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Mittwoch, 8. Juni 2011

Schwarzen Nudeln sind teurer als Helle, ach dann mach ich sie eben selber…

Die Renovierungspläne für das Esszimmer hier im Büdchen sind ja schon länger fertig. Schön auf Transparentpapier gezeichnet, erst mit dem Druckbleistift und dann mit Tusche. Ja so hat man das früher gemacht. Nix da CAD! Nein richtig schön gemütlich am Zeichenbrett. Das waren die Leute, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Brett vor dem Kopf hatten. Ich hatte auch ein Brett vorm Kopf, gibt es das heute eigentlich noch? Also ich meine, ob Pläne noch am Zeichenbrett ausgearbeitet werden? Ich glaube nicht, es sei denn das Esszimmer vom Büdchen wird umgebaut. Die Pläne habe ich selbstgemacht, das war Ehrensache und nicht etwa mit irgendeinem Zeichenprogramm, nein. Erst mal habe ich mir die Mühe gemacht und bin in den Keller gestiefelt, Herrn GB natürlich im Schlepptau. Nur er kennt sich in seinem Tohuwabohu aus und ich will doch in seinem Chaos nichts durcheinander bringen. Zu zweit sind wir auf die Suche nach einer Zeichenplatte gegangen, eine Expedition durch den Dschungel muss eine ähnliche Faszination haben. Ich war erstaunt wie schnell wir das alte gute Stück gefunden hatten, dann noch das Zeichenzubehör aus dem alten Kellerschreibtisch zusammengepackt und kurze gedankliche Liste abgecheckt, ob alle "sieben Sachen“ zusammen waren. Okay, alles was ich brauchte hatte ich, irgendwie musste ich schmunzeln als ich meinen alten Dreikantmaßstab in der Hand hatte, der war so praktisch, da musste man nie umrechnen, da konnte man gleich das Größenverhältnis ablesen. Der Plan war schnell auf Papier und alle Veränderungen ruck zuck eingezeichnet. Dann noch alles in Tusche schön schwarz durchgezogen und schon hatte Herr GB die Anleitung die er brauchte. Beim Gedanken an Tusche musste ich doch glatt an den Tintenfisch denken. Woraus wird eigentlich die Tusche für Füllhalter gemacht? Kommt die auch von Tintenfischen? Schreibt eigentlich überhaupt noch jemand mit einem Füllhalter? Ist eigentlich bekannt was ein Füllhalter ist? Wenn es immer weniger Tintenfische gibt, müssen wir uns dann zukünftig aufs Telefonieren beschränken? Wurde deshalb der Computer erfunden? Ist es eigentlich noch immer Pflicht in der Schule mit einem Füller zu schreiben? Hat der Tuscheverbrauch Einfluss auf die Nudelpreise?Also die letzte Frage kann ich beantworten, die schwarzen Nudeln sind teurer als Helle, ach dann mach ich sie eben selber…

Schwarze Schleifen (Farfalle in black)
200 g Weizenmehl
2 Eier
1 knappen Esslöffel Olivenöl
1 Tütchen Sepia
Salz

Den Teig habe ich gemacht wie ich ihn bereits hier beschrieben habe.

Natürlich wurden wieder, mit Unterstützung der Küchenhilfe Kitty, Nudelplatten dünn ausgerollt.

Diesmal habe ich aber keine Streifen geschnitten, sondern kleine Rechtecke.

Die Ränder habe ich mit Hilfe meines Nudelrädchens ausgeschnitten.
Die Rechtecke in der Mitte zusammen geschoben und dann habe ich ihnen noch eine Umdrehung verpasst. Ich weiß, die eigentlichen Schleifen die Farfalle heißen, haben keine Drehung, die haben nur diese Falten in der Mitte. Meine bekommen noch eine Wendung, weil ich sie so einfach schöner finde, außerdem bleiben sie beim Kochen eher in Form.
Die „Raff-Schleifen“ sind schnell dahingerafft. Ich habe sie zum Schluss noch gut bemehlt und trocknen lassen.
Ach ja, die Schleifen in ein Tütchen verpackt, mit einem hübschen Band versehen ist auch ein wirklich schönes Geschenk. Den Trick mit dem Schleifenband habe ich mir bei Robert abgeschaut…


Freitag, 3. Juni 2011

Nudeln gehen ja schnell…

Ich kaufe mein Gemüse ja immer auf dem Markt bei einem Gemüsebauern aus der Region und ja, am letzten Samstag genauso wie auch am kommenden Samstag. Herr GB ist ja gerne Fleisch, aber wenn ich es ganz geschickt anstelle, dann kann ich ihm auch ein reines vegetarisches Gericht andrehen. Aber im Moment muss er ja richtig schuften, also muss wenigstens Fisch drin sein. Wenn ich meinen Schatz frage was soll ich uns denn zu essen machen, wünscht er sich immer etwas Leckeres oder als Ausweichgericht was Schnelles, kann aber auch durchaus eine Kombination aus beidem sein. Diese Frage habe ich in dieser Woche auch mal wieder gestellt und prompt hörte ich, ach mach doch einfach was Schnelles! Okay, dann mach ich was Schnelles und was ist schnell? Nudeln, jawohl Nudeln. Ein Gericht mit Nudeln ist doch total schnell gemacht, oder ist da jemand anderer Meinung? Bisher habe ich das auch gedacht, nichts geht schneller wie Nudeln. Ist doch ein total schnelles Gericht.Der Meinung bin ich nicht mehr. Normal koche ich in 3 Stunden etwas anderes, nicht unbedingt Nudeln. Ich muss allerdings auch dazu sagen, ich war sowas von selten dämlich, wie man nur so blöd sein kann. Bereits zum zweiten Mal bin ich drauf reingefallen und zwar auf diesen blöden Hartweizengrieß. Ich habe es wieder mal besonders gut gemeint und dachte mir so, ach mach mal besonders gute Nudeln, so wie die Italiener, kurz und knapp mit Hartweizengrieß. Aber der Grieß und ich wir mögen uns nicht. Die eigentlichen Nudeln die wir essen konnten, waren in einer knappen Stunde fertig. Aber vorher habe ich mich gute zwei Stunden mit diesem blöden Hartweizengrießnudelteig beschäftigt und selbst nach dieser langen Zeit konnte man noch nicht mal annähernd Nudelteig erkennen. Von Nudeln will ich gar nicht reden. Es war einfach nur ein Teigkloss der von einer porösen krisseligen Konsistenz war, keine geschmeidige Bindung, wie ich es von meinem Weizenmehlnudelteig kenne. Es tat mir in der Seele weh. Ich habe versucht den Teig mit Weizenmehl zu retten, mit Eiweiß, mit Öl und wieder Mehl, aber alles schlug fehl. Ich traue mich es eigentlich gar nicht hier zu erzählen, aber ich habe ihn in die Tonne gehauen.
Ich habe geflucht, geschimpft und gemeckert, war wütend wie seit langem nicht mehr, nur weil Herr GB was Schnelles essen wollte.
Er hat was Schnelles bekommen, Spagetti aus der Packung mit diesem leckeren Camponata Siciliana. Das war in guten 15 Minuten fertig, Spagetti kochen und das Zeugs drauf, fertig. Ach ja die Camponata Siciliana habe ich vorher auch noch eben schnell heiß gemacht. Schmeckte auch sehr lecker.
Frisch gestärkt konnte ich mich dann wieder an die Nudelbastelarbeit geben. Jetzt war ich satt, hatte keinen Zeitdruck mehr, Herr GB war abgefüttert und ich war gleich viel entspannter.
Also frisch ans Werk, gestreifte Ravioli mit Paprika-Sabayon.
Aus 200 g Weizenmehl, zwei Eiern, einem Esslöffel Olivenöl und Salz einen Teig kneten bis er sich zu einer geschmeidigen Kugel formen lässt. Den Nudelteig 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Den zweiten Nudelteig den ich brauchte habe ich aus 100 g Weizenmehl, einem Ei, einem knappen Esslöffel Olivenöl, Salz und einem Tütchen Sepiatinte geknetet.
Auch diesen solange bearbeitet, bis er sich ebenfalls zu einer geschmeidigen Kugel formen lässt. Der durfte sich dann zu dem anderen Teig im Kühlschrank gesellen.
Es sollte ja auch nicht nur einfache Nudeln werden, nein ich wollte Ravioli. Also brauchte ich auch noch eine Füllung. Aus 150 g Lachs und 100 ml Sahne habe ich eine Face gemacht. Hierfür den Lachs in kleine Würfel schneiden mit der Sahne mischen, pfeffern, salzen und mit dem Pürierstab pürieren bis es eine geschmeidige Creme ist.
Nun beide Nudelteige dünn ausrollen.
Den schwarzen Teig in schmale Streifen schneiden. Die hellen Nudelplatten mit Eiweiß bepinseln und die schmalen schwarzen Streifen auf den hellen Teig legen und feste andrücken. Mit einem Nudelholz kräftig über den Teig rollen oder nochmals durch die Nudelmachine laufen lassen.
Löffelweise die Face auf die Teigplatten verteilen, um die Face Eiweiß streichen,
eine weitere Teigplatte oben auflegen, auf die untere Teigplatte kräftig andrücken und mit einem Ausstecher Ravioli ausstechen.


Für die Sabayon eine rote Paprika waschen, in kleine Würfel schneiden und in einen Topf geben. 200 ml Wasser angießen und Gemüsebrühe dazu geben. Ebenfalls 3 -5 Zweige Thymian dazu geben.
Alles zusammen gute 20 Minuten kochen lassen bis der Paprika ganz weich ist. Mit dem Pürierstab pürieren und anschließend durch ein feines Sieb streichen.
In Eiswasser kalt rühren. 3 Eigelb schaumig schlagen und in die Paprikabrühe geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Über einem warmen Wasserbad die Paprikabrühe mit dem Ei zu einem Sabayon aufschlagen.
Ravioli in kochendem Salzwasser geben und bei heruntergeschalteter Wärme gar ziehen lassen.
Ravioli mit der Sabayon und Basilikumblätter anrichten und servieren.
Wenn jemand den ultimativen Tipp bezüglich Hartweizengrießnudeln hat und so schon erkennen konnte, wo bei mir der Fehler lag, dann klärt mich um Himmelswillen bitte auf und lasst mich nicht dumm sterben.
Übrigens bei der Ravioliproduktion hat wieder eins meiner Lieblingsbücher herhalten müssen und die Ravioli gab es dann einen Tag später.