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Montag, 27. Februar 2012

Sitzwohl oder Safran-Kasspatzln mit Rotweingarnele...

Richtig gemütlich haben wir es uns am Wochenende gemacht und endlich Zeit gefunden in aller Ruhe Bücher zu blättern. Kochen ist logischerweise auch nicht zu kurz gekommen, aber erst einmal war lesen und Bücher blättern angesagt.Letztens ist wieder ein tolles Buch im Büdchen eingezogen und vor lauter Begeisterung hätte ich fast an meine Besucher im Büdchen nicht mehr gedacht. Dabei warten die doch immer auf meine Büdchennews.
Ja wie gesagt, es ist ein neues Buch eingezogen, aber nicht nur einfach irgendein Kochbuch, sondern ein absolutes Genussbuch.
Sitzwohl! Nein ich frag jetzt nicht ob du gut sitzt, das Buch heißt Sitzwohl.
Es ist im Verlag COLLECTION ROLF HEYNE erschienen und irgendwie haben die Bücher aus diesem Verlag es von Haus aus so an sich, in der Optik schon kleine Kunstwerke zu sein.
Folglich liegt ein kleines Kunstwerk vor mir, aus dem ich Euch etwas kochen werde.
Doch erst möchte ich es beschreiben:
Das Buch kommt mit einem stattlichen Format daher und ist in dezenten Grautönen, die einen puristischen Eindruck hinterlassen, gehalten. Der Schutzumschlag ist dem Hardcover nachempfunden und auf ihm sind zwei Frauen abgebildet die ein Bild tragen auf dem sie wiederum abgebildet sind. Witzige Idee und sehr ansprechend, für mich strahlt es Lebensfreude und Spaß am Moment aus.
Die abgebildeten Damen sind in Kochkleidung wie man es aus der Profiküche kennt, unverkennbar sie sind Küchenchefinnen. Um genau zusagen, es ist Frau Elisabeth Geisler und Frau Irmgard Sitzwohl. Ja richtig, hier taucht der Begriff Sitzwohl wieder auf. Auf den ersten Seiten wird geschildert wie die Damen zu Ihrem Restaurant gekommen sind. Ja korrekt, sie betreiben ein Restaurant in Innsbruck und es heißt Sitzwohl. Hier scheint der Name Programm zu sein und was ich auf den folgenden Seiten lese bestätigt meinen Eindruck. Die Autorinnen, oder besser die Köchinnen, geben in einem Interview persönliche Einstellungen und Wünsche frei. Sie äußern sich über ihre Schwerpunkte in ihren Leben und ihrer praktizierten Küche. Das Buch macht nicht nur Lust zum Kochen, es macht auch Lust nach Innsbruck zu fahren und sich von den Damen bewirten zu lassen.
Aber eh eine Reise angetreten wird, muss noch aus dem Buch gekocht werden, schließlich ist es ein Kochbuch.
Es ist nach Jahreszeiten gegliedert. Derartige Bücher kommen mir immer sehr entgegen, so kann ich nach der Saison kochen und muss mich nicht verbiegen. Es wir mit recht bodenständigen Zutaten gekocht und auch das macht es dem Hobbykoch um einiges leichter. Der Mediterrane und Asiatische Einschlag ist zeitgemäß und die Damen spielen förmlich mit unterschiedlichen Aromen. Das macht Spaß zu lesen.
Doch vor allem macht es einem Hobbykoch, wie mir Spaß wenn die Rezepte für einen nicht Profi umsetzbar sind und gelingen.
Die Rezepte die ich mir aussuchte hielten was sie versprachen und die leichte Umsetzbarkeit machte Lust auf mehr.

Mein Fazit: ein gelungenes Buch mit puristischen, aussagekräftigen Bildern, genialen Genusskombinationen in den Rezepten und verständliche Rezepte die für einen ambitionierten Hobbykoch leicht umsetzbar sind. Nebenbei noch ein wunderschönes Buch für Genussmomente der Stille...

Der Verlag sagt folgendes:
ELISABETH GEISLER
IRMGARD SITZWOHL
SITZWOHL - UNSER KOCHBUCH
IHRE SINNE WERDEN SICH FREUEN
Sitzwohl - nomen est omen! Egal ob auf der Terrasse vor dem Lokal, an der Bar, in der Lounge oder im ersten Stock im Restaurant, dieser ruhige Ort entschleunigt und lädt ein, sich einzulassen auf besondere Geschmackserlebnisse. Aus jeder Hektik herausgelöst, wohlsitzend und wohlfühlend, präsentiert sich eine abwechslungsreiche Küche, die nicht ihre lokale Herkunft leugnet, zugleich aber auch mit überregionalen und internationalen Anmerkungen verzaubert: modern, schnörkellos und verlässlich. Bereits im Wiener Novelli überzeugte Irmgard Sitzwohl mit ihren toskanischen Aromen, Nudelteigen und Risotti. Sie hegt eine offensive Liebe zu Geflügel wie Wachtel oder Zitronenhendl, aber auch zu feinen Innereien, sowie zu Schmorfleisch in starken Säften. Mittlerweile neigt sie sich — seit zwei Jahrzehnten unterstützt von ihrer kongenialen Partnerin Elisabeth Geisler — auch gelegentlich in die spanische Richtung oder bringt eine Prise Asia ein: Irmgard Sitzwohl und Elisabeth Geisler haben sich auf eine wunderbar zeitgemäße Küche konzentriert, ihre Kochkunst feiert das Mediterrane und spielt virtuos mitunter ins Asiatische hinein.
In ihrem ersten Kochbuch präsentieren Irmgard Sitzwohl und Elisabeth Geisler ca. 80 puristische, ehrliche, leichte und hocharomatische Gerichte.

ELISABETH GEISLER
IRMGARD SITZWOHL
SITZWOHL - UNSER KOCHBUCH
208 Seiten
25x29 cm
Gebunden mit Schutzumschlag, durchgehend vierfarbig
ISBN-13: 978-389910414-1
€(D) 49,90 / €(A) 51,30 / sFr 66,90

Die Photographin Luzia Ellert
Geboren in Wien. Lebt in Wien. Liebt Wien.
Ausbildungsjahre bei einem Wiener Industriefotografen.
Assistenzjahre bei einem Wiener Modefotografen.
Seit 1985 eigenes Fotostudio mit Schwerpunkt Stillife-und Foodfotografie.
Fotografiert für Werbung, Zeitschriften und Buchverlage.
http://www.ellert-fotografie.at
Ich habe mich an das Rezept für die Safran-Kasspatzln mit Rotweingarnele getraut:
Rotweingarnelen:
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
2 Esslöffel Öl
200 ml Rotwein
20 g eiskalte Butter
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
450 g geschälte und entdarmte Garnelen
Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. 1 Esslöffel Olivenöl erhitzen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Mit dem Rotwein ablöschen und fast komplett einkochen lassen. Die Sauce mit der eiskalten Butter aufmontieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Garnelen mit Salz und Pfeffer würzen und im restlichen Olivenöl anbraten. Die Garnelen herausnehmen und in der Rotweinsauce warm halten.

Kasspatzln:
40 ml Milch
1 g Safranfäden
5 Eier
300g Mehl
100 ml süße Sahne
120 g Parmesan, frisch gerieben
50 g Gorgonzola
Milch mit den Safranfäden erwärmen und die Fäden darin auflösen. Eier verquirlen, mit der Safranmilch mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Nun das Mehl in die Eiermilch rühren. Es muss ein zähfließender Teig entstehen. Den Teig gute 30 Minuten ruhen lassen. In einem großen Topf Salzwasser aufkochen und den Teig durch eine Spätzlepresse in das Salzwasser drücken. Die Profis können natürlich auch von Hand schaben! Die Spatzln aus dem Wasser heben sobald sie an der Oberfläche schwimme. Kaltes Wasser bereithalten und sie sofort darin abschrecken.
Die Sahne in einer Pfanne erwärmen und die Spatzln dazugeben. Den Parmesan zusammen mit dem Gorgonzola vorsichtig unter die Spatzln heben. Alles zusammen weiter erwärmen bis eine cremige Sauce entsteht.

Knusprige Zwiebelringe und Petersilienblätter:
1 Zwiebel
Etwas Mehl zum Bestäuben
Petersilienblätter
Pflanzenöl zum braten und frittieren.
Die Zwiebel in Ringe schneiden und mit Mehl bestäuben. In eine Pfanne Öl erhitzen und die Zwiebelringe knusprig backen. Die knusprigen Zwiebelringe auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Petersilienblätter im gleichen Öl frittieren und auch auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Die Kasspatzln mit den Rotweingarnelen und etwas Sauce anrichten. Mit den Röstzwiebeln und der frittierter Petersilie garnieren.
Natürlich muss ich noch etwas üben, denn so chic wie im Buch kann ich es natürlich nicht und ich möchte mich bei weitem nicht mit ihren grandiosen Leistungen messen, aber so ein kleines bisschen Stolz bin ich auch, denn es hat hervorragend geschmeckt.
Morgen geht es süß weiter und ich verspreche Euch, ich habe eine traumhaftgenussvolle Torte nach Anleitung der Damen fabriziert. Würde es nach Herrn GB gehen, stände diese Torte ab sofort täglich in der Kühlung für den Bedarfsfall “süßer Zahn“


Montag, 4. April 2011

Jägerklößchen ohne Jäger...

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei auch der Resturlaub und wer schwer arbeitet, muss auch was Richtiges essen! (Sagte meine Mama immer) Also gab es bei uns mal wieder Fleisch im Büdchen. War aber nichts Wildes.
Ich hatte auf dem Markt eine richtig schöne lange Bratwurst gesehen. Die reicht locker für 2 Personen in der Fastenzeit, also Schwupps, gekauft. Die wurde fachgerecht in die 0°C Schublade des Kühlmonsters gepackt und konnte erst mal warten bis sie dran war. Irgendwie wollte mir erst nichts so richtig einfallen. Hab ja einige Kochbücher, aber außer eine Bratwursttarte, die eher auch noch für die Nachbarschaft gereicht hätte, habe ich nichts Ansprechendes gefunden. Außerdem wäre für die Bratwursttarte wiederum die Bratwurst etwas zu kurz gewesen.
Ein Blick in die Gefriertruhe offenbarte mir das Rezept des Tages, ferner musste ich auch noch an einen Bericht von Herrn Gote denken. Man muss wissen Herr Gote ist Journalist mit Kocheigenschaft und gibt im Radio beim WDR Rezepte zum Besten. Ein Kochbuch gibt es auch schon von ihm. Es ist kaum zu fassen, es steht sogar bei mir im Regal und dieser Herr Gote hat in NRW Koch-Kult-Status.
Nun aber wieder zu diesem Bericht mit Rezept, dort gab er etwas zu „Huhn mit Pilze“ von sich. Laut Herrn Gote also „Huhn Jägerart“ wie er meint, wäre alles mit Pilze, Jägerart.
Na okay, dann gibt es bei mir eben Bratwurst Jägerart, weil der Blick in die Gefriertruhe, den ich ja schon erwähnte, mir ein schönes Päckchen Steinpilze offenbarte.
Aus der Wurst wurden auf die Schnelle Klößchen gemacht und die Pilze passten hervorragend dazu. Was habt Ihr denn gedacht? Stinknormale Bratwurst mit Pilzsauce, womöglich noch einen Jäger verheizt? Neee, sicher nicht, aber sagte ich doch schon, Jägerklößchen ohne Jäger...
Jägerklößchen:
Bratwurst pi mal Daumen pro Person.
Butterschmalz zum Anbraten
Ca. pro Person 150 g Steinpilze (bei mir waren sie gefroren).
1 Zwiebel in kleine Würfel geschnitten
Lorbeerblatt
2-3 Thymianzweige
Pfeffer, Salz
5 Frühlingszwiebeln in kleine Röllchen schneiden.
Bratwurstklößchen aus dem Bratwurstbrät rollen und im ausgelassenem Butterschmalz von allen Seiten anbraten. Die Pilze und Zwiebelwürfel zufügen und mit braten. Die Gewürze zufügen und alles zusammen gute 15 Minuten garen. Die Frühlingszwiebeln auch noch zugeben und weitere 3-5 Minuten ziehen lassen.
Mit Spätzlen servieren.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Hmmm, lecker, Spätzchen auf dem Teller…

Es ist kalt, jawohl, eiskalt und das merkt auch das Vogelgetier. Herr GB ist für die Vogelfütterung zuständig und da hat er im Moment alle Hände voll zutun. Täglich muss er das Vogelhaus neu bestücken, die kleinen fliegenden Biester sind aber auch gefräßig, schon im Herbst haben sie die Sonnenblumenkerne stibitzt. Aber jetzt, wo es so super kalt ist finden sie recht wenig in der Natur und ich glaube, sie sind auch ganz schön bequem geworden. Sie werden von Herrn GB aber auch verwöhnt, jede Vogelart bekommt das Fresschen was sie bevorzugt. Schnellimbiss fürs Vogelvieh. Bei uns im Vogelhaus trifft sich aber auch alles mögliche Gefieder, sämtliche Meisenarten, Kleiber, Rotkehlchen, Drosseln, Eichelhäher, Zaunkönig, Stieglitz, Grünfinken, Dompfaffe, selbst ein Buntspecht kommt zum speisen. Es ist schon lustig was da so abgeht. Da jagt eine futterneidische Drossel die Blaumeisen und hinterrücks kommt ein Schwanzmeisenschwarm und putzt das Vogelhaus fast leer.
Während ich das Vogelvieh so beobachte fällt mit auf, was ich in unserer Gegend ewig nicht mehr gesehen habe, sind Spatzen. Die haben sich sicher verdrückt, weil sie hier kaum noch ihre Spatzennester bauen können. Ich muss mich außerdem mal erkundigen was die so fressen, vielleicht sind auch nicht die richtigen Körner für die Spatzen ausgelegt.
Aber wo ich gerade an Futter denke, wir müssen auch etwas auf den Teller bekommen, wie wäre es mit Spätzchen?
Nein, natürlich nicht die Fliegenden, sondern die Nudeligen, richtig heißen sie auch Spätzle und um genau zu sagen, mache ich Spinatspätzle…

Spinatspätzle in Schinkensahnesoße
Für die Spätzle
250 g Mehl
280 g frischer Blattspinat (oder 170 g gefrorener Spinat)
Salz, Pfeffer, Muskatnuss frisch gemahlen
4 Eier

Für die Soße
250 ml Milch
150 ml Sahne
1 gehäufter Teelöffel Mehl
1 Esslöffel Butter
1 Zwiebel fein gewürfelt
Salz, Muskatnuss frisch gemahlen
100 g gekochten Schinken
4 Esslöffel geriebener Bergkäse


Den Spinat putzen und in Salzwasser 1-2 Minuten kochen und sofort in Eiswasser abschrecken, gut ausdrücken. Spinat mit den Eiern mit dem Stabmixer pürieren. (Tiefkühlspinat lediglich nur auftauen)
Mehl in eine Rührschüssel geben, die Spinateier zufügen und alles gut zu einem zähfließenden Teig verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Gute 20 Minuten ruhen lassen.

Milch und Sahne erwärmen. Die Zwiebelwürfel in der erhitzten Butter glasig dünsten, mit Mehl bestäuben und mit der Sahnemilch ablöschen. Etwas einkochen lassen. Den Schinken in Streifen schneiden und in die Soße geben. Den Bergkäse in die Soße rühren. Nicht mehr kochen!

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht den Teig in eine Spätzlepresse gebe und in das Salzwasser pressen. Sobald die Spätzle oben schwimmen mit einem Schaumlöffel herausfischen und kurz in kaltes Wasser geben.

Die fertigen Spätzle in die Soße geben und Portionsweise anrichten.