Donnerstag, 11. Februar 2016

Keine Zusätze, kein Fleisch, keine Tüte, kein Gedöns, oder ganz einfach eine schlichte Minestrone…

…auf dem Weg vom Büro zum Parkplatz (keine 500 Meter) schaue ich gerne nochmal eben schnell ins Smartphone. Manchmal gebe ich in die große Suchmaschine Tante Gockel oder so ähnlich, ein-zwei Zutaten/Begriffe ein und schaue was die große Tante ausspuckt. Neulich hab ich nach Suppe mit Tomaten gesucht. Die Tante faselte etwas von italienischer Gemüsesuppe. Plötzlich musste ich an den Kochunterricht damals in der Schule denken. Die Lehrerin, Fräulein Jellinghaus. Ja, Du kannst ruhig grinsen, aber damals sagte man tatsächlich noch Fräulein und so manches Fräulein legte auch äußerst großen Wert darauf ein Fräulein zu sein und durchaus auch zu bleiben. Wie das damals bei dem Lehrerinnen-Fräulein war kann ich Dir gar nicht mehr sagen.
Ich kann Dir auch nicht mehr sagen, ob ich sie nett oder blöd fand. Sie war für mich einfach nur ein Fräulein, irgendwie ganz ohne Bewertung. Das Fräulein unterrichtete Kunst, Religion und Hauswirtschaft und im Letzteren haben wir gekocht. Und gar nicht mal so schlecht.
Es stand nicht viel Geld zur Verfügung (ja auch damals hatten die Kassen für Bildung schon einen engen Gürtel), also musste preiswert gekocht werden.
Es wurden einfache Gerichte gekocht, einfach, schnell und gut, denn schließlich hatten wir lediglich 2 Unterrichtsstunden zur Verfügung und in den 90 Minuten wurde z.B. Gemüse gewaschen, geschnibbelt, gekocht, gegessen.
Am Anfang der Stunde 10 Minuten Theorie. Es musste noch gegessen werden und die Küche wurde auch noch tip top gereinigt.
Versteht sich von selbst dass keine Braten geschmort wurden, oder wir Torten backten. Nee, da gab es mal Arme Ritter mit Kompott, Gurkengemüse mit Kartoffeln oder eine Minestrone.
Ich glaube es war sogar die beste Minestrone meines Lebens. Es kann aber auch sein ich fand sie nur deshalb so klasse, weil es eh die Erste war die ich in meinem Leben aß.
Auf jedem Fall ist sie mir in unvergessener Erinnerung. In der Suppe waren Tomaten, Nudeln und Käse. Zutaten die selbst heute noch von Kindern geliebt werden. Aber es war auch Weißkohl im Suppentopf und jetzt mal ehrlich, es ist schon ein außergewöhnliches Kind das gerne Weißkohl isst, oder!?
Versteht sich von selbst, dass meine Schulfreundin und ich in einer Kochgruppe waren. Wir mussten uns nur einen Blick zuwerfen, um zu wissen was jeweils die Andere über die Zutaten und das Rezept von Fräulein Jellinghaus dachte.
Bei der ersten in Augenscheinnahme kam damals das Süppchen auch nicht wirklich gut weg.
Fräulein Jellinghaus hatte sicher in den 60gern einige Länder bereist, aber ob sie wusste wie eine echte italienische Gemüsesuppe zu schmecken hatte bezweifelten wir doch stark. Nach unseren Vorstellungen gehörte Paprika dort hinein und kein Weißkohl.
War Weißkohl nicht auch typisch deutsch!? Nein, war er nicht. Wenn überhaupt, dann ist er heutzutage vielleicht typisch deutsch, aber seinen Ursprung hat er im Wildkohl und der kommt aus dem Mittelmehrraum. Einen Teil meiner Weisheiten habe ich auf Planet Wissen gefunden. Dort steht auch, dass die Römer ihn als Gartengemüse anbauten und ihn in Suppen aßen.
Hatte Fräulein Jellinghaus womöglich gar nicht so unrecht? Na eigentlich ist es heute ja auch egal und so ganz unter uns, sie war schließlich damals die Lehrerin. Sie musste es doch quasi wissen!
Das Rezept von damals habe ich leider nicht mehr, was ich sehr bedauere, aber mein Rezept kommt der Suppe von einst schon sehr nahe.
Minestrone nach Klärchen Kompott:
2-3 Möhren in kleine Würfel
Ca. 80 – 100g Sellerie in kleine Würfel
1 Stange Porree in Ringe
Eine Petersilienwurzel in Würfel
Einen kleinen Weißkohl, ohne Strunk fein gehobelt
½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
1 Zwiebel in Würfel
Wasser
2 Lorbeerblätter
2-3 Esslöffel Oregano getrocknet
Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Paprikapulver mild
2 Esslöffel Tomatenmark
1 große Dose geschälte Tomaten
2 Esslöffel Olivenöl
100 – 120 g Gabelspaghetti
Parmesankäse gerieben
Einige Scheiben Ciabatta
½ Bund glatte Petersilie fein gehackt als Deko
Alles Gemüse bis auf die geschälten Tomaten in dem erhitzen Olivenöl anbraten. Tomatenmark zugeben und auch kurz auf dem Topfboden anschwitzen. Mit den geschälten Tomaten ablöschen. Die Tomatendose mit Wasser auswaschen und das Wasser zum Gemüse geben. Alles Gemüse soll gut mit Wasser bedeckt sein, ggf. weiteres Wasser angießen. Die Gewürze zugeben und unterrühren. Das Gemüse garen bis es gut bissfest ist. Nun die Gabelspaghetti zum Gemüse geben und garen. Bis die Nudeln weich sind dauert es jetzt nochmals ungefähr 10 bis 15 Minuten. Zwischenzeitlich die Ciabatta-Scheiben auf ein Backblech legen und mit dem Käse bestreuen. Bei 180°C im Backofen unter dem Grill bräunen.
Die Suppe in großen Tellern anrichten und jeweils eine Scheibe Brot in die Mitte setzen.

Übrigens wie schon oben erwähnt, auch in Fräulein Jellinghaus´s Suppe kam Käse. Ob es Parmesan war wage ich zu bezweifeln, den gab es damals noch nicht in unserem Dorf und Brot reichte das Fräulein auch dazu, allerdings war es ganz normales Weißbrot, aber lecker muss es gewesen sein, denn sonst wüsste ich das nicht mehr und hätte sie auch nicht so gut in Erinnerung.


Mittwoch, 10. Februar 2016

Ausgefallener Karnevalsumzug, oder wie bringe ich meine Rollmöpse unter die Leute…

…tja ich kann Dir was sagen, das hat ja vielleicht gestürmt. Nicht jetzt unbedingt am Rosenmontag, aber so überhaupt und im Allgemeinen. Laut Wetterbericht sollte es winden, sehr sogar, so stark, dass die Umzugswagen der Rosenmontagszüge weg stürmen sollten. Und was ist passiert, nichts ist wegeflogen, in Köln nicht und auch nirgends wo anders. Zum Glück.
Aber ging ja auch nicht, über Köln lachte die Sonne und über Düsseldorf lachte Köln und ihrem Umzugsausfall gab es Diskussionen. Nicht nur die Düsseldorfer haben ihren Umzug abgesagt, auch bei uns im Pott war nix los. Da haben Städte ihren Korso storniert, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt, also jetzt nicht die Städte, sondern die Rosenmontagszüge.
Aber ob Du es glaubst oder nicht, selbst die sturen Westfalen aus dem Münsterland feiern Karneval, sogar mit Festzügen. Aber in diesem Jahr auch nicht. Münster hat auch abgeblasenmeldet.
Ist ja schön wie sich die Verantwortlichen alle einig waren, aber hat sich irgendeiner mal Gedanken gemacht was jetzt mit den ganzen Rollmöpsen passieren soll? Schließlich habe ich mich auf die Tage danach eingerichtet. Selbst an den Gatten, der die Bratrollmöpse bevorzugt, habe ich gedacht. Muss ich ja jetzt nicht extra erwähnen, dass ich eigens für ihn einen Vorrat an Bratrollmöpsen angelegt habe, oder!? Ich bin ja eher der saure Rollmopsesser, nur bei den Beilagen sind wir uns einig.
Pellkartoffeln oder Bratkartoffeln, nix anderes. Gibt es Bratkartoffeln, dann lege ich gerne noch ein saures Gürkchen dazu, bei den Pellkartoffeln muss Mayonnaise, Butter oder sonst irgendetwas Gehaltvolles das Ganze rund machen.
Klar Du kannst jetzt sagen der Rollmops ist doch schon rund und als Hering bringt er auch genügend Fett mit, doch das Runde was ich meine passiert im Mund, an den Geschmacksknospen. Der saure Fisch benötigt etwas Geschmeidiges, wie schon erwähnt, ruhig etwas Fettes. Also Bratkartoffel oder Pellemänner (so heißen die Pellkartoffeln im Ruhrgebiet) mit z.B. Remoulade
Ich hatte noch einen Rest Remoulade, aber der hätte Herrn GB nicht satt gemacht und ich hätte vor lauter Anstand, weil ich ihm nichts wegessen möchte, eh in die Röhre geguckt.
Also habe ich den Rest Remoulade verlängert. Nachdem Verzehr habe ich dann mal noch so ein kleines bisschen in der Internetwelt geschaut, wie man die Remoulade noch hätte verändern können. Und was musste ich feststellen, ich habe auf kurzem Weg eine Sauce Tartar fabriziert. Also ist eine Sauce Tartar nichts Anderes wie eine aufgepimte Remoulade. Irgendwie genauso ein Blender die der nicht dagewesene Sturm am Rosenmontag.
Rezept von heute:
Rollmops an Pellkartoffeln mit aufgepimter Remoulade:
Die Grundlage für meine Remoulade ist eine Mayonnaise
Mayonnaise:
2 Eigelb
1 Teelöffel Senf
Salz und Pfeffer
1 Teelöffel Zitronensaft
1 Teelöffel Apfelessig
150 ml Rapsöl
Alle Zutaten, das Öl ganz zum Schluss, in einen hohen Schlagbecher gebe. Mit dem Stabmixer langsam aufschlagen. Wie man das richtigmacht, dazu gibt es übrigens einige Videos im Internet.

Remoulade:
Die fertige Mayonnaise
Je ½ Esslöffel Petersilie, Estragon und Kerbel.
1 Esslöffel Kapern
2-3 Sardellenfilets
5 kleine Cornichons, in kleine Würfel geschnitten
Alles zusammen nochmals mit dem Stabmixer aufschlagen.
Und nun kommen wir zur aufgepimten Version:

Grundlage, logisch, die Remoulade:
2 Esslöffel Créme Frâiche
5 gekochte Eier
5 weitere kleine Cornichons
3 kleine Schalotten
Pfeffer und Salz
1-2 Esslöffel Gurkenwasser
Die Eier, die Schalotten und die Gurken feinhacken und in die Remoulade geben. Gurkenwasser und Créme Frâiche zufügen und untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir haben die Sauce mit Rollmops, Bratrollmops und Pellkartoffeln gegessen. Doch ich kann mir auch einen Tafelspitz, Roastbeef oder dünn aufgeschnittenen Kalbsbraten dazu vorstellen. Selbst panierter und gebratener Rotbarsch oder Kabeljau wären geniale TischTellernachbarn.

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein Flattermann kommt selten allein, oder Bressehuhn ohne Ingwer…

…ist jetzt schon einige Zeit her, ich glaube so drei Wochen, da gab es bei uns Huhn. Erst gab es das französische Landhuhn und just am Wochenende darauf ein Bressehuhn. Jetzt fragst Du Dich, ob mir nichts Anderes eingefallen ist was ich hätte kochen können!? Nööö, das war Absicht. Unzählige Male habe ich gehört wie kulinarisch verliebte Zeitgenossen von der Zartheit eines Bressehuhns schwärmten. Wie saftig es ist und unvergleichbar köstlich. Ich wollte wissen ob es einen Unterschied zu einem anderen saftigen Huhn gibt. Natürlich eins aus ähnlicher Haltung.
Kurz und knapp, kein Vergleich, das Bressehuhn hat alle Ehre verdient! Ich behaupte mich erinnern zu können, dass es früher bei meiner Mutter auch solch saftige Hähnchen gab. Ich hab sie geliebt! Beide! Also auch die gebratenen Hühner. Das hatte meine Mutter drauf, knusprige Haut und saftiges zartes Hühnchenfleisch das auf der Zunge förmlich zerschmolz.
Genauso wie ich es in Erinnerung hatte, so war es jetzt auch mit dem Bressehuhn. Erst zerschmolz das Fleisch auf der Zunge, dann zerschmolz ich vor lauter Genuss wie Butter in der Sonne.
Quasi ein Déjà-vu. Allererste Sahne.
Meine Frazebuck-Freunde würden sagen, ganz großes Kino. Aber die sehen ja immer nur die Bilder, die können ja nicht schmecken. Ja ich weiß, Du teilst gerade das Schicksal mit den Frazebuckfreunden, Du kannst ja auch nur schauen und nicht schmecken. Okay, Du kannst ja nachbasteln. Wie, steht unten – also ganz unten!

Du erinnerst Dich an das Wellnessprogramm vom Landhuhn!? Soviel Schnickschnack habe ich mit dem Bressehuhn gar nicht gemacht. Natürlich hatte es auch meine volle Aufmerksamkeit, denn das begann schon direkt beim Kauf.
Vorab, glaub nicht dass dieser Gaumenschmaus hier an jeder Ecke herumliegt.
Punkt eins, ich musste es bestellen.
Punkt zwei, es war sündhaft teuer und wenn ich sündhaft sage, dann meine ich das auch.
Punkt drei, ich hatte mächtig die Hosen voll. Also jetzt nicht dass Du denkst mir wäre ein Malheur(chen) passiert, nein! Ich hatte die Hosen voll im Sinne von *na hoffentlich vermassele ich das teure Huhn nicht* denn dann hätte ich mich echt geärgert.
Punkt vier, ich habe es von dem Geflügelhändler meines Vertrauens tranchieren lassen, besser ist besser, Er ist der Profi und ich eben nicht.
Die Ausbeute: 2x Bollen, 2x Keulen, 2x Flügel, 2x Brust, 1x Rückengerippe (das war für die Sauce)
Punkt fünf, alle Nebendarsteller, Pilze und Wein für die Sauce usw., habe ich sorgfältig ausgewählt und waren von bester Qualität.
Punkt sechs, selbst die Nudeln wurden frisch gemacht. Versteht sich ja auch von selbst, oder? Du gehst ja auch nicht im Abendkleid in die Oper und nimmst als Handtasche eine Plastiktüte mit. Also, mein Bressehuhn hatte zwar keine Designer Clutch, aber dafür selbstgeklöppelte Bandnudeln.
Jetzt müsste eigentlich Punkt sieben kommen, mir fällt aber gerade nichts Gescheites mehr ein, außer natürlich das eigentliche Rezept. Also kommt jetzt
Punkt sieben, Rezept für Bressehuhn ohne Ingwer dafür aber mit frischen Bandnudeln und Pilzrahmsauce:
1 Bressehuhn
30 g Butterschmalz
30 g Butter
250 ml Chardonnay-Weißwein
½ Liter Wasser
100 g kleine Zwiebeln
250 g braune Cremechampignons
10 g Zucker
2 Becher Créme frâiche
Pfeffer und Salz
Das Bressehuhn in acht Teile schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Butterschmalz erhitzen und die Hühnerteile von allen Seiten anbraten. Mit dem Wein und dem Wasser ablöschen und zugedeckt 20 Minuten garen. Nach der Garzeit die Hühnerteile auf einem Rost geben und im Backofen auf niedriger Stufe warm halten und kurz vor dem Servieren unter dem Grill knusprig bräunen. Den Bratensud auffangen und zur Seite stellen.
Die Zwiebeln und Champignons putzen und halbieren. Die Butter erhitzen, das Gemüse zugeben und mit Zucker bestreuen. Beides in der heißen Butter anbraten und auf kleiner Heizstufe garen. Mit dem Bratensud ablöschen und etwas einkochen lassen. Créme Frâiche in das Gemüse rühren.

Die gebräunten Hühnerteile mit Bandnudeln und Rahmsauce anrichten und servieren.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Ohne ihn geht nichts, oder Auberginenröllchen in Paprikaingwerrahm…

…hast Du jetzt echt gedacht ich wäre schon fertig mit ihm? Mit ihm, der Dir die Erkältung vom Hals halten soll, Dich vor Reisekrankheit bewahrt und Dich jedes Bauchweh ruck zuck vergessen lässt, oder gar schon im Vorfeld der Verhinderer für Magendrücken ist!? Witzige Vorstellung!
Hehe, wir sind zwar schon im Februar angekommen – ja, echt jetzt, der Januar ist schon vorbei – aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Wer hat sich nicht schon alles in der fünften Jahreszeit, an den tollen Tagen, die dollste Grippe eingefangen.
Nee, nee, ich zieh das jetzt durch. Jeden Tag gibt es eine kleine Portion, mal im Essen, mal im Getränk.
Falls Du Dich fragst von wem ich spreche, ich habe den Ingwer noch immer nicht verbraucht.
Na so ganz ist das ja auch wieder nicht richtig, ich besorge mir eher ständig Nachschub, denn die Wurzeln sind nicht wirklich für lange Lagerung geeignet. Im Kühlschrank verschimmeln sie, draußen im Gewächshaus werden sie wie Gummi, im Keller werden sie holzig und eingefroren verlieren sie an Geschmack. Sand, oder Blumenerde mögen diese Diven auch nicht. Als nächstes werde ich sie einfach mal in Scheiben schneiden, in Gläser schichten, mit Wasser auffüllen und einkochen. Mal sehen wie das wird, ich werde berichten. Aber im Moment verwende ich ihn frisch!
Und frisch heiß, er wird fein gerieben und anschließend durch ein Sieb gestrichen. Ja, ich weiß, habe ich schon tausendmal erwähnt und nein, ich habe keine kaputte Schallplatte verschluckt (falls Du überhaupt weiß was eine Schallplatte ist) auch wenn es Dich nervt, nochmals, streiche den Ingwer durch ein Sieb, die Fasern zwischen den Zähnen zu haben ist KEIN Vergnügen.
Und noch eins, dosiere vorsichtig!!! Ich sag das nicht umsonst, Folgende Geschichte: Der Mitesser Lebensabschnittsbegleiter einer Kollegin, Bekannten, oder sonst irgendeiner mir bekannten weiblichen Person war der Meinung er müsste in den Töpfen der besagten weiblichen Person rühren. Gerne wird Ingwer in Kürbissuppen verwendet, wohl auch in diesem Fall ging es um Selbige.
Herr Lab (Lebensabschnittsbegleiter) fühlte sich fürs Würzen verantwortlich und meinte ein großes Stück Ingwer müsste in die Suppe. Frei nach dem Motto, nicht kleckern, sondern klotzen. Ende vom Lied. Die Familie war am………… Abend des Verzehrs echt übel dran. Die weibliche Person, dessen Kind wie auch der würzende Herr Lab mussten sich übergeben und seitdem ist der Ingwer, der Kürbis und die Kürbissuppe von den Herrschaften auf immer und ewig in die Verbannung geschickt.
Schade um ihn, also um den Ingwer.
Doch hier in der Büdchenküche kommt er weiterhin zum Einsatz, aber was erzähl ich Dir, Du liest es ja ständig.
Heute ist er mal wieder versteckt. Versteckt im Paprikarahmsößchen, wie genau kommt jetzt.
Auberginenröllchen in Paprikaingwerrahm
2 Auberginen in dünne Scheiben geschnitten
2 Esslöffel Balsamicoessig
Salz
50 ml Olivenöl
½ Liter Gemüsebrühe
70 g Polenta
200 g fein geriebener Parmesan
1 rote Paprikaschote
1/8 Liter Weißwein
1/8 Liter Sahne
1 Esslöffel geriebener Ingwer
Die Auberginenscheiben mit Salz und Balsamicoessig würzen. Mit Olivenöl beträufeln und auf ein Backbleck legen. Im Backofen bei 160°C Heißluft im vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten weich garen. Zwischenzeitlich die Gemüsebrühe erhitzen und Polenta einstreuen. Etwas stocken lassen und anschließend, bis auf 3 Esslöffel, Parmesan in die Polenta rühren.

Die Auberginenscheiben mit der Polenta bestreichen und aufrollen.
Die Röllchen in eine Auflaufform legen. Die Paprikaschote putzen und in kleine Würfel schneiden. 
Den Weißwein zusammen mit der Sahne und den Paprika in einen Topf geben und aufkochen lassen. Etwas einkochen und den Paprika weich garen. Den Ingwer zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Über die Röllchen die Paprikarahmsauce gießen. Die restlichen 3 Esslöffel Parmesan aufstreuen. Die Auflaufschale in den vorgeheizten Backofen stellen und bei 190° C ca. 15 bis 20 Minuten backen. Zusammen mit Weißbrot und einem Glas Weißwein servieren.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Mit frischem Grün den Frühling locken, oder Spaghetti mit Basilikum im Winter…

…neulich hatte ich es eilig, ist ja jetzt auch keine Seltenheit bei mir. Ich glaube, ich lasse mich zu sehr vom Zahn der Zeit einwickeln. Wenn es um mich herum schnell zugeht, springe ich auf den Zug auf und fahre mit. Also ich bin jetzt nicht mit der Deutschen Bahn unterwegs gewesen, bei denen geht es ja eh etwas ruhiger zu *hüstel*, sondern ich meine mit Zug aufspringen, dass ich mich gerne anstecken lasse. Also jetzt nicht in allen Lebenslagen, nö, ganz im Gegenteil, da bin ich immer zum Leidwesen meiner Mitmenschen, sehr fest in meinem Standpunkt. Aber wenn ich z. B. auf der Autobahn bin, fahre ich selten rechts, immer bin ich auf der Überholspur. Mehr oder weniger angesteckt von den anderen Rasern. Du kannst jetzt denken, was Du willst, aber auf Butterfahrt habe ich nun wirklich keine Lust und auch keine Zeit. Und schwupp, sind wir wieder bei der lieben Zeit die einem quasi durch die Finger rinnt.
Ich habe oft einen straffen Zeitplan, nicht in der Küche, da hab ich Zeit. Auf dem Markt, da hab ich Zeit. Im Urlaub, da hab ich Zeit. Für meine Liebsten um mich herum, da hab ich Zeit. Für die Kollegin die ein offenes Ohr braucht, da hab ich Zeit. Aber eben nicht im alltäglichen Leben, wenn die Zeitfresser zuschlagen. Das macht mich ärgerlich und Zeitfresser versuche ich zu umschiffen umfahren. Staus z.B. sind manchmal total unerklärlich. Da stehen Autos angereiht kilometerweit auf der Autobahn herum, frei nach dem Motto *aber natürlich dürfen Sie hier parken, was sollte man sonst den ganzen Nachmittag machen* und Du kommst nicht vorbei und parkst stehst auch. Dann bekommst Du Hunger, gedanklich gehst Du den Kühlschrank durch und anschließend die Vorratsschränke. Auf Deiner Reise triffst Du Mozzarella und Spaghetti, auf der Fensterbank steht noch ein Töpfchen angewelkter Basilikum. Der Parmesan lungert sowieso immer in Deinem Kühlschrank rum, ein Stück Ingwer ist noch von der letzten Erkältungsabwehraktion übrig. Creme fraiche, Zitronen, Pinienkerne und Olivenöl gehören eh ins Standardvorratsprogramm. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen hübsch angerichteten Teller voller Spaghetti. Eigentlich genau das Richtige nach einem frustrierenden Stau auf der Autobahn. Unterwegs habe ich noch einen kurzen Stopp beim Gemüsehändler gemacht, um das gammelige Kraut zuhause mit frischem zu unterstützen. Okay, das Basilikum was ich erstehen konnte war jetzt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber wir haben eben auch noch Winter.
Jetzt kannst Du Dir vorstellen wie schnell ich das Essen fertig hatte, oder!? Und soll ich Dir was sagen, so ein Stau kann auch durchaus sehr bereichernd sein. Da fallen mir durchaus auch mal ganz gute Rezepte ein.
Spaghetti mit Basilikumingwerpesto in Zitronenrahm:
Spaghetti pro Person 125 g
Saft einer ½ Zitrone
150 g Creme frâiche
100 g Basilikum
30 g Pinienkerne
Ein Stück Ingwerknolle, daumengroß, fein gerieben
75 ml Olivenöl
3 Esslöffel fein geriebener Parmesan
Salz und Pfeffer
Pro Person einen kleinen Burrata
Spaghetti bissfest garen, abgießen und in den Topf zurück geben. Creme frâiche zusammen mit dem Zitronensaft zu den Spaghetti geben und gut verrühren.
Für das Pesto das Basilikum, die Pinienkerne, den geriebenen Ingwer, das Olivenöl mit dem Stabmixer zerkleinern. Den Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti zusammen mit dem Burrata und dem Pesto anrichten und servieren.