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Montag, 20. Januar 2014

Rote Beete Suppe, geprägt bis in alle Ewigkeit…

…ja genauso könnte man es bezeichnen. Du fragst Dich gerade welch eine Geschichte dahinter steckt? Du glaubst ich verabscheue seit Kindheit an Rote Beete, oder Herr GB ist wieder der Abscheutäter? Okay, Herr GB und Rote Beete sind jetzt nicht die besten Freunde, aber ich muss ihm mit nichts drohen damit er Rote Beete isst. Gelegentlich gibt es im Büdchen die rote Knolle, aber es hält sich in Grenzen. Als Suppe hatte sie hier noch nie ihren Auftritt und nur weil ich durch eine Geschichte geprägt bin, die ich selbst noch nicht einmal erlebt habe. Ich kenne sie nur vom hören aus meiner Familie.
Es geschah einst vor meiner Zeit, dass ein Familienvater für seine Kinder etwas zum Mittagessen kochen musste weil die Gattin im Krankenhaus lag. Dieser Vater der sich ganz fürsorglich und aufopfernd um seine Blagen kümmerte wollte natürlich etwas ganz außergewöhnlich Gutes auf den Tisch bringen. Er hatte eine enorme Aufgabe, denn die eigentliche Köchin, wie bereits erwähnt, lag im Krankenhaus und er wollte sie jetzt mit Bravur ersetzen. Anstatt sich ein Kochbuch zur Hand zu nehmen, ließ er seine spontanerrungene Kochkunst walten. Er kochte Frühlingssuppe mit Rote Beete. Die wohlerzogenen Kinder meuterten und der fürsorgliche Familienvater löffelte die Suppe alleine aus die er sich eingebrockt hatte. Aus sicheren Quellen weiß ich dass sie ihm selbst wohl auch nicht so geschmeckt hatte wie er es seinen Kindern weiß machen wollte.
Der Familienvater war mein eigener und die lieben Kinderchen meine Geschwister. Sag ich doch, als Nesthäkchen geht so manch ein Krug an einem vorbei, auf den man auch gut verzichten kann. Außerdem verbirgt die Stellung der Jüngsten noch so andere angenehme Vorteile, aber das ist eine andere Geschichte.
Soweit ich denken kann habe ich die erste Rote Beete Suppe erst vor zwei oder drei Jahren gegessen und ich konnte nichts Geschmackloses daran finden, allerdings war es auch keine rote Frühlingssuppe. Zurückblickend kann ich mir die Frühlingssuppe meines Vaters nur so erklären, dass er vielleicht die bekannte Suppe Borschtsch kochen wollte. Da er sie bis dato sicherlich nur gegessen hatte, aber selber nie gekocht hatte, musste das Experiment wohl in die Hose gehen.
Was das Kochen angeht bin ich dann wohl doch eher meiner Mutters Tochter und schlage dann mehr nach ihr.
Diese Rote Beete Suppe hat mir aber einfach keine Ruhe gelassen und deshalb musste Herr GB sich jetzt opfern. Ich habe ihn ganz fürsorglich bekocht wie einst mein Vater meine Geschwister. Zwar hat Herr GB die Suppe probiert, aber er und die Beete werden einfach keine innigen Freunde, wobei die Steinpilzravioli, die ich als Einlage in der Suppe hatte, großen Anklang fanden. Herr GB entschied sich gegen einen Nachschlag von der Suppe, aber gegen die restlichen Ravioli in Butter geschwenkt hatte er nichts und verputzte die Teigtäschchen ohne mit der Wimper zu zucken. Was ich aber als absoluten Erfolg verzeichne, Herr GB isst immer häufiger auch Speisen ganz ohne Fleisch und das Schöne, er vermisst es auch nicht.
Rote Beete Suppe:
500 g Rote Beete, bereits geschält
15 g getrocknete Steinpilze,
etwas Rapsöl
1 rote Zwiebel in Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe fein gehackt
10 Pimentkörner
4 Lorbeerblätter
8 schwarze Pfefferkörner
Salz, ½ Teelöffel Zucker
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Stück Zitronenschale einer Bio-Zitrone
1 bis 2 Esslöffel Petersilie fein gehackt
1,5 Liter Wasser plus zusätzlich Wasser um die Pilze einzuweichen
Die Steinpilze mit Wasser einweichen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
Das Rapsöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel und Knoblauchwürfel darin glasig andünsten.
Die Rote Beete als Knolle zugeben und mit dem Wasser ablöschen. Die Gewürze zugeben und auch das Pilzwasser angießen. Die Suppe aufkochen und gute 35 bis 40 Minuten bei milder Hitze die Rote Beete garen.
Die Beete aus der Suppe nehmen, in Scheiben schneiden und anschließend in schmale Streifen. Die Brühe durch ein Sieb filtern und die Rote Beete Streifen wieder zurück in die Brühe geben. Evtl. nochmals mit etwas Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Teigtaschen:
100 g Mehl
1 Ei
Salz
Etwas Öl
1 fein gehackte Schalotte
Eingeweichte Steinpilze
Pfeffer und Salz
Eiweiß
Aus Mehl, dem Ei und Salz einen Nudelteig herstellen. Den Teig gründlich kneten und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Die Steinpilze fein hacken und zusammen mit den Schalottenwürfeln in etwas Öl weich dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das gedünstete Gemisch abkühlen lassen.
Den Teig dünn ausrollen, Ravioli in Größe von 5 -6 cm ausstechen.
Jeweils ein Teelöffel von der Steinpilzfüllung auf eine Teigplatte geben, die Ränder mit Eiweiß bepinseln und eine gleichgroße Teigplatte auflegen. Die Ränder fest zusammendrücken.
Die Ravioli 2-3 Minuten im Salzwasser garen bis sie oben schwimmen.
 
Anrichten:
Jeweils 3 Ravioli in einen Suppenteller geben und mit der Rote Beete Suppe auffüllen.

In die Mitte einen Esslöffel Saure Sahne geben und ein kleines Büschel Dill hineinstecken.

Freitag, 30. November 2012

Rote Bete gefüllt und wieder musste er leiden…

...so langsam wisst Ihr ja über Herr GB und mich Bescheid. Ich bin die, die kocht und den Gatten mit den Dingen quält, die er nicht mag. Die Zutaten die auf seiner roten Liste stehen werden immer weniger. Hihihi!!!
Von seiner Rote-Bete-Abneigung habe ich ja schon irgendwann berichtet, aber wie sehr er die Bete ablehnt habe ich erst gemerkt als ich sie auf den Einkaufszettel schrieb. Was willste denn mit dem Zeug? Das angewiderte Gesicht kann ich Euch gar nicht beschreiben, dabei hatte er sie in den letzten zwei Jahren schon das eine oder andere Mal serviert bekommen. Also jetzt nicht von mir, neeeeiiiiin das hätte ich mich nie nicht getraut. Immer malwieder sprengte die Bete ein Menü im Restaurant und weil Herr GB gut erzogen ist, hat er sich den Gang servieren lassen und selbstverständlich auch probiert. Okay, er ist zwar auch mal passiert dass er so ein kleinen Rest auf dem Teller ließ, aber dann auch nur mit dem Argument, dass ja noch einiges kommt und er sich etwas Platz lassen möchte. Nachtigall ick hör Dir trapsen.  Naja, auf jedem Fall stand die Rote Bete auf dem Einkaufzettel und ich ließ mich auch nicht von bösen Blicken einschüchtern. Zum Glück war die Bete vor den Blicken von Herrn GB immun und wurde nicht auf Anhieb faul.
Nachdem sie von Herrn GB widerwillig ins Büdchen geschleppt wurden, bekamen sie von mir umso mehr fürsorgliche Aufmerksamkeit. Sie wurden gefüllt!
Also eh sie gefüllt wurden, wurden sie gekocht und geschält. Ich habe sie abkühlen lassen (natürlich unter Beobachtung, damit ihnen kein Unglück zustoßen konnte) und mit einem Melonenausstecher ausgehöhlt.
Drei Esslöffel rote Linsen wurden mit kochendem Wasser übergossen bis sie bedeckt waren. Die konnten jetzt erst einmal 10 Minuten baden. Bei Linsen nennt man das auch quellen.
Zwischenzeitlich habe ich 200 g Schafskäse zerbröckelt und mit 200 ml saurer Sahne verrührt. Eine confierte Knoblauchzehe mit einem ½ Bund feingehackten Majoran vermischt und in die Käsecreme gegeben. Die Linsen habe ich abgegossen und ebenfalls zu der Creme gegeben. Alles mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
Eine Auflaufschale mit Olivenöl ausgepinselt und bereit gestellt.
Die ausgehöhlten Rote Bete Kugeln mit der Käsecreme gefüllt und in die Auflaufschale gesetzt.
Als kleines Highlight servierte ich noch gebratene Hähnchenleber zu den gefüllten Kugeln und Herr GB ist wieder einmal von mir bekehrt worden. Das kannst Du gerne noch einmal machen, so gut hat mir Rote Bete noch nie geschmeckt, die ist ja total lecker, waren seine Worte!!! Watt sachse jetzt? Hast Du damit gerechnet?


Dienstag, 4. September 2012

Füße zum Knabbern oder Hände im Dip…

Das hätte ich mir mal als Kind erlauben sollen, ich glaube meine Mutter hätte vor Entsetzen am Kronleuchter gehangen.
Füße zum knabbern gab es hier im Büdchen ja schon, sicher könnt Ihr Euch noch an die Käsefüße erinnern. Aber dass ich jetzt auch noch mit den Händen esse, das hättet Ihr sicher auch nicht von mir erwartet. Also ich habe schon ausgesprochen gute Tischmanieren mitbekommen, aber wer möchte nicht mal mit den Fingern im Dip stecken?! Die Idee ist mir gekommen als ich neulich diese schönen roten Kekse gebacken habe. Die Anregung habe ich im Dörrbuch bekommen. Eigentlich wollte ich nur bunte Fische backen, aber dann kam mir die Idee den Teig mit den Handformen auszustechen.
Jetzt schau mal, würdest Du mit diesen Händen nicht auch gerne in einem leckeren Dip herumpatschen?

Rote-Bete-Kekse
50 g getrocknete und gemahlene Rote Bete
150 g Mehl
Salz nach Geschmack
100 g Schweineschmalz
1 Eigelb
2-3 Esslöffel Rote-Bete-Saft (wenn kein Saft vorhanden ist kann man auch Wasser mit etwas Rote-Bete-Pulver färben)

Alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten, zu einer Kugel formen, in Folie einwickeln und ca. 30 Minuten kühlen.
Den gekühlten Teig dünn ausrollen und mit gewünschter Form (bei mir waren es Fische und Hände) ausstechen.
Die Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 20 Minuten im vorgeheizten Backofen backen.
Die Kekse nicht zulange backen, sonst werden sie hart.



Mittwoch, 29. August 2012

Was hat Heringssalat mit Grillen zu tun?

Von meinem neuen Lieblingsbuch habe ich Euch ja bereits erzählt. Ein Buch richtig schön auf meine Bastelbedürfnisse zugeschnitten. Im Moment liegt es als Dauerlektüre entweder neben mir auf der Couch, oder es wartet griffbereit in der Küche auf der Arbeitsplatte. Je häufiger ich es in die Hand nehme, umso mehr finde ich Anregungen was ich alles ausprobieren möchte.
Im Moment gefallen mir passend zu den Außentemperaturen kalte Speisen und da habe ich im Buch schon einiges gefunden. Ganz mutig habe ich jetzt einen Heringssalat ins Auge gefasst. Mutig weil Rote Bete in den Salat kam. Herr GB ist ja der Gelegenheitsrotebeteesser und deshalb ist es schon recht kess von mir ohne Absprache Rote Bete ins Essen zu mischen.
Den Salat hatte ich im Gepäck zu einer Grilleinladung. Sicher, es war etwas gewagt einen Heringssalat zum Grillen anzubieten, aber als kleine Vorspeise war der Salat so schnell verspeist, der hatte gar keine Gelegenheit sich zu den anderen Salaten und Kleinigkeiten zu gesellen.
Herr GB probierte erst recht vorsichtig, aber dann haben der Gatte der Schokoladen Schwester und Herr GB gemeinsam den Fisch überfallen, als hätten sie ihn persönlich geangelt.
Schnell noch einige Bilder machen, eh nur noch die Gräten übrigblieben. Wobei Gräten nun wirklich keine übrigbleiben konnten, zumal ich sie feinsäuberlich mit höchster Akribie entfernt hatte. Zwar hatte ich Matjesfilet für diesen herrlichen Salat besorgt, aber selbst die haben ja noch diese feinen fiesen Gräten. Ich selbst bin ja auch so extrem pingelig und nur bei der Vorstellung irgendwelches pieksendes Zeugs im Mund zu haben, schaudert es mich. Also habe ich mir die Mühe mit der Grätenpinzette angetan und wohlwollendes Lob dafür bekommen.
Selten gibt es im Büdchen etwas zweimal, aber bei diesem Salat könnte ich Wiederholungstäter werden.
4 Heringe (ich habe 4 Matjesfilets genommen) entgrätet und in mundgerechte Stücke schneiden. 4 Rote Bete gekocht, geschält und in Würfel geschnitten.
Einen gewürfelten Apfel und zwei leckere Gewürzgurken ebenfalls in Würfel schnippeln.
Eine rote Zwiebel in Ringe schneiden. Ein Esslöffel Senfkörner anrösten.
Ein Esslöffel guter Mayonnaise und 125 g saurer Sahne zu einem Dressing verrühren. Mit weißem Pfeffer würzen und mit einem Schnapsglas Wodka abschmecken. Alle Zutaten mit dem Dressing vermischen und gut 24 Stunden ziehen lassen.
Aber aufpassen dass er beim Ziehen nicht verdunstet.
Ach ja, ich Trottel habe den Wodka vergessen, aber es ist keinem aufgefallen, der MatjesHeringsalat hat auch so geschmeckt.