Mittwoch, 30. Januar 2013

Chilitopf mit Schweinefilet, wenn Du eine gute Unterlage brauchst…

…ist das genau das Richtige. Zum Jahreswechsel hatten wir im Büdchen ein kleines Buffet mit verschiedenen Leckereien. Es war alles vertreten. Von leicht bis kräftig, von salzig bis süß, kalt und warm, wir haben nichts vermisst. Die kalten Speisen wie Salat, Chiliknoblauch-Schnitzel, Glückskekse oder gar die verschiedenen Saucen waren schnell gemacht.
Mir fehlte noch eine geeignete warme Variante und zwar musste das etwas herzhaftes sein. Etwas das nicht gleich unappetitlich wirkt, nur weil es im großen Topf gekocht wurde. Eventuell etwas das man auch mal warmhalten kann. Ich weiß, dass bei solchen Gelegenheiten gerne Chilitöpfe gegessen werden, also lag etwas mit Bohnen und Schärfe nahe. Schärfe und Fülle bieten eine geniale Unterlage für ein Gläschen Wein und ein Glas Sekt. Eine Unterlage brauchst Du, wenn Du nicht sofort beim ersten Schluck aus den Pantinen kippen willst. Obendrein sollte das neue Jahr für Herrn GB auch richtig klasse anfangen und so gab es dann auch noch gleich die dritte Variante Fleisch. Schweinefilet im Chilitopf oder Chilitopf mit Schweinefilet.
Uns hat es gefallen und da ich gleich etwas mehr gemacht hatte, startete für mich das neue Jahr auch klasse, ich brauchte nicht kochen und konnte mich von Herrn GB verwöhnen lassen. Denn aufwärmen kann Herr GB, das macht er mit aller Ruhe und Bedächtigkeit, nicht einfach zack in die Mikro! Nee, wenn er für mich „kocht“ dann nur mit aller Liebe ;-)
Chilitopf mit Schweinefilet:
Öl zum anbraten
Ca. 600 g Schweinefilet in feine Streifen geschnitten
2 Zwiebeln in Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe fein gerieben
1 kleine rote Chilischote
250 g gekochte Kidneybohnen
150 g gekochte Maiskörner
3 Esslöffel Tomatenmark
250 g passierte Tomaten
1 Esslöffel gehackter Oregano
½ Teelöffel Kreuzkümmel
2 Teelöffel Rosenpaprika
Schwarzer Pfeffer frisch gemahlen
1 Teelöffel Majoran
¼ Gemüsebrühe
Salz
Das Öl erhitzen und die Filetstreifen leicht braun anbraten. Das Gemüse und das Tomatenmark zugeben und auch kurz andünsten. Mit Gemüsebrühe und den passierten Tomaten ablöschen. Die Gewürze zufügen und alles gut vermischen. Gute 15 Minuten garen und ggf. mit Salz nochmals abschmecken.


Dienstag, 29. Januar 2013

Gaumenkitzel zur Kaffeezeit, Birnenkuchen mit Sirup…

…Du weißt, ich backe jede Woche zum Wohlwollen verschiedener Schleckermäulchen die sich dienstags schon auf den nächsten Montag freuen. Irgendwie versuche ich zwar jede Woche mindestens ein Rezept zu posten, das in die süße Richtung geht, aber trotz unerschöpflicher Emsigkeit meinerseits habe ich das Gefühl der Stapel mit den Süßrezepten nimmt kein Ende. Jetzt sach mal, hier im Büdchen gibt es doch eher herzhafte Dinge, wo kommen die ganzen Süßgeschichten her? Ich hinke mit mindestens 5 bis 10 Süßrezepten hinterher, deshalb gibt’s heute wieder was Süßes, Kuchen bis zum abwinken. Nur bei diesem Kuchen winkt keiner. Selbst mir schmeckt er gut. Eigentlich ist trockener Kuchen ja nun gar nicht mein Ding, aber bei diesem entscheidest Du wie trocken oder wie saftig Dein ganz persönliches Stückchen ist. Magst Du es lieber saftig nimmst Du einfach ein Löffelchen mehr vom Sirup. Solltest Du lieber sparsam mit dem Sirup umgehen, rührst Du den restlichen Sirup einfach in Naturjoghurt oder Du verfeinerst Deinen Quark damit. Na Dir wird schon was einfallen, aber eh Du Dir Gedanken über Sirupreste machen musst, solltest Du erst einmal den Kuchen backen und den dazugehörigen Sirup. Also fangen wir mal an:
Du brauchst 3 Birnen, ich habe die Sorte Abate genommen, die bleiben schön schnittfest und werden nicht so matschig.
750 ml Weißwein, nimm einen den Du auch so trinken würdest.
500 ml Wasser
250 g Zucker
4 Gewürznelken
3 Sternanise
2 große Stücke Zimtstange
grüne Kardamomkapseln
Diese Zutaten vermischt Du und kochst die Mischung einmal auf. Du schälst die Birnen, lässt das Birnengehäuse wo es ist und auch den Stiel lässt Du dran. Du entfernst lediglich die Blüte unten an der Frucht. Die Birnen legst Du in den Weinsud und lässt die sie innerhalb 30 bis 35 Minuten gar ziehen. Nun nimmst Du die Birnen aus dem Weinsud und lässt sie abtropfen.
Jetzt hast Du Zeit für den Teig.
200 g Butter mit
200 g Zucker schaumig schlagen.
4 Eier nach und nach in den Teig geben und mit dem Butterzuckergemisch verschlagen.
200 g Mehl mit 2 Teelöffeln Backpulver und 1 Esslöffel Kardamompulver vermischen und in den Teig geben. Alles gut verrühren.
Eine Kastenform ausfetten und mit Backpapier auskleiden.
Den Teig füllst Du in die Form. Die drei abgetropften Birnen schneidest Du vorsichtig von der Blüte in Richtung Stiel bis ca. 1,5 cm kurz vor dem Stiel auf. Du entfernst das Kerngehäuse, das geht am besten mit einem Melonenausstecher.
In die Aushöhlung wo vorher das Kerngehäuse saß legst Du eine Praline, einen Trüffel oder ein Stück Schokolade. Oder einfach das was Du am liebsten magst.
Klappst die Birnen fest zusammen und drückst sie tief in den Teig. Achte darauf dass du so Pi mal Daumen die Abstände zwischen den Birnen gleichmäßig einhältst.
Den Backofen hast Du auf 170°C aufgeheizt. Du backst den Kuchen jetzt gute 40 Minuten. Hin und wieder wirfst Du einen Blick auf die Birnen, die kippen gerne mal um und Du solltest sie dann einfach wieder aufrichten.
Du prüfst mit einem Holzstäbchen nach 40 Minuten ob der Kuchen gar ist. Ist die Garprobe erfolgreich, nimmst Du den Kuchen aus dem Backofen und lässt ihn in der Form erst einmal auskühlen. Jetzt läutest Du den vorletzten Schritt ein, du schmilzt im Wasserbad ca. 100 g weiße Kuvertüre und bestreichst die Birnen und die Oberfläche des Kuchens damit.
Während die Schokolade auskühlen kann kochst Du den Sirup etwas ein. Du erinnerst Dich!? Der Weinsirup in dem Du die Birnen gekocht hast. Diese Flüssigkeit kochst du jetzt auf gut die Hälfte ein.
Den Kuchen schneidest Du in Scheiben, gibst jeweils ein Kuchenstück auf einen Dessertteller und beträufelst das Stück mit Sirup ganz nach Bedarf. Na, was sagst Du, ist doch echt lecker.


Montag, 28. Januar 2013

Avocadosalat mit Limettensauce für Herrn GB und Sus…

… Baumkuchen mit Marzipan und Orangen habe ich gebacken. Dann kleine, angebliche, Liebestörtchen, dazu werde ich demnächst mehr erzählen und zum guten Schluss für Herrn GB noch ein Dessert aus Orangen-Vanillecreme mit Blaubeeren. Doch das wollte er schon nicht mehr. Nach Baumkuchen und Liebestörtchen ist selbst ihm das süße Zeugs fast aus den Ohren gekommen. Ja so sind Männer, erst kann es nicht süß genug sein und dann doch lieber ein Steak. Steaks lagen in der Tiefkühltruhe und ich sag Dir, Du kannst noch so super Hightech Geräte haben, aber Steaks brauchen Zeit zum auftauen, die machste nicht mal eben zack und dann sind die fertig. Das kannste knicken.
Ich musste also den Kühlschrank durchforsten, ach welch ein Wunder, ich hatte Gemüse griffbereit, frisches Gemüse darunter Avocado. Da wurde nix aufgetaut, da habe ich lediglich nach einem geeigneten Rezept gesucht. Dann bin ich in einem älteren Kochbuch fündig geworden und war echt überrascht wie modern es schmeckte. Das Kochbuch ist von einem Koch dessen Name ich garantiert nicht erwähnen werde da ich seine Selbstvermarktung einfach nur bäääh finde. Also werde ich keine Werbung machen und das Rezept habe ich eh abgeändert. Also ich ab in die Küche und mal eben Pi mal Daumen was Frisches nachbasteln. Ich sag Dir was, in null komma nix war der Salat fertig, sah hübsch aus und war mega erfrischend nach dem ganzen Süßkram. Herrn GB kam der Salat gerade recht, denn nach solch einer erfrischenden Kleinigkeit rutsch auch wieder das Dessert und schwupp war das dann auch weg.
Garten-Koch-Event Januar: Avocado [31.0.12013]
So ganz nebenbei habe ich Bilder gestern bei Facebook eingestellt, Ihr wisst schon diese Soziale-Plattform *hüstel* und der Barbara von Barbaras Spielwiese gefiel mein Teller. Und jetzt frag mich nicht, aber irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass Barbara auf ihrer Spielwiese ein Event anbot. Ein Avocado-Event!!! Da wäre mein Rezept doch bombig aufgehoben, oder!? Ja und dann kam die Ernüchterung, fast hätte ich mir einen Wolf gesucht, aber den Event habe ich nicht gefunden. Nach Brille putzen und tief durchatmen sprang mir plötzlich ein Bild vom Avocado-Event förmlich in die Augen. Meine Stimmung stieg wieder. Aber es ist nicht die Wiese von der Barbara auf der der Event spielt, das Spektakel findet im Gärtnerblog bei Sus statt!
So Sus, dann musst Du Dir den Speisengang mit Herrn GB teilen. Also Du bekommst das Rezept und er durfte essen, ist doch okay so, oder!?
Avocadosalat mit Limettensauce…
Das Dressing aus folgenden Zutaten herstellen
Abrieb einer ganzen Limette
175 g Frischkäse
Saft einer Limette
2 Esslöffel Olivenöl
90 ml Gemüsebrühe
1 Teelöffel feinen braunen Zucker
Salz, Cayennepfeffer
Alle Zutaten gut verrühren, idealerweise mit einem Pürierstab

2 Avocados, pro Person 1/2 Avocado in schmale Spalten schneiden.
1 Salatgurke vierteln und in dünne Scheiben hobeln
1 Mango schälen und auch in feine Scheiben schneiden
8 Lauchzwiebeln in dünne Ringe schneiden
Diese Zutaten hübsch auf Teller anrichten und die Sauce in einem separatem kleinen Glas reichen.
Ein knuspriges Weißbrot vervollständigt den Genuss…



Freitag, 25. Januar 2013

Brokkoli-Hähnchen mit Cashewnüssen aus DEM Asiabuch…

…das ist mir ja noch nie passiert, vor Monaten ist hier ins Büdchen ein Buch aus dem Kosmos-Verlag eingezogen und ich habe es vergessen. Wobei ich es gar nicht vergessen habe, wie sollte ich auch denn es ist eins der besten Asiakochbücher die ich kenne. Hier, hier und hier habe ich schon jeweils daraus gekocht und wenn Du mal den Blog durchkämmst, wirst Du noch mehr Speisen finden die ihre Anlehnung in diesem Buch finden. Wie Ihr wisst, stehe ich Kochbüchern mit dem Begriff asiatisch im Titel sehr kritisch gegenüber. Was ist mit asiatisch gemeint? Ich denke diese Küchen kann man genauso wenig in einen „Topf“ schmeißen, wie man von einer europäischen Küche sprechen kann. Du verstehst was ich mein!? In meinen Augen ein mutiges Projekt. Bei diesem wirklich schönen Buch das vor mir liegt verhält es sich etwas anderes.
Das Kochbuch mit dem Titel „asiatisch gut gekocht“ ist als Grundkochbuch für die verschiedenen Küchen Asiens gedacht. Die Idee ist gelungen. Elf Länder Asiens wurden kulinarisch, mal mehr  und mal weniger, durchreist und den örtlichen Gaumenfreuden entsprechend porträtiert. Sicher sind es nur kleine Einblicke, doch Du wirst weder die üblichen Küchenwerkzeuge, Küchentechniken, noch Erklärungen zu ortsüblichen Obst- und Gemüsesorten, oder gar die Erläuterungen zu den regionstypischen Aromen, Pasten und Gewürzen, vermissen. Du wirst über verschiedene Reissorten informiert und lernst die Vielseitigkeit der asiatischen Nudeln kennen.
Das Buch startet mit einer Länderübersicht und einem Vorwort, und setzt sich nach den bereits erwähnten Erläuterungen zu Werkzeuge und Techniken mit Rezepten der elf verschiedenen Länder fort. Jedem Land wurde ein Bild ihrer Länderkarte zugewiesen. Bei jedem augenscheinlich realen Rezept ist ein entsprechendes Bild des Landes abgedruckt, zu dessen Land das Rezept gehört. So kannst Du gleich sehen, ob es aus Thailand, Indonesien, China, oder, oder, oder stammt. Mein Kompliment hat Frau Szwillus. Der Autorin, MalisaSzwillus, ist ein sehr ansprechendes Buch gelungen. Mit interessanten Länderreportagen und eindrucksvollen Fotos. Die Fotografien stammen aus der Hand von Herrn Alexander Walter. Du wirst mitgenommen auf eine kleine Reise in unterschiedliche Kulturen. In den Berichten, wie auch in den Rezepten verdeutlicht die Autorin Asiens kulinarische Traditionen und versucht Überlieferungen zu veranschaulichen.
Das Buch „Asiatisch gut gekocht“ ist garantiert eine Bereicherung, gerade wenn Du frisch in die Thematik einsteigen willst.
Erschienen ist das Buch mit dem Titel: „Asiatisch gut gekocht“ im Kosmos-Verlag.
Autor: Malisa Szwillus
ISBN: 978-3-440-13271-5
Diese Kochlektüre hat einen flexiblen Einband und kommt mit 224 Seiten daher. Mein geliebtes Lesebändchen hat es übrigens auch. Im vorderen Teil gibt es ein Inhaltsverzeichnis nach Gruppierungen der Menüspeisen und im hinteren Teil ist das Register nach Alphabet zu finden. Wie üblich habe ich wieder Gedächniszettelchen in das Buch geklebt, damit ich nicht vergesse was ich noch alles nachkochen will.
Blog-Event LXXXIV - Ran an den Wok (Einsendeschluss 15. Februar 2013)
Bei dem Gedanken ans Nachkochen musste ich gleich an Zorra´s Kochtopf denken. In diesem Monat steht der Kochevent auf ihrem Blog unter dem Motto Wok. Ausrichter des Wok-Events ist Sandra von from-snuggs-kitchen. Sie hätte gerne ein Gericht das im Wok gegart wird. Nichts leichter als das. Gleich das erste tolle Rezept in dem vorgestellten Buch wird im Wok gemacht. Wie immer habe ich es abgewandelt, aber die Grundzüge bildeten das Gerüst. Außerdem ist es für Sandra vielleicht ein guter Tipp sich das Buch zu besorgen, dann hat ihr Wok vielleicht die Option aus dem Hinterzimmerdarsein hervorzutreten und der Star der Küche zu werden.
Mit Brokkoli-Hähnchen an Cashewnüssen müsste das doch eigentlich gelingen.
400 g Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
500 g Brokkoli in kleine Röschen zerteilt
3 Schalotten grob gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 Stück Ingwer, daumendick und ca. 2 cm lang, geschält und auch in feine Würfel geschnitten
100 ml Hühnerbrühe
3 Esslöffel Sojasauce
2 Esslöffel Reiswein
100 g Cashewnüssen
2 Esslöffel Erdnussöl, es ist für hohe Temperaturen ideal
Salz, Pfeffer, Schnittknoblauch (wenn Du keinen Schnittknoblauch bekommst, könntest Du den Anteil an Knoblauch etwas erhöhen und dir mit gängigem Schnittlauch aushelfen)
Alle Zutaten hast Du hoffentlich wie angegeben vorbereitet. Das Einzige was beim Wokken dauert, ist das vorbereiten der Zutaten. Du solltest auch schon mal den Reis kochen, der kann ruhig auf das Hähnchen warten, umgekehrt ist eher schlecht.
Du heizt Deinem Wok ein und gibst das Erdnussöl hinein. Jetzt in das heiße Öl die Cashewnüsse von allen Seiten dünsten, herausheben, Öl in den Wok tropfen lassen und die Nüsse auf einem Teller zur Seite stellen.
Im verbliebenem Öl die Hähnchenstreifen anbraten, sobald sich das Fleisch vom Boden gelöst hat, wirbelst Du die Streifen durch den Wok bis sie von allen Seiten Farbe bekommen haben. Die Fleischstreifen schiebst Du an die Seitenwände des Woks hoch. Nun Brokkoli, Schalotten, Knoblauch und den Ingwer in den Wok. Mit schnellen Handbewegungen schubst Du auch diese Zutaten im Wok hin und her, ob den das jetzt passt oder nicht. Die Hühnerbrühe hast Du bereits mit der Sojasauce und dem Reiswein gemischt und gießt die Mischung jetzt in den Wok.
Du vermischt alles gründlich und gibst die wartenden Cashewnüsse dazu. Du lässt alles aufkochen und eine Minute garen. Diese Minute nutzt du indem Du Reis auf angewärmte Teller gibst und den Schnittknoblauch, den Du in feine Ringe geschnitten hast, großzügig auf und neben dem Reis verteilst. Jetzt noch das Brokkoli-Hähnchen zum Reis geben und servieren, fertig.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Mittwoch, 23. Januar 2013

Nicht wirklich regional, Garnelen auf Bandnudeln in Möhrensafransauce…

…kennst Du das auch, dass Du je kritischer Du wirst, Du umso verwöhnter bist? Ich meine jetzt nicht, dass nichts mehr gut genug für Dir ist, sondern Du feststellst, gewisse Lebensmittel auch nur noch in einer bestimmten Qualität haben willst, Du aber ansonsten lieber darauf verzichtest?
Im November letzten Jahres war ich ja mit der Freundin in Bremen auf der Slowfood Fisch und wir hatten die Gelegenheit Garnelen aus Vietnam, aus einer Biozucht zu probieren. Die schmeckten wirklich sehr gut, die Konsistenz des Fleisches war fest und sehr aromatisch. Dann servierte man uns frei gefangene Ostseegarnelen. So etwas Delikates habe ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen. Den Geschmack kann ich gar nicht beschreiben, aber sie erinnerten mich an die Garnelen die ich vor über 30 Jahren auf den Kanarischen Inseln gegessen habe. Ich kann mich noch gut erinnern wie begeistert ich damals war. Ich hätte täglich etwas mit Garnelen essen können. Von Zuhause kannte ich sie nicht, schließlich gab es im Ruhrgebiet kein Gewässer das diese kleinen Krabbeltiere beherbergte. Aus Erzählungen weiß ich, dass es früher hier in den Bächen und Flüssen Flusskrebse gab. Doch die haben natürlich nicht mit Garnelen zutun. Also wieder zurück zur Ostsee und diesen kleinen schmackhaften Genussbomben.
Jetzt ließ mich der Gedanke ja nicht los, ein schmackhaftes Essen für Herrn GB, mit diesen Tierchen, zu machen. Ich kann Dir was sagen, das halbe Ruhrgebiet habe ich seit November umgekrempelt und nach Ostseegarnelen aus freiem Fang gesucht. Sicher hätte ich auch noch die andere Hälfte durchsuchen können, aber eigentlich verließ mich schon die Hoffnung als ich mit meiner Aktion startete, denn die Fachleute auf der Messe in Bremen machten uns schon von vorneherein keine Hoffnung auf freiverkäufliche Garnelen in dieser Qualität. Sie sollten Recht behalten.
Nach langem Suchen habe ich Garnelen aus Vietnam bekommen die aus Biozucht stammten (naja, das glaube ich jetzt auch mal). Normal essen wir so gut wie nie Garnelen, doch ich wollte Herrn GB unbedingt eine Kombination aus Garnelen mit Möhren und Safran servieren. Was passte da besser als Nudeln, um genau zu sagen Bandnudeln. Die habe ich natürlich wie immer selbst gemacht und weil ich zu faul war den Nudeltrockner aufzustellen mussten die Stangengriffe meiner Küchenschubladen herhalten. Folie über die Griffe und darauf die frischen Nudeln. Dort konnten sie dann vor sich hin trocknen.
Die Garnelen quetschte ich einfach in meinen Kontaktgrill und rasend schnell waren die gar. Mit der Sauce habe ich mich auch nicht lange aufgehalten. Möhren geputzt und in Würfel geschnitten. Die Würfel in einen Topf geben und mit einer Prise Zucker und Salz würzen. Ein Esslöffel Wasser zugeben und knappe 15 Minuten stehen lassen. Jetzt haben die Möhren Zeit noch etwas Wasser ziehen zu können, so braucht man keine zusätzliche Flüssigkeit und die Mähren garen im eigenen Sud. In ungefähr 200 ml Sahne einige Fäden Safran auflösen. Die Möhren zum Kochen bringen und anschließend auf niedrige Hitze herunter schalten. Die Safransahne zu den Möhren geben und die Möhren garziehen lassen.
Die Bandnudeln garst Du in Salzwasser bissfest. Gießt sie ab und richtest die Nudeln mit den Möhren, etwas Safransauce und den Garnelen an.
Ging doch schnell und die Zeit die Du bei der Garnelensuche vergeudet hast, die hast Du doch jetzt locker wieder raus.

Dienstag, 22. Januar 2013

Thailändische Küche mitten im Ruhrgebiet, Hühnchenbrust in Ingwersauce…

…hättest Du mir vor 10 Jahren gesagt ich würde sämtliche Zutaten für ein thailändisches Gericht in meinem kleinen Dörfchen bekommen, ich hätte Dich für verrück erklärt. Abseits der Ruhrgebietsmetropolen und ihren vielseitigen ausländischen Geschäften war das undenkbar. Schon alleine durch die Nationen Vielschichtigkeiten gibt es eine Vielzahl kulinarischer Unterschiede und es ist eine Bereicherung für das ganze Ruhrgebiet. Die Ruhrgebietler sind ein Volk das kulinarischen Erweiterungen von jeher immer offen gegenüberstand. Gerade Menschen aus östlichen Gegenden fühlten sich seit Menschgedenken vom Ruhrgebiet angezogen und ließen sich hier nieder. Der Grund war früher das Überangebot von Arbeitsplätzen. Generationen aus allen Herrenländern prägten die Ruhrgebietsküche und die sah in Duisburg schon ganz anders aus als in Dortmund, Essen, oder Bochum. Das Überangebot von Arbeitsplätzen ist schon längst Geschichte, aber dass sich die Zutaten in den Kochtöpfen mal wieder weiterentwickeln sieht man ja an meinem "Dorfsupermarkt" bei dem bekomme ich Zitronengras, Chilischoten, Limettenblätter, Ingwer und auf Bestellung sogar Korianderwurzeln. Das sind genau die Zutaten die ich für mein thailändisches Huhn benötige. Sojasauce, Fischsauce und Reisessig steht im Regal bei den asiatischen Zutaten. Das Regal ist im Dorfladen so eine Selbstverständlichkeit wie das Regal mit Fertigprodukten.
Dieses Hühnchengericht ist genial wenn Du keine Zeit hast, oder Du Dich bei Schweinebäckchen und Co. verausgabt hast. Ich erkläre Dir mal eben schnell wie Du es zubereitest.
Hühnchenbrust in Ingwersauce…
2 Zitronengrasstängel

1/2 Chilischote, rot
2 Limettenblätter (frisch im Asialaden oder aus dem Glas)
2 Thai-Schalotten (zur Not gehen 2 uns gebräuchliche Schalotten)
1 Knoblauchzehe
500 ml Hühnerbrühe (die habe ich immer im Keller in Twist-off Gläsern eingekocht)
500 g Hühnchenbrustfilet
Alle Zutaten mit der Brühe vermischen und aufkochen. Das Hühnchenfilet in die Brühe legen und auf kleiner Hitze 20 Minuten garziehen lassen.
In der Zwischenzeit machst Du die Ingwersauce
2 Frühlingszwiebeln, in Ringe
50 bis 60 g Ingwer in feine Würfel geschnitten
die andere Hälfte der roten Chilischote in schmale feine Streifen schneiden.
Eine Korianderwurzel fein gehackt.

2 Esslöffel Erdnussöl
Das Öl erhitzen und die Frühlingszwiebelröllchen, wie auch die Würfel des Ingwers, die Chilistreifen und die feingehackte Korianderwurzel darin anschwitzen.
Mit 5 Esslöffel heller Sojasauce, 3 Esslöffel Reisessig und 2 Esslöffel Fischsauce ablöschen. Noch 2 Teelöffel Palmzucker (ersatzweise Rohrzucker) zugeben und in der Sauce auflösen.

Die Hühnchenbrust aus der Hühnerbrühe heben und warm stellen. Die Brühe gut auf die Hälfte reduzieren. Die Reduktion zur Ingwersauce geben und nochmals aufkochen lassen.
Die Hühnchenbrust in Scheiben schneiden und zusammen mit Reis und Ingwersauce servieren.


Montag, 21. Januar 2013

Schweinebäckchen auf Polenta als Belohnung für lange Wartezeit…

… da habe ich neulich am Samstag eine Telefonaktion starten müssen weil ich Freitagabends ein Rezept fand für das ich einen Ochsenschwanz brauchte. Außerdem hatte ich nur noch eins oder zwei Tage Zeit, denn ich hatte mir fest vorgenommen beim Elsass Event teilzunehmen. Also musste ich am Samstag den Ochsenschwanz besorgen. Mehrere Telefonate bei verschiedenen Metzgern waren nicht sehr erfolgreich bis ich dann endlich eine Zusage hatte. Doch dafür musste ich Herrn GB mobilisieren und wir fuhren in die Nachbarstadt. Eigentlich lohnt sich so eine „Reise“ nur für einen Ochsenschwanz natürlich nicht, aber ich wusste vorher schon der wird nicht alleine in den Einkaufskorb landen und richtig. Wunderschöne Schweinebäckchen von Duroc-Schweinen. Durocschweine ist eine Schweinerasse die ursprünglich aus USA kommt. In regionaler Aufzucht mit Futtermittel aus eigenem Anbau werden sie aber auch in Thüringen gezüchtet. Und genau von diesen Schweinen fielen mir jetzt die Bäckchen förmlich in die Hände. Jetzt sei mal ganz ehrlich, hättest Du die ignoriert? Jaaaa, echt jetzt? Das wäre ein Fehler, denn dann hättest Du etwas verpasst und Du hättest Dich mal megamäßig geärgert.
Ich erzähl Dir mal wie ich die Bäckchen gemacht habe und dann kannst Du immer noch sagen dass Du die im Leben nicht hättest essen wollen. Also Vegetarier mal außen vor.
Du kaufst natürlich nur ausgelöste Bäckchen. Alles was noch an Fett oder dünnen Häutchen an den Bäckchen ist schneidest Du vorsichtig ab. Das nennt man übrigens auch parieren. Die abgeschnittenen kleinen Fett- und Hautstückchen brätst Du in einer Pfanne kräftig an, die geben Geschmack für die Sauce. Die kleinen angebratenen krossen Stücke stellst Du zur Seite. Jetzt schnippelst Du zwei Möhren, 2 Petersilienwurzeln, eine Stange Porree und ein großes Stück Sellerieknolle in mittelgroße Stücke. Die Bäckchen legst Du in eine Schüssel mit Deckel. Den Deckel brauchst Du, weil Du die Schüssel verschließen musst. Ach habe ich Dir schon gesagt dass Du Zeit brauchst? Du brauchst Zeit!!! Du brauchst viel Zeit, mindestens eine Woche.
So jetzt im Rezept aber weiter. Also die Bäckchen in die besagte Schüssel und sämtliche Gemüsewürfel darauf verteilen. Jetzt gibst Du noch Pimentkörner, 5-8 Stück, einen Teelöffel schwarze Pfefferkörner, 3-4 Nelken, 3 Lorbeerblätter, Rosmarinzweig, reichlich Thymianzweige und wenn Du hast Majoranzweige in die Schüssel. Leg die Gewürze ruhig zwischen die Bäckchen, denn wenn sie nur obenauf schwimmen sind sie weniger wirkungsvoll. Nun kommt ein ganz besonderer Moment. Du gießt 500 ml Sherry an und locker ein Liter guten aromatischen Rotwein.

Jetzt fragst Du was ist besonderes an diesem Moment? Du probierst den Sherry und den Wein natürlich eh Du ihn in die Schüssel gibst. Nimm ruhig einen super Guten. Nein nicht Schluck sondern Wein.
Jetzt stellst Du die Schüssel, die Du mit dem Deckel verschlossen hast, für eine Woche in den Kühlschrank.
Nach einer Woche lässt Du Butterschmalz in einem Topf aus, fischt die Bäckchen aus der Marinade und die Marinade gießt Du durch ein Sieb und fängst diese köstliche Marinade auf.
Das Gemüse kannst Du leider für Nichts mehr gebrauchen. Du brätst die Bäckchen von allen Seiten braun an. Du hattest eine Woche Zeit um zwei Möhren, ein Stück Sellerie, ein kleines Stück Porree und eine Petersilienwurzel  in grobe Stücke zu schneiden. Du hast auch noch 5 Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten. Die Zwiebelwürfel gibst Du zu den angebratenen Bäckchen und schmorst sie auch leicht an. Noch zwei Esslöffel Tomatenmark andünsten und dann ab mit den anderen Gemüsestücken in den Topf. Nun gießt Du die Marinade an und lässt die Bäckchen vier bis fünf Stunden auf kleiner Hitze schmoren. Du stellst Dir Gemüsebrühe parat, damit Du den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kannst. Einfach ab und zu mal schauen und etwas brühe bei Bedarf angießen.
Nach der genannten Schmorzeit nimmst Du die Bäckchen aus der Soße. Gießt die Sauce durch ein Sieb, schüttest die Sauce wieder zurück in den Topf und dickst die Sauce bei Bedarf mit Stärkemehl oder mit Pfeilwurzelmehl an. Die Bäckchen zurück in die Sauce und warm halten.
Polenta geht schnell. 100 g Polentagrieß in 500 ml kochenden Wasser einrühren, kräftig salzen und quellen lassen. Zwei gute Esslöffel Butter unterrühren und die Polenta luftig aufschlagen.
Am besten passen Buttermöhren dazu. Dafür kochst Du kleine Möhren und legst sie im Anschluss nur ganz kurz in Butter, würzt mit etwas Salz und etwas Zucker und fertig.
Nun kannst Du alles zusammen anrichten und servieren. Leckere Sauerei oder was meinst Du!?