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Montag, 27. Oktober 2014

Getrocknete Tomaten, oder ich spiele Eichhörnchen…

…die letzten heimischen Tomaten konnte ich ergattern und ich weiß ja nicht wie es Dir geht, aber ich meine sie gehören ins Vorratsregal. Jetzt sind Tomaten ja nicht so pflegeleicht wie Kartoffeln, oder Äpfel die man mal eben so überwintern kann. Wenn Du Glück hast, bleiben sie bei kühler Lagerung mal so knappe 14 Tage fest und frisch. Wenn ich von kühler Lagerung spreche meine ich natürlich nicht den Kühlschrank. Um Gotteswillen auf keinen Fall in den Kühlschrank. Der kalte Diener ist der totale Aromakiller bei Tomaten. Wenn Du einen kühlen Keller hast, oder womöglich eine Speisekammer, ist das schon die halbe Miete. Aber ich will Dir ja heute zeigen wie Du Deine Tomaten über den Herbst hinaus retten kannst, damit Du im Winter auch noch etwas von den roten Früchtchen hast.
Ganz einfach, Du trocknest sie! Klar kannst Du sie als Tomatensauce verarbeiten, oder als Tomatenpaste, aber mit getrockneten Tomaten kannst Du viel mehr anfangen und all diese anderen Sachen kannst Du auch mit getrockneten Tomaten machen. Ich finde Tomaten trocknen ist eine geniale Methode wenn es schnell gehen soll. Du wäschst die Tomaten, schneidest den Stielansatz heraus, viertelst sie, entfernst die Kerne, die Kammerwände und natürlich auch das Glibberzeugs. Wenn Du auch stolzer Besitzer eines Dörrgerätes bist, hast Du es gut, denn Deine Tomaten benötigen mit einem Dörrautomaten wesentlich weniger Strom wie ein Backofen. Hast Du kein Dörrgerät, geht das Trocknen im Backofen genauso gut.
Du legst jetzt Deine Tomatenviertel entweder in Deine Körbe vom Dörrdingens oder auf ein Backblech das Du vorher mit Backpapier ausgelegt hast. Den Backofen stellst Du auf 80°C, Du lässt die Backofentür einige Millimeter geöffnet und trocknest die Tomaten gute 10 bis 12 Stunden. Deinen Dörrknecht bedienst Du nach Anweisung Deiner Bedienungsanleitung. Ich stelle mein Gerät immer auf 70°C und das dauert dann auch gut 10 bis 12 Stunden.
Die getrockneten Tomaten schichtest Du entweder in Twist-off-Gläser und begießt sie mit einem guten aromatischen Olivenöl, oder verpackst sie gut in Klarsichttüten. Das Olivenöl wird von den Tomaten noch aromatisiert und ist sehr schmackhaft auf Salaten. Beide Versionen der getrockneten Tomaten sind übrigens auch sehr gern gesehene Mitbringsel.
Du kannst die getrockneten Tomaten auch als Ersatz für Chips knabbern, das ist bestimmt gesünder und nicht weniger schmackhaft. Probier es mal aus, ich gehe jetzt auch wieder Eichhörnchen spielen…

Donnerstag, 31. Juli 2014

Walnüsse das ganze Jahr, dieses Mal gibt es Schwarze…

…ich glaube ganz Südtirol ist ein Walnussbaumwald, an jeder Ecke steht einer von denen und hier im Pott nicht ein einziger, dachte ich. Bestimmt drei Jahre habe ich nach einen gesucht, aber nix. Selbst an Rhein und Mosel gibt es diese Bäume und was bitte ist mit der Ruhr? An Rhein, Mosel und in Südtirol gibt es fantastische Weinreben und nur weil wir einen Fluss vor der Haustür haben, musst Du nicht meinen dass hier die gleichen Voraussetzungen herrschen, leider nicht. Hier gibt es keine Weinhänge und auch keine Walnussbäume. Aber einen habe ich dann doch gefunden, was lange währt wird endlich gut, die drei Jahre Suche haben sich ausgezahlt. Fast vor der Büdchentür habe ich ihn gefunden, okay einen Spaziergang mussten wir schon machen.
Herr GB mit Besenstiel bewaffnet, die Walnüsse hängen schließlich hoch, und ich mit Eimerchen, sind wir losgezogen. Ich brauchte die grünen unreifen. Die die noch keine richtige Schale haben. Idealerweise werden sie am bzw. bis zum 24 Juni gepflückt, dann sind sie so wie sie sein sollen. Ich wollte sie einlegen und dafür müssen sie genauso sein, glaub mir, das kannst Du in jedem Rezept für schwarze Walnüsse nachlesen. Und Du wirst noch etwas lesen, und zwar dass sie mindestens 2 bis 3 Wochen gewässert werden müssen, nur so verlieren sie die Bitterstoffe und werden genießbar. Vorher müssen sie aber noch eingestochen werden. Ach ich beschreibe Dir den ganzen Vorgang mal von Anfang an.
Also, Du findest einen Walnussbaum und pflückst 500 g grüne Walnüsse (nach dem 24.Juni kannst Du das Pflücken vergessen, dann sind sie zu reif). Du ziehst Dir Handschuhe an und stichst die Walnüsse rundherum mit einer Gabel ein. Die Handschuhe sind nur so ein Tipp, Du kannst sie auch weglassen, dann hast Du eben über mehrere Tage braune Hände. Die eingestochenen Walnüsse legst Du in eine Porzellanschüssel, keinen Metalltopf und auch keine Metallschüssel, Porzellan!!!
Du übergießt die Nüsse mit kaltem Wasser bis sie bedeckt sind. Ab jetzt wirst Du für 3 Wochen täglich das Wasser wechseln müssen. Am Tag 22 kochst Du einen Sirup aus 500 g Zucker und 250 ml Wasser. Gibst die gewässerten Walnüsse in den Sirup und kochst sie auf.
Lässt alles etwas abkühlen, nun fischt Du die Nüsse aus dem Sirup und übergießt sie wieder mit kaltem Wasser und wässerst sie jetzt nochmals 24 Stunden. Am nächsten Tag stellst Du wieder einen Sirup aus 500 g Zucker und 250 ml Wasser her. Jetzt gibst Du nicht nur die Nüsse in den Sirup, sondern auch noch 3 Nelken und 3 Esslöffel kräftigen Rum. Du kochst alles zusammen auf und lässt es solange köcheln bis die Nüsse weich sind.
Jetzt musst Du Nüsse samt Sirup nur noch in ein sterilisiertes Glas füllen und verschließen. Das Glas kannst Du jetzt in Dein Vorratsregal stellen und getrost bis zur Winterzeit vergessen, denn sie müssen jetzt einige Monate ziehen. Du kannst Sie super zu einem Dessert verwenden, aber auch zu Wild, kräftige Käsesorten, Camembert, dunklem Fleisch und in Obstsalaten, oder Du probiert eine Nuss und lässt Dich für die Verwendung inspirieren.

Dienstag, 6. Mai 2014

Ananas-Zitronen-Marmelade, oder alles zu seiner Zeit…

Erst das Riesling-Chili-Gelee und jetzt auch noch Marmelade. Tja was soll ich machen, so ist der Terminkalender nun mal, im Sommer habe ich nur Zeit für Sirups und Konfitüren. Du denkst das Klärchen spinnt! Was faselt sie da von Marmelade und Konfitüre? Ist das nicht das Gleiche! Ja, es gleicht sich, aber es ist doch anders. Hab ich zwar schon einmal erklärt, aber manche Dinge sind so kurios, die kann man nicht oft genug erwähnen. Also laut Konfitürenverordnung, ja, so etwas gibt es, wird der Unterschied wie folgt erklärt:
Erzeugnisse mit einem Zuckergehalt von mindestens 55% werden als Konfitüre oder Marmelade bezeichnet.
Allerdings heißen die Erzeugnisse nur dann Marmelade, wenn sie aus Zitrusfrüchten hergestellt wurden bzw. auf örtlichen Märkten, Bauern- oder Hofmärkten zu erstehen sind. Was soll mir das sagen, ich bin etwas verunsichert. Kann ich dann also meine Erdbeerkonfitüre weiterhin Marmelade nennen ohne dass sie mir das übel nimmt? Das muss wohl so sein, denn schließlich habe ich sie ja nicht im Supermarkt oder was weiß ich wo gekauft sondern selbstgebastelt. Aber was ist jetzt mit meiner Ananas-Zitronen-Marmelade, könnte ich die auch Konfitüre nennen? Konfitüre hört sich auch viel eleganter und vornehmer an als Marmelade. Außerdem gab es doch auch mal diesen Witz mit dem Breitmaulfrosch der Konfitüre sagen sollte, doch stattdessen nur ein Marmelade herausbrachte, wobei doch jeder weiß das Frösche eh nicht reden können, ob mit Breitmaul oder ohne. Es sei denn, er ist Froschkönig, aber das würde jetzt zu weit führen. Doch eins ist Dir mit meiner Ananas-Zitronen-Marmelade gewiss, wenn Du sie auf den Frühstückstisch stellst, wird es geradezu ein Froschkönigliches Schmausen. Vergiss Käse, Wurst und sonstige Aufstriche.
Besorge Dir einfach einen leckeren frischen Stuten, ein Stück gute Butter, eine frische Tasse duftenden Kaffees und dann streichst Du ganz genüsslich die Ananas-Zitronen-Marmelade auf Dein Brot. Spätestens nach dem ersten Bissen ist es Dir egal ob es eine Konfitüre oder eine Marmelade ist und von der Konfitürenverordnung hast Du auch nicht mehr und nicht weniger.
1 frische Ananas geschält, den festen Strunk aus der Mitte entfernt und in kleine Würfel geschnitten. Die Ananaswürfel mit dem Saft von 3 Zitronen marinieren. Die Ananaswürfel samt Zitronensaft wiegen und genau die gleiche Menge Gelierzucker 1:1 zufügen. Du kochst das Ananas-Zucker-Gemisch auf und lässt es nach Anleitung einige Minuten kochen.
Mach auf jedem Fall eine Gelierprobe. Es könnte sein dass Du noch Gelierzucker zufügen musst. Du weißt schon, Säure verändert das Verhalten von Pektin und da kann es vorkommen, dass die gleiche Menge Gelierzucker in diesem Fall nicht ausreichend ist.
Sobald Du Deine Marmelade für gelungen erklärst füllst Du sie in sterile Twist-off-Gläser und verschließt sie mit den, ebenso sterilen, Deckeln.


Donnerstag, 24. April 2014

Eine Reise nach Wintrich, oder Riesling-Weingelee mit Chili…

Jetzt frag mich nicht wie wir auf die Idee kamen nach Wintrich zu reisen, zumal sich der Aufenthalt ganz ohne Absicht ergab, aber dafür richtig schön war. Der Ort ist klein, beschaulich und nett. Ach Du kennst Wintrich nicht!
Wintrich ist ein niedlicher kleiner Ort an der Mosel und gehört zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz. Herr GB und ich lieben die Mosel, die Landschaft, den Wein, die Weinberge, die kleinen und größeren Orte und die Menschen die dort leben. Sie sind sonnenverwöhnt und das spiegelt sich in ihren Gemütern wieder. Es ist eine Region in der gut gegessen und getrunken wird, halt wie überall auf der Welt wo Wein angebaut wird. Sind Herr GB und ich mit dem Auto auf Urlaubsreisen in den Süden, verschlägt uns die Rückfahrt meistens auf einen Abstecher an die Mosel. Und wie schon gesagt, der letzte Abstecher führte uns nach Wintrich, zwar nur für eine Nacht, aber es reichte für eine Idee die ich zuhause umsetzten wollte.
Zum Abendessen hatte es uns in eine nette kleine Straußenwirtschaft verschlagen. Nichts großes, aber gemütlich und das Essen war lecker. In einer Ecke stand ein kleines Regal mit verschiedenen selbsthergestellten Leckereien. Rate mal wer das Regal entdeckte! Richtig, mein Schatz hat ja ein Auge für unübersehbare Genüsse. In diesem Fall handelte es sich um selbstgemachte Marmelade, Konfitüren und Gelees. Eine richtig tolle Auswahl, doch wie du weißt, stelle ich die süßen Brotaufstriche im Büdchen gerne selber her, also wanderten nur zwei, drei verschiedene Gläser ins Einkaufskörbchen. Unter anderem ein Riesling-Weingelee mit Chili. Schlicht und einfach nur TOLL. Die feine Säure des Rieslings, die zarte Schärfe der Chilischote und zusammen abgerundet mit der Süße des Gelierzuckers. Ich musste so manch ein Fläschchen Riesling opfern bis ich die richtige Kombination an Säure, Schärfe und Süße heraus hatte. Schließlich sollte die eigentliche Spritzigkeit des Rieslings nicht ganz verloren gehen.
Nach einigen kleinen Pannen bin ich zu folgender Aufstellung gekommen:
Wichtig um sich in dem Geschmack wiederzufinden, verwende den Riesling den Du als Deinen Favoriten ausgewählt hast.
Für die Schärfe besorgst Du Dir rote Chilischoten und zwar die süßlich scharfen. Die winzig kleinen lass liegen, die versauen Dir den Geschmack, die sind zu scharf.
Als Zucker benutze Gelierzucker für Gelee, alle anderen Sorten werden nicht fest.
Der Wein darf nicht zu Säurehaltig sein, Säure beeinträchtigt die gelierende Wirkung des Pektins. Außerdem verwende einen Riesling dessen Alkohol eher niedrig ist. Zum einen, es soll ein Gelee für Frühstücksbrötchen werden, zum anderen, Alkohol am Morgen bringt Kummer und Sorgen ist auch keine Lösung. Ach ja, und so ganz nebenbei, hoher Alkoholgehalt kann die Gehirnfunktion Gelierung mindern, das wollen wir nicht.
Also ich fasse nochmals zusammen:
750 ml säurearmen Riesling mit minderen Alkoholgehalt
2 süßlich scharfe Chilischoten mittlerer Größe
750 g Gelierzucker für Gelee
Die Chilischote wird in mega feine Würfel geschnitten bzw. gehackt. Vergesse nicht Einmalhandschuhe anzuziehen.
Den Riesling mit dem Gelierzucker mischen und den Zucker vollständig auflösen. Nach Packungsanleitung das Riesling-Zuckergemisch aufkochen und nach Vorschrift das Gemisch einige Minuten kochen.
Nun die Chiliwürfelchen untermischen, aber nicht mehr kochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, mit Twist-off Deckeln verschließen und abkühlen lassen.
Der ultimative Schnabulierungstipp aus dem Büdchen: Streiche das Gelee mit Frischkäse auf knackig frische lauwarme Brötchen, oder aber auch mit etwas Quark auf Stuten oder Hefezopf und als Krönung zu einem deftigen Käse auch der Renner.

Dienstag, 25. März 2014

Jetzt ist es/er raus, der Bärlauch…

…die eigentliche Einkochzeit ist ja, im allgemeinem Glauben der Sommer und der Herbst, aber Einkochzeit ist immer. Du kannst gleich im Frühling mit dem Konservieren von wilden Kräutern und Blüten anfangen. Ein Kraut auf das alle warten ist der Bärlauch. Lange war er vom Speiseplan verschwunden, aber seit die Entdeckung von Natur und Landschaft wieder zurückgekommen ist wird er sogar selber gesammelt. Herr GB und ich sind zwar hier durch die Wälder geirrt, aber fündig sind wir letztendlich dann doch auf dem Markt geworden.
Den Bärlauch habe ich mindestens einmal im Frühling auf der Speisekarte. Bärlauchpesto ist schon Standardprogramm das hat ja eigentlich jeder auf seiner Bastelliste und die Bärlauchnudeln sind einfach nur genial. Aber jetzt gibt es hier bei uns auch noch einen Bärlauchessig. Aber einen ganz besonderen und zwar mit kandierten Orange. Jetzt bisste platt, oder?
Ich bin ja ehrlich, er ist nicht auf meinem Ideenmist gewachsen. Das Rezept habe ich in einem kleinen reizenden Buch aus dem Kosmos-Verlag gefunden. Es ist recht frisch erschienen und macht Lust auf die nächsten Monate. Der Titel "Meine Küchenschätze aus Natur & Garten" wurde von einer Gemeinschaft Autoren verfasst, und es ist eine Sammlung von richtig tollen Rezepten die Lust auf Vorratshaltung machen, entstanden. Ich muss ja gestehen, dass ich einige Bücher über Haltbarmachung habe, aber mit diesem Büchlein sind weitere sehr interessante Rezepte ins Büdchen eingezogen. Außerdem mag ich die Bücher aus dem Kosmos-Verlag nur schon alleine wegen ihrer Aufmachung. Richtig praktisch und von mir sehr geschätzt sind die Tipps unter dem Motto "Das ist wirklich wichtig".
Die Einteilung einzelner Abschnitte ist sehr übersichtlich. Die Küchenschätze sind in unterschiedlichen Rubriken auf 144 Seiten eingeteilt. Fruchtig und süß, Herzhaft und würzig, Flüssig und fein. Ich habe in jedem Bereich etwas gefunden was ich noch nicht kannte und was sich unglaublich spannend anhört. Du denkst das ist kein Buch für Dich, schließlich hast Du gar keinen Garten? Vergiss es gleich wieder, die meisten Zutaten für die Rezepte findest Du in der Natur. Du musst also nur mal feste Schuhe anziehen und hinaus ins Grüne wandern. Ich bin überzeugt Dich werden die meisten in Deinem Freundeskreis um Deine frische Gesichtsfarbe von der vielen frischen Luft beneiden und die Bewunderung, was Deine zukünftige Vorratshaltung angeht, ist Dir auch gewiss.
Möchtest Du noch die ISBN haben, helfe ich Dir gerne weiter: ISBN: 978-3-440-14116-8
Aber auf der Seite des Kosmos Verlages findest Du noch viele weitere Angaben.
Aber eh die Bärlauchsaison vorbei ist, hier noch schnell das Rezept. Damit kannst Du dann noch bis zum Herbst an den derzeitigen Frühling denken.
Bärlauchessig:
Für einen Liter Essig benötigst Du 30 Bärlauchblätter, 1 Bio-Orange, 1 Liter Weißweinessig und 2 Teelöffel Akazienhonig.
Die Schale der Bio-Orange musst Du erst einmal kandieren, das machst Du am besten wie es bei der Freundin mit der Cedri beschrieben ist. Das Rezept macht zwar etwas Arbeit, aber es ist genial und mit Gelingsicherheit.
Jetzt ist alles Weitere ein Kinderspiel.
Alle Zutaten vermischt Du in einem großen Glas und lässt den Bärlauch 14 Tage ziehen. Wenn Du sofort anfängst könntest Du für Ostern noch Essiggeschenke basteln, also worauf wartest Du noch? Schuhe an und ab in den Wald.

Donnerstag, 22. August 2013

Alles andere als saure Gurkenzeit…

…ich würde eher sagen es ist die Zeit der süßsauren Gurken. So himmlisch lecker, dass Herr GB die selbsteingelegten Gurken vor Besuch versteckt. Also er versteckt sie jetzt nicht wirklich, sondern er kramt sie erst gar nicht hervor. Um genau zu sagen, er lässt sie schön im Kellerregal stehen und schleppt sie erst ins Büdchen bei ganz besonderen Gästen, die sie auch wirklich zu schätzen wissen. Ja da ist Herr GB etwas eigen, aber ich glaube das zeugt auch von einer ganz bestimmten Begebenheit. Vor Urzeiten, Herr GB und ich lebten noch in wilder Ehe, also ohne Trauschein. Ja so nannte man das damals. Also wir in wilder Ehe und Klärchen legte Gurken nach einem Rezept, der damals noch nicht Schwiegermutter, ein.  Wir hatten ganze 4 Einkochgläser von Gurken süßsauer die ich im Backofen eingekocht hatte.
Uns besuchte ein befreundetes Paar und da es gerade Abendbrotzeit war sollte es zum Brot auch Gurken geben. Der noch nicht Gatte war zu bequem in den Keller zu laufen und Gurken aus dem Keller zu holen, außerdem sah er die Notwendigkeit nicht wirklich, denn es standen doch in der Küche vier Gläser herum. Klar standen die da, sie warteten seit einigen Tagen auf Schilder, die machte man noch von Hand denn Computer für Ottonormalverbraucher gab es noch nicht. Also ich sag mal so, wir hatten keinen und die Geräte waren auch fast unerschwinglich. Lange Rede… Ich öffnete ein Glas und servierte die unbeschrifteten Gurken.  Ich weiß nicht wie es passieren konnte, aber wir müssen uns wohl an den Gurken sattgegessen haben. Der Besuch war weg und die Gläser leer. Uns allen haben die Gurken so super geschmeckt dass eins nach dem anderen leergeputzt wurde. Ich war so stolz auf meine ersten Gurken, das ich eine Ration nochmals nachlegte um meine Schwiegermutter in Spe zu beeindrucken. sie dem Besuch erst gar nicht. Das ist mir auch gelungen und von Stund an bin ich für die Gurken zuständig.
Gewürzgurken süß/sauer
1 ½ kg kleine Einlegegurken
3 Esslöffel Salz
Wasser
Die Einlegegurken kräftig säubern und in eine Schüssel geben. Das Salz in 500 ml Wasser auflösen. Die Salzlösung über die Gurken gießen. Nun soviel Wasser zufügen bis die Gurken bedeckt sind. Die Gurken 24 Stunden in der Salzlösung liegen lassen. Nachdem Salzbad die Gurken gründlich waschen. Die Salzlösung entsorgen.
200 g Zucker
400 ml Weißweinessig
600 ml Wasser
4 Teelöffel Salz
3 Esslöffel Senfkörner
1 Teelöffel Pimentkörner
4 große Lorbeerblätter

3 Esslöffel feingehackten Dill
1 Esslöffel weiße Pfefferkörner
1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner

4 Nelken
Vier große Weckgläser mit Deckel und passenden Gummis sterilisieren. Die Gurken in die Gläser geben. Die Gewürze gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Salz, Zucker, Wasser und Essig in einem Topf mischen und  zum Kochen bringen. Einmal aufkochen und über die Gurken geben. Die Gläser bis knapp 2 cm unter dem Rand füllen. Als Alternative können die Gewürze aber auch in die Essiglösung gegeben und zusammen aufgekocht werden. Die Gummiringe nass auf den Rand legen und die Deckel aufsetzen. Die Klammern befestigen und 30 Minuten bei 85° einkochen. Ich habe die Gurken in meinem Dampfgarer eingekocht. Die Gurkengläser beschriften und schnellstens in den Keller bringen, also eh Besuch kommt. Vor dem Verzehr gut 2 bis 3 Wochen ziehen lassen.

Montag, 18. März 2013

Lemoncurd oder so…

…nie, nie, nie habe ich mich daran getraut. Aber alle Welt erzählte immer wie toll das Zeug schmeckt und dass man es unbedingt mal probiert haben müsste und wenn man es erst einmal probiert hat, will man nie, nie, nieeeeemals mehr darauf verzichten. Ja, ja, ich rede unverändert noch vom Lemoncurd.
Genau aus den genannten Gründen habe ich mal irgendwo ein kleines Glas zu einem sündhaft teuren Preis ergattert, mit dem Erfolg, dass Herr GB mich mit verwunderten Blick anschaute und mich fragte, ob ich zu heiß getrunken oder gegessen hätte und meine Geschmacksknospen mit Brandblasen besetzt wären.
Ich hatte meine Geschmacksknospen nicht beschädigt, aber dieses komische Zeugs, was sich Lemoncurd nannte, war schon eine harte Probe, wenn nicht gar ein terroristischer Angriff auf die Geschmacksnerven. Die Creme in dem kleinen Glas leuchtete zitronig Gelb, so verführerisch, so unglaublich verlockend. Gelb macht gute Laune, zum anschauen war das Zeug auch wirklich geeignet und ich hätte es wirklich nicht probieren sollen. Die Bindemittel in diesem Gemisch klebten einem förmlich den Mund zu. Richtig mehlig schmeckte es und ansonsten einfach nur sauer. Unangenehm sauer. Nicht die eigentlich spritzige Frische die man von Zitronen kennt, sondern genauso fies und abstoßend im Geschmack wie die unerträglichen Bindemittel. Die ersten paar Tage nach öffnen des Glases habe ich noch ganz tapfer mein Frühstücksbrot damit gegessen, bis zum Tag X an dem ich mir sagte: „Neee, Klärchen, jedes Gramm was Du auf den Hüften hast, sollen genussvolle Pfündchen sein und nur weil etwas weg muss, frisst Du dir nichts an was einfach nur ekelhaft ist!“
Das Glas wanderte halbvoll in den Müll! Ähhhh, das stimmt jetzt nicht ganz, der Inhalt wurde im Müll entsorgt, das Glas habe ich behalten, man weiß ja nie für was es nochmal gebraucht wird.
Soviel zu meinen ersten Berührungspunkten zu Lemoncurd. Für die ganzen Rezepte zu Lemoncurd in den verschiedensten Foodblogs war ich immun.
Dann im letzten Dezember bei der großen Wichtelaktion habe ich ein wunderschönes Wichtelpacket bekommen. Jetzt rate mal was unter anderem in dem Päckchen war! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, genau meine Wichtelmama hat mir ein Glas Lemoncurd geschickt.
Erst habe ich mich gar nicht getraut es zu öffnen, bis Herr GB ganz neugierig fragte: „Was ist das, mach doch mal auf!“ Scheinbar hatte er das Ekelzeugs vergessen. Mit einem kleinen Löffel probierte er, spülte den Löffel ab und probierte nochmal. Die Löffelreinigungsaktion wiederholte er noch zwei oder drei Mal. Halt stopp, das ist mein Geschenk! Eh Herr GB sich komplett in das Glas knien konnte hatte ich auch einen Löffel am Wickel. Man oh man, war das eine Delikatesse.
Das Glas war ruck zuck leer gegessen, hätte ich wohl nicht erwähnen müssen, oder!?
Neulich hatte ich das große Glück richtig tolle Zitronen zu ergattert und ich hatte sie noch nicht nach Hause getragen, da stand ihre Bestimmung schon fest, LEMONCURD!
Jetzt musste ich erst mal nach einem vernünftigen Rezept suchen und dass ich schnell ein gefunden habe kannst Du dir ja denken.
Lemoncurd
2 Eier
2 Eigelbe
125 g Zucker
1 Prise Salz
125 ml Zitronen- und Limonensaft (Gemisch halb/halb)
Die Eier und Eigelbe mit dem Zucker vermischen und über ein warmes Wasserbad aufschlagen nach und nach den Saft zugeben und unverändert weiter schlagen.
Die Masse sollte solange geschlagen werden bis sie gut dicklich ist.
Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und nun 75 g eiskalte Butter Stückchenweise unterschlagen. Die Creme in Gläser füllen, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Das Lemoncurd sollte innerhalb von ca. 4 Wochen verbraucht werden.

 

Montag, 25. Februar 2013

Ententerrine mit Geschnatter…

hier hatte ich Dir ja schon erzählt, dass ich auf Reisen war und eine Ententerrine geklöppelt hatte. Nein, die habe ich nicht auf dem Kochevent gezaubert, dafür habe ich mir drei Tage vor Abreise Zeit genommen. Besser wäre eine knappe Woche, dann hätte sie herrlich durchziehen können, aber so konnte sie vor den kritischen Zungen und Augen auch Stand halten. Unter den verrückten kochbegeisterten Teilnehmern war auch der Gastrojournalisten Rolf Klöckner ein Unikat dessen Meinung ich sehr zu schätzen weis. Nicht überheblich, nicht abschätzend, kein besserwisserischer Koch-Junkie, nein, einfach bodenständig, humorvoll, sympathisch, liebenswert. Ebenso wie die ganze Crew von Käptn´s Dinner, Du weißt schon eine Food begeisterte, genusssüchtige, verfressene Gruppe bei Facebook. Für die hatte ich mir schließlich die Arbeit gemacht, wobei große Arbeit war es nicht wirklich. Ratz Fatz war sie fertig. Das einzig Wichtige ist lediglich, Du brauchst einen Fleischwolf. Einen Guten!!! Mit Plastikspielkram brauchst Du erst gar nicht anfangen, da bekommst Du keine Ente durchgejagt. Mir hat die Kitty mit ihrem Fleischwolfaufsatz geholfen. Endlich ist der Fleischwolf mal so richtig in Aktion getreten. Bisher gab es für ihn meistens nur Gemüse zu verarbeiten, aber warum heißt er wohl Fleischwolf?!
Also erst einmal habe ich mir die Zutaten besorgt, ich hab mir eine Ente geschossen.
Natürlich nicht, selbstverständlich habe ich die Entenbrüste auf dem Markt gekauft. Dafür habe ich mir extra frei genommen und meine elenden Überstunden abgebaut, die kamen mir genau richtig.
Das Klöppelrezept für die Terrine hatte ich mal eben locker verdoppelt. Schließlich waren wir 21 Personen. Das Rezept das Du jetzt von mir bekommst ist für ca. 6 Personen.

1 ½ Entenbrustfilets mit Haut (waren so knappe 500 g)
5 Esslöffel Milch
1 Esslöffel frisch gehackten Salbei
1 Teelöffel frisch gehackten Majoran
2 Teelöffel frisch gehackten Thymian
1 Stück Ingwer ca. 2 cm lang und daumendick, fein gerieben
3 Esslöffel gesalzene Pistazien
3 Teelöffel Salz
7 Pimentkörner
½ Teelöffel Pfefferkörner
Pistazien, Salz, Piment- und Pfefferkörner ganz fein gemörsert oder in einer Mühle gemahlen.
30 ml Portwein
1 Esslöffel Cognac oder Weinbrand
1 Ei (Größe L)
150 g Crème Fraîche

Knapp 150 g geklärte Butter
Salbeiblätter zur Dekoration

Die Entenbrustfilets lässt Du Dir häuten, oder machst es selber. Aber nicht vergessen, Du brauchst das Fleisch UND die Haut. Die Haut verpackst Du in Frischhaltefolie und legst sie für gut 90 Minuten in den Tiefkühler. Sie soll angefroren, aber nicht durchgefroren sein. Das Filet schneidest Du in feine Würfel. Die jagst Du durch Deinen Fleischwolf und die angefrorene Entenhaut gleich hinterher. Jetzt hast Du eine schöne Hackmasse. Sollte sie Dir zu grob sein, schick das Hackfleisch nochmals durch. Hoffentlich hast Du auch die kleine Wolfscheibe genommen.
Jetzt gibst Du alle anderen Zutaten, bis auf die geklärte Butter und die Salbeiblätter, zu Deiner Entenhackmasse. Vermische es zu einem gleichmäßigen Fleischteig. Jetzt füllst Du die Masse in eine feuerfeste Terrinenform und stellst sie abgedeckt in den Kühlschrank. Idealerweise lässt Du sie über Nacht durchziehen. Am nächsten Tag holst Du sie aus dem Kühlschrank und lässt sie Zimmerwärme annehmen. Du heizt den Backofen auf 125° C auf und lässt die Terrine gute 2 Stunden garen. Je nach dem wie groß die Terrinenform ist, oder vielleicht hast Du auch mehrere kleine genommen, kann die Garzeit auch kürzer sein. Auf jedem Fall solltest Du mit einem Messer testen und wenn sie sich fest anfühlt ist sie gar. Du hattest 2 Stunden Zeit in dem Du die Butter klären konntest. Das geht ganz einfach. Du erwärmst die Butter in einem Topf bis sie flüssig ist und sich das Fett von der Molke trennt. Die Molke brauchst Du nicht, deshalb gießt Du das Butterfett vorsichtig in einen anderen Topf ab und die Molke kannst Du entsorgen. (Sollte jemand ein Rezept für übriggebliebene Molke haben, bitte ich darum) Das Butterfett erwärmst Du und die Salbeiblätter frittierst Du in dem Fett.
Die Salbeiblätter legst Du als Dekoration oben auf die Ententerrine und mit dem Butterfett wird die Terrine bis zum Rand aufgefüllt.
Sobald die Butter abgekühlt ist deckst Du die Terrine wieder ab und bewarst sie bis zum Verzehr im Kühlschrank auf.
Irgendwo habe ich neulich mal gelesen, dass solche Terrinen gut vier Wochen haltbar sind, aber ich denke nur solange sie nicht angeschnitten sind.
Also wir haben die Terrine angeschnitten und die Schnatterenten Teilnehmer haben sie super gelobt. Mein nächstes Projekt wird sein, sie in Schraub- oder Weckgläser einzukochen, mal sehen, wenn es klappt werde ich sicher den einen oder anderen Abnehmer finden.