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Dienstag, 28. Oktober 2014

Erst Panne dann Penne, oder Orangenbutternudeln und andere Gewinne…

…Du glaubst nicht was hier in der letzten Woche los war. Erst war ich mega sauer weil der achso geliebte Paketbringmann ein Paket verschlammt hatte. Im Paket steckte das Geburtstagsgeschenk für Herrn GB. Also gab es zum Geburtstag ein Notgeschenk. Das wiederaufgefundene Präsent gibt es jetzt vom Christkind. Wie sich dann doch noch herausstellte war für die Schlamperei auch nicht der Lieblingspaketbringmann verantwortlich (hätte ich mir auch gar nicht denken können) sondern seine Urlaubsvertretung. Liebe DHL, die Urlaubsvertretung braucht Ihr mir nicht mehr schicken!!!
Dann habe ich mir ein Kochbuch bestellt das schon seit Jahren in meinem Regal steht, aber unter anderem Titel. Wer billig kauft, kauft zweimal. Und zu guter Letzt waren die Marshmallow, die ich ausprobiert habe, etwas für die Tonne. Aber das erzähle ich Euch demnächst.
Eine Woche voller Pannen und dann der Wochenhöhepunkt der alles heraus gehauen hat.
Ich habe gewonnen!!! Kannst Du dich erinnern, ich habe bei PE von oberstrifftsahne beim Würzevent mitgemacht und wurde prompt von ihrem Glücksboten aus dem Lostopf gefischt. Dann am letzten Freitag, der Höhepunkt der Woche, jetzt kommt wieder mein Lieblingspaketbringmann ins Spiel, erhalte ich das gewonnene Paket mit den köstlichen Produkten der Firma activcooking, Du weißt schon, dieses junge Unternehmen mit der tollen Idee, Catering im Baukastensatz, oder so ähnlich. Du solltest Dich auf jedem Fall mal hier informieren, denn dort findest Du auch die fantastischen Zutaten die ich in meinem Päckchen hatte. Im September beim Kochtreffen hatte uns Frau PE in homöopathischen Dosen von dem genialen Orangenöl probieren lassen und mir klingt es noch immer in den Ohren, wie sie schwärmte. So und jetzt schwärme ich Frau PE, hörst Du!?
Direkt noch am Freitag war es beschlossene Sache, damit wird gekocht und zwar sofort! Nicht gleich mit allen Zutaten, aber das Orangenöl, das musste sofort herhalten, okay bis Samstag musste es sich gedulden.
Im Kühlschrank lag noch ein Hokkaido-Kürbis, Bandnudeln lungern immer im Schrank herum und am Samstag auf dem Markt jaulten die Jakobsmuscheln dass sie unbedingt mit ins Büdchen wollten. Ungern lass ich mich lange bitten!
Die Bandnudeln wurden zu Orangenbutterbandnudeln, der Kürbis machte Bekanntschaft mit dem großen, scharfen Messer und wurde zu Coulis geschnibbelt und eine Orange schäumte vor Wut, weil ich sie auspresste wie eine Zitrone.
Also nochmal zum Mitschreiben:
Orangenbutternudeln mit Kürbis-Coulis an Orangenschaum auf Jakobsmuscheln.
Zutaten:
Pro Person 3 Jakobsmuscheln
Feine Bandnudeln
½ Hokkaido-Kürbis
Rapsöl
Gemahlenen Koriandersamen
Gemahlenen Fenchelsamen
Salz, weißer Pfeffer, Cayenne
¼ Bund Petersilie
50 ml frischen Orangesaft
50 ml Sahne
Orangenöl
1 Esslöffel Butter
Bandnudeln kochen.
Den Kürbis mit Schale in kleine Coulis schneiden. Rapsöl erhitzen, den Kürbis anbraten und mit Koriandersamen, Fenchelsamen, Salz, Pfeffer und Cayenne würzen.
Orangensaft mit der Sahne erhitzen, mit einem Pürierstab aufschäumen und mit einem ½ Teelöffel Orangenöl würzen. Ggf. nochmals aufschäumen.
Die Jakobsmuscheln mit einem Hauch Cayenne würzen und in erhitztem Rapsöl von beiden Seiten zügig gar braten.
Die gekochten Bandnudeln mit der Butter mischen und mit einen ½ Esslöffel Orangenöl aromatisieren. Die Petersilie fein hacken und ebenfalls unter die Bandnudeln geben.
Die Orangenbutternudeln zusammen mit den Kürbiscoulis, den Jakobsmuscheln und dem Orangenschaum anrichten.


Donnerstag, 4. September 2014

Geflügellebercreme brûlée mit Gedöns an die Umgebung angepasst…

…tief im Westen wo die Sonne verstauuubt, ist es besser, viel besser als man glaubt... Das kann ich nur bestätigen. Ein Bundesland, das Kleinste, das mehr Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit unserem geliebten Pott hat, als Du glaubst. Geprägt von Kohle und Stahl, Menschen die ihre Region lieben, genauso wie hier. Nur etwas unterscheidet uns ganz gravierend, wir sind näher an den Genüssen der Niederländer, Du weißt schon Tomaten und so- aber die da unten – reine Landkartenansicht – hüpfen mal eben über die Grenze und ihnen liegen die Austern, der Champagner und sämtliche andere Leckereien regelrecht vor den Füßen. Die Rede ist die ganze Zeit vom Saarland.
Es war mal wieder soweit, ein Kochwochenende mit lieben Kochfreunden.
Einige Kilometer lagen vor uns und deshalb wurde schon Tage vorher gepackt. Das Wichtigste war im Auto, Herr GB, ja richtig, diesmal fuhr Herr GB auch mit, und unterwegs wurde auch noch eine liebe, mir ans Herz gewachsene, Kochfreundin eingesammelt. Sag ich doch, das Wichtigste war eingepackt, wenn da nicht noch einige wenige Kleinigkeiten gefehlt hätten. Wie z.B. die Zutaten für meine Speisen die ich anrichten wollte. Allerdings ist mir das Fehlen so knappe 30 Minuten vor dem Ziel aufgefallen. Herr GB weigerte sich die letzten bereits gefahrenen 350 Kilometer zurück zu fahren, so muss er jetzt mit den Konsequenzen leben. Es lungern derzeit 28 Eier, gute 400 g Geflügelleber, Butter, Creme Fraiche und noch diverse andere Zutaten im Kühlschrank rum die verzehrt werden wollen.
Mein Part bestand aus einem Geflügellebercreme brûllée mit Gewürzbirnen und Brioche und für das Dessert zeichnete ich auch die Verantwortung. Es gab herrliche Speisen und hungern musste keiner. Wir aßen von mittags bis spät abends. Wurden zwischenzeitlich von der örtlichen Presse besucht und von Madam Vanille, die mal eben über die Grenze kam, über Vanillestangen, ihrer Herkunft und Verarbeitungsvielfalt informiert. Madam stammt gebürtig von Madagaskar, eben genauso wie die Vanillestangen, die von hervorragender Qualität stammten und von ihr angeboten wurden.
Das ganze Kochtreffen lag organisatorisch in den Händen von Rolf Klöckner, dem Saarländischen Gastrokritiker.
Stundenlang könnte ich hier weiterschreiben und Dir von dem kochenden Wochenende berichten, aber wie Du weißt, ich habe da noch einige Zutaten im Kühlschrank die wollen verarbeitet werden.
Heute lass ich Dir das Rezept von meiner Vorspeise da und das Dessertrezept bekommst Du auch noch.
Geflügellebercreme brûlée
200 -250 g Leber, Geflügelleber wenn möglich mit Enten, Puten oder Gänselebern
150 ml Sahne
150 ml Milch
5 Eigelbe
30 ml Madeira
Pfeffer, weißer
Salz
Muskat, frisch geriebene
Zucker, braun
Curcuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Kardamom, jeweils eine Messerspitze 
Die Lebern enthäuten und Gefäße entfernen. Gesäuberte Leber in kleine Würfel schneiden. Sahne mit der Milch erhitzen und die Leber darin ca. 5 bis 10 Minuten köcheln. Die Leber sollte gar ziehen. Alles pürieren und durch ein Sieb streichen.
Die Eigelbe mit Pfeffer, Salz, Muskatnuss und dem Madeira aufschlagen. Vorsichtig die Lebersahnemilch zu den Eigelben geben und vermischen.
Die Creme in kleine, hitzebeständige Förmchen füllen, mit Folie abdecken und bei 90°C im Dampfgarer ca. 35 Minuten garen. Im Backofen bei 100°C gute 40 Minuten.
Die Creme abkühlen lassen. Ca. 2 Stunden kalt stellen.
Zum Servieren braunen Zucker mit den Gewürzen mischen und auf der Oberfläche der kalten Creme verteilen. Mit einem Brenner karamellisieren. Aber Vorsicht, nicht dass die Gewürze brennen.
Die karamellisierte Creme mit Kornblumenblütenblätter, Brioche und Gewürzbirnen servieren. Die Rezepte für das Brioche und die Gewürzbirnen bekommst Du genauso in den nächsten Tagen wie die Rezepte zu dem Dessert.

Aber wenn Du noch etwas mehr zu dem Kochtreffen lesen möchtest, kannst Du bei den Kochfreundinnen PE von *Obers trifft Sahne* und bei Eva von *Doc Eva* noch das eine oder andere Schmankerl finden.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen…

…ich war verreist und hab etwas zu erzählen. Hast Du Lust auf eine Fortsetzung vom Kachelofa? Du kannst Dich erinnern, ich gehörte im Februar schon zu den Kochbekloppten die durch halb Deutschland reiste um sich mit wildfremden Menschen zu treffen um zu kochen. Ich bin Wiederholungstäter geworden und noch schlimmer, ich bin an den letzten Tatort zurückgekehrt. Ein Tatort den wir, die einst wilden Fremden, lieb gewonnen haben. Es ist nicht einfach nur unser Kochdomizil, nein, es hat sich zu unserem Heimathafen entwickelt. Schuld ist unser Käpt´n und Frau S. Das das Kachelofa zu "unserem" Heimathafen mutierte lag aber auch in den Händen der Besitzer.
Frau B. und Herr E. passen aber auch irgendwie zu uns. Ich sag nur „t.G.d.u.d. (tolle Gastgeber durch und durch) Wie??? Du bist noch immer nicht im Bilde, weißt nicht von welcher Gruppe die Rede ist und was ich hier daher fasele? Jetzt komm, das hast Du doch nicht alles vergessen. Unsere Kochgruppe ist doch bei Frazebuck entstanden und der Käpt´n ist eben der, der die Mannschaft zusammenhält und stets motiviert und ohne Frau S. würde nichts laufen, denn sie ist das Planungsbiest in unserem Team. Mal so unter uns, wie ich Frau S. kenne, plant sie schon wieder. Sie lässt nicht locker, ihr geht es mittlerweile wie uns allen, aus den wilden Fremden sind die wilden Freunde geworden und man freut sich aufs nächste Treffen. Man setzt alles daran dabei sein zu können und würdest Du den wilden Haufen kennen, wüstest Du was ich meine. Jetzt sollte man ja annehmen, da steht ein langes Wochenende vor der Tür und man freut sich aufs chillen und relaxen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Durch die Bank sind alle so hibbelig und wild, dass sich jeder freiwillig irgendeinen Job ans Bein bindet. Nur schon alleine für die Beschaffung der Zutaten werden keine Kosten und Mühen gescheut Da haben wir z.B. Frau PE.
Frau PE. benötigte dringend ein Kaninchen, also ist sie per Zickzackkurs zum Treffpunkt gefahren. Sie brauchte zwar etwas länger, aber dafür hatten wir fantastische Kohlrouladen mit Kaninchen gefüllt, frischer als frisch. Ob das Kaninchen jetzt den Kohl im Schlepptau hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf ihrer Expedition hat sie dann auch noch gleich einen Rehrücken erlegt.
Natürlich zur Freude von Herrn St. Der das gute Stück in den Smoker verfrachtete und Frau PE. hat das gute Stück mit diversen Kleinigkeiten verfeinert.
Frau Doktor meinte es wieder ganz besonders gesund und servierte uns Spinat mit Ei auf ihre ganz eigene Art.
Sie hatte allerdings noch einen weiteren Joker in der Pfanne, Südtiroler Schinkenröllchen.
Wir wären nicht wir, wenn es nicht essenstechnisch bei uns international zuging. Die zweite Frau S., ganz neu im Team und eine Bereicherung für uns alle, ist Asienspezialistin. Ich kann Dir sagen, wie sie den Oktopus und die Garnelen mit ihrem chinesischen Harakiri-Messer (oder so ähnlich) zur Strecke gebracht hat. Ich bin froh keine Garnele zu sein. Ihre Zutaten stammten zum Teil direkt vom asiatischen Kontinent, von ihr selbst gekauft auf Märkten in Thailand, watt sechste jetzt. Erst zauberte sie einen Oktopussalat
und dann verwöhnte sie uns noch mit Mangoldröllchen.
Die dritte Frau S. im Bunde machte es mal ganz fein. Extra angereist aus Wien, (da fällt mir gerade ein, wo war der Wienerschmäh?) servierte sie Rinderfilet auf Kartöffelchen mit Senfschaum,
machte vor der Bischofstulle Kardinalschnitte nicht halt
und toppte das Ganze noch mit einer Traumkombi von Lammkrone mit Aligot und Ratatouille. (ich bin ja jetzt nicht der mega Lammfreund und habe deshalb meine Lammportion großzügig an die anderen Ausgehungerten abgetreten).

Im Osten der Republik macht man es besonders schick, da wird der Lachs vor dem servieren in Pernod gebadet eh er in Vereinigung mit Linsen die Teller zierte. Frau Kampi wusste was sie tat.
Auch der Kürbis bekam von ihr eine Einreibung wie eben im Wellnesshotel.

alle Bildrechte bei Oberst trifft Sahne
Die Speisekarte stand zum größten Teil schon lange vor unserem Treffen fest und ich hatte Zeit zum Planen. Wie sollte es anderes sein, ich fühlte mich vor unserem Treffen genötigt nach Südtirol in Urlaub zu fahren, die anderen hatten sich schließlich auch ins Zeug gelegt. Ich musste unbedingt den Kaiserspeck für den Speckknödelsalat besorgen,
denn das hatte ich schließlich versprochen. Gerne wäre ich auch noch nach Südamerika gefahren zwecks Ananas Einkauf. Aber in mein Ananas-Panna-Cotta kam lediglich Ananassirup. Du weißt schon, Eiweiß, Enzyme, Gelatine und sonn Gedöns. Frische Ananas zusammen mit Eiweißprodukte und Gelatine wird nicht fest. Da ich keine frische Ananas benötigte, hat mir Herr GB das Budget gestrichen und ich musste vor Ort in den Supermarkt reisen um den Sirup zu besorgen.
Die wilden Fressbiester und -bengel mopperten zwei Tage vor unserem Kochtreffen herum, uns würde noch ein Dessert fehlen, obwohl Herr ST. noch mit geplankte Blutäpfel
und Frau C. noch mit einem Coca-Cola-Kuchen in der Pipeline stand.
Aber süß geht ja bekanntlich immer, also opferte ich mich für die Herstellung eines kleinen zusätzlichen Desserts. Da kam mir mein altes Rezept vom Avocadoeis gerade recht, wenig Aufwand, große Wirkung. Noch schnell tack, tack einen Florentiner und ein Zartbitterherz dazu und fertig war der Nachtisch. Jetzt fragst Du Dich ob ich die Avocado persönlich in Mexiko oder sonst irgendwo auf der Welt, wo sie angebaut werden, abgeholt habe!? Nein!!! Ich sagte doch bereits, das Budget war gestrichen!

Glaub nicht das war alles was in unserer Küche geklöppelt wurde. Die andere Frau C. trumpfte mit Pain Perdu, Fourme d'Ambert und Birne auf. Aber damit nicht genug, so ganz nebenbei gab es noch ein nettes Arrangement im Glas, Transparence de Saumon au Raifort mit Schafsjoghurt und Meerrettich.
Der Käpt´n ließ erst die Muscheln in der Kartoffelsuppe versinken und anschließen uns in dem fantastischen Genuss. Nicht einfach nur eine Kartoffelsuppe, zwar genauso schnell gekocht, aber eben auf einem Niveau eines Genusssüppchens.
Ich kann Dir gar nicht alles aufzählen wie sich jeder Einzelne ins Zeug gelegt hat und ich hoffe keiner ist böse wenn ich irgendetwas vergessen habe.
Dass Du bis jetzt ausgehalten hast ist eine Belohnung wert, was hältst Du von einem Rezept? Ananas-Panna-Cotta-Rezept? Ach da wartest Du die ganze Zeit schon drauf? Warum sagst Du denn nichts? Danke für Deine Geduld.
Ananas-Chili-Panna-Cotta mit Ceviche und Garnelen
Panna Cotta:
400 ml Sahne
2 rote Chilischoten, die Größeren mit fruchtiger Schärfe
105 ml Ananas-Sirup (z.B. Monin)
3 Blatt Gelatine
2 g Safranfäden
1 kleine Prise Salz
Die Sahne mit der Prise Salz und den Safranfäden in einen Topf geben. Die Chilischoten bei 220°C im Backofen legen bis die Haut dunkel verfärbt ist und sie Blasen wirft. Die Schoten in ein feuchtes Tuch (Küchenrolle) rollen, kurz ruhen lassen. Nach diesem Vorgang lässt sich die Haut problemlos abziehen. Die Schoten entkernen und das Fruchtfleisch fein hacken und ebenfalls zur Sahne fügen.
Die Gelatineblätter in Wasser quellen lassen. Zwischenzeitlich die Sahne aufkochen. Einmal kräftig mit dem Pürierstab durch mixen und durch ein Sieb filtern. Die Rückstände (Safran und Chili) kräftig ausdrücken. Die Gelatine abgießen, ausdrücken und im Wasserbad auflösen. Anschließend zusammen mit dem Sirup in die gefilterte Sahne mischen. Die Mischung in kleine Formen füllen und einige Stunden im Kühlschrank auskühlen bzw. fest werden lassen.
Ceviche:
1 Orange
2 Limetten
1 Zitrone
50 ml Olivenöl
¼  Bund Koriander
½  Bund glatte Petersilie
2 rote Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 rote Chilischote, auch hier wieder die Größere mit fruchtiger Schärfe
1 gehäufter Teelöffel Muscovadozucker
1 ½ Teelöffel Ketchup
1 aromatische feste Tomate
Meersalz
Weißer Pfeffer
Pro Person einen Riesengarnelenschwanz
Etwas Öl zum anbraten.
Die Zitrusfrüchte auspressen, Korianderblätter, Petersilie, Zwiebeln, Knoblauch und die Chilischote fein hacken. Die Tomate mit heißem Wasser überbrühen, häuten, entkernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Nun alle Zutaten zusammen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Garnelenschwänze in etwas Öl leicht anbraten, aber wirklich nur leicht, sie sollten nur soeben die rosa Farbe bekommen, aber innen noch glasig sein. Die Garnelen in die Ceviche legen und bis zum Anrichten ziehen lassen.
Zum Anrichten die Panna-Cotta auf Teller stürzen, die Garnele daneben setzen, Ceviche aufträufeln. Chilifäden auf die Panna-Cotta geben und einen gerösteten Brotchip anlegen.
Ceviche wird an fast allen Küsten Südamerikas gegessen. Zumeist mit rohem Fisch oder rohe Meeresfrüchte, aber es gibt auch Rezepte mit gekochtem Huhn und Süßkartoffeln. Die Variationen sind schier unendlich, mal süßlich, mal sehr scharf, auch säuerlich-salzig ist nicht ungewöhnlich.
Diese Zubereitung kommt aus Ecuador und wird dort mit salzigem Popcorn und Bier serviert. Uns schmeckt ein fruchtiger Riesling dazu.

hier, hier und hier findest Du weitere Beiträge zum Kochtreffen

Freitag, 22. Februar 2013

Hööömmmaaa, warst Du schon mal im Kachelofa?

…du hast gar keine Ahnung was oder wo Kachelofa ist? Dann kläre ich Dich jetzt auf. Also Kachelofa ist ein schwäbisches Hotel und war das Domizil einer super tollen Kochtruppe, die aus einer Gruppe bei Facebook entstanden ist. Alles genusssüchtige Reisebiester und Reisebengel. Doch soll ich Dir was sagen, irgendwie muss ein böser Dämon über uns gehangen haben, der nicht wollte dass wir uns treffen. Angefangen hat es damit, dass auf verschiedenen Flughäfen gestreikt wurde, aber das weißte wohl eh schon, war ja in den Nachrichten. Das somit einige Flüge ausfallen mussten ist wohl klar, aber dass es eine Maschine sein sollte mit der Greta reisen wollte, war schon eine Unverschämtheit. Jetzt halt dich fest, auf dem Flughafen wo zwar nicht gestreikt wurde, aber Sandra abfliegen wollte, brannte es in der gebuchten Maschine, also auch hier zittern und bangen. Das war jetzt nicht so wirklich vertrauenswürdig, zumal es für Sandra der erste Flug war. Aber als Entschädigung ist sie über Frankfurt geflogen und hatte somit fast einen Rundflug über Deutschland gewonnen. Das Profireisebiest Sanne aus unserer Mitte kümmerte sich ganz rührend um alles und alle, damit wirklich auch jeder gut ankommen konnte. Wir haben Staus, Schneestürme und Wartezeiten auf Flug- bzw. Bahnhöfen bestens überstanden. Aus vollem Herzen, danke Sanne!

So nu aber weiter, ging ja schließlich nicht ums Reisen sondern ums Kochen. Eine ganz reizende Truppe überfiel mit Messern, Kochlöffeln und Schürzen das Schwabenland. Für die genussvollen Ausführungen hat jeder was er brauchte selbst mitgebracht, vorausgesetzt er war nicht so Hibbelig, dass die Hälfte vergessen wurde. Also, man kann sagen zum größten Teil wurde an alles gedacht und mitgebracht, bis auf so ein paar Kleinigkeiten. Okay, das eine oder andere wurde evtl. vergessen. Aber wie wir gelernt haben, ist es zwar schön einen Koffer mit Kleidung und diversen Hygiene Artikeln an frau man zu haben, wird aber durchaus überbewertet und ist nicht unbedingt überlebenswichtig, gell? Außerdem wollten wir nicht auf den Laufsteg, sondern auf den Kochsteg.

So, und jetzt hoffe ich Du bist stark, um genau zu sagen sehr stark, denn für das was ich Dir jetzt zeige musst Du stark sein und satt!
Am Freitagabend legten die ersten Kochverrückten schon gleich los und versetzten die Küche in einen chaotischen anderen Zustand.
Heraus gekommen sind unglaubliche Gaumenkitzel.
Wunderbare Oliven von Sandra die uns gleich schon beim Start in mediterrane Stimmung versetzten.
Marions Rippchen auffe Faust, also nicht ihre Rippchen, sondern von Marion zubereitet, passten wunderbar zu den Oliven und stellten eine köstliche Kombination dar.
Westerwälder Grumbeernsalat von Tom unserem Käpt´n, er weiß wie er seine Mannschaft genussvoll satt bekommt.
Zypriotischer Salata Patates von Sanne. Auf der Zunge hatten wir den Sommer, eigentlich hätten wir nur den Schnee gegen die Sonne austauschen müssen und das rundum Sommergefühl hätte sich ganz von selbst eingestellt.
Graupensalat mit Lachs von Eva, nicht nur ein Fest für den Gaumen, wie man sieht auch fürs Auge. Voller Eifer wurden mit Skalpell und Sonde die Fischchen gebastelt.
Eine fantastische Senfverköstigung von Sandra´s selbstgemachtem Senf. Sie konnte es nicht lassen und musste ihren Senf dazugeben. Wir waren von den verschiedenen Kreationen ganz begeistert und forderten mehr.
Frühlingsrollen zum niederknien von Supanika, ich kann mich nicht erinnern jemals bessere Frühlingsrollen gegessen zu haben, also Süße schieß das Rezept rüber ich will den Frühling locken.
Das gaumenkitzelnde Forellenquintett von Petra. Ich glaube bei diesem Anblick muss ich keine weiteren Worte und Erklärungen verlieren. Ich hätte mich hineinlegen können, aber dafür wäre es zu schade gewesen und die Teller definitiv zu klein.
Während der Planung kam die Frage nach einem Dessert auf. Der subjektive Eindruck, kaum einer interessierte sich wirklich für einen süßen Gaumenkitzel. Aber als dann keins da war, gab es lange Gesichter. Bis Eva, Corinna und Petra in Kooperation einen Apfelkuchen mit Vanillesabayon zauberten. Die Süßschnuten bekamen Glanz auf den Augen.
Eh es am nächsten Tag in der Küche weiterging mussten wir uns erst einmal um die Getränke kümmern. Wenn Du glaubst wir hätten nur gekocht und gegessen, dann irrst Du dich. So ganz nebenbei haben wir noch eine kleine Wanderung/Spazierfahrt und eine Weinprobe auf dem Sonnenhof gemacht und uns einige hübsche Flaschen Wein besorgt, aber nur weil sie so hübsch anzusehen waren. Übrigens ist es ein guter Tipp dort mal vorbei zu schauen, ich bin überzeugt Du würdest dort auch das eine oder andere Tröpfchen Fläschchen finden. Mich überzeugte der Gelbe Muskateller, den kannst Du so richtig herrlich wegschlürfen auf den Tisch stellen. Der macht was her mit seinem goldenen Inhalt und schmecken soll er auch.
Nach der Weinprobe und kurzer Wartepause, Du weißt, die Wanderung, wurden wir mit diesem herrlichen Beef Brisket mit Meerrettichsoße in Empfang genommen. Eine Rinderbrust ca. 16-18 Stunden bei 100°C geraucht von unseren Grillengeln Silvia und Thomas serviert . Die Küchenknipse hatte mal wieder keine Zeit auf die Sauce zu warten. Doch Ihr könnt mir glauben, sie war ein Gedicht.
Von Stefan gab es einen griechischen Kraken mit Tomate und Zimt, ein Genuss den ich sicher nicht vergessen werde. Das Rezept stammt aus einem griechischen Kochbuch, das sicher in den nächsten Tagen im Büdchen einziehen wird.
Kurzfristig wurden einige Jakobsmuscheln geordert (mein letzter Wissenstand, es waren so um die 600) und Marion hat sie unter einer Gratinhaube mit Morcheln geschickt versteckt. Morcheln sind ja schon Gaumenkitzel, aber die in Kombination mit Muscheln, ich sag jetzt nichts mehr, probier es doch selber. Ach und mal so ganz unter uns, solltest Du einen Profi im Muschelöffnen benötigen, spreche mal den Käpt´n Tom an.
Doch die richtige, echte Sauerei hat eindeutig der Stefan veranstaltet, eine Ferkelei auf die ich im Leben nicht verzichten wollte. Er hat das Schwein auf den Grill geschickt und nicht eher heruntergelassen bis es zart rosa war. Tja, so müssen rosa Schweinchen aussehen.
Von Barbie Greta wurden wir mit einem bunten Glasnudelsalat verwöhnt. So eine tolle Farbe und ich muss gestehen ich habe nicht aufgepasst wie sie ihn so „pinki“ bekommen hat. Aber ich bin sicher, sie wird es mir noch verraten.
Ein Träumchen von Chiraz, sie verhätschelte uns mit Magret de Canard séché, Ziegenkäsecreme mit einem Topping aus Apfel und karamellisierten Walnüssen. Ein Genuss auch wenn ich kein Ziegenkäsefan bin. Doch je häufiger ich Ziegenkäse esse, je mehr geht es mit meiner Abneigung. Ob beim Ziegenkäse ein heran essen möglich ist, wie beim Wein das heran trinken?!
Salzwiesenhuhn mit Gugelhupf servierte uns der Claus. Zugegeben der Gugelhupf war mehr als clever, hatte er sich doch versteckt und tauchte erst wieder gegen Mitternacht auf. Doch das war sein Tod, wir haben erbarmungslos zugeschlagen und er wurde von uns als Mitternachtskuchen erlegt.
Der Claus ließ es sich ja nicht nehmen und servierte ein weiteres Gericht.
Im Entenfett pochierter Lachs auf Entenkeulenkompott und Kümmelkaffee. Ach ja, ein kleines Salätchen war auch dabei.
Verpasst habe ich den Thai-Papaya-Salat von Supanika. Zum Glück hatte wenigstens die Küchenknipse bei der Herstellung aufgepasst, sonst hätten wir noch nicht einmal einen Beweis.
Da die Küchenknipse aber auch noch nicht den richtigen Rhythmus gefunden hat, waren die wunderbaren Würstchen von Sylvia und Thomas schneller verspeist, wie wir schauen und die Knipse knipsen konnten.

Ich kann mir gut vorstellen was Du jetzt denkst, Du glaubst ich wäre nur ein Reisebiest und hätte mich an der Küchenaktion nicht beteiligt. Hömmmaaa, das glaubst auch nur Du, ich habe mich auch ins Zeug gelegt. Für Freitag hatte ich eine Ententerrine gebastelt an der wir aber auch noch am Samstag Gefallen gefunden haben.
Aber das Wochenende war ja mit dem Freitag nicht beendet und am Samstag sollte es natürlich nach all den herzhaften Leckereien auch noch etwas für die Süßschnuten geben. Nein, Herr GB war nicht mit, aber glaub mir Süßschnuten gibt es überall und gegen Eva ist Herr GB ein Süßschnutenweisenknabe.
Der Ruf nach Creme-Brüller war so laut dass ich mich ergab und mich auf abgefackelte Creme einließ. Doch so ein ganz kleines Bisschen musste ich die Creme aufpeppen, also gab es noch Marzipanbaumkuchentörtchen und Kürbiskernparfait. Das ganz bestreut mit karamellisiertem Kürbiskernstaub.

Doch während der Planung gaben sich die Süßschnuten mit diesem einfachen Dessert nicht zufrieden, sie schrien noch nach Wackelpudding. Waldmeister sollte es sein und frisch! Hömmmaaa wir stecken noch mitten im Winta! Okay, ich hätte jetzt so ein Tütchen vom Doktor öffnen können, aber in meiner Küche gibt es keine Drogen, man hat ja Stolz. Ich habe aus Traubensaft, Waldmeistersirup und TK-Waldmeister einen Wackeldackeldessert geklöppelt. Als Topping eine schlichte, einfache, kurz angeschlagene Vanillesahne. Warum die Küchenknipse hier gestreikt hat, kann ich mir bis heute nicht erkläre. Hatte ich ein Glück, dass mir Corinna ein Bild zur Verfügung stellen konnte. An dieser Stelle „ganz lieben Dank Corinna“.
Corinna war vorher schon mein rettender Engel, denn mein Flammenwerfer für die Brüller-Creme stand wohlbehalten zuhause im Schrank. Nein der Brenner sollte nicht geschont werden! Mit Corinnas Brenner kam dann auch die schöne knackige Zuckerkruste auf die Creme, sieht man doch, dass es ihr Brenner war, oder?!
Sicher bist Du jetzt auf den Geschmack gekommen und Dir plätschern die Pfützchen im Schäutzchen hin und her, also dafür kann ich jetzt wirklich keine Verantwortung übernehmen. Doch ich könnte als Trostpflaster wenigstens ein Rezept herausrücken. Was hältst Du von Kürkiskern-Parfait.

Kürbiskernparfait:
125 g Kürbiskerne
100 g Zucker
Kerne in trockener Pfanne rösten, herausnehmen und in der warmen Pfanne den Zucker schmelzen. Kerne zum geschmolzenen Zucker geben und zusammen karamellisieren.
Die karamellisierten Kürbiskerne auf Backpapier streichen und auskühlen lassen. Ausgekühlt in Stücke brechen und in der Mühle sehr fein mahlen.
5 Eigelbe
1 Prise Salz
5 Esslöffel Wasser
100 g Puderzucker
4 Esslöffel Kürbiskernöl
600 ml bis 800 ml Sahne
Die Eigelbe mit Salz, Wasser und Puderzucker in einem Schlagkessel über sanft kochendem Wasser schaumig steif schlagen. Vom Wasserbad nehmen und kalt schlagen. Nun das feine Kürbiskernmehl  zusammen mit dem Kürbiskernöl untermischen. Sahne steif schlagen und vorsichtig unterheben. In eine Kasten-, Terrinenform, oder in eine Metallschüssel geben. Mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens 6 Stunden gefrieren. Sollte Dir das Kürbiskernöl ausgegangen sein, oder Du hast es evtl. irgendwo vergessen (z.B. zuhause), ist das schlimm genug, aber kein Weltuntergang. Zur Not kannst Du es auch ohne machen.

Weitere Berichte findest Du hier:

Obers trifft Sahne
...in Frau Kampis Küche
Doc.Evas Kochlatein
razziescorner