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Mittwoch, 30. Mai 2012

Berliner Weisse-Gelee mit Waldmeistersahnecreme, garantiert ohne Kopfschmerzen…

Seit ewigen Wochen warte ich auf den Tag der langersehnten Kräuterwanderung an der ich unbedingt teilnehmen wollte. Am 19.05 war es endlich soweit, die Wanderschuhe wurden gepackt und ab zum Treffpunkt. Die Kräuterhexe Frau Stöcker (sie wird es mir verzeihen) stand in den Startlöchern und ganz zwanglos konnten wir teilnehmen. Einen kleinen Beitrag von 3 € zahlten wir an den Kneipp-Verein, doch dafür bekamen wir geballtes Wissen und manch ein Kräutermärchen wurde entzaubert. So z.B. das die Blüten vom Bärlauch giftig sind oder der Verzehr von Waldmeister absolut ungesund ist, wenn er blüht. Richtig ist, dass der Bärlauch nicht mehr geerntet werden soll wenn er blüht, weil er ab jetzt eine Ruhepause benötigt und er sich über den Samen der Blüten vermehrt. Würde man weiter unbedenklich ernten, könnte er sich nicht weiter vermehren und die Ernten in den kommenden Jahren würden immer geringer ausfallen.
Beim Waldmeister ist es ähnlich, nur bei ihm gehen sämtliche Bitterstoffe noch in die Blüten, was ihn nicht unbedingt schmackhafter macht, aber deshalb ist er nicht gleich giftig. Der Anteil von Cumarin ist in den Blüten höher als im Laub und Cumarin ist verantwortlich für Kopfschmerzen. Laut Frau Stöcker müsste man locker 2,5 bis 3 Liter Waldmeisterbowle trinken um vom Cumarinanteil Kopfschmerzen zu bekommen. Aber ich denke ich würde von 3 Liter Bowle auch Kopfschmerzen bekommen wenn gar kein Waldmeister im Gesöff gewesen wäre.
Jetzt aber weiter zu meinen Kräutererkundigungen. Logisch das ich einiges gelernt habe und in den nächsten Wochen immer malwieder von meinen neuen Erkenntnissen berichten werde. Die Kräuterwanderung war so informativ, da muss ich alles erst einmal sacken lassen um es entsprechend anwenden zu können. Außerdem bin ich überzeugt eine Auffrischungswanderung machen zu müssen, denn trotz Notizzettel und Küchenknipse werde ich einiges vergessen.
So ganz nebenbei bin ich im Moment auf der Suche nach einem richtig tollen Kräuterbestimmungsbuch, über Tipps würde ich mich sehr freuen. Wer eine Empfehlung hat den möchte ich bitten sie mir mitzuteilen, über jeden Ratschlag bin ich total dankbar. Sicher wollt Ihr mich bei meinen Kräutererkennungen unterstützen und ich kann doch nicht nur Waldmeister zu mir nehmen, auch wenn es das Kraut ist das ich garantiert erkenne und mit nichts verwechsel.

Deshalb gibt es heute auch wieder Berliner Weisse, auch wieder als Gelee. Ich weiß, das habe ich Euch gestern erst präsentiert, aber heute gibt es die Weisse als Dessert und ohne Fisch. Herrn GB hat das Berliner Weisse-Dessert besser geschmeckt als die Vorspeise mit der Weisse, aber das ist ja auch kein Wunder, er ist ja eh bei uns die Schleckerschnute.
Berliner Weisse-Gelee mit Waldmeistersahnecreme
1 Flasche Berliner Weisse 0,3 Liter
6 Blatt Gelatine
Saft einer ½ Zitrone
Berliner Weisse auf Zimmertemperatur bringen und in einen Topf gießen. Ganz langsam erwärmen und ggf. mehrfach abschäumen. Also wirklich nur gemach erhitzen, sonst schäumt es über. Gelatine in etwas Wasser quellen lassen, ausdrücken und anschließend in der warmen Berliner Weisse auflösen. Mit dem Zitronensaft würzen und auf vier Gläser gleichmäßig verteilen. Im Kühlschrank erstarren lassen.

Waldmeistersahnecreme:
200 ml Sahne
150 ml Creme double
Ein Sträußchen Waldmeister angewelkt oder eingefroren, dann gibt der Waldmeister mehr Geschmack ab und er ist viel aromatischer
Einige gelbe und grüne Zuckerpunkte für die Dekoration
Pro Glas einen Esslöffel Waldmeistersirup
In die Sahne den Waldmeister legen und gut eine Stunde ziehen lassen. Die Waldmeistersahne mit dem Creme double vermischen und aufschlagen. Auf das Gelee jeweils einen Esslöffel Waldmeistersirup geben und mit der aufgeschlagenen Sahnecreme auffüllen. Mit den bunten Zuckerpunkten bestreuen und mit langen Löffeln servieren.

Übrigens, Slow Food hat neulich auch über die Kräuterwanderung mit Frau Stöcker berichtet, allerdings waren sie in Begleitung mit dem WDR unterwegs. Ein Bericht wird am 01.Juni 2012 um 18:20 Uhr im WDR gesendet.


Freitag, 27. Mai 2011

Das Büdchen ein Kloster-, Saft-, ähhh Sirupladen...

Heute habe ich Euch mal etwas ganz anderes mitgebracht, ich dachte eh er in voller Blüte steht ernte ich ihn und mache na, was daraus??? Salat? Nein! Marmelade? Nein! Naaa? Was bleibt da noch übrig?
RICHTIG, Sirup!
Ja Ihr könnt ruhig rum moppern, das Moppern kenn ich schon von Herrn GB, zwar bei anderen Dingen, aber moppern ist moppern. Und wenn es dann um leckeres Eis geht für das ich den Sirup z. B. benutze, oder Sirup in Mineralwasser, oder im Sektchen, oder, oder, dann hat keiner seltsamerweise etwas zu moppern, dann essen und trinken alle mit.
Außerdem habe ich hier einen guten Namen zu vertreten, Klärchen Kompott alias Hildegard v. Bingen die heilige, the Queen of Sirup, also bitte, noch Fragen?
Damit ich Euch nicht zu sehr mit diesem Schlabberwasser auf die Nerven gehe, mache ich es heute kurz und schmerzlos. Allerdings möchte ich mir doch noch eine gewisse Großzügigkeit vorbehalten.
Großzügig wie ich bin, habe ich Euch heute gleich zwei Siruprezepte mitgebracht, da freut Ihr euch jetzt aber sicher alle wie Bolle.
Zwei bestimmte Sorten Sirup sind im Büdchen so oder so Pflicht, zum Ersten Holunderblüten- und zum Zweiten Waldmeistersirup. Die Holunderblüten stehen hier in voller Blüteknapp schon vor der Abblühte und der Waldmeister blüht auch schon in einem Eckchen, aber im anderen Eckchen treibt er noch und die ersten Triebe zur Blüte lassen noch etwas auf sich warten. Also wird der Holunderbusch geplündert und der Waldmeister im Eckchen gemäht.
Welche Gesundheitswerte jetzt die Holunderblüten oder der Waldmeister haben kann ich Euch leider nicht sagen, denn ich bin weder die Hl. Hildegard noch eine Enkelin von ihr. Das letztere ist wohl selbsterklärend und ach ja , hier wir sind hier nicht im Kloster, nicht im Saft und auch nicht im Sirupladen. Nööö, wir sind noch immer im Büdchen…
Holunderblüten pflücken, mindestens 30 Dolden, ach ja und nur bei Sonnenschein. Die Dolden gut ausschütteln und von allem Getier befreien. Nach Möglichkeit nicht waschen, sonst wäscht man den ganzen Blütenstaub ab. Die Dolden in eine große Schüssel geben und mit 3 Liter abgekochtem Wasser übergießen. Dieses Gemisch abgedeckt gut 2 Tage in der Sonne stehen lassen. Nach 2 Tagen die Blüten durch ein Tuch filtern und das Blütenwasser auffangen. Mit 2 kg Zucker und 20 g Zitronensäure mischen und aufkochen. Abschäumen und gute 45 bis 60 Minuten auf mittlerer Temperatur zu einem Sirup einkochen.
Heiß in Flaschen füllen und sofort verschließen.
Für den Waldmeistersirup ein dickes Bund Waldmeister (ca. 30g) entweder einfrieren und mindestens 3 Tage bis zum Verbrauch eingefroren lassen,
oder ein Bund Waldmeister gut 2 Tage welken lassen eh er Verwendung findet.
Ein Liter Wasser mit 750 g Zucker zu einem Sirup aufkochen und abkühlen lassen. Eine Zitrone gut waschen halbieren und in feine Scheiben schneiden. Den eingefrorenen oder angewelkten Waldmeister mit den Zitronenscheiben in eine Schüssel geben und mit dem Sirup übergießen. Im Kühlschrank abgedeckt gut 1 Woche ziehen lassen. Das Waldmeistergemisch durch ein Tuch filtern, den Sirup aufkochen und ggf. abschäumen.
Wer ihn gerne richtig grün haben möchte sollte einige Tropfen grüne Lebensmittelfarbe in den Sirup mischen.
Dann aber auf jedem Fall heiß in Flaschen füllen und gut verschließen. Auf diesem Erfolg kann man aber auch sofort eine eiskalte Berliner Weiße trinken…