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Dienstag, 6. März 2012

Spinatravioli mit Blumen...

Nein ich habe nicht diese pestizidbelasteten Rosen gekauft oder geschenkt bekommen, vor denen schon zum Valentinstag gewarnt wurde. Man(n) sollte Bio- oder Fairtradeblumen kaufen! Meine Frage warum diese Nachricht ausgerechnet zum Valentinstag kam wäre, sollte dieses eine Werbeaktion für oder gegen den Blumenhandel sein, oder tatsächlich Informationen über die Missstände in unserer Welt? Ich bin erschüttert, bringt Herr GB doch häufig Blumen mit ins Büdchen um es aufzuhübschen. Sehen immer klasse aus, aber was drin steckt ist unbekannt.
Diesmal hat sich Frau um die Blumen gekümmert, zumindest um die, die auf dem Teller liegen. Wachteleierblumen!!! Sieht aus wie eine Blume, ist aber keine! Die habe ich auf Ravioliblumen drapiert! Logisch, beides gibt es nicht in der Natur. Die Zutaten für die Ravioliblumen habe ich sehr fürsorglich ausgesucht und hoffe mal dass sie pestizidfrei sind, wobei wissen werde ich es wohl nie. Ja so ist das Geschäft mit den Blumen, ganz schön mies vor allem für die, die sie lieben...
Wachteleier auf Spinatravioli mit Minitomaten
150 g Mehl
75 g Eiweiß
Salz
Aus Mehl, Eiweiß und Salz einen geschmeidigen Teig herstellen. Sollte der Teig zu trocken sein, noch einige Tropfen Wasser unterkneten. Bei zuviel Feuchtigkeit bitte Mehl einkneten.
Den Teig zu einer Kugel formen und ihn gut 60 Minuten ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Füllung herstellen. Zwei Schalotten würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. Zwei Zehen confierten Knoblauch zu den Zwiebelwürfeln geben und mit dünsten. Nun eine gute Handvoll geputzten Spinat zu dem Knoblauch und den Zwiebelwürfeln geben und kurz dünsten.
In einen hohen Becher füllen, salzen, pfeffern und 2-3 Esslöffel Ricotta untermischen. Nun noch 1 Eiweiß dazugeben und alles zusammen mit dem Mixstab pürieren.
Den Nudelteig auswalzen, auf die einzelnen Nudelplatten kleine Spinathäufchen geben, die Ränder mit Ei bepinseln (ich habe auch das mit Eiweiß gemacht) und mit Blumenform ausstechen.
Salzwasser zum Kochen gebracht und die Ravioli einzeln in das kochende Wasser gegeben. Wenn sie oben schwimmen sind sie übrigens gar!
In einer Pfanne Olivenöl geben Cherrytomatenrispen in das heiße Öl geben die Tomaten mit Zitronensalz und frischen Pfeffer würzen. Bei geschlossenem Deckel bissfest dünsten. Tomaten in eine vorgewärmte Schale geben und warm halten. Das Öl und die Tomatenflüssigkeit die sich in der Pfanne gesammelt haben mit zwei Esslöffeln eiskalter Butter binden.
Während die Ravioli im Salzwasser ziehen, und die Tomaten vor sich hin dünsten eine weitere kleinere Pfanne erhitzen, wenig Butter zum schmelzen bringen und pro Person 3 Wachteleier auf geringer Hitze darin braten. Da die Schale der Wachteleier recht hart ist, eignet sich zum öffnen ein Sägemesser.
Die Ravioli auf vorgewärmte Teller geben, die Wachteleier mit einer Blümchenform ausstechen und auf die Ravioli setzen. Den Butter/Tomatensud auf die Ravioli geben und ggf. alles och mit wenig maldon salt bestreuen.


Dienstag, 19. April 2011

Geburtstagsboykott...

Irgendwie stecke ich noch im März und Schuld ist eindeutig Ostern. Seit Wochen warte ich auf dieses Fest und will Osterstimmung im Büdchen machen. Nur es war doch immer noch nicht der richtige Zeitpunkt und nun ist es keine Woche mehr hin. Sämtliche Dekohasen vom letzten Jahr wohnen noch im Keller, in ihrem Winterquartier bzw. Sommerwohnsitz. In jedem Jahr zieht hier ein neuer Hase ein, manchmal auch zwei und nach Ostern ziehen sie zu den Anderen. Ja und in den letzten Tagen war ich nur mit dem kulinarischen Teil von Ostern beschäftigt und deshalb sind sie alle noch unten schön eingepackt vor Sonnenstrahlen und Bodenfrost. Außerdem ist die Vorfreude auf Ostern schon wieder etwas abgeklungen, weil ich mich jetzt auf etwas anderes freue will und zwar auf meinen Geburtstag.
In diesem Jahr ist Ostern blöd, erst so spät und dann hab ich Ostersonntag auch noch Geburtstag. An Geburtstagen gehen Herr und Frau GB eigentlich immer chic essen, Ostern auch an einem Tag, nur wir zwei, ganz gemütlich und schön. Aber Ostern ist eben Ostern und Geburtstag ist eben Geburtstag. Ich will nicht beides an einem Tag haben! Ich will mich erst auf Ostern freuen und dann auf meinen Geburtstag und zwar richtig lange auf jedes Fest einzeln, so.
Außerdem gibt es zu Ostern immer Osterglocken und schöne Zweige die geschmückt werden und zum Geburtstag sind die Tulpen dran. Allerdings gibt’s vom Schatz immer einen dicken Strauß Rosen, den werde ich mir in diesem Jahr wohl auch vonne Backe putzen können, ich sach nur Ostermontag!!! Wenn ich mir so überlege, ich soll zu meinem Geburtstag Eier färben, wie blöd ist das denn?
Nööö, die bunten Eier werde ich erstmal boykottieren, da mach ich nur Soleier und vielleicht boykottiere ich auch den Geburtstag und geh nicht hin...


Für 18 Soleier braucht man ein großes Glas mit Deckelverschluss in dem die Eier zwischen 3 Tagen und einer Woche ziehen können. Die Eier werden hart gekocht, und mit dem Griff eines Messers leicht angeklopft, dass die Schale reißt aber nicht auf- oder abspringt. Die Eier müssen abkühlen und in der Zwischenzeit kann die Sole hergestellt werden. Dafür mischt man 1Liter Wasser mit 200 g Meersalz, kocht es auf und löst das Salz darin auf. Die Eier werden mit Lorbeerblätter, Nelken und Piment in das große Glas gefüllt. Nun die Sole über die Eier gießen bis die Eier komplett bedeckt sind. Es ist normal, das die Eier oben schwimmen, das liegt an dem Salzgehalt im Wasser.
Da wir zu einem Osterfeuer gehen und jeder Leckereien mitbringt, habe ich außerdem auch noch ein Glas Soleier mit Wachteleier gemacht.
Das ist das gleiche Verfahren wie bei den großen Hühnereiern.

Aber wie werden sie gegessen?
Zu den großen Soleiern reicht man Essig, Öl, Senf und Pfeffer.
Man halbiert das Ei, nimmt das Eigelb heraus, gibt in die Aushöhlung Essig und Öl. Setzt das Eigelb wieder ein, betupft es mit Senf und mahlt feinen Pfeffer auf. Und nun kommt der Moment!!! Die ganze Hälfte mit einem Haps in den Mund schieben. Die ganz Harten trinken einen klaren Schnaps nach.
Die kleinen Wachteleier werden etwas anders gegessen. Allerdings das Wachtelei auch nach dem Pellen halbieren, nun aber auf das Eigelb Balsamicoessig träufeln. Kein Senf, kein Öl, kein Pfeffer, aber auch mit einem Haps in den Mund. Bei so einem edlen Haps sollte man schon Wert auf einen richtig guten Balsamicoessig legen.
Es muss zwar nicht der sündhaft teure, in alten Eichenfässer dachbodengelagerte Essig sein, aber auf handelsübliche Balsamicoreduktionen oder auf diese karamellisierten Billigessige, sollte man sich selbst zur Liebe verzichten. Dann lieber einen anderen aromatischen, gutgereiften Essig nehmen.

Mittwoch, 13. April 2011

Strammer Max in homöopathischer Dosis macht auch satt...

Wir hier im Büdchen lieben essenstechnisch ja Kleinigkeiten, Kinkerlitzchen, Miniportionschen. Sie sehen nicht nur schön aus, sie sind auch gut zu essen und das Geniale, man kann auch unterschiedliche Dinge probieren. Außerdem ist es bei „nicht mögen“ nicht ganz so unangenehm, wenn noch ein kleiner Haps übrig bleibt. Na ja und viel kann es ja eh nicht sein, weil die Portion ja vorher schon klein war. Ich weiß, hier wird jetzt so der eine oder andere schmunzeln, im Pott und Miniportionen ist eigentlich so weit von einander entfernt, wie der Mond von der Erde. Aber das stimmt nun ganz und gar nicht, das war mal so, doch seit wir Kulturhauptstadt im letzten Jahr waren, weiß jetzt fast jeder was alles Kultur ist und das geht bei weitem über das berühmte Kulturtäschchen hinaus.
Nun ist es aber so, da gibt es Leute aus dem Süden, Norden oder Osten die glauben tatsächlich Städte wie Düsseldorf oder Köln gehören auch noch zum Pott. So ist das aber nicht, nee bei weitem! Die Rheinländer zählen sich nicht zum Pott, aber ich kenne auch keinen aussem Pott dem man einen Gefallen erweist, indem man ihn zum Rheinland mischt.
Fein essen können sie beide und wenn es mal so richtig lecker schnell und deftig sein soll, greifen auch beide gerne mal zum strammen Max. Schnittchen Brot mit Butter bestreichen, schön lecker Schinken drauf, hier im Pott den rohen Schinken, aber ich glaube im Rheinland geht auch beides. Dann noch Gurkenscheibchen von der Essiggurke und obendrauf das gebratene Spiegelei. Das Weiße schön fest, zum Rand hin etwas knusprig, aber das Gelbe darf nur von unten leicht gebraten sein. Im Idealfall ist das Eigelb oben weich und noch etwas flüssig. Sticht man hinein, muss es wie warmer Wachs über das Brot laufen.
Tja, aber wie bekommt man einen Strammen Max in homöopathischer Dosis?
Der Trick ist, Brotscheiben in der gewünschten Größe ausstechen, Butter drauf, Schinken in kleine Stücke reißen und auf dem Schnittchen verteilen, dann auch Gurkenscheibchen, nur weniger und obenauf ein kleines Spiegelei! Wie wäre es mit einem Wachtelspiegelei?
Dieser kleine stramme Max ist auch mal ein nettes Amuse-Gueule und sollten nur Leute aussem Pott und aus dem Rheinland zum speisen kommen, macht man einfach etwas mehr...
Der Auslöser für den kleinen strammen Max hat eigentlich Zorra geliefert, oder doch eher der Edekaner von Chef, der Metzger hat gesagt, denn der ist noch bis zum 15.04.2011 der Gastgeber für das Event auf Zorra´s Blog. Das Thema ist "eine kulinarische Reise durch das Rheinland" da wir vom Büdchen gerne mal an den Rhein fahren, obwohl wir vor der Haustür die Ruhr mit ihren herrlich schönen Stauseen haben, wollten wir uns diesen Event nicht entgehen lassen.
Blog-Event LXVI  - Eine kulinarische Reise durch das Rheinland (Einsendeschluss 15.04.2011)

Erst sollte es der Have Hahn werden, aber der stramme Max in homöopathischer Dosis macht auch satt...

Sonntag, 10. April 2011

Suppengeneralprobe für Ostern mit Mälzer und Co…

Ich liebe den Frühling, für mich ist er die schönste Jahreszeit. Alles erwacht zur Blüte und krabbelt aus dem Winterschlaf. Die Luft ist rein und klar, die Sonne wärmt, aber piekt noch nicht auf der Haut. Morgens ist es zwar noch kühl, doch im Laufe des Tages erwärmt sich die Luft und die zarte Wärme ist schmeichelnd und nicht stickig. Natürlich hat jede Jahreszeit seinen Reiz und ist wunderschön, nur der Frühling hat für mich einen klitzekleinen Kick mehr. Hmm, ob es daran liegen könnte, dass ich im Frühling geboren bin, oder weil ich nur schöne Erinnerungen an den Frühling habe? Es ist müßig das zu erforschen, also wird es wohl immer ein Geheimnis bleiben.
Im Frühling gibt es auch die ersten frischen Kräuter wieder und gestern auf dem Markt konnte ich mich fast wieder nicht entscheiden welche Kräuter ich kaufen soll. Hinterher habe ich mich für Kerbel, Sauerampfer, Estragon, Schnittlauch, Bärlauch und Petersilie, natürlich die Glatte, entschieden.
An einem Anderen Stand sah ich diese super schönen Wachteleier, also gingen die auch noch mit.
Ich klapperte mit Herrn GB noch den einen oder anderen Stand ab und die Taschen wurden immer voller!
Tja und dann hatte ich ein Blackout, was soll ich denn jetzt kochen?
In solchen Fällen hilft mir immer der Stapel neue, unbenutzte, noch nicht gelesene Kochbücher. Ich bringe es nur nochmal eben kurz und bündig in Erinnerung, meine Lieblingslektüre: Kochbücher, Kochbücher, Kochbücher.
Im Stapel habe ich das Buch vom Mälzer und Witzigmann gefunden.
Die Zwei haben darin eine legierte Kräutersuppe mit Wachteleier. Die Zutaten waren wie maßgeschneidert und überschaubar, solche Rezepte gefallen mir.
Ich habe das Süppchen mit Abwandlungen nachgebastelt und bin zum Entschluss gekommen, das ist ein Süppchen für Ostern, dann aber ohne Mälzer und Co…
1 Bund Kerbel
1 Bund Estragon
1 Bund Sauerampfer
1 Bund glatte Petersilie
1 Scheibe Toastbrot ohne Rinde
1 Esslöffel Butter
400 ml Gemüsebrühe
Salz und Muskatnuss
200 ml Sahne
200 ml Milch
14 Wachteleier
4 Eigelbe
3 Esslöffel eiskalte Butter
Die Kräuter hacken und 8 Teelöffel für die Dekoration zur Seite stellen. Das Toastbrot in kleine Würfel schneiden, ein Esslöffel Butter in einer Pfanne erhitzen und die Würfel rundherum braun anbraten, ebenfalls zur Seite stellen. Die Wachteleier in kochendem Salzwasser ca. 3 Minuten kochen, in kaltem Wasser sofort abspülen und pellen.
Die Milch mit der Sahne und den Eigelben verschlagen.
Die Gemüsebrühe erhitzen, die Kräuter in die Brühe geben und nicht mehr kochen. Nun etwas Brühe in die Sahne-Milchmischung geben, verrühren und anschließend alles nach und nach in die Brühe gießen. Nun die Suppe nur noch ganz langsam erwärmen und dabei ständig rühren. Die Suppe darf nicht mehr kochen sonst gerinnt sie. Nun noch die eiskalte Butter in die Suppe schlagen und so die Suppe binden. Suppe in vorgewärmte Teller geben, Wachteleier halbieren und jeweils 7 Hälften in die Suppenteller geben, mit den restlichen Kräutern bestreuen und wenn man hat, noch Schnittlauch auflegen. Die gerösteten Brotwürfel nach Bedarf zur Suppe reichen. *ich habe die Brotwürfel zwar gemacht, aber prompt vergessen*