig verteilen, zum Dreieck zusammen klappen und die Ränder fest zusammen drücken.
 Karotten-Ingwer-Püree
300 g Karotten
100 g Karottensaft
50 g Butter
Saft und Schale einer Bio-Zitrone
2 Esslöffel fein geriebener Ingwer
2 Teelöffel Sojasauce
Frisch gemahlener Pfeffer
Prise Zucker
Die Karotten schälen, in Würfel schneiden und in dem Karottensaft weich dünsten. Die restlichen Zutaten zufügen und mit dem Pürierstab gut mixen.
Ggf. das Püree durch ein feines Sieb streichen und mit frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. 
Anrichten:
2 Esslöffel Butter
4 Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschnitten
Die Ravioli in reichlich Salzwasser ca. 8 Minuten auf niedriger Temperatur gar ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren die Butter in einer Pfanne auslassen und die Ravioli darin schwenken. Die Ravioli auf vorgewärmte Teller anrichten und nun die Frühlingszwiebeln in die Butter geben und leicht erwärmen.
Das Karottenpüree zu den Ravioli geben und die Ravioli mit der Butter beträufeln. Die Frühlingszwiebeln auf den Ravioli verteilen und schnell servieren, Du weißt schon, Ravioli werden schnell kalt.

Donnerstag, 20. März 2014

Kastanienravioli, Winterresteverarbeitung…

…na klasse, der Lorenz brennt vom Himmel, gibt förmlich sein Allerbestes, jeder bekommt Lust auf Frühlingsküche und was passiert hier im Büdchen? Resteverarbeitung! Um genau zu sagen Winterresteverarbeitung. Herr GB liebt ja seit neuestem Kürbis und wenn ich den auch noch so mache wie Frau Kampi, habe ich ein Ziegelstein bei ihm im Brett. Also hab ich natürlich neulich den letzten Kürbis den ich ergatterte gleich ins Büdchen geschleppt, und erst mal vergessen. Eigentlich war es anders geplant. Dem Guten Stück hat das aber nichts ausgemacht, denn ich hatte ihn wohlweißlich direkt in den kühlen Keller gelegt. Bei der letzten Kellerinspektion ist er mir dann in die Hände gefallen. Du wirst es kaum glauben was mir noch in die Hände fiel, eine Packung vakuumierte Maronen. Du denkst Maronen und Kürbis ein tolles Herbstessen. Natürlich hast Du recht! Aber sollte ich jetzt beides wegschmeißen nur weil die Saison dafür abgelaufen ist? Oder womöglich stattdessen importiertes Gemüse kaufen das weder der Saison noch der Region endspricht, nur weil es meine Teller bunter machen würde.
Also der Bärlauch muss sich noch bis zum Wochenende gedulden und Paprika wie auch seine sogenannten mediterranen Verwandten bis zum Sommer. Die kommen noch rechtzeitig auf den Teller und zwar dann wenn sie Saison haben. Nicht Saison in anderen Ländern oder Treibhäusern, sondern hier bei meinem geliebten Stand auf dem Markt. Hab ich doch schon so oft drüber geschrieben wie klasse mich Herr Weitz mit all dem tollen Gemüse versorgt was auf seinem Hof wächst.
Auch der Kürbis war von ihm und nur weil ich dort besonders frische Ware bekomme, hält sie bei richtiger Lagerung auch wie ich mir das wünsche.
So nun aber wieder zu meinen Ravioli.
Im Küchenschrank lungerte noch Kastanienmehl herum, das gemischt mit Weizenmehl hielt für den Nudelteig her.
Damit mein Gericht aber wenigstens so einen ganz kleinen frühlingshaften Pepp bekam, gesellte sich noch ein Forellenfilet dazu. Abgerundet mit einer frischen Sauce eine rundum frühlingshafte, regionale Speise mit herbstlichen Einflüssen. Aber morgen soll es eh wieder regnen, da kann der Frühling auch als warmer Herbst durchgehen.
Maronenravioli:
100 g Weizenmehl
100 g Kastanienmehl
2 Eier
1 Teelöffel Salz
¼ Butternutkürbis (zur Not Hokkaido)
1 Schalotte
6 gegarte Kastanien (Maronen)
Olivenöl
Safranfäden in einem Esslöffel Weißwein auflösen
Parmesankäse gerieben (nach Geschmack)
Salz, Pfeffer
Beide Mehle mit dem Salz vermischen und zusammen mit den Eiern zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und gut eine Stunde in den Kühlschrank legen.
In der Zwischenzeit Kürbis, Schalotte und die gegarten Kastanien in Würfel schneiden. Die Schalottenwürfel in erwärmtem Olivenöl glasig dünsten. Nun die Kürbis- und Kastanienwürfel zufügen und alles zusammen weich garen. Die aufgelösten Safranfäden und den geriebenen Parmesan zugeben. Jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Nudelteig ausrollen und Ravioli herstellen, wie das geht weißt du ja sicher bereits, das habe ich hier ja schon x-mal vorgemacht.
Die Ravioli kochst Du in Salzwasser innerhalb von 3 Minuten gar. Aber erst wenn Du den Fisch und die Sauce fertig hast.
Nun kommt der Fisch an die Reihe, Forellenfilet mit Knuspersegel:
Forellenfilet mit Haut
Backpapier
Etwas geschmolzene Butter
Die Haut trennst Du entweder mit einem biegsamen Filetiermesser selber vom Filet, oder Du lässt das gleich besser Deinen Fischhändler machen.
Die Haut bestreichst Du mit etwas geschmolzener Butter, würzt sie mit Salz und Pfeffer und dann legst Du sie zwischen zwei Backpapierseiten. Anschließend ab damit auf ein Backblech. Nun beschwerst Du die eingepackte Haut mit einem Backblech von oben. Die Backbleche in einen vorgeheizten Backofen schieben und bei 180° C gute 7- 10 Minuten schön knusprig backen.
Die Filets bei 80°C im Ofen langsam glasig garen.

Dazu passt ganz hervorragend ein Crème fraîche-Buttersößchen:
100 g Butter
50 ml Wasser
20 g Crème fraîche
Das Grün von ½ Bund Frühlingszwiebeln
Etwas Olivenöl
Salz, Pfeffer
Die Frühlingszwiebeln in feine Röllchen schneiden und in etwas Olivenöl weich dünsten.
Die Butter zusammen mit dem Wasser und dem Crème fraîche langsam erhitzen. Die Frühlingszwiebeln zufügen und mit einem Pürierstab kräftig mixen.

Die Ravioli zusammen mit den Fischfilet und der Sauce anrichten. Jeweils ein krosses Segel einstecken und mit einem Schnittlauchstengel, Petersilienblat und etwas Parmesan dekorieren.

Montag, 27. Januar 2014

Für mich soll´s täglich Rosen geben…

…naja täglich ist übertrieben, aber so gelegentlich nur schon alleine wegen dem Gesundheitswert hab ich sie schon ganz gerne auf dem Teller. Du glaubst ich stecke im Winterblues und vor lauter Verzweiflung esse ich jetzt schon Rosen?
Ja ich esse Rosen, aber nur die hübschen Köhlchen vom Rosenkohl. Das Wintergemüse das um einiges Vielseitiger ist als so manch einer  weiß.
Ganz klassisch gekocht und in Butter mit Brösel geschwenkt hat er in den meisten Küchen einen Stammplatz. Auch in weißer Milch- oder Sahnesauce ist er landesweit bekannt. Doch ich denke die wenigsten kennen ihn als Salat mit Öhrchennudeln.
Eine ganze Tüte mit Orecchiette lag noch im Schrank, handgefertigte aus Meran. Du weißt, ich liebe Südtirol und Meran sowieso und die kulinarischen Genüsse springen förmlich automatisch dort in mein Gepäck um zuhause verspeist zu werden.
Die Kombination von Rosenkohl und Nudeln ist für Italien nicht wirklich ungewöhnlich. Hier im Ruhrgebiet wüsste ich jetzt kein Rezept in dem Rosenkohl und Pasta vereint wurden. Dann wird es ja wohl Zeit, oder was meinst Du?
Rosenkohl ist regional. Kein Garten der früher von den Bergmannsfamilien betrieben wurde, wäre ohne Rosenkohl ausgekommen. Als Kind habe ich ihn nicht wirklich gemocht, doch meine Mutter hat mit etwas Zucker im Kochwasser getrickst und er wurde milder. Die heutigen Züchtungen haben längst nicht mehr die ausgeprägten Bitterstoffe die er früher hatte. Eigentlich sehr schade, denn gerade die Bitterstoffe in unserem Gemüse sollen so wichtig für Leber und Galle sein, weil diese die Gallenproduktion ankurbeln und das wiederum sehr wichtig für den Stoffwechsel wäre.
Gesunde Inhaltsstoffe her oder hin, es muss schmecken und ich denke, hätte meine Mutter mir früher den Rosenkohlsalat serviert den ich Dir heute präsentiere, wäre meine Lieblingsspeisenkarte mindestens um diese Gericht erweitert worden.
Rosenkohlsalat mit Öhrchennudeln
400 g Rosenkohl
250 g Orecchiette
75 g getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
50 g geriebenen Parmesan
50 g geröstete Pinienkerne
2 Schälchen Kresse
3 Esslöffel Olivenöl
4 Esslöffel Gemüsebrühe
Saft ein ½ Zitrone
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Einige rosa Pfefferbeeren für die Dekoration
Rosenkohl putzen und in Salzwasser garen. Ebenfalls die Orecchiette bissfest garen.
Die Tomaten fein würfeln und die Knoblauchzehen fein hacken. Gekochten Rosenkohl, gegarte Nudeln, Tomatenwürfel, Knoblauch, Parmesan und geröstete Pinienkerne vermischen.
Aus Olivenöl, Gemüsebrühe, Zitronensaft, Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen. Das Dressing über die anderen Salatzutaten geben und alles vermischen. Die Kresse schneiden und ebenfalls zum Salat geben. Mit den Pfefferbeeren betreut auf Teller anrichten.
Mit einem kühlen Weißwein serviert ist es ein herrliches Gericht.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Nicht wirklich regional, Garnelen auf Bandnudeln in Möhrensafransauce…

…kennst Du das auch, dass Du je kritischer Du wirst, Du umso verwöhnter bist? Ich meine jetzt nicht, dass nichts mehr gut genug für Dir ist, sondern Du feststellst, gewisse Lebensmittel auch nur noch in einer bestimmten Qualität haben willst, Du aber ansonsten lieber darauf verzichtest?
Im November letzten Jahres war ich ja mit der Freundin in Bremen auf der Slowfood Fisch und wir hatten die Gelegenheit Garnelen aus Vietnam, aus einer Biozucht zu probieren. Die schmeckten wirklich sehr gut, die Konsistenz des Fleisches war fest und sehr aromatisch. Dann servierte man uns frei gefangene Ostseegarnelen. So etwas Delikates habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen. Den Geschmack kann ich gar nicht beschreiben, aber sie erinnerten mich an die Garnelen die ich vor über 30 Jahren auf den Kanarischen Inseln gegessen habe. Ich kann mich noch gut erinnern wie begeistert ich damals war. Ich hätte täglich etwas mit Garnelen essen können. Von Zuhause kannte ich sie nicht, schließlich gab es im Ruhrgebiet kein Gewässer das diese kleinen Krabbeltiere beherbergte. Aus Erzählungen weiß ich, dass es früher hier in den Bächen und Flüssen Flusskrebse gab. Doch die haben natürlich nicht mit Garnelen zutun. Also wieder zurück zur Ostsee und diesen kleinen schmackhaften Genussbomben.
Jetzt ließ mich der Gedanke ja nicht los, ein schmackhaftes Essen für Herrn GB, mit diesen Tierchen, zu machen. Ich kann Dir was sagen, das halbe Ruhrgebiet habe ich seit November umgekrempelt und nach Ostseegarnelen aus freiem Fang gesucht. Sicher hätte ich auch noch die andere Hälfte durchsuchen können, aber eigentlich verließ mich schon die Hoffnung als ich mit meiner Aktion startete, denn die Fachleute auf der Messe in Bremen machten uns schon von vorneherein keine Hoffnung auf freiverkäufliche Garnelen in dieser Qualität. Sie sollten Recht behalten.
Nach langem Suchen habe ich Garnelen aus Vietnam bekommen die aus Biozucht stammten (naja, das glaube ich jetzt auch mal). Normal essen wir so gut wie nie Garnelen, doch ich wollte Herrn GB unbedingt eine Kombination aus Garnelen mit Möhren und Safran servieren. Was passte da besser als Nudeln, um genau zu sagen Bandnudeln. Die habe ich natürlich wie immer selbst gemacht und weil ich zu faul war den Nudeltrockner aufzustellen mussten die Stangengriffe meiner Küchenschubladen herhalten. Folie über die Griffe und darauf die frischen Nudeln. Dort konnten sie dann vor sich hin trocknen.
Die Garnelen quetschte ich einfach in meinen Kontaktgrill und rasend schnell waren die gar. Mit der Sauce habe ich mich auch nicht lange aufgehalten. Möhren geputzt und in Würfel geschnitten. Die Würfel in einen Topf geben und mit einer Prise Zucker und Salz würzen. Ein Esslöffel Wasser zugeben und knappe 15 Minuten stehen lassen. Jetzt haben die Möhren Zeit noch etwas Wasser ziehen zu können, so braucht man keine zusätzliche Flüssigkeit und die Mähren garen im eigenen Sud. In ungefähr 200 ml Sahne einige Fäden Safran auflösen. Die Möhren zum Kochen bringen und anschließend auf niedrige Hitze herunter schalten. Die Safransahne zu den Möhren geben und die Möhren garziehen lassen.
Die Bandnudeln garst Du in Salzwasser bissfest. Gießt sie ab und richtest die Nudeln mit den Möhren, etwas Safransauce und den Garnelen an.
Ging doch schnell und die Zeit die Du bei der Garnelensuche vergeudet hast, die hast Du doch jetzt locker wieder raus.