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Dienstag, 1. April 2014

Jakobsmuscheln in Tomaten versteckt…

…und Bärlauch habe ich auch noch hineingeschmuggelt. Ich habe mal wieder durch meine Kochbuchbibliothek geschnüffelt und ich finde es immer wieder total spannend welche Rezepte ich in meiner kleinen Sammlung von knappen 450 Kochbüchern finde. Natürlich sind da auch Bücher bei wo meine kleine Küche, die schon recht gut mit allem technischen Schnickschnack ausgestattet ist, die Segel streicht. Aber ich will ja auch keine Sterne ergattern. Eins dieser ganz tollen Bücher stammt aus der Feder von Herrn Steinheuer, um genau zu sagen, sein zweites Werk. Da muss ich passen, aber aus seinem ersten Wälzer ist das Kochen für Normalos noch möglich. Das waren übrigens seine eigenen Worte als Herr GB und ich uns mal in seinem Restaurant herumgedrückt haben. Kleiner Tipp, dort kannst Du so unglaublich toll speisen, wir schwärmen noch heute und solltest Du, weil Du gerade bei ihm bist, auch noch etwas Zeit haben, belege einen seiner Kochkurse, Du wirst es im Leben nicht bereuen. Hach ich gerate gerade wieder ins Schwärmen, dabei wollte ich Dir doch nur von dem Rezept mit den Tomaten und den Jakobsmuscheln erzählen. Herr Steinheuer hatte sich für Ruccola entschieden, aber wir haben noch Bärlauchzeit und die ist kurz, also habe ich das Rezept abgewandelt und so bekam der Bärlauch seinen Auftritt. Eine wunderschöne Vorspeise die zwar etwas Zeit benötigt, aber das sollten Dir Deine Gäste doch wert sein.
Also Jakobsmuscheln in Bärlauchtomaten mit Schäumchen:
4 aromatische feste mittelgroße Tomaten
Mit kochendem Wasser überbrühen und anschließend mit kaltem Wasser abschrecken. Nun die Haut abziehen. Einen "Hut" abschneiden und die Tomaten aushöhlen.
Das Tomateninnenleben und die Abschnitte kannst Du noch für das Schäumchen verwenden.
Für die Füllung benötigst Du 4 Jakobsmuscheln, 200 g Bärlauch, Frittierfett, 100 g Zanderfilet, 40 ml Sahne, 2 Eiweiß, 1cl Noilly Prat, Salz, Cayennepfeffer, 10 g fein geriebenes Toastbrot ohne Rinde.
Die Bärlauchblätter einzeln im 160° C heißem Öl frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die knusprigen Blätter zerbröseln.
Das Zanderfilet in kleine Würfel schneiden. Das Filet mit den zerbröselten Bärlauchblättern, Sahne, Eiweiß, Noilly Prat und dem Toastbrot mit einem Mixstab fein pürieren. Mit Salz und Cayennpfeffer würzen.
Die abgezogenen Tomaten jeweils mit etwas Zanderface füllen, je eine Jakobsmuschen hineinlegen und mit Zanderpaste auffüllen bzw. komplett zu streichen. In eine, mit Olivenöl gefettete, Auflaufschale die Tomaten mit der Öffnung nach unten setzen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 15 Minuten garen.
Für den Schaum benötigst Du 5 reife aromatische Tomaten und den Rest von den Tomaten die Du ausgehöhlt hast. Die Tomaten in kleine Stücke schneiden und zusammen mit einer Dose Tomaten (ca. 200 g) in einen Topf geben. Nun gibst Du noch 1 Lorbeerblatt, 1 Thymianzweig, 100 ml Weißwein, 20 ml Noilly Prat, 10 ml Gin und 10 fein gehackte Basilikumblätter zu den Tomaten und kochst alles zusammen einmal auf. Anschließend lässt Du es gut 15 Minuten ziehen und dabei abkühlen. Den Thymianzweig und das Lorbeerblatt nimmst Du heraus und jetzt pürierst Du das Ganze mit dem Mixstab. Du füllst das pürierte Tomatenmus in ein Passiertuch und lässt die Flüssigkeit gut abtropfen.
Den aufgefangenen Tomatenfond kochst Du in einem Topf auf. Jetzt müssen noch 10 g Mehl mit 10 g Butter verknetet werden und die kleine Mehlkugel gibst Du zum Tomatenfond. Unter Rühren löst Du die Mehl-Butterkugel im Tomatenfond auf und dabei bindest Du gleichzeitig den Fond. Jetzt noch einen Esslöffel Sahne zur Sauce geben und alles geschmeidig aufschlagen. Nun noch 50 g eiskalte Butterwürfel in die Sauce schlagen und mit einem Mixstab die Sauce zum Schaum aufschlagen. Den Schaum mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.
Die gefüllte Tomate zusammen mit dem Schaum anrichten, obenauf noch ein frittiertes Bärlauchblatt legen und servieren.
Und weil die Sauce schon alleine so super genial ist noch ein Scheibchen Weißbrot anbieten, so bleibt auch wirklich ein Tröpfchen auf dem Teller zurück.

Freitag, 12. Juli 2013

Mit Gewürze die richtige Würze, Buch Fünf…

Zum Wochenende noch schnell ein Buch. Neee, also schnell schon mal gar nicht. Das Buch hat so viel Würze und Geschmack, da wäre es eine Schande es mal eben schnell vorzustellen. Wenn Du jetzt glaubst ich habe hier ein Buch liegen, das dir alle Gewürze der Welt und hunderttausend verschiedene Sorten Salz näher bringt, dann irrst Du dich. Das große Buch der Gewürze beschränkt sich auf eine kleine Auswahl von knapp 50 Gewürzen, die es aber in sich haben. Jedes Gewürz hat eine ganz eigene Aromawelt. Ich muss gestehen Bettina Matthaei, die Autorin, beschreibt Gewürze von dessen Herkunft auch mir bisher nichts bekannt war und das soll was heißen, denn mein Gewürzschrank ist schon ganz beachtlich bestückt und ich begebe mich gerne auf Gewürzpfade jenseits von Salz und Pfeffer. Trotz der Vielseitigkeit meines Gewürzvorrates versuche ich mich beim Einkauf gerne auf Kleinstmengen zu beschränken, nur schon alleine weil sie durch ewiglanges lagern nicht wirklich besser werden. Diesen Tipp bekommst Du auch von der Autorin.
Wenn es um unbekannte Gewürze geht muss ich immer an meine Geschichte mit Sumach denken. Ich hatte nicht die geringste Ahnung in welche Richtung das Gewürz geschmacklich gehen könnte. Ich hätte das Buch schon damals gut gebrauchen können und ich kenne auch noch einige andere Leute die von dieser Lektüre profitieren könnten. Okay, jetzt nicht unbedingt die weibliche Person die sich neulich im Wartezimmer beim Zahnarzt mit einer anderen Dame unterhielt. (ja ich hab gelauscht, aber nur wegen der Lautstärke gezwungener maßen). Ich hörte sie sagen „ach, sie würde gar nicht so sehr viel würzen und Lorbeerblätter oder Gewürznelken hätte sie gar nicht im Haus, so etwas würde ihr eh nur den Geschmack verfälschen. Zimt bräuchte sie, aber nur für Milchreis und den gäbe es ja schon gemischt als Zimtzucker. Ach ja, und Safran kannte sie……… aus dem Kinderlied „backe, backe Kuchen“
Trotz elender Zahnschmerzen bewegte ich mich am Rande eines Lachanfalls…
Aber jetzt wieder zurück zu den schönen Seiten des Lebens des Buches. Gleich in der Einleitung nimmt Frau Matthaei den Leser auf ihre spannende Entdeckertour durch die Welt der Gewürze mit. Lexikon oder Kochbuch? Ich greife Worte der Schreiberin auf: Gewürzkochbuch, Genießer-Lexikon, praktisches Handbuch, Inspirationsquelle. Ja all das findet man in diesem Buch und noch viel mehr. Eine Lektüre auf dem Parket der Gewürzaromen die die Tiefen der Geschmacksnuancen beschreibt, wie sie auf dem Sektor der Weinverkoster eine Selbstverständlichkeit ist. Dieses Buch eignet sich hervorragen um einen Sinnestest zu starten. Anhand der tollen Beschreibungen der Gewürze ist es ein leichtes mit den Vorgaben wie sie im Buch stehen, die tatsächlichen Noten zu erkennen. Ebenso wie bei Weinproben. Es kristallisieren sich Eigenschaften heraus, die eben nur dieses Gewürz in dieser bestimmten Konstellation besitzt. Manche Charaktere wecken Erinnerungen an bestimmte Speisen, ebenso wie Parfums an Situationen erinnern. Ich kann mich selbst an ein Erlebnis erinnern das ich auf der Insel Bali mal erlebte. Bei einer Rundreise über die Insel kamen wir an riesigen Wäldern vorbei und bei locker 35°C im Schatten bekam ich Appetit auf Rotkohl, es duftete so fantastisch da und ich konnte mir meine plötzlichen Anwandlungen wirklich nicht erklären. Bis uns erklärt wurde, dass wir gerade durch einen Gewürznelkenwald fahren. Gut, damit war das dann auch geklärt.
Ich schweife wieder ab und kann es nicht begreifen, denn ich bin ganz gefesselt von dem Buch. Ein Buch für Entdecker, Kenner und kreative Köche, meine nicht nur ich. 50 Gewürze erklärt auf 300 Seiten mit 600 Rezepten. So steht es in der Einleitung. Ja, ich bin noch nicht weiter. Außerdem werde ich permanent von den entzückenden Bildern aufgehalten. Auch bei diesem Werk hat wieder die Spitzenfotografin Luzia Ellert mitgewerkelt. Die Grundlage ihrer Fotos bieten Miniaturmöbel bzw. Gegenstände aus der Puppenwelt, gepaart mit den Gewürzen. Die Puppenmöbel sind keine echten Puppenmöbel, sondern Modelle von tatsächlich entworfenen Möbeln. Ist schon witzig wie sich Chilischoten auf einer Chaiselongue aalen, oder ein Miniaturtisch, vollgepackt mit Gewürzen, auf mich wirkt wie eine Tafel zu einem Gelage. Das Buch macht mir Freude. An dieser Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön an den Collection Rolf Heyne Verlag. Wieder einmal das richtige Händchen gehabt.
Weiter mit dem Buch… Auf jeder Seite wird mein Interesse aufs Neue geweckt. Ich muss sagen das hat die Autorin aber auch clever angestellt. Jedes Gewürz beschreibt sie nach Aussehen, Angebotsform, Geruch und Geschmack. Gibt Anhaltspunkte zur Aufbewahrung, Anwendung in der Küche und Hinweise sofern etwas Besonderes zu beachten ist. Und dann geht es erst richtig los. Wozu passt es? Da steht jetzt nicht nur einfach z.B. Gewürznelke zum Rotkohl, nee, ganz anders. Aufgrund des Aromaprofils wird es bestimmten Speisen zugeordnet. Da gibt es dann die Rubriken Fein und sahnig, Fruchtig-Aromatisch, Würzig-Pikant, Vegetarisch, Raffiniert und edel, Harmonisch oder in Getränken. Aber es geht noch weiter, es werden harmonische Gewürzakkorde aufgezeichnet. Also im Klartext mit welchen anderen Gewürzen gibt es ein Zusammenspiel. Du glaubst jetzt geht es zu den Rezepten? Du musst Dich weiter gedulden. Jetzt kommen erst noch die raffinierten Geschmacksassoziationen. Da werden Anregungen gegeben mit welchen Zutaten dieses Gewürz gut zum Einklang kommt. Du kannst Dich vielleicht an mein persisches Huhn von neulich erinnern. Ich hatte so ein ähnliches Huhn in einem ganz anderen Kochbuch gesehen und anhand der Hilfestellung die ich im Buch bei Frau Matthaei bekam, wurde ich so mutig und konnte ein fantastisches Hühnergericht zaubern. Die Gewürze und Zutaten waren so im Einklang wie man es sich nur wünschen kann. In der Weinsprache würde man sagen, der Wein war rund, und ja das Huhn war auch rund. Ich könnte jetzt noch stundenlang über das handliche Buch im Hardcover schwärmen, aber irgendwann muss ich ja auch mal wieder in die Küche und das Gelernte umsetzten. Für den Fall, dass Du Dir das Buch gerne besorgen möchtest, hier noch die genauen Daten:
LUZIA ELLERT
BETTINA MATTHAEI
DAS GROSSE BUCH DER GEWÜRZE
VON BITTERSÜSS NACH FEUERSCHARF
296 Seiten
19 x 25 cm

Gebunden, laminierter Pappband mit Spotlack, 110 Abbildungen
Erscheinungstermin: 28.03.2013
ISBN-13: 978-389910548-3
€(D) 29,90 / €(A) 30,80 / sFr 40,90

Collection Rolf Heyne Verlag
Auch diese Buchvorstellung gehört zur Aktionwoche "jeden Tag ein Buch"
Falls ich Dich nur mit Tatsachen aus meiner Küche überzeugen kann, habe ich natürlich auf die Schnelle noch ein super Rezept das Du auch mal eben locker in kürzester Zeit als Geschenk fertigen kannst. Im Moment ist doch eh Grillzeit und wie wäre es da mit einer Pikanten Tomatenmarmelade?
500 g aromatische Tomaten
500 g Rohrzucker

100 ml Aceto balsamico
200 ml Apfelsaft
2 Teelöffel Piment d’Espelette
Prise Salz
Die Tomaten häuten, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit Zucker, Essig und Apfelsaft in einen Topf geben und unter rühren zum Kochen bringen.
Bei milder Hitze unter regelmäßigem Rühren ca. 30 Minuten bis zur marmeladenähnlichen Konsistenz einkochen. Mit Piment d’Espelette und einer Prise Salz würzen und sofort in kleine Twist-off-Gläser füllen die zuvor mit kochendem Wasser ausgespült wurden.
Zu Steaks, Braten, Gegrillten oder Fondue.


Freitag, 19. Oktober 2012

Vitamine für den Winter…

Letztens hatten wir im Büdchen noch die letzten Nachwirkungen von unserem Tomatenanbau. Erst blühten die Pflanzen wie verrückt und ich befürchtete schon ich müsste auf dem Markt einen Verkaufsstand anmieten, dann kam ein leichter Kälteeinbruch und die Blüten verkümmerten.
Acht Tomaten und eine kleine, aber die Kleine ist noch immer nicht rot. Ich habe sie schon in eine dunkle Schublade eingeschlossen und sie mit totaler Finsternis bestraft, doch die schert sich einen feuchten Kehricht darum. Jetzt mach mir bitte nicht den Vorschlag und biete mir ein Rezept für Grüne Tomaten an, es geht tatsächlich nur um eine Grüne.
Mit den anderen Tomaten habe ich frisches Brot belegt und eine köstliche Tomatensuppe war auch noch drin.
Der einzige Vorteil an den verfrühten Weihnachtsauslagen in den Geschäften, dass darunter auch richtig frische saftige Orangen zu finden sind. Genau die richtige Zutat die ich für meine Tomatensuppe brauche.
So sehr viel mehr brauchte ich fast schon gar nicht. Okay, Zwiebeln, Gemüsebrühe und für das Häubchen noch Schlagsahne und da das Auge ja bekanntlich mit isst noch etwas Schnittlauch.
So und jetzt die Bastelanleitung mal ganz von vorne und nach Plan.
Orangen-Tomaten-Suppe
200 g Zwiebeln würfeln und in Öl glasig dünsten. Von einer unbehandelten Orange die Schale in Zesten abschälen und den Saft ausdrücken.
Die Hälfte der Zesten sehr fein hacken. Orangensaft und Orangenschale zur Seite stellen. Ca. 800 g Tomaten schälen und in kleine Würfel schneiden.
Die Tomatenwürfel zusammen mit ca. 300 ml Gemüsebrühe und mit der Hälfte des Orangensaftes zu den Zwiebeln geben. Zwei Teelöffel Zucker und die gehackte Schale zugeben und alles gründlich umrühren.
Nun die Suppe gut 15 Minuten auf kleiner Temperatur garen. Die Suppe pürieren, den restlichen Saft angießen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Sahne schlagen. Die Suppe auf Tassen verteilen ein Sahnehäubchen aufsetzen mit Schnittlauchröllchen und Orangenzesten bestreuen.
Schade dass meine Tomatenausbeute so gering war, von dieser leckeren Suppe hätte ich mich auch gut über den Winter bringen lassen.


Freitag, 12. Oktober 2012

Kochen im September…

Neulich musste ich unbedingt noch einige Tomaten unterkriegen und Bohnen lungerten hier auch noch herum. Wie Ihr euch denken könnt, war neulich natürlich vor unserem Urlaub und es war klar, ich musste alles noch vor unserer Abreise verarbeiten. So ganz nebenbei wucherte die Marokkanische Minze als wollte sie einen Wucherwettbewerb gewinnen. Da aber gerade kein Wucherwettbewerb anstand musste die auch noch irgendwo untergebracht werden.
Tomaten, Bohnen und Minze ist jetzt nicht die Kombination die mir täglich unterkommt, aber warum nicht mal neue Wege gehen und es heiß ja nicht umsonst "probieren geht über studieren".
Herr GB ist mit fleischloser Kost ja jetzt nicht unbedingt zu locken also entschloss ich mich noch Hähnchenbrust in die Kombi einzubauen. Die Idee Minzhähnchenbrust mit Tomatenbohnen war geboren.
Erst einmal habe ich eine Marinade aus Öl, Zitronensaft, Knoblauch, Pfeffer, Salz, roter Chilischote und Minze angerührt. Die Hähnchenbrust konnte sich 3 Stunden gemütlich darin aalen.
Zwischenzeitlich wurden die Bohnen knappe 3 Minuten gekocht. Ganz wichtig, bissfest müssen sie bleiben. Die Bohnen abgießen und in eine Auflaufschale geben, darauf die Brustfilets legen und die Minzemarinade gleichmäßig über die Bohnen und die Filets verteilen. Obenauf noch einige Kirschtomaten geben. Die Schale in den vorgeheizten Backofen geben und bei 160° in 35-40 Minuten garen. Also uns hat diese Kombination überzeugt.


Mittwoch, 22. August 2012

Heiße Tage, scharfe Suppe…

Ich weiß, Du wartest seit Tagen auf einen Bericht von mir und willst ein Lebenszeichen haben, aber auch im Pott ist es warm und die Menschen hier leben nicht unterirdisch und hausen im kühlen Stollen, sondern quälen sich bei über 30° zur Arbeit und der Lorenz brennt vom Himmel als hätte er etwas gut zu machen.
Mir ist es ja schon etwas zu heiß, ich würde gerne mal wieder etwas Gutes schmoren, oder einen leckeren Eintopf essen, doch bei dieser Wärme finde ich keine Mitesser die sich für derartige Eskapaden opfern würden. Frag mal in die Runde ob jemand ein Eis essen möchte, oder gekühlten Obstsalat. Da findest Du Esser, soviel hast Du gar nicht an Eis- oder Obstvorrat.
In solchen fällen hole ich mir Rat bei Herrn Klink, Du weißt schon, der Vince der immer so tolle Ideen, oder besser gesagt tolle Rezepte in seinen Büchern hat.
Außerdem kann ich auf diese Art wieder etwas zu dem Jahresevent, der bei foodfreak läuft, beisteuern. 
Eine scharfe Joghurt-Pfirsich-Suppe mit warmen Garnelen. Mit diesem Süppchen kam jeder auf seine Kosten. Herr GB weil es schön kühl war und ich hatte eine warme Komponente. Jetzt sag mal, hättest Du auch zugelangt oder weiterhin auf Eis und Obstsalat bestanden?
Joghurt-Pfirsich-Suppe:
1 rote Chilischote
1 große Fleischtomate
½ Bund Schnittlauch
6 Blätter Zitronenmelisse
2 saftige reife Pfirsiche
½ Zitrone
4 Garnelen
Salz, Pfeffer
Olivenöl ca. 2 Esslöffel
500 g Joghurt 10%
250 ml Gemüsebrühe abgekühlt
1 TL Ahornsirup
Chilischote putzen und fein hacken. Tomaten und Pfirsiche häuten und entkernen. Das jeweilige Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und die Melissenblättchen fein hacken. Alle gehackten und geputzten Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Salat vermischen. Mit Zitronensaft und einem Esslöffel Olivenöl würzen und zur Seite stellen.
Joghurt mit Gemüsebrühe und Ahornsirup vermischen und mit Salz, wie auch mit Pfeffer würzen.
In dem restlichen Öl die Garnelen von beiden Seiten knappe 3 bis 4 Minuten braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
In Suppentassen den Pfirsich-Tomatensalat geben, mit der Joghurtbrühe aufgießen und jeweils mit einer gebratenen Garnele anrichten.



Mittwoch, 8. August 2012

Tortellini getarnt als Ravioli...

Die Petra von foodfreak hat mich mit ihrer Vorlieb zu den Rezepten von Vincent Klink angesteckt. Wie sie auf die Idee kam ein Jahresevent ins Leben zurufen könnt Ihr auf ihrem Foodblog nachlesen. Na auf jedem Fall geht es in ihrem Jahresevent um die Rezepte bzw. um die Kochbücher von Vincent Klink. Sollte Dir Hintergrundwissen zu Vincent Klink fehlen, kannst Du dich auf seinem Blog informieren. Er ist nicht nur einfach einer der vielen Sterneköche, zu seiner Kochleidenschaft gesellen sich noch schriftstellerische Fähigkeiten und über seine Ambitionen zur Musik bzw. zum Jazz kannst Du auch einiges auf seinem Blog erfahren. Den er übrigens selber schreibt und "designert". Ich schweife wieder ab. Also noch mal zurück zur Petra, zu ihrem foodblog und vor allem zu ihrem Jahresevent.
Vor einigen Wochen habe ich ja schonmal bei ihr ein Rezept eingereicht, das ich aus einem Vincentbuch gekocht habe. Da gab es Hähnchen mit Zitronengedöns. Das war echt lecker und ich kann es wirklich empfehlen.



Dann aber musste ich im Büdchen mal wieder einiges Aufräumen und bei meiner Reinigungsaktion wurden die gefühlten tausend Bücher, die hier herumlagen, wieder an ihre angestammten Plätze gebracht. Außerdem hat ein halbgefülltes Kochbücherregal ganz fatale Folgen. Man glaubt es wäre noch irre viel Platz im Regal und kauft wie blöde Bücher die man ja auch noch unbedingt haben muss. Bis man bemerkt, dass die Toleranzgrenze des Gatten bei dem tausend und einstem Buch, das herumliegt, etwas überstrapaziert wird. Außerdem haben die neuen Bücher kein richtiges Zuhause, weil die alten Bücher ihren Stammplatz behaupten. Tja und das leise Anfragen beim Gatten, wie doch noch gleich der Schreiner hieß, der neulich für uns dieses tolle Regal gebaut hat, brachte den geduldigen Schatz auch nicht so wirklich in volle Vergnügungsekstase.
Auf jedem Fall war der Vince bei meiner ganzen hin und her Räumerei irgendwann in den Tiefen der Regalfächer verschwunden und mit im Buch die ganzen bunten Markierungszettelchen, als Anmerkung was ich noch alles nachkochen wollte. Unbewusst wurde damit das Jahresevent bei foodfreak auch von mir auf Eis gelegt.
Dann kam das Okay für ein kleines winziges mickriges Zwergenregal das noch ins Arbeitszimmer passte.
Also wieder Umräumaktion, aber nur eine kleine, Du weißt schon wegen dem Miniregal.

Jetzt frag ich Dich, ob Du dir vorstellen kannst warum solche Umräumaktionen so wertvoll sind??? Genau, Du findest immer etwas wieder ohne das Dein Leben nicht das ist, was es genau jetzt in dieser Minute, ist. Ich hab den Vince wieder gefunden mit all den bunten Markierungszettelchen. Und dann hab ich wieder losgelegt, erst mit dem lauwarmen Tomatensalat und dann mit dieser fantastischen Gemüsesülze. Ich bin mit dem Buch ja nochlange nicht fertig und deshalb habe ich wieder nach Vincents Anleitung gebastelt. Eigentlich sollten es Tortellini werden, ganze 3 habe ich auch geschafft, aber diese Fummelei ist nichts für ein hungriges Klärchen mit einem noch ausgehungertem Herrn GB im Rücken. Also gab es Ravioli, die habe ich ja jetzt schon reiflich geübt und so schlecht sind sie optisch auch nicht geworden. Ich muss nur darauf achten nicht einen meiner Hightech Ravioliformer zu benutzen, dann geht das schon.
Das Rezept ist für 2 Personen, allerdings waren wir danach auch gewaltig satt, also nix für Happsesser.
Tomaten-Ricotta-Tortellini Ravioli
Teig:
150 g Mehl
30 g Hartweizenmehl
3 Eigelbe
1 Ei (Gr. M)
1 Teelöffel Olivenöl
Salz
Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten und gute 30 Minuten, eingeschlagen in Frischhaltefolie, in den Kühlschrank legen. (ich habe von Robert gelernt und finde seinen Tipp den Teig über Nacht im Kühlschrank zu kühlen genial. Der Teig ist entspannt und Du bei der Nudelherstellung auch)
Während der Teig an seinem Wellnessprogramm arbeitet, kannst Du ja vielleicht schon einmal die Füllung machen.

Zutaten:
300 g gehäutete Fleischtomatenstücke
1 Stängel Basilikum
2 Stängel glatte Petersilie
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
20 g getrocknete Tomaten in Öl eingelegt
2 Esslöffel Olivenöl
Salz, Pfeffer
150 g Ricotta
Basilikum und Petersilie fein hacken. Schalotten und Knoblauch schälen, anschließend in feine Würfel schneiden. Ebenfalls die getrockneten Tomaten, auch diese fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauchwürfel leicht andünsten. Tomatenstücke, die frischen und auch die getrockneten, zugeben und innerhalb von 5 Minuten bei starker Hitze zu einer sämigen Masse einkochen. Masse mit Salz und Pfeffer würzen und in eine Schüssel geben. Etwas abkühlen lassen. Dann Ricotta und Kräuter locker untermengen.

Mit der Nudelmaschine den Teig dünn ausrollen (wer lieber mit einem Nudelholz arbeitet, den will ich hier nicht bremsen, nur zu) Die einzelnen Nudelplatten in kleine Quadrate, mit den Maßen 8x8cm, schneiden.
Auf die einzelnen Quadrate jeweils etwas Fülling geben und je zu einem Dreieck falten.
Ich habe die Ränder rundherum um die Füllung mit Eiweiß eingepinselt, dann kleben die Ränder besser zu.
Zwei Zipfel des Dreiecks wie zu einem Ring zusammenfügen und die Ecke die noch kess in die Gegend zeigt, nach hinten wegklappen. Fertig ist die Tortellini!
Ha wenn es nur so einfach wäre. Also solltest Du auch so ein Bastelgenie sein wie ich, mach Dreiecke und fertig, die schmecken auch.

Die Tortellini Ravioli musst Du 4 Minuten in kochendem Salzwasser garen. Anschließend in einer Bratpfanne mit ausgelassener Butter schwenken. Auf Teller verteilen und mit frischgeriebenem Parmesan bestreuen.


Montag, 6. August 2012

Pesto mal ganz anders…

Seit Wochen hatte ich mir ein Pesto für heiße Zeiten vorgenommen und was war dann in der vorletzten Woche? Die Außentemperaturen waren heißer als heiß und Klärchen sucht verzweifelt ihr Tomaten-Aprikosen-Dattel-Pesto im Vorratsregal. Aber der angestammte Platz ist angestaubt und leer. Es ist mir doch tatsächlich durchgegangen dass auch das letzte Glas bereits Verwendung gefunden hatte. Kennst Du den blöden Spruch „wer schön sein will muss leiden“? Wer hungrig ist muss es auch, ich meine jetzt leiden. Ich habe mich geopfert und bei 30°C im Schatten Pesto gemacht. Also ich habe das Pesto in der Büdchenküche gemacht, da war auch Schatten. Der Schatten im Büdchen war allerdings um keinen Deut kühler. Aber das Pesto ist klasse geworden und wenn in den nächsten Wochen die Temperaturen wieder kurz vor Hitzefrei stehen, stehe ich wieder vor meinem Vorratsregal, aber diesmal greife ich nicht ins Leere, nee, jetzt bin ich wieder vorbereitet.
Ich erzähl Dir noch eben schnell wie Du es nachbasteln kann, ich meine ja nur, vielleicht hast Du auch noch Platz im Vorratzregal und willst hamstern für heiße Zeiten.
Du brauchst 120 g getrocknete Tomaten, die übergießt Du mit 200 ml kochendem Wasser und lässt sie quellen.
Dann hackst Du 75 g getrocknete Aprikosen und 50 g getrocknete Datteln ohne Stein klein. Wenn Du einen Blender hast, gibst Du jetzt die gehackten Aprikosen und Datteln mit einem Esslöffel Zitronensaft, einer Messerspitze gemahlene Fenchelkörner, einen Esslöffel Lavendelhonig, einer Prise Cayennepfeffer, einer gehackten Knoblauchzehe, vier Esslöffel Olivenöl und den Tomaten samt Quellwasser in diesen Blender und pürierst alles miteinander.
Das fertige Pesto füllst Du in Gläser und läst einen knappen Zentimeter unter dem Deckel frei. Eh Du die Gläser verschließt schüttest Du noch eine Schicht Olivenöl oben auf das Pesto, dann hält es sich länger.
Das Pesto eignet sich sehr gut auf warmen Ciabatta, Fladenbrot oder Baguette. Doch zu Spagetti ist es im Büdchen der Favorit.