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Mittwoch, 1. August 2012

Rosige Apfelzeiten

Dass ich mich in der letzten Woche nicht in der Sonne gerekelt habe weißt Du ja bereits seit gestern. Ferien haben noch immer nur die Anderen und obendrein muss ich mich um meine Rosenblütenernte kümmern. Letztens habe ich ja schon einige Blütenblätter in meinem Erdbeersirup verarbeitet, aber jetzt, bei diesem fantastischen Sonnenschein den wir in der letzten Woche hatten, blühen die Rosen wie verrückt. Genau die richtige Zeit den Vorrat für Rosenwasser anzulegen. Und weil frische Blütenblätter nur für Rosenwasser wirklich zu schade sind gibt es ein Apfeldessert mit Rosenblättern. Die Anregung habe ich mir aus einem Zusatzheft einer bekannten Kochzeitschrift geholt. Zum ersten Mal wahrscheinlich auch zum letzten Mal wurde im Büdchen Sago verarbeitet. Mit dieser Zutat hielt ich mich ja noch an das Rezept. Doch ich kann Dir jetzt schon sagen, die angebrochene Packung wird lediglich aufgebraucht, zum binden bzw. gelieren gibt es andere in meinen Augen bessere Methoden.
Vorab, Du brauchst für dieses Rezept 650 ml Apfelsaft. Soll es richtig lecker werden empfehle ich Dir frischen Apfelsaft. Solltest Du einen Entsafter haben dann mach Dir doch die Arbeit. Ich verspreche Dir es lohnt sich! Für 650 ml Saft brauchst Du ungefähr 1 ½ Kg Äpfel. Die jagst Du durch die Zentrifuge Deines Entsafters. Du kannst die Äpfel auch zu Kompott kochen und in ein Passiertuch geben. Das hängst Du auf und lässt den Saft langsam in ein Gefäß abtropfen, aber das dauert.

Also 650 ml Apfelsaft mit 100 ml Rosenwasser und 250 ml Weißwein vermischen. Nun noch 100 g Sago, 50 g Zucker und einen Spritzer Zitronensaft zufügen und mit geringer Wärme gute 20 Minuten quellen lassen. Im Anschluss die Masse im kalten Wasserbad abkühlen lassen dabei gelegentlich umrühren. Sobald das Apfelgelee gut abgekühlt ist auf Portionsgläser verteilen.
Zwischenzeitlich schöne duftende Rosenblütenblätter in kaltem Wasser säubern und abtrocknen. Auf die Apfeldessertgläser verteilen, mit Folie abdecken und im Kühlschrank auskühlen lassen.
Kleiner Tipp: Die Rosenblütenblätter nach dem Waschen in eine Salatschleuder geben, dann sind sie schneller trocken.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Rosen oder Erdbeeren, ist doch eh alles eine Sippe…

Ja, da bist Du jetzt platt, nee! War ich auch! Neulich als ich dachte, jetzt mach Dich mal schlau kommst ja vom Bau und informiere Dich mal, was die Erdbeere wohl eigentlich für eine Frucht ist.
Nicht nur das sie eine Sammelnussfrucht ist, nein, sie ist auch noch eine Scheinfrucht und zur Krönung gehört sie obendrein noch zu den Rosengewächsen. Ganz schön dick aufgetragen dieses Früchtchen.
Aber ich muss es ja auch eingestehen, diese roten Beeren was ja gar keine Beeren sind, sind mir unter den Beeren die Liebsten. Sie sind so vielseitig verwendbar und nicht nur für Süßspeisen. Hast Du schon einmal einen Spinatsalat mit Holunderblütenessig und Erdbeeren gegessen, dazu kleine Frischkäsekugel und etwas Weißbrot? Kennst Du nicht? Na dann lass Dich mal überraschen, mach ich mal die Tage. Aber jetzt werden die Erdbeeren erstmal zu Sirup verarbeitet. Soll ich Dir sagen warum? Weil genau der Juli der Rosenmonat ist. Sämtliche Rosensträucher stehen in voller Blüte und in diesem Jahr kommen in meinen Sirup auch noch Rosenwasser und Rosenblätter. Aber nicht irgendwelche Rosen, nöö. Für Rosengelee, Rosenwasser oder Rosenlikör haben wir eigens eine ganz bestimmte Rose ins Rosenbeet gepflanzt.
Die Rose de Resht versorgt mich mit einer fantastischen Blüte die einen betörenden Duft entwickelt und sich für Rosenspeisen hervorragend eignet. Selbst die Parfumindustrie hat sie sich schon wegen ihrem traumhaften Duft zu Eigen gemacht.
Ich verwende sie für einen aromatischen Erdbeer-Rosen-Sirup. Die Farbe und das fruchtige Aroma bringt die (Nicht)Beere mit und für den dezenten Rosengeschmack und Duft sorgen die Rosen. Für meinen Sirup benötige ich Erdbeeren, Zucker, Wasser, Duftrosenblätter und Rosenwasser.
Rosenwasser herzustellen ist eine meiner leichtesten Übungen. Man benötigt 150 g Rosenblütenblätter aus denen der weiße Blattansatz herausgeschnitten wird. Der schmeckt bitter und das wollen wir nicht.
Nun werden 50 g  Blütenblätter mit einem Liter siedenden Wasser übergossen und eine Stunde stehen gelassen. Nach einer Stunde das Wasser abseihen, wieder zum Kochen bringen und die nächsten 50 g Blütenblätter mit diesem Wasser übergießen. Wieder eine Stunde ziehen lassen und anschließend abseihen. Nochmals das Wasser erhitzen, die letzten 50 g Rosenblütenblätter mit dem heißen gefilterten Wasser übergießen und weitere 60 Minuten ziehen lassen. Wieder das Wasser filtern und zum aufbewahren in eine dunkle Flasche füllen.
Hast Du erst einmal Dein Rosenwasser fertig, ist der Rest vom Sirup schon fast in Flaschen.
Für den Sirup 500g geputzte Erdbeeren in einen Topf geben (ich viertel die Früchtchen) 300 g Zucker zufügen und mit 300 ml Wasser übergießen. Alles aufkochen lassen und 3 Minuten köcheln lassen. Nun 200 ml Rosenwasser und 2 Händevoll Duftrosenblätter zugeben. Nochmals aufkochen lassen und weitere 2 Minuten köcheln lassen. Den Sirup durch ein feines Sieb filtern und heiß in sterilisierte Flaschen füllen die bitte sofort verschlossen werden.
Der Erdbeer-Rosen-Sirup schmeckt fantastisch in Prosecco, in Erdbeerbuttercreme, über Eis oder Pudding und wer damit mal Erdbeeren mariniert hat, möchte sie fast nie mehr anders genießen.
Ach, fast hätte ich es vergessen, die abgefilterten Erdbeeren auf keinem Fall entsorgen, die brauchen wir noch, für was zeige ich in den nächsten Tagen.
Ich liebe Abfallprodukte, Du wirst schon sehen. ;-)