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Donnerstag, 7. Juli 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 22 die gestärkten Jungs spielen gegen die Franzosen…

…der Essensplan wurde gleich schon nach dem letzten Spiel geschrieben und wenn Du jetzt denkst „das Klärchen ist bescheuert, die kocht mitten im Sommer Sauerkraut“ würde ich Dir unter normalen Umständen sofort zustimmen, aber nicht wenn das Thermometer die 20°C nicht übersteigen will.
Der Salat sprießt ohne Ende, aber ich glaube das Einzige was mir damit gefallen würde, wäre ein heißes Salatsüppchen. Ein Süppchen das so richtig aufwärmt.
Heute wird es ein heißes Spiel, das lässt sicher keinen kalt. Ich bin schon gespannt wie das Spiel ausgehen wird und ob die Jungs raus sind, oder ob ich Sonntag nochmals für sie kochen muss.
Heute habe ich für sie Frühlingsrollen mit Leberwurst an Sauerkraut und Kartoffelpüree gemacht. Bisschen was Neues, aber trotzdem gewohnte Geschmäcker, ein wenig Heimat. Das Gefühl an Zuhause beruhigt, gibt Vertrauen, Zuversicht und steigert die Konzentration.
Also kann doch eigentlich nichts schief gehen.
Ich freue mich auf ein hoffentlich schönes Spiel und wünsche beiden Mannschaften, der Bessere soll gewinnen.
Frühlingsrollen mit Leberwurst an Sauerkraut und Kartoffelpüree:
Sauerkraut:
500 g frisches Sauerkraut
150 ml Gemüsebrühe
50 ml Riesling
2 Lorbeerblätter
Pfeffer, Salz
100 g Schinkenwürfel
1 Zwiebel, in feine Würfel geschnitten
1 große oder 2 kleine geriebene Kartoffeln (mehlige Sorte)
Das Sauerkraut abwaschen und zusammen mit allen anderen Zutaten in einen Topf geben. Alles gut vermischen. Aufkochen und auf kleine Hitze Schalten. Mit einem Deckel verschließen und gute 30 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch gelegentlich umrühren.
Frühlingsrollen:
Frühlingrollenteig als Blätter ca. 10 x 10 cm (im Asialaden)
½ Bund gehackte Petersilie
1 Teelöffel Butter
5 Schalotten in feine Würfel geschnitten
200 g feine Leberwurst
1 gute Messerspitze Koriandersamen gemahlen
Salz, Pfeffer
1 Ei verschlagen
Rapsöl zum Frittieren
Die Leberwurst in eine Schüssel geben und mit der Petersilie verrühren. Die Butter in einer Pfanne schmelzen, die Schalottenwürfel in die Butter geben und glasig dünsten.
Etwas abkühlen lassen und mit der Leberwurst vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Korianderpulver würzen.
Die Teigblätter auslegen, jeweils ein Esslöffel der Leberwurstmasse auf ein Blatt geben und einmal einrollen, die Seiten einschlagen, mit dem verschlagenen Ei bestreichen und zusammendrücken.
Das Rapsöl erhitzen und die Röllchen von allen Seiten knusprig frittieren.
Kartoffelpüree:
500 g Kartoffeln
Salz
150 ml lauwarme Milch
2 Esslöffel Butter
Muskatnuss gerieben
Die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen. Abschütten, kurz ausdämpfen und mit einem Kartoffelstampfer solange stampfen bis keine Stücke mehr drin sind. Die Milch und die Butter zugeben und weiter stampfen. Mit Salz und Muskatnuss würzen.

Sauerkraut zusammen mit dem Kartoffelpüree auf Teller anrichten und die Frühlingsröllchen anlegen.

Samstag, 11. Juni 2016

Das Büdchen kocht für die EM – Tag 2 – die Slowakei ist auch dabei mit Sauerkrautsuppe…

… fast wäre es für die Slowakei in die Hose gegangen. Also nicht für die Nationalmannschaft der Slowenen, nee, die hatten sich ja nominiert, sondern für den Fußballfan der sich heute das Spiel von den Slowaken ansieht. Eigentlich sollte der Fan stilecht beköstigt werden, aber das ist manchmal gar nicht so einfach.
Ein ganz klassisches Gericht, quasi das Nationalgericht sind Brimsennocken mit Speck. Eine Art Spätzle aus Kartoffelteig, die genauso in Wasser gekocht werden wie übliche Spätzle und anschließend mit einem landestypischen Schafskäse, den sogenannten Brimsen, gemischt werden. Als Toping kommen in Butter geschwenkte Speckwürfel – fertig. Na, wenn es mal so einfach wäre.
Mein Versuch ist voll in die Hose gegangen und zwar weil ich mich auf ein ORIGINAL REZEPT verlassen habe, das von einem Foodblogger ins Netz gestellt wurde. Der Blogger konnte vom Glück sagen, dass ich 1. seine Adresse nicht hatte, 2. er sicherlich eh zu weit entfernt wohnt. Sonst hätten wir uns kennengelernt, denn ich war versucht ihm den Mist an die Haustür zu nageln. *so, jetzt habe ich mir Luft gemacht*
Kurzerhand habe ich umdisponiert.
Vor ewigen Zeiten wurde die Slowakei mal in einer Kochzeitschrift vorgestellt und dort hatte ich ein Rezept einer Sauerkrautsuppe abgekupfert. Und genau dieses alte Schätzchen hat mir die Stimmung für die EM erhalten.
Also gibt es heute Sauerkrautsuppe statt dieser Brimsennockerln und der Gatte kann das Spiel gut gestärkt verfolgen.
Sauerkrautsuppe mit sauerer Sahne:
Zutaten:
100 g Schinkenwürfel geräuchert
2 Mettwürstchen geräuchert
1 Zwiebel, gewürfelt
500 g Sauerkraut, gut waschen
400 g gekochte weiße Bohnen (zur Not ein Glas)
1 Liter Gemüsebrühe
1 rote Paprikaschote in kleine Würfel
1 Esslöffel Tomatenmark
2 Knoblauchzehen, gehackt
2 Lorbeerblätter
Pfeffer frisch gemahlen
Saure Sahne
Die Mettwürstchen in Scheiben geschnitten und zusammen mit dem Speck anbraten. Evtl. etwas Öl auf den Topfboden geben. Abschließend die Zwiebelwürfel zufügen und alles zusammen leicht dünsten.
Das abgespülte Sauerkraut zerrupfen und in den Topf geben. Leicht anbraten. Das Tomatenmark zufügen und weiter leicht braten.
Knoblauchzehen und Lorbeerblätter zufügen.
Alles mit Gemüsebrühe ablöschen. Gute 25 Minuten kochen lassen. Jetzt die Bohnen zugeben, weitere 10 Minuten garen. Nun die Paprikawürfel in den Topf, alles einmal umrühren und den Paprika gute 5-10 Minuten gar ziehen lassen.
Evtl. mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Auf Teller anrichten und in die Mitte einen Klecks saurer Sahne geben.
Ich bin ja mal gespannt was die Slowakei sich so zurecht spielt, also an der Sauerkrautsuppe kann es nicht gelegen haben.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Ein Forellenhof ganz in der Nähe, das muss man doch nutzen…

Seit Monaten sage ich zu Herrn GB, wir müssen unbedingt zu diesem Forellenhof, der auf der anderen Seite der Ruhr ist, fahren. Herr GB als zuvorkommender Gatte, erfüllt mir jeden Wunsch und wir fahren dort hin. Bei unserem ersten Besuch waren wir zu früh (Du weißt schon Öffnungszeiten und sonn Gedöns), beim zweiten Mal waren Betriebsferien, doch der dritte Anlauf war dann endlich erfolgreich und sie hatten geöffnet.
Was uns erwartete, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt.
Nicht einfach Fischteiche, Räucherkammer und Verkaufstresen.
Ein richtig nettes kleines Lokal mit einer sehr schönen Speisekarte.
Wie hier kann man auch essen!?
Gegessen haben wir dort nicht, aber ganz hervorragende geräucherte Forellen und einen sehr schmackhaften geräucherten Saibling erworben. In welcher Form die den Weg auf unseren Tisch gefunden haben erzähle ich Euch demnächst. Aber was dieser Besuch noch so mit sich brachte war sehr interessant. Wir sind mit den Besitzern ins Gespräch gekommen und die Infos über ihre Produkte, über ihr Anwesen, die Art der Vermarktung, was und wie sie ihre Produkte anbieten hat uns begeistert. Um es für Euch auf den Punkt zu bringen, es geht nicht nur Geräuchertes über den Tresen, auch frisch geschlachtete Forellen, Lachsforellen und Saiblinge sind im Angebot. Das halten wir im Hinterkopf.
Tja und jetzt kannst Du Dir sicher schon denken was passierte. Wieder einige Wochen später, eine Idee nahm ihren Lauf.
Irgendwo hatte ich mal von Lachsforelle auf Rieslingkraut gelesen. Bei mir wurde kurzerhand daraus ein Filet und aus dem Rieslingkraut ein Rieslingrahmkraut.
Noch schnell ein Wan Tan dazu und fertig. Aber jetzt musste ich erstmal eine vernünftige Lachsforelle bekommen. Jetzt kommt wieder der Forellenhof ins Spiel. Ein Anruf genügte und die Forelle, die zum Zeitpunkt des Anrufs noch ihre morgendlichen Bahnen schwamm, lag pünktlich zur vereinbarten Zeit filetiert abholbereit. Jetzt sag mal, geht es noch frischer und regionaler?
Was ich daraus gemacht habe? Schau mal!
Lachsforellenfilet auf Rieslingrahmkraut und Blutwurst-Apfel Wan Tan
Rieslingrahmkraut:
500 g gewaschenes Sauerkraut
1 Zwiebel in ganz feine Streifen geschnitten
1 Esslöffel Butterschmalz
200 ml klare Gemüsebrühe
200 ml trockener Riesling
1 mittelgroße rohe mehlige Kartoffel, fein gerieben
70 g säuerlicher Apfel, ebenfalls fein gerieben
5 Wachholderbeeren
2 Nelken
3 kleine Lorbeerblätter
200 g Crème fraîche
Salz und Pfeffer
Im erhitzten Butterschmalz die Zwiebelstreifen glasig dünsten. Das Sauerkraut zugeben und auch ganz kurz andünsten. Mit dem Wein und der Brühe ablöschen. Die Gewürze, wie auch den geriebenen Apfel als auch die geriebene Kartoffel zugeben. Mit Salz und Pfeffer etwas würzen und mit geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten auf kleiner Temperatur garen.
Die Gewürze entfernen und Crème fraîche unterrühren. Evtl. nochmals abschmecken. 
Blutwurst-Apfel Wan Tan:
Wan Tan-Blätter
1 Esslöffel Butter
1 Schalotte, ganz besonders fein gewürfelt
3 Esslöffel fein gewürfelte Blutwurst
½ säuerlichen Apfel fein gewürfelt
1 Teelöffel Thymianblättchen
1 verquirltes Ei
Butterschmalz
Butter auslassen und die Schalottenwürfel glasig dünsten. Die Blutwurstwürfel und Apfelstückchen zugeben und mit Thymianblätter würzen. Alles gut vermischen und 10 Minuten dünsten. Die Wan Tan-Blätter auslegen und in die Mitte jeweils einen Teelöffel Blutwurstmischung geben. Die Ränder vom Wan Tan-Blatt mit den verquirlten Ei bestreichen und zu einem Dreieck zusammen falten.
Die Wan Tan-Taschen in heißem Butterschmalz von beiden Seiten fritieren.
Das Lachsforellenfilet mit etwas Salz und Pfeffer würzen und in Butter, mit der Haut zuerst, braten.
Das Rieslingrahmkraut auf Teller anrichten, darauf das gebratene Lachsforellenfilet legen und mit einem Wan Tan obenauf dekorieren. Noch ein Salatblättchen anlegen und fertig.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Heute gibt es was aus dem Sauerkrautvorrat…

…kann ja nicht angehen, dass das gute Zeug schlecht wird. Außerdem soll Sauerkraut gesund sein, das wusste schon Pfarrer Kneip und die Hildegard von Bingen sowieso. Sauerkraut hat einen hohen Anteil an Vitamin C, empfiehlt sich für jede Frühjahrskur, soll Blut und Darm reinigen und das alles bei ca. 17 kcal auf 100 Gramm.
Bei soviel geballter Gesundheit musste das Kraut im Büdchen unbedingt auf die Teller kommen.
Wie in jedem Jahr steht in den kalten Monaten des Jahres hier ein Steintopf mit Sauerkraut herum und wartet darauf verarbeitet zu werden. Jetzt in den ersten Tagen des Jahres ist man ja nicht wirklich traurig wenn auch mal ein Pfündchen von den Hüften fällt und das Kraut hilft, glaub es mir. Ich liebe Sauerkraut, sogar roh könnte ich es essen. Ich verwende nur das selbst Gestampfte, oder das Frische vom Metzger oder Bauern. Du kennst ja meine Einstellung zu Dosenfutter und soweit mir bekannt, wird dem industriell hergestelltem Kraut Milchsäure zugeführt und bei dem langsam gegorenen Kraut wächst es langsam. Aber das könnte ein Chemiker, die Maus oder Planet Wissen sicher besser erklären.
Ich hatte das Kraut zusammen mit Mettwürstchen, okay die sind jetzt nicht so hilfreich für eine Entschlackungs-Kur, in dem neuen Kocher über Nacht gebrutzelt. Es war butterzart und super toll durchgezogen. Aber bei so einer langen Schmorzeit ist das ja auch kein Wunder und es ist ja auch der Sinn so eines Slow Cockers. Trotzdem ist ein Rest vom Sauerkraut übrig geblieben, die Mettwürstchen sind wohl während des Garvorgangs verdunstet. Ich glaube Herr GB war Augenzeuge.
So, nun stand ich da mit meinen Sauerkrautresten, nur was sollte ich jetzt damit anfangen?
Schnell waren Kartoffeln gekocht und gepellt. Du hast richtig gelesen, es gab Stampfkartoffeln und zwar aus Pellkartoffeln, das hab ich von Herrn Lafer gelernt.
Die gepellten Kartoffeln wurden gestampft. Milch und Gemüsebrühe zugefügt und einige Löffel Senf untergerührt, mit Salz abgeschmeckt und fertig. Nein keine Butter, die kommt später, wir wollen doch Entschlacken.
Den Kartoffelmatsch habe ich in einen Spritzbeutel gegeben und kleine Nester auf ein, mit Backpapier, ausgelegtes Backblech gespritzt. In die Mitte der Nester den Sauerkrautrest verteilt. Der Rand des Kartoffelpürees mit einer Mixtur aus Milch und Ei bestrichen und anschließend ab damit in den Backofen. Mit wenig Umluftwärme (140°C) und einer schwachen Grillstufe wurde es erwärmt bzw. gratiniert bis der Kartoffelring leicht gebräunt war.
Für das Topping wurden kleine Schinkenwürfel in einem Butter/Öl-Gemisch zusammen mit gelben Senfkörnern leicht angebraten.
Die Sauerkrautnester auf Teller drapiert und mit dem Schinkengemisch bestreut serviert. Gar nicht so schlecht das Resteessen, oder?


Montag, 4. Februar 2013

Ich habe wieder gebacken, Sauerkrautkuchen…

…für Herrn GB habe ich natürlich auch Kuchen gebacken, aber ich muss ja auch mal an meinen Geschmack denken und der geht nun mal eindeutig in die herzhafte Richtung. Kannst Du Dich erinnern? Herr GB musste doch im November so elendig schuften und stampfen. Er musste Kohlköpfe schleppen nur weil ich unbedingt selbstgemachtesSauerkraut im Keller bevorraten wollte. Ach ja, unter den Lesern gibt es ja tatsächlich Anhänger die regelrechtes Mitleid mit Herrn GB haben. Aber auch ihm hat der Sauerkrautkuchen sehr geschmeckt. Mein Schatz hat sich so eine Arbeit gemacht, da hatte sich das Sauerkraut ein besonderes Rezept verdient. Sicher ist Sauerkraut mit Kassler und Kartoffelpüree ein sehr beliebtes Gericht im Büdchen, aber es sollte einfach etwas Außergewöhnliches geben. Dann bin ich fündig geworden, ich musste mich entscheiden zwischen Sauerkrautauflauf, Sauerkrautsuppe und Sauerkrautkuchen. Der sauerkrautauflauf ist auch sehr interessant, er wird mit Reis gemacht. Die Sauerkrautsuppe finde ich klasse bei sehr kaltem Wetter, naja und der Sauerkrautkuchen hat letztendlich gewonnen, weil ich ihn sehr gut vorbereiten konnte. Jetzt darfst Du raten wo ich das Rezept gefunden habe! Richtig, wieder war es Vincent Klink der mit seinem Rezept meine Sinne ansprach. Ich habe zwar mal wieder einiges geändert, aber der Grundgedanke stammt von ihm. Wenn Du es nachbasteln willst, hier kommt die Anleitung…
Du machst erst einmal einen Teig. Dafür brauchst Du 150 g Magerquark, 150 g Mehl, 150 g Butter und Salz. Diese Zutaten verknetest Du sorgfältig und schlägst den Teig in Frischhaltefolie ein. Den eingeschlagenen Teig gibst Du mindestens für eine Stunde in den Kühlschrank.
Die Stunde nutzt Du für die Füllung. Du schälst 3 Zwiebeln und eine Knoblauchzehe. Die geschälte Zwiebel und die Knoblauchzehe hackst Du in feine Würfel. In eine Pfanne lässt Du 1 Esslöffel Butter aus und brätst die Würfel leicht braun an. Nun gibst Du noch 100 g feine Schinkenwürfel hinzu und dünstest auch diese an. Du verschlägst 5 Eier mit 200 g Frischkäse. Du würzt mit einem Esslöffel Brühpulver, Salz, Pfeffer, gemahlenen Kümmel und frisch geriebene Muskatnuss. Jetzt mischt Du 300 g Sauerkraut und die angedünsteten Zwiebel-, Knoblauch- und Schinkenwürfel unter die Eiermasse.
Ist der Teig gut durchgekühlt, schlägst Du eine Springform mit Backpapier aus, rollst den Teig aus und legst den Teig in die ausgekleidete Springform.
Auch die Seitenwände der Form sollen gut ausgekleidet sein. Du legst auf den Teig wieder Backpapier und beschwerst ihn mit Hülsenfrüchten. Nun backst Du den Teig bei 200°C ca. 15 Minuten blind.
Nach dem Backen entfernst Du Papier und Hülsenfrüchte. Auf den vorgebackenen Teig gibst Du nun die Sauerkrautfüllung. Die Form stößt Du ein- bis zweimal auf den Tisch damit sich Luftblasen aus der Füllung entfernen.
Du backst den Sauerkrautkuchen noch weitere 30 bis 40 Minuten. Du könntest den Kuchen in kleine Tortenstücke schneiden und ihn als Vorspeise servieren, aber in größeren Stücken mit einem Salat ist es bei uns eine willkommene Hauptspeise geworden.
Sauerkraut mal ganz anders aber sehr zu empfehlen.

Montag, 26. November 2012

Herrn GB verfolgte Sauerkraut, da war ihm der ganze Tag versaut…

…nee, nicht wirklich. Aber jetzt erstmals wieder alles zurück auf Anfang. Also neulich war ja mal wieder Kappesmarkt in Raesfeld und wie in jedem Jahr musste Herr GB Kappes schleppen.
Er fragte mindestens dreimal, ob ich sicher bin dass ich Weißkohl mitnehmen möchte, weil im Moment ich doch eh so wenig Zeit hätte. Außerdem kann der ja auch nicht ewig liegen, er würde sicher schnell vergammeln würde er nicht so schnell wie möglich verarbeitet. Bis zu diesem Moment wusste Herr GB noch nichts von seinem Glück, oder er befürchtete in seinem Hinterstübchen schon was ihm blühen sollte. Um meine Zeit machte ich mir gar keine Sorgen, eher um seine. Aus dem Weißkohl, der mit ins Büdchen geschleppt wurde, sollte nämlich Sauerkraut werden und für Sauerkraut ist Herr GB zuständig, zumindest für das Stampfen. Früher kam das Kraut in ein Fass und dort wurde es mit den Füßen gestampft, sagt man so, ob das stimmt weiß ich nicht so genau. Herr GB stampft es mit einem eigens angefertigten Sauerkrautstampfer in einem eigens angeschafften Sauerkrauteimer.
Den Kohl musste ich natürlich hobeln, doch dabei war mir mein Börner wieder die beste Hilfe und ratzfatz war der Kappes gehobelt.
Portionsweise kam er jetzt in den Sauerkrauteimer und wurde mit etwas Salz vermischt. Herr GB stampfte dann auf Deifel komm raus und sobald das Kraut etwas Flüssigkeit gezogen hatte, wurde es in den Sauerkrautsteingut umgefüllt.
Auf jede Lage einige Wachholderbeeren, Prise Zucker, etwas Kümmel und einige Würfel einer rohen Möhre. Nun mit der nächsten Lage genauso verfahren. Ist der Steinguttopf bis obenhin gefüllt wird ein Pressstein aufgelegt und kräftig angedrückt. Ist es richtig gemacht worden, dann schwappt etwas Kohlwasser hoch und bedeckt den Kohl. Die Flüssigkeit wurde regelrecht aus dem Kohl gestampft.
Jetzt noch den Deckel aufsetzen und in die Rille abgekochtes Wasser gießen. Jetzt muss der Steinguttopf kühl gestellt werden, ideal ist ein kühler Keller, und mindestens 5 bis 6 Wochen stehen. Dabei muss das Wasser in der Rille aber regelmäßig kontrolliert und wenn nötig aufgefüllt werden. In manchen Anleitungen liest man, es sollte auf den Kohl ein Tuch gelegt werden und dann erst der Pressstein, aber ich mache es einfach mal so wie es früher die Nachbarin meiner Mutter machte. Mit der Nachbarin schaute ich übrigens früher immer die Drehscheibe im ZDF in der Max Inzinger kochte, aber das nur so am Rande.
Auf 5 Kilo gehobelten Weißkohl gibt man 100 g Salz. Nach Geschmack fügt man Wachholderbeeren, Kümmel, Prise Zucker und Möhrenwürfel von rohen Möhren zu. Wer mag fügt Apfelstückchen zu und deckt das gestampfte Kraut mit Weinblättern ab. Eine weitere Möglichkeit den Kohl abzudecken, eh der Pressstein aufgelegt wird, sind Weißkohlblätter, aber spätestens nach der ersten Krautentnahme nerven die Blätter und so wirklich hygienisch einwandfrei dürfte es dann auch nicht mehr sein.
Wie ich Herrn GB das von ihm gestampfte Sauerkraut serviere erzähle ich Euch dann in ca. 6 Wochen. Hoffentlich!!! Denn die Herstellung vom selbstgemachten Kraut geht auch manchmal daneben. Mir ist ein Topf auch schon schlecht geworden, also sauer, aber anders sauer als er sollte. Ich kann Euch was sagen, da war ich dann aber sauer.


Freitag, 9. März 2012

Verstecktes Ananassauerkraut...

Es war im letzten Dezember da schwirrte das Sauerkraut durch den einen oder anderen Blog und machte mich schon ganz sauerkrautnervös. Herr GB freute sich auf Weihnachten und hatte einfach keinen Antrieb zum Sauerkrautstampfen. So ein schöner ungenutzter Sauerkrauttopf steht im Keller und ist erstarrt zu Steingut, sicher weil er keine Beachtung findet. Es ist schon fast ein Skandal Sauerkraut kaufen zu müssen, obwohl hier im Büdchen ein Equipment für perfekte Herstellung a la Urgroßmutter deponiert ist.Damit es wenigsten einmal in diesem Winter Sauerkraut im Büdchen gibt, musste ich wohl oder übel Sauerkraut kaufen. Ganz Frisches konnte ich ergattern. Nun stellte sich wieder die obligatorische Frage, was mache ich damit? Ich konnte jetzt Rahmsauerkraut machen, das macht die Kampi auch und es hörte sich richtig klasse an. Ein Sauerkrautstrudel ist auch nicht schlecht, aber dafür müsste ich erst einmal ein Rezept suchen. Außerdem musste die frische Ananas noch verwurschtelt werden und nach meinen Ravioli neulich hatte ich erstrecht Appetit auf Nudeln bekommen. Also doch Sauerkrautkrapfen ähnlich wie bei Schnuppschnüss im Dezember nur ohne Speck, dafür mit Ananas.
Krautkrapfen mit Ananas
Den Nudelteig habe ich von hier genommen.
Für die Füllung brauchte ich
500 g Sauerkraut (wenn es sehr sauer ist, gut abtropfen lassen)
1 Esslöffel Schmalz
2 Schalotten
½ frische Ananas in Würfel geschnitten
125 ml Cidre
75 ml Wasser
1 Lorbeerblatt
5 Wachholderbeeren
2 Nelken
1 Esslöffel Gemüsebrühepulver
Salz und Pfeffer
Das Schmalz in einem Topf erhitzen, Schalotten in kleine Würfel schneiden und kurz im Fett glasig dünsten. Das Sauerkraut zu den Schalottenwürfeln geben und braun anschwitzen.
Die Ananaswürfel dazugeben und mit Cidre ablöschen. Etwas einkochen lassen, das Wasser und die Gewürze zugeben und weich dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Nudelteig in vier lange Lagen ausrollen, diese jeweils einmal der Länge nach durchschneiden. Lorbeerblatt, Nelken und ggf. Wachholderbeeren aus dem Kraut entfernen, das Kraut auf den einzelnen Lagen verteilen und aufrollen.
In eine Pfanne ½ Gemüsebrühe gemischt mit 100 ml Cidre zum Kochen bringen und die Sauerkrautrollen hineinsetzen.
Die Flüssigkeit gut zur Hälfte einkochen lassen, die Rollen umdrehen und noch knappe 5 Minuten weitergaren. Kurz vor dem Servieren mit Butter bestreichen und im Backofen unter dem Grill 3 Minuten bräunen.
Rollen auf Teller verteilen und wer mag, kann sich einen Klecks Creme Fraiche auf die Krapfen geben.
Kleiner Tipp, das Braune unten in der Pfanne ist besonders schmackhaft.