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Dienstag, 21. April 2015

Ich sage es jetzt nicht, dass es schon wieder kein Fleisch gab - Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten…

Eigentlich wäre der Blumenkohl heute noch gar nicht dran gewesen. Aber ich habe eins der bunten Bilder vom Blumenkohl bei Frazebuck veröffentlicht und damit war schon klar, das Rezept muss so schnell wie möglich online.
Jeder kennt sicher Blumenkohl mit brauner Butter oder einer Holländischen Sauce, auch Schinkensahnesauce ist nicht unbekannt, aber wer isst Blumenkohl schon in Tomatensauce!? Tja, und dann auch noch mit einem Kräuterkartoffelpüree. Ein hübscher Teller in den Farben Italiens. Aber es hat nicht nur hübsch ausgesehen, der Geschmack war ebenfalls sehr außergewöhnlich gut und nicht zu Letzt alles in allem recht Figur freundlich und gesund. Ich würde mal sagen, so geht vegetarische Küche, endlich das Zeitalter vorbei, wo Gemüse paniert in Fritteusen baden musste, oder bis zur Unkenntlichkeit in Auflaufschalen geschichtet und mit dicker Sahnesauce überbacken wurden. So jetzt aber genug der Ansprache, hier endlich das Rezept:
Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten
Kräuterkartoffelpüree:
600 g Kartoffeln
2 Esslöffel gehackte Petersilie
1 Esslöffel gehackte Basilikumblätter
1 Esslöffel fein geschnittener Schnittlauch
1 Teelöffel Thymianblätter, fein gehackt
100 ml Olivenöl
Pfeffer und Salz
Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Die Kräuter mit etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen und mit einem Mixstab fein pürieren. Die Kartoffeln abgießen und etwas Kartoffelwasser auffangen.
Die Kartoffeln stampfen und die Kräuterölcreme zu den gestampften Kartoffeln geben.
Alles gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ggf. etwas Kartoffelwasser angießen und unter das Kartoffelpüree rühren. Aber wirklich nur so viel zugeben, bis das Püree schön geschmeidig und eine einheitliche Masse ist.
Blumenkohl in Tomatensauce:
1 Blumenkohl
1 Zwiebel
1 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Butter
500 ml passierte Tomaten
1 Esslöffel Öl
Pfeffer und Salz
Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen, gute 100 g Blumenkohlröschen zurückhalten und in ganz kleine Röschen teilen. Den Blumenkohlstrunk schälen und in kleine Würfel schneiden.
1 Esslöffel Öl mit der Butter in einen Topf geben und erwärmen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und im Ölbuttergemisch glasig dünsten. Die Passierte Tomaten zugeben und mit den Zwiebeln vermischen. Nun die großen Blumenkohlröschen in die Tomatensauce geben und auf kleiner Hitze gar kochen.
Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen und die kleinen Blumenkohlröschen mit den Blumenkohlwürfeln zugeben. Mit Pfeffer und Salz würzen und kräftig anbraten und anschließen gar ziehen lassen.
Backofentomaten:
Ca. 20 Cherrytomaten
Einige Blätter Basilikum
2 Esslöffel Thymianblätter
3-4 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Zucker
Olivenöl, oder noch besser wäre Knoblauchöl
Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, abgießen und sofort in Eiswasser geben. Abgießen und die Haut der Tomaten abpellen.
Die Tomaten in eine Auflaufschale dicht nebeneinander legen. Die Kräuter aufstreuen, mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen. Die geschälten Knoblauchzehen zwischen die Tomaten stecken und mit dem Öl beträufeln. Bei 130°C im vorgeheizten Backofen gute 60 Minuten garen. (Übrigens, die Tomaten kann man auch sehr gut auf Vorrat machen, die schmecken auch so sehr lecker)

Anrichten:
Das Kräuterkartoffelpüree in die Mitte eines Tellers geben. Darauf die Blumenkohlwürfel geben. Den Blumenkohl mit der Tomatensauce rund herum zum Püree geben. Darauf noch kleine gebratene Blumenkohlröschen verteilen. Zwischen den Blumenkohl noch die Tomaten anrichten. Fertig, Essen kommen!!!

Samstag, 18. April 2015

Fleischlos aber glücklich, Linsen-Bolo(gnese) in Rot…

Klar weiß ich was Du jetzt denkst, genau das hat Herr GB sicher auch gedacht- Klärchen spinnt! Aber Klärchen spinnt nicht, Klärchen kocht und zwar Bolognese! Mit roten Linsen!
Okay, okay, alles gut, alles gut, reg Dich nur nicht auf.
Sicher ist das keine Echte, also so ein Original aus Italien, aber durchaus lecker. Eigentlich bin ich auch eher ein Verfechter der Originalen. Nicht umsonst gibt es Traditionsgerichte, wie auch Vorgaben, wie eine Speise zubereitet wird. Klar kannst Du einen Schmorbraten im Dampfgarer, oder Pudding im Backofen machen, aber dann wird es eben *räuspern* äh anders, punkt aus. Und mit den Grundtechniken des Kochen hat das so viel zutun, wie eine Kuh fliegen kann.
Wie oft habe ich in einschlägigen Foren von vegetarischer Bolognese gelesen und mir meinen Teil gedacht. Fast jedes Mal hatte ich den Entschluss gefasst, Klärchen probiere es aus und urteile dann. Ich habe ausprobiert und ich schwenke in diesem Fall die weiße Fahne, lecker. Selbst der fleischverwöhnte Gatte hat Nachschlag verlangt. Eine tolle Alternative für ein fleischloses Mittagessen. Wer fleischlos essen möchte, benötigt also keine Fleischersatzprodukte, es geht auch so, aber das weißt Du ja eh.
Das Einzige was mich jetzt noch störte, war der Namen. Der Begriff Bolognese ist im Büdchen eigens für das Original reserviert. Es widerstrebt mir etwas zu betiteln, das in seinem Ursprung etwas ganz anderes darstellt. Deshalb heißt meine Sauce auch Rote Linsenbolo!
Rote Linsenbolo:
30 ml Olivenöl
200 g Möhren, in kleine Würfel geschnitten
50 g Petersilienwurzel, in kleine Würfel geschnitten
50 g Selleriewurzel, in kleine Würfel geschnitten
100 g Porree in, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 kleine Chilischote, fein gehackt
2 Esslöffel Tomatenmark
200 g Rote Linsen
500 g gehäutete, entkernte Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
250 ml Gemüsebrühe
2 Esslöffel Thymianblätter, fein gehackt
2 Esslöffel Rosmarinnadeln, fein gehackt
Pfeffer, Salz, Cayennepfeffer
Das Öl erhitzen und Möhren, Petersilienwurzel, Selleriewurzel, Porree, Zwiebel, Knoblauchzehe, Chilischote zugeben und leicht anschwitzen. Tomatenmark unter das Gemüse mischen und leicht anbraten. Linsen und Tomatenwürfel zugeben und alles unterheben.
Mit der Gemüsebrühe ablöschen und mit den Kräutern würzen. Alles gut 15 bis 20 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Mit Pfeffer, Salz und Cayennepfeffer abschmecken.
Logisch dass Du die Sauce mit Nudeln servierst. Was zu einer richtigen Bolognese gehört, hat auch bei der Linsenbolo Gültigkeit.

Mittwoch, 18. März 2015

Das Auge isst mit, schön sollte es werden, Spinatcrêpes mit gebackener Quarkfüllung auf Gemüsevariation…

…man hatte ich mir Mühe gegeben und dann war es doch nicht so wie ich es gerne gehabt hätte. Herr GB war ganz begeistert, aber mir war es nicht genug frühlingsfröhlich. Wenn ich an Frühling denke kommt mir sofort ein helles leuchtendes Grün in den Sinn und so sollten auch eigentlich meine Crêpes werden. Aber dafür hätte ich dann wohl eher Lauch statt Spinat verwenden sollen. Aber der Spinat war jetzt fällig, also wurde er auch ins Spiel gebracht.
Vor ewigen Zeiten konnte ich die Schokoladenschwester von einem Dörrgerät überzeugen und jetzt macht sie nicht nur ihre Gemüsebrühe selber, sondern sämtliches Gemüse findet den Weg in den Dörrautomaten. So auch Spinat. Sie trocknete einen ganzen Schwung Spinatblätter und anschließend wurden die getrockneten Blätter zu feinem Pulver gemahlen. Ein Teil ihrer Ausbeute wanderte ins Büdchen und nun in meine Crêpes.
Das Spinatpulver war so farbintensiv, dass der Crêpesteig nach dem Abbacken ein tiefes dunkelgrün hatte, also nicht frühlingsfröhlich, aber durchaus ein guter Vorschlag für Karfreitag.
Ja, bald ist Ostern und so langsam kann man mal an ein Ostermenü denken, oder aber mal zumindest an ein Karfreitag-Essen.
Spinatcrêpes mit gebackener Quarkfüllung auf Gemüsevariation:
Crêpes:
1 Ei, groß
40 g Mehl
200 ml Milch
1 Esslöffel Spinatpulver
Salz
Die Milch mit dem Spinatpulver vermischen und aufkochen, abkühlen lassen und ca. 2 Stunden ziehen lassen. Die Milch durch ein Sieb geben.
Die restlichen Zutaten vermischen und nach und nach die grüne Milch zufügen. Mit Salz würzen. Mit einem Crêpes-Eisen oder in einer Crêpes-Pfanne vier Crêpes backen.

Quarkfüllung:
200 g Quark
1 Ei
100 g Frischkäse
1 Esslöffel Orangenöl
½ Teelöffel Orangenschale, gerieben.
Salz und Pfeffer
Alle Zutaten zu einer geschmeidigen Creme verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Crêpes einzeln jeweils auf ein großes Stück hitzebeständige Frischhaltefolie legen, Quarkcreme aufstreichen und mit Hilfe der Folie aufrollen. Jede Crêpesrolle stramm einzeln in Frischhaltefolie einpacken. Die eingepackten Rollen in ein Dampfkörbchen, oder wenn Du hast in einen Dampfgarer geben und 15 bis 20 Minuten dämpfen. Ich habe es im Dampfgarer bei 85°C gute 15 Minuten gemacht.
Für die Gemüsevariation benötigst Du folgende Zutaten:
1 große Aubergine
1 Thymianzweig
1 großen Zucchino
Zitronensalz
1 Teelöffel Rapsöl
200 g Prinzessbohnen
Bohnenkraut
50 g geräucherter Schinken, fein gewürfelt
Etwas Butter
500 g Tomatenwürfel, (unbedingt die Tomaten häuten und entkernen)
2 Esslöffel Basilikumstreifen
Zucker
Blütensalz
Fleur de Sel, Pfeffer
Olivenöl
Bergkäse oder Parmesan gerieben

Aubergine:
Aubergine in kleine Würfel schneiden und mit Zitronensalz mischen, den Thymian fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Auberginenwürfel zusammen mit dem Thymian gute 10 Minuten weich dünsten.

Zucchino:
Zucchino in kleine Würfel schneiden und in einen Topf geben. Mit Blütensalz vermischen und Wasser ziehen lassen, das dauert ungefähr 10 bis 15 Minuten. Rapsöl zugeben und ebenfalls wie die Aubergine gute 10 Minuten weich dünsten.
Bohnen:
Bohnen putzen und ca. 10 Minuten in Salzwasser garen. Abgießen und in kleine Stücke schneiden. Den Schinken mit ganz wenig Butter auslassen und die Bohnenstücke zufügen. Mit Bohnenkraut, Fleur de Sel und Pfeffer würzen.
Tomaten:
Etwas Olivenöl erhitzen und die Tomatenwürfel darin kurz anschmelzen bis sie warm sind. Mit einer Prise Zucker, Fleur de Sel und einem Hauch Pfeffer würzen. Kurz vor dem Servieren die Basilikumstreifen untermischen.
Teller anwärmen. Mit einem Dessertring jeweils von jedem Gemüse kleine Taler formen. Die Crêpesrollen schräg in Stücke schneiden und auf jedem Gemüsetaler ein Stück von der Crêpesrolle legen.
Leicht mit geriebenem Käse bestreuen. Schnell servieren denn es kühlt schnell aus.
PS: Soll es vegetarisch sein, einfach auf den Schinken verzichten ;-)

Montag, 16. März 2015

Neulich bei der Schnitzeljagd oder Polentaschnitzel auf wildem Salat…

…letztens war ja diese Schnitzeljagd beim Peter und ich ließ es mir nicht nehmen und habe auch ein Schnitzel geliefert. Ein schönes zartes Kalbsschnitzel, der Gatte hatte seine helle Freude. Ein Schnitzel mit Wildsalat und Polentanocken kombiniert. Wie immer wenn es im Büdchen Polenta gibt, habe ich immer ungewöhnlich viel übrig. Ich verschätze mich da regelmäßig. Kannst Dir sicher vorstellen, dass es mir unmöglich war die restliche Polenta einfach mal so zu entsorgen.
Als erfahrener Büdchenleser weißt Du, Herr GB liebt Schnitzel!
Die restliche Polenta hatte ich in eine flache Schale, die ich vorher mit Frischhaltefolie ausgelegt hatte, gestrichen.
Über Nacht konnte die Polenta abgedeckt aushärten, um am nächsten Tag fest genug zu sein, um sie ausstechen zu können.
Okay, ich hatte jetzt keinen Schnitzelausstecher, aber ein Dessertring hat auch gute Dienste geleistet.
Also mit einem Dessertring wurde die Polenta ausgestochen und in ein aufgeschlagenes Ei gegeben. Gut mit Ei überzogen und anschließend rundherum mit Paniermehl bestreut. In einer Pfanne hatte ich bereits Butterschmalz erhitzt, in das ich die panierten Polentaschnitten legte und rundherum goldgelb, ebenso wie die Kalbsschnitzel, gebraten habe.
Den Salat habe ich genau wie hier gemacht, aber da denke ich, solltest Du ganz nach Deinem Gusto handeln.
Den Salat habe ich zusammen mit den Polentaschnitzel auf Teller angerichtet und Herrn GB servieren. Auch wenn ihm sofort auffiel dass es eindeutig keine Kalbsschnitzel waren, hat es ihm trotzdem sehr gut geschmeckt und als vegetarisches Gericht darf ich es ihm bei Gelegenheit durchaus mal wieder vorsetzen. Ging doch schnell und ist obendrein auch noch eine perfekte Polentaverwertung, oder?

Mittwoch, 17. Juli 2013

Tatar vegetarisch, aber nix mit Soja oder so…

…nee, einfach mit Kartoffeln. Mit schönen frischen festkochenden Kartoffeln und frischen Champignons, die Pfifferlinge waren aus. Die Champignons kamen aus der Zucht aus NRW so hat es mir mein Gemüsedealer gesagt. Ja und die Kartoffeln waren aus dem Münsterland. Ich hätte welche aus Israel, von Zypern oder sogar von Arizona haben können, aber nein, ich entschied mich für die aus dem Münsterland. Als Beilage gab es eine Blattsalatmischung. Natürlich frisch!!! Nicht diese Mischungen aus dem Beutel, wobei ich mir vorstellen kann, dass diese Beutelmischungen für Singlehaushalten so verkehrt nicht sind, denn selbst bei zwei Personen isst Du eine Woche Salat, meinst Du es mal gut und machst Dir eine Mischung selber. Für meine Mischung benötigte ich schon gleich drei Sorten. Der Radicchio ist ja recht klein, aber da er auch viele Bitterstoffe hat ist er jetzt bei uns nicht der Favorit Nummer eins, also gibt’s von ihm nur einige Blättchen. Der Feldsalat in meiner Mischung ist mal ebenschnell auf dem Markt gekauft, dort bekomme ich ihn fast blätterweise. Nicht nur hübsch sondern auch wirklich lecker ist der Endiviensalat, allerdings hat auch er Bitterstoffe. Um die Bitterstoffe etwas zubinden eignen sich übrigens ganz hervorragend Kartoffeln. Sicher hast Du schon mal von einer Kartoffel-Vinaigrette gehört, aber auf die habe ich verzichtet, denn als Beilage gab es ja das Kartoffeltatar.
Für das Tatar brauchst Du auch nicht viel, vor allem brauchst Du wenig Zeit.
Kartoffeltatar mit Pfifferlinge Champignons
200 g Kartoffeln in feine Würfel geschnitten
500 g Pfifferlinge Champignons fein gehackt
1 Esslöffel Knoblauchöl von den confierten Zehen
Ein Zwiebel, in feine Würfel gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Salz, Pfeffer, 1 Bund glatte Petersilie fein gehackt
Olivenöl
Gemischter Salat
Salatvinaigrette aus Olivenöl, Akazienhonig und Zitronensaft
Die Kartoffelwürfel zusammen mit der gehackten Zwiebel und den Knoblauchwürfeln im Knoblauchöl anbraten und auf kleiner Temperatur garen. In einer weiteren Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Champignonwürfelchen darin gar braten. Die Pilzwürfel zu den Kartoffelwürfeln geben uns alles gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hälfte der gehackten Petersilie unterheben.
Das Tatar mit Hilfe von Portionsringen auf Teller geben, mit dem Salat anrichten und das Dressing auf den Salat geben. Das Kartoffeltatar mit Petersilie bestreuen, mit etwas größeren gebratenen Pilzen dekorieren und servieren. Total vegetarisch, es fehlt nichts und man benötigt auch keinen sogenannten Fleischersatz.


Dienstag, 9. April 2013

Linsen bringen Glück, aber wohl nur in Italien und zum Jahreswechsel…


…wie ich auf diese wahnwitzige Idee komme willst Du wissen? Kann ich Dir ganz genau sagen, ich hatte neulich Linsen gekocht, aber mein Glück hält sich in Grenzen. Wobei die Definition von Glück ja doch sehr auf die Perspektive ankommt aus der man die Situation gerade betrachtet. Neulich als ich in der Küche meine ungeschickten Turnübungen machte, ja da, da hatte ich Glück. Das ich endlich alle Daten meiner unterschiedlichen Computer bzw. Notebooks auf eine Festplatte abgespeichert und die einzelnen Rechner aufgeräumt habe, da fühlte ich mich auch irgendwie glücklich etwas geschafft zu haben. Aber jetzt ist dieses portable schei.. Dingen abgeschmiert und jetzt frag mich bitte nicht nach Glück. Meine kompletten Daten sind weg, wobei sie eigentlich nicht weg sind, also sie sind noch da, aber diese Festplatte die per USB-Anschluss gestartet wird, fährt nur kurz an und dann bleibt sie hängen. Ich könnte schreien. Ich habe das komplette Internet schon nach Reparaturmöglichkeiten abgesucht, aber egal was ich gefunden habe, ganz gleich mit welchem Experten ich gesprochen habe, alle sagen mir das Gleich das ich nicht hören will. Ich könnte heulen, ach nee schreien. Ich habe beschlossen mein Linsengericht das ich neulich gekocht habe jetzt mal so aus dem Kopf aufzuschreiben. Vielleicht bringt es mir ja doch etwas Glück und einer von Euch hat noch einen Tipp, was ich wegen meiner defekten Festplatte veranstalten könnte.

Jetzt schreibe ich auf jedem Fall mal das Rezept von den Linsen auf die ich neulich gekocht habe, vielleicht möchtest Du sie nachkochen und ich wünsche diese Linsen bringen Dir Glück.

Sahnekartoffeln mit Tellerlinsen

500 g festkochende Kartoffeln
100 g mehlige Kartoffeln
2 Esslöffel Olivenöl
250 g Tellerlinsen
3 rote Zwiebeln in feine Würfel
30 g geriebenen Ingwer
1 Teelöffel gemahlenen Koriander
½ Teelöffel gemahlene Nelken
½ Teelöffel gemahlenen Muskatblüte
1 Teelöffel gemahlenes Ingwerpulver
½ Teelöffel gemahlenen Zimt
Pfeffer und Salz
2 Teelöffel getrocknetes Korianderkraut
1 Prise Chilipulver
500 g Sahne
750 ml Gemüsebrühe
Die Linsen in kaltem Wasser innerhalb von 15 bis 20 Minuten bissfest kochen. Inzwischen die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen, die Kartoffeln mit den Zwiebelwürfeln und dem geriebenen Ingwer anschmoren. Sämtliche Gewürze zugeben und mit Sahne und Gemüsebrühe ablöschen. Die Kartoffeln in dem Sahnegemisch knappe 20 Minuten garen.
Die gegarten Linsen abgießen und zu den Sahnekartoffeln geben.
Evtl. nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mittwoch, 3. April 2013

Fastenzeit ist vorbei, jetzt beginnt *Grüner Kochen*….


Du meinst bestimmt mir sind die Ostertage zu Kopfe gestiegen, habe zu viele Ostereier gegessen, oder mein Küchensturz neulich ist mir schlecht bekommen. Stimmt alles nicht! Also meinen Küchensturz habe ich mittlerweile gut überstanden, ach Du weiß von nichts? Ich habe in der Küche das Fenster geputzt und dabei bin ich auf der Arbeitsplatte auf der ich gestanden habe ausgerutscht. Im freien Fall bin ich ungebremst Richtung Fußbodenfliesen geflogen. In der Spüle bin ich mit dem linken Arm hängengeblieben und wurde so zum Glück in meinem Flug etwas gebremst und habe den Fußboden, Gott sei Dank, nicht geküsst. Es gab Stimmen die behaupteten, ich wollte das Bodenküssen üben um mich als Anwärterin als Päpstin zu bewerben. Aber ich kann Euch beruhigen, ich bleibe Euch im Büdchen erhalten und ich kann auch wieder auf Düvel komm raus tippen bis die Balken krachen. Ich kann Euch was sagen, ich habe gekocht und gelesen, dann wieder gelesen und gekocht. Tja und eins der ganz tollen Bücher liegt vor mir und ich muss sagen da sind so schöne Rezepte drin, im Moment ist das mein ganz großer Favorit.

Der Titel lautet *Grüner Kochen* und ist aus dem Jan Thorbecke-Verlag. Nicht das Du bei dem Titel falsche Schlüsse ziehst, es ist kein Vegetarisches Kochbuch, es animiert lediglich dazu weniger Fleisch und mehr Gemüse zu essen. Das ist genau das was mir vorschwebt, Fleisch als Beilage zu sehen, aber nicht gänzlich darauf verzichten zu wollen, oder gar müssen. Dieses Buch hängt sich nicht missionarisch an die Fersen der Verbote, sondern ist eher in Sachen Aufrüttelung zum bewussten Umgang mit Fleisch. Informationen zu *Statussymbol Fleisch*, *Verantwortungsvoller Tierhaltung*, *weniger Fleisch – mehr Gesundheit*, aber auch zum *Umweltaspekt* sind in diesem Buch zu finden. Die Autoren Juliana Neumann und Alexandra Medwedeff möchten mit diesem Buch an die Essgewohnheiten unserer Großeltern anknüpfen. Sie weisen darauf hin, dass regional und saisonal gekocht wurde, dass die Woche am Freitag mit Fisch endete, am Sonntag ein guter Braten auf dem Tisch stand und mit viel Glück die Woche mit Fleischresten startete. Sie verdeutlichen wie wichtig Gemüsegerichte sind um Krankheiten vorzubeugen.

Wie gesagt, ein Buch ganz nach meinem Geschmack.
Es startet mit einer Einleitung in der der Sinn und der Zweck des Buches aufgeführt wird, welches Ziel die Autorinnen verfolgen.
Dann geht es auch schon gleich weiter mit Kleinen Köstlichkeiten. Suppen, verschiedene Sorten Bruschette, Aufstriche und Dips, wunderschöne Salate, eben Einiges um die Sinne für einen genussvollen Hauptgang zu locken.
Dann hat Gemüse in einigen Rezepten seinen Auftritt als Hauptgang. Nicht ein Rezept das ich aus diesem Bereich ausprobiert habe, dem Fleisch fehlte. Das Rezept vom Blumenkohl ist auch aus diesem Buch und wie lecker es war hast Du bestimmt schon im März gelesen.
Nach den Gemüsehauptrezepten kommen Rezepte für den Freitagsfisch und da das Buch ja an Großmutters Gewohnheiten angelehnt ist, folgt logischerweise das Kapitel mit den Sonntagsbraten. Als Abschluss dürfen natürlich auch die süßen Genüsse nicht fehlen und auch hier gibt es eine wirklich köstliche Auswahl.
Am Ende wirst Du in diesem Buch noch mit Anregungen für Wochenmenüs für jede Jahreszeit verwöhnt. Also nur für den Fall das sich mal die Kochleere in Deinem Kopf breit macht. Wie in jedem guten Buch findest Du natürlich auch hier ein richtig gutes Register das keine Wünsche offen lässt.
Nun zu den Rezepten die mit hübschen natürlichen Bildern begleitet werden. Wie schon erwähnt, ich habe reichliche Rezepte nachgebastelt die ich hier im Gourmet-Büdchen bei Gelegenheit auch immer mal wieder vorstellen werde. Die Rezepte sind gut verständlich, schnell nachzuarbeiten und auch für überzeugte Fleischesser äußerst schmackhaft und wie ich von Herrn GB (der aus der Fraktion Fleischesser stammt) erfahren habe, fehlte ihm einfach nichts.
Das Buch ist als Erstauflage 2013 erschienen, hat ein Format von 22 x 25 cm mit 160 Seiten und zahlreichen Fotos. Es hat ein Hardcover mit Schutzumschlag und ist unter folgenden Daten zu erwerben:
ISBN: 978-3-7995-0228-3

Als kleinen Leckerbissen habe ich heute Polenta mit Kräuterkruste für Euch
4 rote Paprika
3 Esslöffel Schlagsahne
Thymianblättchen von 6 Zweigen
500 ml Gemüsebrühe
125 g Maisgries für Polenta
2 Esslöffel geriebenen Parmesan
50 g gemischte Kräuter
Kräutersalz, Pfeffer
4 Esslöffel geriebenen Parmesan
Olivenöl
Die Paprika putzen und in Stücke schneiden. Mit der Schnittseite nach unten auf ein Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei 250° C solange braten bis die Haut braun ist und Blasen wirft. Die Paprikastücke mit nassem Küchenpapier, das unter kaltem Wasser angefeuchtet wurde, abdecken. Die Paprikahaut lässt sich jetzt ganz leicht abziehen. Die abgezogene Paprikastücke mit den Thymianblättchen und der Sahne pürieren.

Den Maisgries mit der heißen Gemüsebrühe übergießen und quellen lassen. Die zwei Esslöffel Parmesankäse unterrühren und in eine eckige Schale füllen, die vorher mit Backpapier ausgelegt wurde. Wenn man das am Tag vorher macht, wird sie in aller Ruhe schon fest zum Ausstechen.

Aus den Kräutern, dem Olivenöl und dem Parmesan eine schöne Kräuterpaste rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Aus der Polenta Blumen, oder andere Formen ausstechen in eine gebutterte Auflaufschale legen und mit der Kräuterpaste bestreichen. Die Polentablumen gute 20 Minuten im Backofen bei 220° C im vorgeheizten Backofen backen.
Zwischenzeitlich die Paprikasauce erwärmen. Alles zusammen auf Teller anrichten und servieren. Bei solch tollen Rezepten kann die Fastenzeit doch ruhig weitergehen, oder!?