Mittwoch, 29. Januar 2014

Matte Mohrenköpfe zum Kaffee…

…ein Wochenende ohne Gebäck wäre ja kein richtiges Wochenende meinte neulich Herr GB. Nur jetzt habe ich das Problem nicht ständig mit hervorragenden Ideen für kleine spontane Gebäckteilchen gesegnet zu sein. Rezepte gibt es wie Sand am Meer, aber die ganz große Bäckerin bin ich ja nun wirklich nicht. Das bestätigen auch übrigens die heutigen Gebäckstückchen die ich präsentiere. Ich brauche Backanleitungen die kurz und bündig sind. Die Zutaten überschaubar und nach Möglichkeit sollen sie auch vorrätig sein. Die Mohrenköpfe die ich für Herrn GB gebastelt habe gingen eigentlich recht einfach, nur diese Schmiererei mit der Schokolade, oh man, ich kann Dir was erzählen. Erst musste ich die Halbkugeln noch etwas zurechtschnitzen damit sie in meine Rosetten passten und anschließend auch noch mit Schokoladenglasur aufhübschen. Wegen der Buttercreme mussten sie in den Kühlschrank, in den sie eigentlich wegen dem Glanz der Schoki gar nicht hätten hinein gedurft. Aber beides geht eben nicht. Die Gefahr dass die Buttercreme schlecht würde war mir dann doch zu hoch, also opferte ich den Glanz.
Die Halbkugeln wurden aus einem Biskuitteig gebacken und die Hauptzutaten der leichten Buttercreme waren Pudding und Nussnougat. Nur für den Stand brauchte ich die Butter.
Herr GB war von den Mohrenköpfen ganz begeistert und ich befürchte ich werde sie wegen besagtem Mangel an Ideen wiederholen müssen.
Ich gebe Dir mal das Rezept, vielleicht brauchst Du ja auch mal einen Joker für Kleingebäck.
Mohrenköpfe:
3 Eiweiß
Zucker
Prise Salz
3 Eigelbe
80 g Mehl
30 g Speisestärke
Messerspitze Backpulver
Als Zubehör benötigst Du eine Mohrenkopfbackform
Die Eiweiße mit der Prise Salz zu steifen Schnee schlagen. Nach und nach den Zucker einrühren. Die Eigelbe einzeln unter den festen Eischnee rühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver auf die Eiercreme sieben und gründlich unterheben. Es dürfen sich keine Mehlnester bilden. Jeweils einen Esslöffel Teig in die gut gebutterte Mohrenkopfform füllen und 12 bis 15 Minuten bei 180° C Heißluft im vorgeheizten Backofen backen. Diesen Vorgang so oft wiederholen bis der Teig verbraucht ist.
Von den Halbkugeln einen Boden von ca. 0,5 cm Dicke abschneiden und in Rosetten setzen.
Die obere Halbkugel in flüssige Kuvertüre tauchen. Auf einem Gitter abtropfen lassen.
Füllung:
200 g Schokoladenpudding
100 g Haselnussnougat
125 g Butter
Einen Schokoladenpudding kochen und ihn ständig rühren damit er keine Haut bildet. In dem warmen Pudding den Nougat auflösen. Den Nougatpudding kalt rühren.
Die Butter auf Zimmertemperatur bringen und schaumig schlagen. Nach und nach den Pudding in die Butter geben und alles zusammen gründlich verrühren. Ganz wichtig!!! Die Butter und der Pudding sollten die gleiche Temperatur haben.
Die Creme auf die unteren Hälften der Mohrenköpfe streichen und die schokoladenüberzogene Oberhälfte aufsetzen.
Noch mit kleinen Schokoröllchen verzieren und auskühlen lassen.

Für die spontane Kaffeetafel eine garantierte Bereicherung.


Dienstag, 28. Januar 2014

Wut auf die Filoteigtante….

Es war einfach nicht mein Wochenende. Samstags hatte ich einen Ciabattateig angesetzt den ich am Sonntag backen wollte. Extra Samstag vorbereitet denn die Hefe sollte über Nacht aufgehen und in dem Teig herrliche Luftblasen bilden. Fluffig wie das Original in Italien sollte es werden. Sonntagmorgen ein Blick in den Rührtopf, der Teig hatte nicht eine Luftblase gebildet und er ist auch nicht einen Zentimeter gegangen. Okay dachte ich, gibst Du ihm jetzt noch eine Chance außerhalb des Kühlschranks. Aber so wie sich herausstellte, wurden wir keine Freunde, er bewegte sich keinen Millimeter von alleine, also beförderte ich ihn und zwar in den Abfall. Ich weiß, normal ist das der pure Frevel, doch ich weiß auch wann ich verloren habe und jegliche Mühe vergebens ist.
Das Wochenende war noch nicht vorbei und es hatte noch diverse Überraschungen für mich parat.
Es sollte Garnelen im Bananenblatt geben. Eigentlich schon seit drei Wochen, doch ständig kam etwas dazwischen. Mal bekam ich kein Thai-Basilikum, mal war das Bananenblatt braun geworden. Diesmal hatte ich alle Zutaten im perfekten Zustand zusammen. Also nur noch die Garnelen auftauen. Ich hatte sie vor einigen Tagen auf dem Markt gekauft und eingefroren. Jetzt frag mich nicht wieso ich die Garnelen zum auftauen nicht in den Kühlschrank gestellt habe, das ist mir noch nie passiert. Du kannst Dir nicht annähernd vorstellen wie schlechtgewordene Garnelen stinken können. Also hatte sich das Bananenblattschmankerl auch erledigt.
Wenn Du jetzt glaubst ich war mit den Pannen für dieses Wochenende fertigt, hast Du dir in den Finger geschnitten.
Eigentlich wollten Herr GB und ich jetzt essen gehen, doch es war so gemütlich zuhause und im Kühlschrank lungerten noch Möhren und Frühlingszwiebeln herum. In der Gefriertruhe noch eine Packung fertiger Filoteig von dieser Tante.
Also schnell mal eben aus Frühlingszwiebeln und Möhren eine Füllung hergestellt, die aufgetauten Filoblätter mit einem Gewürzöl eingepinselt, die Füllung auf die geölten Blätter verteilen und zu kleinen Taschen falten. Das funktioniert allerdings auch nur, sofern die Teigblätter nicht wie bekloppt aneinanderkleben oder an den verschiedenen Stellen brechen.
Kannst Du dir vorstellen welch prickelndes Gefühl in dir aufkommt wenn Du nur noch einen Klumpen Irgendwas vor dir liegen hast? Du die Füllung über die Arbeitsplatte verteilst, weil diese verdammten Taschen an allen Ecken auseinanderbrechen? Du aber trotzdem am Ende froh bist etwas aufs Blech legen zu können, weil Du inzwischen richtigen Hunger bekommen hast?

Die Idee für die knusprigen Taschen hatte ich neulich mal als ich aus dem Teig eine Art Flammkuchen machte, davon erzähl ich Dir demnächst mal. Doch für die Taschen kannst Du heute schon das Rezept bekommen. Aber beherzige auf jedem Fall einen Rat. Verwende keinen aufgetauten Filoteig, gönn Dir für diese Päckchen nur frischen, hörst Du!!! Nur absolut frischen Teig!!!
Knusprige Filoteigtaschen:
4 Möhren
5 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Teelöffel Fenchelsamen
1 Teelöffel Koriandersamen
2 Teelöffel Zucker
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Packung frischen Filoteig
Möhren in kleine Würfel schneiden, Frühlingszwiebeln in dünne Ringe und die Knoblauchzehen fein hacken. Alles drei gut vermischen.
Fenchelsamen und Koriander in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die angerösteten Gewürze mit Salz, Zucker und Pfeffer fein mörsern. Die Gewürze mit Olivenöl verrühren und anschließend die Filoteigblätter damit einpinseln.
Die Gemüsemischung auf die eingepinselten Blätter geben und zu kleinen Taschen falten. Die Taschen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 180° C im vorgeheiztem Backofen 15 Minuten garen.

Die Taschen können heiß, warm oder kalt gegessen werden.


Montag, 27. Januar 2014

Für mich soll´s täglich Rosen geben…

…naja täglich ist übertrieben, aber so gelegentlich nur schon alleine wegen dem Gesundheitswert hab ich sie schon ganz gerne auf dem Teller. Du glaubst ich stecke im Winterblues und vor lauter Verzweiflung esse ich jetzt schon Rosen?
Ja ich esse Rosen, aber nur die hübschen Köhlchen vom Rosenkohl. Das Wintergemüse das um einiges Vielseitiger ist als so manch einer  weiß.
Ganz klassisch gekocht und in Butter mit Brösel geschwenkt hat er in den meisten Küchen einen Stammplatz. Auch in weißer Milch- oder Sahnesauce ist er landesweit bekannt. Doch ich denke die wenigsten kennen ihn als Salat mit Öhrchennudeln.
Eine ganze Tüte mit Orecchiette lag noch im Schrank, handgefertigte aus Meran. Du weißt, ich liebe Südtirol und Meran sowieso und die kulinarischen Genüsse springen förmlich automatisch dort in mein Gepäck um zuhause verspeist zu werden.
Die Kombination von Rosenkohl und Nudeln ist für Italien nicht wirklich ungewöhnlich. Hier im Ruhrgebiet wüsste ich jetzt kein Rezept in dem Rosenkohl und Pasta vereint wurden. Dann wird es ja wohl Zeit, oder was meinst Du?
Rosenkohl ist regional. Kein Garten der früher von den Bergmannsfamilien betrieben wurde, wäre ohne Rosenkohl ausgekommen. Als Kind habe ich ihn nicht wirklich gemocht, doch meine Mutter hat mit etwas Zucker im Kochwasser getrickst und er wurde milder. Die heutigen Züchtungen haben längst nicht mehr die ausgeprägten Bitterstoffe die er früher hatte. Eigentlich sehr schade, denn gerade die Bitterstoffe in unserem Gemüse sollen so wichtig für Leber und Galle sein, weil diese die Gallenproduktion ankurbeln und das wiederum sehr wichtig für den Stoffwechsel wäre.
Gesunde Inhaltsstoffe her oder hin, es muss schmecken und ich denke, hätte meine Mutter mir früher den Rosenkohlsalat serviert den ich Dir heute präsentiere, wäre meine Lieblingsspeisenkarte mindestens um diese Gericht erweitert worden.
Rosenkohlsalat mit Öhrchennudeln
400 g Rosenkohl
250 g Orecchiette
75 g getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
50 g geriebenen Parmesan
50 g geröstete Pinienkerne
2 Schälchen Kresse
3 Esslöffel Olivenöl
4 Esslöffel Gemüsebrühe
Saft ein ½ Zitrone
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Einige rosa Pfefferbeeren für die Dekoration
Rosenkohl putzen und in Salzwasser garen. Ebenfalls die Orecchiette bissfest garen.
Die Tomaten fein würfeln und die Knoblauchzehen fein hacken. Gekochten Rosenkohl, gegarte Nudeln, Tomatenwürfel, Knoblauch, Parmesan und geröstete Pinienkerne vermischen.
Aus Olivenöl, Gemüsebrühe, Zitronensaft, Salz und Pfeffer ein Dressing herstellen. Das Dressing über die anderen Salatzutaten geben und alles vermischen. Die Kresse schneiden und ebenfalls zum Salat geben. Mit den Pfefferbeeren betreut auf Teller anrichten.
Mit einem kühlen Weißwein serviert ist es ein herrliches Gericht.

Montag, 20. Januar 2014

Rote Beete Suppe, geprägt bis in alle Ewigkeit…

…ja genauso könnte man es bezeichnen. Du fragst Dich gerade welch eine Geschichte dahinter steckt? Du glaubst ich verabscheue seit Kindheit an Rote Beete, oder Herr GB ist wieder der Abscheutäter? Okay, Herr GB und Rote Beete sind jetzt nicht die besten Freunde, aber ich muss ihm mit nichts drohen damit er Rote Beete isst. Gelegentlich gibt es im Büdchen die rote Knolle, aber es hält sich in Grenzen. Als Suppe hatte sie hier noch nie ihren Auftritt und nur weil ich durch eine Geschichte geprägt bin, die ich selbst noch nicht einmal erlebt habe. Ich kenne sie nur vom hören aus meiner Familie.
Es geschah einst vor meiner Zeit, dass ein Familienvater für seine Kinder etwas zum Mittagessen kochen musste weil die Gattin im Krankenhaus lag. Dieser Vater der sich ganz fürsorglich und aufopfernd um seine Blagen kümmerte wollte natürlich etwas ganz außergewöhnlich Gutes auf den Tisch bringen. Er hatte eine enorme Aufgabe, denn die eigentliche Köchin, wie bereits erwähnt, lag im Krankenhaus und er wollte sie jetzt mit Bravur ersetzen. Anstatt sich ein Kochbuch zur Hand zu nehmen, ließ er seine spontanerrungene Kochkunst walten. Er kochte Frühlingssuppe mit Rote Beete. Die wohlerzogenen Kinder meuterten und der fürsorgliche Familienvater löffelte die Suppe alleine aus die er sich eingebrockt hatte. Aus sicheren Quellen weiß ich dass sie ihm selbst wohl auch nicht so geschmeckt hatte wie er es seinen Kindern weiß machen wollte.
Der Familienvater war mein eigener und die lieben Kinderchen meine Geschwister. Sag ich doch, als Nesthäkchen geht so manch ein Krug an einem vorbei, auf den man auch gut verzichten kann. Außerdem verbirgt die Stellung der Jüngsten noch so andere angenehme Vorteile, aber das ist eine andere Geschichte.
Soweit ich denken kann habe ich die erste Rote Beete Suppe erst vor zwei oder drei Jahren gegessen und ich konnte nichts Geschmackloses daran finden, allerdings war es auch keine rote Frühlingssuppe. Zurückblickend kann ich mir die Frühlingssuppe meines Vaters nur so erklären, dass er vielleicht die bekannte Suppe Borschtsch kochen wollte. Da er sie bis dato sicherlich nur gegessen hatte, aber selber nie gekocht hatte, musste das Experiment wohl in die Hose gehen.
Was das Kochen angeht bin ich dann wohl doch eher meiner Mutters Tochter und schlage dann mehr nach ihr.
Diese Rote Beete Suppe hat mir aber einfach keine Ruhe gelassen und deshalb musste Herr GB sich jetzt opfern. Ich habe ihn ganz fürsorglich bekocht wie einst mein Vater meine Geschwister. Zwar hat Herr GB die Suppe probiert, aber er und die Beete werden einfach keine innigen Freunde, wobei die Steinpilzravioli, die ich als Einlage in der Suppe hatte, großen Anklang fanden. Herr GB entschied sich gegen einen Nachschlag von der Suppe, aber gegen die restlichen Ravioli in Butter geschwenkt hatte er nichts und verputzte die Teigtäschchen ohne mit der Wimper zu zucken. Was ich aber als absoluten Erfolg verzeichne, Herr GB isst immer häufiger auch Speisen ganz ohne Fleisch und das Schöne, er vermisst es auch nicht.
Rote Beete Suppe:
500 g Rote Beete, bereits geschält
15 g getrocknete Steinpilze,
etwas Rapsöl
1 rote Zwiebel in Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe fein gehackt
10 Pimentkörner
4 Lorbeerblätter
8 schwarze Pfefferkörner
Salz, ½ Teelöffel Zucker
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Stück Zitronenschale einer Bio-Zitrone
1 bis 2 Esslöffel Petersilie fein gehackt
1,5 Liter Wasser plus zusätzlich Wasser um die Pilze einzuweichen
Die Steinpilze mit Wasser einweichen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
Das Rapsöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebel und Knoblauchwürfel darin glasig andünsten.
Die Rote Beete als Knolle zugeben und mit dem Wasser ablöschen. Die Gewürze zugeben und auch das Pilzwasser angießen. Die Suppe aufkochen und gute 35 bis 40 Minuten bei milder Hitze die Rote Beete garen.
Die Beete aus der Suppe nehmen, in Scheiben schneiden und anschließend in schmale Streifen. Die Brühe durch ein Sieb filtern und die Rote Beete Streifen wieder zurück in die Brühe geben. Evtl. nochmals mit etwas Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Teigtaschen:
100 g Mehl
1 Ei
Salz
Etwas Öl
1 fein gehackte Schalotte
Eingeweichte Steinpilze
Pfeffer und Salz
Eiweiß
Aus Mehl, dem Ei und Salz einen Nudelteig herstellen. Den Teig gründlich kneten und gut eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Die Steinpilze fein hacken und zusammen mit den Schalottenwürfeln in etwas Öl weich dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das gedünstete Gemisch abkühlen lassen.
Den Teig dünn ausrollen, Ravioli in Größe von 5 -6 cm ausstechen.
Jeweils ein Teelöffel von der Steinpilzfüllung auf eine Teigplatte geben, die Ränder mit Eiweiß bepinseln und eine gleichgroße Teigplatte auflegen. Die Ränder fest zusammendrücken.
Die Ravioli 2-3 Minuten im Salzwasser garen bis sie oben schwimmen.
 
Anrichten:
Jeweils 3 Ravioli in einen Suppenteller geben und mit der Rote Beete Suppe auffüllen.

In die Mitte einen Esslöffel Saure Sahne geben und ein kleines Büschel Dill hineinstecken.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Ich war essen in Essen…

…aber nicht nur essen, sondern auch trinken, schauen, lesen, zuhören und nicht zuletzt zum Quatschen. Ich, das Klärchen, war zur Buchpräsentation eingeladen!!! Es sollte köstlich in „lecker werden“ zugehen und es war vortrefflich in der Kochschule „lecker werden“.
Ja, genauso hieß der Veranstaltungsort, eine Kochschule, in der die ganze Darbietung stattfand, einfach nur ein Genuss.
Okay, dieser Event war schon im November! Du denkst gerade, nichts ist älter als die Nachricht von gestern und diese hier ist älter wie die von Vorgestern?! Das Argument hat durchaus Berechtigung, passt in diesem Fall aber nicht so ganz. Bücher haben immer Saison und gerade dieses.
Solltest Du im Laufe des Jahres mal ein “Männergeschenk“ benötigen, habe ich hier jetzt genau das richtige Mitbringsel und Du wirst Dich spätestens dann freuen heute von mir einen Tipp bekommen zu haben.
Veröffentlicht wurde ein “Männer“-kochbuch! Aber aus dem Frauen genauso gut kochen können und die Speisen, man höre und staune, sogar den Mädels schmecken. Das Buch stammt aus dem Fackelträgerverlag und der Autor ist kein geringerer wie Patrick Jabs der in NRW durch die Sendung Kochalarm im WDR bekannt wurde. Jetzt kannst Du Dir denken, dass Du im WDR nicht so einfach eine Sendung bekommst, wenn Du ein schlichter Wald- und Wiesenkochtopfrührer bist.
Ist Herr Jabs auch nicht!
Du glaubst, nur alleine sein Buch zu kennen reicht nicht für eine Meinung aus?!
Ich gebe Dir recht, aber Herr Jabs hat uns verwöhnt und zwar nach Strich und Faden. Vor meinen Augen werkelte er an den Töpfen und Pfannen, brutzelte und briet, rührte und probierte, verteilte und dekorierte.
Das Ergebnis durften wir probieren und ich kann Dir sagen, es hat sich gelohnt.
Die kleinen Probierköstlichkeiten machten Neugierde auf das neue Buch, das übrigens sein Erstes ist. Und es macht auch noch Lust auf selber Kochen. Natürlich hat er uns auch etwas zu dem Buch erzählt, wie es z.B. entstanden ist, oder dass jedes Gericht in der Kochschule gekocht, fotografiert und anschließen gegessen wurde.
Die drei Tenöre Meister ihren Fachs, Herr Patrick Jabs (Autor und Koch) Frau Bianca Killmann (Koautorin) und der Fotograph Philipp Schäfer werkelten eineinhalb Jahre an der Fertigstellung bis sie uns das Meisterstück präsentierten. Sämtliche Speisen wurden natürlich von Herrn Jabs persönlich gekocht und zusammen mit Herrn Schäfer gegessen. Die beiden Männer, der Koch und der Fotograph, waren manchmal so in ihren Elementen, dass die Teller schneller leer waren, als die Fotos gemacht wurden.
Wieso erinnerte mich das so sehr an Herrn GB?
Wie schon erwähnt, zur Buchpräsentation wurden wir so richtig verwöhnt. Nicht nur dass die Drei mit Rede und Antwort auf unsere Neugierde eingingen, jede Frage mit Geduld und Fachwissen beantworteten, wir wurden auch genussvoll bekocht und freundlichst bedient.  Herr Jabs und sein Team haben da wirklich in jeder Hinsicht eine tolle Leistung abgeliefert.
Das Buch trumpft auf mit 60 leicht umsetzbaren Rezepten auf und für die Einführung  hat sich Ralf Bos Verantwortlich gezeigt. Es werden Küchentechniken wie auch Zubehör erklärt. Unterschiedliche Garmethoden definiert, die Tiefen der Warenkunde angerissen, auf die Zubereitung und Verwendung von Fonds eingegangen, die Wichtigkeit von Saucen und Dressings erläutert
Es folgen Rubriken mit Suppen, Fleisch, Fisch, Pasta, Risotto, Gemüse und nicht zu vergessen die Desserts.
Am Ende gibt es für den Leser noch Einblicke in die Kochschule in Essen, Bilder vom Team, Angaben zur Internetseite und die Adresse der Kochschule.
Was natürlich auch nicht fehlen darf ist des Register der Rezepte.
Wie schon erwähnt ist das Buch im Fackelträger-Verlag erschienen, hat 224 Seiten und ist unter der ISBN-13: 978-3771645137 erhältlich. Es hat ein festes Hardcover und in sehr stabiler Ausführung
A
uch als Frau macht es Spaß Rezepte aus dem Männer-Buch nachzukochen und die Rouladen, die ich nachgekocht habe werden einen festen Platz auf unserem Speiseplan bekommen.
Rouladen:
4 Scheiben Rinderoberschale á 120 – 140 g
8 Scheiben durchwachsener Bauchspeck
2 Esslöffel Senf
2 Esslöffel geräuchertes Paprikapulver
1 dicke Essiggurke geviertelt
1 Zwiebel geviertelt
Salz und Pfeffer
Sonnenblumenöl
4 Möhren
½ Knollensellerie
6 Zwiebeln
2 Esslöfffel Tomatenmark
500 ml Rotwein
2 Liter Rinderbrühe
Den Senf mit dem Paprikapulver mischen. Die Rouladen ausbreiten und mit der Paprikamischung bestreichen.Je 2 Scheiben Speck, ein Viertel Gurke und ein Viertel Zwiebel auf die Rouladen legen und die Rouladen stramm aufrollen und mit einer Rouladennadel feststecken. Die Rouladen Salzen und Pfeffern und in einem großen Topf mit Sonnenblumenöl von allen Seiten kräftig anbraten.
Das Fleisch herausnehmen. Das Wurzelgemüse in kleine Würfel schneiden und ebenfalls anbraten. Tomatenmark zufügen und kurz mit anrösten. Mit etwas Rotwein ablöschen und etwas einkochen. Diesen Vorgang noch 3 x wiederholen bis ein dunkler Ansatz entstanden ist. Die Rouladen wieder in den Topf geben und mit der Brühe auffüllen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und gut 1 bis 2 Stunden leicht köcheln lassen, bis die Rouladen weich sind. Die Rouladen aus den Topf nehmen und bei 80°C im Backofen warm stellen. Den Bratensatz durch ein Sieb streichen, wieder in den Topf geben und nochmals etwas einkochen lassen. Eine zusätzliche Bindung ist eigentlich nicht erforderlich wie die Sauce durch das Gemüse schon sehr gut abgebunden ist.

Die Rouladen habe ich auf Kartoffelstampf mit Spitzkohl angerichtet.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Heute gibt es was aus dem Sauerkrautvorrat…

…kann ja nicht angehen, dass das gute Zeug schlecht wird. Außerdem soll Sauerkraut gesund sein, das wusste schon Pfarrer Kneip und die Hildegard von Bingen sowieso. Sauerkraut hat einen hohen Anteil an Vitamin C, empfiehlt sich für jede Frühjahrskur, soll Blut und Darm reinigen und das alles bei ca. 17 kcal auf 100 Gramm.
Bei soviel geballter Gesundheit musste das Kraut im Büdchen unbedingt auf die Teller kommen.
Wie in jedem Jahr steht in den kalten Monaten des Jahres hier ein Steintopf mit Sauerkraut herum und wartet darauf verarbeitet zu werden. Jetzt in den ersten Tagen des Jahres ist man ja nicht wirklich traurig wenn auch mal ein Pfündchen von den Hüften fällt und das Kraut hilft, glaub es mir. Ich liebe Sauerkraut, sogar roh könnte ich es essen. Ich verwende nur das selbst Gestampfte, oder das Frische vom Metzger oder Bauern. Du kennst ja meine Einstellung zu Dosenfutter und soweit mir bekannt, wird dem industriell hergestelltem Kraut Milchsäure zugeführt und bei dem langsam gegorenen Kraut wächst es langsam. Aber das könnte ein Chemiker, die Maus oder Planet Wissen sicher besser erklären.
Ich hatte das Kraut zusammen mit Mettwürstchen, okay die sind jetzt nicht so hilfreich für eine Entschlackungs-Kur, in dem neuen Kocher über Nacht gebrutzelt. Es war butterzart und super toll durchgezogen. Aber bei so einer langen Schmorzeit ist das ja auch kein Wunder und es ist ja auch der Sinn so eines Slow Cockers. Trotzdem ist ein Rest vom Sauerkraut übrig geblieben, die Mettwürstchen sind wohl während des Garvorgangs verdunstet. Ich glaube Herr GB war Augenzeuge.
So, nun stand ich da mit meinen Sauerkrautresten, nur was sollte ich jetzt damit anfangen?
Schnell waren Kartoffeln gekocht und gepellt. Du hast richtig gelesen, es gab Stampfkartoffeln und zwar aus Pellkartoffeln, das hab ich von Herrn Lafer gelernt.
Die gepellten Kartoffeln wurden gestampft. Milch und Gemüsebrühe zugefügt und einige Löffel Senf untergerührt, mit Salz abgeschmeckt und fertig. Nein keine Butter, die kommt später, wir wollen doch Entschlacken.
Den Kartoffelmatsch habe ich in einen Spritzbeutel gegeben und kleine Nester auf ein, mit Backpapier, ausgelegtes Backblech gespritzt. In die Mitte der Nester den Sauerkrautrest verteilt. Der Rand des Kartoffelpürees mit einer Mixtur aus Milch und Ei bestrichen und anschließend ab damit in den Backofen. Mit wenig Umluftwärme (140°C) und einer schwachen Grillstufe wurde es erwärmt bzw. gratiniert bis der Kartoffelring leicht gebräunt war.
Für das Topping wurden kleine Schinkenwürfel in einem Butter/Öl-Gemisch zusammen mit gelben Senfkörnern leicht angebraten.
Die Sauerkrautnester auf Teller drapiert und mit dem Schinkengemisch bestreut serviert. Gar nicht so schlecht das Resteessen, oder?