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Donnerstag, 11. Februar 2016

Keine Zusätze, kein Fleisch, keine Tüte, kein Gedöns, oder ganz einfach eine schlichte Minestrone…

…auf dem Weg vom Büro zum Parkplatz (keine 500 Meter) schaue ich gerne nochmal eben schnell ins Smartphone. Manchmal gebe ich in die große Suchmaschine Tante Gockel oder so ähnlich, ein-zwei Zutaten/Begriffe ein und schaue was die große Tante ausspuckt. Neulich hab ich nach Suppe mit Tomaten gesucht. Die Tante faselte etwas von italienischer Gemüsesuppe. Plötzlich musste ich an den Kochunterricht damals in der Schule denken. Die Lehrerin, Fräulein Jellinghaus. Ja, Du kannst ruhig grinsen, aber damals sagte man tatsächlich noch Fräulein und so manches Fräulein legte auch äußerst großen Wert darauf ein Fräulein zu sein und durchaus auch zu bleiben. Wie das damals bei dem Lehrerinnen-Fräulein war kann ich Dir gar nicht mehr sagen.
Ich kann Dir auch nicht mehr sagen, ob ich sie nett oder blöd fand. Sie war für mich einfach nur ein Fräulein, irgendwie ganz ohne Bewertung. Das Fräulein unterrichtete Kunst, Religion und Hauswirtschaft und im Letzteren haben wir gekocht. Und gar nicht mal so schlecht.
Es stand nicht viel Geld zur Verfügung (ja auch damals hatten die Kassen für Bildung schon einen engen Gürtel), also musste preiswert gekocht werden.
Es wurden einfache Gerichte gekocht, einfach, schnell und gut, denn schließlich hatten wir lediglich 2 Unterrichtsstunden zur Verfügung und in den 90 Minuten wurde z.B. Gemüse gewaschen, geschnibbelt, gekocht, gegessen.
Am Anfang der Stunde 10 Minuten Theorie. Es musste noch gegessen werden und die Küche wurde auch noch tip top gereinigt.
Versteht sich von selbst dass keine Braten geschmort wurden, oder wir Torten backten. Nee, da gab es mal Arme Ritter mit Kompott, Gurkengemüse mit Kartoffeln oder eine Minestrone.
Ich glaube es war sogar die beste Minestrone meines Lebens. Es kann aber auch sein ich fand sie nur deshalb so klasse, weil es eh die Erste war die ich in meinem Leben aß.
Auf jedem Fall ist sie mir in unvergessener Erinnerung. In der Suppe waren Tomaten, Nudeln und Käse. Zutaten die selbst heute noch von Kindern geliebt werden. Aber es war auch Weißkohl im Suppentopf und jetzt mal ehrlich, es ist schon ein außergewöhnliches Kind das gerne Weißkohl isst, oder!?
Versteht sich von selbst, dass meine Schulfreundin und ich in einer Kochgruppe waren. Wir mussten uns nur einen Blick zuwerfen, um zu wissen was jeweils die Andere über die Zutaten und das Rezept von Fräulein Jellinghaus dachte.
Bei der ersten in Augenscheinnahme kam damals das Süppchen auch nicht wirklich gut weg.
Fräulein Jellinghaus hatte sicher in den 60gern einige Länder bereist, aber ob sie wusste wie eine echte italienische Gemüsesuppe zu schmecken hatte bezweifelten wir doch stark. Nach unseren Vorstellungen gehörte Paprika dort hinein und kein Weißkohl.
War Weißkohl nicht auch typisch deutsch!? Nein, war er nicht. Wenn überhaupt, dann ist er heutzutage vielleicht typisch deutsch, aber seinen Ursprung hat er im Wildkohl und der kommt aus dem Mittelmehrraum. Einen Teil meiner Weisheiten habe ich auf Planet Wissen gefunden. Dort steht auch, dass die Römer ihn als Gartengemüse anbauten und ihn in Suppen aßen.
Hatte Fräulein Jellinghaus womöglich gar nicht so unrecht? Na eigentlich ist es heute ja auch egal und so ganz unter uns, sie war schließlich damals die Lehrerin. Sie musste es doch quasi wissen!
Das Rezept von damals habe ich leider nicht mehr, was ich sehr bedauere, aber mein Rezept kommt der Suppe von einst schon sehr nahe.
Minestrone nach Klärchen Kompott:
2-3 Möhren in kleine Würfel
Ca. 80 – 100g Sellerie in kleine Würfel
1 Stange Porree in Ringe
Eine Petersilienwurzel in Würfel
Einen kleinen Weißkohl, ohne Strunk fein gehobelt
½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
1 Zwiebel in Würfel
Wasser
2 Lorbeerblätter
2-3 Esslöffel Oregano getrocknet
Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Paprikapulver mild
2 Esslöffel Tomatenmark
1 große Dose geschälte Tomaten
2 Esslöffel Olivenöl
100 – 120 g Gabelspaghetti
Parmesankäse gerieben
Einige Scheiben Ciabatta
½ Bund glatte Petersilie fein gehackt als Deko
Alles Gemüse bis auf die geschälten Tomaten in dem erhitzen Olivenöl anbraten. Tomatenmark zugeben und auch kurz auf dem Topfboden anschwitzen. Mit den geschälten Tomaten ablöschen. Die Tomatendose mit Wasser auswaschen und das Wasser zum Gemüse geben. Alles Gemüse soll gut mit Wasser bedeckt sein, ggf. weiteres Wasser angießen. Die Gewürze zugeben und unterrühren. Das Gemüse garen bis es gut bissfest ist. Nun die Gabelspaghetti zum Gemüse geben und garen. Bis die Nudeln weich sind dauert es jetzt nochmals ungefähr 10 bis 15 Minuten. Zwischenzeitlich die Ciabatta-Scheiben auf ein Backblech legen und mit dem Käse bestreuen. Bei 180°C im Backofen unter dem Grill bräunen.
Die Suppe in großen Tellern anrichten und jeweils eine Scheibe Brot in die Mitte setzen.

Übrigens wie schon oben erwähnt, auch in Fräulein Jellinghaus´s Suppe kam Käse. Ob es Parmesan war wage ich zu bezweifeln, den gab es damals noch nicht in unserem Dorf und Brot reichte das Fräulein auch dazu, allerdings war es ganz normales Weißbrot, aber lecker muss es gewesen sein, denn sonst wüsste ich das nicht mehr und hätte sie auch nicht so gut in Erinnerung.


Montag, 26. November 2012

Herrn GB verfolgte Sauerkraut, da war ihm der ganze Tag versaut…

…nee, nicht wirklich. Aber jetzt erstmals wieder alles zurück auf Anfang. Also neulich war ja mal wieder Kappesmarkt in Raesfeld und wie in jedem Jahr musste Herr GB Kappes schleppen.
Er fragte mindestens dreimal, ob ich sicher bin dass ich Weißkohl mitnehmen möchte, weil im Moment ich doch eh so wenig Zeit hätte. Außerdem kann der ja auch nicht ewig liegen, er würde sicher schnell vergammeln würde er nicht so schnell wie möglich verarbeitet. Bis zu diesem Moment wusste Herr GB noch nichts von seinem Glück, oder er befürchtete in seinem Hinterstübchen schon was ihm blühen sollte. Um meine Zeit machte ich mir gar keine Sorgen, eher um seine. Aus dem Weißkohl, der mit ins Büdchen geschleppt wurde, sollte nämlich Sauerkraut werden und für Sauerkraut ist Herr GB zuständig, zumindest für das Stampfen. Früher kam das Kraut in ein Fass und dort wurde es mit den Füßen gestampft, sagt man so, ob das stimmt weiß ich nicht so genau. Herr GB stampft es mit einem eigens angefertigten Sauerkrautstampfer in einem eigens angeschafften Sauerkrauteimer.
Den Kohl musste ich natürlich hobeln, doch dabei war mir mein Börner wieder die beste Hilfe und ratzfatz war der Kappes gehobelt.
Portionsweise kam er jetzt in den Sauerkrauteimer und wurde mit etwas Salz vermischt. Herr GB stampfte dann auf Deifel komm raus und sobald das Kraut etwas Flüssigkeit gezogen hatte, wurde es in den Sauerkrautsteingut umgefüllt.
Auf jede Lage einige Wachholderbeeren, Prise Zucker, etwas Kümmel und einige Würfel einer rohen Möhre. Nun mit der nächsten Lage genauso verfahren. Ist der Steinguttopf bis obenhin gefüllt wird ein Pressstein aufgelegt und kräftig angedrückt. Ist es richtig gemacht worden, dann schwappt etwas Kohlwasser hoch und bedeckt den Kohl. Die Flüssigkeit wurde regelrecht aus dem Kohl gestampft.
Jetzt noch den Deckel aufsetzen und in die Rille abgekochtes Wasser gießen. Jetzt muss der Steinguttopf kühl gestellt werden, ideal ist ein kühler Keller, und mindestens 5 bis 6 Wochen stehen. Dabei muss das Wasser in der Rille aber regelmäßig kontrolliert und wenn nötig aufgefüllt werden. In manchen Anleitungen liest man, es sollte auf den Kohl ein Tuch gelegt werden und dann erst der Pressstein, aber ich mache es einfach mal so wie es früher die Nachbarin meiner Mutter machte. Mit der Nachbarin schaute ich übrigens früher immer die Drehscheibe im ZDF in der Max Inzinger kochte, aber das nur so am Rande.
Auf 5 Kilo gehobelten Weißkohl gibt man 100 g Salz. Nach Geschmack fügt man Wachholderbeeren, Kümmel, Prise Zucker und Möhrenwürfel von rohen Möhren zu. Wer mag fügt Apfelstückchen zu und deckt das gestampfte Kraut mit Weinblättern ab. Eine weitere Möglichkeit den Kohl abzudecken, eh der Pressstein aufgelegt wird, sind Weißkohlblätter, aber spätestens nach der ersten Krautentnahme nerven die Blätter und so wirklich hygienisch einwandfrei dürfte es dann auch nicht mehr sein.
Wie ich Herrn GB das von ihm gestampfte Sauerkraut serviere erzähle ich Euch dann in ca. 6 Wochen. Hoffentlich!!! Denn die Herstellung vom selbstgemachten Kraut geht auch manchmal daneben. Mir ist ein Topf auch schon schlecht geworden, also sauer, aber anders sauer als er sollte. Ich kann Euch was sagen, da war ich dann aber sauer.


Montag, 20. Februar 2012

Schlodderkappes aussem Pott...

Winterzeit iss Schlodderkappeszeit. Kennze kein Schlodderkappes? Musse doch kenn, datt iss Weißkohl. Gez frach mich nich wieso datt gez Schlodderkappes heißt, früher alswe noch Blagen warn hättesse mich damit auch jagen können. Nee hömma, wenn ich nur schon an die Speckwürfel gedacht hab und dann noch die Blutwurscht, boah ey datt ging gannich. Gez bin ich nich mehr davor fies, abba ich nehm auch schöne magre Speckwürfelkes, schneid eben schnell datt Fette ab und dann is datt schon ganz lecka.Auf die Idee mit dem Kappes bin ich gekomm als ich kürzlich sonn schönen Weißkohl auffem Markt gekauft hab, erst wollt ich Kohlrouladen machen, aber dann fiel mir die Studentin von neulich ein. Ach habbich nich erzählt? Ja also da hat mich per Mail letztens ne Studentin angeschrieben und mir erklärt sie will gez ihr Diplom machen. Nee nich das Jodeldiplom, dann hättese sicher eher jemanden aus Bayern angeschrieben und nich mich datt Klärchen aussem Pott. Also die diplomiert in Sachen Pott und die Dialekte, also gez nich in Sachen Klärchens Pott, sonder Du weiß schon, in Sachen Kohlenpott. Gez hättese gerne auch ma gewusst wattwe hier auch so ma ganz gerne gegessen ham, ne also ich habbet ja gez nich so oft gegessen, abba die andern gez schon. Weisse, ich rede noch imma vom Schlodderkappes.
Abba weissewat, watt soll ich groß erzähln, ich schreib Dir gez das Rezept auf und wenne wills kochses einfach ma nach, wenn nich, ja dann wirsse wohl nie wissen wie Schlodderkappes schmeckt...
1.5 kg Weißkohl, gehobelt
750 g geschälte und in grobe Würfel geschnittene Kartoffeln
2 Lorbeerblätter
Kümmel (fein gemahlen) nach Geschmack
750 ml Gemüsebrühe
2 große Zwiebeln
Geräucherten Speck
1 Ring Blutwurst
Mehl zum bestäuben
Fett zum ausbraten
Den gehobelten Weißkohl abwechselnd mit den Kartoffelwürfeln in einen Topf schichten. Kümmel und Lorbeer dazugeben und mit der Gemüsebrühe angießen. Aufkochen, die Hitze reduzieren und gar kochen.
Zwischenzeitlich in einer Pfanne den Speck auslassen, die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und in dem ausgelassenen Speck zusammen mit den Speckwürfeln glasig dünsten.
Eine weitere Pfanne mit Bratenfett erhitzen, die Blutwurst häuten und in Scheiben schneiden. Nun die Blutwurstscheiben in Mehl wenden und in dem erhitzten Bratenfett von beiden Seiten knusprig braten.
Den Kappes evtl. mit etwas Salz abschmecken, aber nicht vergessen, die Zwiebeln mit dem Speck und auch die Blutwurst bringen noch Würze mit.
Jetzt den Kappes auf Teller anrichten, die Zwiebeln und den Speck auf den Kappes geben und die gebratenen Blutwurstscheiben anlegen. Eigentlich mit nur fünf Hauptzutaten ein wunderbares Gericht.