Mittwoch, 25. Mai 2016

Ein Tag im Supermarkt oder einkaufen für den Feiertag, es gibt Zucchini-Tortilla mit Räucherlachs und Ruccolapesto…

…Du hast noch immer keinen Plan für den Feiertag morgen und so wie die Wettervorhersage ist, wirst Du auch sicherlich nicht das Haus verlassen wollen!? Musst Du auch nicht, allerdings nur, wenn Du eine bestimmte Verhaltensregel für heute einplanst. Du musst einkaufen! Aber auch nur, wenn Du nicht alle Zutaten im Hause hast.
Fangen wir mal an.
Hast Du Räucherlachs, Zucchini, Eier, Sahne, Pinienkerne, Rucola und Parmesan im Haus? Du bist ein Glückspilz und an Dir ist soeben der Kelch mit den Warteschlangen im *Einkaufsland* vorbeigegangen.
Wenn nicht, bist Du jetzt auch nicht so schlecht dran, denn die genannten sieben Sachen sind schnell gefangen und es werden Dich so einige im Einkaufsland beneiden, wenn sie sehen wie schnell Du wieder draußen bist.
Hat allerdings auch einen Nachteil, das Gezicke und Geschubse der Anderen wird Dir entgehen und Du hast nichts Spannendes zu erzählen, wenn Du nach Hause kommst. Aber sollte es Dir wichtig sein etwas zu erleben, kannst Du ja auch ganz langsam durch die Reihen spazieren, quasi schlendernd den anderen vor dem Wagen herlaufen. Deinen Einkaufswagen lässt Du permanent quer in den Wegen stehen. Du suchst Dir Regale vor denen Leute stehen die etwas suchen, dort drängelst Du Dich zwischen dem Suchenden und dem Regal. Die Suchenden sind garantiert höchst erfreut. Oder an der Käsetheke drängelst Du Dich mit dem Spruch *ich will nur mal gucken* zwischen die Wartenden und bleibst dann doch dort so lange stehen bis die Käsefrau sagt *wer ist jetzt dran* Du natürlich. Besonders gut kommt das, wenn Du dich ziemlich weit vorne in die Warteschlange gedrängelt hast.
In der Schlange an der Kasse schiebst Du den Einkaufswagen mehrmals so ganz unauffällig dem Wartenden vor Dir in den Po. Irgendwann wird er erbost sagen *Wollen Sie vielleicht vorgehen* Du konterst ganz freundlich und mit einem zuckersüßen Lächeln *ja gerne*
Wenn ich noch länger überlege, hätte ich sicher noch den einen oder anderen Ratschlag, aber Du willst ja auch irgendwann mal ins traute Heim und nicht den Feiertag auch noch im Supermarkt verbringen.
Kommen wir mal zum Rezept. Das ist garantiert schneller zubereitete, wie Deine Shoppingtour im Supermarkt. Also hast Du noch jede Menge Zeit zu feiern, ist ja schließlich Feiertag.
Zucchini-Tortilla
3 Zucchini
200 ml Sahne
4 Eier
Muskat, Pfeffer, Salz
Die Enden oben und unten an jeden Zucchino abschneiden. Die Zucchini auf einem Hobel in dünne feine Scheiben hobeln. Mit Küchenpapier abtupfen. Eine eckige Auflaufform mit Backpapier auslegen und die Scheiben in die Form schichten. Die Eier mit der Sahne und den Gewürzen verquirlen und über die Zucchinischeiben gießen.
Den Backofen auf 200°C vorheizen und die Tortilla 25 bis 30 Minuten im Ofen stocken bzw. garen.
Rucolapesto:
50 g Pinienkerne
1 Handvoll Rucola
100 g frisch geriebener Parmesan
60 – 75 ml Olivenöl
Salz und Pfeffer
Genannte Zutaten in einen hohen Mixtopf geben und mit einem Pürierstab alles vermischen und ganz fein mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Tortilla kann kalt oder warm gegessen werden. Aber auf jedem Fall etwas auskühlen lassen und dann in Würfel schneiden.
Zusammen mit Räucherlachs und dem Pesto auf Teller anrichten und servieren. So kannst Du Dir trotz schlechtem Wetter etwas sommerliche Atmosphäre an den Esstisch holen.
Schönen Feiertag morgen.

Dienstag, 24. Mai 2016

Kuchen, Dessert, Gebäck, Süßes, oder Nussbuttereis mit Gedöns…

…am letzten Sonntag hatten wohl alle Genuss-Blogger nur Eis im Kopf. Wo Du auch lesen wolltest, gefühlt wurden nur Eisrezepte gepostet.
Mein Trend ist es gegen den Trend zu rudern, also gab es im Büdchen keine Eis. Also ich meine jetzt so öffentlich, hinder der Tür könnte ich es dem Gatten nicht antun, keine Leckerei für ihn parat zu haben. Mit einem Himbeerbutterkekseis habe ich ihn verwöhnt. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, ich habe die Küchenknipse vergessen zu aktivieren. Auf dem Schreibtisch hat sie gemütlich herumgelungert. Okay, muss ich halt nochmal ran und den Gatten wird es freuen.
Vor längerer Zeit, als die Himbeeren, Erdbeeren und Frühlingskonsorten noch in weiter Ferne lagen und die letzen Äpfel weg mussten, stand hier ein Nussbuttereis auf dem Speiseplan.
Was Nussbutter ist weißt Du….oder doch nicht!? Also ich erkläre es mal kurz, Du legst ein Stück Butter (250 g) in einen Topf und lässt sie auf kleinster Hitze kochen. Du wirst sehen, das Eiweiß setzt sich ab und verkocht ganz langsam zu braune Krümel, das bisschen Wasser das in der Butter ist, verdunstet und übrig bleibt ein reines Butterfett das ganz angenehm nach Nüssen duftet. Diese Nussbutter ist sehr vielseitig einsetzbar. Gemüse in dieser Butter geschwenkt ist ein Genuss. Die berühmten Madeleines werden nur mit Nussbutter genial. Etwas Paniertes in dieser Butter gebraten, ist regelrecht ein Leckerbissen. Aber Du kannst sie auch zum Anbraten von Fleisch verwenden. Und mein absoluter Geheimtipp ist Nussbuttereis.
Willst Du richtig schön cremiges Eis haben, braucht es z.B. Fett. Mit diesem nussigen Aroma bastelst Du Dir einen Hochgenuss den Du so schnell in keiner Eisdiele finden wirst. Außerdem ist es sehr anpassungsfähig und fügt sich genussvoll in jede Dessertkomposition.
Ich habe das Nussbuttereis zwischen eine Apfeltarte, einem Apfelkompott und einem Apfelgelee geschummelt.
Versuche es doch auch mal. 
Apfeltarte:
250 g Mehl
50 g Zucker
eine Prise Salz
150 g Butter
3 Esslöffel Creme fraiche
Aus allen Zutaten einen gleichmäßigen Teig kneten und in Frischhaltefolie wickeln. So eingewickelt wie er ist etwa 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Anschließend ausrollen und eine Tarteform damit auskleiden.
1 kg Äpfel in Spalten schneiden. Die Apfelscheiben in der Form rosettenartig einlegen und mit 3 Esslöffel braunem Zucker bestreuen. Einige Butterflöckchen darauf verteilen.
Nun im vorgeheizten Backofen bei 220°C  ca. 25 – 30 Minuten goldgelb und knusprig backen.
Apfelkompott:
2 Cox Orange
1 Esslöffel Apfelsaft
1 Teelöffel Calvados
Schale einer unbehandelten Zitrone
1 ausgekratzte Vanilleschote zum aromatisieren
2 Esslöffel Vanillezucker
Äpfel schälen und entkernen. Einen Apfel in kleine Würfel schneiden, den anderen in schmale Spalten und zur Seite stellen. Die Apfelwürfel mit Saft, Calvados, Zucker, Zitronenabrieb und der Vanilleschote in einen Topf geben, zum Kochen bringen und gute 15 Minuten zu Mus kochen lassen. Die Apfelspalten zu dem Mus geben und weitere 5 Minuten garen. Das Apfelkompott zur Seite stellen und abkühlen lassen.
Apfelgelee:
100 ml Apfelsaft
1 Esslöffel Calvados
1 Esslöffel Zucker
2 Blatt Gelatine
Alle Zutaten mischen und die Gelatine im Apfelsaftgemisch quellen lassen. Das Apfelsaftgemisch erwärmen und dabei die Gelatine auflösen. Eine eckige Schale mit Frischhaltefolie auskleiden und die etwas abgekühlte Geleeflüssigkeit in die Form gießen. Im Kühlschrank das Gelee erstarren lassen. Sobald das Gelee fest ist in kleine Würfel schneiden.
Nußbuttereis:
250 ml Sahne 32% oder höher
100 g Mascarpone
150 ml Milch
125 g Butter zur Nussbutter gekocht
Mark einer Vanillestange
4 Eigelbe
100 g Zucker
Die Eigelbe mit dem Zucker und dem Vanillemark zur Rose über einem Wasserbad aufschlagen. Nun nach und nach die abgekühlte Nussbutter zugeben. Sie sollte aber noch flüssig sein, dann verbindet sie sich besser mit der Eiercreme.
Die Mich, Sahne und den Mascarpone gründlich verschlagen und ebenfalls untermischen. Die Eismasse auf ca. 5°C kühlen und anschließend in die Eismaschine geben. Das Eis nach Anweisung der Betriebsbeschreibung der Maschine gefrieren. Nach Fertigstellung in eine geeignete Gefrierdose füllen und noch ca. 2 bis 3 Stunden im Eisschrank nach gefrieren.

Montag, 23. Mai 2016

Old School Rezept, oder mit Pflaumen gefülltes Schweinefilet…

…gefühlte 30 Jahre ist es her als ich ein gefülltes Filet gegessen habe. Und dann auch noch mit Pflaumen gefüllt. Also ich mag das ja, diesen süßen Geschmack an kräftiger Bratensauce. Ich mag auch süßsauer und kräftig, so wie beim Sauerbraten. Ich mag auch Pflaumen im Fleisch eingebacken, aber der Gatte eigentlich nicht. Er isst ja so einiges nicht, wenn es nicht gut versteckt ist. So ist es auch mit Backpflaumen, die mag er nicht, nur die zu verstecken ist jetzt leider nicht ganz so leicht. Aber manchmal muss man auch mal Opfer bringen und ein Risiko wagen. Im schlimmsten Fall hätte sich der Gatte auf die Beilagen stürzen müssen und sich daran sattessen müssen.
Aber Du denkst es Dir sicher schon.
Genau, wagemutig hat er sich Scheibchen für Scheibchen um das gefüllte Filet gekümmert.
Früher gab es öfters auf Familienfeiern, oder wenn es was besonders sein sollte, mit Backpflaumen gefülltes Fleisch. Mal war es ein Schweinebraten, oder auch gefüllte Putenbrust und zu außergewöhnlichen Anlässen dann eben Filet.
In einem Uraltkochbuch bin ich jetzt wieder auf das gefüllte Fleischstück gestoßen und habe richtig Appetit bekommen. Aber es wurde nicht nur mit Backpflaumen gefüllt, auch die Pflaumen wurden gefüllt und eh sie mit Käse gefüttert wurden, haben sie über Nacht noch ein Rotweinbad genommen. Der Rotwein den die Pflaumen nicht aufgesogen haben, fand später den Weg in die Sauce. Kannst Du Dir vorstellen wie aromatisch das wurde. Das Ganze habe ich mit selbstgemachten Bandnudeln abgerundet, ein richtiges Sonntagsessen, geradeso wie früher, nur diesmal hat der Gatte alles gegessen und geradezu geschwärmt. Der Geschmack ändert sich also doch im Laufe eines Lebens.
Gefülltes Schweinefilet in Pflaumen-Rotwein-Sauce:
150 g Backpflaumen
250 ml trockenen Rotwein
75 g Goudakäse am Stück
2 kleine Boskopäpfel
2 Esslöffel Balsamicoessig
1-2 Schweinefilets (500 g)
Pfeffer und Salz
1 Esslöffel Butterschmalz
250 ml Kalbsfond
Thymianblättchen
Die Backpflaumen über Nacht im Rotwein einweichen. In die Schweinefilets vom Metzger eine Tasche schneiden lassen.
Käse in 8-10 Stifte schneiden. Die Pflaumen abgießen, den Rotwein auffangen. 8-10 Pflaumen mit den Käsestiften füllen.
Die restlichen Pflaumen in kleine Würfel schneiden und zur Seite stellen. Einen Apfel in Würfel schneiden und einen Apfel in Scheiben schneiden. Getrennt ebenfalls zur Seite stellen.
Die Filets mit Salz und Pfeffer würzen, mit den Käsepflaumen füllen und im ausgelassenen Butterschmalz von allen Seiten gut anbraten. Höchstens jedoch 7 Minuten, es soll nicht beim anbraten schon durchgaren. Den Braten mit dem aufgefangenen Rotwein und dem Kalbsfond angießen und den Bratensatz lösen. Die restlichen Pflaumen und die gewürfelten Apfelstücke zum Fleisch geben.
Kurz aufkochen und auf kleine Temperatur zurückschalten. Mit einem Deckel verschließen und 15 Minuten leise köcheln lassen.
Jetzt das Fleisch herausheben, die Sauce mit einem Mixstab pürieren und durch ein Sieb streichen. In die Sauce die Apfelspalten legen, die Sauce nochmals aufkochen und 5 Minuten die Apfelspalten in der Sauce garen. Die Sauce mit dem Balsamicoessig, Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Fleisch in Scheiben schneiden, auf einen Saucenspiegel anrichten.
Die Apfelspalten aus der Sauce heben, mit etwas Sauce und Thymianblätter zum Fleisch auf die Teller geben.
Dazu schmecken selbstgemachte Bandnudeln..

Freitag, 20. Mai 2016

Für lange Winterabende und laue Sommernächte, oder Olivencracker wirst du immer los…

…es ist schon eine ganze Weile her als ich diese verführerischen Dinger gemacht habe, aber das war auch volle Absicht. Diese kleinen leckeren Knabbereien sind so verführerisch, wenn die im Hause sind, bist Du nur mit einem beschäftigt und zwar mit knabbern. Du weißt es schon längst, ich rede von Olivenölcrackern.
Abgesehen davon, dass Olivenöl einer der gesunden Fette ist, bleibt Fett aber Fett und wenn Du zu viele davon isst, wirst Du auch fett. Du bist dann quasi Dein eigenes Olivenöllager für schwere Zeiten.
Ab und zu kann man ja mal, aber eben nicht ständig und schon gar nicht vor dem Essen. Bei Dir war das früher sicher auch nicht anders, oder durftest Du vor dem Essen noch etwas essen?
Selbst mit Getränken wurde gehaushaltet, schließlich sollte man sich vorher nicht satt trinken.
Diese kleinen köstlichen Cracker sind durchaus als kleine Vorspeise mit etwas Schnittlauchcreme, oder einem anderen frischen Dip, geeignet. Aber Vorsicht, sie haben Suchtfaktor, sie wandern ab einem bestimmten Zeitpunkt buchstäblich von ganz alleine in den Mund.
Unser letztes Schnabulieren der Olivenölcracker war irgendwann im März oder April. Es waren die letzten langen Abende, eingekuschelt in der Wolldecke auf der Couch. Ein Glas Rotwein, ein Buch zum Schmökern und die heimtückischen Dinger in greifbarer Nähe. Spät am Abend war das Buch ausgelesen, der Wein getrunken und wie durch Zauberhand auch die Schale mit den Crackern geleert. Da stand fest, das geht nicht ständig.
Jetzt stehen aber die schönen lauen Sommerabende vor der Tür. Das Sitzplätzchen unter der Markise will erobert werden und der Terrassenschlüfwein ist schon lange parat. Jetzt mal ganz ehrlich, meinst Du nicht auch, die Cracker drängen sich förmlich ins Bild wenn Du Dein Kopfkino ablaufen lässt? Bei mir schon und genau deswegen lass ich auch mal das Rezept hier, denn die Cracker sind genial und die kannst Du sogar in der Sonne knabbern, denn die schmelzen nicht.
Olivenölcracker:
Nadeln von einem Zweig Rosmarin fein mörsern
1 Knoblauchzehe fein gehackt
20 g. Parmesan fein gerieben
125 g Mehl Typ 550
2-3 gute Prisen Salz
25 g Olivenöl
3 Esslöffel Sahne
Zum Bestreuen Maldon
Alle Zutaten in einen Blitzhacker, oder in eine Küchenmaschine mit Knetarm geben und gründlich zu einer Teigkugel kneten.
Die Teigkugel flach drücken und zwischen zwei Bögen Backpapier geben. Mit einer Teigrolle dünn ausrollen.
Die Teigplatte mit einem gewellten Teigrad in mundgerechte, rechteckige Stücke schneiden. Mit etwas Maldon bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 13 bis 15 Minuten backen.
Es könnte sein, dass die Cracker am Rand schnell etwas braun werden, diese dann früher aus dem Backofen nehmen.
Übrigens: die Cracker müssen vor dem Backen nicht auseinandergelegt werden, sie schrumpfen etwas und lassen sich nach dem Backen auch wunderbar auseinander brechen.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Früher war es der Henkelmann heute gibt es den One Pot, oder NudelOnePot im Büdchen…

…solltest Du ein Kind sein das aus einer Region stammt in der Industrie zuhause ist, also ähnlich wie das Ruhrgebiet, dann kennst Du sicher von Eltern oder Großeltern noch den Henkelmann, oder zumindest den Begriff. Der Henkelmann war nichts anderes wie ein Behältnis aus Blech in dem Essen transportiert und in einem Wasserbad erwärmt wurde. Na und wer hat es erfunden? Die Schweizer waren es. Die Bergbauarbeiter (ätsch), also die vonne Zeche. Die Mama kochte lecker Essen, irgendetwas einfaches, Suppe oder Eintopf. Allerdings recht deftig. Das wurde dann in die Büchse gefüllt (somit bekommt Dosenfutter gleich eine ganz andere Bedeutung) und der Papa oder Opa nahm es am nächsten Tag mit auffe Schicht. Dann hat er sich das Büchschen im Wasserbad heiß gemacht und schon war die Mittagspause gerettet.
So und jetzt sag Du nochmal Dosenfutter taugt nichts. Mit Liebe und Hingabe wurde das früher gekocht, eigentlich nicht anders wie man es auch heute noch macht.
Quasi alles aus einem Topf, man könnte meinen die alte Form des one Pot Kochens.
Wenn da nicht dieser ganz kleine gewisse Unterschied wäre.
Früher wurde der Kappes auch mal ganz gerne von der Mama tot gekocht, das macht heute hoffentlich keiner mehr. Da wäre auch niemand auf die Idee gekommen die Nudeln gleich mit in der Soße zu garen. Oder die Zwiebel nicht anzudünsten.
Aber die Zeiten ändern sich. Heute geht keiner mehr mit dem Henkelmann zur Arbeit und macht das Essen im Wasserbad heiß, höchstens mit dem Plastedöschen und gewärmt wird in der Mikrowelle.
Bei diesem one Pot von dem ich rede läuft alles anders. Das hat eigentlich nichts mit dem ursprünglichen Kochen gemein. Aber mal so ganz unter uns. Es gibt diverse Leute die behaupten das machen nur Blogger, genauso wie ja auch nur Blogger Blogs anderer Blogger lesen, das macht sonst kein normaler Mensch.
Also kann ich dann jetzt davon ausgehen, wir sind unter uns und ich kann offen reden.
Also ich starte dann jetzt mal.
Für das one Pot Projekt benötigst Du einen Topf und eine Feuerstelle. Das kann Dein ganz normaler Herd in der Küche sein, Ceran, Gas oder Induktion, alles egal. Es reicht auch eine offene Feuerstelle oder ein Grill, wichtig du musst Deinen Topf auf der Hitzequelle platzieren können.
Soweit alles klar? Okay, kommen wir zum Rezept.
NudelOnePot (2 Pers.)
Zutaten:
600 ml Wasser
200 g Nudeln (ich bevorzuge kleine Makkaroni)
2 Zwiebeln in Würfel gehackt
1 Knoblauchzehe ebenfalls fein gehackt
250 bis 300 g Cherrytomaten, halbiert
1 Esslöffel Tomatenmark
Pfeffer, Salz
1-2 Esslöffel Oregano (kann auch getrockneter sein)
2-5 Frühlingszwiebeln in kleine Stücke geschnitten
Alle genannten Zutaten in einen Topf geben, durchrühren und einmal kurz aufkochen, nochmals durchrühren. Topf mit Deckel verschließen, Temperatur auf mittlere Stufe herunterschalten und gute 15-20 Minuten garen. Ich habe zwischenzeitlich immer mal kurz umgerührt.
Nach angegebener Garzeit den Nudeleintopf evtl. nochmals mit Pfeffer und Salz abschmecken. Wenn Du möchtest mischt Du noch kleine Mozzarellakugeln unter. Die gibt es mittlerweile auch von der Büffelkuh.
Nun gibst Du jeweils etwas von dem Nudelgericht auf Teller, mischt noch einige Basilikumblätter unter und hast hoffentlich einen guten Appetit.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Pfingsten ist vorbei aber der nächste Feiertag steht vor der Tür, oder Rhabarber-Schaumtorte zum Fest…

…Du weißt schon Feiertage und ihre Traditionsspeisen sind irgendwie ungeschriebene Gesetze. Natürlich erkennst Du sofort an den Gerichten die Jahreszeit und wer es richtig macht, wird sich an das halten was die Saison anbietet. Lang vor dem letzten Wochenende suchte ich nach typischen Pfingstspeisen. Was ich fand, waren Pfingstrosen, Pfingstferien, das Pfingstgedicht von Joachim Ringelnatz, Pfingstsingen und natürlich einiges über den berühmten Pfingstochsen. Wenn Du jetzt glaubst genau das wäre mein Pfingstgericht, irrst Du.
Der Pfingstochse gehört auch heute noch zu einer Prozession die in manchen Gegenden am Pfingstsonntag abgehalten wird. Das Vieh wird das erste Mal auf die Weide geführt. Allen voran das kräftigste Tier, das mit Blumen und Bändern reichlich geschmückt wird, also der sogenannte Pfingstochse.
Sicher kennst Du den Ausdruck *er/sie sieht aus wie ein Pfingstochse*, also hüte Dich davor Dich zu sehr aufzubrezeln, sonst könntest Du schnell mit Selbigen verglichen werden.
Natürlich wird es bei dem einen oder anderen auch ein Ochse auf den Spieß geschafft haben, aber wir haben im Büdchen überhaupt gar keinen so großen Spieß, und wollten wir einen braten und verzehren, müssten wir schon das ganze Dorf dazu einladen.
Ich habe mich für eine Torte entschieden und Herr GB hat sie kurzerhand zur ultimativen Pfingsttorte gekürt.
Eine Rhabarber-Schaumtorte die vor Leichtigkeit fast schwebt. Mal so ganz unter uns, er hat nicht so ganz unrecht. So cremig und doch so fluffig, und keinerlei sauer wie man es eigentlich vom Rhabarber kennt.
Übrigens auch das Biskuit der Torte war für mich Premiere. Unzählige Male habe ich schon Biskuit gebacken, aber noch nie vorher die Eier mit dem Zucker übers Wasserbad aufgeschlagen. Das kannte ich so nicht.
Aber schau mal selbst, vielleicht backst Du die Torte für den nächsten Feiertag oder Sonntag solange es noch Rhabarber gibt.
Rhabarber-Schaumtorte
Biskuit:
250 g Eier (ca. 4 Große)
150 g Zucker
75 g Maisstärke
75 g Weizenmehl
7 g Weinsteinbackpulver
45 g flüssige abgekühlte Butter
Eier mit Zucker über dem Wasserbad schaumig zu einer weißlichen Creme aufschlagen. Über ein Eiswürfelbad kalt schlagen. Maisstärke mit Mehl und Backpulver mischen und unter die Eiercreme heben. Langsam die flüssige Butter in die Masse rühren.
Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Form füllen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C 20 bis 25 Minuten backen. Vorsichtshalber aber die Nadelprobe machen. Wenn kein Teig an der Nadel klebt, ist der Boden okay. Aus der Form nehmen, Backpapier abziehen und auskühlen lassen.

Rhabarberschaum:
200 g roter Rhabarber
Saft 1 Zitrone
40 g Zucker
2 Gelatineblätter
2 Eiweiß
40 g Puderzucker
250 ml Sahne
Den Rhabarber mit der roten Schale in kleine Stücke schneiden, mit Zitronensaft und Zucker weich kochen. Die Gelatineblätter in Wasser einweichen und 10 Minuten quellen lassen. Die Gelatine in dem gekochten Rhabarber auflösen und mit einem Mixstab den gekochten Rhabarber pürieren. Die Sahne steif schlagen. Das Eiweiß zu festem Schnee schlagen und den Puderzucker nach und nach unterschlagen. Das Rhabarbermus erst mit der Sahne vermischen, dann den Eischnee unterheben. Verrühren bis sich alles gut vermischt hat.

Mascarponecreme:
1 Eigelb
30 g Puderzucker
Abgeriebene Schale einer ungespritzten Orange
1 Blatt Gelatine
150 g Mascarpone
1 Eiweiß
30 g Puderzucker
Eigelb mit Puderzucker schaumig weiß aufschlagen. Die Gelatine in Wasser einweichen und 10 Minuten quellen lassen. Auch hier wieder das Eiweiß zu festem Schnee schlagen und den Puderzucker nach und nach unterschlagen. Die Gelatine ausdrücken und mit etwas kochenden Wasser auflösen. Zur Eigelcreme die Mascarpone geben und cremig rühren. Die aufgelöste Gelatine unterrühren, erst mit wenig Creme mischen, dann die Gelatine komplett zur Eier-Mascarponecreme geben. Jetzt noch die geriebene Orangenschale untermischen. Im Anschluss den geschlagenen Eischnee unterheben und alles verrühren.

Die Tortenbiskuite einmal durchschneiden. Tortenring um den Tortenboden legen. Auf den unteren Boden die Rhabarbercreme streichen. Darauf den zweiten Boden legen. Nun die Mascarponecreme aufstreichen und im Kühlschrank 2 bis 3 Stunden erstarren lassen.

Tortenring vorsichtig mit einem erwärmten Messer entfernen. Kakaopulver mit einem Sieb aufstäuben. Mit halbierten Erdbeeren und Schokoröllchen garnieren.

Wenn Du willst machst Du noch als Garnitur etwas Rhabarberkompott und Erdbeergel

Rhabarberkompott:
150 ml Weißwein mit 150 ml Wasser und 150 g Zucker vermischen und auf die Hälfte einkochen. 400 g Rhabarber schälen und in Stücke schneiden. Den Rhabarber in den warmen Sud geben und 1-2 Stunden ziehen lassen.
Rhabarberstücke abgießen und den Saft auffangen. Die Rhabarberstücke zur Seite stellen.

Erdbeergel:
200 g Erdbeeren mit 50 ml des aufgefangenen Saftes mischen und auf kleiner Hitze weich kochen. Sobald die Erdbeeren gar sind mit einem Mixstab pürieren. Die Erdbeermasse durch ein Sieb streichen. Bis zum Verzehr zur Seite stellen.

Jetzt viel Spaß beim Basteln und das nächste Pfingstfest kommt schneller als man denkt.

Sonntag, 15. Mai 2016

Bei mir heißt der Spirali Lurchi, oder Zucchinispaghetti mit Erdbeeren und Honigdressing….

…nein, ich mache heute keine Werbung für irgendwelche Haushaltsgeräte, wobei es schon so einiges in der Büdchenküche gibt was mir sehr ans Herz gewachsen ist und viel zu selten benutzt, oder gar erwähnt wird.
Mein Lurchi ist kein Salamander er ist weder schwarz, noch hat er gelbe Flecke oder ist das Maskottchen eines Schuhherstellers, dessen Schuhe für Kinder geradezu Pflicht waren, also früher, wollte man "in" sein. Eltern die ihren Kindern und dessen Füße etwas ganz besonders Gutes tun wollten, kauften genau diese Schuhe und keine anderen. Obendrein gab es noch ein Heftchen für die Kinder mit den Abenteuern des Schuh-Lurchis. Na das alles ist für mich lange her und der Lurchi von dem ich heute erzähle ist von einer Firma mit fast demselben Namen und kann ganz super schöne Spaghetti aus Gemüse schneiden. Kompaktes Gemüse wie Gurken, Kartoffeln, Kohlraben, jegliche Art von Wurzelgemüse und natürlich die Zucchini eignen sich ganz hervorragend für dieses Gerät. Gemüsespaghetti sind derzeit eh der Renner. Außerdem ist es leichte Kost die sich im Sommer geradezu anbietet.
Neulich als es so warm war hatte man keine Lust auf großes Gedöns in der Küche, also ich auf jedem Fall nicht.
Wiedermal komplett ohne Plan zum Gemüsehändler und das am späten Nachmittag mitten in der Woche. Klar hat der so einiges im Angebot, aber vergleicht man das mit dem Angebot zum Wochenende, dann findet man freitags und samstags regelrechte Schätze vor. Mein Fang waren an diesem Tag Zucchini und Erdbeeren, nicht gerade die größte Ausbeute, aber schon einmal ein Anfang.
Der Fleischdealer (im Ruhrgebiet nennt man ihn auch Metzger) gleich in der Nähe hatte lächelnde Filetspieße in der Auslage liegen und wie Du sicher verstehst, wer so schön lächelt darf mit ins Büdchen.
Mit meiner Tagesbeute stürzte ich mich in die Küche und was dabei herausgekommen ist war ein Zucchinispaghettisalat mit Erdbeeren, Honigdressing und einem Filetspieß. Ach ja, und dann war da noch ein Rest der Käsecreme der neulich von der Tomatensuppe übriggeblieben ist.
Zucchinispaghettisalat mit Erdbeeren und Honigdressing (2 Personen)
Zutaten:
3 kleine Zucchini
250 g Erdbeeren
1 Esslöffel Rapshonig
3 Esslöffel Rapsöl
Saft einer Zitrone
2 Teelöffel rosa Pfefferbeeren
Pfeffer und Salz
Die Zucchini in Spagetti schneiden. Die Erdbeeren waschen und vierteln. Spagetti und Erdbeeren mischen.
Den Honig leicht erwärmen und mit den restlichen Zutaten kräftig mixen. Das Dressing erst ganz kurz vor dem Servieren über den Salat geben.
Als kleine Beilage gab es noch die restliche besagte Mozzarellacreme, etwas Brot und die lächelnden Fleischspieße.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Wir üben den Sommer, oder Tomatensuppe mit Mozzarellacreme….

…man kann sich nie früh genug vorbereiten, finde ich!
Nehmen wir mal an Du sitzt zuhause auf Deinem Sofa, schaust zum Fenster hinaus und denkst, wann kommt endlich Frühling. Und dann Schwupps ist es passiert, es ist Sommer. Du hast quasi Deinen Einstieg verpasst. Tja und jetzt stehst Du da. In Deinem Kopf schwirren noch Enten und Gänsebraten, Knödel und Rotkohl, aber die innerlichen Geschmacksuhren wollen etwas Frisches, Fruchtiges.
Bärlauch und Konsorten hast Du ja leider verpasst, Du musstest ja auf dem Sofa sitzen.
So, oder so ähnlich hätte es sein können, war natürlich nicht so und Du lässt auch nicht eine saisonale Spezialität aus. Du bist sicher derzeit mit dem Spargel beschäftigt. Den Weißen, den Grünen oder gar der Lila kommt auf Deinen Teller. Ich habe hier noch ein schönes Rezept mit grünen Spargel, aber dafür muss ich am Wochenende zum Markt. Das ist also nichts für mitten in der Woche. Mitten in der Woche bieten sich Tomaten an. Wenn Du etwas faul bist und nicht so richtig Lust aufs Kochen hast, bieten sich Tomaten an. Möchtest Du mit wenig Aufwand satt werden, bieten sich Tomaten an. Liegen die Außentemperaturen über 20°C und Du bevorzugst leichte Kost, bieten sich Tomaten an.
Kurzum, es kamen im Büdchen Spargelstangen Tomaten auf den Tisch und zwar in Form einer Suppe. Ja, gähne ruhig, denke weiterhin *oh no, die zehntausendste Tomatensuppe* und lese auf einem anderen Blog weiter, Aber dann wirst Du nicht nur die megaschnelle Tomatensuppe verpassen, sondern auch eine geniale Mozzarellacreme.
Ich weiß, Du bist in Eile also kommen wir jetzt zum Rezept.
Tomatensuppe mit Mozzarellacreme
 Tomatensuppe Zutaten:
2 Knoblauchzehen fein gehackt
100 g Zwiebelwürfel
2 Esslöffel Olivenöl
1 Rote Paprikaschote in Würfel
800 g passierte Tomaten (oder aromatische Fleischtomaten klein gehackt)
500 ml Wasser
70 g Tomatenmark
2 -3 Teelöffel getrockneter Oregano
1 Teelöffel Zucker
Zitronensalzflocken und Pfeffer
1 Handvoll Basilikumblätter
Knoblauch und Zwiebelwürfel im heißen Olivenöl andünsten. Paprikawürfel zufügen und mitdünsten. Tomatenmark in den Topf, alles einmal kurz vermischen. Mit den Tomaten und dem Wasser ablöschen. Oregano, Zucker, Salz und Pfeffer zugeben. Alles aufkochen. Im geschlossenen Topf gute 15 Minuten köcheln lassen. Basilikumblätter zerzupfen und zugeben. Die Suppe mit einem Mixstab fein sämig pürieren. Sollte Dir die Suppe zu sämig sein, kannst Du mit etwas Wasser verlängern. Die Sämigkeit ist sehr von den Tomaten abhängig.
Mozzarellacreme Zutaten:
1 Büffelmozzarella
30 ml Olivenöl
50 -80 ml Sahne (mind. 32%)
1 Teelöffel Oregano als Pulver (ggf. getrockneten Oregano ganz fein mörsern)
Zitronensalzflocken, schwarzer frischer Pfeffer
Den Mozzarella zerpflücken, Öl und Sahne angießen, die Gewürze zugeben und alles zusammen sehr kräftig mit dem Pürier
stab vermischen. Die Menge der Sahne ist von der Konsistenz des Mozzarellas abhängig. Sollte die Masse zu fest bleiben muss mit Sahne und Öl nachgeholfen werden. Bei dem Mozzarella solltest Du wirklich auf eine sehr gute Qualität achten, mit dem "Stinknormalen" wird das nix.


Die Suppe jeweils mit einem Klecks Mozzarellacreme auf Teller anrichten und mit Basilikumblättchen dekorieren. Etwas Brot dazu kann nicht schaden.