Donnerstag, 28. Februar 2013

Mittwoch, 27. Februar 2013

Kochen, Lernen, Würzen – Gewürzkochkurs

Man, man, man, jetzt ist es doch tatsächlich schon vier Wochen her, wann ich die Freundin das letzte Mal gesehen habe, oder besser wann ich mit ihr gekocht habe. Ich hätte kommende Woche die Option mit ihr zu kochen, aber sie macht Lamm und ich glaube soviel würzen bis der Geschmack vom Lamm verschwindet, geht gar nicht. Außerdem ist Würzen eine Kunst und Überwürzen purer Frevel. Überwürzen ist eh nicht angesagt. Gewürze sollen unterstreichen, die eigentlichen Aromen aus dem Produkt herauskitzeln. Woher ich das weiß? Das schmeckt ein Genießer und die Freundin hat es uns auch noch mal eingehend eingetrichtert. Ja, ja, so ein Kochkurs bei Slow Food ist keine Spaßveranstaltung, da musst Du lernen. Tja, meine Mutter hat früher schon gesagt, wer nicht hören will muss fühlen. Aber muss man denn gleich 14 Tage etwas davon haben? Ich erzähl mal wie es anfing:
Also es war Ende Januar und es gab KEINEN Schnee, aber vorsichtshalber hatten einige Teilnehmer 14 Tage vor dem Kurs schon einmal abgesagt, man weiß ja nie. Außerdem tobte in USA gerade ein Schneesturm und wie schnell ist der in Old Germany und dann hasse das Theater. Also um auf den Punkt zu kommen, wir waren eine kleine Kochgruppe von 7 Personen und wollten mit Gewürzen kochen. Wie sich das schon wieder anhört, als würde man sonst ohne Gewürze kochen.
Auf unserem Plan standen ein Appetizer, eine Vorsuppe, ein Hauptgang und ein Dessert. Alles sollte aromatisch und harmonisch abgeschmeckt werden. Jeweils zwei Personen stürzten sich auf einen Gang und die Freundin kämpfte an allen Fronten. Alle fingen an zu schnippeln und zu rösten, zu kochen und zu rühren. Als Dessert gab es ein wundervolles Orangen-Zitronen-Panna-Cotta, dafür hat die Freundin sogar ihre selbst kandierten Zitronen und Orangenschalen geopfert.
Maishuhn mit Harissa und Süßkartoffeln stellte den Hauptgang dar
und ein Kokos-Curry-Cappuccino mit Specksegel ebnete gleich den Einstieg nach den Appetithäppchen.
Jetzt wunderst Du Dich warum ich das Menü von hinten aufzähle. Ha, das hat einen ganz bestimmten Grund, denn für die ersten Häppchen fühlte ich mich mitverantwortlich und ich kann Dir sagen, die Häppchen vergisst man nicht so schnell. Sie machten Appetit und zwar auf Wasser, oder besser, auf Getränke jeder Art. Das Rezept hörte sich gut an, Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre. Ziegenkäse brauch ich ja nicht wirklich, aber in diesem Fall schon, denn der neutralisierte den Chiligeschmack und das war auch bitter nötig. Eigentlich war die Konfitüre sehr wohlschmeckend, wenn eben diese unglaubliche Schärfe nicht gewesen wäre. Das Rezept war von der Freundin und darin stand geschrieben, dass einige Chilischoten, also nach Gusto, verwendet werden sollen. Meine Mitstreiterin und ich waren etwas verunsichert und wir haben bei der Freundin vorsichtshalber mal nachgefragt. Ja, ja, macht mal alle rein, ihr macht das schon.
Okaaaaaaayyyyyy!!!!!!!!!! Ich glaube wir hatten locker 6 oder 7 Chilischoten, aber zimperlich waren wir nicht, also wurden sie entsprechend für die Konfitüre vorbereitet. Da ich vor Chilischoten höchsten Respekt habe, erkundigte ich mich mal besser nach Handschuhen. Denn hast Du einmal die Schärfe an den Händen, ist sie auch schnell mal am Auge, Mund oder Nase. Die Freundin hatte keine Handschuhe und außerdem waren es ja auch gaaaaaaanz milde Chilischoten. So wie die Freundin es sagte hätte man meinen können, sie müssten noch mit Pfeffer gewürzt werden, um Schärfe zu bekommen. Also haben wir voller Eifer die milden Schoten bearbeitet. Vorsichtshalber habe ich mir nach dem Schneiden dann doch mal lieber die Hände gewaschen, man weiß ja nie. Ich weiß heute, ich hätte besser baden sollen. Irgendwie bin ich im Laufe des Abends mit dem Handrücken an einen Nasenflügel gekommen und ich merkte sofort ein leises brennen und jucken. Anstatt diese Symptome zu ignorieren bin ich voller Verzweifelung immer wieder an die Nase gegangen. Natürlich mit dem Erfolg, dass der Nasenflügel am nächsten Tag aussah als hätte er mit den Chilischoten zusammen im Backofen gelegen, damit die Haut abplatzen soll. Glaub mir, der Nasenflügel hat nicht mit im Backofen gelegen, aber die Haut platzte trotzdem blasenartig auf und so bin ich locker vierzehn Tage durch die Gegend gelaufen. Jetzt glaub nicht das hätte mir den Kochkurs verdorben. Nein ganz im Gegenteil, es war eine gesellige nette Runde, ich habe dank der Freundin das eine oder andere über Gewürze gelernt. Und eins weiß ich jetzt mit hundertprozentiger Sicherheit, ich besuche jeden Kochkurs nur noch mit Handschuhen im Gepäck.
Sicher hat die Freundin nichts dagegen, wenn ich hier das Rezept der Paprika-Chili-Konfitüre ausplaudere.
Und wenn Du die Konfitüre genau nach Anleitung herstellst dann ist sie auch wirklich köstlich. ;-) Ach ja und eins solltest Du Dir auf jedem Fall merken, lieber nachwürzen, herauswürzen geht nicht.
Crostini mit Ziegenfrischkäse und Paprika-Chili-Konfitüre (den Ziegenfrischkäse kann man sicher auch gut gegen anderen Frischkäse ersetzen)
1 kg rote Paprikaschoten
Rote Chilischoten nach Gusto
50 g Zucker
50 ml Weißweinessig
Knoblauch nach Gusto
Ingwer nach Gusto
1 gestrichener Teelöffel Salz
Apfelpektin
Die roten Paprika vierteln, Samen und Scheidewände entfernen und mit der Hautseite nach oben auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech legen. Die Chilis im Ganzen zulegen.
Im vorgeheizten Backofen mit der Grillfunktion so lange rösten, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Das Blech herausnehmen und die Paprika mit feuchten Küchentüchern  bedeckt abkühlen lassen. Die Haut von den Paprikahälften und den Chilis abziehen. Dann die Früchte pürieren. Evtl. nicht alle Samen der Chilis verwenden, erst probieren. Die Knoblauchzehen und den Ingwer schälen und dazu pressen. Den Essig und den Zucker zugeben, salzen, alles in einen großen Topf gießen und zum Kochen bringen.
Zum Aufbewahren in Gläser mit Twist-Off-Deckel  füllen, 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen.
Will man das Püree länger aufbewahren, Gelierzucker verwenden, wegen der Haltbarkeit. So hat es die
Freundin aufgeschrieben.

Montag, 25. Februar 2013

Ententerrine mit Geschnatter…

hier hatte ich Dir ja schon erzählt, dass ich auf Reisen war und eine Ententerrine geklöppelt hatte. Nein, die habe ich nicht auf dem Kochevent gezaubert, dafür habe ich mir drei Tage vor Abreise Zeit genommen. Besser wäre eine knappe Woche, dann hätte sie herrlich durchziehen können, aber so konnte sie vor den kritischen Zungen und Augen auch Stand halten. Unter den verrückten kochbegeisterten Teilnehmern war auch der Gastrojournalisten Rolf Klöckner ein Unikat dessen Meinung ich sehr zu schätzen weis. Nicht überheblich, nicht abschätzend, kein besserwisserischer Koch-Junkie, nein, einfach bodenständig, humorvoll, sympathisch, liebenswert. Ebenso wie die ganze Crew von Käptn´s Dinner, Du weißt schon eine Food begeisterte, genusssüchtige, verfressene Gruppe bei Facebook. Für die hatte ich mir schließlich die Arbeit gemacht, wobei große Arbeit war es nicht wirklich. Ratz Fatz war sie fertig. Das einzig Wichtige ist lediglich, Du brauchst einen Fleischwolf. Einen Guten!!! Mit Plastikspielkram brauchst Du erst gar nicht anfangen, da bekommst Du keine Ente durchgejagt. Mir hat die Kitty mit ihrem Fleischwolfaufsatz geholfen. Endlich ist der Fleischwolf mal so richtig in Aktion getreten. Bisher gab es für ihn meistens nur Gemüse zu verarbeiten, aber warum heißt er wohl Fleischwolf?!
Also erst einmal habe ich mir die Zutaten besorgt, ich hab mir eine Ente geschossen.
Natürlich nicht, selbstverständlich habe ich die Entenbrüste auf dem Markt gekauft. Dafür habe ich mir extra frei genommen und meine elenden Überstunden abgebaut, die kamen mir genau richtig.
Das Klöppelrezept für die Terrine hatte ich mal eben locker verdoppelt. Schließlich waren wir 21 Personen. Das Rezept das Du jetzt von mir bekommst ist für ca. 6 Personen.

1 ½ Entenbrustfilets mit Haut (waren so knappe 500 g)
5 Esslöffel Milch
1 Esslöffel frisch gehackten Salbei
1 Teelöffel frisch gehackten Majoran
2 Teelöffel frisch gehackten Thymian
1 Stück Ingwer ca. 2 cm lang und daumendick, fein gerieben
3 Esslöffel gesalzene Pistazien
3 Teelöffel Salz
7 Pimentkörner
½ Teelöffel Pfefferkörner
Pistazien, Salz, Piment- und Pfefferkörner ganz fein gemörsert oder in einer Mühle gemahlen.
30 ml Portwein
1 Esslöffel Cognac oder Weinbrand
1 Ei (Größe L)
150 g Crème Fraîche

Knapp 150 g geklärte Butter
Salbeiblätter zur Dekoration

Die Entenbrustfilets lässt Du Dir häuten, oder machst es selber. Aber nicht vergessen, Du brauchst das Fleisch UND die Haut. Die Haut verpackst Du in Frischhaltefolie und legst sie für gut 90 Minuten in den Tiefkühler. Sie soll angefroren, aber nicht durchgefroren sein. Das Filet schneidest Du in feine Würfel. Die jagst Du durch Deinen Fleischwolf und die angefrorene Entenhaut gleich hinterher. Jetzt hast Du eine schöne Hackmasse. Sollte sie Dir zu grob sein, schick das Hackfleisch nochmals durch. Hoffentlich hast Du auch die kleine Wolfscheibe genommen.
Jetzt gibst Du alle anderen Zutaten, bis auf die geklärte Butter und die Salbeiblätter, zu Deiner Entenhackmasse. Vermische es zu einem gleichmäßigen Fleischteig. Jetzt füllst Du die Masse in eine feuerfeste Terrinenform und stellst sie abgedeckt in den Kühlschrank. Idealerweise lässt Du sie über Nacht durchziehen. Am nächsten Tag holst Du sie aus dem Kühlschrank und lässt sie Zimmerwärme annehmen. Du heizt den Backofen auf 125° C auf und lässt die Terrine gute 2 Stunden garen. Je nach dem wie groß die Terrinenform ist, oder vielleicht hast Du auch mehrere kleine genommen, kann die Garzeit auch kürzer sein. Auf jedem Fall solltest Du mit einem Messer testen und wenn sie sich fest anfühlt ist sie gar. Du hattest 2 Stunden Zeit in dem Du die Butter klären konntest. Das geht ganz einfach. Du erwärmst die Butter in einem Topf bis sie flüssig ist und sich das Fett von der Molke trennt. Die Molke brauchst Du nicht, deshalb gießt Du das Butterfett vorsichtig in einen anderen Topf ab und die Molke kannst Du entsorgen. (Sollte jemand ein Rezept für übriggebliebene Molke haben, bitte ich darum) Das Butterfett erwärmst Du und die Salbeiblätter frittierst Du in dem Fett.
Die Salbeiblätter legst Du als Dekoration oben auf die Ententerrine und mit dem Butterfett wird die Terrine bis zum Rand aufgefüllt.
Sobald die Butter abgekühlt ist deckst Du die Terrine wieder ab und bewarst sie bis zum Verzehr im Kühlschrank auf.
Irgendwo habe ich neulich mal gelesen, dass solche Terrinen gut vier Wochen haltbar sind, aber ich denke nur solange sie nicht angeschnitten sind.
Also wir haben die Terrine angeschnitten und die Schnatterenten Teilnehmer haben sie super gelobt. Mein nächstes Projekt wird sein, sie in Schraub- oder Weckgläser einzukochen, mal sehen, wenn es klappt werde ich sicher den einen oder anderen Abnehmer finden.

Freitag, 22. Februar 2013

Hööömmmaaa, warst Du schon mal im Kachelofa?

…du hast gar keine Ahnung was oder wo Kachelofa ist? Dann kläre ich Dich jetzt auf. Also Kachelofa ist ein schwäbisches Hotel und war das Domizil einer super tollen Kochtruppe, die aus einer Gruppe bei Facebook entstanden ist. Alles genusssüchtige Reisebiester und Reisebengel. Doch soll ich Dir was sagen, irgendwie muss ein böser Dämon über uns gehangen haben, der nicht wollte dass wir uns treffen. Angefangen hat es damit, dass auf verschiedenen Flughäfen gestreikt wurde, aber das weißte wohl eh schon, war ja in den Nachrichten. Das somit einige Flüge ausfallen mussten ist wohl klar, aber dass es eine Maschine sein sollte mit der Greta reisen wollte, war schon eine Unverschämtheit. Jetzt halt dich fest, auf dem Flughafen wo zwar nicht gestreikt wurde, aber Sandra abfliegen wollte, brannte es in der gebuchten Maschine, also auch hier zittern und bangen. Das war jetzt nicht so wirklich vertrauenswürdig, zumal es für Sandra der erste Flug war. Aber als Entschädigung ist sie über Frankfurt geflogen und hatte somit fast einen Rundflug über Deutschland gewonnen. Das Profireisebiest Sanne aus unserer Mitte kümmerte sich ganz rührend um alles und alle, damit wirklich auch jeder gut ankommen konnte. Wir haben Staus, Schneestürme und Wartezeiten auf Flug- bzw. Bahnhöfen bestens überstanden. Aus vollem Herzen, danke Sanne!

So nu aber weiter, ging ja schließlich nicht ums Reisen sondern ums Kochen. Eine ganz reizende Truppe überfiel mit Messern, Kochlöffeln und Schürzen das Schwabenland. Für die genussvollen Ausführungen hat jeder was er brauchte selbst mitgebracht, vorausgesetzt er war nicht so Hibbelig, dass die Hälfte vergessen wurde. Also, man kann sagen zum größten Teil wurde an alles gedacht und mitgebracht, bis auf so ein paar Kleinigkeiten. Okay, das eine oder andere wurde evtl. vergessen. Aber wie wir gelernt haben, ist es zwar schön einen Koffer mit Kleidung und diversen Hygiene Artikeln an frau man zu haben, wird aber durchaus überbewertet und ist nicht unbedingt überlebenswichtig, gell? Außerdem wollten wir nicht auf den Laufsteg, sondern auf den Kochsteg.

So, und jetzt hoffe ich Du bist stark, um genau zu sagen sehr stark, denn für das was ich Dir jetzt zeige musst Du stark sein und satt!
Am Freitagabend legten die ersten Kochverrückten schon gleich los und versetzten die Küche in einen chaotischen anderen Zustand.
Heraus gekommen sind unglaubliche Gaumenkitzel.
Wunderbare Oliven von Sandra die uns gleich schon beim Start in mediterrane Stimmung versetzten.
Marions Rippchen auffe Faust, also nicht ihre Rippchen, sondern von Marion zubereitet, passten wunderbar zu den Oliven und stellten eine köstliche Kombination dar.
Westerwälder Grumbeernsalat von Tom unserem Käpt´n, er weiß wie er seine Mannschaft genussvoll satt bekommt.
Zypriotischer Salata Patates von Sanne. Auf der Zunge hatten wir den Sommer, eigentlich hätten wir nur den Schnee gegen die Sonne austauschen müssen und das rundum Sommergefühl hätte sich ganz von selbst eingestellt.
Graupensalat mit Lachs von Eva, nicht nur ein Fest für den Gaumen, wie man sieht auch fürs Auge. Voller Eifer wurden mit Skalpell und Sonde die Fischchen gebastelt.
Eine fantastische Senfverköstigung von Sandra´s selbstgemachtem Senf. Sie konnte es nicht lassen und musste ihren Senf dazugeben. Wir waren von den verschiedenen Kreationen ganz begeistert und forderten mehr.
Frühlingsrollen zum niederknien von Supanika, ich kann mich nicht erinnern jemals bessere Frühlingsrollen gegessen zu haben, also Süße schieß das Rezept rüber ich will den Frühling locken.
Das gaumenkitzelnde Forellenquintett von Petra. Ich glaube bei diesem Anblick muss ich keine weiteren Worte und Erklärungen verlieren. Ich hätte mich hineinlegen können, aber dafür wäre es zu schade gewesen und die Teller definitiv zu klein.
Während der Planung kam die Frage nach einem Dessert auf. Der subjektive Eindruck, kaum einer interessierte sich wirklich für einen süßen Gaumenkitzel. Aber als dann keins da war, gab es lange Gesichter. Bis Eva, Corinna und Petra in Kooperation einen Apfelkuchen mit Vanillesabayon zauberten. Die Süßschnuten bekamen Glanz auf den Augen.
Eh es am nächsten Tag in der Küche weiterging mussten wir uns erst einmal um die Getränke kümmern. Wenn Du glaubst wir hätten nur gekocht und gegessen, dann irrst Du dich. So ganz nebenbei haben wir noch eine kleine Wanderung/Spazierfahrt und eine Weinprobe auf dem Sonnenhof gemacht und uns einige hübsche Flaschen Wein besorgt, aber nur weil sie so hübsch anzusehen waren. Übrigens ist es ein guter Tipp dort mal vorbei zu schauen, ich bin überzeugt Du würdest dort auch das eine oder andere Tröpfchen Fläschchen finden. Mich überzeugte der Gelbe Muskateller, den kannst Du so richtig herrlich wegschlürfen auf den Tisch stellen. Der macht was her mit seinem goldenen Inhalt und schmecken soll er auch.
Nach der Weinprobe und kurzer Wartepause, Du weißt, die Wanderung, wurden wir mit diesem herrlichen Beef Brisket mit Meerrettichsoße in Empfang genommen. Eine Rinderbrust ca. 16-18 Stunden bei 100°C geraucht von unseren Grillengeln Silvia und Thomas serviert . Die Küchenknipse hatte mal wieder keine Zeit auf die Sauce zu warten. Doch Ihr könnt mir glauben, sie war ein Gedicht.
Von Stefan gab es einen griechischen Kraken mit Tomate und Zimt, ein Genuss den ich sicher nicht vergessen werde. Das Rezept stammt aus einem griechischen Kochbuch, das sicher in den nächsten Tagen im Büdchen einziehen wird.
Kurzfristig wurden einige Jakobsmuscheln geordert (mein letzter Wissenstand, es waren so um die 600) und Marion hat sie unter einer Gratinhaube mit Morcheln geschickt versteckt. Morcheln sind ja schon Gaumenkitzel, aber die in Kombination mit Muscheln, ich sag jetzt nichts mehr, probier es doch selber. Ach und mal so ganz unter uns, solltest Du einen Profi im Muschelöffnen benötigen, spreche mal den Käpt´n Tom an.
Doch die richtige, echte Sauerei hat eindeutig der Stefan veranstaltet, eine Ferkelei auf die ich im Leben nicht verzichten wollte. Er hat das Schwein auf den Grill geschickt und nicht eher heruntergelassen bis es zart rosa war. Tja, so müssen rosa Schweinchen aussehen.
Von Barbie Greta wurden wir mit einem bunten Glasnudelsalat verwöhnt. So eine tolle Farbe und ich muss gestehen ich habe nicht aufgepasst wie sie ihn so „pinki“ bekommen hat. Aber ich bin sicher, sie wird es mir noch verraten.
Ein Träumchen von Chiraz, sie verhätschelte uns mit Magret de Canard séché, Ziegenkäsecreme mit einem Topping aus Apfel und karamellisierten Walnüssen. Ein Genuss auch wenn ich kein Ziegenkäsefan bin. Doch je häufiger ich Ziegenkäse esse, je mehr geht es mit meiner Abneigung. Ob beim Ziegenkäse ein heran essen möglich ist, wie beim Wein das heran trinken?!
Salzwiesenhuhn mit Gugelhupf servierte uns der Claus. Zugegeben der Gugelhupf war mehr als clever, hatte er sich doch versteckt und tauchte erst wieder gegen Mitternacht auf. Doch das war sein Tod, wir haben erbarmungslos zugeschlagen und er wurde von uns als Mitternachtskuchen erlegt.
Der Claus ließ es sich ja nicht nehmen und servierte ein weiteres Gericht.
Im Entenfett pochierter Lachs auf Entenkeulenkompott und Kümmelkaffee. Ach ja, ein kleines Salätchen war auch dabei.
Verpasst habe ich den Thai-Papaya-Salat von Supanika. Zum Glück hatte wenigstens die Küchenknipse bei der Herstellung aufgepasst, sonst hätten wir noch nicht einmal einen Beweis.
Da die Küchenknipse aber auch noch nicht den richtigen Rhythmus gefunden hat, waren die wunderbaren Würstchen von Sylvia und Thomas schneller verspeist, wie wir schauen und die Knipse knipsen konnten.

Ich kann mir gut vorstellen was Du jetzt denkst, Du glaubst ich wäre nur ein Reisebiest und hätte mich an der Küchenaktion nicht beteiligt. Hömmmaaa, das glaubst auch nur Du, ich habe mich auch ins Zeug gelegt. Für Freitag hatte ich eine Ententerrine gebastelt an der wir aber auch noch am Samstag Gefallen gefunden haben.
Aber das Wochenende war ja mit dem Freitag nicht beendet und am Samstag sollte es natürlich nach all den herzhaften Leckereien auch noch etwas für die Süßschnuten geben. Nein, Herr GB war nicht mit, aber glaub mir Süßschnuten gibt es überall und gegen Eva ist Herr GB ein Süßschnutenweisenknabe.
Der Ruf nach Creme-Brüller war so laut dass ich mich ergab und mich auf abgefackelte Creme einließ. Doch so ein ganz kleines Bisschen musste ich die Creme aufpeppen, also gab es noch Marzipanbaumkuchentörtchen und Kürbiskernparfait. Das ganz bestreut mit karamellisiertem Kürbiskernstaub.

Doch während der Planung gaben sich die Süßschnuten mit diesem einfachen Dessert nicht zufrieden, sie schrien noch nach Wackelpudding. Waldmeister sollte es sein und frisch! Hömmmaaa wir stecken noch mitten im Winta! Okay, ich hätte jetzt so ein Tütchen vom Doktor öffnen können, aber in meiner Küche gibt es keine Drogen, man hat ja Stolz. Ich habe aus Traubensaft, Waldmeistersirup und TK-Waldmeister einen Wackeldackeldessert geklöppelt. Als Topping eine schlichte, einfache, kurz angeschlagene Vanillesahne. Warum die Küchenknipse hier gestreikt hat, kann ich mir bis heute nicht erkläre. Hatte ich ein Glück, dass mir Corinna ein Bild zur Verfügung stellen konnte. An dieser Stelle „ganz lieben Dank Corinna“.
Corinna war vorher schon mein rettender Engel, denn mein Flammenwerfer für die Brüller-Creme stand wohlbehalten zuhause im Schrank. Nein der Brenner sollte nicht geschont werden! Mit Corinnas Brenner kam dann auch die schöne knackige Zuckerkruste auf die Creme, sieht man doch, dass es ihr Brenner war, oder?!
Sicher bist Du jetzt auf den Geschmack gekommen und Dir plätschern die Pfützchen im Schäutzchen hin und her, also dafür kann ich jetzt wirklich keine Verantwortung übernehmen. Doch ich könnte als Trostpflaster wenigstens ein Rezept herausrücken. Was hältst Du von Kürkiskern-Parfait.

Kürbiskernparfait:
125 g Kürbiskerne
100 g Zucker
Kerne in trockener Pfanne rösten, herausnehmen und in der warmen Pfanne den Zucker schmelzen. Kerne zum geschmolzenen Zucker geben und zusammen karamellisieren.
Die karamellisierten Kürbiskerne auf Backpapier streichen und auskühlen lassen. Ausgekühlt in Stücke brechen und in der Mühle sehr fein mahlen.
5 Eigelbe
1 Prise Salz
5 Esslöffel Wasser
100 g Puderzucker
4 Esslöffel Kürbiskernöl
600 ml bis 800 ml Sahne
Die Eigelbe mit Salz, Wasser und Puderzucker in einem Schlagkessel über sanft kochendem Wasser schaumig steif schlagen. Vom Wasserbad nehmen und kalt schlagen. Nun das feine Kürbiskernmehl  zusammen mit dem Kürbiskernöl untermischen. Sahne steif schlagen und vorsichtig unterheben. In eine Kasten-, Terrinenform, oder in eine Metallschüssel geben. Mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens 6 Stunden gefrieren. Sollte Dir das Kürbiskernöl ausgegangen sein, oder Du hast es evtl. irgendwo vergessen (z.B. zuhause), ist das schlimm genug, aber kein Weltuntergang. Zur Not kannst Du es auch ohne machen.

Weitere Berichte findest Du hier:

Obers trifft Sahne
...in Frau Kampis Küche
Doc.Evas Kochlatein
razziescorner


Dienstag, 12. Februar 2013

Hast Du Lust auf BBC Schweinefilet mit Birnenbohnenragout…

…jahrelang war ich ein Gegner von Birnen und Bohnen, doch frag mich nicht warum. Heute kann ich mir es beim besten Willen nicht erklären, weil ich die Kombination total lecker finde. Sicher kennst Du das bekannte Rezept Birnen, Bohnen undSpeck. Tja und genau mit diesem Gericht bin ich auf den Trichter gekommen und habe mich regelrecht in diese Geschmackszusammensetzung verguckt. Bei dem bekannten Bohnengericht kommt die Raffinesse noch obendrein von dem Speck. Das ist schon etwas ganz Besonderes, diese dreier Kombi ist unglaublich geschmackvoll. Doch jetzt habe ich für den Speck einen Ersatz gefunden. So ein richtiger Speckfreund bin ich ja nun auch nicht wirklich, deshalb kommt mir das Schweinefilet gerade recht. Ja richtig, Schweinefilet! Aber nicht etwa nur einfach rundum braun gebraten und fertig. Nöö, also rundum wird es schon braun gebraten, aber nur leicht angebraten das es etwas Farbe bekommt und dann wird es mariniert. Du machst eine köstliche Sauce und ich erzähl Dir wie.
Die Sauce:
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Zwiebel und Knoblauch dünstest Du in etwas Öl an. Du löschst mit 50 ml Orangensaft ab. 300 ml Ketchup und 125 g Rübensirup wird untergerührt. 1 Esslöffel Senf, 1 Teelöffel Chilisauce, 2 Esslöffel Worcestershiresauce, 1 Zimtstange, 2 Sternanis und 1 Prise Cayennepfeffer verfeinern das ganz noch. Du vermischt alles gut miteinander und lässt die Sauce gute 30 Minuten leicht köcheln. Du entfernst Zimtstange und Sternanis. Die angebratenen Schweinefilets verteilst Du entweder zusammen in eine Auflaufschale, oder wenn Du hast, gibst Du jeweils ein großes Stück angebratenes Schweinefilet in eine Mini-Cocottes.
Die Sauce verteilst Du auf den Filets und eh Du es weitergarst lässt Du es aber mindestens 30 Minuten marinieren. Du kannst es auch für den nächsten Tag vorbereiten und über Nacht marinieren.
Wenn Du einen Dampfgarer hast, garst Du die Cocottes 25 Minuten auf 90 °Grad. Willst Du im Backofen garen, würde ich 25 Minuten auf 160° Grad garen. Es soll noch schön rosa sein.
Das Birnenbohnenragout machst Du ganz einfach. Etwas Fett in eine Pfanne und darin einen Teelöffel Zucker karamellisieren. Pro Person eine geschälte, entkernte und geachtelte Birne im Zucker-Fett andünsten.
Gekochte Bohnen dazugeben und alles zusammen kurz durch schwenken. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Das Birnenbohnenragout zusammen mit dem BBC Schweinefilet anrichten und wenn Du noch Spätzle dazu serviert, ist es eine perfekte Speise.