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Donnerstag, 21. Juli 2016

Schwitzen ist angesagt, oder Apfelsüppchen mit Joghurthonigwürfel, Melonenbällchen und Basilikumeis…

…nein, ich werde jetzt nicht herumnörgeln, dass es zu warm ist. Ich schwitze geduldig vor mich hin, ich sehne mich nach höchstens 25°C und ich singe Last Christmas, weil ich die Hoffnung habe, dass es bei einem Weihnachtslied gleich um 4-5° C kühler wird.
Man kann es versuchen, bringt aber nix.
Natürlich liebe ich den Sommer und auch Temperaturen um 30°C, aber nicht hier im Pott, sondern am Meer. Hier im Pott staut sich die Wärme, es wird stickig. Jede Bewegung fällt schwer und der Lorenz brennt von oben – gnadenlos und unerbittlich.
Es geht kein Lüftchen, die Räume heizen sich auf. Selbst die Schränke werden nicht verschont und die Hitze kriecht in jeden Winkel. Woher ich das weiß? Im letzten Jahr habe ich es erlebt. Alle Räume waren aufgeheizt, die Schranke natürlich auch. Übernacht gab es einen Temperatursturz und wir haben das Büdchen komplett durchgelüftet. Tagespäter habe ich einen Schrank geöffnet den ich selten öffne. Beim Aufsperren kam mir ein Schwall warmer Sommerluft entgegen. Also hatte ich den Sommer quasi gefangen. Den Sommer einzusperren ist jetzt ja auch keine so schlechte Idee, man könnte sich einen Sommervorrat anlegen. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Könnte man doch mit dem Sommer auch so machen. Wobei ich bin ja froh, dass er vor diversen Schränken haltmacht. In den Kühlschrank und in die Gefriertruhe traut er sich nicht, ich denke er weiß das das Bereiche sind die ihm ein gnadenloses Aus bescheren würden.
Das ist auch sein Glück, denn schließlich muss auch er Respekt zollen. Wenn er allerdings wüsste welche Köstlichkeiten ich dort vor ihm verstecke, wäre ich mir nicht mehr so sicher ob meine Schätze sicher wären.
Genau dort lagere ich die erfrischenden Leckerbissen die uns durch die Hitze bringen. Diesmal verstecke ich dort ein Apfelsüppchen mit Joghurthonigwürfel, Melonenbällchen und Basilikumeis.
Exakt das was wir zur Abkühlung benötigen, vielleicht ist es auch etwas für Dich.
Apfelsüppchen mit Joghurthonigwürfel, Melonenbällchen und Basilikumeis:
Joghurthonigwürfel
2 Esslöffel Honig
250 g Joghurt mit hohem Fettanteil
3 Blätter Gelatine
Gelatine nach Anweisungen in kaltem Wasser einweichen. Den Honig gut erwärmen. Die gequollene Gelatine ausdrücken und im warmen Honig auflösen. Den Joghurt gut durchschlagen, es sollen keine Klümpchen im Joghurt sein. Etwas Joghurt zum Honig geben und glattrühren. Jetzt das Joghurthoniggemisch unter den Joghurt rühren.
Silikonformen oder Behälter die mit Frischhaltefolie ausgelegt wurden mit der Joghurtmasse füllen. Mindestens 3-4 Stunden im Kühlschrank erstarren lassen.
Apfelsüppchen 
400 ml Apfelsaft
2 säuerliche Äpfel (Granny Smith)
2 süßliche Äpfel (Cox Orange)
Saft ½ Zitrone
200 ml Riesling, lieblich spritzig
Ein größeres Stück Wassermelone
Den Apfelsaft zusammen mit dem Riesling und dem Zitronensaft zum Kochen bringen und auf die Hälfte reduzieren.
Jeweils einen Apfel jeder Sorte schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Apfelstückchen in den reduzierten Apfelsaft geben und darin garkochen. Mit einem Mixstab pürieren in eine Schüssel füllen und mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen.
Aus dem Melonenfruchtfleisch und den restlichen Äpfeln mit Melonenausstecher unterschiedlicher Größe Perlen ausstechen. Ebenfalls in den Kühlschrank stellen.
Basilikumeis:
250 ml Sahne
200 g Creme fraiche
1 großes Bund Basilikum, sehr fein gehackt
50 g Zucker
50 ml Honig
Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone
4 Eigelbe
Sahne schlagen und zur Seite stellen. Den Honig leicht erwärmen und mit der Creme fraiche cremig rühren. Die Eier zusammen mit dem Zucker über einem Wasserbad aufschlagen und zur Rose abziehen. In die Eiermasse die Creme fraiche rühren, Zitronenschale und Saft zusammen mit dem Basilikum zufügen und alles zügig vermischen. Zum Schluss die geschlagene Sahne unterheben. Die luftige Eismasse in eine Eismaschine geben und nach Bedienungsanleitung der Maschine, das Eis gefrieren lassen.
Zum Anrichten das Jogurthoniggelee stürzen und in 1x1cm große Würfel schneiden.
Die Apfelsuppe in eine Schale geben, einige Melonen- und Apfelkugeln zusammen mit einigen Joghurthonigwürfeln in die Suppe geben.
In einem separaten Schälchen das Basilikumeis geben.
Evtl. mit Basilikumblättern verzieren.

Samstag, 2. Juli 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 19 unsere Jungs sind dran und bekommen Kartoffeln…

…aber nicht einfach nur Kartoffel. Nööö, einen Kartoffelsalat mit Pestodressing und mariniertem Filetsteak Hüfte. Eigentlich sollte es Filetsteak dazu geben, aber das war aus und da mein Metzger des Vertrauens nicht grenzenlos Filets hat, musste die Hüfte herhalten, schließlich muss das ganze Tier verwurstet verkauft werden.
Heute ist ein ganz großer Spieltag. Heute spielen unsere Jungs gegen die Italiener und so leid es mir ja vielleicht auch tun könnte, aber heute ist es leider soweit. Heute bricht eine Serie, sorry liebe Italiener, aber Ihr spielt schließlich gegen die amtierenden Weltmeister.
Ich möchte mir nicht ausmahlen wie ich mir meine Wunden lecke, sollten meine Jungs das heute vergeigen. Aber wenn die sich das trauen, dann lass die mal nach Hause kommen, ab morgen gibt es dann 5 x die Woche Graupensuppe.
Also Jungs, haut ein rein, dann könnt Ihr Euch auf mariniertes Hüftsteak an Kartoffelsalat mit Pestodressing freuen.
Jetzt lasse ich euch mal in Ruhe. Also konzentriert Euch, macht die Tore, denn schließlich bekommt ihr genauso Bütterkes geschmiert wie die Anderen. Ich hoffe wir sehen uns im Halbfinale.
Mariniertes Hüftsteak an Kartoffelsalat mit Pestodressing
Pro Person 180 g Hüftsteak
2 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
1 Teelöffel Wacholderbeeren
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
100 ml Olivenöl
1 Teelöffel Paprikapulver, edelsüß
1 Messerspitze Kreuzkümmel
Blätter von 4 Zweigen Thymian, fein gehackt
Nadeln von 2 Zweigen Rosmarin, fein gehackt
Pfefferkörner mit den Wacholderbeeren mörsern. Mit allen anderen Gewürzen vermischen.  Das Öl in eine Schüssel geben, die Gewürzmischung unterrühren und das Fleisch in die Marinade legen, mehrmals wenden bis das Fleisch gut mit der Marinade umhüllt ist. Zur Seite stellen und mindestens eine Stunde marinieren.
500 g festkochende Kartoffeln
Salz
1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
Ca. 125 ml Gemüsebrühe
3 Esslöffel Weißweinessig
3 Esslöffel mildes Olivenöl
1 Teelöffel scharfen Senf
Prise Zucker
Pfeffer
3 Esslöffel Basilikumpesto (1 Handvoll Basilikum, 2 Esslöffel geröstete Pinienkerne, 1 Esslöffel geriebenen Parmesan, Olivenöl)
1 gehäutete und entkernte Fleischtomate in Würfel geschnitten
Kartoffel in der Schale kochen. Kurz abkühlen lassen und pellen. Nach Möglichkeit die Kartoffeln etwas länger stehen lassen, damit sie gut abbinden können.
Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und mit den Tomatenwürfel mischen. Aus den restlichen Zutaten ein Dressing mischen und löffelweise untermischen. Die Kartoffeln sollen nicht im Dressing schwimmen. Evtl. mit Pfeffer und Salz abschmecken. Sollte Dressing übrig bleiben, zur Seite stellen und ggf. später nochmals etwas beimengen.
Kurz vor dem Servieren die Hüftsteaks abwaschen, trocken tupfen und in etwas Butterschmalz von allen Seiten gut anbraten. Auf kleiner Hitze garen. Ideale Kerntemperatur für uns ist 56°C, dann ist es schön rosa.
Das gegarte Fleisch in Tranchen schneiden und zusammen mit dem Kartoffelsalat anrichten.
Viel Spaß beim Spiel.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Mit frischem Grün den Frühling locken, oder Spaghetti mit Basilikum im Winter…

…neulich hatte ich es eilig, ist ja jetzt auch keine Seltenheit bei mir. Ich glaube, ich lasse mich zu sehr vom Zahn der Zeit einwickeln. Wenn es um mich herum schnell zugeht, springe ich auf den Zug auf und fahre mit. Also ich bin jetzt nicht mit der Deutschen Bahn unterwegs gewesen, bei denen geht es ja eh etwas ruhiger zu *hüstel*, sondern ich meine mit Zug aufspringen, dass ich mich gerne anstecken lasse. Also jetzt nicht in allen Lebenslagen, nö, ganz im Gegenteil, da bin ich immer zum Leidwesen meiner Mitmenschen, sehr fest in meinem Standpunkt. Aber wenn ich z. B. auf der Autobahn bin, fahre ich selten rechts, immer bin ich auf der Überholspur. Mehr oder weniger angesteckt von den anderen Rasern. Du kannst jetzt denken, was Du willst, aber auf Butterfahrt habe ich nun wirklich keine Lust und auch keine Zeit. Und schwupp, sind wir wieder bei der lieben Zeit die einem quasi durch die Finger rinnt.
Ich habe oft einen straffen Zeitplan, nicht in der Küche, da hab ich Zeit. Auf dem Markt, da hab ich Zeit. Im Urlaub, da hab ich Zeit. Für meine Liebsten um mich herum, da hab ich Zeit. Für die Kollegin die ein offenes Ohr braucht, da hab ich Zeit. Aber eben nicht im alltäglichen Leben, wenn die Zeitfresser zuschlagen. Das macht mich ärgerlich und Zeitfresser versuche ich zu umschiffen umfahren. Staus z.B. sind manchmal total unerklärlich. Da stehen Autos angereiht kilometerweit auf der Autobahn herum, frei nach dem Motto *aber natürlich dürfen Sie hier parken, was sollte man sonst den ganzen Nachmittag machen* und Du kommst nicht vorbei und parkst stehst auch. Dann bekommst Du Hunger, gedanklich gehst Du den Kühlschrank durch und anschließend die Vorratsschränke. Auf Deiner Reise triffst Du Mozzarella und Spaghetti, auf der Fensterbank steht noch ein Töpfchen angewelkter Basilikum. Der Parmesan lungert sowieso immer in Deinem Kühlschrank rum, ein Stück Ingwer ist noch von der letzten Erkältungsabwehraktion übrig. Creme fraiche, Zitronen, Pinienkerne und Olivenöl gehören eh ins Standardvorratsprogramm. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen hübsch angerichteten Teller voller Spaghetti. Eigentlich genau das Richtige nach einem frustrierenden Stau auf der Autobahn. Unterwegs habe ich noch einen kurzen Stopp beim Gemüsehändler gemacht, um das gammelige Kraut zuhause mit frischem zu unterstützen. Okay, das Basilikum was ich erstehen konnte war jetzt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber wir haben eben auch noch Winter.
Jetzt kannst Du Dir vorstellen wie schnell ich das Essen fertig hatte, oder!? Und soll ich Dir was sagen, so ein Stau kann auch durchaus sehr bereichernd sein. Da fallen mir durchaus auch mal ganz gute Rezepte ein.
Spaghetti mit Basilikumingwerpesto in Zitronenrahm:
Spaghetti pro Person 125 g
Saft einer ½ Zitrone
150 g Creme frâiche
100 g Basilikum
30 g Pinienkerne
Ein Stück Ingwerknolle, daumengroß, fein gerieben
75 ml Olivenöl
3 Esslöffel fein geriebener Parmesan
Salz und Pfeffer
Pro Person einen kleinen Burrata
Spaghetti bissfest garen, abgießen und in den Topf zurück geben. Creme frâiche zusammen mit dem Zitronensaft zu den Spaghetti geben und gut verrühren.
Für das Pesto das Basilikum, die Pinienkerne, den geriebenen Ingwer, das Olivenöl mit dem Stabmixer zerkleinern. Den Parmesan unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti zusammen mit dem Burrata und dem Pesto anrichten und servieren.


Dienstag, 21. April 2015

Ich sage es jetzt nicht, dass es schon wieder kein Fleisch gab - Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten…

Eigentlich wäre der Blumenkohl heute noch gar nicht dran gewesen. Aber ich habe eins der bunten Bilder vom Blumenkohl bei Frazebuck veröffentlicht und damit war schon klar, das Rezept muss so schnell wie möglich online.
Jeder kennt sicher Blumenkohl mit brauner Butter oder einer Holländischen Sauce, auch Schinkensahnesauce ist nicht unbekannt, aber wer isst Blumenkohl schon in Tomatensauce!? Tja, und dann auch noch mit einem Kräuterkartoffelpüree. Ein hübscher Teller in den Farben Italiens. Aber es hat nicht nur hübsch ausgesehen, der Geschmack war ebenfalls sehr außergewöhnlich gut und nicht zu Letzt alles in allem recht Figur freundlich und gesund. Ich würde mal sagen, so geht vegetarische Küche, endlich das Zeitalter vorbei, wo Gemüse paniert in Fritteusen baden musste, oder bis zur Unkenntlichkeit in Auflaufschalen geschichtet und mit dicker Sahnesauce überbacken wurden. So jetzt aber genug der Ansprache, hier endlich das Rezept:
Blumenkohl in roter Sauce an Kräuterkartoffelpüree mit Backofentomaten
Kräuterkartoffelpüree:
600 g Kartoffeln
2 Esslöffel gehackte Petersilie
1 Esslöffel gehackte Basilikumblätter
1 Esslöffel fein geschnittener Schnittlauch
1 Teelöffel Thymianblätter, fein gehackt
100 ml Olivenöl
Pfeffer und Salz
Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Die Kräuter mit etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen und mit einem Mixstab fein pürieren. Die Kartoffeln abgießen und etwas Kartoffelwasser auffangen.
Die Kartoffeln stampfen und die Kräuterölcreme zu den gestampften Kartoffeln geben.
Alles gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ggf. etwas Kartoffelwasser angießen und unter das Kartoffelpüree rühren. Aber wirklich nur so viel zugeben, bis das Püree schön geschmeidig und eine einheitliche Masse ist.
Blumenkohl in Tomatensauce:
1 Blumenkohl
1 Zwiebel
1 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Butter
500 ml passierte Tomaten
1 Esslöffel Öl
Pfeffer und Salz
Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen, gute 100 g Blumenkohlröschen zurückhalten und in ganz kleine Röschen teilen. Den Blumenkohlstrunk schälen und in kleine Würfel schneiden.
1 Esslöffel Öl mit der Butter in einen Topf geben und erwärmen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und im Ölbuttergemisch glasig dünsten. Die Passierte Tomaten zugeben und mit den Zwiebeln vermischen. Nun die großen Blumenkohlröschen in die Tomatensauce geben und auf kleiner Hitze gar kochen.
Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen und die kleinen Blumenkohlröschen mit den Blumenkohlwürfeln zugeben. Mit Pfeffer und Salz würzen und kräftig anbraten und anschließen gar ziehen lassen.
Backofentomaten:
Ca. 20 Cherrytomaten
Einige Blätter Basilikum
2 Esslöffel Thymianblätter
3-4 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, Zucker
Olivenöl, oder noch besser wäre Knoblauchöl
Tomaten mit heißem Wasser überbrühen, abgießen und sofort in Eiswasser geben. Abgießen und die Haut der Tomaten abpellen.
Die Tomaten in eine Auflaufschale dicht nebeneinander legen. Die Kräuter aufstreuen, mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen. Die geschälten Knoblauchzehen zwischen die Tomaten stecken und mit dem Öl beträufeln. Bei 130°C im vorgeheizten Backofen gute 60 Minuten garen. (Übrigens, die Tomaten kann man auch sehr gut auf Vorrat machen, die schmecken auch so sehr lecker)

Anrichten:
Das Kräuterkartoffelpüree in die Mitte eines Tellers geben. Darauf die Blumenkohlwürfel geben. Den Blumenkohl mit der Tomatensauce rund herum zum Püree geben. Darauf noch kleine gebratene Blumenkohlröschen verteilen. Zwischen den Blumenkohl noch die Tomaten anrichten. Fertig, Essen kommen!!!

Montag, 28. Juli 2014

Bald ist das nächste Kochtreffen und mir fällt nichts ein als Kohlrabispagetti…

…seit Tagen wälze ich hier Bücher und Hefte, ich suche nach etwas richtig tollem womit ich mein Kochfreunde, die gefräßige Bande, verwöhnen kann. Im August ist wieder ein Kochtreffen angesagt und mir will einfach nichts Richtiges einfallen. Ich glaub ja das liegt an den warmen Temperaturen, man hat zwar hier und da ein Hüngerchen, aber eigentlich isst man nur Kleinigkeiten. Ich kann doch unmöglich mit Kleinigkeiten bei denen aufkreuzen und wer weiß wie das Wetter im August ist, vielleicht sollte ich mir bis dahin doch besser ein schmackhaftes Schmorgericht überlegen. Doch noch genialer wäre es, ich hätte für jede Wetterlage etwas im Ärmel Kochtopf.
Gestern war es ja auch so warm, obwohl eigentlich Gewitter angesagt waren die Abkühlung bringen sollten. Aber nix da, hier ging noch nicht einmal ein leichtes Lüftchen. Also habe ich die Ochsenbäckchen, die ich durch Zufall am Samstag ergattern konnte, in Rotwein und Madeira eingelegt und die Garnelen, die eigentlich für heute vorgesehen waren, wurden hemmungslos gedämpft. Es waren schon recht hübsche Tierchen die ich da gekauft hatte.
Mit Haut und Haaren, oder doch eher mit Kopf und Darm. Und genau das ist ja so mein Problem. Eine ganz liebe Kochfreundin macht die kleinen Flutschis ja ruck zuck sauber, entfernt Kopf und Darm und stört sich nicht im Geringsten an dieser, na sagen wir mal, unangenehmen Arbeit. Ich muss mich da schon etwas mehr überwinden, doch wer genießen will muss auch mal so die eine oder andere Hürde nehmen und die Freundin wohnt eh am gefühlten Ende der Welt, die kommt nicht mal eben vorbei und hilft. Nachdem ich die Garnelen aufgehübscht hatte kamen sie noch schnell für 5 Minuten in den Dampf. So fertig, jetzt waren die Kohlrabis dran.
Kohlraben haben selbstverständlich keinen Darm und das macht sie mir auch so sympathisch. Schälen ging schnell und dann wurden sie in den Lurchi eingespannt und zu Spagetti gedreht.
Heißes Wasser stand schon bereit und die Spagetti wurden mal eben schnell 5 Minuten ins heiße Wasser geschmissen. Ich sag doch, schnelle leichte Kost.

Eine Sauce wurde noch so ganz nebenbei schnell aus etwas Gemüsebrühe (bitte koche Dir Gemüseschalen aus und verwende nicht das Fertigzeugs), Weißwein, Noilly Prat, einer Schalotte, und einem Bund gehacktem Basilikum geklöppelt. Aufmontiert mit eiskalter Butter und mit Salz abgeschmeckt.
Die Kohlrabispagetti zusammen mit den gedämpften Garnelen auf Teller anrichten, etwas Sauce darüber und servieren, ach ja ein Basilikumblättchen als Deko macht sich auch noch ganz gut…

Mittwoch, 7. Mai 2014

Basilikum liegt in der Luft, ach nee nicht in der Luft, es ist im Eis…

Wir hier im Büdchen lieben Eis, allerdings nur das Selbstgemachte. Früher besuchten wir das eine oder andere Eiscafé hier in der Umgebung dessen Eis wir sehr gerne mochten und auch immer noch mögen, aber nachdem ich das erste Eis selbstproduziert hatte, war es um uns geschehen. Nicht nur die eigenen Kreationen die es nirgends sonst wo gibt sondern auch die Frische, einfach einmalig. Hast Du schon einmal mit Deinem Schatz zusammen einen Riesenbecher Eiscreme ausgeschleckert und hinterher das Gefühl gehabt dir wäre der ganze Mund eingefroren? Mit Selbstgemachten passiert das öfters. Meistens fängt es mit einem Löffel frischem Eis mal so direkt aus der Eismaschine an und endet mit einem Eisgelage.
Herrn GB darf ich erst an die Eismaschine lassen, wenn es fertig ist. Kommt er früher in die Reichweite, ist die Eismaschine eher leer wie das Eis gefroren ist. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, mit dem selbstgemachten Eis bin ich zum absoluten Eisfreak geworden. Nicht nur Eis zum Dessert, sondern auch z.B. ein Paprikaeis oder ein Tomateneis in der Vorspeise kommt im Freundeskreis sehr gut an.
Jetzt im Frühling müssen die restlichen Äpfel vom letzten Jahr weg und das frische Basilikum ist direkt auf dem Weg in die Frühlingsküche. Diesmal wird es nicht als Pesto verarbeitet oder mit Tomaten anhingerichten, sondern es wird gehackt und gemischt, gerührt und gefroren. Mal so ganz unter uns, diese Eis geht auch ohne Eismaschine, du musst es nur häufiger während der Gefrierzeit durchrühren, aber nur rühren, nicht probieren, hörst Du, nicht probieren!
So, ich habe Dich jetzt lange genug auf die Folter gespannt, Du willst jetzt endlich das Rezept?
Du brauchst 300 g geschälte säuerliche Apfelwürfel, 150 ml Apfelsaft, ein großen Bund Basilikum, Schale und Saft einer unbehandelten Zitrone, 2 Esslöffel fein gehackte Pistazien, 130 g feinsten Zucker, Mark einer Vanillestange, 100 ml Sahne, 100 g Ricotta und grob gehackte Pistazienkerne für die Deko.
Die Apfelwürfel zusammen mit dem Apfelsaft in einem Topf aufkochen und zugedeckt 3 -5 Minuten zugedeckt auf kleinster Hitze garen. Das Apfelmus anschließend abkühlen lassen.
Basilikum mit den restlichen Zutaten und dem abgekühlten Mus in einem Blender (Mixer) fein pürieren.
Die Creme in die Eismaschine geben und gefrieren, oder in eine Metallschüssel gießen und unter gelegentlichen umrühren ca. 4 Stunden im Gefrierschrank gefrieren.
Mit Basilikumblättchen, einem Apfelschnitz und einigen gehackten Pistazienkernen servieren.


Mittwoch, 2. Mai 2012

Hähnchenrollen auf Salat mit Avocadodressing

Eigentlich sollte hier schon am Montag mein Geburtstagsbericht stehen, aber ich habe die Anweisung bekommen in meinen Report nichts, aber auch gar nichts zu vergessen, ich muss alles berichten und zwar von A bis Z. Schnuppchnüss will alles ganz genau wissen, denn ich habe ihr erzählt wo ich mich letzte Woche mit Herrn GB rumgetrieben habe, lückenlos werde ich erzählen. Doch weil ich dafür etwas mehr Zeit brauche gibt es heute den Bericht auch nicht, doch ganz leer ausgehen sollt Ihr nicht.
Ich bin ja noch immer auf dem Grüntripp und wie ich neulich erfahren habe steht Grün für das Sternzeichen Stier. Das erklärt mir natürlich einiges und deshalb mache ich in meiner grünen Phase weiter und serviere heute gefüllte Hähnchenrollen auf Salat mit Avocadodressing.
Frühlingszwiebeln
Grünen Paprika
Lollo Bianco
Schlangengurke
Basilikum
Avocado
Zitronensaft und –schale einer Zitrone
3-4 Esslöffel Vejus und zu gleichen Teilen Wasser
Pfeffer, Salz
Hähnchenbrust zu flachen Schnitzel geschnitten. Frischkäse doppelrahm 1 Ei Prise Zucker Frischhaltefolie Die Hähnchenbrust zu flachen Schnitzel schneiden. Frischkäse mit etwas Zitronensaft, die Hälfte Zitronenschale und dem Ei gründlich vermischen. Mit Pfeffer und Salz würzen. Basilikum fein hacken und in die Käsemasse rühren. Auf jedes Schnitzel etwas von der Käsemasse geben jeweils einige Blätter Basilikum auflegen und die Schnitzel auf Frischhaltefolie legen.
Die Schnitzel eng aufrollen und fest in die Folie einwickeln. Die Geflügelröllchen bei 65°C im Dampfgarer oder bei gleicher Temperatur im Backofen ca. 55 Minuten garen.
In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Paprika in kleine Würfel und die Schlangengurke in Scheiben schneiden. Den Lollo Bianco waschen und in mundgerechte Stücke reißen. Das Gemüse auf Teller anrichten. Die Avocado schälen, entkernen und in Würfel schneiden. In einen Mixbecher geben, restlichen Zitronensaft und Zitronenschale zufügen. Vejus mit dem Wasser zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit einer Prise Zucker abschmecken. Das Dressing über den Salat träufeln, von den Hähnchenrollen die Folie entfernen und die Rollen in feine Scheiben schneiden. Die Scheiben oben auf dem Salat drapieren.




Montag, 23. Mai 2011

Basilikum-Gnocchi ohne Tomaten und Mozzarella…

Also ich habe beschlossen, jetzt wo hier renoviert wird, muss vorgekocht werden. Die Vorarbeit ist ja die halbe Miete, oder anders gesagt, vor Beginn muss ein vernünftiger Plan her. So etwas wie eine Aufstellung, das sogenannte Gerüst auf das man aufbauen kann. Ihr merkt es sicher, ich bin nach 3 Tagen schon renovierungsgeschädigt. Nein, nein, nicht renovierungsbedürftig, zum Glück ist es noch nicht soweit. Doch ich denke spätestens wenn ich die letzte Tasse in die neuen Schränke stelle, das letzte Kinkerlitzchen als Dekoration aufgetrieben habe, endlich die passenden Bilder gefunden und ich das erste Menü im neuen Esszimmer serviert habe, wird mein derzeitiger Albtraum mich in der Realität einholen und mir gehen die Ideen zum Kochen aus. Das wäre natürlich die Katastrophe schlechthin. Wobei ich bekomme ja dann auch mein neues Bücherregal ins Esszimmer. Soll ich Euch was sagen, dieses Regal wird eigens nur für die Kochbücher angeschafft und die blöden Gesetzbücher und Ratgeber von Herrn GB sollen es mal wagen auch nur annähernd in die Nähe dieses schönen Regals zu kommen, dann könnt Ihr mich mal erleben. Ich werde jeden Zentimeter in den Regalen für die Kochbuchcombo verteidigen. War ja schon der Hammer, dass Herr GB neulich unseren Wein als Buchstützen missbraucht hat.
Diese Idee hat mich zu der Überlegung genötigt, ob ich mein Schlepptop in die Ecke schmeiß und mich wieder mal öfter am Computer direkt am Schreibtisch setzen soll, denn direkt in greifbarer Nähe stehen diese neuen Buchstützen und ich denke so wären sie besser unter Beobachtung. Außerdem mussten für diese Weinboxen schon Reiseführer von mir Platz machen, dann versteht Ihr jetzt sicher umso mehr, warum ich mich mit der Kochbuchgang verbünden werde. Und wie ich die Fraktion kenne, werden sie es mir mit tollen Rezepten danken, die ich beim immer wieder durchblättern in ihnen finden werde. Ein Mitglied dieser Vereinigung ist das delicious days von Nicole Stich. Ihr erinnert Euch, da hatte ich mir neulich auch schon Anregungen herausgefischt. Hier das Risotto und hier das Frühlingsroastbeef und diesmal war ich wieder in dem Buch unterwegs und habe ein Kartoffelgericht gefunden. Basilikum-Gnocchi mit Pinienkernbutter.

Ich brauchte 1 kg mehlige Kartoffeln
1 gute Handvoll Basilikumblätter
1 Ei und 1 Eigelb
Meersalz
Und 75 – 125 g Mehl, das kommt aber auf die Kartoffeln an, bzw. darauf, wie mehlig sie sind. Je mehliger die Kartoffeln umso weniger Mehl muss man hinzufügen.
Ja und dann braucht man noch Mehl zum Formen.
Und wer hat, benutzt zum Formen ein Butterbrettchen.
Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser kochen. Sobald sie gar sind, schnell abgießen, ruck zuck pellen und so warm wie es geht durch eine Kartoffelpresse drücken.
Nun die zerpflückten Basilikumblätter mit dem Ei und dem Eigelb mit dem Mixstab pürieren. Das Ei und das Eigelb vorher gut salzen.
Lasst Euch nicht irritieren wenn dieses Püree bräunlich aussieht, das wird schon. Nun das Basilikumpüree zu den zerdrückten Kartoffeln geben und beides vermischen.
Nun diese Masse kräftig salzen und nach und nach Mehl zugeben und untermischen. Man sollte nicht zu sehr den Teig kneten, es ist eher ein Matschteig als ein Knetteig. Ihr werdet es merken wann der Teig gut ist, dann hat er eine gewisse Geschmeidigkeit, aber er klebt nicht mehr. Nun kleine Rollen aus dem Teig formen, in ca. 2 cm dicke Scheibchen schneiden und über den Rücken einer Gabel oder über ein Butterbrettchen rollen. Dann bekommen sie diese hübschen Rillen.
Die Gnocchi auf ein bemehltes Brett oder eine bemehlte Folie legen. Salzwasser zum Kochen bringen und die Gnocchi in wenigen Minuten in dem Salzwasser gar ziehen lassen. Das Wasser darf nicht zu stark kochen wenn die Gnocchi im Wasser sind, sonst zerkochen sie.
Doch eh man die Gnocchi ins Wasser gibt sollte man die Pinienbutter machen. Für 4 Personen gut 125 g Butter in einem Pfännchen auslassen, mit etwas Meersalz würzen und ca. 50 g fein gehackte Pinienkerne in die geschmolzene Butter geben. Auf kleiner Hitze die Pinienkerne leicht anbräunen.
Die Gnocchi auf einen angewärmten Teller geben und die Pinienbutter darüber geben. Wir haben einen grünen Salat dazu gegessen.
Aus einem Kilo Kartoffeln habe ich gut Portionen für 6 Personen bekommen, den Rest den wir nicht gegessen haben, habe ich ungekocht eingefroren.
Demnächst werde ich sie mal auftauen und mit geschmolzenen Tomaten und Mozzarella servieren, mal sehen wie es schmeckt, aber diesmal noch ohne…
Übrigens, der Wein aus dem Regal passte auch zu unserem Essen und sie sind ja so praktisch diese Buchstützen.