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Dienstag, 7. August 2012

Orangenhähnchen mit Kräutern á la Greta…

Jetzt wollt Ihr wissen wer Greta ist! Greta ist eine ganz entzückende Person die ich persönlich gar nicht kenne. Ja verdreh nur die Augen, es ist aber genauso wie ich es eben schrieb. Greta und ihre feine Küche habe ich in einem dieser social network foren kennengelernt. Dort sind wir in einer Gruppe in der wir uns nicht nur übers Essen und Trinken austauschen. Zu meinem Bedauern schreibt Greta keinen Foodblog. Sie kocht für Cherie und ihre Tochter und verwöhnt sie nach Strich und Faden. Oft schüttelt sie, während sie im Forum ihre Zutaten schreibt und um Hilfe bittet, schon ganz allein die fantastischsten Rezepte aus dem Ärmel. Sie kocht üblicherweise nachts, denn Cherie hat Hunger wenn er aus seiner Arbeitsküche nach Hause in Gretas Küche kommt. Wie oft ich Cherie schon wegen seinem nächtlichen Mahl beneidet habe kann ich gar nicht sagen. Klar jetzt könnt Ihr denken Klärchen ist wiedermal voll neben der Spur, sie beneidet jetzt schon ihr unbekannte, weitentfernte Menschen ums Essen. Nee, hier geht es nicht einfach nur ums Essen! Hier geht es um die Darbietung, die ein fröhlicher, gutgelaunter Mensch allabendlich für seine Lieben zaubert und nicht um materiellen Neid. Ich höre in meinem Umfeld so oft von der Lustlosigkeit des Kochens und ich staune nicht schlecht wie viele Fertiggerichte täglich in die Einkaufwagen wandern. Das einzige Fertiggericht das evtl. mal ins Büdchen einzieht, ist ein Joghurt mit Frucht. Bei Greta scheint es ähnlich zu sein, sie werkelt auf jedem Fall immer mit frischen Zutaten. Tja und letzten Freitag hat sie wieder zugeschlagen, sie zauberte einen Flattermann allererster Güte. Ein Orangenhähnchen mit Kräutern goldgelb zart gebräunt und gegart. Obwohl ich bereits satt bis zum Platzen war, sammelten sich beim Anblick dieser appetitlichen Vorstellung in meinem Mund kleine Pfützchen die von einer Wange in die andere plätscherten. Ich musste Greta nicht lange bitten und schon schob sie mir die Anleitung rüber. Jetzt glaub nicht ich hätte mein Vorhaben auf die lange Bank geschoben, nee! Gleich gestern habe ich Herrn GB auch mit so einem Hähnchen überrascht und er hat geschwärmt ohne Ende. Normal müsste es Greta bis in den hohen Norden gehört haben, oder zumindest hätte sie einen Schluckauf haben müssen, so sehr haben wir während unseres Schmausens an sie gedacht.
Greta hat mir versichert ich darf ihr Rezept hier veröffentlichen damit Ihr nachbasteln könnt. Also viel Spaß…
Ein ordentlich gutes Huhn (Gretas Worte) ich habe ein freilaufendes Maishähnchen genommen. Also es kam jetzt nicht ins Büdchen gelaufen, dahin ließ es sich dann doch wegen Überangebot an Bewegungsmangel tragen.
Butter mit Kräutern schmelzen, Kartoffeln und Tomaten schnippeln. Das Huhn ordentlich mit der Kräuterbutter einreiben/übergießen ... gerne auch unter die Haut, Orangen in Scheiben oder wie man möchte und extra Zesten abziehen, Salz und Pfeffer, Piment d`Espelette oder anderes Paprikapulver, Kräutern...
Das Huhn mit Orangen, Kräutern und Gewürzen auch füllen.
Ach ja, auf keinem Fall die Zwiebeln und den Knoblauch vergessen, davon kannst Du ruhig reichlich verwenden.
Alles in eine Ofenform geben, das Gemüse drumherum drapieren und erst bei geringerer Hitze abgedeckt im Ofen garen lassen, zwischendurch mit dem ausgetretenen Saft begießen, nach ca. 1 Std. Abdeckung entfernen und die °C auf ca. 200 °C erhöhen und auch immer wieder mit Salzwasser/-Brühe begießen, damit die Haut knusprig wird
... die ganze Bude riecht herrlich nach dem Huhn und nach Orange (Gretas Worte)

Die Kartoffeln und die Tomaten mussten bei mir leider draußen bleiben, die Form war so voll, weil sich das Maishähnchen einfach zu dick gemacht hat. Es hatte sage und schreibe 1900 g! Eindeutig Übergewicht. Alles in allem habe ich das Hähnchen gut 1Std. 45 Minuten im Backofen gehabt und es war butterzart und außen knusprig.

Herr GB begrüßte mich mit dem Kommentar: Was riecht es hier so lecker nach Huhn und Orangen? (Noch Fragen?)


Dienstag, 26. Juni 2012

Zwiebelkuchentörtchen, das Gewinnergeheimnis der deutschen Elf…

Könnt Ihr Euch an das Fußballspiel am letzten Freitag erinnern? Unsere Elf gegen die Griechen. So ein Match kann ich mir unmöglich entgehen lassen, aber wiederum hatten wir natürlich nach einem langen Arbeitstag und Hunger bis unter die Arme. Also musste es mal eben schnell etwas für den hungrigen Zahn geben. Ihr wisst schon, irgendetwas Leckeres das einfach so auf die Hand passte. Nur keine Messer-Gabel-Speise, im allerhöchsten Fall noch mit Löffel essbar. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch wenn es beim Spiel hochhergeht. Also habe ich kurzerhand kleine Zwiebelkuchentörtchen gebacken, die rutschten während des Spiels einfach so hinunter und mit jeden Törtchen gab es ein weiteres Tor. Sechs Tore sind gefallen, aber glaub jetzt bloß nicht sechs Törtchen pro Person, nach drei bist Du granatensatt. Ich bin ja überzeugt dass die Jungs nur wegen der Törtchen gewonnen haben.
Jetzt brauche ich allerdings noch einen guten Rat für kommenden Donnerstag, Da spielen wir, also nicht wir hier im Büdchen, sondern wir die ganzen Deutschen mit unserer Elf  gegen die Italiener. Zwiebelkuchentörtchen ist auf jedem Fall ein Gewinneressen.  Doch jetzt bin ich ja am kommenden Donnerstag echt in der Zwickmühle. Was ist wenn ich die Törtchen jetzt nicht mache, ist dann das Büdchen Schuld für die Niederlage einer ganzen Nation? Was ist wenn jeder der diesen Artikel liest Zwiebeltörtchen machen muss, damit die Jungs gewinnen? Kannst Du die Schuld des Verlierens auf Dich nehmen wenn Du keine Zwiebenkuchentörtchen backst und unsere Elf verliert? Also ist schreib mal jetzt mein Rezept auf und bis Donnerstag hast Du genug Zeit die Zutaten zu besorgen und die Törtchen zu backen. Die schmecken übrigens auch super wenn sie kalt und ein Tag alt sind. Also am Donnerstag etwas anderes als Zwiebelkuchentörtchen auf den Tisch zu bringen ist schon mächtig mutig. Sollte unsere Elf verlieren, kannst Du Dir die gesamte Schuld an die Fersen heften, ich würde es mir an Deiner Stelle nochmal reiflich überlegen…
375 g Mehl
½ Hefewürfel
½ Teelöffel Zucker
200 ml Wasser, lauwarm
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Speiseöl
Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe dahinein krümeln. Den Zucker zugeben und mit etwas Wasser angießen. Leicht gehen lassen bis die Hefe leicht aufschäumt. Dann alle weiteren Zutaten zugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Gehen lassen bis er sich um das Doppelte vergrößert hat. Nochmals kräftig durchkneten und in 12 Portionen teilen. In kleine Tortelettformen Backpapier geben und jeweils eine Portion hineindrücken. Nochmals gehen lassen.
Zwischenzeitlich die Zwiebelmasse vorbereiten. Dafür knapp 1 kg würzige Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Mit etwas Öl und gute 100 g magere Schinkenwürfel in einer Pfanne andünsten. In einer Schüssel drei Eier mit 300 g Creme fraiche, Salz, Pfeffer, etwas gemahlenem Kümmel verschlagen. 150 g geriebener Parmesan oder Höhlenkäse unter die Eiercreme mischen.
Die Zwiebel-Schinken-Mischung ebenfalls zugeben und alles gut verrühren.
Portionsweise in die Tortenförmchen geben die bereits mit Hefeteig ausgelegt sind.
Nun die Förmchen in den vorgeheizten Backofen geben und ca. 35 Minuten bei 180°C Umluft gar backen.
Das ein Glas Wein der ideale Begleiter ist muss ich jetzt wohl nicht ausdrücklich erwähnen, oder?


Montag, 5. März 2012

Espressorisotto mit Rotwein-Schalotten, das Sitzwohl verfolgt mich...

Wir im Büdchen sind ja solche Allrounder was das Essen und Trinken angeht, da gibt es kaum etwas, was wir nicht ausprobieren. Genauso ist es mit Risotto gewesen. Erst war Risotto so gar nicht unser Fall, aber weil mir andere Genießer immer wieder von einem leckeren Risotto vorschwärmten, ließ ich nicht locker und suchte nach dem ultimativen Rezept das auch uns die Vorliebe für diese Beilage brachte.
Ihr habt es auch schon gemerkt? Ja, das ungeliebte Risotto gehört längst zur Vergangenheit an und wenn ich es mir so recht überlege, gibt es im Büdchen häufiger Risotto als Kartoffeln.
Jetzt mache ich nicht immer das gleiche Risotto, denn das wäre ja langweilig, nööö die Variation ist so breit gefächert, da gehen mir die Ideen sicher in den nächsten 10 Jahren nicht aus. Außerdem gint es hier so viele Kochbücher, die sorgen für Nachschub. So ist es auch mit diesem Rezept, inspiriert vom Sitzwohl.
Herr GB trinkt ja seit kürzester Zeit Espresso, aber das ist eine andere Geschichte, doch war der Espresso die Grundvoraussetzung für mein heutiges Gericht. Denn würde er keinen Espresso mögen, oder besser gesagt den Kaffeegeschmack verabscheuen, dann hätte ich mein Vorhaben mal gleich knicken können.
Doch so gab es Espressorisotto mit Rotwein-Schalotten und ein kleines Stückchen Rind...
200 g Risotto
1 Esslöffel Olivenöl
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
200 ml Weißwein
500 ml Gemüsebrühe
1 kräftiger Espresso
30 g Butter
3 Esslöffel frisch geriebenen Parmesan
Einige Espressobohnen
Etwas braunen Zucker
Salz und schwarzen Pfeffer frisch gemahlen
Öl erhitzen, Schalotten und Knoblauch fein hacken und kurz im heißen Öl anschwitzen. Den Risotto dazu und leicht glasig andünsten. Mit Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Nach und nach die warme Gemüsebrühe angießen und das Risotto aufsaugen lassen. Sobald die ganze Gemüsebrühe aufgesogen ist den Espresso einrühren. Auch den wieder vollständig aufsaugen lassen. Butter und Parmesan cremig unterrühren.
Zucker in einer Pfanne schmelzen und leicht bräunen, Espressobohnen dazugeben und karamellisieren. Auf Backpapier geben, auskühlen lassen und fein hacken.
Rotweinschalotten:
250 g Schalotten
50 g brauner Zucker
400 ml kräftigen Rotwein
50 ml Kalbsfond
Schalotten schälen. Zucker in eine Kasserolle geben und karamellisieren. Mit dem Rotwein ablöschen und etwas einkochen. Nun die geschälten Schalotten dazugeben und unter rühren aufkochen lassen. Der Karamell sollte sich im Wein komplett aufgelöst haben. Die Temperatur auf klein stellen, den Kalbsfond ebenfalls angießen und die Zwiebeln im Wein-Fondgemisch weich kochen. Dabei die Flüssigkeit so weit wie möglich einkochen.
Das Risotto auf angewärmte Teller geben, mit den karamellisierten Espressobohnen bestreuen und einige Rotweinzwiebeln dazugeben.
Dazu passt ein Kalbsfilet, Steak oder ein schönes Roastbeef, doch ich bin überzeugt, dass es noch einiges mehr gibt was mit dieser Zusammenstellung harmoniert.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Leichte Kost, Zwiebelomelette mit Balsamico-Essig…

Na habt ihr es letzte Woche in den Nachrichten gesehen? Ganz Tirol hat Schneealarm! Schnee über Schnee und das Klärchen mittendrin! Alles rundherum megaweiß, kein graues Fleckchen mehr zusehen.
In den Skiorten schwingt Hochstimmung und keine Piste ist mehr sicher. Der Skiservice hat Hochkonjunktur und muss sämtliche Skier schleifen und polieren. Der Schnee war wie Butter und die einzelnen Flocken staubten nur so durch die kalte Luft. Nach dem grandiosen Schneefall traute sich die Sonne durch die Wolken, wir wurden mit dem sogenannten Kaiserwetter verwöhnt. Jeder der mal im tiefsten Winter in den Bergen war und den Sonnenschein genießen durfte, weiß wovon ich spreche. Ist doch mein reden, blau-weiß ist einfach schön und ich bin immer begeistert von diesem sagenhaften blauen Himmel. Aber mal so ganz unter uns, ich glaube ja die Österreicher streichen den Himmel in der Nacht extra für die Touristen an, so ein Blau gibt es doch eigentlich gar nicht.
Genauso die vielen leckeren Speisen mit denen man in einigen Restaurants und Hütten verwöhnt wird. Das machen die doch extra, damit man im nächsten Jahr auf jedem Fall wiederkommt.
Wir kommen wieder! Müssen wir doch auch, sonst würden uns doch die schönen Zwischenübernachtungen auf Hin-und Rückweg entgehen. Gerade diese Übernachtungen die wir gerne unter dem Aspekt Genuss in unterschiedlichen Gasthäusern, Hotels oder sonstigen Unterkünften buchen, bereichern das Büdchen ungemein. Unsere Zwischenstopps kombinieren wir gerne mit schönen Menüs, und prompt rutscht die eine oder andere Anregung zum nachbasteln ins Gepäck. Diesmal hatten wir sogar das große Glück, die eine oder andere in Gläser gefüllte, Komposition des Kochs zu erstehen. Dabei war ein Tomatenpesto und da mir mein Tomatenpesto in diesem Jahr frühzeitig ausgegangen ist, war es regelrecht das gefundene Fressen.
Tomatenpesto auf geröstetem Brot ist einfach genial und schnell gemacht. Gerade wenn man so frisch aus dem Urlaub zurückkommt und gedanklich noch gar nicht wirklich sich ins Kochen finden kann, zumal wenn man vorher morgens, mittags und abends kulinarisch verwöhnt wurde.
Nach so einem Urlaub möchte ich ja Herrn GB jetzt auch nicht nur einfach mit Tomatenpesto-Schnittchen abspeisen, also gab es auch noch eine Omelette dazu. Aber nicht irgendein Omelette, nein, ein Zwiebelomelette mit feinem Balsamico-Essig. Sehr geschmackvoll aber schnell.
Zwiebelomelette mit Balsamico-Essig:
1 Esslöffel Olivenöl
4 Eier
1 Esslöffel Mehl
3-4 Esslöffel Milch
120 g Zwiebeln
Pfeffer frisch gemahlen
Balsamico-Essig
Eier, Mehl, Milch gründlich verschlagen. Zwiebel in hauchfeine Ringe hobeln.
Olivenöl erhitzen und die Zwiebelringe auf niedriger Hitze darin leicht dünsten. Wenn die Zwiebelringe glasig sind, die Eiermasse über die Ringe gießen und stocken lassen. Sobald die Masse angezogen hat, das Omelette wenden und von der anderen Seite ebenfalls garen.
Das Omelette auf einen Teller stürzen, in Portionsgrößen teilen und mit Balsamico-Essig beträufeln. Geröstetes Brot mit Tomatenpesto bestreichen und zusammen mit Omelettestücken auf Teller anrichten.


Dienstag, 13. Dezember 2011

Westfälisch gut, Panhas in der Büdchenküche...

Jetzt blättere ich seit Stunden meinen eigenen Blog durch, weil ich einen ganz bestimmten Kommentar suche. Von wem der Kommentar einst eingestellt wurde, habe ich vergessen. Schwach kann ich mich erinnern, es muss wohl um Gerichte aussem Pott gegangen sein. Also jetzt nicht aussem Kochpott, sondern hier aus dieser Region, aus “meinem“ Ruhrgebiet.Der Ruhrpott hat jetzt nicht unbedingt eine uralte, über Jahrhunderte gewachsene Traditionsküche, aber gewachsen ist sie auch. Ich kann Euch sagen, sie ist unglaublich gewachsen. Da das Ruhrgebiet von Zuwanderern aus allen erdenklichen Regionen (jaaa, der ganzen Welt sogar) gewachsen ist, ist die Küche hier nicht minder bunt.
In den 60.gern, also als das Klärchen noch klein und im Wachstum war, gab es Fleisch eher nur am Sonntag. Der berühmte Sonntagsbraten! Wie die meisten kleinen verzogenen Biestermädels wusste aber auch ich so einen Sonntagsbraten nicht zu schätzen und alles Fleischige wurde verschmäht. Mein Hauptaugenmerk ging eher in Richtung Vorsuppe, die aus Hühner-, oder Rinderbrühe mit Eierstich bestand. Diverse Gemüsestreifen, ach man sagt ja heute Julien dazu, Buchstabennudeln, Reiskörner, oder sonstigen fleischlosen Einlagen. Den Hauptgang liebte ich, wenn er aus Kartoffeln mit Soße bestand, Gemüse war ok, aber musste nicht sein und der letzte Blick schielte auf das Dessert. Es war durchaus der interessierteste Blick aller. Nachspeise, wie traumhaft dieses Wort schon klingt. Meistens Pudding, oder Götterspeise. Gelegentlich Annanas aus der Dose, ja damals war das gesund, oder eine Quarkspeise. Wobei Quarkspeisen gab es äußerst selten und auch eher in den 70.gern. In den 60.ern hatte sich der Quark bei uns noch nicht so durchgesetzt.
Jetzt gab es natürlich nicht nur sonntags etwas Leckeres zu essen, sondern auch an jedem Werktag. Ich muss ja wohl nicht extra erwähnen, dass es den Sonntagsbraten nur sonntags oder zu besonderen Anlässen gab, oder?!
An den Wochentagen gab es Nudeln, dessen Tomatensoße die Töpfe zerfraß *Küchenmärchen meiner Mutter, weil sie mir den Verzehr und die tägliche Lust auf Nudeln mit Tomatensoße mies machen wollte, hab ich aber schon einmal erzählt*
Natürlich gab es auch fleischhaltige Kost in der Woche, Eier in Specksauce, Bratwurst mit Rosenkohl, Frikadellen mit Blumenkohl, Schlodderkappes, Hoppelpoppel und nicht zu vergessen Panhas!
Wie jetzt??? Fragt jemand was Panhas ist???
Hmmm, Panhas kann man eigentlich nicht erklären, das muss man gegessen haben. Hier im Ruhrgebiet wird es direkt fertig beim Metzger verkauft, es wird in Scheiben geschnitten und in der Pfanne gebraten. Ich weiß die Metzger machten es früher aus der Wurstbrühe in der Würste gekocht wurden. In großen Kesseln wurde Wasser gekocht, mit Salz kräftig gewürzt und dann wurden die Würste nach und nach darin gekocht. Erst die hellen wie Fleischwurst, Jagdwurst, Schwartemagen, anschließend die Dunklen. Zungenwurst, Blutwurst usw. Dabei platzte die eine oder andere Wurst auch mal und die Wurstmasse löste sich in der Brühe auf. Waren alle Würste gekocht, wurde in die Brühe noch (jetzt wird es ekelig) Blut gegossen. Mit Buchweizenmehl und Gerstengraupen wurde die dickflüssige Brühe nochmals angedickt und in große Schüsseln zum Auskühlen gegossen. War der Panhas ausgekühlt und schnittfest, konnte er gestürzt und in besagte Scheiben geschnitten werden. Eigentlich wie Blutwurst, nur anders.
So machte man es früher und ich weiß nicht genau, ob sich an dem Verfahren etwas geändert hat. Sicher hat heute wie damals jeder Metzger sein eigenes Rezept und Verfahren.
Im Büdchen machen wir unseren eigenen Panhas. Zu häufig haben wir es erlebt, dass fertiger Panhas unserem Geschmack nicht entsprach. Da es auch nicht wirklich mit großen Umständen verbunden ist und die Zutaten leicht zu bekommen sind, bietet es sich geradezu an um es selber zu basteln.
500 g Blutwurst, genial ist die ganz Dunkle, hier sagt man die Billige, weil mehr Blut statt Speck, oder Fleischwürfel drin ist.
500 g große Leberwurst, wir hatten Pfälzer, die ist kräftig im Geschmack und super würzig
1 Liter Wasser
Salz, Pfeffer, 5 Pimentkörner, 2 Nelken (alles gut Mörsern)
200 g Gerstengraupen
400 ml Wasser
1 Esslöffel Buchweizenmehl in etwas Wasser aufgelöst
An Blut- und Leberwurst den Darm entfernen, in kleinere Stücke schneiden und in das Wasser geben. Was Wasser nun zum Kochen bringen und die Wurst darin auflösen. Die gemörserten Gewürze zufügen, alles gut 10 Minuten köcheln lassen. Sollten in der Wurst zu große Fleischstückchen gewesen sein, kann man diese mit dem Pürierstab etwas zerkleinern. Die Gerstengraupen gründlich waschen und in 400 ml Wasser gute 20 Minuten garen. Die Graupen sollten das Wasser komplett aufgesogen haben.
Jetzt die Wurstbrühe, mit dem in Wasser aufgelöstem Mehl, binden und weitere 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Der Mehlgeschmack verkocht. Die gekochten Gerstengraupen nun auch zur angedickten Wurstbrühe geben und untermischen. Das Gemisch in eine Kunststoffschüssel (es eignet sich der Siebservierer von Tupper dafür) füllen und gut 24 Stunden auskühlen lassen. Wenn er komplett erstarrt ist, den Wurstpudding stürzen, in Scheiben schneiden, jede Scheibe in Mehl wenden und in einer Pfanne mit Fett von beiden Seiten kräftig braun und knusprig braten.
Man serviert Panhas zu Bratkartoffeln oder auf frischem Brot. Wir im Büdchen bevorzugen Brot, weil es dann nicht ganz so mächtig ist.
Eine Pflichtübung im Büdchen ist Apfelkompott mit Zucker, Salz und Nelkenpulver gekocht
und darauf braungebratene Zwiebelringe, die vor dem Braten in Mehl gewälzt wurden.
Die andere Pflichtübung dazu, sind süß-sauer eingelegte Gurken. Natürlich schmeckt auch noch Kartoffelpüree dazu, aber wie würde Herr GB sagen: na wenn es schon einmal Fleisch im Büdchen gibt, kann man sich ja auch daran satt essen...


Montag, 1. August 2011

Ich mecker nicht über das Wetter ich serviere lieber Souvlaki mit Bauernsalat und Pellkartoffeln…

Na toll, wir haben bereits August und ich frage mich nun ernsthaft wo der Juli geblieben ist. Nein, nein, nein ich will nicht über das Wetter meckern, denn nur weil es so kalt und nass war, sind Herr GB und ich nicht ganz so oft wie üblich vor die Tür gekommen. Entgegen unserer sonstigen gewöhnlichen Unternehmungslust haben wir es uns im letzten Monat oft im Büdchen gemütlich gemacht. Gemütlichkeit macht träge? Ha, das habt Ihr Euch so gedacht wie? Neee, von Trägheit ist hier nichts zu spüren. Herr GB und auch ich, wir können uns auch durchaus im Büdchen beschäftigen, ohne dass auch nur annähernd eine Minute Langeweile aufkommt. Als Kind war Stubenarrest für mich schon keine Strafe. Natürlich stromerte ich auch lieber mit meinen Freundinnen durch unser Dorf, oder wir spielten Verstecken mit mindestens 10 Kindern aus der direkten Umgebung, aber wenn Regenwetter angesagt war, habe ich mich halt anders vergnügt. Zu meiner Kinderzeit gab es im Fernsehen noch die Kinderstunde, aber die begann irgendwann am Nachmittag und bis dahin spielten wir mit Puppen, malten schöne Bilder, spielten die Hitparade nach und arbeiteten an unserer Zukunft als Schlagerstar.
Also nicht das Ihr etwas missversteht, ich bin kein Star und ich will hier auch nicht raus, nööö ganz klar nicht. Ich möchte einfach nur das nasskalte Wetter nutzen und mich mal wieder ums leibliche Wohl im Büdchen kümmern. Wegen der Pölsterchen auf den Hüften fällt das leibliche Wohl auch heute wieder in die Kategorie “Leicht“. Was wir uns einmal vorgenommen habe ziehen wir erbarmungslos durch. Im Moment sind wir so etwas von geizig, da ist der Ausdruck leichte Küche schon was schamlos untertrieben. Also, letzte Warnung, stellt Euch auf Kaloriensparen ein. Auch wenn mein Vorhaben noch so klasse ist, unveränderter Dinge will hier im Büdchen aber auch die fleischfressende Pflanze, Ihr wisst schon, Herr GB, abgefüttert werden. Und ich möchte meinem Schatz ja nicht den Sommer vermiesen, eh der überhaupt richtig gestartet hat. Ja ja, ist ja schon okay, ich mecker nicht über das Wetter ich serviere lieber Souvlaki mit Bauernsalat und Pellkartoffeln…
Souvlaki mit Bauernsalat und Pellkartoffeln
500 g mageres Schweineschnitzelfleich
1 confierte Knoblauchzehe
2 Teelöffel Olivenöl
Saft 1 Zitrone
Salz, Pfeffer
Oregano, wenn möglich frisch
Paprikapulver, edelsüß
je 2 rote, grüne und gelbe Paprika
1 rote Zwiebel
1 kg gekochte Pellkartoffeln
Für den Salat:
8 Tomaten
2 Schlangengurken
1 Zwiebel
120 g Schafskäse unter 25% Fett
10 grüne Oliven ohne Kern
2 Esslöffel Weißwein
60 ml Gemüsebrühe
1 Esslöffel gehackte glatte Petersilie
Schweinefleisch in Würfel schneiden. Knoblauchzehe zerdrücken, mit einem Teelöffel Olivenöl und dem Zitronensaft mischen. Mit Salz, Pfeffer, Oregano und Paprikapulver würzen. Die Fleischwürfel in die Marinade legen und mindestens 30 Minuten marinieren.
Paprika und Zwiebel in große Stücke schneiden und abwechseln mit den marinierten Fleischwürfeln auf 8 Spieße stecken. Die Spieße rundherum innerhalb von 15 Minuten schön braun grillen.
Für den Salat die Tomaten und Gurken in Stücke, die Zwiebel in halbe Ringe, den Schafskäse in kleinere Würfel und die Oliven in Scheiben schneiden. Essig mit dem restlichen Öl, Brühe und Petersilie verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und mit allen Salatzutaten vermischen.
Souvlaki Spieße mit Pellkartoffeln und dem Salat servieren.

Donnerstag, 21. April 2011

Kapern-Event verpasst...

Im März hatte der Gärtnerblog zum Kapern-Event aufgerufen. Nein es wollte und sollte keiner einen Event kapern, sondern diese kleinen schmackhaften eingelegten Perlen, die man entweder mag oder hasst, sollten in einem leckeren Essen untergebracht werden.
Mensch Meier, habe ich überlegt, im Internet geschnüffelt und Bücher geblättert. Ergebnis, Vitello Tonnato war bereits hier schon in meinem Blog vertreten und Königsberger Klopse wollte ich den überlassen, die sich evtl. etwas besser mit der geschichtlichen Vergangenheit der Klopse auskennen. Okay, nicht etwa dass ich ihnen gleich ein Denkmal setzten will, aber Ehre wem Ehre gebührt und lecker sind diese kleinen (oder manchmal auch etwas sehr großen, wenn Herr GB geholfen hat Klopse zu formen) Dinger allemal. Sie schmecken auch hier im Pott der zweifelsohne verdammt weit von Königsberg entfernt ist. Aber wen die Geschichte interessieren sollte, kann hier etwas finden.
So nun aber wieder zurück in die Gegenwart, also Klopse gibt’s dann eben auch nicht. Jetzt Tage später serviere ich meinem Schatz herrliche Käse-Zwiebel-Törtchen mit einem Fenchelsalat und während wir so essen schaue ich auf, na was? Richtig, Kapern die im Fenchelsalat herumliegen. Boah, so ein Pech, das hätte ich mal letzten Monat machen sollen. Schade, aber nun ist es vorbei und ich habe den Kapern-Event verpasst...
6 Käse-Zwiebel-Törtchen mit Fenchelsalat
3 Blätter Blätterteig ca. 150 g
Füllung:
200 g rote Zwiebeln
150 g Zucchini
1 Esslöffel Olivenöl
Pfeffer, Salz, Zucker
Guss:
2 Esslöffel Frischkäse
1 Ei
3 Esslöffel Milch
Pfeffer, Salz, gemahlener Kümmel
Salat:
1 Fenchel
2 Orangen
½ rote Zwiebel
1 Esslöffel Kapern
2 Teelöffel Kapernlake
Pfeffer, Salz, Akazienhonig
Zubehör: 6 Muffinförmchen
Die Blätterteigplatten so groß ausrollen, bis eine Platte für zwei Muffinvertiefungen reicht. Die Sechs Formen mit dem Teig auskleiden.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel in schmale Streifen schneiden und die Zucchini halbieren und in schmale Scheiben schneiden. Zwiebelstreifen mit Zucchinischeiben im erhitzen Öl 3 bis 4 Minuten dünsten. Mit Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken. Abkühlen lassen und in die Muffinformen verteilen.
Für den Guss den Frischkäse, das Ei mit der Milch verschlagen bis eine recht cremige Masse entsteht. Mit Pfeffer, Salz und Kümmel gut abschmecken, es kann ruhig etwas würziger sein.
Die Käsecreme über das Zwiebel-Zucchinigemisch geben und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180° Heißluft 25 bis 30 Minuten backen.
Zwischenzeitlich eine Orange filetieren und die andere Orange auspressen. Den Saft mit der Kapernlake mischen und mit Pfeffer, Salz und etwas Akazienhonig würzen. Den Fenchel in kleine Stücke schneiden, mit den Orangenfilets und den Kapern mischen. Das Orangendressing zum Fenchel geben, alles gut durchmischen und etwas ziehen lassen.
Den Salat mit den Törtchen auf Teller anrichten und servieren.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Der Zwiebelrostbraten war so klasse, den gibt es im Büdchen jetzt öfter…

Herr GB hat sich Zwiebelrostbraten gewünscht, musste ja mal wieder so kommen.
Mit dem Zwiebelrostbraten stand ich immer auf Kriegsfuß! Ich schreibe extra stand und nicht stehe, weil die gegenseitige Antipartie zwischen dem Braten und mir endlich ad acta gelegt ist. Mein Zwiebelrostbraten war bisher immer genau der Beweis dafür, dass das Fleisch noch so klasse sein kann und der Fleischer noch so vertrauensvoll, wenn man (in diesem Fall ich frau) keine Ahnung hat, hilft das Alles nichts.
Der Gatte mag sein Fleisch genauso gerne zart rosa wie ich es auch mag, doch bisher wurde der Zwiebelrostbraten immer schön braun, dann war er allerdings auch gleichzeitig eine Schuhsole, oder aber die Fleischscheiben waren zart braun und innen mehr als rosa und obendrein lief der ganze Teller mit rötlichem Bratensaft voll, ein Mittelding wäre wirklich super gewesen.
Dann war ich neulich in einem Buchladen und ganz rein zufällig bin ich noch in der Kochbuchabteilung hängen geblieben. Ich liebe Buchläden! Ich würde ja mal gerne ein Wochenende in einer Buchhandlung verbringen, ich denke das ist eine Marktlücke, könnte man doch mal als Wellnesswochenende anbieten. Ich hätte auch schon Ideen für ein Programm.
Jetzt bleibe ich aber erst mal hier bei meinem letzten Besuch in der Buchhandlung, wo ich ein Buch von Otto Koch und Vincent Klink ergatterte.
Vincent Klink hat in diesem Buch ein Rezept vom Zwiebelrostbraten veröffentlicht. In meinen Augen ist der Vincent der Inbegriff für gute Fleischgerichte, also habe ich den Braten genauso gebastelt wie er es auch macht. Der Zwiebelrostbraten war so klasse, den gibt es im Büdchen jetzt öfter…


Zwiebelrostbraten mit Kartoffelpüree für 2 Personen:
500 g mehlige Kartoffeln
Salz
2 Zwiebeln
Pfeffer
Paprikapulver
Etwas Mehl
Öl
400 g Rostbraten (Rindersteaks aus der Lende)
150 ml Kalbsfond
150 ml Rotwein (ich habe kräftigen genommen)
100 ml Milch
1 Esslöffel Butter
Muskatnuss frisch gemahlen.


Kartoffeln schälen, in gleiche Stücke schneiden und in Salzwasser garen.
Zwiebeln schälen, in dünne Scheiben schneiden. Zwiebelscheiben mit Salz, Pfeffer, Paprika würzen und mit Mehl bestäuben.
Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin braun ausbacken. Herausnehmen und auf Küchenrolle zum abfetten legen.
Fleischscheiben evtl. säubern und im heißen Bratfett von beiden Seiten kräftig braten. Mit Salz und Pfeffer würzen, einige Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen. Fleisch aus der Pfanne nehmen und in den warmen Backofen stellen. (Bei ca. 80°C)
Bratensatz mit Fond und Rotwein ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen. Evtl. mit eiskalter Butter (2 Esslöffel) aufschlagen. Das sollte man aber anhand der Konsistenz der Sauce entscheiden.
Die Kartoffeln abgießen und noch heiß durch eine Presse drücken. Milch erwärmen und unter die Kartoffeln rühren. Den Esslöffel Butter unterziehen und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.


Das Fleisch mit den Zwiebeln, der Sauce und den Kartoffeln anrichten.