Donnerstag, 28. April 2016

Kleines Buch mit geballter Ladung, oder geschmorte Kalamare mit Tomaten…

…ich weiß, der April ist kein Tomatenmonat, aber im Rahmen des näher zusammen rücken der ganzen Welt, sind die Tomaten mittlerweile ganzjährig allerorts vertreten. Nein, ich werde jetzt keine Grundsatzdiskussion initiieren um den Sinn, oder Unsinn. Ich möchte nur gelegentlich darauf aufmerksam machen, dass eine Tomate im April durchaus in die Kategorie Luxus gehört.
Wenn Du in meinem heutigen Rezept noch die anderen Zutaten liest, stehst Du knapp vor der Schnappatmung was die Regionalität angeht. Was hältst Du von kleinen Kalmaren, roter Paprika, frischen Thymianzweig und Piment d’Espelette.
Das Rezept kommt nicht von mir ich wasche meine Hände in Unschuld, ich habe es mir aus einem kleinen Buch gefischt. Ein kleines handliches Buch mit 72 Seiten im Hardcover und den Maßen 19 x 19 cm. Das Buch ist im Jan ThorbeckeVerlag erschienen und dort war man so freundlich und hat mir dieses nette Büchlein zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank.
Wenn Du meinst dieses kleine Format kann ja so unglaubliche Überraschungen nun nicht gerade beherbergen, dann täuscht Du Dich gewaltig. Wunderbare Rezepte habe ich direkt beim ersten durchblättern gefunden und wie Du mich kennst, entsprechend nachgebastelt. Demnächst werde ich Dich mit Carpaccio von gemischten Gemüse, Mini-Blechkartoffel und einer exzellenten Kartoffelpizza überzeugen.
Aber heute bringe ich dich auf den Geschmack dieser schönen Lektüre und natürlich den geschmorten Kalmar.
Doch eh ich zum Rezept komme möchte ich Dir noch etwas über das Buch bzw. die Autorin erzählen.
Bérengère Abraham, die Autorin, hat Kunst studiert und arbeitete als Hauswirtschaftlerin für zahlreiche französische Zeitschriften. Sie hat mehrere Bücher über französische Küche veröffentlichtunter anderen mir drei bekannte im Thorbecke Verlag. Eins der Drei ist meine heutige Vorstellung mit dem Titel „Tomaten, Bohnen und Paprika“. Kochen mit Sommergemüse. Okay der Sommer ist noch verdammt weit weg, zumal der Frühling ja noch nicht einmal richtig Einzug gehalten hat. Aber meine Devise, man kann ja den Ernstfall proben. Also bestaune ich das kleine Buch mit den 72 Seiten wie auch die reizenden Bilder von Valérie Lhomme. Ein Vorwort gibt es nicht, aber dafür startet es gleich mit einem Inhaltsverzeichnis. Die Erste Rubrik heißt „Sommergemüse“, was mich etwas verunsichert, denn ich dachte im ganzen Buch geht es um Sommergemüse. Na okay, im zweiten Kapitel werden „Hülsenfrüchte“, im dritten „Gemüse im Bund“ und im vierten „Noch mehr Gemüse“ unter die Lupe genommen. Es ist ein reines Rezeptbuch. Einige Rezepte sind durch Produktwissen oder diversen Tipps aufgepeppt. Bei jedem Rezept ist jeweils eine Zeitangabe zur Zubereitung und zur Garzeit. Ebenfalls eine Angabe der Personenzahl für die das Rezept reichen soll. Ich denke diese Angabe hätte man sich schenken können, da ich lediglich drei Rezepte gefunden habe wo die Personenzahl von vier Personen abwich. Eine entsprechende Bemerkung bei diesen einzelnen Rezepten hätte meines Erachtens gereicht. Ich konnte 30 Rezepte ausmachen, von denen ich im Hieb, wie schon erwähnt, vier nachgearbeitet habe.
Eh ich Dir das Rezept verrate noch schnell die ISBN 978-3-7995-1033-2, Du bekommst das Buch mit dem Titel „„Tomaten, Bohnen und Paprika“ für 12,99 € im Fachhandel.
Geschmorte Kalamare mit Tomaten und Piment d’Espelette:
Zutaten:
1,5 kg kleine Kalamare
1 Rote Paprika
5 Tomaten
1 Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten (das geht gut auf einem Hobel)
2 Knoblauchzehen fein gehackt
3 Esslöffel Olivenöl
2 frische Thymianzweige
2 Rosmarinzweige
1 Teelöffel Paprikapulver
1 Prise Piment d’Espelette
Salz und Pfeffer frisch aus der Mühle
Die kleinen Kalamare putzen und speisefertig säubern. Die Paprika putzen, Strunk und Kerner entfernen und in Streifen schneiden. Die Tomaten entkernen und in grobe Stücke teilen. Die Zwiebelringe zusammen mit dem gehackten Knoblauch in Olivenöl anschwitzen.
Die Tuben und Tentakel der Kalamare dazu geben und gute 5 Minuten anbraten. Restliche Zutaten zugeben durchrühren mit Salz und Pfeffer abschmecken und 20 Minuten im geschlossenen Topf dünsten. Den Deckel vom Topf nehmen und weitere 20 Minuten köcheln lassen. Eventuell nochmals abschmecken und sofort servieren.
Mein ganz persönlicher Tipp: kalkuliere für 4 Personen die doppelte Menge ein. Das ist so unglaublich geschmackvoll, da willst Du garantiert einen Nachschlag. Ich warte jetzt auf den Sommer und dann werde ich das Gericht für zwei Tage kochen und alles an einem Abend aufessen, schwöre!

Sonntag, 24. April 2016

Das richtige Werkzeug, die richtigen Zutaten, oder Baguette wie vom Profi…

…frage mich nicht wie oft ich schon Brot gebacken habe, das eine oder andere ist auch ganz gut geworden, aber nie so, dass der Gatte eine ständige Wiederholung akzeptierte. Gerade beim Weißbrot ist er sehr wählerisch. Außen kross, und wenn der Gatte kross sagt, dann muss die Kruste beim Schneiden, oder Brechen springen. Aber innen muss es weich und fluffig sein, saftig und trotzdem porig.
Nicht wie diese großen Luftblasen die man vom Schweizer Käse kennt. Die den Eindruck hinterlassen, als hätte sich jemand durchs Brot gegessen, sondern diese kleinen luftigen Bläschen. Eben gerade so, wie man es nur von einem echten Baguette kennt. Selbst in Spanien weiß man diese Art des Brotes für die vielen unterschiedlichen Sorten Tapas als Sockel zu schätzen. Willst Du es Stilecht machen, musst Du das Baguette brechen.
Etwas rahmige Landbutter drauf, oder ein Stück Comté (ein Rohmilchhartkäse) dazu, feine Salami ist auch nicht zu verachten. Den Rotwein muss ich ja wohl nicht extra erwähnen. Aber eigentlich gibt es noch tausend andere Möglichkeiten was zu diesem genialen Baguette passt. Doch eh Du Dir Gedanken über die Beilagen machst, überprüfe Dein Werkzeug das Dir zur Verfügung steht. Ein unerlässliches Zubehör, ist definitiv das Blech. Du musst DAS Blech haben, nicht irgendeins, sondern ein Baguettebackblech. Niemals hätte ich gedacht wie wichtig so ein Blech sein kann und welches Ergebnis man damit erzielen kann. Das Blech ist durchlöchert wie ein Sieb. Das hat einen ganz praktischen Hintergrund, denn durch die kleinen Löcher wird das Backgut rundumbelüftet beziehungsweise beheizt. Dadurch wird es knusprig und natürlich auch noch durch diverse andere kleine Raffinessen. Wie z.B. der Wasserdampf der sich um die Form schleicht. Auch das besprühen, oder bepinseln mit Wasser ist ein Aspekt der nicht unterschätzt werden darf. Na und nicht zuletzt das Teigfalten. Es macht zwar nicht viel Arbeit, aber Du musst dran bleiben. Da kannst nicht mal eben in die Stadt fahren und z. B. Schuhe kaufen. Ideales Rezept für Regenwetter, oder wenn Du eh ein Küchentag einlegt.
Du bist gespannt und willst es jetzt wissen? Na hoffentlich haste auch das richtige Mehl im Haus und Hefe, ja und das besagte Blech, sonst brauchst Du nämlich gar nicht erst anfangen.
So jetzt aber genug gequatscht, hier kommt das Rezept für zwei dünne Brote:
Zutaten:
250 g Weizenmehl Typ 550 (natürlich kannste andere Mehlsorten verwenden, aber dann wird es eben schei..e)
160 ml lauwarmes Wasser
10 g frische Hefe
Eine gute Prise Zucker
1 Teelöffel Salz
Mehl mit dem Salz mischen und in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe hinein krümeln. Den Zucker auf die Hefe geben und nun das lauwarmen Wasser darauf gießen. Aber vorsichtig und ganz langsam, nicht das Du den Zucker abspülst. Er dient als Starter für die Hefe, da mit sie gut ins gehen kommst. So lässt Du alles erst einmal 10 Minuten stehen. Die Hefe dürfte nach 10 Minuten etwas schäumen, nicht vor Wut, sondern der Zucker bringt sie zum Blubbern. Nach 10 Minuten vermischt Du alles und knetest alles gut und kräftig so ca. 5 bis 10 Minuten durch. Du formst eine Kugel, bestäubst sie mit Mehl und deckst das Mäntelchen des Schweigens ein feuchtes Tuch drüber. Jetzt lässt Du  die Kugel eine Stunde in Ruhe, Du beachtest sie quasi gar nicht.
Nach einer Stunde knetest Du die Kugel gute 5 Minuten kräftig durch. Deine Hände solltest Du mit Mehl eingestäubt haben, der Teig klebt, also einstäuben!!! Sonst wird das nichts.
Wenn Du mit dem Kneten fertig bist, formst Du wieder eine Kugel, die Du ganz platt drückst. Diese Teigplatte faltest Du jetzt wie folgt: Rechte Seite bis zur Mitte, linke Seite bis zur Mitte, oberes Teil bis zur Mitte, unteres Teil bis zur Mitte. Drehst den Teigklumpen mit der Nahtstelle jetzt nach unten und legst den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte. Deckst wieder das angefeuchtete Tuch drüber und lässt den Teig für 20 Minuten in Ruhe.
Nach 20 Minuten folgt der dritte Akt:
Der Teig ist etwas gegangen und Du drückst ihn einfach nur platt. So wie Du es schon einmal gemacht hast. Und jetzt, nachdem Du wieder eine platte Teigplatte hast, faltest Du ihn wieder wie vorher. Also, Rechte Seite bis zur Mitte, Linke Seite bis zur Mitte, oberes Teil bis zur Mitte, unteres Teil bis zur Mitte, Teigklumpen drehen und die Nahtstellen nach unten auf die frisch bemehlte Arbeitsplatte. Das Tuch ist wieder angefeuchtet und wird wieder über den Teig gelegt. Wieder 20 Minuten gehen lassen.
Jetzt kommt der vierte Akt:
Genau wie unter Akt Nummer drei, drückst Du wieder den Teig platt zu einer Teigplatte und faltest den Teig ein weiteres Mal von rechts bis zur Mitte, von links bis zur Mitte, von oben zur Mitte von unten zur Mitte. Wieder den Teigklotz umdrehen und mit der Nahtstelle nach unten auf die bemehlte Arbeitsplatte. Wieder 20 Minuten gehen lassen.
Jetzt kommt der fünfte Akt:
Du teilst den Teig in zwei Teile und rollst zwei lange dünne Stränge, die ungefähr dem Baguetteblech entsprechen. Diese zwei Stränge legst Du in die Mulden des Baguetteblechs. Du legst ein feuchtes Tuch drüber und lässt die Stränge wieder 20 Minuten gehen.
Nach zwanzig Minuten schneidest Du die Stränge jeweils viermal mit einem scharfen Messer, oder noch besser, mit einer Rasierklinge ein. Du besprühst die Stränge mit Wasser. Solltest Du keine Sprühflasche haben, kannst Du das Wasser auch mit einem Backpinsel auftragen.
Während der letzten Gehzeit hast Du den Backofen auf Ober-Unterhitze 250°C vorgeheizt. Und nicht zu vergessen, Du musst eine Auflaufschale mit Wasser unten in den Backofen stellen. Eh Du das Baguetteblech in den Backofen gibst, sollte das Wasser in der Auflaufschale schon dampfen. Das Baguetteblech stellst Du auf den Rost (damit ist das Backofengitter gemeint). Auf keinen Fall ein Backblech verwenden, der Wasserdampf muss um das Baguetteblech zirkulieren und durch die kleinen Löcher im Blech eindringen. Nur so wird es knusprig.
Die Baguettes werden 15-20 Minuten auf Sichtkontakt gebacken. Die Kruste platzt nicht nur an den Schnitten auf, sondern auch an vielen kleinen anderen Stellen, das muss so.
Ich hoffe ich habe alles Wichtige richtig beschrieben und Du bist jetzt im Bilde wie es funktioniert. Sollten noch Unklarheiten bestehen, fragst Du einfach. Viel Vergnügen beim nachbasteln und guten Appetit. Ach ja, eine Rückinfo, ob es geklappt hat und wie es geschmeckt hat würde mich freuen.

Samstag, 23. April 2016

Für manche Nudelgerichte benötigst Du Zeit, oder Pasta mit Zucchini-Bandnudeln an Zitronenschaum mit Walnüssen…

…Freitagnachmittag, es ist 17:00 Uhr, Du bist froh die Arbeitswoche geschafft zu haben und auf dem Weg ins traute Heim. Du weißt genau was Du kochen möchtest, denn das Rezept hast Du dir am Abend vorher zurechtgelegt. Den Einkaufszettel hast Du zwischendurch in der knappen Mittagspause geschrieben. Die Mittagspause war knapp, weil der Kollege, der immer freitags anruft, wie jeden Freitag ein unaufschiebbares Problem noch zu klären hatte. Aber nachmittags um Fünf hast Du das eigentlich schon wieder vergessen, Dir wird es erst wieder nächsten Freitag einfallen, aber bis dahin ist noch lang.
Jetzt hast Du nur Deine Nudeln im Kopf, denn Du hast Hunger und Nudeln gehen schnell. Sollte man meinen.
Kurze Unterbrechung des Heimwegs beim Zucchini-Dealer, der hat auch noch ein Sträußchen Blumen Petersilie für Dich.
Alle anderen Zutaten hast Du Zuhause, denn schließlich hat jeder Zitronen, Bandnudeln, Walnusskerne und Zwiebeln im Haus.
In der heimischen Küche angekommen, enthäutest Du die Zwiebeln. Natürlich passiert das alles erst nachdem Du Dich aufs Wochenende eingerichtet hast, nachdem Du das Arbeits-Notebook in die letzte Ecke verstecktest und nachdem Du die Hände gewaschen hast.
Versteht sich ja eh von selbst das man nur mit gewaschenen Händen in die Küche geht.
Wie gesagt, jetzt häutest Du die Zwiebeln und schneidest sie in Würfel. Du freust Dich, Pasta geht schnell! Nebenbei überfliegst Du das Rezept… Du schneidest weiter an Deinen Zwiebeln…. Lauter schöne kleine Würfel… Laut Rezept kommen die Zwiebelwürfel jetzt in einen Topf und 200 ml Wasser noch dazu. Die Würfel sollst Du aufkochen und dann auf kleiner Hitze ganz langsam eine Stunde garen. WAS??? Eine Stunde garen??? In dem Moment würdest Du genauso wie ich denken, warum lese ich das erst jetzt? Pasta geht doch eigentlich schnell. Eine Stunde garen! Für was bitte soll das gut sein!? Zwiebelwürfel sind wesentlich schneller gar. Aber nein, diese müssen eine Stunde gar ziehen.
Das war dann der Augenblick, wo ich fast schwach geworden und beinahe zum Imbiss gefahren wäre. Ich habe tief durchgeatmet und wusste ich hab Zeit, schließlich ist Wochenende.
Logisch das ich das Rezept fertig gekocht habe, denn wir hatten ja schließlich Hunger und soll ich Dir was sagen, es hat sich gelohnt, so sehr hat es sich gelohnt. Das Zwiebel-zitronensößchen ein Traum, ich hätte sie auch so löffeln können. Versuche es auch mal, spätestens im Sommer, denn es ist herrlich frisch und aromatisch. Trotz der Leichtigkeit war es sehr sättigend.
Pasta mit Zucchinibandnudeln an Zitronenschaum mit Walnüssen
Zutaten:
5 Zwiebeln in Würfel schneiden
1 Bio-Zitrone
1 Bund Petersilie
2 mittelgroße Zucchini
Pro Person 100 g Bandnudeln (400 g)
Pfeffer und Salz, Olivenöl
3-4 Esslöffel Walnusskerne
Zwiebeln häuten und in Würfel schneiden. Die Würfel zusammen mit 200 ml Wasser und zwei Esslöffeln Olivenöl in einen Topf geben und aufkochen. Auf kleine Heizstufe zurück schalten und eine Stunde langsam mit geschlossenem Deckel gar kochen. Anschließend salzen und Pfeffern.
Die Schale der Zitrone abreiben und zur Seite stellen. Komplett die weiße Haut an der Zitrone entfernen und die Zitrone filetieren. Die Zitronenfilets ebenfalls zur Seite stellen.
Die Petersilie fein hacken und auch diese im Abseits parken.
Die Zucchini mit einem Sparschäler in lange schmale Streifen schneiden. Etwas Olivenöl in eine Pfanne geben und die Zucchinistreifen in ca. 10 Minuten gar dünsten. Nicht salzen, sie ziehen sonst zu viel Wasser.
Nebenbei die Bandnudeln in reichlich Salzwasser nach Anweisung garen.
Nach einer Stunde die Zitronenfilets und den Zitronenabrieb zu den gekochten Zwiebelwürfeln geben, weitere 10 Minuten garen. Im Anschluss die Zwiebeln mit einem Mixstab fein pürieren. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Nudeln in einen Topf, oder in eine große angewärmte Schüssel geben. Die Zucchini zufügen und beides vermischen. Die Walnusskerne grob hacken und zusammen mit der gehackten Petersilie über das Nudelgemisch geben. Die heiße Zitronencremesauce über die Nudeln gießen und alles vermischen.
Auf Teller geben und endlich kann gegessen werden.

Jetzt mal ganz ehrlich, kann ein Wochenende besser anfangen!?

Donnerstag, 21. April 2016

Gute Bezugsquellen quasi vor der Haustür oder Carpaccio mit Salsa Verde…

…Du kennst diese hauchdünnen Scheiben Fleisch aus feinstem Rinderfilet geschnitten, die förmlich auf der Zunge schmelzen!? Die kaum Würze benötigen und zu den Hochgenüssen der Esskultur gehören!?
Ich weiß, Rinderfilet ist kostspielig und man bekommt es nicht gerade zum Suppenfleischpreis, aber selbst gutes Suppenfleisch hat seinen Preis. Wobei Rinderfilet nun noch eine ganz andere Hausnummer ist. Aber manchmal hat man Appetit darauf, etwas Besonderes zu feiern oder einfach weil man sich selbst verwöhnen möchte.
Und eigentlich könnte ich jetzt mit dem Rezept loslegen. Mache ich aber nicht!
Erst einmal rede ich Dir noch ins Gewissen.
Ich habe das ganz große Glück einer der besten Metzger quasi vor der Haustür zu haben und das sehe ich als ganz großen Gewinn an, denn dadurch muss ich keine großen Wege auf mich nehmen. Denn eigentlich möchte ich nicht großartig durch die Gegend fahren um meine Nahrung einzukaufen. Das Glück einen Fleischer mit erstklassiger Ware vor der Tür zu haben war nicht immer so, um genau zu sagen, eigentlich erst seit dem Ersten April. Nein, das ist jetzt kein Scherz.
Na wenn man es genau nimmt, gab es den schon immer in unserem Dorf, aber er war recht abseits und hatte für mich auch etwas unpassende Öffnungszeiten. Aber seit dem Ersten ist unser Dorf schöner geworden und wir haben die beste Bezugsquelle für Fleisch jetzt mitten unter uns. Denn der Metzger hat jetzt einen richtigen Laden im Dorf eröffnet und mit Öffnungszeiten die besser nicht sein können. Von morgens 7 Uhr bis abends 18:00 Uhr. Er beginnt den Tag mit einem Frühstücksangebot, hat einen adäquaten Mittagstisch im Angebot und seine Fleisch und Wurstwaren können sich sehen lassen.
Letzten Samstag musste ich dann auch gleich richtig zulangen. Schinken, verschiedene Wurstwaren, und ein appetitliches Stück Rinderfilet sind mit ins Büdchen gewandert.
Ich wusste schon ganz genau was es geben sollte. Im Dezember hatte ich auf eine dieser beruflichen Tagungen zu denen ich gelegentlich unterwegs bin, ein Carpaccio mit einer Kräutersauce gegessen. Das war so genial, da wusste ich sofort „Klärchen das machst Du nach“

Na und jetzt mit diesem schönen Stück war es dann so weit. Ich bastelte ein Carpaccio mit einer Salsa Verde. Die Wildkräuter (zu meiner Schande muss ich gestehen, ich hatte sie gekauft) und die essbaren Blüten passten wunderbar zu dem zarten Fleisch und rundeten den Genuss.
Aber nun willst Du sicher wissen wie ich es gemacht habe, ich will Dich nicht länger auf die Folter spannen.
Carpaccio an Salsa Verde und Wildkräutersalat mit essbaren Blüten:
Pro Person 75 – 100 g Rinderfilet
Das Rinderfilet gut 1 Stunde vor dem Schneiden in der Gefriertruhe anfrieren.
Für die Salsa:
100 g Zwiebeln in feine Würfel geschnitten
2 Esslöffel Olivenöl
200 ml trockenen Vermouth
2 Bund Petersilie
1 Esslöffel Dijonsenf
weitere 4 Esslöffel Olivenöl
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Esslöffel Kapern
Maldon Salzflocken, frischer Pfeffer
Die Zwiebelwürfel in 2 Esslöffel Olivenöl 5 Minuten andünsten. Mit dem Vermouth ablöschen und bei geringer Hitze 15 Minuten weich kochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die Blätter der Petersilie zu den Zwiebeln geben und alle restlichen Zutaten ebenfalls zufügen. Kurz mit dem Mixstab alles pürieren.

Das halbgefrorene Filet in hauchdünne (so ca. 3 mm) Scheiben schneiden. Idealerweise funktioniert das mit einer Aufschnittmaschine oder Brotmaschine mit Schinkenmesser. Die Filetscheiben auf Teller legen und im Ofen unter den Grill 1-2 Minuten bei starker Hitze erwärmen.
Nun die Fleischscheiben zusammen mit Wildkräutern und den Blüten auf Teller anrichten. Mit den Salzflocken und frischem Pfeffer würzen und mit der Salsa Verde bestreichen, dazu Brotscheibchen z.B. Baguette servieren.

Dienstag, 19. April 2016

Gänseblümchen vorübergehend geschlossen oder Brot mit Bärlauch-Hüttenkäse und Tausendschön-Deko…

…war das ein schönes Wochenende. Überall strahlendes Grün der ausschlagenden Bäume, das Gelb der frisch erblühten Forsythien, das Blau eines strahlenden Frühlingshimmels und auf meinen Knien ein Kräuterbuch mit dem Titel gesunder Kräutergenuss frisch aus dem Thorbecke Verlag, na okay, nicht mehr ganz so frisch. Es ist schon im letzten Monat ins Büdchen geflattert, an dieser Stelle recht herzliches Dankschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Warum ich mich mit dem Buch etwas schwer tat lag eindeutig am Wetter. Ja, Du kannst ruhig lachen, aber mit dem Kräutersammeln ist das gar nicht so einfach. Vor gefühlten hundert Jahren habe ich mal an einem Kräuterseminar teilgenommen, mir Notizen gemacht und auch wirklich aufgepasst. Doch wenn ich jetzt vor einer Kräuterwiese stehe ist es gerademal der Löwenzahn, die Brennnessel, das Gänseblümchen, na und wenn der Gundermann blüht auch noch der, was ich von dem Seminar behalten habe und erkenne. Der Spitzwegerich, der Breitwegerich, der Beinwell und mit ganz viel Glück auch noch die Vogelmiere die ich erkennen könnte. Aber dann hört es auch schon auf, dabei hatte ich mir doch so tolle Bücher zugelegt und jetzt auch noch dieses hübsche Buch. Es hat ein kleines Format von 19x19 cm im Hardcover, mit 64 Seiten, 30 reizvollen Rezepten und passenden ansprechenden Bildern. Wieder ein Buch das mit ins Büro gehen kann und schnell in der Mittagspause durchgeblättert wird.
Allerdings um die Zutaten zu besorgen sollte man pünktlich Feierabend machen, denn man muss ja noch die Kräuter einkaufen sammeln.
Das kleine Buch startet mit einem Vorwort in dem darauf aufmerksam gemacht wird, wie gesund und vielseitig Kräuter sind. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, auf die Sorgfältigkeit des Sammelns zu achten, ebenfalls auf die Genauigkeit der Wahl der einzelnen Kräuter, wie auch die Dosis zu berücksichtigen. Tja wie sagte schon einst Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.
Na und mein Tipp, wer sich unsicher beim Kräuter sammeln ist, schaut einfach mal auf dem Wochenmarkt oder in Bio-Märkten.
Vor dem Vorwort gibt es übrigens noch eine Inhaltsaufstellung die über die einzelnen Rubriken in diesem Buch informiert.
Es liest sich wie folgt:
Kräuter – gesund und lecker, Smoothies und Drinks, Snacks, Suppen, Salat, Sattmacher, Grüne-Smoothie-Eislollis
Nach der Auflistung und dem Vorwort geht es dann auch gleich im Buch mit den Smoothies los. Als erstes Apfel-Sauerampfer-Smoothie mit Wildkräutern. Auf der linken Seite das Rezept und rechts auf der Seite daneben das Foto. In dem Quietschgrün sehr ansprechend und frisch. Außerdem wird bei jedem Rezept speziell, zwar mit wenigen Worten, auf ein Kraut eingegangen das für das Rezept bezeichnend ist und es wird beschrieben, welche Inhaltsstoffe das Kraut besitzt. Leider ergibt sich daraus nicht für was es gut sein soll, aber es ist ja auch kein Gesundheitsbuch, sondern ein Buch mit frischen köstlichen Kräuterrezepten.
Für meine heutige Rezension habe ich mir ein Rezept aus dem Bereich Snacks ausgesucht. Brot mit Bärlauch-Hüttenkäse und Gänseblümchen.
Leider ist mein Vorhaben etwas in die Hose gegangen weil das Wetter nicht mitspielte.
Den Bärlauch habe ich auf dem Markt gekauft und die Gänseblümchen auf der Wiese hinterm Haus gepflückt. Oder besser, der Gatte hatte sie für mich gepflückt. Aber die kleinen Biester hatten ihre Blütenköpfe geschlossen, denn die Sonne hatte sich hinter den Wolken versteckt und die Blümkes rechneten jetzt mit Regen. Na okay, dann musste zur Deko eben das Tausendschön herhalten. Jetzt hätte ich natürlich gerne gewusst ob auch diese Blüten essbar sind, aber dafür muss ich wohl noch weitere Bücher blättern.
Solltest Du ein Buch suchen das Dir Anstöße für kleine leichte Kräuterrezepte gibt, ist das Buch *Gesunder Kräutergenuss* nicht die schlechteste Wahl. Gerade Sammler die noch am Anfang ihrer großen Kräutersammelkarriere stehen und die eine oder andere Anregung zwecks Verarbeitung benötigen, werden mit diesem Büchlein sicherlich sehr froh werden. Denn wenn es mal nun gar nicht mit dem Sammeln klappen sollte, findet man auch Rezepte für Kräuter die schon recht gängig im Handel zu finden sind. Sollte ich Deine Interesse geweckt haben, hier noch die wichtigsten Bezugsdaten.
Die ISBN lautet: 978-3-7995-1024-0. Es ist als 1. Auflage 2016 erschienen und für annehmbare 12,99 € im Fachhandel erhältlich.
Und für alle die eine kleine Rezept-Kostprobe wünschen habe ich das Brot mit Bärlauch-Hüttenkäse und Gänseblümchen Tausendschön mitgebracht.
Zutaten:
1 Baguette (ich habe übrigens ein Dinkel-Baguette selbst gebacken, das Rezept dazu ist aus meinem eigenen Repertoire.
Ca. 30 g. Bärlauch
2 Esslöffel Olivenöl
20 g Pinienkerne
400 g Hüttenkäse
Salz
Frischer Pfeffer aus der Mühle
Gänseblümchen Tausendschön zum verzieren
Bärlauch mit Olivenöl und Pinienkerne pürieren. Die Bärlauchcreme mit dem Hüttenkäse verrühren, nicht mixen, sonst verliert der Hüttenkäse seine Körnigkeit. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Baguette in Scheiben schneiden, den Hüttenkäse auf den Scheiben verteilen und mit Gänseblümchen Tausendschön dekorieren.


Und sobald hier bei mir die Kräuter blühen werde ich das Rezept von den Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Essblüten ausprobieren, ich freue mich schon.