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Mittwoch, 6. Juli 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 21 Portugal gegen Wales mit Gedämpften Huhn an Zitronensabayon und Zucchinispaghetti…

…eiskalt hat es mich erwischt, gedanklich war ich in den letzten Tagen nur bei den Isländern und natürlich bei unseren Jungs. Und dann sagt Herr GB so ganz beiläufig: wir müssen heute noch tippen und Du musst noch kochen. Weißt Du schon ob Du für Portugal oder Wales kochst?
Hääää, wieso für Portugal oder Wales? Deutschland spielt gegen Frankreich!
Und dann kam dieser Satz: Ja, aber…..
Sätze die mit „Ja, aber…“ anfangen verheißen nichts Gutes.
Und so war es dann auch, ich hatte Portugal und Wales komplett ausgeblendet und genau in dieser besagten Minute holte es mich wieder ein.
Jetzt war guter Rat teuer. Wenn es nach dem Gatten gegangen wäre hätte ich ihm die Vanilletörtchen von neulich nochmal servieren können, oder auch die vegetarischen Röllchen, aber das geht ja nun nicht. Das wäre eindeutig ein Foul Ziel verfehlt. An Portugal habe ich schon zweimal gedacht, jetzt war wieder Wales dran und ich hatte keinen Schimmer.
Zu meiner Entschuldigung muss ich gestehen, es blieb nach Büroschluss nicht viel Zeit sich Gedanken über Walser-Küche zu machen und deswegen gibt es heute auch kein wirklich echtes Waliserrezept. Doch wenn Du ehrlich bist, es könnte durchaus aus der Inselküche stammen, schau Dir mal das Rezept an. Außerdem, seien wir doch mal ehrlich, der Bessere soll doch eh gewinnen und ob es die Waliser sind wird sich noch herausstellen müssen.
Gedämpftes Huhn an Zitronensabayon und Zucchinispaghetti (2 Personen)
6 Stiele glatte Petersilie
6 Halme Schnittlauch
2 Stiele Estragon
Jeweils 1 Messerspitze Kreuzkümmel, Fenchel, Koriander, Anis (Gewürze gemörsert)
Salz und Pfeffer
2 Hähnchenfilets
Frischhaltefolie
Die Filets würzen, jedes Filet auf eine Stück Frischhaltefolie legen, die Hälfte der Kräuter auf jeweils ein Filet legen und das Filet stramm in Folie aufrollen. Mit dem zweiten Filet genauso verfahren.
Die Filets in der Folie entweder im Dampfkörbchen garen, oder noch besser wenn Du einen Dampfgarer hast. Die 80°C nicht überschreiten, sonst flockt das Eiweiß aus. Gute 30 Minuten garen.
Zucchinispaghetti:
2 mittelgroße Zucchini
1 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Butter
Salz und Pfeffer
Geriebene Schale einer halben Zitrone
Zucchini erst in dünne Scheiben schneiden, dann die Scheiben in dünne Streifen schneiden. Wenn Du einen Lurchi hast, kannst Du auch den verwenden.
In einer Pfanne die beiden Sorten Fett erwärmen, die Spaghetti dazugeben und ganz langsam garen. Mit Salz, Pfeffer und der geriebenen Zitronenschale würzen.
Zitronensabayon:
3 Eigelbe
50 ml Gemüsebrühe, warm
50 ml Noilly Prat
Pfeffer, Salz
Abgeriebene Schale einer halben Zitrone
Die Eigelbe weißschaumig über ein Wasserbad aufschlagen. Tröpfchenweise die Gemüsebrühe mit dem Noilly Prat einschlagen. Mit Pfeffer, Salz und der geriebenen Zitronenschale abschmecken.
Das gegarte Filet aus der Folie nehmen und mit den Kräutern auf Teller anrichten. Die Zucchinispaghetti anlegen und ebenfalls einen Löffel Sabayon auf die Teller geben. Mit einigen rosa Pfefferbeeren betreuen.
Die restliche Zabaione in eine Glasschüssel geben und dazu reichen.

Samstag, 18. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 9 – Heute wird es scharf, Paprikahuhn (Paprikás csirke) für Ungarn…

…die Spanier haben es gestern mit meiner Paella geschafft. Die haben gespielt wie Kaisergranaten. Irgendwie tat es mir für die Türken leid, aber hey, die Türken müssen den Kopf nicht in den Sand stecken, die haben ja noch ein Spiel und dann koche ich für sie, echt jetzt.
Aber heute ist Ungarn dran und die Auswahl der Gerichte war heute total reichhaltig. Bei den Ungarn findest Du den Palatschinken genauso wie unterschiedliche Sorten Gulasch oder sogar interessantes Gebäck, das durchaus wert ist gebacken zu werden. Aber Süßes geht auf die Hüften und die Jungs müssen laufen und spielen, da ist jedes Gramm auf den Hüften zu viel, quasi ein NO GO, hihihi. Kleines Wortspiel.
Ich habe mich für Paprikahuhn entschieden. Geflügel ist leicht, Gemüse gesund und so zart wie der Flattermann war, beschwert es weder den Magen noch die Beine. Ganz klassisch essen die Ungarn dazu Spätzle und wir auch.
Paprikahuhn:
Zutaten für 4 Personen:
4 Hähnchenschenkel ohne Haut
1 Hähnchenbrust auf dem Knochen, ebenfalls ohne Haut
2 Zwiebel in Würfel geschnitten
4-5 Knoblauchzehen, fein gehackt
3 Tomaten, in Würfel geschnitten
3 Paprikaschoten, entkernt und in Stücke schneiden
200 g Sauerrahm
1 Esslöffel Mehl
1 Esslöffel Paprikapulver, edelsüß
1 Esslöffel Rosenpaprikapulver
Salz  und Pfeffer
½ Liter Gemüsebrühe
2 Esslöffel Tomatenmark
Öl zum Anbraten
Öl in einem Topf erhitzen und die Geflügelteile von allen Seiten anbraten. Aus dem Topf heben und zur Seite stellen.
Nochmals etwas Fett in den Topf geben und Zwiebelwürfel zusammen mit dem Knoblauch andünsten. Tomatenmark zufügen und kurz mit dünsten lassen. Tomaten und Paprikawürfel ebenfalls in den Topf geben und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Alles gut verrühren. Mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen. Die Geflügelteile in die Sauce legen, einen Deckel auflegen und bei kleiner Hitze gut 1 Stunde gar ziehen lassen.
Nach der Garzeit das Geflügel aus der Sauce heben. Den Sauerrahm mit dem Mehl anrühren und die Sauce mit dem angerührten Sauerrahm binden. Nochmals ca. 3 – 4 Minuten aufkochen lassen. Wenn Du möchtest, kannst Du die Sauce noch mit einem Pürierstab mixen, dann hat man zwar keine Paprikastücke mehr in der Sauce, aber sie ist dann schön seidig.
Als Beilage sind Spätzle oder Knöpfle üblich.

Dienstag, 9. Februar 2016

Ein Flattermann kommt selten allein, oder Bressehuhn ohne Ingwer…

…ist jetzt schon einige Zeit her, ich glaube so drei Wochen, da gab es bei uns Huhn. Erst gab es das französische Landhuhn und just am Wochenende darauf ein Bressehuhn. Jetzt fragst Du Dich, ob mir nichts Anderes eingefallen ist was ich hätte kochen können!? Nööö, das war Absicht. Unzählige Male habe ich gehört wie kulinarisch verliebte Zeitgenossen von der Zartheit eines Bressehuhns schwärmten. Wie saftig es ist und unvergleichbar köstlich. Ich wollte wissen ob es einen Unterschied zu einem anderen saftigen Huhn gibt. Natürlich eins aus ähnlicher Haltung.
Kurz und knapp, kein Vergleich, das Bressehuhn hat alle Ehre verdient! Ich behaupte mich erinnern zu können, dass es früher bei meiner Mutter auch solch saftige Hähnchen gab. Ich hab sie geliebt! Beide! Also auch die gebratenen Hühner. Das hatte meine Mutter drauf, knusprige Haut und saftiges zartes Hühnchenfleisch das auf der Zunge förmlich zerschmolz.
Genauso wie ich es in Erinnerung hatte, so war es jetzt auch mit dem Bressehuhn. Erst zerschmolz das Fleisch auf der Zunge, dann zerschmolz ich vor lauter Genuss wie Butter in der Sonne.
Quasi ein Déjà-vu. Allererste Sahne.
Meine Frazebuck-Freunde würden sagen, ganz großes Kino. Aber die sehen ja immer nur die Bilder, die können ja nicht schmecken. Ja ich weiß, Du teilst gerade das Schicksal mit den Frazebuckfreunden, Du kannst ja auch nur schauen und nicht schmecken. Okay, Du kannst ja nachbasteln. Wie, steht unten – also ganz unten!

Du erinnerst Dich an das Wellnessprogramm vom Landhuhn!? Soviel Schnickschnack habe ich mit dem Bressehuhn gar nicht gemacht. Natürlich hatte es auch meine volle Aufmerksamkeit, denn das begann schon direkt beim Kauf.
Vorab, glaub nicht dass dieser Gaumenschmaus hier an jeder Ecke herumliegt.
Punkt eins, ich musste es bestellen.
Punkt zwei, es war sündhaft teuer und wenn ich sündhaft sage, dann meine ich das auch.
Punkt drei, ich hatte mächtig die Hosen voll. Also jetzt nicht dass Du denkst mir wäre ein Malheur(chen) passiert, nein! Ich hatte die Hosen voll im Sinne von *na hoffentlich vermassele ich das teure Huhn nicht* denn dann hätte ich mich echt geärgert.
Punkt vier, ich habe es von dem Geflügelhändler meines Vertrauens tranchieren lassen, besser ist besser, Er ist der Profi und ich eben nicht.
Die Ausbeute: 2x Bollen, 2x Keulen, 2x Flügel, 2x Brust, 1x Rückengerippe (das war für die Sauce)
Punkt fünf, alle Nebendarsteller, Pilze und Wein für die Sauce usw., habe ich sorgfältig ausgewählt und waren von bester Qualität.
Punkt sechs, selbst die Nudeln wurden frisch gemacht. Versteht sich ja auch von selbst, oder? Du gehst ja auch nicht im Abendkleid in die Oper und nimmst als Handtasche eine Plastiktüte mit. Also, mein Bressehuhn hatte zwar keine Designer Clutch, aber dafür selbstgeklöppelte Bandnudeln.
Jetzt müsste eigentlich Punkt sieben kommen, mir fällt aber gerade nichts Gescheites mehr ein, außer natürlich das eigentliche Rezept. Also kommt jetzt
Punkt sieben, Rezept für Bressehuhn ohne Ingwer dafür aber mit frischen Bandnudeln und Pilzrahmsauce:
1 Bressehuhn
30 g Butterschmalz
30 g Butter
250 ml Chardonnay-Weißwein
½ Liter Wasser
100 g kleine Zwiebeln
250 g braune Cremechampignons
10 g Zucker
2 Becher Créme frâiche
Pfeffer und Salz
Das Bressehuhn in acht Teile schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Butterschmalz erhitzen und die Hühnerteile von allen Seiten anbraten. Mit dem Wein und dem Wasser ablöschen und zugedeckt 20 Minuten garen. Nach der Garzeit die Hühnerteile auf einem Rost geben und im Backofen auf niedriger Stufe warm halten und kurz vor dem Servieren unter dem Grill knusprig bräunen. Den Bratensud auffangen und zur Seite stellen.
Die Zwiebeln und Champignons putzen und halbieren. Die Butter erhitzen, das Gemüse zugeben und mit Zucker bestreuen. Beides in der heißen Butter anbraten und auf kleiner Heizstufe garen. Mit dem Bratensud ablöschen und etwas einkochen lassen. Créme Frâiche in das Gemüse rühren.

Die gebräunten Hühnerteile mit Bandnudeln und Rahmsauce anrichten und servieren.

Dienstag, 11. November 2014

Ich habe den Kaffee auf, oder Hähnchenschnitzel mit Gemüse in Kaffeesauce…

…bist Du eher ein Kaffeetrinker oder doch lieber ein Teegenießer? Also ich habe mich mit der Zeit eher zum Teetrinker entwickelt. Geplant war das so nicht, früher habe ich täglich mindestens eine Kanne Kaffee getrunken, aber jetzt nur noch so zwei große Tassen. Okay, wenn es Kuchen gibt kann es auch mal mehr sein und während der kalten Jahreszeit, die wir derzeit zweifelsohne haben, auch wenn sich draußen die Temperaturen noch immer im zweistelligen Bereich tummeln, brauche ich den Kaffee morgens nur schon alleine um wach zu werden.
Letztens ist mir mal eine Kaffeelektüre in die Hände gefallen. So ein kleines Heftchen mit Unmengen an Informationen über die schwarzen Bohnen. Wo er überall angebaut wird, über die unterschiedlichsten Zubereitungsarten, Aufklärungen der verschiedenen Röstungsarten und natürlich in welchen Rezepten er in der Küche verwendet wird.
In Desserts wird er ja sehr häufig verwendet. Beim Kaffeeeis angefangen, über Espressomousse, Cappuccinoparfait bis hin zur Mokkatorte und andere Köstlichkeiten ist das ja nichts Neues. Aber von Kaffeechips zu Fisch hatte ich bisher noch nichts gehört und auch nur am Rande von einer Kaffeemarinade in der Fleisch eingelegt wurde. Doch richtig interessant fand ich Gemüse in Kaffeesauce. Das Rezept habe ich aufs Büdchen zugeschnitten und ich muss sagen, echt toll! Erst konnte ich es mir gar nicht so recht vorstellen, aber in der Kombination zu den Hähnchenschnitzeln hat es mich vollkommen überzeugt.
Ach ja, außerdem ging es rasend schnell, ist alltagstauglich und entsprach auch dem Geschmack von Herrn GB. Aber der mag Kaffee sowieso sehr gerne.
Hähnchenschnitzel mit Gemüse in Kaffeesauce
4 Geflügelfilets
3 kleine Zucchini
2 Bund Frühlingszwiebeln
6 mittelgroße Möhren
1 Ei
Mehl
Salz, Pfeffer
Butter und Erdnussöl zu gleichen Teilen
1/8 Liter Weißwein
1/8 Liter Espresso
30 ml Portwein
1 Teelöffel braunen Zucker
1 -2 Messerspitze/n Zimt
Saft einer halben Zitrone
Zitronenzesten
1 Esslöffel glatte Petersilie fein gehackt
Die Geflügelfilets mit Pfeffer und Salz würzen. Das Ei in einem tiefen Teller mit einer Gabel kräftig aufschlagen. Das Mehl ebenfalls auf einen Teller geben. Nun das gewürzte Filet mit Ei und Mehl panieren. Butter und Erdnussöl erhitzen und die panierten Geflügelfilets rundherum braun braten. Die gebratenen Filets zur Seite stellen und warm halten.
Das Gemüse putzen und in gleichgroße, mundgerechte Stücke schneiden. Die Gemüsestücke im restlichen Fett in der Pfanne unter rühren einige Minuten braten. Mit Portwein ablöschen, den Zucker zugeben, zusammen etwas einkochen lassen und dabei leicht karamellisieren. Mit dem Weißwein und dem Espresso ablöschen. Mit Zimt nach Geschmack würzen. Die Zitronenzesten unter mischen und ggf. mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Die gebratenen Geflügelfilets auf das Gemüse geben, mit Zitronensaft beträufeln und zugedeckt zusammen mit dem Gemüse knappe 5 bis 10 Minuten garen bzw. wärmen.
Wer gerne eine Beilage möchte, sollte sich etwas Wildreis dazu kochen. Alles zusammen mit der glatten Petersilie anrichten.

Donnerstag, 4. September 2014

Geflügellebercreme brûlée mit Gedöns an die Umgebung angepasst…

…tief im Westen wo die Sonne verstauuubt, ist es besser, viel besser als man glaubt... Das kann ich nur bestätigen. Ein Bundesland, das Kleinste, das mehr Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit unserem geliebten Pott hat, als Du glaubst. Geprägt von Kohle und Stahl, Menschen die ihre Region lieben, genauso wie hier. Nur etwas unterscheidet uns ganz gravierend, wir sind näher an den Genüssen der Niederländer, Du weißt schon Tomaten und so- aber die da unten – reine Landkartenansicht – hüpfen mal eben über die Grenze und ihnen liegen die Austern, der Champagner und sämtliche andere Leckereien regelrecht vor den Füßen. Die Rede ist die ganze Zeit vom Saarland.
Es war mal wieder soweit, ein Kochwochenende mit lieben Kochfreunden.
Einige Kilometer lagen vor uns und deshalb wurde schon Tage vorher gepackt. Das Wichtigste war im Auto, Herr GB, ja richtig, diesmal fuhr Herr GB auch mit, und unterwegs wurde auch noch eine liebe, mir ans Herz gewachsene, Kochfreundin eingesammelt. Sag ich doch, das Wichtigste war eingepackt, wenn da nicht noch einige wenige Kleinigkeiten gefehlt hätten. Wie z.B. die Zutaten für meine Speisen die ich anrichten wollte. Allerdings ist mir das Fehlen so knappe 30 Minuten vor dem Ziel aufgefallen. Herr GB weigerte sich die letzten bereits gefahrenen 350 Kilometer zurück zu fahren, so muss er jetzt mit den Konsequenzen leben. Es lungern derzeit 28 Eier, gute 400 g Geflügelleber, Butter, Creme Fraiche und noch diverse andere Zutaten im Kühlschrank rum die verzehrt werden wollen.
Mein Part bestand aus einem Geflügellebercreme brûllée mit Gewürzbirnen und Brioche und für das Dessert zeichnete ich auch die Verantwortung. Es gab herrliche Speisen und hungern musste keiner. Wir aßen von mittags bis spät abends. Wurden zwischenzeitlich von der örtlichen Presse besucht und von Madam Vanille, die mal eben über die Grenze kam, über Vanillestangen, ihrer Herkunft und Verarbeitungsvielfalt informiert. Madam stammt gebürtig von Madagaskar, eben genauso wie die Vanillestangen, die von hervorragender Qualität stammten und von ihr angeboten wurden.
Das ganze Kochtreffen lag organisatorisch in den Händen von Rolf Klöckner, dem Saarländischen Gastrokritiker.
Stundenlang könnte ich hier weiterschreiben und Dir von dem kochenden Wochenende berichten, aber wie Du weißt, ich habe da noch einige Zutaten im Kühlschrank die wollen verarbeitet werden.
Heute lass ich Dir das Rezept von meiner Vorspeise da und das Dessertrezept bekommst Du auch noch.
Geflügellebercreme brûlée
200 -250 g Leber, Geflügelleber wenn möglich mit Enten, Puten oder Gänselebern
150 ml Sahne
150 ml Milch
5 Eigelbe
30 ml Madeira
Pfeffer, weißer
Salz
Muskat, frisch geriebene
Zucker, braun
Curcuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Kardamom, jeweils eine Messerspitze 
Die Lebern enthäuten und Gefäße entfernen. Gesäuberte Leber in kleine Würfel schneiden. Sahne mit der Milch erhitzen und die Leber darin ca. 5 bis 10 Minuten köcheln. Die Leber sollte gar ziehen. Alles pürieren und durch ein Sieb streichen.
Die Eigelbe mit Pfeffer, Salz, Muskatnuss und dem Madeira aufschlagen. Vorsichtig die Lebersahnemilch zu den Eigelben geben und vermischen.
Die Creme in kleine, hitzebeständige Förmchen füllen, mit Folie abdecken und bei 90°C im Dampfgarer ca. 35 Minuten garen. Im Backofen bei 100°C gute 40 Minuten.
Die Creme abkühlen lassen. Ca. 2 Stunden kalt stellen.
Zum Servieren braunen Zucker mit den Gewürzen mischen und auf der Oberfläche der kalten Creme verteilen. Mit einem Brenner karamellisieren. Aber Vorsicht, nicht dass die Gewürze brennen.
Die karamellisierte Creme mit Kornblumenblütenblätter, Brioche und Gewürzbirnen servieren. Die Rezepte für das Brioche und die Gewürzbirnen bekommst Du genauso in den nächsten Tagen wie die Rezepte zu dem Dessert.

Aber wenn Du noch etwas mehr zu dem Kochtreffen lesen möchtest, kannst Du bei den Kochfreundinnen PE von *Obers trifft Sahne* und bei Eva von *Doc Eva* noch das eine oder andere Schmankerl finden.

Freitag, 25. Januar 2013

Brokkoli-Hähnchen mit Cashewnüssen aus DEM Asiabuch…

…das ist mir ja noch nie passiert, vor Monaten ist hier ins Büdchen ein Buch aus dem Kosmos-Verlag eingezogen und ich habe es vergessen. Wobei ich es gar nicht vergessen habe, wie sollte ich auch denn es ist eins der besten Asiakochbücher die ich kenne. Hier, hier und hier habe ich schon jeweils daraus gekocht und wenn Du mal den Blog durchkämmst, wirst Du noch mehr Speisen finden die ihre Anlehnung in diesem Buch finden. Wie Ihr wisst, stehe ich Kochbüchern mit dem Begriff asiatisch im Titel sehr kritisch gegenüber. Was ist mit asiatisch gemeint? Ich denke diese Küchen kann man genauso wenig in einen „Topf“ schmeißen, wie man von einer europäischen Küche sprechen kann. Du verstehst was ich mein!? In meinen Augen ein mutiges Projekt. Bei diesem wirklich schönen Buch das vor mir liegt verhält es sich etwas anderes.
Das Kochbuch mit dem Titel „asiatisch gut gekocht“ ist als Grundkochbuch für die verschiedenen Küchen Asiens gedacht. Die Idee ist gelungen. Elf Länder Asiens wurden kulinarisch, mal mehr  und mal weniger, durchreist und den örtlichen Gaumenfreuden entsprechend porträtiert. Sicher sind es nur kleine Einblicke, doch Du wirst weder die üblichen Küchenwerkzeuge, Küchentechniken, noch Erklärungen zu ortsüblichen Obst- und Gemüsesorten, oder gar die Erläuterungen zu den regionstypischen Aromen, Pasten und Gewürzen, vermissen. Du wirst über verschiedene Reissorten informiert und lernst die Vielseitigkeit der asiatischen Nudeln kennen.
Das Buch startet mit einer Länderübersicht und einem Vorwort, und setzt sich nach den bereits erwähnten Erläuterungen zu Werkzeuge und Techniken mit Rezepten der elf verschiedenen Länder fort. Jedem Land wurde ein Bild ihrer Länderkarte zugewiesen. Bei jedem augenscheinlich realen Rezept ist ein entsprechendes Bild des Landes abgedruckt, zu dessen Land das Rezept gehört. So kannst Du gleich sehen, ob es aus Thailand, Indonesien, China, oder, oder, oder stammt. Mein Kompliment hat Frau Szwillus. Der Autorin, MalisaSzwillus, ist ein sehr ansprechendes Buch gelungen. Mit interessanten Länderreportagen und eindrucksvollen Fotos. Die Fotografien stammen aus der Hand von Herrn Alexander Walter. Du wirst mitgenommen auf eine kleine Reise in unterschiedliche Kulturen. In den Berichten, wie auch in den Rezepten verdeutlicht die Autorin Asiens kulinarische Traditionen und versucht Überlieferungen zu veranschaulichen.
Das Buch „Asiatisch gut gekocht“ ist garantiert eine Bereicherung, gerade wenn Du frisch in die Thematik einsteigen willst.
Erschienen ist das Buch mit dem Titel: „Asiatisch gut gekocht“ im Kosmos-Verlag.
Autor: Malisa Szwillus
ISBN: 978-3-440-13271-5
Diese Kochlektüre hat einen flexiblen Einband und kommt mit 224 Seiten daher. Mein geliebtes Lesebändchen hat es übrigens auch. Im vorderen Teil gibt es ein Inhaltsverzeichnis nach Gruppierungen der Menüspeisen und im hinteren Teil ist das Register nach Alphabet zu finden. Wie üblich habe ich wieder Gedächniszettelchen in das Buch geklebt, damit ich nicht vergesse was ich noch alles nachkochen will.
Blog-Event LXXXIV - Ran an den Wok (Einsendeschluss 15. Februar 2013)
Bei dem Gedanken ans Nachkochen musste ich gleich an Zorra´s Kochtopf denken. In diesem Monat steht der Kochevent auf ihrem Blog unter dem Motto Wok. Ausrichter des Wok-Events ist Sandra von from-snuggs-kitchen. Sie hätte gerne ein Gericht das im Wok gegart wird. Nichts leichter als das. Gleich das erste tolle Rezept in dem vorgestellten Buch wird im Wok gemacht. Wie immer habe ich es abgewandelt, aber die Grundzüge bildeten das Gerüst. Außerdem ist es für Sandra vielleicht ein guter Tipp sich das Buch zu besorgen, dann hat ihr Wok vielleicht die Option aus dem Hinterzimmerdarsein hervorzutreten und der Star der Küche zu werden.
Mit Brokkoli-Hähnchen an Cashewnüssen müsste das doch eigentlich gelingen.
400 g Hähnchenbrustfilet, in Streifen geschnitten
500 g Brokkoli in kleine Röschen zerteilt
3 Schalotten grob gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 Stück Ingwer, daumendick und ca. 2 cm lang, geschält und auch in feine Würfel geschnitten
100 ml Hühnerbrühe
3 Esslöffel Sojasauce
2 Esslöffel Reiswein
100 g Cashewnüssen
2 Esslöffel Erdnussöl, es ist für hohe Temperaturen ideal
Salz, Pfeffer, Schnittknoblauch (wenn Du keinen Schnittknoblauch bekommst, könntest Du den Anteil an Knoblauch etwas erhöhen und dir mit gängigem Schnittlauch aushelfen)
Alle Zutaten hast Du hoffentlich wie angegeben vorbereitet. Das Einzige was beim Wokken dauert, ist das vorbereiten der Zutaten. Du solltest auch schon mal den Reis kochen, der kann ruhig auf das Hähnchen warten, umgekehrt ist eher schlecht.
Du heizt Deinem Wok ein und gibst das Erdnussöl hinein. Jetzt in das heiße Öl die Cashewnüsse von allen Seiten dünsten, herausheben, Öl in den Wok tropfen lassen und die Nüsse auf einem Teller zur Seite stellen.
Im verbliebenem Öl die Hähnchenstreifen anbraten, sobald sich das Fleisch vom Boden gelöst hat, wirbelst Du die Streifen durch den Wok bis sie von allen Seiten Farbe bekommen haben. Die Fleischstreifen schiebst Du an die Seitenwände des Woks hoch. Nun Brokkoli, Schalotten, Knoblauch und den Ingwer in den Wok. Mit schnellen Handbewegungen schubst Du auch diese Zutaten im Wok hin und her, ob den das jetzt passt oder nicht. Die Hühnerbrühe hast Du bereits mit der Sojasauce und dem Reiswein gemischt und gießt die Mischung jetzt in den Wok.
Du vermischt alles gründlich und gibst die wartenden Cashewnüsse dazu. Du lässt alles aufkochen und eine Minute garen. Diese Minute nutzt du indem Du Reis auf angewärmte Teller gibst und den Schnittknoblauch, den Du in feine Ringe geschnitten hast, großzügig auf und neben dem Reis verteilst. Jetzt noch das Brokkoli-Hähnchen zum Reis geben und servieren, fertig.

Dienstag, 22. Januar 2013

Thailändische Küche mitten im Ruhrgebiet, Hühnchenbrust in Ingwersauce…

…hättest Du mir vor 10 Jahren gesagt ich würde sämtliche Zutaten für ein thailändisches Gericht in meinem kleinen Dörfchen bekommen, ich hätte Dich für verrück erklärt. Abseits der Ruhrgebietsmetropolen und ihren vielseitigen ausländischen Geschäften war das undenkbar. Schon alleine durch die Nationen Vielschichtigkeiten gibt es eine Vielzahl kulinarischer Unterschiede und es ist eine Bereicherung für das ganze Ruhrgebiet. Die Ruhrgebietler sind ein Volk das kulinarischen Erweiterungen von jeher immer offen gegenüberstand. Gerade Menschen aus östlichen Gegenden fühlten sich seit Menschgedenken vom Ruhrgebiet angezogen und ließen sich hier nieder. Der Grund war früher das Überangebot von Arbeitsplätzen. Generationen aus allen Herrenländern prägten die Ruhrgebietsküche und die sah in Duisburg schon ganz anders aus als in Dortmund, Essen, oder Bochum. Das Überangebot von Arbeitsplätzen ist schon längst Geschichte, aber dass sich die Zutaten in den Kochtöpfen mal wieder weiterentwickeln sieht man ja an meinem "Dorfsupermarkt" bei dem bekomme ich Zitronengras, Chilischoten, Limettenblätter, Ingwer und auf Bestellung sogar Korianderwurzeln. Das sind genau die Zutaten die ich für mein thailändisches Huhn benötige. Sojasauce, Fischsauce und Reisessig steht im Regal bei den asiatischen Zutaten. Das Regal ist im Dorfladen so eine Selbstverständlichkeit wie das Regal mit Fertigprodukten.
Dieses Hühnchengericht ist genial wenn Du keine Zeit hast, oder Du Dich bei Schweinebäckchen und Co. verausgabt hast. Ich erkläre Dir mal eben schnell wie Du es zubereitest.
Hühnchenbrust in Ingwersauce…
2 Zitronengrasstängel

1/2 Chilischote, rot
2 Limettenblätter (frisch im Asialaden oder aus dem Glas)
2 Thai-Schalotten (zur Not gehen 2 uns gebräuchliche Schalotten)
1 Knoblauchzehe
500 ml Hühnerbrühe (die habe ich immer im Keller in Twist-off Gläsern eingekocht)
500 g Hühnchenbrustfilet
Alle Zutaten mit der Brühe vermischen und aufkochen. Das Hühnchenfilet in die Brühe legen und auf kleiner Hitze 20 Minuten garziehen lassen.
In der Zwischenzeit machst Du die Ingwersauce
2 Frühlingszwiebeln, in Ringe
50 bis 60 g Ingwer in feine Würfel geschnitten
die andere Hälfte der roten Chilischote in schmale feine Streifen schneiden.
Eine Korianderwurzel fein gehackt.

2 Esslöffel Erdnussöl
Das Öl erhitzen und die Frühlingszwiebelröllchen, wie auch die Würfel des Ingwers, die Chilistreifen und die feingehackte Korianderwurzel darin anschwitzen.
Mit 5 Esslöffel heller Sojasauce, 3 Esslöffel Reisessig und 2 Esslöffel Fischsauce ablöschen. Noch 2 Teelöffel Palmzucker (ersatzweise Rohrzucker) zugeben und in der Sauce auflösen.

Die Hühnchenbrust aus der Hühnerbrühe heben und warm stellen. Die Brühe gut auf die Hälfte reduzieren. Die Reduktion zur Ingwersauce geben und nochmals aufkochen lassen.
Die Hühnchenbrust in Scheiben schneiden und zusammen mit Reis und Ingwersauce servieren.