Posts mit dem Label Riesling werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Riesling werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. Februar 2015

Ein Forellenhof ganz in der Nähe, das muss man doch nutzen…

Seit Monaten sage ich zu Herrn GB, wir müssen unbedingt zu diesem Forellenhof, der auf der anderen Seite der Ruhr ist, fahren. Herr GB als zuvorkommender Gatte, erfüllt mir jeden Wunsch und wir fahren dort hin. Bei unserem ersten Besuch waren wir zu früh (Du weißt schon Öffnungszeiten und sonn Gedöns), beim zweiten Mal waren Betriebsferien, doch der dritte Anlauf war dann endlich erfolgreich und sie hatten geöffnet.
Was uns erwartete, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt.
Nicht einfach Fischteiche, Räucherkammer und Verkaufstresen.
Ein richtig nettes kleines Lokal mit einer sehr schönen Speisekarte.
Wie hier kann man auch essen!?
Gegessen haben wir dort nicht, aber ganz hervorragende geräucherte Forellen und einen sehr schmackhaften geräucherten Saibling erworben. In welcher Form die den Weg auf unseren Tisch gefunden haben erzähle ich Euch demnächst. Aber was dieser Besuch noch so mit sich brachte war sehr interessant. Wir sind mit den Besitzern ins Gespräch gekommen und die Infos über ihre Produkte, über ihr Anwesen, die Art der Vermarktung, was und wie sie ihre Produkte anbieten hat uns begeistert. Um es für Euch auf den Punkt zu bringen, es geht nicht nur Geräuchertes über den Tresen, auch frisch geschlachtete Forellen, Lachsforellen und Saiblinge sind im Angebot. Das halten wir im Hinterkopf.
Tja und jetzt kannst Du Dir sicher schon denken was passierte. Wieder einige Wochen später, eine Idee nahm ihren Lauf.
Irgendwo hatte ich mal von Lachsforelle auf Rieslingkraut gelesen. Bei mir wurde kurzerhand daraus ein Filet und aus dem Rieslingkraut ein Rieslingrahmkraut.
Noch schnell ein Wan Tan dazu und fertig. Aber jetzt musste ich erstmal eine vernünftige Lachsforelle bekommen. Jetzt kommt wieder der Forellenhof ins Spiel. Ein Anruf genügte und die Forelle, die zum Zeitpunkt des Anrufs noch ihre morgendlichen Bahnen schwamm, lag pünktlich zur vereinbarten Zeit filetiert abholbereit. Jetzt sag mal, geht es noch frischer und regionaler?
Was ich daraus gemacht habe? Schau mal!
Lachsforellenfilet auf Rieslingrahmkraut und Blutwurst-Apfel Wan Tan
Rieslingrahmkraut:
500 g gewaschenes Sauerkraut
1 Zwiebel in ganz feine Streifen geschnitten
1 Esslöffel Butterschmalz
200 ml klare Gemüsebrühe
200 ml trockener Riesling
1 mittelgroße rohe mehlige Kartoffel, fein gerieben
70 g säuerlicher Apfel, ebenfalls fein gerieben
5 Wachholderbeeren
2 Nelken
3 kleine Lorbeerblätter
200 g Crème fraîche
Salz und Pfeffer
Im erhitzten Butterschmalz die Zwiebelstreifen glasig dünsten. Das Sauerkraut zugeben und auch ganz kurz andünsten. Mit dem Wein und der Brühe ablöschen. Die Gewürze, wie auch den geriebenen Apfel als auch die geriebene Kartoffel zugeben. Mit Salz und Pfeffer etwas würzen und mit geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten auf kleiner Temperatur garen.
Die Gewürze entfernen und Crème fraîche unterrühren. Evtl. nochmals abschmecken. 
Blutwurst-Apfel Wan Tan:
Wan Tan-Blätter
1 Esslöffel Butter
1 Schalotte, ganz besonders fein gewürfelt
3 Esslöffel fein gewürfelte Blutwurst
½ säuerlichen Apfel fein gewürfelt
1 Teelöffel Thymianblättchen
1 verquirltes Ei
Butterschmalz
Butter auslassen und die Schalottenwürfel glasig dünsten. Die Blutwurstwürfel und Apfelstückchen zugeben und mit Thymianblätter würzen. Alles gut vermischen und 10 Minuten dünsten. Die Wan Tan-Blätter auslegen und in die Mitte jeweils einen Teelöffel Blutwurstmischung geben. Die Ränder vom Wan Tan-Blatt mit den verquirlten Ei bestreichen und zu einem Dreieck zusammen falten.
Die Wan Tan-Taschen in heißem Butterschmalz von beiden Seiten fritieren.
Das Lachsforellenfilet mit etwas Salz und Pfeffer würzen und in Butter, mit der Haut zuerst, braten.
Das Rieslingrahmkraut auf Teller anrichten, darauf das gebratene Lachsforellenfilet legen und mit einem Wan Tan obenauf dekorieren. Noch ein Salatblättchen anlegen und fertig.

Donnerstag, 24. April 2014

Eine Reise nach Wintrich, oder Riesling-Weingelee mit Chili…

Jetzt frag mich nicht wie wir auf die Idee kamen nach Wintrich zu reisen, zumal sich der Aufenthalt ganz ohne Absicht ergab, aber dafür richtig schön war. Der Ort ist klein, beschaulich und nett. Ach Du kennst Wintrich nicht!
Wintrich ist ein niedlicher kleiner Ort an der Mosel und gehört zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz. Herr GB und ich lieben die Mosel, die Landschaft, den Wein, die Weinberge, die kleinen und größeren Orte und die Menschen die dort leben. Sie sind sonnenverwöhnt und das spiegelt sich in ihren Gemütern wieder. Es ist eine Region in der gut gegessen und getrunken wird, halt wie überall auf der Welt wo Wein angebaut wird. Sind Herr GB und ich mit dem Auto auf Urlaubsreisen in den Süden, verschlägt uns die Rückfahrt meistens auf einen Abstecher an die Mosel. Und wie schon gesagt, der letzte Abstecher führte uns nach Wintrich, zwar nur für eine Nacht, aber es reichte für eine Idee die ich zuhause umsetzten wollte.
Zum Abendessen hatte es uns in eine nette kleine Straußenwirtschaft verschlagen. Nichts großes, aber gemütlich und das Essen war lecker. In einer Ecke stand ein kleines Regal mit verschiedenen selbsthergestellten Leckereien. Rate mal wer das Regal entdeckte! Richtig, mein Schatz hat ja ein Auge für unübersehbare Genüsse. In diesem Fall handelte es sich um selbstgemachte Marmelade, Konfitüren und Gelees. Eine richtig tolle Auswahl, doch wie du weißt, stelle ich die süßen Brotaufstriche im Büdchen gerne selber her, also wanderten nur zwei, drei verschiedene Gläser ins Einkaufskörbchen. Unter anderem ein Riesling-Weingelee mit Chili. Schlicht und einfach nur TOLL. Die feine Säure des Rieslings, die zarte Schärfe der Chilischote und zusammen abgerundet mit der Süße des Gelierzuckers. Ich musste so manch ein Fläschchen Riesling opfern bis ich die richtige Kombination an Säure, Schärfe und Süße heraus hatte. Schließlich sollte die eigentliche Spritzigkeit des Rieslings nicht ganz verloren gehen.
Nach einigen kleinen Pannen bin ich zu folgender Aufstellung gekommen:
Wichtig um sich in dem Geschmack wiederzufinden, verwende den Riesling den Du als Deinen Favoriten ausgewählt hast.
Für die Schärfe besorgst Du Dir rote Chilischoten und zwar die süßlich scharfen. Die winzig kleinen lass liegen, die versauen Dir den Geschmack, die sind zu scharf.
Als Zucker benutze Gelierzucker für Gelee, alle anderen Sorten werden nicht fest.
Der Wein darf nicht zu Säurehaltig sein, Säure beeinträchtigt die gelierende Wirkung des Pektins. Außerdem verwende einen Riesling dessen Alkohol eher niedrig ist. Zum einen, es soll ein Gelee für Frühstücksbrötchen werden, zum anderen, Alkohol am Morgen bringt Kummer und Sorgen ist auch keine Lösung. Ach ja, und so ganz nebenbei, hoher Alkoholgehalt kann die Gehirnfunktion Gelierung mindern, das wollen wir nicht.
Also ich fasse nochmals zusammen:
750 ml säurearmen Riesling mit minderen Alkoholgehalt
2 süßlich scharfe Chilischoten mittlerer Größe
750 g Gelierzucker für Gelee
Die Chilischote wird in mega feine Würfel geschnitten bzw. gehackt. Vergesse nicht Einmalhandschuhe anzuziehen.
Den Riesling mit dem Gelierzucker mischen und den Zucker vollständig auflösen. Nach Packungsanleitung das Riesling-Zuckergemisch aufkochen und nach Vorschrift das Gemisch einige Minuten kochen.
Nun die Chiliwürfelchen untermischen, aber nicht mehr kochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, mit Twist-off Deckeln verschließen und abkühlen lassen.
Der ultimative Schnabulierungstipp aus dem Büdchen: Streiche das Gelee mit Frischkäse auf knackig frische lauwarme Brötchen, oder aber auch mit etwas Quark auf Stuten oder Hefezopf und als Krönung zu einem deftigen Käse auch der Renner.