Freitag, 9. Mai 2014

Keulchen in der Sonne und Ananas auf dem Teller…

Da hab ich ja was angestellt. Ich wusste gar nicht dass es so viele Ananas-Liebhaber gibt. Wie ich auf diese Idee komme? Pass auf, ich erzähl es Dir mal von Anfang an. Letztes Wochenende gab es Hähnchenkeulen im Büdchen. Ja richtig „nur“ Keulen, Du weißt doch, ich kaufe immer ganze Hähnchen, lasse sie mir zerteilen und je nachdem welches Gericht ich basteln möchte, wird der Rest, den ich vom Ganzen nicht brauche, eingefroren. Also habe ich mal Keulen gesammelt und sie waren jetzt fällig. Eingelegt in einer leichten asiatisch angehauchten Marinade durften sie über Nacht entspannen.
Aber nur Keulen finde ich jetzt nicht so prickelnd, ich brauche etwas dazu, nur was?
Asiatische Keulen und Kartoffelsalat –muss nicht sein.
Asiatische Keulen und Nudelsalat – nee, das ist auch nicht das was ich will.
Es muss etwas Frisches her, etwas mit Obst, etwas mit Gemüse. Irgendetwas was man auch in Asien zu Keulchen essen würde. Ananas wäre z.B. ein Obst was passen würde.
Die Idee war geboren, die Idee musste jetzt nur noch umgesetzt werden. Du weiß ich habe Kochbücher, viele Kochbücher, eigentlich sehr viele Kochbücher und aus dieser ganzen Sammlung habe ich aus zig Rezepten eins zusammengeschraubt und eins meiner Lieblingsbücher hat mich bei der Geschmacksfindung noch so ganz nebenbei unterstützt.
Also gab es gegrillte Keulen mit Ananassalat. Ich habe die Vorarbeit gemacht und Herr GB hat gegrillt, zwar nur auf dem Elektrogrill, aber für so kleine Schenkel verheizen wir doch nicht  unsere ganze Kohle.
Leichtsinnig wie ich war habe ich meinen Mitstreitern bei FB (Du weißt dieses Social Network) ein Bild von unserem Frühlingsschmaus gegönnt und dann nahm alles seinen Lauf. Jetzt frag mich nicht wer alles das Rezept haben wollte, am liebsten sofort und noch besser gleich und gestern. Sie ließen auch nicht eher locker bis ich ihnen versprach, noch diese Woche wird das Rezept freigeschaltet. So und jetzt ist es soweit, aber dass im Moment kein Grillwetter ist, dafür kann ich bitteschön auch nichts.
Grillkeulchen asiatisch mit Ananasgurkensalat
Pro Person 2-3 Hähnchenkeulen
4 Esslöffel Rapshonig (der ist wunderbar aromatisch)
2 Esslöffel Fischsauce (Asialaden)
1 ½ Esslöffel helle Sojasauce
Saft einer Zitrone
2 Esslöffel Reisessig (Asialaden)
1 ½ Esslöffel Sesamöl (Asialaden)
Aus allen Zutaten eine Marinade herstellen und die Keulen einige Stunden, oder über Nacht, einlegen. Die Keulen grillen oder im Backofen garen, geht also doch auch bei schlechtem Wetter.
Den Salat solltest Du frisch machen, denn je länger er steht umso schärfer wird er. 
Ananasgurkensalat
1 große Ananas geschält, den Strunk entfernt und in kleine Würfel geschnitten
1 große Salatgurke, geschält und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten
1 rote Chilischote, entkernt und fein gehackt
Von einem ½ Bund Koriandergrün die Blätter fein hacken
1 Handvoll Minze-Blätter fein gehackt
1 Esslöffel Sesamöl
2 Esslöffel Olivenöl
1 ½ Teelöffel vietnamesische Chilisauce (Asialaden)
1 Teelöffel Worcestersauce
½ Teelöffel Honig
Saft und Schale einer ½ Bio-Limette
Alle Zutaten vermischen und ziehen lassen, wie schon gesagt, je länger der Salat zieht umso schärfer wird er.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Basilikum liegt in der Luft, ach nee nicht in der Luft, es ist im Eis…

Wir hier im Büdchen lieben Eis, allerdings nur das Selbstgemachte. Früher besuchten wir das eine oder andere Eiscafé hier in der Umgebung dessen Eis wir sehr gerne mochten und auch immer noch mögen, aber nachdem ich das erste Eis selbstproduziert hatte, war es um uns geschehen. Nicht nur die eigenen Kreationen die es nirgends sonst wo gibt sondern auch die Frische, einfach einmalig. Hast Du schon einmal mit Deinem Schatz zusammen einen Riesenbecher Eiscreme ausgeschleckert und hinterher das Gefühl gehabt dir wäre der ganze Mund eingefroren? Mit Selbstgemachten passiert das öfters. Meistens fängt es mit einem Löffel frischem Eis mal so direkt aus der Eismaschine an und endet mit einem Eisgelage.
Herrn GB darf ich erst an die Eismaschine lassen, wenn es fertig ist. Kommt er früher in die Reichweite, ist die Eismaschine eher leer wie das Eis gefroren ist. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, mit dem selbstgemachten Eis bin ich zum absoluten Eisfreak geworden. Nicht nur Eis zum Dessert, sondern auch z.B. ein Paprikaeis oder ein Tomateneis in der Vorspeise kommt im Freundeskreis sehr gut an.
Jetzt im Frühling müssen die restlichen Äpfel vom letzten Jahr weg und das frische Basilikum ist direkt auf dem Weg in die Frühlingsküche. Diesmal wird es nicht als Pesto verarbeitet oder mit Tomaten anhingerichten, sondern es wird gehackt und gemischt, gerührt und gefroren. Mal so ganz unter uns, diese Eis geht auch ohne Eismaschine, du musst es nur häufiger während der Gefrierzeit durchrühren, aber nur rühren, nicht probieren, hörst Du, nicht probieren!
So, ich habe Dich jetzt lange genug auf die Folter gespannt, Du willst jetzt endlich das Rezept?
Du brauchst 300 g geschälte säuerliche Apfelwürfel, 150 ml Apfelsaft, ein großen Bund Basilikum, Schale und Saft einer unbehandelten Zitrone, 2 Esslöffel fein gehackte Pistazien, 130 g feinsten Zucker, Mark einer Vanillestange, 100 ml Sahne, 100 g Ricotta und grob gehackte Pistazienkerne für die Deko.
Die Apfelwürfel zusammen mit dem Apfelsaft in einem Topf aufkochen und zugedeckt 3 -5 Minuten zugedeckt auf kleinster Hitze garen. Das Apfelmus anschließend abkühlen lassen.
Basilikum mit den restlichen Zutaten und dem abgekühlten Mus in einem Blender (Mixer) fein pürieren.
Die Creme in die Eismaschine geben und gefrieren, oder in eine Metallschüssel gießen und unter gelegentlichen umrühren ca. 4 Stunden im Gefrierschrank gefrieren.
Mit Basilikumblättchen, einem Apfelschnitz und einigen gehackten Pistazienkernen servieren.


Dienstag, 6. Mai 2014

Ananas-Zitronen-Marmelade, oder alles zu seiner Zeit…

Erst das Riesling-Chili-Gelee und jetzt auch noch Marmelade. Tja was soll ich machen, so ist der Terminkalender nun mal, im Sommer habe ich nur Zeit für Sirups und Konfitüren. Du denkst das Klärchen spinnt! Was faselt sie da von Marmelade und Konfitüre? Ist das nicht das Gleiche! Ja, es gleicht sich, aber es ist doch anders. Hab ich zwar schon einmal erklärt, aber manche Dinge sind so kurios, die kann man nicht oft genug erwähnen. Also laut Konfitürenverordnung, ja, so etwas gibt es, wird der Unterschied wie folgt erklärt:
Erzeugnisse mit einem Zuckergehalt von mindestens 55% werden als Konfitüre oder Marmelade bezeichnet.
Allerdings heißen die Erzeugnisse nur dann Marmelade, wenn sie aus Zitrusfrüchten hergestellt wurden bzw. auf örtlichen Märkten, Bauern- oder Hofmärkten zu erstehen sind. Was soll mir das sagen, ich bin etwas verunsichert. Kann ich dann also meine Erdbeerkonfitüre weiterhin Marmelade nennen ohne dass sie mir das übel nimmt? Das muss wohl so sein, denn schließlich habe ich sie ja nicht im Supermarkt oder was weiß ich wo gekauft sondern selbstgebastelt. Aber was ist jetzt mit meiner Ananas-Zitronen-Marmelade, könnte ich die auch Konfitüre nennen? Konfitüre hört sich auch viel eleganter und vornehmer an als Marmelade. Außerdem gab es doch auch mal diesen Witz mit dem Breitmaulfrosch der Konfitüre sagen sollte, doch stattdessen nur ein Marmelade herausbrachte, wobei doch jeder weiß das Frösche eh nicht reden können, ob mit Breitmaul oder ohne. Es sei denn, er ist Froschkönig, aber das würde jetzt zu weit führen. Doch eins ist Dir mit meiner Ananas-Zitronen-Marmelade gewiss, wenn Du sie auf den Frühstückstisch stellst, wird es geradezu ein Froschkönigliches Schmausen. Vergiss Käse, Wurst und sonstige Aufstriche.
Besorge Dir einfach einen leckeren frischen Stuten, ein Stück gute Butter, eine frische Tasse duftenden Kaffees und dann streichst Du ganz genüsslich die Ananas-Zitronen-Marmelade auf Dein Brot. Spätestens nach dem ersten Bissen ist es Dir egal ob es eine Konfitüre oder eine Marmelade ist und von der Konfitürenverordnung hast Du auch nicht mehr und nicht weniger.
1 frische Ananas geschält, den festen Strunk aus der Mitte entfernt und in kleine Würfel geschnitten. Die Ananaswürfel mit dem Saft von 3 Zitronen marinieren. Die Ananaswürfel samt Zitronensaft wiegen und genau die gleiche Menge Gelierzucker 1:1 zufügen. Du kochst das Ananas-Zucker-Gemisch auf und lässt es nach Anleitung einige Minuten kochen.
Mach auf jedem Fall eine Gelierprobe. Es könnte sein dass Du noch Gelierzucker zufügen musst. Du weißt schon, Säure verändert das Verhalten von Pektin und da kann es vorkommen, dass die gleiche Menge Gelierzucker in diesem Fall nicht ausreichend ist.
Sobald Du Deine Marmelade für gelungen erklärst füllst Du sie in sterile Twist-off-Gläser und verschließt sie mit den, ebenso sterilen, Deckeln.