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Montag, 17. Juni 2013

Speck, Knödel, Salat – Speckknödelsalat ohne Speckknödel…

Hallihallo, ja mich gibt es auch noch. Eigentlich wollte ich mir nur eine Auszeit von einer Woche nehmen, aber dann wurde aus einer Woche ganz ruck zuck zwei Wochen und drei und, und, und…
Irgendwann stand der erste lange Urlaub in diesem Jahr vor der Tür, eine Hochzeit in der Familie und obendrein hat meine jüngste Nichte ihr erstes Baby bekommen.
Du hast also vollstes Verständnis für mich und meine Schreibunlust?!
Wenn Du glaubst ich hätte das Genießen ebenfalls eingestellt, dann glaubst Du das auch nur. Nee, ganz im Gegenteil, wir reisten wieder mit dem Wohnmobil durch die Lande und unsere Fahrt ging durch keine geringere Genussregion wie durch das wunderschöne Südtirol.
Das Wetter wollte uns mit Regen ohne Ende ärgern, aber der Regen machte uns nicht zu schaffen, schlimmer war die Kälte. Es soll der kälteste und nasseste Frühsommer seit Wetteraufzeichnung gewesen sein. Also in Südtirol. Knapp die Hälfte unseres Urlaubs war verregnet, aber glaub nicht, dass uns das hätte die Stimmung vermiesen können. Ganz im Gegenteil, irgendwie hatte es auch was sehr angenehmes, denn wir hätten uns sicherlich nicht auf all die leckeren, aber auch sehr deftigen Hochgenüsse eingelassen, wenn das Thermometer hochsommerliche Grade angezeigt hätte. Klar liegt Südtirol in Italien und so Pi mal Daumen ist die Küche in Italien auch sehr leicht und mediterran, aber in Südtirol ist es anders. Im Norden von Italien ist alles genauso italienisch, wie alle Einwohner in Deutschland Sauerkraut essen.

Kulinarisch wird die Region Südtirol von Krapfen, Knödel, Tirteln, Schüttelbrot, Kasnocken, Speck, Käse, Obst und nicht zu vergessen Wein geprägt.
Du kannst Dir vorstellen dass wir uns unbedingt bei dem kalten herbstlichen Wetter an den ganzen Schmackhaftigkeiten laben mussten, oder? Von der Seite her hatte es auch etwas Gutes, bei 30°C hätten wir sicher lieber Salat und Co auf dem Teller gehabt, aber so wurden wir ja förmlich genötigt auf die herzhaften Dinge zurückzugreifen. Und soll ich dir was sagen, es war alles super genial. Einige Genüsse verfolgen uns heute noch.
Obwohl ja so langsam aber sicher auch bei uns die sommerlichen Temperaturen ansteigen ist der Appetit auf Südtiroler Küche geblieben. Die üppige gehaltvolle Küche geht auch anders, aber nicht weniger verführerisch.

Was hältst Du von einem Speckknödelsalat? Hört sich auch deftig an, oder? Ist aber sicher ganz anders als Du jetzt glaubst. Im Knödel ist nicht ein winziges Fitzken Fleisch und auch wenn hier die Rede von Speck ist, ist das nicht gleichzusetzen mit Fett. Ach, was soll ich Dir noch groß erzählen, schau Dir einfach das Rezept an und vielleicht macht es Dir ja auch Lust auf diese Küche. Auf Südtiroler Kost der leichten Art…
Speckknödelsalat
350 g Weißbrot (ich habe einen Brötchenstuten aus meinem bevorzugten Bioladen genommen)
170 g geschmorte Zwiebeln (halb Öl, halb Butter auslassen und die Zwiebeln auf geringer Wärme darin glasig dünsten. Die Zwiebeln sollen keine Farbe bekommen. Man kann sie auch gut auf Vorrat herstellen und in einem Glas im Kühlschrank eine Woche aufheben.)
20 g Schnittlauchröllchen
10 g glatte Petersilie, fein gehackt
50 ml Milch
3 Eier
Salz, etwas Muskat
Das Brot schneidest Du in kleine Würfel, gibst die abgekühlten Zwiebeln dazu, schlägst die Eier mit der Milch auf und gibst die Eiermilch ebenfalls zu den Brotwürfeln und den Zwiebeln. Fügst noch die Schnittlauchröllchen und die gehackte Petersilie hinzu, würzt mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss und dann vermengst Du alle zu einem Teig. Aus dem geschmeidigen Teig formst Du einen Serviettenknödel, wickelst ihn in ein Küchentuch oder in Frischhaltefolie ein. Gut verschlossen lässt Du den Knödel 1 Stunde im heißen Salzwasser ziehen, oder Du hast einen Dampfgarer, machst es wie ich und garst ihn darin.
Den Knödel lässt Du eingewickelt gut auskühlen, idealerweise über Nacht dann bekommt er gut Festigkeit und Du kannst ihn für den Salat ganz dünn aufschneiden.
Für den Salat brauchst Du jetzt noch hauchdünn geschnittenen Schinken. Wir haben Kaiserspeck in Meran besorgt, der musste für den Salat herhalten. Leicht geräuchert, von der Struktur sehr zart und ganz ohne Fettrand. Du nimmst am besten Deinen Lieblingsschinken.

Da es ja ein sommerlicher Genuss werden soll gehört natürlich auch noch Grünzeugs dazu.
Ruccola war meine erste Wahl. Und als kleines i-Tüpfelchen krönen Pfifferlinge, die mit einer gewürfelten Schalotte in etwas Butter gedünstet werden den Salat.

Ein Salatdressing wird aus einem Teil Balsamico-Essig und drei Teilen Olivenöl gemischt. Jetzt noch mit Salz und Pfeffer würzen.
Der Knödel und der Speck werden in dünnen Scheiben aufgeschnitten und zusammen mit dem Ruccola auf Teller arrangiert. Das Dressing aufträufeln und die gedünsteten Pfifferlinge als topping auf den Salat verteilen.
Dazu Schüttelbrot und einen spritzigen Weißwein. Schüttelbrot gibt es ja nicht überall, aber als Alternative passen auch Grissini.



Montag, 25. Juni 2012

Kapern ohne Klopse…

Gegen ein deftiges Mittagessen hätte doch jetzt sicher keiner etwas, oder? Ich meine so herrliche Königsbergerklopse gehen doch eigentlich immer. Vor allem wenn ich an unseren diesjährigen Sommer denke, hatten wir eigentlich in diesem Jahr schon einen einzigen Tag der gefühlte Wüstentemperaturen ins Land brachte? Na komm lassen wir das, ich habe nun beim besten Willen keine Lust übers Wetter zu reden,, das Dilemma kannst Du Dir täglich auf den Wetterkarten sämtlicher Fernsehsender anschauen und wenn es Dir dann noch immer nicht reicht, dann schalte doch das Radio an. Bei mir bekommst Du nur die neuesten Nachrichten aus dem Büdchen und da kann ich Dir sagen es war mal wieder lecker. Ach so ja, es gab Kalbskoteletts mit Ruccola und na?! Genau, meine geliebten Kapern. Mit diesen eingelegten Blüten des Kapernstrauchs kann ich auch Herrn GB kapern. Er mag sie genauso gerne wie ich deshalb gebe ich von vorneherein schon immer gleich mehr von diesen kleinen Kugeln in meine Speise. Die Kalbskoteletts habe ich auf dem elektrischen Grill in der Küche gemacht. Ihr wisst schon, Stichwort "Außentemperaturen". Bestreut mit Meersalz und Pfeffer durften sie auf dem heißen Grill entspannt bräunen.
Jetzt hatte ich Zeit für eine leichte Kapernsauce. Saft und abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone mit 5 Esslöffeln Olivenöl und 2 Esslöffeln Kapern und zwei Esslöffeln Sud der Kapern vermischen und etwas ziehen lassen.
Sobald die Koteletts fertig gegrillt sind geht es ans Anrichten. Den geputzten Ruccola in mundgerechte Stücke reißen und auf Teller anrichten. Jeweils ein Kotelett auf den Salat legen und das Kaperndressing auf den Koteletts und den Salaten verteilen.
Dazu passen Western Kartoffeln aus dem Backofen oder schlichtes Weißbrot. Du wirst Dir schon etwas aussuchen, da bin ich mir ganz sicher. Aber vielleicht hast Du auch einen Vorschlag was man sonst noch als Beilage dazu essen könnte…


Montag, 18. Juni 2012

Geniales Nullbockfreitagessen…

Am liebsten habe ich in der Woche Gerichte die schneller als schnell gehen und frag mich nicht, aber freitags ist es ganz besonders schlimm. Ich kann es mir nicht erklären, doch mich ereilt es sehr häufig am Freitag dass ich keine große Lust zum Kochen habe. Mein Kopf schaltet komplett auf Wochenende und so ein richtiges mega cooles Essen will mir nicht einfallen. Jetzt frag nicht wie oft ich mir schon montags ein Rezept für Freitag aus meinen ganzen Kochbüchern heraus gesucht habe und wenn der Freitag dann da war, konnte ich mich einfach nicht durchringen die parat gelegte Kochanleitung umzusetzten.
Letzte Woche war es dann gleich noch besser, ich habe mir nicht nur aufgeschrieben was ich Freitag kochen wollte, ich habe sogar akribisch auf Freitag hingearbeitet. Neulich bei der Landpartie auf Schloss Lembeck habe ich wieder an meinem Lieblingsstand eingekauft.
Nein keine Teller und auch keine Amphore, aber Nudeln aus Sizilien. Natürlich aus Hartweizengrieß und selbstverständlich handgefertigt.
Damit ich Freitag auch keine Arbeit hatte, habe ich Tomaten im Backofen vorgekocht. Den Tipp hatte ich von Frau Kampi, die hat Tomaten im Backofen gegart. Das hab ich auch gemacht. Allerfeinste kleine Kirschtomaten mit einer Pellkartoffelgabel angestochen, mit der Blütenansatzstelle nach unten in eine Auflaufform gelegt, einige Knoblauchzehen in Achtel geschnitten und in die Zwischenräume der Tomaten gesteckt.
Großzügig Kräuter der Provence aufgestreut, mit gutem Olivenöl angegossen, sodass die Tomaten 1/3 im Öl lagen. Eine Prise Zucker und noch mit Zitronensalz gewürzt. Bei 200°C im Backofen gute 45 Minuten gegart, dann den Backofen heruntergeschaltet auf 80° C und weitere 45 Minuten.
Dann den Backofen ausschalten und die Tomaten im Öl-Sud auskühlen lassen. Die abgekühlten Tomaten auf Twist-off Gläser verteilen und 30 Minuten bei 100°C einkochen.
Das Einkochen musst Du aber nicht machen, es reicht auch einfach nur Öl drauf gießen und fertig. Aber wie gesagt, ich habe sie noch eingekocht und wie immer habe ich das im Dampfgarer gemacht. Leider ist mir ein Glas von drei Gläser kaputt gegangen.
Ich kann Euch sagen, ich hatte vielleicht eine Wut. Na ist egal, ich hatte ja zum Glück noch zwei, also war der Freitag gerettet. Am Freitag habe ich dann schnell die Nudeln gekocht, ein Bund Ruccola gewaschen und in mundgerechte Stücke geschnitten. Versteht sich ja von selbst das es Bio-Salat war, oder? Da Herr GB Parmesanverweigerer ist habe ich feinsten Höhlenkäse besorgt. Dann war es am Nachmittag ganz einfach. Die gekochten Nudeln in eine große Schüssel geben ein Glas Tomaten mit Öl-Sud auf die Nudeln geben, Geschnittener Ruccola untergemischt und als Krönung geraspelten Käse drüber. Mensch das war sooo lecker, ich glaube das wird mein zukünftiges Nullbockfreitagessen…