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Freitag, 28. Februar 2014

Ein sizilianisches Ostermenü…

…stand auf dem Plan von der Freundin und dann auch auf meinem. Es war erneut ein Kochkurs angesagt, den durfte ich ja nicht verpassen. Herr GB bekam wieder was Aufgewärmtes und ich ging sizilianisch speisen. In 6 ½ Wochen ist Ostern, da kann man doch jetzt durchaus mal den Ernstfall proben, oder? Zumal wenn es ein total köstliches Experiment werden sollte und ich kann Dir verraten, es war vortrefflich. Die Freundin hat extra für uns eine Sizilianerin angeheuert, wobei sie das eigentlich gar nicht nötig hat, ist sie doch schon bald selber eine Sizilianerin, so oft wie sie sich dort herumtummelt, mich mit Bildern von frischen Fischen und frischem Gemüse neidisch macht. Naja okay, wenn man die richtigen Einkaufsquellen hat, kann man sich auch bei uns hier im Pott bezüglich frischer Zutaten nicht beklagen. Es sind halt einfach nur andere Produkte.
Ich schweife schon wieder ab, nun aber zurück zum Menü. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen wie so ein Ostermenü in Sizilien aussieht. Ich weiß dass in Italien gerne eine Spinattorte am Osterfest serviert wird, ob das in Sizilien auch so ist, weiß ich gar nicht. Bei Gelegenheit muss ich doch mal die Freundin fragen. Also Spinattorte gab es nicht, aber dafür als Einstieg wundervolles Brot mit Olivenöl und Kräutern. Damit haben wir in Verbindung mit einem Gläschen Wein die Wartezeit auf die anderen Gänge überbrückt. Ein wundervoll fluffiges Brot das die Freundin direkt beim Italiener besorgt hatte, denn mit Brotbacken konnten wir uns nicht aufhalten. Außerdem habe ich gelernt, gutes Brot braucht als Hauptzutat viel Zeit, die hatten wir jetzt nun wirklich nicht.
Endlich war es soweit der erste Gang konnte serviert werden. Nudeln mit Auberginen und Tomatensauce.
Absolut äußerst schmackhaft und so reichlich, ich war schon fast satt.

Dann war auch schon der Hauptgang fertig.
Zickleinbraten mit Artischocken.
Endlich habe ich begriffen wie Artischocken zubereitet werden.
Bisher habe ich immer zu wenig abgeschnitten und war ganz verzweifelt über das regelmäßig holzige Ergebnis. Wo ich doch Artischocken haufenweise essen könnte, ich liebe dieses distelartige Gemüse. Keine Pizza für mich ohne diese hübschen Blüten, oder ein Salat einfach nur mit Essig und Öl, etwas Salz und Pfeffer drauf, fertig, und ich könnte mich hineinlegen.
Also mit den Artischocken im Hauptgang haben Francesca und die Freundin im Handumdrehen mein Herz erobert. Lecker, einfach lecker. Da war es für mich auch kein Problem auf das Zicklein zu verzichten. Nein ich bin nicht Veganer, ich bin nur Lamm, Scharf, Ziege, Hammelabstinenzler. Ich mag es einfach nicht und das Komische, mir dreht sich der Magen und dann kann ich ohne weiteres auf alles Essbare verzichten, aber das wollte ich nicht, denn es gab ja schließlich noch ein Dessert.
Pistazienmousse mit Orangenkompott.
Das Mousse mit Pistazienmarzipan und das Orangenkompott mit den letzten Moro-Orangen.
Langsam geht die Zeit seinem Ende zu in der man die Moro-Orangen bekommt. Die Moro ist eine Blutorange mit einem wunderbaren Orangenaroma, herrlich fruchtig, mit ausgeprägter Säure und angenehmer herben bitteren Note. Also hervorragend für ein Dessert geeignet. Das Kompott wurde mit einem Rosmarinzweig aromatisiert und passte ausgezeichnet zu den Aromen der Pistazienmousse.
Zum guten Schluss gab es einen Caffè wie ich ihn aus Italien kenne. Es war wieder ein rundum Erlebnis und ein glanzvoller Abend.


Montag, 10. Februar 2014

Schokoladenravioli, ich hab mal wieder genudelt…

…ja wie nennt man es eigentlich, den Vorgang Nudeln selber herzustellen? Heißt es jetzt tatsächlich nudeln? Irgendwie habe ich gerade ein Vakuum im Kopf, selbst Tante Google findet keinen anderen Ausdruck.
Na auf jedem Fall war wieder Nudelbasteltag angesagt, aber diesmal gab es keine Hauptspeise. Also es gab schon etwas Richtiges auf die Gabel, aber der Hauptgang war nudelfrei.
Ich fabrizierte Nudeln fürs Dessert. Ich kann mir lebhaft vorstellen wie Deine Augen jetzt immer größer werden, Du den Mund verziehst und skeptisch schaust. Denn genauso schaute Herr GB.
Der Gatte der Büdchen-Chefin, der bekennende Dessertspezialist, ausgerechnet er sollte Nudeln zum Nachtisch bekommen. Selbst die Bezeichnung Schokoladenravioli konnte den Skeptiker in ihm nicht beruhigen. Ich sah ihm an was er dachte, schob ihn aus der Küche und knetete Nudelteig mit Schokoladengeschmack. Ich hatte auch so meine Bedenken, aber es war der erste Nudelteig den man auch im rohen Zustand probieren konnte ohne einen, na du weißt schon, … diesen Reiz zu bekommen. Er schmeckte tatsächlich. Kakao kam rein, aber nur der Gute, der Echte. Da sollte man wirklich nicht sparen.
Erst fand ich es ja auch etwas fraglich, ob der Teig die gewohnte Konsistenz bekommt, die ich von anderen Pastateigen her kannte, aber jetzt halt Dich fest. Ich habe selten so einen
geschmeidigen Teig verarbeitet. Natürlich musste er sich auch ausruhen, das kennst Du von den anderen Nudelteigen. Eigentlich hätte ich mich jetzt nach so einem Kraftaufwand auch ausruhen müssen, doch mit geballter letzter Kraft hab ich in der Zwischenzeit eine Füllung aus Äpfeln fabriziert, dem Granatapfel die Kerne aus dem Kopf geschlagen und eine Zabaione vorbereitet. Sollte ja schließlich ein Dessert werden das den Zweifler überzeugen musste.
Nachdem der Nudelteig und ich wieder entspannt waren, wurden Täschchen gebaut. Das Täschchen falten war wie immer Fusselarbeit und für mich als Teilgrobmotoriker mal wieder eine Herausforderung, die aber auch wirklich Spaß macht. Ich sagte es ja schon, der Teig hatte eine Top-Konsistenz.
Die Ravioli kochst Du in Salzwasser, ja, das muss so! Mit Granatapfelkernen und der aufgeschlagenen Creme richtest Du an. Geschmacklich war es ein schönes Erlebnis, aber an meiner Anrichtweise muss ich noch etwas arbeiten.
Eh ich es vergesse, hier noch das Rezept.
Schokoladenravioli mit Zabaione:
Nudelteig:
125 g Mehl
50 g Kakaopulver
15 g Puderzucker
2 Eier
½ bis 1 Esslöffel Wasser
Mark von ½ Vanillestange
Als allen Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten und mindestens ein Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. 
Füllung:
1 Apfel
1 Esslöffel Zucker
Etwas Butter
2 bis 3 Datteln
Den Apfel und die Datteln fein würfeln. Zucker in einer Pfanne karamellisieren, das Obst zugeben und im Karamell gar ziehen lassen.
Den Nudelteig dünn ausrollen und Ravioli ausstechen.
Jeweils einen kleinen Teelöffel mit Füllung auf ein Ravioli geben, die Ränder mit Eiweiß bepinseln und die Quadrate zu Dreiecken zusammen falten und fest zusammendrücken.
Im heißen Salzwasser garen bis sie oben schwimmen.
Ich habe dazu eine Zabaione mit einem Gemisch aus Grenadinsirup und Portwein gemacht. Als Topping wurden Granatapfelkerne aufgestreut.


Montag, 27. Januar 2014

Für mich soll´s täglich Rosen geben…

…naja täglich ist übertrieben, aber so gelegentlich nur schon alleine wegen dem Gesundheitswert hab ich sie schon ganz gerne auf dem Teller. Du glaubst ich stecke im Winterblues und vor lauter Verzweiflung esse ich jetzt schon Rosen?
Ja ich esse Rosen, aber nur die hübschen Köhlchen vom Rosenkohl. Das Wintergemüse das um einiges Vielseitiger ist als so manch einer  weiß.
Ganz klassisch gekocht und in Butter mit Brösel geschwenkt hat er in den meisten Küchen einen Stammplatz. Auch in weißer Milch- oder Sahnesauce ist er landesweit bekannt. Doch ich denke die wenigsten kennen ihn als Salat mit Öhrchennudeln.
Eine ganze Tüte mit Orecchiette lag noch im Schrank, handgefertigte aus Meran. Du weißt, ich liebe Südtirol und Meran sowieso und die kulinarischen Genüsse springen förmlich automatisch dort in mein Gepäck um zuhause verspeist zu werden.
Die Kombination von Rosenkohl und Nudeln ist für Italien nicht wirklich ungewöhnlich. Hier im Ruhrgebiet wüsste ich jetzt kein Rezept in dem Rosenkohl und Pasta vereint wurden. Dann wird es ja wohl Zeit, oder was meinst Du?
Rosenkohl ist regional. Kein Garten der früher von den Bergmannsfamilien betrieben wurde, wäre ohne Rosenkohl ausgekommen. Als Kind habe ich ihn nicht wirklich gemocht, doch meine Mutter hat mit etwas Zucker im Kochwasser getrickst und er wurde milder. Die heutigen Züchtungen haben längst nicht mehr die ausgeprägten Bitterstoffe die er früher hatte. Eigentlich sehr schade, denn gerade die Bitterstoffe in unserem Gemüse sollen so wichtig für Leber und Galle sein, weil diese die Gallenproduktion ankurbeln und das wiederum sehr wichtig für den Stoffwechsel wäre.
Gesunde Inhaltsstoffe her oder hin, es muss schmecken und ich denke, hätte meine Mutter mir früher den Rosenkohlsalat serviert den ich Dir heute präsentiere, wäre meine Lieblingsspeisenkarte mindestens um diese Gericht erweitert worden.
Rosenkohlsalat mit Öhrchennudeln
400 g Rosenkohl
250 g Orecchiette
75 g getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
50 g geriebenen Parmesan
50 g geröstete Pinienkerne
2 Schälchen Kresse
3 Esslöffel Olivenöl
4 Esslöffel Gemüsebrühe
Saft ein ½ Zitrone
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Einige rosa Pfefferbeeren für die Dekoration
Rosenkohl putzen und in Salzwasser garen. Ebenfalls die Orecchiette bissfest garen.
Die Tomaten fein würfeln und die Knoblauchzehen fein hacken. Gekochten Rosenkohl, gegarte Nudeln, Tomatenwürfel, Knoblauch, Parmesan und geröstete Pinienkerne vermischen.
Aus Olivenöl, Gemüsebrühe, Zitronensaft, Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen. Das Dressing über die anderen Salatzutaten geben und alles vermischen. Die Kresse schneiden und ebenfalls zum Salat geben. Mit den Pfefferbeeren betreut auf Teller anrichten.
Mit einem kühlen Weißwein serviert ist es ein herrliches Gericht.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Nicht wirklich regional, Garnelen auf Bandnudeln in Möhrensafransauce…

…kennst Du das auch, dass Du je kritischer Du wirst, Du umso verwöhnter bist? Ich meine jetzt nicht, dass nichts mehr gut genug für Dir ist, sondern Du feststellst, gewisse Lebensmittel auch nur noch in einer bestimmten Qualität haben willst, Du aber ansonsten lieber darauf verzichtest?
Im November letzten Jahres war ich ja mit der Freundin in Bremen auf der Slowfood Fisch und wir hatten die Gelegenheit Garnelen aus Vietnam, aus einer Biozucht zu probieren. Die schmeckten wirklich sehr gut, die Konsistenz des Fleisches war fest und sehr aromatisch. Dann servierte man uns frei gefangene Ostseegarnelen. So etwas Delikates habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen. Den Geschmack kann ich gar nicht beschreiben, aber sie erinnerten mich an die Garnelen die ich vor über 30 Jahren auf den Kanarischen Inseln gegessen habe. Ich kann mich noch gut erinnern wie begeistert ich damals war. Ich hätte täglich etwas mit Garnelen essen können. Von Zuhause kannte ich sie nicht, schließlich gab es im Ruhrgebiet kein Gewässer das diese kleinen Krabbeltiere beherbergte. Aus Erzählungen weiß ich, dass es früher hier in den Bächen und Flüssen Flusskrebse gab. Doch die haben natürlich nicht mit Garnelen zutun. Also wieder zurück zur Ostsee und diesen kleinen schmackhaften Genussbomben.
Jetzt ließ mich der Gedanke ja nicht los, ein schmackhaftes Essen für Herrn GB, mit diesen Tierchen, zu machen. Ich kann Dir was sagen, das halbe Ruhrgebiet habe ich seit November umgekrempelt und nach Ostseegarnelen aus freiem Fang gesucht. Sicher hätte ich auch noch die andere Hälfte durchsuchen können, aber eigentlich verließ mich schon die Hoffnung als ich mit meiner Aktion startete, denn die Fachleute auf der Messe in Bremen machten uns schon von vorneherein keine Hoffnung auf freiverkäufliche Garnelen in dieser Qualität. Sie sollten Recht behalten.
Nach langem Suchen habe ich Garnelen aus Vietnam bekommen die aus Biozucht stammten (naja, das glaube ich jetzt auch mal). Normal essen wir so gut wie nie Garnelen, doch ich wollte Herrn GB unbedingt eine Kombination aus Garnelen mit Möhren und Safran servieren. Was passte da besser als Nudeln, um genau zu sagen Bandnudeln. Die habe ich natürlich wie immer selbst gemacht und weil ich zu faul war den Nudeltrockner aufzustellen mussten die Stangengriffe meiner Küchenschubladen herhalten. Folie über die Griffe und darauf die frischen Nudeln. Dort konnten sie dann vor sich hin trocknen.
Die Garnelen quetschte ich einfach in meinen Kontaktgrill und rasend schnell waren die gar. Mit der Sauce habe ich mich auch nicht lange aufgehalten. Möhren geputzt und in Würfel geschnitten. Die Würfel in einen Topf geben und mit einer Prise Zucker und Salz würzen. Ein Esslöffel Wasser zugeben und knappe 15 Minuten stehen lassen. Jetzt haben die Möhren Zeit noch etwas Wasser ziehen zu können, so braucht man keine zusätzliche Flüssigkeit und die Mähren garen im eigenen Sud. In ungefähr 200 ml Sahne einige Fäden Safran auflösen. Die Möhren zum Kochen bringen und anschließend auf niedrige Hitze herunter schalten. Die Safransahne zu den Möhren geben und die Möhren garziehen lassen.
Die Bandnudeln garst Du in Salzwasser bissfest. Gießt sie ab und richtest die Nudeln mit den Möhren, etwas Safransauce und den Garnelen an.
Ging doch schnell und die Zeit die Du bei der Garnelensuche vergeudet hast, die hast Du doch jetzt locker wieder raus.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Den ersten Frost hatten wir, jetzt gibt es Grünkohl…


…das kennst Du doch sicher auch so, oder? Grünkohl muss einmal Frost bekommen und erst dann ist er lecker und kann in den Topf wandern. In manchen Gegenden heiß er Braunkohl und in wieder anderen Regionen wird er mit Pinkel gegessen.
Nee, Pinkel ist jetzt nix ekeliges, nur wenn Du keine Wurst magst. Pinkel wird in Norddeutschland gegessen und ist so etwas wie Grützwurst. Im Norden gibt es regelrechte Grünkohlfeste und da würde sicher jeder eingefleischte Grünkohlesser über mein heutiges Grünkohlgericht die Nase rümpfen. Erst habe ich mir ja auch so meinen Teil gedacht, aber dann hörte es sich wieder so ungewöhnlich an, da juckte es mir regelrecht in den Fingern und ich konnte einfach nicht anderes, als es auszuprobieren. Die Kombination von Kartoffeln und Nudeln ist hier im Büdchen jetzt nicht gerade alltäglich. Auch die Kombination von Chilischote und Grünkohl hatte es bisher nicht in unsere Küche geschafft. Aber eine Zusammenstellung aller vier Zutaten ist schon fast unglaubwürdig. Aber so ungewöhnlich diese Auswahl auch war, so fein war sie auch. Doch das Geniale war mal wieder mit welcher Schnelligkeit ein frischgekochtes Mittagessen auf dem Tisch stand. Außerdem mal so ganz nebenbei, Grünkohl ist super gesund und ist ein hervorragender Calciumlieferant und wenn Du es vegetarisch haben willst lässt Du einfach die kleinen Schinkenwürfel weg, im Originalrezept waren sie auch nicht drin. Doch solltest Du jetzt Appetit bekommen haben, dann brauchst Du 250 g festkochende Kartoffeln die Du in kleine Würfel schneidest. 350 g bis 400g Grünkohl putzen, waschen und in kleine Streifen schneiden. Dicke Strünke abschneiden und entsorgen. In einem großen Topf gibst Du etwas Olivenöl und schwitzt darin vier kleingehackte Knoblauchzehen, und wenn Du willst, 50 bis 75 g magere Schinkenspeckwürfelchen an. Den Kohl gibst Du nun zu dem angeschwitzten Knoblauch und lässt ihn mit schwitzen.
Wen er etwas zusammengefallen ist fügst Du die Kartoffelwürfel zu. Jetzt gießt Du 300 bis 350 ml Gemüsefond an. Während Du den Kohl mit den Kartoffeln aufkochen lässt, hackst Du eine rote Chilischote. Willst Du es nicht zu scharf haben, dann solltest Du die Kerne und die Seitentrennwände in der Schote vor dem Hacken entfernen. Die Chiliwürfel gibst Du ebenfalls zum Kohl.
Jetzt würzt Du es mit Salz und etwas frischgemahlenem Pfeffer und lässt den Kohl zugedeckt gute 30 Minuten köcheln. Jetzt hast Du Zeit um 400 g Penne in Salzwasser zu kochen. Sobald sie die gewünschte Bissfestigkeit erreicht haben, gießt Du sie ab und schüttest sie zum Kartoffel-Kohl-Gemisch.
Alles wird gut vermengt und nochmals mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Am besten Du lässt es jetzt noch so gute 5 Minuten durchziehen. Auf Teller verteilen und mit etwas geriebenem Parmesan bestreuen. Ja, Du hast richtig gelesen mit PARMESAN bestreuen!


Dienstag, 14. August 2012

Frau Antje bringt Käse aus Holland...

Ich habe ja neulich Herrn GB ein kleines winziges Bücherregal aus den Rippen geleiert und jetzt bin ich ganz happy, wie hübsch das noch in das  freie Eckchen passt. Doch das Schöne an der Regalkaufaktion war, dass jetzt auch die Bücher ein Zuhause gefunden haben, die hier im Büdchen überall herumlagen. Irgendwie erinnerten mich die Bücherhäufchen an einen Kochbuchmessi. Doch bis es soweit war, dass die Bücher ihren Stammplatz beziehen konnten, gab es im Büdchen erst einmal ein heilloses Durcheinander. Das Regal musste Herr GB zusammenbauen, er ist handwerklich so geschickt, da muss ich nicht extra einen Handwerker ordern. Regale zusammenbauen macht ja auch richtig Spaß und ich muss gestehen, mir  gelingt es einfach nicht die Bauanleitung zu ignorieren und so zutun als könnte ich kein Schräubchen drehen. Ohne jetzt herum zu protzen, meine Auffassungsgabe von diesen Bastelanleitungen ist sehr schnell und ruck zuck liegen die Schrauben und Bretter, wie in der Anleitung als Vorgabe, schön sortiert auf dem Boden. Herr GB ist ganz geduldig mit mir, obwohl er mich sicher lieber aus den Raum schicken würde. Denn spätestens wenn er mir sagt, dass er, wenn er meine Hilfe braucht, mich ja rufen kann, ich aber bis dahin erledigen kann was ich lieber machen möchte, weiß ich Bescheid. Eigentlich will er mich loswerden, will es mir aber nicht so ins Gesicht sagen, dass ich ihn nerve. Aber ich bin Weltmeister im ignorieren.
„Nöö nöö, habe gerade nichts wichtigeres, ich helfe Dir gerne“
Geduldig wie er nun mal ist, stimmt er mir zu und lässt mich auch in jedes Schraubenloch schauen, ob ich evtl. noch einen Span heraus brösel. Spätestens nach den ersten 5 Schraubverbindungen geht es mir zu langsam, versuche ihn anzutreiben und ich bin ihm dann aber wieder zu hektisch. Okay, okay ich nehme mich etwas zurück, auch die bösen Blicke, wenn der Schraubendreher weg ist, sehe ich gar nicht. Dann endlich ist das Regal fertig. Nun den Schreibtisch bitte komplett von der Wand ziehen, das Hängeregal in dem die Weinpakete als Buchstützen hausen, wird durchgeforstet und verschiedene Bücher die nicht mehr so häufig in die Hand genommen werden, ziehen in den Keller. Und so ganz nebenbei fällt mir ein Uraltbuch in die Hände. Kennst Du noch Frau Antje? Ja genau die Antje aus Holland, die mit dem Käse. Die hat früher den Käse von Holland nach Deutschland gerollt, oder so. Frau Antjes Neue Küche ist gute 30 Jahre alt, aber verschiedene Rezepte unverändert lecker. Ein Rezept das seit guten 30 Jahren auf meiner Nachkochliste steht habe ich bei einem Kochkurs in der Kochschule bei Frau Antje zubereitet. Damals in den 80gern gab es ein Kochstudio von Frau Antje in Bochum und die Kochkurse waren für damalige Verhältnisse und Ansprüche ganz akzeptabel. Das Buch habe ich mir mal genauer angeschaut und ich war überrascht wie viele Rezepte vegetarisch sind. Das Rezept von meiner Nachkochliste aus diesem Buch ist auch ohne Fleisch und ganz nach dem Trend der Achtziger kommt es als Auflauf daher. Aufläufe sind jetzt nicht die Hauptspeisen die es jetzt ständig im Büdchen gibt, aber diesen finde ich richtig lecker und ganz Mega toll fand ich die Fadennudeln die man für diesen Auflauf braucht. Ich konnte mich kaum erinnern wie Fadennudeln doch noch gleich schmeckten, solange habe ich sie schon nicht mehr gegessen.

Lauchnudeln überbacken
250 g Fadennudeln
600 g Porree
1 Becher Sahne
Gemüsebrühe
200 g Gouda Pikantje
2 Esslöffel Butter
Pfeffer, Salz und Muskatnuss
Nudeln in Gemüsebrühe bissfest garen. Den Porree in feine daumenlange Juliennestreifen schneiden.
Die feinen Streifen zwei Minuten in kochendem Wasser blanchieren und in eiskaltem Wasser abschrecken.
Butter und Sahne vermischen und aufkochen. Den Käse reiben und in der Sahne auflösen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Nudeln mit dem Lauch vermischen, in eine hitzebeständige Form geben und mit der Käsesauce übergießen.
Mit Muskatnuss bestreuen und im Backofen gute 20 Minuten bei starker Hitze überbacken.
Auch so alte Rezepte sind durchaus malwieder essenswert…


Mittwoch, 8. August 2012

Tortellini getarnt als Ravioli...

Die Petra von foodfreak hat mich mit ihrer Vorlieb zu den Rezepten von Vincent Klink angesteckt. Wie sie auf die Idee kam ein Jahresevent ins Leben zurufen könnt Ihr auf ihrem Foodblog nachlesen. Na auf jedem Fall geht es in ihrem Jahresevent um die Rezepte bzw. um die Kochbücher von Vincent Klink. Sollte Dir Hintergrundwissen zu Vincent Klink fehlen, kannst Du dich auf seinem Blog informieren. Er ist nicht nur einfach einer der vielen Sterneköche, zu seiner Kochleidenschaft gesellen sich noch schriftstellerische Fähigkeiten und über seine Ambitionen zur Musik bzw. zum Jazz kannst Du auch einiges auf seinem Blog erfahren. Den er übrigens selber schreibt und "designert". Ich schweife wieder ab. Also noch mal zurück zur Petra, zu ihrem foodblog und vor allem zu ihrem Jahresevent.
Vor einigen Wochen habe ich ja schonmal bei ihr ein Rezept eingereicht, das ich aus einem Vincentbuch gekocht habe. Da gab es Hähnchen mit Zitronengedöns. Das war echt lecker und ich kann es wirklich empfehlen.



Dann aber musste ich im Büdchen mal wieder einiges Aufräumen und bei meiner Reinigungsaktion wurden die gefühlten tausend Bücher, die hier herumlagen, wieder an ihre angestammten Plätze gebracht. Außerdem hat ein halbgefülltes Kochbücherregal ganz fatale Folgen. Man glaubt es wäre noch irre viel Platz im Regal und kauft wie blöde Bücher die man ja auch noch unbedingt haben muss. Bis man bemerkt, dass die Toleranzgrenze des Gatten bei dem tausend und einstem Buch, das herumliegt, etwas überstrapaziert wird. Außerdem haben die neuen Bücher kein richtiges Zuhause, weil die alten Bücher ihren Stammplatz behaupten. Tja und das leise Anfragen beim Gatten, wie doch noch gleich der Schreiner hieß, der neulich für uns dieses tolle Regal gebaut hat, brachte den geduldigen Schatz auch nicht so wirklich in volle Vergnügungsekstase.
Auf jedem Fall war der Vince bei meiner ganzen hin und her Räumerei irgendwann in den Tiefen der Regalfächer verschwunden und mit im Buch die ganzen bunten Markierungszettelchen, als Anmerkung was ich noch alles nachkochen wollte. Unbewusst wurde damit das Jahresevent bei foodfreak auch von mir auf Eis gelegt.
Dann kam das Okay für ein kleines winziges mickriges Zwergenregal das noch ins Arbeitszimmer passte.
Also wieder Umräumaktion, aber nur eine kleine, Du weißt schon wegen dem Miniregal.

Jetzt frag ich Dich, ob Du dir vorstellen kannst warum solche Umräumaktionen so wertvoll sind??? Genau, Du findest immer etwas wieder ohne das Dein Leben nicht das ist, was es genau jetzt in dieser Minute, ist. Ich hab den Vince wieder gefunden mit all den bunten Markierungszettelchen. Und dann hab ich wieder losgelegt, erst mit dem lauwarmen Tomatensalat und dann mit dieser fantastischen Gemüsesülze. Ich bin mit dem Buch ja nochlange nicht fertig und deshalb habe ich wieder nach Vincents Anleitung gebastelt. Eigentlich sollten es Tortellini werden, ganze 3 habe ich auch geschafft, aber diese Fummelei ist nichts für ein hungriges Klärchen mit einem noch ausgehungertem Herrn GB im Rücken. Also gab es Ravioli, die habe ich ja jetzt schon reiflich geübt und so schlecht sind sie optisch auch nicht geworden. Ich muss nur darauf achten nicht einen meiner Hightech Ravioliformer zu benutzen, dann geht das schon.
Das Rezept ist für 2 Personen, allerdings waren wir danach auch gewaltig satt, also nix für Happsesser.
Tomaten-Ricotta-Tortellini Ravioli
Teig:
150 g Mehl
30 g Hartweizenmehl
3 Eigelbe
1 Ei (Gr. M)
1 Teelöffel Olivenöl
Salz
Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten und gute 30 Minuten, eingeschlagen in Frischhaltefolie, in den Kühlschrank legen. (ich habe von Robert gelernt und finde seinen Tipp den Teig über Nacht im Kühlschrank zu kühlen genial. Der Teig ist entspannt und Du bei der Nudelherstellung auch)
Während der Teig an seinem Wellnessprogramm arbeitet, kannst Du ja vielleicht schon einmal die Füllung machen.

Zutaten:
300 g gehäutete Fleischtomatenstücke
1 Stängel Basilikum
2 Stängel glatte Petersilie
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
20 g getrocknete Tomaten in Öl eingelegt
2 Esslöffel Olivenöl
Salz, Pfeffer
150 g Ricotta
Basilikum und Petersilie fein hacken. Schalotten und Knoblauch schälen, anschließend in feine Würfel schneiden. Ebenfalls die getrockneten Tomaten, auch diese fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauchwürfel leicht andünsten. Tomatenstücke, die frischen und auch die getrockneten, zugeben und innerhalb von 5 Minuten bei starker Hitze zu einer sämigen Masse einkochen. Masse mit Salz und Pfeffer würzen und in eine Schüssel geben. Etwas abkühlen lassen. Dann Ricotta und Kräuter locker untermengen.

Mit der Nudelmaschine den Teig dünn ausrollen (wer lieber mit einem Nudelholz arbeitet, den will ich hier nicht bremsen, nur zu) Die einzelnen Nudelplatten in kleine Quadrate, mit den Maßen 8x8cm, schneiden.
Auf die einzelnen Quadrate jeweils etwas Fülling geben und je zu einem Dreieck falten.
Ich habe die Ränder rundherum um die Füllung mit Eiweiß eingepinselt, dann kleben die Ränder besser zu.
Zwei Zipfel des Dreiecks wie zu einem Ring zusammenfügen und die Ecke die noch kess in die Gegend zeigt, nach hinten wegklappen. Fertig ist die Tortellini!
Ha wenn es nur so einfach wäre. Also solltest Du auch so ein Bastelgenie sein wie ich, mach Dreiecke und fertig, die schmecken auch.

Die Tortellini Ravioli musst Du 4 Minuten in kochendem Salzwasser garen. Anschließend in einer Bratpfanne mit ausgelassener Butter schwenken. Auf Teller verteilen und mit frischgeriebenem Parmesan bestreuen.