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Dienstag, 26. August 2014

Parmesanflan, die Käsewoche geht weiter…

…wie Du hier gelesen hast habe ich seit neuestem einen sizilianischen Käsedealer. Bei Giovanni bekomme ich nicht nur Burrata sondern auch erstklassigen Parmesan. Natürlich am Stück und der wird ganz nach Belieben gerieben oder auch Stückeweise gebrochen. Ebenso wie man ihn gerade braucht bzw. bevorzugt. Laut Giovanni ist er Monateeeee im Kühlschrank haltbar, aber es ist noch nie dazugekommen Giovannis Aussage auf die Probe zu stellen. Höchstens zwei Wochen hat bisher mal ein Stück überlebt, aber dann auch nur weil er weder Herrn GB noch mir in die Hände gefallen ist, also der Käse, nicht der Giovanni. Kaum zu glauben, dass Herr GB früher Käse komplett verschmäht hat, noch nicht einmal zerlaufen auf der Pizza hätte ihn der Käse locken können.
Diese käsefreie Zeit war echt Käse, keine Planung für eine Käseplatte nach Käseuhr oder Spagetti mit Spänen der Käseknolle, selbst ein Nudelauflauf mit zerlaufenen Käse überbacken, wie es heutzutage von Herrn GB geliebt wird, hätte zum Käseeklat geführt. Damals hätte Giovanni wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und etwas von nicht genussfähige Deutsche gefaselt, wir hätte nie wieder seinen Laden betreten dürfen und Italienische Genüsse wären uns zeitlebens verschlossen geblieben, auf jedem Fall die, die Giovanni in seinem Laden hat.
Doch zum Glück ist alles anders gekommen und in dem genussreichen Leben mit Herrn GB habe ich ihm dann irgendwann so peu à peu Käse untergeschoben. Angefangen habe ich mit Frischkäse, den ganz Milden. Es folgte zarter Butterkäse, natürlich auch der Milde usw. bis er sich irgendwann an die Kräftigen traute. Erst nur ein kleines Fisselchen, dann mal ein etwas Größeres bis heute immer etwas mehr und jetzt ist der Tag gekommen, ich serviere einen Käseflan um genau zu sagen einen Parmesanflan. Kräftig im Geschmack, cremig in der Konsistenz und in Verbindung mit Ruccola und Tomaten eine frische Vorspeise. Ach übrigens, Tomaten gingen früher auch nicht und von dem bitteren Ruccola will ich erst gar nicht reden…
Parmesanflan:
2 Schalotten
2 Esslöffel Butter
200 g Champignons
1 Zehe Knoblauch
Salz und Pfeffer (frisch gemahlen)
50 g schwarze Oliven
1 Zweig Zitronenthymian
80 g Parmesan
4 Eier
200 ml Milch
Muskatnuss frisch gerieben
Schalotten schälen, fein hacken und in der Butter weich dünsten. Die Champignons putzen, in kleine Würfel schneiden, und zu den Schalotten geben. Knoblauch schälen, auch fein hacken und zusammen mit Salz und Pfeffer zu den Champignons geben. Alles zusammen solange dünsten bis die ganze Flüssigkeit verdunstet ist.
Zwischenzeitlich die Oliven fein hacken und mit dem abgezupften Thymianblättchen zu den Pilzen geben. Alles etwas abkühlen lassen. Den Parmesan darüber reiben.
Souffléförmchen mit Butter einfetten.
Die Eier mit der Milch verquirlen und unter die Pilzmischung geben. Noch mit Muskatnuss würzen. Die Pilzmasse in die Förmchen füllen und mit Alufolie abdecken. Im Dampfgarer bei 90° C die Masse 30 Minuten stocken lassen. Kann auch im Backofen gemacht werden. Da musst Du in die Bratenpfanne Wasser füllen und die Förmchen hineinstellen. Bei 160° C Umluft ebenfalls 30 Minuten garen.
Die Flan etwas abkühlen lassen mit einem spitzen Messer vom Rand lösen und stürzen.
Die Flan auf Ruccola und mit Cherrytomaten anrichten.

Freitag, 1. August 2014

Der Salat wächst, die Pilze sprießen…

…und die Quote steigt. Im letzten Jahr im Juli waren es 39Komma-dingenskirchen und in diesem Monat, also ein Jahr später 54,8 %, na das nenne ich doch mal eine Steigerung. Woran das wohl liegt!? Ach Du weißt gar nicht von was ich hier gerade rede? Na von der Männerquote hier bei mir im Büdchen, also um genau zu sagen die männlichen Leser hier auf meinem Büdchen-Blog. Die Analyse hat es gezeigt. Ich sehe das zwar alles eher als einen Spaß an, aber ich frage mich was ist neuerdings für die männlichen Wesen so interessant an meinem Blog. Also, ich und meine Statistik freuen sich ja über jeden Click, aber wenn sich hier jetzt schon mehr Leute des anderen Geschlechts tummeln, dann will ich Ihnen ja auch was bieten. Und wenn wir mal ehrlich sind, schauen wir uns doch auch eigentlich nur das an, für das wir uns brennend interessieren, wieso sollte ich sonst immer wieder dort nachsehen und schnüffeln ob es etwas Neues gibt.
Also will ich die steigende männliche Leserschaft nicht enttäuschen und Euch mein zauberhaftes, von Herrn GB eigens für seinen Sonnenschein, also mich sein Klärchen, gebautes Gewächshaus zeigen.
Das A und O in meiner Küche sind die frischen Kräuter und die werden in solchen Mengen hier verarbeitet, so schnell kann man sie gar nicht heranschleppen. Also habe ich etwas gequengelt und bin Herrn GB  mit meinem Wunsch auf die Nerven gegangen. Frische Kräuter haben wir immer im Sommer, aber durch die unterschiedlichen Wetterlagen leiden sie auch sehr und sind schnell verbrannt oder haben bei Sturzregen zu viel Wasser abbekommen.
Mein Schatz hatte ein offenes Ohr für mich, las in meinen Augen im Prospekt und hat das Dingen für mich und die Kräuter gebaut.
Der fast ungenutzte Schlafzimmerbalkon wurde also umgestaltet. An die Brüstung hat mir mein Goldstück Balkonkästen angebracht, da wächst mein Salat, ach was sag ich, der sprießt da wie verrückt und in luftiger Höhe hat er auch Ruhe vor den Schnecken.
Im Häuschen gedeihen die Kräuter, die Tomaten und die Paprika, jetzt wird noch ein etwas größerer Kübel angeschafft, weil ich von einer ganz lieben Freundin Samen für „ewigen Lauch“ bekommen habe. Aber das mit dem Kübel weiß Herr GB noch nicht, davon werde ich ihn am Wochenende, wenn wir im Blumenmarkt sind, überzeugen.
Weil ich so stolz auf meinen Salat bin muss ich Euch das Grünzeug doch unbedingt mal präsentieren.
Gebratener Lachs an Salat und marinierten Pfifferlingen:
300 g Pfifferlinge
2 Schalotten fein gehackt
1 Esslöffel Olivenöl
50 ml Gemüsebrühe
3 Esslöffel weißen Balsam-Essig
3 Esslöffel Traubenkernöl
3 Esslöffel fein geschnittenen Schnittlauch
Pfeffer und Salz
Pfifferlinge sehr  sorgfältig säubern. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Pilze zusammen mit den Schalottenwürfeln im Olivenöl anbraten und mit den Gemüsebrühe ablöschen. Die Pilze gar ziehen lassen in eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen.
Wenn die Pilze gut abgekühlt sind können nun der Essig, das Traubenkernöl und die Schnittlauchröllchen zugegeben werden. Alles gut durchmischen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Pilze einige Stunden, oder noch besser über Nacht marinieren.
Dazu ein Stück Lachsfilet braten und zusammen auf frischen Salatblättern anrichten. Für den Salat brauchst Du kein weiteres Dressing machen. Die Marinade der Pfifferlinge ist sehr geschmackvoll und völlig ausreichend.

Montag, 27. Januar 2014

Für mich soll´s täglich Rosen geben…

…naja täglich ist übertrieben, aber so gelegentlich nur schon alleine wegen dem Gesundheitswert hab ich sie schon ganz gerne auf dem Teller. Du glaubst ich stecke im Winterblues und vor lauter Verzweiflung esse ich jetzt schon Rosen?
Ja ich esse Rosen, aber nur die hübschen Köhlchen vom Rosenkohl. Das Wintergemüse das um einiges Vielseitiger ist als so manch einer  weiß.
Ganz klassisch gekocht und in Butter mit Brösel geschwenkt hat er in den meisten Küchen einen Stammplatz. Auch in weißer Milch- oder Sahnesauce ist er landesweit bekannt. Doch ich denke die wenigsten kennen ihn als Salat mit Öhrchennudeln.
Eine ganze Tüte mit Orecchiette lag noch im Schrank, handgefertigte aus Meran. Du weißt, ich liebe Südtirol und Meran sowieso und die kulinarischen Genüsse springen förmlich automatisch dort in mein Gepäck um zuhause verspeist zu werden.
Die Kombination von Rosenkohl und Nudeln ist für Italien nicht wirklich ungewöhnlich. Hier im Ruhrgebiet wüsste ich jetzt kein Rezept in dem Rosenkohl und Pasta vereint wurden. Dann wird es ja wohl Zeit, oder was meinst Du?
Rosenkohl ist regional. Kein Garten der früher von den Bergmannsfamilien betrieben wurde, wäre ohne Rosenkohl ausgekommen. Als Kind habe ich ihn nicht wirklich gemocht, doch meine Mutter hat mit etwas Zucker im Kochwasser getrickst und er wurde milder. Die heutigen Züchtungen haben längst nicht mehr die ausgeprägten Bitterstoffe die er früher hatte. Eigentlich sehr schade, denn gerade die Bitterstoffe in unserem Gemüse sollen so wichtig für Leber und Galle sein, weil diese die Gallenproduktion ankurbeln und das wiederum sehr wichtig für den Stoffwechsel wäre.
Gesunde Inhaltsstoffe her oder hin, es muss schmecken und ich denke, hätte meine Mutter mir früher den Rosenkohlsalat serviert den ich Dir heute präsentiere, wäre meine Lieblingsspeisenkarte mindestens um diese Gericht erweitert worden.
Rosenkohlsalat mit Öhrchennudeln
400 g Rosenkohl
250 g Orecchiette
75 g getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
50 g geriebenen Parmesan
50 g geröstete Pinienkerne
2 Schälchen Kresse
3 Esslöffel Olivenöl
4 Esslöffel Gemüsebrühe
Saft ein ½ Zitrone
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Einige rosa Pfefferbeeren für die Dekoration
Rosenkohl putzen und in Salzwasser garen. Ebenfalls die Orecchiette bissfest garen.
Die Tomaten fein würfeln und die Knoblauchzehen fein hacken. Gekochten Rosenkohl, gegarte Nudeln, Tomatenwürfel, Knoblauch, Parmesan und geröstete Pinienkerne vermischen.
Aus Olivenöl, Gemüsebrühe, Zitronensaft, Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen. Das Dressing über die anderen Salatzutaten geben und alles vermischen. Die Kresse schneiden und ebenfalls zum Salat geben. Mit den Pfefferbeeren betreut auf Teller anrichten.
Mit einem kühlen Weißwein serviert ist es ein herrliches Gericht.

Dienstag, 14. Januar 2014

Kabeljau im Winter auch als Skrei bekannt…

…ist immer wieder total lecker. Wieso heißt er eigentlich Skrei, das hab ich mich ja so einige Male gefragt. Du kennst diese wiederkehrenden Fragen, die Dir einfach keine Ruhe lassen und Dir permanent im Kopf herumschwirren bis Du Dir endlich die Mühe gemacht hast und dem Geheimnis auf die Schliche gekommen bist? Ich habe für mich und auch für jeden den es interessiert das Rätsel gelöst.
Der Skrei ist ein Winterkabeljau und wird in Norwegen Skrei genannt. Er hat ein wundervoll zartes und ein sehr weißes, festes Fleisch. Das kommt daher, weil er eine lange Reise hinter sich hat. Wenn er ab Januar im Gewässer rund um die Lofoten ankommt ist er durchtrainiert. Schwimm Du mal jeden Tag! Seine Reise hat er hoch oben im Norden, in der kalten Barentssee, angetreten. Ich denke er wird wissen wie sehr er erwartet wird, zumal er im Januar den kulinarischen Höhepunkt des norwegischen Winters darstellt.
Soll ich Dir sagen was Skrei bedeutet? Es soll Wanderer heißen! Macht ja irgendwie Sinn zumal er ja auch eine ganze Ecke auf Achse ist. Tja und wie schon erwähnt, wenn er dann in den Lofotengewässern plantscht, freuen sich alle da oben und  nicht zuletzt auch wir hier unten. Er ist bekannt, mittlerweile weit über die Grenzen von Norwegen und beliebt ist er auch. Und was meinst Du was den kulinarischen Höhepunkt hier im Büdchen darstellte?
Genau, es gab den zarten, weißen Winterkabeljau, denn Wanderer, im Salat und zwar lauwarm. Sicher ganz anders als Du Dir vorstellen kannst. Ich habe ihm mediterrane Zutaten, wie Oliven und Kapern zugemutet. Und Herrn GB der keine Oliven ist, hat er ausgezeichnet geschmeckt. Sogar die aromatischen schwarzen Kalamataoliven hat er in den höchsten Tönen gelobt. Ich sag ja, auf die Zutaten und die Kombination kommt es an, dann eroberst Du Herzen im Sturm. Der Skrei die Norweger und ich Herrn GB….
Lauwarmer Kabeljausalat:
Pro Person 100 g Kartoffeln, vorwiegend mehlig
Pro Person 100 g Kabeljau, im Winter natürlich Skrei
Pro Person 10 g Kapern
Pro Person 5 Kalamataoliven, schwarz ohne Stein
Pro Person 40 g kleine rote Zwiebeln, (ich habe die Zwiebeln im Asialaden gekauft, das ist eine spezielle Sorte)
Saft einer frischen Zitrone
Salz, Pfeffer, frische Petersilie gehackt, Olivenöl, Butter
Friséesalat,
Feldsalat
Portulakblätter
Die Kartoffeln in der Schale kochen, pellen und in Achtel teilen. Die Oliven in kleine Stücke schneiden und zusammen mit den Kartoffeln und Olivenöl braten ohne dass die Kartoffeln Farbe bekommen.
Den Kabeljau in einer Pfanne in heißer Butter garziehen lassen.
Die Zwiebeln in einer weiteren Pfanne mit etwas Butter glasig dünsten.
Die Kapern fein hacken und zusammen mit dem Zitronensaft, mit Pfeffer und Salz vermischen.
Den Salat waschen und auf Teller verteilen. Das Zitronendressing auf den Salat verteilen, die Kartoffeln mit Oliven, die glasigen Zwiebeln und den Kabeljau auf den Salat geben.
Das Fett von den gebratenen Kartoffeln, wie auch das Fett von den Zwiebeln ist völlig ausreichend.

Sonntag, 17. November 2013

Letzter Tag in dieser Woche, letztes Buch in dieser Woche...

Alle Rechte: Ariane Bille
Ich weiß, ich bin spät dran, heute ist der letzte Tag für eine Buchvorstellung. Also das soll nicht heißen, dass jetzt keine Bücher mehr ins Büdchen einziehen, oder sogar nicht mehr gelesen werden! Nur bei der Vorstellung wird mir schon ganz schlecht. Nein, im Rahmen der Buchwoche "jeden Tag ein Buch" ist heute der letzte Tag für eine Buchbesprechung.
Für heute habe ich mir ein Buch von Angelo Sosa ausgesucht. Mit dem Titel "Geschmack entscheidet" ist es im Jan Thorbecke Verlag erschienen und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung des Verlages bedanken.
Es ist ein Buch das sich mal so ganz von anderen Kochbüchern abhebt. Es heißt wohl nicht umsonst im Untertitel „Meine außergewöhnliche Aromenküche“
Die Rezepte sind geprägt von asiatischen Zutaten bzw. Gewürzen. Ganz klar Angelo Sosa beweist in diesem Buch schon dass er eine DER Kochgrößen ist. Vielfältige Kombinationen die man sonst nirgends findet, werden in diesem Buch geballt geliefert. 
Alain Ducasse hat das Vorwort zu diesem Werk verfasst. Na wenn das kein Zeichen ist. Es muss wohl schon etwas ganz besonderes sein, wenn Alain Ducasse sich die Zeit dafür nimmt.
Wie auch schon Herr Ducasse bemerkte, wurde jedes Rezept mit einer kleinen Geschichte begleitet und steht unter dem Stern der Kreativität.
Die ansprechenden warmen Fotos wurden von William Brinson beigesteuert.
So machen nicht nur die Rezepte Appetit.
Der Aufbau der Lektüre ist mal so ganz anders, was mich im ersten ansehen zwar etwas überraschte, aber wenn man sich mit dem Konzept befass, durchaus Sinn macht.
Nach dem Vorwort und der Einleitung geht es mit süß weiter. Falls Du jetzt glaubst die Desserts kommen als erstes, liegst Du falsch. Süß ist nicht gleichzusetzen mit Dessert, sondern es geht lediglich um den Geschmack süß. Hier findest Du eine Süße Tomatensuppe mit Currysahne oder Gegrillte Entenbrust mit Honig-Pfeffer-Glasur.
Nach süß kommt salzig, rauchig, bitter, sauer, umami, scharf, erdig und zum guten Schluss nussig.
Gleich am Anfang in den Rezepten findest Du neben den Portionsangaben die Zubereitungszeit und Angaben zum Geschmack. Hier werden von Herrn Sosa immer drei Angaben gemacht die den Geschmack in dem folgenden Gericht bestimmen.
Hühnchen in Soja-Tee-Marinade wird von umami-erdig-duftend bestimmt.
Nach den genannten Angaben folgt immer die bereits schon erwähnte kleine Geschichte. Immer sehr interessant und informativ.
Ebenfalls die Rezepte selbst, sie sind gut beschrieben und die Erklärungen sind ausführlich und detailliert.
Allerdings habe ich auch eine Anmerkung die mir weniger gut gefällt. In einigen Rezepten wird bei Zutaten auf ein anderes Rezept verwiesen und oft findet man dort eine Beschreibung wie die Zutat hergestellt wird. Das finde ich eher unpraktisch denn im schlimmsten Fall muss ich erst einmal ein Rezept nacharbeiten um ein anderes Gericht zubereiten zu können.
Das schmale Hochkantformat ist ungewöhnlich 28,8 x 17,8 x 2,2 cm und mit einem Hardcover im zusätzlichen Schutzeinband.
Es hat 208 Seiten und die ISBN: 978-3799503792 und wie schon erwähnt, im Jan Thorbecke Verlag erschienen.
Das sympathische Buch endet mit einem alphabetischen Register und letztendlich mit Danksagungen an, ihm wichtige, Wegbegleiter.
Ich habe mich für ein Rezept mit dem Geschmack bitter-säuerlich-kräuterwürzig entschieden.
Würdest Du bei dieser Geschmacksvorgabe auf Kartoffelsalat tippen? Ich hätte es nicht vermutet, aber ob Du es glaubst oder nicht, es ist einer der besten Kartoffelsalate die ich bisher gegessen habe.
Also im Büdchen gibt es ja selten Wiederholungen, aber dieser Salat steht auf der Liste für Wiederholungstäter. Probier es aus, Du wirst mir sicher zustimmen.
Kartoffelsalat mit Senfkörnern und Dill:
450 g mehlige Kartoffeln (war für mich ungewöhnlich, ich verwende gewöhnlich festkochende)
Meersalz
55 g Butter
3 Esslöffel gelbe Senfkörner
3 Esslöffel Dijon-Senf
2 Esslöffel Mayonnaise
60 ml Reisessig
2 Esslöffel Zucker
50 g fein geschnittene Schalotten (oder feinwürzige rote Zwiebeln)
3 Esslöffel fein gehackter frischer Dill und einige Dillspitzen für das Anrichten.
Die Kartoffel mit der Schale im Salzwasser ca. 20 Minuten gar kochen. Kartoffeln abgießen, abkühlen lassen, pellen, in Stücke (Scheiben) schneiden und abgedeckt zur Seite stellen.
Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Senfkörner darin rösten bis sie anfangen aufzuplatzen.
Die Butter mit den Senfkörnern in eine Schüssel geben. Den Senf und die Mayonnaise ebenfalls zugeben. Alles zusammen über die Kartoffeln geben und vermischen. Den fein gehackten Dill ebenfalls unter die Kartoffeln mischen
Nun den Zucker mit Salz und dem Essig gründlich verrühren bis sich der Zucker und das Salz aufgelöst haben. Die fein geschnittenen Schalotten in das Essiggemisch geben und ziehen lassen. Nach einiger Zeit die Schalotten herausheben und zu den Kartoffeln geben.
Mit einigen Dillspitzen anrichten. Wir haben den Salat mit klassisch paniert gebratenen Kabeljau gegessen, ich denke schon alleine wegen dem Senfgeschmack passt gebratener Fisch hervorragend. Ein Glas spitziger Weißwein macht diesen Gang rund.

Montag, 11. November 2013

Ich glaub es geht schon wieder los, Buch eins…


Alle Rechte: Ariane Bille
Eigentlich war sie doch erst neulich, die Lesewoche "jeden Tag ein Buch" Du kannst Dich erinnern!? Im Juli hatten die Tochter vom Arthur  und Steph vom kleinen Kuriositätenladen die Idee jeden Tag ein Buch zu rezensieren. Wie sich das für einen Foodblog gehört, werden hier im Büdchen natürlich Kochbücher gelesen, rezensiert und gebloggt.
Wir stecken mitten im November uns so langsam gehen die Temperaturen Richtung Nullpunkt auf dem Thermometer. Genau die richtige Zeit für die Winterwohlfühlküche.
Da hatte der Thorbecke Verlag das richtige Näschen für die Vorlieben der kochenden Bevölkerung bewiesen. Wärmendes für kalte Tage und wenn ich an das derzeitige Sturm- und Regenwetter denke, möchte ich mich mit Wolldecke und diesem hübschen Kochbuch auf das Sofa verziehen. Mal so unter uns, ich hab es auch gemacht und viele Markierungsfähnchen in das Buch geklebt.
Nach der Einführung geht es auch gleichhier in diesem reizenden Buch mit Kleinigkeiten für Schneetage los. Weiter mit Trostspender für kalte Tage und Schlemmereien am Kamin die sicher auch ohne Kamin schmecken. Einen Vitaminstoß gibt es mit Wintersalate und mit der süßen Verführung wird auch der süße Zahn gestillt. Und sollte das Alles nicht über die dunklere Jahreszeit hinweghelfen gibt es noch die Rubrik Ein Becher Glück. Zum Schluss kannst du im alphabetischen Register alle Rezepte wiederfinden.
Ein Buch mit Hardcover und zahlreiche gemütlich wirkende Fotos, die aus dem kalten Zeitabschnitt des Jahres stammen. Es ist ein Buch mit über 150 Rezepten.  Schwierigkeitsgrade der Rezepte sind sehr vielseitig und finden sicher jeweils seinen Könner.
Es ist ein reines Rezeptbuch. Doch was ich unbedingt erwähnen möchte ist, dass die Speisenergebnisse wunderbar und liebevoll in Szene gesetzt wurden und damit ist ein warmes „Bilderbuch“ entstanden das ich immer wieder gerne zur Hand nehme. Was mir auch sehr gut gefällt, dass der Herbst jenseits von Halloween und Spukgeschichten sehr stimmungsvoll dargestellt wird. Es erinnert mich an die Jahreszeit wie sie in unserer Gegend eher angetreten wird. Sie steigert die Spannung auf die Adventzeit und erinnert etwas mehr an Erntedank und die Zeit in der man sich auf den Winter vorbereitet.
ISBN: 978-3-7995-0376-1

Ich habe mich an verschiedenen Rezepten in diesem Buch versucht und würde jedes Rezept als gut nachzuarbeiten bewerten.
Heute gibt es Linsensalat mit Schweinefilet:
200 g Puy-Linsen
1 Teelöffel Dijonsenf
2 Esslöffel Balsamicoessig
½ Teelöffel Meersalz
½ Teelöffel schwarzer Pfeffer
4 Esslöffel extra natives Olivenöl
250 g Champignons (ich habe Cremechampignons genommen)
1 Esslöffel Olivenöl
Schale einer abgeriebenen Zitrone (unbehandelt versteht sich wohl von selbst)
2 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Esslöffel fein gehackte Rosmarinnadeln
350 g Schweinefilet (kann auch etwas mehr sein)
100 ml Rotwein
100 g junge Spinatblätter (weil sie aus waren mussten bei mir Rucolablätter herhalten)
16 Kirschtomaten, halbiert
Linsen mit reichlich kaltem Wasser in einem Topf aufkochen und bei reduzierter Hitze ca. 20 Minuten gar kochen. Abgießen und abkühlen lassen.
Aus Essig, Senf, je einem ¼ Teelöffel Salz und Pfeffer und zum Schluss das native Olivenöl ein Dressing rühren. Pilze in feine Scheiben schneiden, mit den Linsen mischen und dem Dressing marinieren.
Zitronenschale, Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin, restliches Salz und restlichen Pfeffer mischen. Das Schweinefilet mit dem Gewürzöl einreiben.
Das Filet in einer erwärmten Pfanne bei mittlerer Temperatur von allen Seiten gute 5 Minuten braten. Zur Seite stellen und in der warmen Pfanne gut weitere 5 Minuten ziehen lassen. Das Filet aus der Pfanne nehmen und warmstellen.
Den Bratensatz mit dem Rotwein ablöschen und aufkochen. Sollte etwas von dem Gewürzöl übrig sein, den Rest einfach mit zu dem Rotwein geben.
Das Rotweingemisch zu den Linsen geben.

Linsen mit Salatblättern und Tomatenstücken auf einem Teller arrangieren, die Schweinefiletscheiben auf dem Salat anrichten und mit etwas Brot servieren.

Montag, 29. Juli 2013

Eine Überraschung nach der Anderen, Spaghettisalat...

…ich habe mal wieder alte gesammelte Rezepte durchstöbert und was da zum Vorschein kam löste eine Lawine von Erinnerungen und Überraschungen aus. Als erstes viel mir eine Sonderbeilage aus dem Jahr 1993 einer bekannten Frauenzeitschrift in die Finger. Ganze 20 Jahre war die Zeitschrift dem Trend *Köstlich Essen ohne Fleisch* voraus. Das überraschte mich jetzt nicht wirklich, denn ich kenn die Zeitschrift ja und weiß dass sie durchaus das Näschen für Trends hat, auch wenn die erst 20 Jahre später richtig zum Ausbruch kommen. Aber weder ist eine Frauenzeitschrift heute mein Thema noch soll es hier heute fleischlos zugehen. Doch ich verspreche Dir, dass es demnächst hier im Büdchen etwas Leckeres aus diesem kleinen Extra geben wird. Aber wie gesagt, ich habe in alten Rezepten geschnüffelt und dabei ist mir nicht nur diese besagte Extrabeilage in die Finger gefallen, sondern auch ein Rezept von einem Spaghettisalat. Dieser Spaghettisalat war einer der Salate der schnell mal eben gemacht wurde, wenn wir von unerwartetem Besuch überrascht wurden. Der Salat wurde sehr gerne gegessen, wer mag nicht gerne mal einen Nudelsalat?! Warum er im Büdchen ausgestorben ist hat Herr GB zu verantworten. Herr GB verabscheut kalte Dosenchampignons. Die verabscheue ich zwar heutzutage auch, aber vor 25 oder 30 Jahren waren frische Champignons eine Seltenheit und selbst Champignons aus der Dose waren nun nicht wirklich die preiswertesten Zutaten, vorausgesetzt man nahm die erste Wahl und ganze Köpfe. Außerdem war es sehr praktisch so ein Döschen im Vorratsregal zu haben. Und wenn nur schon alleine für diesen geliebten Spaghettisalat und um den Überraschungsbesuch mit einem Überraschungssalat zu überraschen. Um das dieser Salat in die heutige Zeit passt musst Du nur zwei Dinge beachten.
Erstens frische Champignons und zweitens den Salat in einem Glas servieren und schon hast Du fast ein Festmahl.
Heutzutage wo es schon in jedem Supermarkt täglich frische Champignons aus der Zucht gibt und Dosenchampignons, ob man sie mag oder auch nicht, eh verpönt sind, ist es schon besser sich die Mühe zu machen die Champignons frisch zu verarbeiten.
Der Salat schmeckt natürlich aus Gläsern nicht anderes wie von einem Teller, aber das Auge ist mit und die Präsentation ist alles. Übrigens der Rest schmeckt überraschender weise sogar aus der Schüssel.
Ich will Dich nicht länger auf die Folter spannen, hier kommt jetzt das Rezept:
Spaghettisalat:
250 g Spaghetti
500 g Champignons
5 Eier, hart gekocht
3 Gewürzgurken
120 g gekochten Schinken
250 g Mayonnaise
2 Esslöffel Remoulade
1 Esslöffel Tomatenmark
Champignons putzen und blättrig schneiden. In etwas Salzwasser gar kochen. Abgießen und abkühlen Lassen. Die Spaghetti in 3-5 cm lange Stücke brechen und in Salzwasser bissfest kochen. Die Eier, Schinken und die Gewürzgurken in kleine Würfel schneiden. Aus Mayonnaise, Remoulade und Tomatenmark ein Dressing rühren. Mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken.
Spaghetti, Champignons, Eier, Schinken und Gurken in eine Schüssel geben und mit dem Dressing vermischen.
In Gläser füllen und mit einem Fleischspießchen oder Gehacktesbällchen servieren.
Übrigens für die Gehacktesbällchen habe ich auch einen Tipp. Ich brate immer gleich die Bällchen aus einem ganzen Kilo. Die Frikadellen forme ich extra als kleine Bällchen, weil ich dann gleich mehr in ein Einkochglas bekomme. Ja, Du hast richtig gelesen! Ich fülle die übriggebliebenen Bällchen in ein Einkochglas und koche sie für den Vorrat ein. Ist doch total praktisch und genauso genial wie damals die Dosenchampignons, nur dass die Fleischbällchen einfach total fantastisch schmecken und auch Herr GB sie nicht verschmäht.


Mittwoch, 17. Juli 2013

Tatar vegetarisch, aber nix mit Soja oder so…

…nee, einfach mit Kartoffeln. Mit schönen frischen festkochenden Kartoffeln und frischen Champignons, die Pfifferlinge waren aus. Die Champignons kamen aus der Zucht aus NRW so hat es mir mein Gemüsedealer gesagt. Ja und die Kartoffeln waren aus dem Münsterland. Ich hätte welche aus Israel, von Zypern oder sogar von Arizona haben können, aber nein, ich entschied mich für die aus dem Münsterland. Als Beilage gab es eine Blattsalatmischung. Natürlich frisch!!! Nicht diese Mischungen aus dem Beutel, wobei ich mir vorstellen kann, dass diese Beutelmischungen für Singlehaushalten so verkehrt nicht sind, denn selbst bei zwei Personen isst Du eine Woche Salat, meinst Du es mal gut und machst Dir eine Mischung selber. Für meine Mischung benötigte ich schon gleich drei Sorten. Der Radicchio ist ja recht klein, aber da er auch viele Bitterstoffe hat ist er jetzt bei uns nicht der Favorit Nummer eins, also gibt’s von ihm nur einige Blättchen. Der Feldsalat in meiner Mischung ist mal ebenschnell auf dem Markt gekauft, dort bekomme ich ihn fast blätterweise. Nicht nur hübsch sondern auch wirklich lecker ist der Endiviensalat, allerdings hat auch er Bitterstoffe. Um die Bitterstoffe etwas zubinden eignen sich übrigens ganz hervorragend Kartoffeln. Sicher hast Du schon mal von einer Kartoffel-Vinaigrette gehört, aber auf die habe ich verzichtet, denn als Beilage gab es ja das Kartoffeltatar.
Für das Tatar brauchst Du auch nicht viel, vor allem brauchst Du wenig Zeit.
Kartoffeltatar mit Pfifferlinge Champignons
200 g Kartoffeln in feine Würfel geschnitten
500 g Pfifferlinge Champignons fein gehackt
1 Esslöffel Knoblauchöl von den confierten Zehen
Ein Zwiebel, in feine Würfel gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Salz, Pfeffer, 1 Bund glatte Petersilie fein gehackt
Olivenöl
Gemischter Salat
Salatvinaigrette aus Olivenöl, Akazienhonig und Zitronensaft
Die Kartoffelwürfel zusammen mit der gehackten Zwiebel und den Knoblauchwürfeln im Knoblauchöl anbraten und auf kleiner Temperatur garen. In einer weiteren Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Champignonwürfelchen darin gar braten. Die Pilzwürfel zu den Kartoffelwürfeln geben uns alles gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hälfte der gehackten Petersilie unterheben.
Das Tatar mit Hilfe von Portionsringen auf Teller geben, mit dem Salat anrichten und das Dressing auf den Salat geben. Das Kartoffeltatar mit Petersilie bestreuen, mit etwas größeren gebratenen Pilzen dekorieren und servieren. Total vegetarisch, es fehlt nichts und man benötigt auch keinen sogenannten Fleischersatz.