Dienstag, 19. November 2013

Törtchen wie im Schwarzwald…

…kennst Du das, Du hast Appetit auf Gebäck aber einen ganzen Kuchen backen willst Du nicht? Es soll so einfach wie möglich sein, und Du hast einfach keine Lust auf pompöses Gedöns?
Ich habe kleine Törtchen ausgegraben, ich dachte was in groß lecker ist kann in klein nicht schlechter schmecken und ich hatte mit meiner Theorie tatsächlich recht.
Magst Du auch Kleingebäck das Du mal eben so mit einem oder zwei Habs wegputzen kannst? Dann habe ich für Dich genau das Richtige. Ich hatte die kleinen Gaumenkitzler schon mal irgendwann im März gemacht und jetzt kamen sie mir genau richtig als es mal wieder schnelles Naschwerk geben musste.
Du musst auch nicht viel machen, Du backst einen Boden, Du machst eine Creme, eine Schokoglasur und bastelst alles zusammen, fertig.
Du brauchst einen Bastelplan? Okay, fangen wir mal langsam an, am besten mit den Zutaten:
185 g Süßrahmbutter
330 g Feinster Zucker
6 getrennte Eier
2 Esslöffel Milch
Prise Salz
110 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
70 g Kakao
125 ml Kirschwasser oder noch besser Kirschlikör
320 g Schwarzkirschkonfitüre
300 g geschlagene Schlagsahne
200 g entsteinte Sauerkirschen abgetropft
Butter mit dem Zucker, der Milch und den Eigelben schaumig schlagen. Mehl mit Backpulver und Kakao mischen und zu dem Eigelbschaum geben. In zwei Portionen das Mehlgemisch unterrühren. Nun das Eiweiß mit der Prise Salz zu Eischnee schlagen und unter den Teig heben.
Eine rechteckige Backform in der Größe 20 x 30 cm fetten und den Teig in die Form füllen. Die Backform in den vorgeheizten Backofen schieben und bei 160°C ca. 35 Minuten backen.
Nach der Backzeit den Kuchen auskühlen lassen und einmal quer durchschneiden.
Beide Kuchenplatten mit dem Likör tränken und in 40 kleine Würfel schneiden. Die untere mit der Konfitüre einstreichen und Sahne aufstreichen. Nun den oberen Würfel aufsetzen.
Für die Schokoglasur 220 g dunkle Schokolade (halbbitter) in 125 ml warmer Sahne auflösen. Die Schokolade muss komplett aufgelöst sein. Die Ganache abkühlen lassen, aber sie muss noch gut streichfähig sein. Die Oberseite der Kuchenwürfel mit der Ganache bestreichen, jeweils ein Kirsche aufsetzen, in kleine Papierförmchen geben und bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren.

Für ein schnelles Kaffeegebäck doch echt keine schlechte Idee, oder!?

Montag, 18. November 2013

Mein Cookie ist kein Hamster…

…nein ich bin nicht durchgeknallt und ich weiß auch das ein Cookie eigentlich ein Keks ist und das Krümelmonster in der Sesamstraße Kekse liebt. Das war früher schon so und ist heutzutage sicher nicht anders.
Klar gibt es dann auch noch die Cookies die sich auf Computern einrichten, natürlich alles nur zu Deinem Wohl…
Und dann gibt es da noch eine liebe Facebookfreundin deren Familie ihr Leben mit einem Hamster teilt und dieser kleine Wicht heißt ebenfalls Cookie, mal taucht er ab, mal taucht er auf, dabei wird es in der Familie nie langweilig.
Aber die Krönung aller Cookies ist jetzt ins Büdchen eingezogen. Essen kannst Du ihn nicht, in meinen Computer wird er sich mit Sicherheit auch nicht einnisten. Zum tauchen taucht er nicht und er taucht auch nicht ab wenn ich das nicht will. Aber jetzt halt Dich fest, er kann kochen. Um genau zu sagen, er kann schmoren. Klar, so ganz ohne Vorbereitung kommt er natürlich nicht aus, aber wenn Du ihm erst einmal alles zurechtgelegt hast, bekommst Du einen Gaumenschmaus der seines gleichen sucht.
Mein Cookie ist ein Slow Cooker.
Verursacher war Jutta, die mit ihrem Kochwahn! Bei Frazebuck musste sie ja unbedingt ein Bild von ihrem Slow Cocker veröffentlichen und damit herumprahlen wie klasse der ist, dass er förmlich ganz alleine kocht. So frei nach dem Motto „während Du schliefst strickst“ Nee, meine liebe Schnuppschnüss, das Stricken fang ich nicht wieder an.
Also die Jutta, die Alice und noch so ein paar andere Mädels machten da ganz schön ein auf dicke Hose mit ihren Slow Cocker. Jetzt kannste Dir ja vorstellen wie ich mir als Haushaltsgerätejunkie vorkam. Ausgerechnet ich, die an fast keinem Elektrogerät vorbei kommt, hat keine Ahnung um was es sich bei diesem Dingen dreht. Da die Mädels genauso geräteverrückt sind wie ich, war ich für sie ein gefundenes Fressen willkommenes Opfer. Ätschibätsch Du hast den nicht, ätschibätsch Du hast den nicht. Warum fühlte ich mich gerade in die Vergangenheit, so erste – zweite Schulklasse, versetzt!?
Dank Tante Google ist das ja heutzutage alles kein Problem, dreimal klick und das Teil ist auf dem Weg zu dir.
Es ist Samstag, ich bin mit Herrn GB unterwegs, per Smartphone beobachte ich die Anlieferung meiner neuen Haushaltshilfe.
„Die Ware wurde bei ihrem Nachbarn abgegeben.“ Sollte der Nachbar die Lieferung nicht rausrücken, benachrichtigen Sie uns und wir schicken einen Vollstrecker vorbei.
Mein Cookie ist angekommen und ich bin unterwegs!!! Welch ein Glück, denn dann kann Herr GB noch eben ein Stopp an dem von mir bevorzugten Laden einlegen und ich besorge mal eben Schweinebäckchen. Wenn Cookie die schafft, ist er klasse. Er hat sie geschafft!!!
Gut parierte Schweinebäckchen (650 g – 700 g) in einer Pfanne von allen Seiten gut anbraten. Von der Pfanne in den Keramikeinsatz des Slow Cookers legen.
Zwei Möhren, ein großes Stück Sellerie, eine Zwiebel, zwei Knoblauchzehen, und ein großes Stück Lauch, alles in kleine Würfel schneiden.
Das Gemüse im Bratensatz der Bäckchen kurz anschmoren, mit ½ Liter Gemüsebrühe ablöschen. Gemüse samt Brühe ebenfalls in den Keramikeinsatz geben. Nun noch einen halben Liter guten Rotwein angießen und mit Salz und Pfeffer würzen. Ein Lorbeerblatt, 3 Pimentkörner, je 5 schwarze und weiße Pfefferkörner, 1 Nelke mit etwas Salz zerreiben und ebenfalls in den Topf geben.
Deckel auf den Topf legen, Stecker einstecken, Schalter auf High und ab geht die Post nun kann er zeigen was er kann.
Es ist Samstagnachtabend 22:00 Uhr und er hat Zeit bis morgen früh.
Am Sonntagmorgen duftet es in der ganzen Wohnung als hätten Heinzelmännchen über Nacht gekocht, dabei war es kein Heinzelmann (Du kennst Loriot und den Staubsaugervertreter) sondern schlicht und einfach nur mein Cookie. Die Bäckchen sind zart, sehr zart, Herr GB teilt sie mit einer Gabel, nur mal so zum probieren. Einer muss das ja übernehmen und sich opfern.
Die restlichen Bäckchen kommen auf einen Teller, der Gemüsesatz in einen Blender. Der Gemüsesatz wird kräftig aufgemixt und es entsteht eine wunderbar sämige Sauce. Wer es besonders edel mag streicht die Sauce durch ein Sieb, wir mochten es besonders edel. Was Du dazu kochst bleibt Dir überlassen, uns gefiel eine festkochende Salzkartoffel dazu.
Urteil von Herrn GB: nur schon alleine wegen der Bäckchen eine lohnende Anschaffung.
Mein Urteil: die Bäckchen werden noch mal gekocht und jetzt schieße ich mich noch auf Grünkohl, gefüllte Paprika, Pfefferpothast und Kartoffelgratin ein. Wenn er all diese Disziplinen auch noch mit Bravur meistert, geht evtl. der Trend sogar in Richtung zweiten Cookie.
Danke Jutta und Alice und allen anderen Mädels bei diesem Kaufentscheid. Eine der besten Empfehlungen.

Sonntag, 17. November 2013

Letzter Tag in dieser Woche, letztes Buch in dieser Woche...

Alle Rechte: Ariane Bille
Ich weiß, ich bin spät dran, heute ist der letzte Tag für eine Buchvorstellung. Also das soll nicht heißen, dass jetzt keine Bücher mehr ins Büdchen einziehen, oder sogar nicht mehr gelesen werden! Nur bei der Vorstellung wird mir schon ganz schlecht. Nein, im Rahmen der Buchwoche "jeden Tag ein Buch" ist heute der letzte Tag für eine Buchbesprechung.
Für heute habe ich mir ein Buch von Angelo Sosa ausgesucht. Mit dem Titel "Geschmack entscheidet" ist es im Jan Thorbecke Verlag erschienen und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung des Verlages bedanken.
Es ist ein Buch das sich mal so ganz von anderen Kochbüchern abhebt. Es heißt wohl nicht umsonst im Untertitel „Meine außergewöhnliche Aromenküche“
Die Rezepte sind geprägt von asiatischen Zutaten bzw. Gewürzen. Ganz klar Angelo Sosa beweist in diesem Buch schon dass er eine DER Kochgrößen ist. Vielfältige Kombinationen die man sonst nirgends findet, werden in diesem Buch geballt geliefert. 
Alain Ducasse hat das Vorwort zu diesem Werk verfasst. Na wenn das kein Zeichen ist. Es muss wohl schon etwas ganz besonderes sein, wenn Alain Ducasse sich die Zeit dafür nimmt.
Wie auch schon Herr Ducasse bemerkte, wurde jedes Rezept mit einer kleinen Geschichte begleitet und steht unter dem Stern der Kreativität.
Die ansprechenden warmen Fotos wurden von William Brinson beigesteuert.
So machen nicht nur die Rezepte Appetit.
Der Aufbau der Lektüre ist mal so ganz anders, was mich im ersten ansehen zwar etwas überraschte, aber wenn man sich mit dem Konzept befass, durchaus Sinn macht.
Nach dem Vorwort und der Einleitung geht es mit süß weiter. Falls Du jetzt glaubst die Desserts kommen als erstes, liegst Du falsch. Süß ist nicht gleichzusetzen mit Dessert, sondern es geht lediglich um den Geschmack süß. Hier findest Du eine Süße Tomatensuppe mit Currysahne oder Gegrillte Entenbrust mit Honig-Pfeffer-Glasur.
Nach süß kommt salzig, rauchig, bitter, sauer, umami, scharf, erdig und zum guten Schluss nussig.
Gleich am Anfang in den Rezepten findest Du neben den Portionsangaben die Zubereitungszeit und Angaben zum Geschmack. Hier werden von Herrn Sosa immer drei Angaben gemacht die den Geschmack in dem folgenden Gericht bestimmen.
Hühnchen in Soja-Tee-Marinade wird von umami-erdig-duftend bestimmt.
Nach den genannten Angaben folgt immer die bereits schon erwähnte kleine Geschichte. Immer sehr interessant und informativ.
Ebenfalls die Rezepte selbst, sie sind gut beschrieben und die Erklärungen sind ausführlich und detailliert.
Allerdings habe ich auch eine Anmerkung die mir weniger gut gefällt. In einigen Rezepten wird bei Zutaten auf ein anderes Rezept verwiesen und oft findet man dort eine Beschreibung wie die Zutat hergestellt wird. Das finde ich eher unpraktisch denn im schlimmsten Fall muss ich erst einmal ein Rezept nacharbeiten um ein anderes Gericht zubereiten zu können.
Das schmale Hochkantformat ist ungewöhnlich 28,8 x 17,8 x 2,2 cm und mit einem Hardcover im zusätzlichen Schutzeinband.
Es hat 208 Seiten und die ISBN: 978-3799503792 und wie schon erwähnt, im Jan Thorbecke Verlag erschienen.
Das sympathische Buch endet mit einem alphabetischen Register und letztendlich mit Danksagungen an, ihm wichtige, Wegbegleiter.
Ich habe mich für ein Rezept mit dem Geschmack bitter-säuerlich-kräuterwürzig entschieden.
Würdest Du bei dieser Geschmacksvorgabe auf Kartoffelsalat tippen? Ich hätte es nicht vermutet, aber ob Du es glaubst oder nicht, es ist einer der besten Kartoffelsalate die ich bisher gegessen habe.
Also im Büdchen gibt es ja selten Wiederholungen, aber dieser Salat steht auf der Liste für Wiederholungstäter. Probier es aus, Du wirst mir sicher zustimmen.
Kartoffelsalat mit Senfkörnern und Dill:
450 g mehlige Kartoffeln (war für mich ungewöhnlich, ich verwende gewöhnlich festkochende)
Meersalz
55 g Butter
3 Esslöffel gelbe Senfkörner
3 Esslöffel Dijon-Senf
2 Esslöffel Mayonnaise
60 ml Reisessig
2 Esslöffel Zucker
50 g fein geschnittene Schalotten (oder feinwürzige rote Zwiebeln)
3 Esslöffel fein gehackter frischer Dill und einige Dillspitzen für das Anrichten.
Die Kartoffel mit der Schale im Salzwasser ca. 20 Minuten gar kochen. Kartoffeln abgießen, abkühlen lassen, pellen, in Stücke (Scheiben) schneiden und abgedeckt zur Seite stellen.
Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Senfkörner darin rösten bis sie anfangen aufzuplatzen.
Die Butter mit den Senfkörnern in eine Schüssel geben. Den Senf und die Mayonnaise ebenfalls zugeben. Alles zusammen über die Kartoffeln geben und vermischen. Den fein gehackten Dill ebenfalls unter die Kartoffeln mischen
Nun den Zucker mit Salz und dem Essig gründlich verrühren bis sich der Zucker und das Salz aufgelöst haben. Die fein geschnittenen Schalotten in das Essiggemisch geben und ziehen lassen. Nach einiger Zeit die Schalotten herausheben und zu den Kartoffeln geben.
Mit einigen Dillspitzen anrichten. Wir haben den Salat mit klassisch paniert gebratenen Kabeljau gegessen, ich denke schon alleine wegen dem Senfgeschmack passt gebratener Fisch hervorragend. Ein Glas spitziger Weißwein macht diesen Gang rund.

Freitag, 15. November 2013

Herbst, Kastanien, Suppe oder einfach nur Buch 4...

Passend zur Bücherwoche "Jeden Tag ein Buch" und natürlich zur Jahreszeit ist ein außergewöhnliches Buch im Büdchen eingetroffen.
Alle Rechte: Ariane Bille
Also eingetroffen ist es schon vor Wochen, aber irgendwie war der richtige Zeitpunkt die Rezepte auszuprobieren noch nicht gekommen. Erst war es noch zu sommerlich, dann fehlte das Equipment, die Maronenernte hatte noch nicht begonnen und zum guten Schluss wollte ich mir dieses Buch als eins meiner kleinen Schmankerl für meine Rezensionen in dieser Woche aufheben.
Du kennst den 99Pages Verlag? Nicht? Hmm, das ist schade denn es ist ein Verlag der, so jung er selbst auch ist, seine Bücher entsprechend frisch und modern darbietet. Ein Verlag der von außergewöhnlicher Art geprägt ist sich zu präsentieren.
Das Buch das ich jetzt in Händen halte ist überaus interessant aufgemacht. Von Langeweile keine Spur, was ich recht witzig finde, dass 99Pages nicht nur der Name des Verlags ist, sondern die Bücher nach diesem Konzept aufgelegt werden. Jedes Buch aus diesem Verlag hat meines Wissens 99 Seiten. Bei diesem Buch findest Du auf 99 Seiten alles zum Thema Kastanie und genauso ist auch der Titel des Buches und das möchte ich Dir heute vorstellen. Was der Unterschied zwischen Kastanie und Marone ist, weiß ich zwar noch immer nicht, dafür habe ich aber fantastische Anregungen und Rezepte zur Verarbeitung dieser fast vergessenen Baumfrucht bekommen. Also Vergessen im Sinne der Kulinarik, Kastanienmännchen zu basteln hat in Deutschland mindestens genauso Tradition wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Sicher findet man heutzutage wieder mehr Maronistände auf Weihnachtsmärkten als früher.
Auch ist sie beim Gänseessen eine Wichtige Komponente die genauso wenig fehlen darf wie die Klöße und der Rotkohl, evtl. gibt es noch ein Dessert mit einer Maronencreme, aber dann hört es meistens auch schon auf. Okay, in Deiner Region nicht? Wohnst Du evtl. in Frankreich, im Süden Deutschlands oder gar in Italien?
In Südtirol gibt es traumhafte Speisen mit Maronen, im Ruhrgebiet musst Du für derartige Gaumenkitzel selber sorgen.
Mit diesem Buch alles kein Problem mehr.
ClaudeBrioude, der Meister der Rezepte in diesem Buch hat die Kastanie in allen Facetten auferstehen lassen. Als rustikale Bratenfüllung, kräftige Konfitüre, Süppchen, Pasta, Cremes und Kuchen, der Vielseitigkeit Kastanie hat er keine Grenzen gesetzt.
Jedes seiner Rezepte plante er mit einer kleinen Skizze. Aber die Krönung, diese reizenden Skizzen sind ebenfalls abgedruckt. Sehr liebevoll und wunderhübsch.
Zwischen den Rezepten ist das Buch immer wieder mit Wissenswertes und auch Historisches über die Kastanie ausgestattet. Natürlich auch da wieder gefolgt von reizvollen Bilder die auf diese wiederbelebte Frucht aufmerksam machen. Wusstest Du dass die Kastanie mal als Zahlungsmittel, als Tauschwährung und Witwenrente diente?
Für die ansprechenden Fotografien ist Ansgar Pudenz verantwortlich. Sie drücken Behaglichkeit und Wohlgefallen aus. Sie machen Lust auf Herbst für die die Marone ja regelrecht Sinnbild ist.
In den Texten ist immer wieder die Rede davon, dass die Kastanie derzeit ihre Renaissance erlebt, dem kann ich nur zustimmen. Die Texte stammen aus der Feder Rainer Schillings und sind wunderbar interessant aufgeführt. Ein tolles Trio das sich da gefunden hat. Das Ergebnis ist ein rundum sympathisches Werk im schwarz/weiß gehaltenen Hardcover mit Schutzumschlag. Das handliche Format von 25,6 x 20 x 1,8 cm ist gerade so groß das es in der Küche auf der Arbeitsfläche nicht zuviel Platz einnimmt. 17 Rezepte auf 99 Seiten verteilt (okay es sind 104 Seiten, aber nur weil am Anfang noch das Register hinein musste.
Im Handel ist es unter der ISBN: 978-3942518130 erhältlich und wie schon erwähnt, im 99PAGES Verlag erschienen.
Wie schon geschrieben, mit diesem ansprechenden Buch sind die Maronen auch wieder ins Büdchen eingezogen und werden mit Sicherheit noch einige Male in diesem Winter zum Speisenhauptdarsteller avancieren.
Für heute habe ich ein Maronensüppchen mitgebracht. Meine anderen Experimente, wie Ravioli mit Kürbis-Maronenfüllung,  stelle ich Euch demnächst vor.
Kastanien-Samtsuppe mit Sellerie-Gemüsewürfeln und Nuss-Schäumchen:
500 g frische Kastanien
8 gekochte Kastanien
1 Liter Vollmilch
1 Selleriestaude
8 hauchdünne Scheiben Brot
Einige Sellerieblättchen
Salz und Pfeffer
Die Kastanien schälen, ein Drittel der Selleriestaude in feine Würfel schneiden und zusammen mit den Kastanien in der Milch kochen bis die Kastanien zerfallen. Den restlichen Sellerie ebenfalls würfeln und in einer Pfanne dünsten. Die vorgekochten Kastanien in Scheiben schneiden und kurz in einer Pfanne mit etwas Nussöl anbraten. Die Suppe mit einem Purierstab aufmixen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Brotscheiben toasten
Für das Nuss-Schäumchen:
250 ml Wasser
25 ml Nussöl
3 g Soja-Lezithin
Wasser mit Nussöl und Soja-Lezithin in einem Topf eine Minute lang aufkochen. Danach mit dem Pürierstab kräftig aufschäumen.


Vor dem Servieren die gedünsteten Selleriewürfel in die Suppe geben, Suppe auf Teller verteilen und mit den Brotscheiben, gebratenen Kastanienstücken, dem Nuss-Schäumchen und Sellerie- oder Petersilienblättern servieren. Ich habe übrigens noch ein Jakobsmuschelspieß dazugemogelt, der ganz fantastisch passte.

Mittwoch, 13. November 2013

Ich mag durchaus Schokolade und ein schönes Buch dazu...

Gleich vorweg, dieses Buch ist sicher nicht nur etwas für Schokoholiker sondern ich würde eher sagen es ist "das" Schokobuch für den Genießer.
Alle Rechte: Ariane Bille
Eine gelungene Kooperation einer Chefredakteurin, eines Spitzenkochs und einer Starfotografin. Da haben die Drei schon was Tolles gezaubert, jeder auf seinem Gebiet, und alles unter dem Dach eines ganz exzellenten Verlags. Du überlegst von wem die Rede ist? In diesem Fall haben Elisabeth Ruckser, Oliver Hoffinger und Luzia Ellert mit Hilfe des Collection Rolf Heyne Verlags gezaubert.
Für die Einführung hat Frau Elisabeth Ruckser gesorgt. Sie erzählt die Geschichte des Kakaos, wie die Schokolade Einzug in Europa gehalten hat, erklärt die vier wichtigsten Kakaosorten. Gibt ihr Statement zur Warenkunde, geht auf "moderne" Schokoladenherstellung ein und gibt dem Leser Tipps was er beim Kauf berücksichtigen sollte, erklärt wichtig Unterschiede und nicht zuletzt gibt sie natürlich auch Tipps zur Verwendung in der Küche. Nur schon die Einleitung ist so interessant geschrieben, man kann es kaum glauben dass hier die Rede von einem Produkt die Rede ist die Kiloweise verzehrt wird. Und genau da sind wir auch schon an dem besagten Knackpunkt. Wer sich darüber nicht im Klaren ist welch ein besonders edles Produkt Schokolade ist, wird spätestens jetzt aufgeklärt. Gute Schokolade ist ähnlich zu betrachten wie guter Wein. Die Vielseitigkeit des Geschmacks kommt beim der Verkostung. Nach der Theorie kommt die Praxis.
Genau dafür sorgt Oliver Hoffinger mit tollen Rezepten. Es geht pikant, scharf, süß, cremig, schaumig und flüssig weiter. Jetzt heißt es kochen mit der süßen Verführung.
Die Rezepte sind für 4 Personen gedacht und zu jedem Rezept gibt es die Angabe der Zubereitungszeit. Die Zutaten sind überwiegend im gängigen Handel zu bekommen, was die Rezepte sehr sympathisch machen. Viele Rezepte sind wunderschön bebildert, hier sorgte Luzia Ellert mit ihrem Einsatz für das I-Tüpfelchen. Wieder einmal wurden die Speisen so toll in Szene gesetzt, dass man gleich mit dem Einsatz von Messer und Gaben beginnen möchte.
Die Rubrik pikant wartet mit herzhaften Rezepten auf. Penne mit Radicchio, Pignoli und Schoko-Rotwein-Sauce, oder Kapaun mit weißem Bohnen-Schokoladen-Püree und rotem Zwiebelconfit.
Scharf: Geeiste Joghurt-Schoko-Cayenne-Suppe mit Rinderfilet, oder Karamellisierte Orangen mit Wasabi und Schokoschaum
Süß: Pumpernickel-Schokoladen-Tarte, oder Weiße Schokoladen-Panna-cotta mit Grapefruit
Cremig: Ingwer-Schokoladen-Creme mit Hasenpfeffer, oder Himbeer-Brownie-Creme
Schaumig: Crème-fraîche-Schaum mit Schoko-Kalbsbackerln, oder Schokoschaum mit Tarte von der Lachsforelle
Die Rubrik flüssig ist genau das Richtige für die genussreiche Winterzeit: Heiße Azteken-Schokolade, Pralinentraum oder Kiss in the Dark
Aus allen Rubriken ein Menü zusammengestellt wäre sicher etwas für ein ganz großes Galamenü. Nach soviel Inspiration folgt das Glossar in dem Begriffe wie Grand Cru oder Kakaonibs ihre Erklärung finden. Das Register ist wiederum sehr aufschlussreich zumal es mit eigenen Gruppierungen aufwartet.
Wer jetzt neugierig geworden ist, dem möchte ich die ISBN nicht vorenthalten.   
Das Buch gehört zu den Bändern „Die andere kulinarische Bibliothek“
Es hat 223 Seiten, 100 Abbildungen, 80 illustrierte Rezepte und ist im handlichen Format von 16x24 cm. Das Flexcover mit Leinenstruktur wirkt stabil und fein
Erhältlich unter der ISBN-13: 978-389910577-3 
Logisch das ich es mir nicht hab nehmen lassen etwas nachzubasteln, oder? Im Büdchen gab es Steinbeißer mit Orangen und Schokoladen-Polenta.
4 unbehandelte Orangen
1 Esslöffel Olivenöl
4 Steinbeißerfilets (ca. 600 g)
Salz
Schwarzer Pfeffer frisch gemahlen
250 ml trockener Weißwein
250 ml Gemüsebrühe
250 ml Milch
120 g Instand-Polentagrieß
50 g weiße Kuvertüre
20 g frisch geriebener Parmesankäse
3 Esslöffel Butter
10 Basilikumblätter
Die Orangen schale abreiben und zur Seite stellen. Die Orangen anschließend schälen und filetieren. In eine gefettete Auflaufform die Steinbeißerfilet legen, darauf die Orangenfilets und die abgeriebene Orangenschale geben. Den Weißwein angießen und 10-12 Minuten im vorgeheizten Backofen auf 190°C garen.
Die Gemüsebrühe mit der Milch mischen und aufkochen. Unter ständigem Rühren den Polentagrieß einrieseln lassen. Die Polenta aufkochen, vom Herd nehmen und im geschlossenen Topf 5-10 Minuten ziehen lassen.
Die Kuvertüre fein hacken mit dem Parmesan und der Butter in die Polenta rühren. In eine mit Öl ausgepinselte Form streichen, auskühlen lassen, in Stücke schneiden und in Butter anbraten.

Die Steinbeißerfilets zusammen mit der Schokoladenpolenta anrichten und mit Basilikumblätter bestreut servieren.

Dienstag, 12. November 2013

Bis zum letzten Krümel, Buch zwei…


Alle Rechte: Ariane Bille
…und schon geht es heute gleich weiter mit der nächsten Buchvorstellung, um genau zusagen es geht um jeden Krümel und zwar bis zum Letzten. Gestern gab es schon eine Buchpräsentation hier im Büdchen, die findest Du hier!
Leider passiert es auch im Büdchen gelegentlich dass etwas über den Abfalleimer entsorgt werden muss. Es bricht mir zwar immer das Herz und ich versuche es für mich so gut es geht zu erklären, aber Lebensmittel wegzuschmeißen ist so eine Sache die bei mir mal so gar nicht geht. Doch das Allerletzte was entsorgt wird ist Brot. Weder süß noch herzhaft wird vernichtet. Nein das geht gar nicht. Brötchen werden zu Paniermehl verarbeitet, Brot eignet sich für arme Ritter oder mit Käse gemischt für Aufläufe.
Jedes Rezept in dem Brotreste verarbeitet werden, ist mir Willkommen. Ein fester Bestandteil sind die Semmelknödel im Büdchen geworden.
Durch Zufall bin ich auf das neueste Werk von Camille Antoine gestoßen. Der Titel ist schon sehr aussagekräftigt „Bis zum letzten Krümel“ Süße und herzhafte Rezepte mit Brot vom Vortag. Diese hübsche Lektüre im Hardcover und handlichen Format, die mit 30 Rezepten aufwartet und zahlreiche appetitliche Fotos beinhaltet ist im Jan Thorbecke Verlag erschienen.
Die Autorin Camille Antoine liebt die unkomplizierte Alltagsküche und das kommt mir sehr entgegen. Die Rezepte hören sich eher schlicht und wenig üppig an. Also durchaus auch für Anfänger.
Das Buch startet mit dem Inhaltsverzeichnis und ab Seite 4 bis Seite 40 geht es süß zur Sache. Die letzten Seiten sind mit herzhaften Rezepten gefüllt. Mich überraschte die Vielzahl der unterschiedlichen Rezepte der armen Ritter. Vermisst habe ich ein Semmelknödelrezept und eine Anleitung für eine Brotsuppe.
Ich habe das Rezept für Tiramisu mit süßem Weißbrot ausprobiert. Die Handhabung bzw. die Umsetzung der Anleitung war simpel und einfach. Allerdings etwas unpräzise, wobei das natürlich wieder entsprechenden Spielraum bietet.
Das Rezept war für 4 Personen gedacht, aber ich denke selbst bei großzügiger Verteilung reicht es locker für 6 Personen.
Tiramisu mit süßem Weißbrot
3 Eier
80 g Zucker
300 g Mascarpone
Abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone (lieber einen Esslöffel Amaretto)
1 Prise Salz
6 Scheiben süßes Hefeweißbrot
200 ml kalter starker Kaffee
Entöltes Kakaopulver
Die Eier trennen. Eigelb mit Zucker zu einer dicklichen Creme schlagen. Nach und nach die Mascarpone unterrühren.
Eiweiß mit einer Prise Salz zu steifem Schnee schlagen und unter die Mascaponecreme heben. Ebenfalls den Amarettolikör unter die Creme rühren.
Das süße Hefebrot in eine Auflaufschale legen und mit dem Kaffee tränken. Mit einem Teil der Creme bestreichen. Als nächstes wieder Hefebrotscheiben einschichten, die wieder tränken und mit der restlichen Creme bestreichen. Die Schale mit Frischhaltefolie abdecken und idealerweise über Nacht ziehen lassen. Vor dem Verzehr dick mit Kakaopulver bestreuen.
Es ist nicht mit dem Original vergleichbar, aber durchaus eine gute Alternative und vor allem schnell gemacht.
Als nächstes Rezept steht noch ein Auberginenauflauf auf dem Programm, und um die knusprigen Brotschnitten mit Pfifferlingen und Scamorza komme ich sicherlich auch nicht Drumherum.
Falls ich jetzt Dein Interesse geweckt habe, bekommst Du nun noch von mir die ISBN, dann bist Du auf der sicheren Seite: 978-3-7995-0435-5

Montag, 11. November 2013

Ich glaub es geht schon wieder los, Buch eins…


Alle Rechte: Ariane Bille
Eigentlich war sie doch erst neulich, die Lesewoche "jeden Tag ein Buch" Du kannst Dich erinnern!? Im Juli hatten die Tochter vom Arthur  und Steph vom kleinen Kuriositätenladen die Idee jeden Tag ein Buch zu rezensieren. Wie sich das für einen Foodblog gehört, werden hier im Büdchen natürlich Kochbücher gelesen, rezensiert und gebloggt.
Wir stecken mitten im November uns so langsam gehen die Temperaturen Richtung Nullpunkt auf dem Thermometer. Genau die richtige Zeit für die Winterwohlfühlküche.
Da hatte der Thorbecke Verlag das richtige Näschen für die Vorlieben der kochenden Bevölkerung bewiesen. Wärmendes für kalte Tage und wenn ich an das derzeitige Sturm- und Regenwetter denke, möchte ich mich mit Wolldecke und diesem hübschen Kochbuch auf das Sofa verziehen. Mal so unter uns, ich hab es auch gemacht und viele Markierungsfähnchen in das Buch geklebt.
Nach der Einführung geht es auch gleichhier in diesem reizenden Buch mit Kleinigkeiten für Schneetage los. Weiter mit Trostspender für kalte Tage und Schlemmereien am Kamin die sicher auch ohne Kamin schmecken. Einen Vitaminstoß gibt es mit Wintersalate und mit der süßen Verführung wird auch der süße Zahn gestillt. Und sollte das Alles nicht über die dunklere Jahreszeit hinweghelfen gibt es noch die Rubrik Ein Becher Glück. Zum Schluss kannst du im alphabetischen Register alle Rezepte wiederfinden.
Ein Buch mit Hardcover und zahlreiche gemütlich wirkende Fotos, die aus dem kalten Zeitabschnitt des Jahres stammen. Es ist ein Buch mit über 150 Rezepten.  Schwierigkeitsgrade der Rezepte sind sehr vielseitig und finden sicher jeweils seinen Könner.
Es ist ein reines Rezeptbuch. Doch was ich unbedingt erwähnen möchte ist, dass die Speisenergebnisse wunderbar und liebevoll in Szene gesetzt wurden und damit ist ein warmes „Bilderbuch“ entstanden das ich immer wieder gerne zur Hand nehme. Was mir auch sehr gut gefällt, dass der Herbst jenseits von Halloween und Spukgeschichten sehr stimmungsvoll dargestellt wird. Es erinnert mich an die Jahreszeit wie sie in unserer Gegend eher angetreten wird. Sie steigert die Spannung auf die Adventzeit und erinnert etwas mehr an Erntedank und die Zeit in der man sich auf den Winter vorbereitet.
ISBN: 978-3-7995-0376-1

Ich habe mich an verschiedenen Rezepten in diesem Buch versucht und würde jedes Rezept als gut nachzuarbeiten bewerten.
Heute gibt es Linsensalat mit Schweinefilet:
200 g Puy-Linsen
1 Teelöffel Dijonsenf
2 Esslöffel Balsamicoessig
½ Teelöffel Meersalz
½ Teelöffel schwarzer Pfeffer
4 Esslöffel extra natives Olivenöl
250 g Champignons (ich habe Cremechampignons genommen)
1 Esslöffel Olivenöl
Schale einer abgeriebenen Zitrone (unbehandelt versteht sich wohl von selbst)
2 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Esslöffel fein gehackte Rosmarinnadeln
350 g Schweinefilet (kann auch etwas mehr sein)
100 ml Rotwein
100 g junge Spinatblätter (weil sie aus waren mussten bei mir Rucolablätter herhalten)
16 Kirschtomaten, halbiert
Linsen mit reichlich kaltem Wasser in einem Topf aufkochen und bei reduzierter Hitze ca. 20 Minuten gar kochen. Abgießen und abkühlen lassen.
Aus Essig, Senf, je einem ¼ Teelöffel Salz und Pfeffer und zum Schluss das native Olivenöl ein Dressing rühren. Pilze in feine Scheiben schneiden, mit den Linsen mischen und dem Dressing marinieren.
Zitronenschale, Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin, restliches Salz und restlichen Pfeffer mischen. Das Schweinefilet mit dem Gewürzöl einreiben.
Das Filet in einer erwärmten Pfanne bei mittlerer Temperatur von allen Seiten gute 5 Minuten braten. Zur Seite stellen und in der warmen Pfanne gut weitere 5 Minuten ziehen lassen. Das Filet aus der Pfanne nehmen und warmstellen.
Den Bratensatz mit dem Rotwein ablöschen und aufkochen. Sollte etwas von dem Gewürzöl übrig sein, den Rest einfach mit zu dem Rotwein geben.
Das Rotweingemisch zu den Linsen geben.

Linsen mit Salatblättern und Tomatenstücken auf einem Teller arrangieren, die Schweinefiletscheiben auf dem Salat anrichten und mit etwas Brot servieren.

Freitag, 8. November 2013

C'est la vie oder Paris auf die Schnelle…

Du fragst Dich wie ich auf Paris bzw. Frankreich komme, wo ich doch neulich erst in Italien, oh pardon, in Südtirol war!?
Nun mal ganz langsam, erst war ich in Südtirol und dann in Frankreich, aber diesmal berichte ich nicht in Reihenfolge, sondern nach Länge des Aufenthaltes.
Die Freundin hat ja schon von unserem 24 Stunden Marktbesuch in Paris bzw. in Rungis berichtet. Ich sag Dir, ich schaue mir gerade die Bilder an und bin mehr denn je begeistert. Ich könnte Dich schon wieder kreuz und quer zutexten, aber ich versuche es mal mit Konzept. Wer mich persönlich kennt weiß dass es ein Wasserfall gegen mich schwer hat. Frag mal die Freundin.
Angefangen hatte alles im April, oder war es gar März???? Also jetzt nicht mit meiner Quasselei, sondern mit unserer Planung für Paris. Ich glaube es war doch eher März und der große Sizilienaufenthalt der Freundin stand noch bevor als sie mich fragte, ob ich mit nach Paris zum Markt fahre. Freundin, welch eine Frage, ich fahre mit dir zu jedem Markt mit!!!
Wie bedeutsam diese Frage war wusste ich da natürlich noch nicht.
Okay, dass Paris sicherlich einen größeren Markt haben wird als Bochum hinterm Bannhoff ist schon klar, aber hier war nicht die Rede von einem schlichten einfachen Markt in der berühmten Großstadt für Verliebte, hier ging es um den in Paris, um genau zusagen in Rungis!!! Es soll der größte Frischemarkt der Welt sein!!! Was sagste jetzt? Für mich war dieser Markt auf jedem Fall bisher in meinem Leben der Größte, schließlich sind wir über
7 Kilometer gelaufen. Die Tour wurde organisiert von Fa. Niggemann aus Bochum und in Paris wurde uns wieder einmal klar, mit welch einer frischen Ware Fa. Niggemann seine Kunden versorgt.
Treffpunkt war um 15:00 Uhr, Abfahrt gegen 16:30 Uhr. Wir waren ein überschaubares Trüppchen von 13 Personen, zwei Mädels und der Rest von der männlichen Gattung. In einem sehr komfortablen Bus sind wir dann los auf die Autobahn…..
Paris, Paris, wir fahren nach Paris…..
Die Freundin und ich ganz vorne im Bus wir wollten halt die Ersten sein, die nach dem Busfahrer, in Rungis ankommen.
Wir kamen an und zwar gegen 23:00 Uhr, oder war es doch früher?
Also Du kannst mir sagen was Du willst, aber ich glaube die Busfahrer sind heutzutage immer schneller unterwegs. Die Fahrtzeit reichte gar nicht für den ganzen Gesprächsstoff den die Freundin und ich hatten. Während der Fahrt wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Nur die Getränkeauswahl war nicht so ganz auf die Ladys ausgerichtet, ob der Verantwortliche gedacht hat weil wir ganz vorne saßen dürften wir nichts trinken? Hallo??? Wir mussten doch nicht fahren. Kein Sekt, kein Wein? Nur Wasser, Cola und Bier. Bier ist ja bekanntlich in dem einen oder anderem Bundesland kein Alkohol.
Also die Mädels kamen in Rungis sturznüchtern und mit klarem Kopf an. Und jetzt kam der Moment!!!
Wir wurden erwartet. Rungis ein Stadtteil  für sich nahm uns in Empfang und zwar genauso wie ich es mir vorstellte. Cool, einfach nur cool dieses Marktnachtleben. Ich will einfach nur sitzen und schauen.
Wir sitzen. Aber wir essen und trinken auch und schauen und reden. Wir sind begeistert und beschäftigen uns mit der besten Fischplatte die je vor mir stand.
Okay das Schlürfen der Austern habe ich jetzt den Anderen überlassen, nach zwei Stück war mein Bedarf an Meerwasser schlucken gedeckt.
So ganz nebenbei haben wir uns mit dem Wein beschäftigt und einfach nur alles genossen.
Gegen zwei Uhr verließen wir die nette Brasserie und peilten die Hallen an.
Wir stürzen uns als erstes in die Fischhalle, sie ist auch die Erste die öffnet.

Einfach nur gigantisch, hier liegen die hübschen Meeresbewohner in einer Qualität und Menge herum, wie man es nur erahnen kann.

Um drei Uhr ging es weiter in die nächsten Hallen. Hier standen Geflügel

Schweine, Kälber, Lämmer auf dem Programm. Das reinste Rinderballet stand für uns Kopf. Naja, sie waren eher etwas kopflos.

Ich denke so manch eine Wellnessbehandlung ist ihnen auf den einen oder anderen Magen geschlagen und ihre Innereien waren nicht mehr ganz so sehr im Einklang.

Die Freundin war in ihrem Element. Ihre Augen wurden bei so schönen "Zutaten" immer größer. Ein Schauspiel das seines Gleichen sucht.
Nach soviel nacktem Fleisch brauchten wir einen Kaffee und ein kleines Päuschen. Die Zeit raste, wir auch…

Es ging weiter mit dem Bespaßungsprogramm zwei Hallen. Aber glaub nicht dass nach Feinkost und Käse Schluss war!

Nein, noch lange nicht.

Jetzt peilten wir Gemüse und Obst an. Die nächsten sieben Hallen gehörten uns.

Eine Halle jeweils so groß, dass man das Ende der Halle nur erahnen konnte.


Frische Datteln, Feigen und Birnenquitten.

Walnüsse und Maronen, Preiselbeeren und bunter Blumenkohl. Wir haben Herbst.

Wir staunen, sind einfach nur begeistert, selbst nach Stunden ebbt die Faszination nicht ab. Die Füße schmerzen etwas. Kein Klagen, denn wir hatten es ja so gewollt.
Nach ca. 7 Kilometern, 422 Bildern, einem leeren Akku und 24 Stunden auf den Beinen, peilten wir die uns liebgewordene Brasserie an.
Ein traumhafter Sonnenaufgang mit Kaffee und Croissant, ja genauso habe ich es mir gewünscht. Auch wenn die Äuglein langsam müde wurden, jeder einzelne Teilnehmer hat es auf seine Art genossen.
Der Weg von der Brasserie zum Bus war lang, die 20 Meter mit platten Füßen entpuppten sich zu 20 gefühlten Kilometern.
Danach war nur relaxen und verarbeiten angesagt, okay die Augen brauchten jetzt auch eine kleine Ruhepause und ruck zuck waren wir wieder in Bochum.
Meine Güte, wie dicht Paris an Bochum liegt!

Es war ein Erlebnis das ich nicht missen möchte, wie heißt es doch gleich noch so schön: C'est la vie