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Freitag, 27. Mai 2011

Das Büdchen ein Kloster-, Saft-, ähhh Sirupladen...

Heute habe ich Euch mal etwas ganz anderes mitgebracht, ich dachte eh er in voller Blüte steht ernte ich ihn und mache na, was daraus??? Salat? Nein! Marmelade? Nein! Naaa? Was bleibt da noch übrig?
RICHTIG, Sirup!
Ja Ihr könnt ruhig rum moppern, das Moppern kenn ich schon von Herrn GB, zwar bei anderen Dingen, aber moppern ist moppern. Und wenn es dann um leckeres Eis geht für das ich den Sirup z. B. benutze, oder Sirup in Mineralwasser, oder im Sektchen, oder, oder, dann hat keiner seltsamerweise etwas zu moppern, dann essen und trinken alle mit.
Außerdem habe ich hier einen guten Namen zu vertreten, Klärchen Kompott alias Hildegard v. Bingen die heilige, the Queen of Sirup, also bitte, noch Fragen?
Damit ich Euch nicht zu sehr mit diesem Schlabberwasser auf die Nerven gehe, mache ich es heute kurz und schmerzlos. Allerdings möchte ich mir doch noch eine gewisse Großzügigkeit vorbehalten.
Großzügig wie ich bin, habe ich Euch heute gleich zwei Siruprezepte mitgebracht, da freut Ihr euch jetzt aber sicher alle wie Bolle.
Zwei bestimmte Sorten Sirup sind im Büdchen so oder so Pflicht, zum Ersten Holunderblüten- und zum Zweiten Waldmeistersirup. Die Holunderblüten stehen hier in voller Blüteknapp schon vor der Abblühte und der Waldmeister blüht auch schon in einem Eckchen, aber im anderen Eckchen treibt er noch und die ersten Triebe zur Blüte lassen noch etwas auf sich warten. Also wird der Holunderbusch geplündert und der Waldmeister im Eckchen gemäht.
Welche Gesundheitswerte jetzt die Holunderblüten oder der Waldmeister haben kann ich Euch leider nicht sagen, denn ich bin weder die Hl. Hildegard noch eine Enkelin von ihr. Das letztere ist wohl selbsterklärend und ach ja , hier wir sind hier nicht im Kloster, nicht im Saft und auch nicht im Sirupladen. Nööö, wir sind noch immer im Büdchen…
Holunderblüten pflücken, mindestens 30 Dolden, ach ja und nur bei Sonnenschein. Die Dolden gut ausschütteln und von allem Getier befreien. Nach Möglichkeit nicht waschen, sonst wäscht man den ganzen Blütenstaub ab. Die Dolden in eine große Schüssel geben und mit 3 Liter abgekochtem Wasser übergießen. Dieses Gemisch abgedeckt gut 2 Tage in der Sonne stehen lassen. Nach 2 Tagen die Blüten durch ein Tuch filtern und das Blütenwasser auffangen. Mit 2 kg Zucker und 20 g Zitronensäure mischen und aufkochen. Abschäumen und gute 45 bis 60 Minuten auf mittlerer Temperatur zu einem Sirup einkochen.
Heiß in Flaschen füllen und sofort verschließen.
Für den Waldmeistersirup ein dickes Bund Waldmeister (ca. 30g) entweder einfrieren und mindestens 3 Tage bis zum Verbrauch eingefroren lassen,
oder ein Bund Waldmeister gut 2 Tage welken lassen eh er Verwendung findet.
Ein Liter Wasser mit 750 g Zucker zu einem Sirup aufkochen und abkühlen lassen. Eine Zitrone gut waschen halbieren und in feine Scheiben schneiden. Den eingefrorenen oder angewelkten Waldmeister mit den Zitronenscheiben in eine Schüssel geben und mit dem Sirup übergießen. Im Kühlschrank abgedeckt gut 1 Woche ziehen lassen. Das Waldmeistergemisch durch ein Tuch filtern, den Sirup aufkochen und ggf. abschäumen.
Wer ihn gerne richtig grün haben möchte sollte einige Tropfen grüne Lebensmittelfarbe in den Sirup mischen.
Dann aber auf jedem Fall heiß in Flaschen füllen und gut verschließen. Auf diesem Erfolg kann man aber auch sofort eine eiskalte Berliner Weiße trinken…

Freitag, 6. Mai 2011

Fliederklau nach altem Gesetz doch eigentlich Mundraub...

Das hatte ich auch erst gedacht, aber geht nicht, weil das Gesetzt für Mundraub bereits 1975 in Deutschland abgeschafft wurde. Genaues steht hier.
Wie ich bei Flieder auf Mundraub komme? Ganz einfach, ich erkläre es Euch mal.
Also, solange ich denken kann gibt es ja den Muttertag, was ich davon halte ist eine andere Geschichte, aber ihn gibt es nun mal und die Medien suggerieren jedem Kind, das ist der Tag an dem Du besonders lieb in Form von Geschenken zu Deiner Mutter sein musst. Die kleinen Kinder malen Bilder, basteln kleine Geschenke und die Großen lassen sich von den Medien inspirieren und schauen welches Pralinenherz gerade trendy ist. Keine Branche lässt das Muttertagsgedöns außer Acht! Ganz interessant finde ich es wenn Mütter an diesen Tagen von ihren Männern beschenkt werden. Frei nach dem Motto, Mutter, Hausfrau, Geliebte. Die Reihenfolge ist beliebig. Auch ich gehöre zu der Generation Muttertagsgeschenk ist wichtig, nicht etwa das mir das von den Eltern eingetrichtert wurde, nein! Ich habe es mir von älteren Geschwistern abgesehen und natürlich auch bei meinen Freundinnen. Vorreiter der Muttertags-Marketingstrategie waren die Floristen, irgendwann dann auch die Süßwarenhersteller.
Auch bei mir begann die Muttertags-Geschenke-Hysterie mit Bilder malen, der nächste Stepp waren riesige Sträuße Gänseblümchen, da ich zwei Wochen vor Muttertag Geburtstag habe, wurde auch gelegentlich eine Schokolade vom Geburtstagstisch aufgehoben und nett als Geschenk verpackt und meiner Mutter geschenkt. Irgendwann waren diese Geschenke Killefit, was Richtiges musste her! Meine Mutter liebte Flieder! Eigentlich liebte sie alle Blumen, aber nein, zum Muttertag hatte sie gefälligst Flieder zu lieben! Wir hatten aber keinen eigenen Flieder, aber als Knirps kommt man ja in der Nachbarschaft reichlich rum und man wusste wo welcher steht. Vor allem ganz unbeaufsichtigt. Na das war doch ein Geschenk des Himmels!
Aber Fliederklau ist eine Straftat und ich bin heilfroh nie erwischt worden zu sein. Aber wie ist das, wenn man aus den Fliederblüten Sirup macht? Wäre der Fliederklau nach altem Gesetzt dann nicht eigentlich Mundraub...
Fliedersirup von geschenkten Blüten:
Fliederblüten von 20 ganz dunklen lila Dolden
1,5 Liter Wasser
1 kg Zucker
2 Zitronen (unbehandelte)
20 g Zitronensäure (E330)
Die Dolden gut ausschüttel und ggf. von ungebetenen Untermietern befreien. Die Blüten einzeln von der Dolde pflücken und in eine große Schüssel geben.
Die Zitrone in feine Scheiben schneiden und zu den Blüten geben.
Das Wasser mit dem Zucker vermischen und aufkochen. Etwas abkühlen lassen und über die Fliederblüten mit den Zitronenscheiben gießen.
Die Zitronenscheiben und die Blüten mit einem Teller beschweren damit sie nicht oben schwimmen. Nun die Schüssel gut abdecken und 5 Tage bis zu einer Woche im Kühlschrank ziehen lassen.
Das Blüten-Zuckergemisch durch ein Tuch filtern und den aufgefangenen Sirup mit der Zitronensäure vermischen und einmal kurz aufkochen lassen.
Je länger man ihn kochen lässt umso mehr dickt er zwar ein, allerdings besteht die Gefahr, dass sich das Fliederaroma sehr verflüchtigt. Wer dickeren Sirup liebt, sollte das Wasser mit dem Zucker vorher etwas länger kochen lassen damit er dicker wird.
Nun wünsche ich gutes Gelingen.